Getty Connect – Wie Fotografen mit Cent-Beträgen abgespeist werden (oder gar nicht)

Die welt­weit füh­ren­de Bildagentur, Getty Images, ist immer für eine Überraschung gut. Erst vor paar Wochen brüs­kier­te sie Fotografen mit einem Deal, bei dem Fotos fast ver­schenkt wur­den. Jetzt stellt sich her­aus: Getty ist schon einen Schritt wei­ter und ver­schenkt die Bilder wirk­li­ch! Oder na ja, die Agentur bekommt was, aber die Fotografen nicht.

Doch schau­en wir uns die Details an:

Es geht um die API-Schnittstelle „Getty Connect“. Eine API ist eine Programmierschnittstelle, mit der web­sei­ten­über­grei­fend auto­ma­ti­siert ein­fach Inhalte aus­ge­tauscht wer­den kön­nen. Im Falle von Getty Connect kön­nen Kunden zum Beispiel auto­ma­ti­siert Bildstrecken zu bestimm­ten Themen für ihre News-Webseiten gene­rie­ren las­sen, um so mehr Klicks zu bekom­men. Schon im Juni 2012 stell­te Getty Images „Connect“ vor und gleich­zei­tig eine Partnerschaft mit Yahoo, wel­che die Getty-Bilder gleich nut­zen will. In die­sem Artikel bei iStock­pho­to wird die Zusammenarbeit halb­wegs erklärt.

Einige – sehr wich­ti­ge – Fragen blei­ben jedoch unklar, auch nach der Lektüre der FAQ auf der Getty-Webseite.

  1. Zum Beispiel scheint es, als ob auch RM-Bilder dafür genutzt wer­den kön­nen. Das wür­de sich zwar mit einer even­tu­el­len Exklusivnutzung über­schnei­den, aber bis­her konn­te ich nichts fin­den, wo RM-Bilder expli­zit von der API-Nutzung aus­ge­schlos­sen wer­den.
  2. Außerdem redet Getty Images davon, dass „neue Märkte“ erschlos­sen wer­den wür­den und so wei­ter, aber sol­che Bildermarkt-Phrasen glau­be ich schon lan­ge nicht mehr.
  3. Es ist als Fotograf auch nicht mög­li­ch, die Teilnahme am Connect-Programm zu ver­wei­gern. Das heißt, jeder, der Bilder bei Getty Images hat, kann davon betrof­fen sein. Das betrift zum Beispiel auch iStock-Bilder aus der Vetta- oder E+-Kollektion.
  4. Die Fotografen sehen auf der Abrechnung nicht, wel­che Bilder gezeigt wur­den, da zur Zeit nur die „Yahoo order num­ber“ als Identifikationsmerkmal ange­zeigt wird. Es besteht aber die Möglichkeit, sich mehr Informationen als unfor­ma­tier­te Textdatei run­ter­zu­la­den, wo dann unter ande­rem auch die Fotonummer und der Bildtitel erwähnt wer­den.

Viel wich­ti­ger ist aber die Frage der Bezahlung: Was krie­gen die Fotografen dafür? Spannenderweise wird es gen­au hier mys­te­riös. Das „Getty Connect“-Programm soll neben den Bildern Werbung ein­blen­den und je nach Anzahl der Klicks auf die benutz­ten Bilder sol­len sich die Agentur und die Fotografen die erziel­ten Werbeeinnahmen tei­len. Erster Kritikpunkt: Nach wel­chem Prozentschlüssel die Einnahmen ver­teilt wer­den, wird nicht genannt, bei „royal­ty rate“ wird nur „varies“ ange­ge­ben. Die Vermutung liegt nahe, dass die ansons­ten übli­chen Kommissionen ver­wen­det wer­den, also z.B. 20% Fotografenanteil bei der Flickr-Kollektion oder RF-Bildern je nach Vertrag und so wei­ter, aber es wür­de mich auch nicht wun­dern, wenn Getty ein­fach ent­schei­det, z.B. nur 10% aus­zu­schüt­ten.

Ein mut­maß­li­ches Beispiel für den Connect-Deal mit Yahoo: Eine Klickstrecke mit Bildern von Getty Images, neben denen Werbung ein­ge­blen­det wird:

Jetzt, nach ca. sie­ben Monaten, sind bei den Getty-Fotografen die ers­ten Abrechnungen ein­ge­gan­gen mit Einnahmen aus „Getty Connect“. In einer geschlos­se­nen iStockphoto-Facebook-Gruppe berich­te­ten Fotografen, dass sie hau­fen­wei­se Abrechnungen pro Bild für ca. 0.01 $ sehen, ganz weni­ge haben auch 0.02 $ auf der Abrechnung, der bis­her höchs­te gemel­de­te Betrag ist 4 US-Cent. Viel schlim­mer ist aber, dass zwi­schen den gan­zen 0.01 $-Meldungen oft eben­so­vie­le 0.00 $-Meldungen auf­tau­chen. Im Contributors-Forum von Getty berich­ten eini­ge, dass sie über 100 die­ser Null-Cent-Meldungen auf ihren Abrechnungen gehabt hät­ten. Ja, Null! Das scheint kein Technik-Fehler zu sein, denn in einer Getty-Email heißt es:

[…] the images that are sho­w­ing an 0 amount were were not view­ed enough times to reach the .01 cent mini­mum thres­hold.“

Das heißt grob über­setzt: „Ja, wir haben dei­ne Bilder benutzt, aber bezah­len dich nicht!“ Oder anders for­mu­liert: Getty Images hat end­li­ch einen Weg gefun­den, um Geld mit Fotos zu ver­die­nen, wäh­rend die Fotografen nur mit einem Cent oder im Extremfall eben gar nicht bezahlt wer­den. Damit das fast unmög­li­ch zu kon­trol­lie­ren ist, wer­den auch die Klicks und eben die Kommissionsrate nicht ange­ge­ben.

Ultimago ver­schenkt auch Bilder

Weil es so schön passt, gleich eine Nachricht, wel­che in eine ähn­li­che Kerbe schlägt: PantherMedia hat in Zusammenarbeit mit Fineartprint die Plattform Ultimago ange­kün­digt, bei der Fotos ver­schenkt wer­den. Auch hier ist die Rede von „Zweitverwertung“, „Upselling“ und „Cross-Selling“, aber unter dem Strich wer­den die Bilder ver­schenkt. Das mag für die betei­lig­ten Agenturen lukra­tiv sein, für Fotografen ver­mut­li­ch nicht. Panthermedia sagt, dass Fotografen antei­lig je nach Anzahl der Downloads an even­tu­el­len Werbeeinnahmen und ande­ren Umsatzmöglichkeiten betei­ligt wer­den. Ich schrei­be bewusst nicht „mit 50%“ betei­ligt, denn wir alle wis­sen, wie ger­ne die­se Kommissionen in der Vergangenheit nach unten kor­ri­giert wur­den. Diese „ande­ren Umsätze“ sol­len zum Beispiel durch „Premium-Mitgliedschaften“ rein­kom­men, mit denen Firmen sich die kom­mer­zi­el­len Nutzungsrechte für die kos­ten­lo­sen Bilder kau­fen kön­nen (Ja, mir ist die Ironie von „kos­ten­lo­se Bilder kau­fen“ bewusst). Die Bilder müs­sen selbst von Fotografen dort hoch­ge­la­den wer­den, eine Zwangsteilnahme für bis­her nicht ver­kauf­te PantherMedia-Bilder ist momen­tan nicht geplant.

Der geplan­te Preis liegt aktu­ell bei 49 Euro pro Monat oder 499 Euro im Jahr. Für den Preis könn­te man sich bei Shutterstock über 12 Bilder im Monat in mitt­le­rer Größe run­ter­la­den oder 25 Bilder pro Monat bei Fotolia. Insofern ver­ste­he ich nicht, wel­che Firmen blöd genug sind, das Geld für Ramsch-Fotos aus­zu­ge­ben, die „nicht gut genug für den Verkauf über Bildagenturen“ (Zitat PantherMedia) sind? Fotografen, die frei­wil­lig bei Ultimago teil­neh­men, soll­ten berück­sich­ti­gen, dass sie mit ihrem „Schrottbildern“ dann auch in der Google-Suche erschei­nen, wenn nach dem Fotografennamen suchen. Ohne Alias ist sicher nicht die bes­te Werbung für einen Fotografen.

Zu beden­ken ist, dass die Privatkunden auf der Seite nichts zah­len müs­sen und damit eine wei­te­re Konkurrenz zu den Bezahlangeboten im Internet auf­ge­baut wird. Die Qualität wird anfangs sicher deut­li­ch nied­ri­ger als bei den Bezahlagenturen lie­gen, aber genauso hat­te Microstock auch ange­fan­gen. PantherMedia argu­men­tiert, dass Kunden, die ein gewünsch­tes Bild nicht fin­den, es dann wahr­schein­li­ch bei PantherMedia kau­fen, aber anders­rum gäbe es genug Leute, die sich dort den Kauf spa­ren kön­nen, wenn sie ein pas­sen­des Bild gra­tis fin­den.

Man könn­te auch die­se Meldung anders for­mu­lie­ren: Im Grunde ist das der Versuch, eine Abo-Webseite auf­zu­bau­en, bei dem den Fotografen kei­ne mini­ma­le Download-Honorare garan­tiert wer­den, son­dern die­se im Gegenteil an den Risiken der Geschäftsplattform mit betei­ligt wer­den. Läuft sie schlecht, gibt es kein Geld – trotz ver­wen­de­ter Fotos. Das scheint wohl der neue Agentur-Trend zu sein.

Der nächs­te Schritt wäre das Bezahlen für bes­se­re Position in den Suchergebnissen oder pro Bild-Upload. Ach was, das gibt’s es auch schon: Um Bilder in die Kollektion „Photographer’s Choice“ hoch­zu­la­den, müs­sen Fotografen pro Bild 50 US-Dollar bezah­len. Welche Agentur dahin­ter steht? Getty Images natür­li­ch!

Was sagt ihr? Wohin wird die Reise gehen?

23 Gedanken zu „Getty Connect – Wie Fotografen mit Cent-Beträgen abgespeist werden (oder gar nicht)“

  1. Danke, Robert, für die­sen wie­der mal sehr inter­es­san­ten Eintrag.

    Ich hat­te auf mei­nen Januar-Statements von Getty auch so einen USD 0,0 – Posten, Kunde war Yahoo. Was da zuzeit pas­siert, ist schon schlimm – vom Google-Deal bis zu Connect. Ich bin nur froh, dass ich als Hobbyknipser nicht exis­ten­ti­ell davon betrof­fen bin und noch dazu weni­ger als Hundert Bilder bei Getty habe. Dennoch hal­te ich es im Prinzip für unver­schämt von einer Bildagentur, die eige­nen Resourcen der­art aus­zu­quet­schen und zu miss­brau­chen.

    Ich kann nur hof­fen, dass dies alles die Kinderkrankheiten eines kom­men­den, eini­ger­ma­ßen ange­mes­se­nen Vergütungsmodells sind, das wir alle noch nicht ken­nen.

    Was mich eigent­li­ch am aller­meis­ten an all die­sen Eskapaden ärgert, ist die ver­lo­ge­ne Kommunikation der betei­lig­ten Konzerne. Keine kon­kre­ten Aussagen, nur schwam­mi­ges Gerede um den hei­ßen Brei, soll sich jeder gefäl­ligst selbst einen Reim aus den FAQs machen. Getty soll­te sich aller­dings dabei über­le­gen, ob es klug ist, zu oft in die Hand zu bei­ßen, die sie füt­tert. Die meis­ten KollegInnen, die ich ken­ne, hal­ten schon seit einer Weile ihre Fotos aus den Einladungen der Getty/Flickr-Kollektion zurück. Bestimmt ist es nicht in Gettys Interesse, nur alte Fotos in ihrem Katalog zu haben. Sie gra­ben sich selbst das Wasser ab.

  2. Ein sehr guter Artikel,
    Ich habe bei Zoonar alle Bilder für Getty deak­ti­viert.
    In bei­den Fällen wer­den Bilder mone­ta­ri­siert ohne die Urheber zu bezah­len.
    Besonders per­fi­de ist die Seite von Panther. So etwas nennt man im Internetmarketing eine Squeeze Page. (Sqeeze = aus­quet­schen) Es geht ein­zig dar­um an Email Adressen zu kom­men und den Abonnenten der Newsletter Werbung zukom­men zu las­sen. Dann wird rich­tig Kasse gemacht. Normalerweise ist es schwie­rig eine effek­ti­ve Squeeze Page auf­zu­bau­en, da man den Besuchern ja etwas inter­es­san­tes anbie­ten muss, damit sie sich anmel­den. Hier wer­den nun ein paar frus­trier­te Hobbyfotografen dazu benutzt kos­ten­lo­sen Content, der für etli­che Leute inter­es­sant sein kann,zu lie­fern.
    Wie beschränkt muss man sein, ande­ren Leuten Content zu über­las­sen, ohne ange­mes­sen am Erfolg betei­ligt zu wer­den. Die Banner-Klicks kann nie­mand kon­trol­lie­ren und sind sowie­so nur Beiwerk, das viel­leicht die Server- und Adminkosten her­ein­spielt. Die Seite hat zuwe­nig Traffic um mit Bannerwerbung Geld zu gene­rie­ren. Das Geld gene­riert die Emailliste und da sind die Knipser nicht betei­ligt.

    Fakt ist jedoch, dass es zuvie­le Bilder gibt. Mit typi­schen Amateurfotos kann man kein Geld mehr ver­die­nen.

    Getty wird auf jeden Fall mit der Zeit Content Probleme bekom­men, wenn sie ihren guten Leuten kei­ne Honorare zukom­men las­sen wol­len. Eigentlich sagt Getty jedem Fotografen, dass er ein klei­nes Arschloch ist und man ger­ne auf ihn ver­zich­ten kann. Wir kom­men jetzt an den Punkt, an dem jeder ver­nünf­ti­ge Mensch auf Getty als Distributionskanal ver­zich­ten soll­te.

    Vielleicht sind ja Getty Fotografen, die etwas über die Verdienste dort sagen kön­nen.

    Andreas

  3. Ich habe das Getty-/ Istockschiff schon vor eini­ger Zeit ver­las­sen.
    Das war finan­zi­ell eine har­te Zeit – mitt­ler­wei­le bin ich über die­sen Schritt aber sehr froh.

    Allerdings wird die Sorge ob das gan­ze Stockgeschäft über­haupt noch eine Zukunft hat immer grö­ßer.
    Leider ver­sa­gen die „Interessenverbände“ kom­plett – die Fotografenlobby ist unglaub­li­ch schwach – die „Feinde“ wie Google, Getty oder ande­re gna­den­lo­se Blutsauger/Abzocker schein­bar über­mäch­tig.
    Helfen wür­de es mei­ner Meinung nach, wenn die Fotografen end­li­ch anfan­gen wür­den ein bis­serl unter­neh­me­ri­sch zu den­ken und zu han­deln.
    Kein Unternehmer wür­de wei­ter mit einem Partner zusam­men­ar­bei­ten der ihn stän­dig heim­tü­cki­sch über den Tisch zieht – wenn ich dann sehe, dass vie­le Kollegen bspw. über Istock jam­mern und heu­len, viel­leicht 3 Bilder deak­ti­vie­ren und dann mal abwar­ten wol­len so ist das ein­fach fei­ge und lächer­li­ch!
    Mit einem Partner der unse­riös agiert been­det man die Zusammenarbeit – so schnell wie irgend mög­li­ch. Nur durch ein sol­ches Verhalten wird man als Fotograf und Partner ern­st genom­men – und ja, ich weiß wovon ich schrei­be!

  4. Wie schon geschrie­ben – solan­ge es kei­ne Interessenvertretung gibt die Druck auf­bau­en kann
    wer­den sich die Verhältnisse wei­ter zu Ungunsten der Fotografen ver­schlech­tern.

    Ich kann mitt­ler­wei­le auch nicht mehr nach­voll­zie­hen wes­halb Allenorts gejam­mert wird und dem
    kei­ne Aktivitäten fol­gen. Was gibt es da noch zu über­le­gen?
    Betrug und Nötigung sind noch die harm­lo­se­ren Vokabeln die sich mir bei Getty & Co auf­drän­gen.

  5. Die Konsequenz wird hof­fent­li­ch die sein, dass Fotografen, die von ihrer Arbeit leben wol­len, in Zukunft ande­re Vertriebswege suchen bzw. nur noch Agenturen belie­fern, die auch ange­mes­sen ver­gü­ten und ihre Fotos bei den Abzockern löschen. Das eigent­li­che Kapital von Getty & Co. sind schließ­li­ch die Fotografen, die die Fotos anlie­fern. Offensichtlich scheint eini­gen Agenturen dies nicht (mehr) bewusst zu sein. Wenn alle guten Fotos bei Getty gelöscht wer­den und/oder kei­ne neu­en Fotos mehr hoch­ge­la­den wer­den, kann man sich ja aus­rech­nen, wann dort die Lichter aus­ge­hen wer­den (hier­zu emp­feh­le ich die Lektüre der Artikel über den Lebenszyklus von Stockfotos u.a. auch auf die­sem Blog).

    Da braucht es im Grunde auch kei­ne Fotografengewerkschaft oder ähn­li­ches. Jeder hat es selbst in der Hand wie und wo er die eige­nen Werke ver­mark­tet. Jammern hilf da jeden­falls nicht wei­ter, aber han­deln kann jeder!

  6. mei­ne Frage wäre ob wirk­li­ch jeder Anbieter davon betrof­fen ist ? 

    Ich den­ke auch das wenn die Fotografen nicht ihren Schnitt machen , wird es sehr auf die qua­li­tät der Fotos gehen . Hochwertige Locations etc. wer­den sich nicht mehr loh­nen . Ob das im Kundeninteresse sein wird bezweif­le ich . 

    Ich hat­te noch kei­ne 0,00 oder 0,01 cent gehabt ( kann noch kom­men ) .… aber etli­che yahoo sales gehabt die lagen so bei 2–3 euro (mein Anteil – und nicht direkt über get­ty ) im Rm Bereich .

  7. Vielleicht ist es an die­ser Stelle ange­bracht das Geschäftsmodell von Ultimago im Ganzen zu beschrei­ben.

    Zunächst sei ange­merkt, dass eine kos­ten­lo­se Lizenz von Ultimago gewis­se Nutzungsbeschränkungen hat, die den kom­mer­zi­el­len betref­fen (Auflagenbeschränkung, etc.). Zudem auch Pflichten (wie back­link auf ultim­ago und den Fotografen für die Webnutzung). Wenn also hier Ultimago mit ande­ren Agenturen und Modellen ver­glei­chen wird, dann soll­te man so kor­rekt sein und die Nutzungsrechte eben­so mit­ein­an­der ver­glei­chen.

    Die Einahmequellen von Ultimago sind Premium-Mitgliedschaftsgebühren, Lizenzgebühren aus Leinwand-/Posterdrucken, Werbeeinnahmen, Spenden und Distributionspartner-Einnahmen. Eine klas­si­sche Microstock/RF Lizenz kann nur mit einer Premium-Mitgliedschaft erwor­ben wer­den. Diese ist kos­ten­pflich­tig. Also kann man hier ana­log von Abo-Downloadvergütungen spre­chen. Sobald ein Bild auf Poster/Leinwand gedruckt wird, ist eben­so eine Lizenzgebühr fäl­lig, die der Leinwandpartner an Ultimago und somit den Fotografen bezahlt. WErbeeinnahmen sind eine alter­na­ti­ve Einnahmequelle. Bei Ultimago sicher­li­ch nur eine Nebeneinnahmequelle, aber bei ande­ren Plattformen für kos­ten­lo­se Bilder die Haupteinnahmequelle. Über Spenden an den Fotografen direkt kann man nur spe­ku­lie­ren, ob die­se statt­fin­den wer­den oder nicht. Tatsache ist jedoch, dass die­se zu 100% an den Fotografen direkt gehen. Sobald Kunden auf die­ser Plattform sind, wer­den wir das sehen. Als letz­tes Einnahmequelle sind Einnahmen aus Partnerschaften geplant. Hier kann eine API für meh­re­re Zwecke ver­wen­det wer­den, an dem der Fotograf eben­so betei­ligt wird. Noch ein Hinweis zu den Privatleuten und den ein­ge­schränk­ten Lizenzen: Auch wenn Privatleute nicht direkt in einer Bildagentur Geld für eine Lizenz aus­ge­ben wür­den, so tun sie dies doch indi­rekt über den Kauf einer Leinwand oder ande­rer Produkte (in denen die Bilder über eine API gelie­fert wer­den). Man kann ent­we­der die­se Zielgruppe total igno­rie­ren und die­se wei­ter­hin Bilder aus dem Internet klau­en las­sen, oder ande­re Wege fin­den die­se zu mone­ta­ri­sie­ren.

    Zu spe­ku­lie­ren, dass Ultimago gar kei­ne 50% der Einnahmen aus­schüt­tet oder durch ande­re Einnahmen Geld ver­dient, an denen der Fotograf nicht betei­ligt wird, fin­de ich per­sön­li­ch unse­riös. Transparenz schaf­fen wir so gut es geht im per­sön­li­chen Konto auf Ultimago, aber dafür ist es noch zu früh, da wir erst­mal Bilder benö­ti­gen, bevor wir die Plattform für Kunden bewer­ben.

    Man soll­te nicht ver­ges­sen, dass bereits Plattformen seit Jahren kos­ten­lo­se Bilder ver­trei­ben (mit wei­ter­ge­hen­den Lizenzrechten), ohne den Fotografen an deren Einnahmen zu betei­li­gen. Einige wie sxc waren ja anschei­nend auch erfolg­reich im Upselling auf sto­ckx­pert. Nur haben die Fotografen der kos­ten­lo­sen Bilder nichts ver­dient…

    @Algefoto:
    Zunächst ist Ultimago kei­ne Seite von Panther. Ultimago ist eine eigen­stän­di­ge Firma. PantherMedia ist ein Partner von Ultimago. Wegen Ihrer Anmerkung zur squee­zing page: sofern Sie ihre Vermutungen nach dem oben ste­hen­den Geschäftsmodell auf­recht erhal­ten wol­len, so möch­te ich an der Stelle klar machen, dass wir alle Einnahmen und die­se ange­mes­sen (50%) mit den Fotografen tei­len wer­den. Mit Newslettern, wie Sie ver­mu­ten, wird sicher­li­ch nicht „rich­tig Kasse gemacht“. Und falls Ja, umso bes­ser für die Fotografen. Denn alle Werbeeinnahmen wer­den geteilt! 

    @Robert Kneschke:
    Das Zitat ist ein bis­serl aus dem Zusammenhang genom­men. Korrekt heißt es im Newsletter: „Sie haben Bilder, von denen Sie den­ken, die­se sind nicht gut genug für den Verkauf über Bildagenturen?“ Damit spre­chen wir die Fotografen auf die Bilder an, die die­se nicht zu Bildagenturen hoch­ge­la­den haben. Dabei bewer­ten im Zitat nicht wir ob die gut genug sind, son­dern der Fotograf. Zudem möch­te ich auch den Zusammenhang zu „Ramsch-Bilder“ und „Schrottfotos“ von der Hand wei­sen. Es gibt vie­le Motive, die ger­ne von Privatkunden auf Leinwand & Poster lizen­siert wer­den kön­nen (->Lizenzeinnahmen für den Fotografen), aber kei­ne Verkaufsschlager für den werb­li­chen Einsatz sind. Neben den Bildern, die vom Fotografen als nicht gut genug bewer­tet wur­den, gibt jedoch auch meh­re­re Quellen von Fotos als die zitier­ten. Beispielweise Bilder, die schon län­ger in Agenturen gelis­tet sind, aber im Portfolio weit hin­ten erst gefun­den wer­den, gute Handyfotos, die von Bildagenturen nicht akzep­tiert wer­den aber aus­rei­chend sind für vie­le Einsatzzwecke, Natur- und Urlaubsfotos für Leinwanddrucke, uvm. 

    Viele Grüße,

    Robert Walters

  8. @Robert Walters

    Ihre Darstellung bezüg­li­ch Ultimago ist ja recht bemüht, ändert aber nichts
    dar­an dass eine „Partnerschaft“ wie Sie es bezeich­nen alles Erdenkliche bedeu­ten kann. 

    Insoweit sind die von Ihnen oben getä­tig­ten Aussagen bran­chen­üb­li­ch sub­stanz­los;
    allein die Tatsache dass sie bei bei­den Unternehmen als Geschäftsführer fun­gie­ren
    macht da doch nach­denk­li­ch. Wahrscheinlich wür­den Sie mir jetzt schmis­sig etwas
    von opti­mi­zed work­flow, mul­ti­ple con­tent oder was immer man in Vertreterschulungen son­st
    so lernt ant­wor­ten.

    Fotografen die davon leben müs­sen sind gut damit bera­ten sich hier einen eige­nen Weg ganz
    unab­hän­gig von irgend­wel­chen G. und P. Agenturen zu suchen – mög­lichst bald denn son­st nimmt sie
    eh kei­ner mehr ern­st.
    Und das kann nur bedeu­ten Vertriebswege in eige­ner Regie und unab­hän­gig von Bildagenturen auf­zu­bau­en, wenns auch hart wird.

  9. @Robert Walters:
    tut mir leid – aber ich kann mich den Ausführungen von Algefoto zu Ihren Aktivitäten nur anschlie­ßen.

    Ihre Seite ist auch in mei­nen Augen ganz klar eine Squeezepage!
    (Für Interessierte ein­fach „Was ist eine Squeezepage?“ in die Suchmaschine ein­ge­ben.)

    Kostenloses Material der Urheber nut­zen Sie für Panther und FAP zur bil­li­gen Kunden-/Adressgewinnung.

    The money is in the list“ – die Adressen der Downloader sind das Kapital – 1. Stunde Grundkurs Internetmarketing (das mein­te ver­mut­li­ch alge­fo­to) und von die­sem Kapital hat der Leichtgläubige und Naïve der Ihnen Bilder über­lässt rein gar nichts.

    Ich emp­fin­de Ihr Angebot als äußer­st! unse­riös und bil­ligs­te Abzocke.

  10. @ Getty

    schon vie­le Jahre bin ich mit eini­gen weni­gen Fotos (unter 200) bei Getty. Irgendwann bekam ich die Einstellgebühren (pho­to­graph­ers choice) ver­ord­net. Dann wer­den Fotos nach Gutdünken auf unter­schied­li­che Marken mit unter­schied­li­chen Royalties ver­teilt. Jetzt habe ich erst­ma­lig unauf­fäl­lig die Yahoos in der Abrechnung, 4 Motive mit ins­ge­samt sen­sa­tio­nel­len 0,01€.

    Weshalb ich noch dabei bin? Weil mein klei­nes Portfolio mein umsatz­stärks­tes Portfolio ist, wobei jedes Jahr die­se Position nur gehal­ten wird, weil sich ein (1!) Motiv als RM top ver­kauft hat. Das ist seit eini­ger Zeit Zufall und immer ein ande­res … wenn das mal nicht ein­tritt, stimmt der RPI nicht mehr.

    Ich ver­fol­ge die zer­set­zen­de Entwicklung und lade nichts mehr hoch. Allein die­se Reaktion wird, da bestimmt vie­le Fotografen so den­ken, in abseh­ba­rer Zeit dazu füh­ren, die Umsätze wei­ter sin­ken zu las­sen und irgend­wann ist dann der Punkt erreicht, der zu einer Umschichtung führt. 

    Aber noch ist Getty einer der Platzhirschen mit guten RPI und RPD: und nutzt das wohl auch bes­tens aus. Wobei ganz all­ge­mein die indus­tri­el­le Gewinnmaximierung eh ein über­hol­tes Denkmodell ist … aber das ist eine ganz ande­re Diskussion. Denn mini­ma­ler Einsatz mit maxi­ma­lem Profit ist kein öko­no­mi­sches Prinzip, da haben vie­le Manager im 1. Semester BWL was fal­sch ver­stan­den, ganz abge­se­hen von der feh­len­den kauf­män­ni­schen Ethik. .…

  11. Und gen­au des­halb habe ich mein Portfolio auf Istock nun kom­plett gelöscht und geschlos­sen. Und Panthermedia wird mir lang­sam auch etwas unan­ge­nehm, habe die Mail auch bekom­men. Leute, was denkt ihr eigent­li­ch wo ihr ohne Fotos sein wür­det???

  12. Robert Walters schrieb:
    >Über Spenden an den Fotografen direkt kann man nur spe­ku­lie­ren, ob die­se statt­fin­den wer­den oder
    >nicht. Tatsache ist jedoch, dass die­se zu 100% an den Fotografen direkt gehen.

    In der Tat ein wohl­über­leg­tes und seriö­ses Geschäftsmodell, Herr Walters. Ich hal­te schon mal mei­nen
    Hut auf.

  13. @Markus „Bestimmt ist es nicht in Gettys Interesse, nur alte Fotos in ihrem Katalog zu haben. Sie gra­ben sich selbst das Wasser ab.“

    ich sehe das ähn­li­ch wie Markus. Im Moment ist es nicht nur eine gro­ße Bilderflut, son­dern auch eine gro­ße Konkurrenz unter den Bildagenturen sel­ber, die dazu führt, dass die sich sich alle gegen­sei­tig das Wasser abgra­ben.

    Das ist wie in der IT-Branche. Die ver­spre­chen den Firmen auch dau­ernd neue Software zur Geschäftsprozessoptimierung und stel­len sel­ber fest, dass es in Zeiten der Globalisierung andau­ernd neue IT-Firmen gibt, die noch schlan­ker, schnel­ler und effi­zi­en­ter ent­wi­ckeln als selbst. Tja, das nennt man wohl den klas­si­schen Selbstkannibalisierungseffekt. Hab da manch­mal nur noch wenig Mitgefühl mit dem Management. Klar, die Mitarbeiter sind auch nicht zu benei­den. Deshalb ist die Fluktuation hoch.

    Auf alle Fälle stimmt der Verteilungsschlüssel zwi­schen Agentur, Käufer und Anbieter nicht mehr. Ich zie­he daher auch mehr Bilder aus Bildagenturen ab und lade auch nicht mehr so viel neue hoch – manch­mal braucht man die Bilder viell. doch auch sel­ber für eige­ne Zwecke.

    Gruß ran­dy

  14. An dem obi­gen Bildbeispiel wun­dert mich noch, dass die abge­bil­de­ten Promis, die höchst­wahr­schein­li­ch im redak­tio­nel­len Umfeld foto­gra­fiert wur­den, noch nicht rea­li­siert und geklagt haben, weil sie für werb­li­che Inhalte miss­braucht wer­den … da ver­schwimmt näm­li­ch gera­de eine Grenze, auch wenn das gezielt-bewusste Zusammenstellen der Inhalte wohl schwer nach­zu­wei­sen sein wird.
    Im Kleingedruckten der Agenturen wären ver­mut­li­ch dann auch noch die Fotografen dafür haft­bar?????

  15. An dem obi­gen Bildbeispiel wun­dert mich noch, dass die abge­bil­de­ten Promis, die höchst­wahr­schein­li­ch im redak­tio­nel­len Umfeld foto­gra­fiert wur­den, noch nicht rea­li­siert und geklagt haben, weil sie für werb­li­che Inhalte miss­braucht wer­den“

    Daran wun­dert mich gar nichts, denn so ein­fach wie sich man­cher das vor­stellt ist es recht­li­ch näm­li­ch nicht. 

    Und schon gar nicht bei Veröffentlichungen in den USA.

  16. Nun ja, in mir wächst der Eindruck, dass eini­ge Agenturen und ihre Betreiber wohl für sich eine eige­ne Auslegung, der in der Bundesrepublik Deutschland pro­pa­gier­ten und in den 50/60iger und 80iger Jahren durch­ge­führ­te sozia­le Marktwirtschaft, in die Richtung einer aso­zia­len Marktwirtschaft ent­wi­ckeln.

  17. Da der Kommentar auf den ich Bezug genom­men habe gelöscht wur­de steht mei­ne Antwort dar­auf natür­li­ch jetzt recht ein­sam da. 

    Ich neh­me Bezug dar­auf, „dass Agenturen ohne Fotografen NICHTS sind“, und habe mei­ne Gegenfrage gestellt, was ich mit die­sem Wissen anfan­gen soll.

  18. Hallo!

    @FrankSeibert
    Es ist (lei­der?) doch mög­li­ch, Bilder von Prominenten, die urs­rüng­li­ch viel­leicht eher zu einer redak­tio­nel­len Verwendung gedacht waren, zu Werbezwecken zu nut­zen. Ein Model-Release muss hier­für nicht unbe­dingt vor­lie­gen. Dazu gibt es ein ganz interres­san­tes Urteil bezüg­li­ch eines Politikers, der sich auf einer „sati­ri­sch“ gestal­te­ten Plakatwerbung für einen Autoverleiher wie­der­fand, aber auch eini­ge wei­te­re, sowohl vom BGH als auch BVerfG.
    Allerding sind dabei ein paar Dinge zu beach­ten. Gewissermaßen der „Rahmen“, bzw. der Kontext, in wel­chem die Werbung ste­hen muss. Einen sehr guten und aktu­el­len zusam­men­fas­sen­den Artikel fin­det man hier: http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bruederle-werbung-seitensprung/
    Nur zur Info. Vielleicht kann es ja dem ein oder ande­ren in irgend­ei­ner Weise hel­fen, sei­nen Umsatz ein biss­chen zu stei­gern.

    Grüße,
    Flo

  19. Hallo Freunde,
    bin erst heu­te auf die­se Seite gesto­ßen und fin­de die Debatte rich­tig gut.
    Werde mei­ne Bilder bei Getty heu­te noch kün­di­gen. Es sind nicht so vie­le, die meis­ten sind RM.
    Aber ich den­ke auch, es reicht jetzt.
    Getty: NEIN DANKE
    amazon:NEIN DANKE

    Grüße
    Peter

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