Das Problem der richtigen Verschlagwortung und Suchbegriffe

Vor paar Wochen gab es im Blog der Bildagentur AGE Fotostock einen Artikel mit dem – frei über­setz­ten – Titel „Ist das das Beste, was Stockfotografen kön­nen?

Zu lesen war eine Polemik, dass vie­le Stockfotografen total unkrea­tiv sei­en und ihnen nur Klischees ein­fal­len wür­den. Als Beispiel wür­de das Thema „Energie spa­ren“ gewählt. Gezeigt wur­den vie­le Fotos von Personen, die Geldscheine und wahl­wei­se eine Energiesparlampe oder einen Stromstecker in der Hand hiel­ten. In der Tat nicht sehr ori­gi­nell.

Als Gegenbeispiel wur­de die­ser Werbe-Clip eines Supermarktes gewählt, der vie­le klei­ne Dinge zeigt, die Energie spa­ren kön­nen:

Tropfende Wasserhähne, recy­cle­te Getränkedosen, Schaltknüppel im Auto, mit der Hand getrock­ne­tes Geschirr, Wäscheleinen und so wei­ter. Diese Positiv- und Negativbeispiele zei­gen zwei Dinge deut­li­ch: Das Problem der Innovation und das der Suchbegriffe. Über den „Widerspruch zwi­schen Originalität und Verkäuflichkeit“ habe ich vor einem Jahr schon geschrie­ben. Deshalb will ich heu­te auf die pro­ble­ma­ti­schen Suchbegriffe ein­ge­hen.

Es gibt genug Bildagenturen, die ein Foto von einem Schaltknüppel ableh­nen wür­den, wenn die Suchbegriffe „Energie“ oder „spa­ren“ dar­in vor­kom­men wür­den. Das glei­che gilt für vie­le Motive des als posi­tiv gelob­ten Videos. Andererseits gibt es in Bildagenturen kei­nen Mangel an sol­chen Motiven. Wer nach Wäscheleine oder Geschirr sucht, fin­det genug Bildmaterial. Es ist nur nicht immer mit „Energie spa­ren“ ver­schlag­wor­tet.

Für die Agenturen ist es immer leicht, nach krea­ti­ven Bildideen zu rufen. Sobald aber die Verschlagwortung etwas krea­ti­ver wird, gibt es Ärger. Bestes Beispiel ist neben der super­kri­ti­schen Agentur istock­pho­to auch Dreamstime, die vor kur­zem ein Programm gestar­tet haben, bei denen Fotografen und Bildkäufer unpas­sen­de Suchbegriffe eines frem­den Fotos mel­den kön­nen und pro erfolg­rei­cher Meldung Geld ver­die­nen. Als Strafe kann es sein, dass der gemel­de­te Fotograf sein kom­plet­tes Portfolio neu ver­schlag­wor­ten muss, nicht nur das bean­stan­de­te Bild.

Da über­le­gen sich Fotografen zwei Mal, ob sie lie­ber ein Suchbegriff zuviel oder zu wenig benut­zen. Ich habe am Anfang mei­ner Verschlagwortung vor paar Jahren noch locker 100–150 Suchbegriffe pro Bild gehabt. Als immer mehr Bildagenturen jedoch ein Limit von maxi­mal 50 Wörtern pro Bild ein­ge­führt hat­ten, habe ich mei­ne Suchbegriffe auf 50 redu­ziert. Mittlerweile nut­ze ich manch­mal nur noch 30–40 Wörter, um ein Foto zu ver­schlag­wor­ten.

Der Grund ist: Es gibt zwei Ansätze bei der Verschlagwortung: Den Long-Tail-Ansatz und den Bestseller-Ansatz:

Der Long-Tail-Ansatz basiert auf der Annahme, dass vie­le sel­ten gekauf­te Produkte in einem Laden zusam­men mehr Umsatz erwirt­schaf­ten als die weni­gen häu­fig ver­kauf­ten Produkte zusam­men. Der Long-Tail-Ansatz wur­de auch schon kon­kret auf den Microstock-Bereich z.B. hier in mei­nem Blog oder hier und hier bespro­chen.

Der Bestseller-Ansatz basiert auf dem Pareto-Prinzip, wel­ches besagt, dass 80% eines Ziels in 20% der Gesamtzeit erreicht wer­den und für die rest­li­chen 20% die ande­ren 80% der Zeit gebraucht wird. In der Wirtschaftswelt wird das Prinzip so for­mu­liert: 20% der Kunden sor­gen für 80% der Umsätze.

Was heißt das kon­kret für die Stockfotografie und die Verschlagwortung?

Wer nach dem Long-Tail-Prinzip ver­schlag­wor­tet, benutzt so vie­le Wörter wie mög­li­ch, in der Hoffnung, dass sich bei die­sen „exo­ti­sche­ren“ Suchbegriffen über die Zeit hin­weg trotz­dem genug Verkäufe ansam­meln, weil es eben weni­ger Fotos mit die­sen spe­zi­el­len Suchbegriffen gibt. Ein gutes Beispiel ist die­ser Bildverkauf, bei dem die Bildredakteurin der FAZ gezielt nach der Farbe „Falunrot“ gesucht hat­te.

Wer den Bestseller-Ansatz benutzt, hält sei­ne Keywords so knapp wie mög­li­ch und nur so aus­führ­li­ch wie nötig. Das hat zwei Gründe: Zum einen suchen die meis­ten Kunden nach ganz ein­fa­chen Begriffen. Die Bildagentur Dreamstime zeigt dem Fotografen an, mit wel­chen Suchbegriffen ein Foto gefun­den wur­de und oft ist es ganz banal: Eine Frau mit Schnupfen? Kunde such­te nach „cold tis­sue“ (wobei „cold“ hier nicht mit „kalt“ son­dern mit „Erkältung“ über­setzt wer­den soll­te). Eine Frau mit Spiegel in der Hand? Suche nach „mir­ror woman“. Mein Lieblingsbeispiel ist das fol­gen­de Foto, was bei Dreamstime bis­her 13x ver­kauft wur­de. Fast immer wur­de nur nach „women“ gesucht:


Da die belieb­ten und häu­fig gesuch­ten Begriffe ja auch beim Long-Tail-Ansatz ver­wen­det wer­den, bleibt die Frage nach dem Vorteil von weni­ger Suchwörtern für den Fotografen? Einerseits hat der Fotograf weni­ger Arbeit bei der Verschlagwortung, ande­rer­seits – und das ist für mich viel wich­ti­ger – erhöht es die Relevanz eines Bildes. Viele Bildagenturen sor­tie­ren die Suchergebnisse nach Relevanz und benut­zen dafür kom­pli­zier­te Formeln, die häu­fig geän­dert und wie ein Betriebsgeheimnis gehü­tet wer­den. Nur Alamy erklärt das Prinzip ihres „AlamyRanks“ deut­li­ch und offen. Es besagt, dass unter ande­rem die Formel „Views / Klicks + Verkäufe“ benutzt wird, um die Suchergebnisse zu sor­tie­ren. Je nied­ri­ger der Wert, desto bes­ser.

Angenommen, Bild A hat vie­le Suchbegriffe, wird des­halb bei einer Suche häu­fi­ger ange­zeigt, aber nicht jedes Mal ange­klickt, weil die ent­fern­te­ren Suchbegriffe nicht zum Bild pas­sen. Bei dem Frauenfoto oben hät­te ich z.B. „Haarschmuck“ als Suchbegriff neh­men kön­nen, weil eine Frau eine Stoffblume im Haar trägt. Wenn jemand nach dem Wort sucht, wird mein Bild ange­zeigt. Aber der gezeig­te Haarschmuck ist dem Bildsucher nicht groß genug im Bild, des­we­gen klickt er es nicht an und kauft ein ande­res.

Bild B ent­hält weni­ger Suchbegriffe, die das Bild aber alle sehr pas­send beschrei­ben. Deswegen wird es zwar weni­ger häu­fig ange­zeigt, aber öfter ange­klickt und gekauft. Sagen wir, Bild A bekommt 20 Ansichten, 15 Klicks und 10 Verkäufe. Der AlamyRank wäre 0,8. Bild B bekommt nur 10 Ansichten, aber 10 Klicks und eben­falls 10 Verkäufe. Der AlamyRank wäre 0,5 und damit vor­teil­haf­ter. Obwohl Bild B nur halb so oft ange­zeigt wur­de und weni­ger Klicks und gleich viel Verkäufe hat, ist der AlamyRank bes­ser und des­halb wird es bei den Suchergebnissen höher und öfter ange­zeigt.

Andere Bildagenturen haben ähn­li­che Formeln. Die Qualität der Verschlagwortung ist dem­nach ein wich­ti­ger Faktor, der beein­flußt, wie pro­mi­nent die eige­nen Fotos bei den Suchergebnissen ange­zeigt wer­den. Da ich anhand mei­ner eige­nen Daten eher der Auffassung bin, dass die Bildkäufer nach weni­gen, aber sehr rele­van­ten Begriffen suchen, ver­schlag­wor­te ich immer öfter nach dem Bestseller-Prinzip statt wie frü­her nach dem Long-Tail-Prinzip.

Das führt jedoch dazu, dass die von AGE Fotostock bemän­gel­te Kreativität den Bildern nicht sicht­bar wird, weil sie nicht in den Schlagwörtern beschrie­ben wird. Oder weil die Bilder wegen „zu gerin­ger Verkaufschancen“ abge­lehnt wur­den.

Wie ver­schlag­wor­tet ihr? Eher kurz oder aus­führ­li­ch? Und wel­che Vor- und Nachteile sehr ihr dar­in?

14 Gedanken zu „Das Problem der richtigen Verschlagwortung und Suchbegriffe“

  1. Das ist ein sehr inter­es­san­ter Artikel und die Relevanzermittlung lässt sich m.A. sehr oft, aber bei man­chen Agenturen nicht immer nur auf die Verschlagwortung und Algorithmen zurück­füh­ren. Fotolia z.B. muss eine Art manu­el­les Ranking haben, das der „Approver“ beein­flus­sen kann. Ich stel­le immer wie­der fest, dass sehr gleich­ar­ti­ge Bilder mit abso­lut iden­ti­scher Verschlagwortung bereits kurz nach der Aufnahme in den Index bei Fotolia kom­plett unter­schied­li­ch ran­ken. Die Differenzen sind dabei teil­wei­se so groß, dass dies imho nicht nur auf auto­ma­ti­sier­ten Mechanismen basie­ren kann. Hast Du hier ähn­li­che Erfahrungen?

    Ansonsten war ich bis­her immer eher ein Freund des Long-Tail Prinzips, wobei gera­de Istockphoto hier sehr emp­find­li­ch auf „krea­ti­ve“ Verschlagwortungsvorschläge reagiert 😉

    Übrigens habe ich vor eini­ger Zeit hier ein­mal einen sehr inter­es­san­ten Video zum Keywording bei Dreamstime gefun­den und in mei­nem Blog ver­linkt: http://www.micro-stock.de/microstock-tagebuch/tipps-zum-keywording-in-dreamstime

    LG
    Micha

  2. Meine Erfahrung ist, dass Agenturen durch­aus schon mit ech­ter Verschlagwortung ein Problem bekom­men, wenn sie es nicht ken­nen. Von unse­rem letz­ten Yoga-Shooting wur­den zB von Dreamstime Bilder abge­lehnt, weil die Keywords nicht eng­li­sche Wörter ent­hiel­ten. Gemeint waren die Original Asana Bezeichnungen der Yoga-Übungen! Zugegeben: sie waren nicht eng­li­sch, aber m.E. doch irgend­wie rele­vant.

    Im Schwerpunkt pro­du­zie­ren wir Videoclips, hier hat sich über die Agenturen ver­teilt noch kein Beststeller ein­ge­stellt, auch bei ande­ren ist das bei Video nur als ver­ein­zel­te Tendenz zu beob­ach­ten. Dazu ist der Video-Markt wohl noch zu jung. Aber gera­de hier glau­be ich eher an den Longtail. 

    Generelle Erfahrung mit krea­ti­ven Bildideen ist aber doch eher die, dass Agenturen da eine sehr hohe Ablehnungsquote bei Bildern haben, bei Video geht noch eini­ges – was sicher­li­ch auch dem Umstand geschul­det ist, dass die meis­ten Agenturen noch nicht wirk­li­ch ein­schät­zen kön­nen, wohin die Reise geht. 

    Last but least ist zu umfang­rei­che Verschlagwortung auch ein Kostenfaktor. Bei der Suchwortauswertung, soweit mög­li­ch, kann ich Robert bestä­ti­gen: in den meis­ten Fällen wur­de ein­fach nach Standardbegriffen gesucht.

  3. Zu Dreamstime und ihrem „Meldeverfahren“. Ich hat­te bis­her bei 4000 Online Bildern ca. 15 „Meldungen“. Die Hälfte davon kam von einer Person ohne eige­nes Portfolio. Ich über­set­ze mei­ne Bilder auto­ma­ti­sch ins eng­li­sche, da kann schon mal was pas­sie­ren. Micro ist aber Billigproduktion und daher wer­de ich das auch wei­ter­hin so machen.

    Alle „Problemsuchbegriffe“ waren außer­dem Ansichtssache. Vor allem hat es 100te wei­te­re Bilder von ande­ren Fotografen zum sel­ben Thema mit dem bean­stan­de­ten Suchbegriff gege­ben.

    Wenn der „Melder“ selbst ein Portfolio hat, sehe ich mir sei­ne Bilder an. Es gibt kein Portfolio wo man kei­ne Problemsuchbegriffe fin­den wür­de und mel­de dann auch eines sei­ner Bilder. Vielleicht nicht die fei­ne eng­li­sche Art – aber zweck­mä­ßig. Ich habe von kei­nem mehr etwas gehört.

    Die Bestseller-Methode ist sicher ein­fa­cher und viel­leicht auch wegen diver­ser Ranking-Methoden der Agenturen, bes­ser. Aber je mehr Bilder es bereits zu einem Thema gibt umso wich­ti­ger wird mei­ner Meinung nach die Long-Tail-Methode.

    Beispiel: „Frau Headset“ 17.000 Bilder
    „Frau Headset Kundenservice“ 580 Bilder.

    Wenn der Kunde also krea­tiv genug für den Suchbegriff „Kundenservice“ ist, ist’s gut. Wenn nicht bin ich ja bei den 17.000 Bildern dabei. Aber ver­mut­li­ch nicht auf den vor­de­ren Seiten. Und dann fin­det es kei­ner. Also war­te ich auf einen „krea­ti­ven“ Kunden.

    Vielleicht irgend­wann durch eines der Ranking-Systeme. Ich habe das ein paar Mal getes­tet. Ähnliche Bilder mit kur­zer und lan­ger Beschriftung. Unterschiede habe ich auch nach 4 Monaten nicht wirk­li­ch fest­stel­len kön­nen.

    Und bei einem guten Thesaurus (des­sen Aufbau zuge­ge­ben lang­wie­rig und sehr zeit­in­ten­siv ist)ist das Beschreiben im Long-Tail ja nicht auf­wen­di­ger als die Besteller-Variante.

    Das Beste wäre natür­li­ch, für jede Agentur eine eige­ne Beschreibung zu machen. Das kann aber nicht der Sinn von Microstock sein. Daher belie­fe­re ich auch kei­ne Agenturen die spe­zi­el­le Beschriftungen/Sortierungen/Keywords-Zahlen haben wol­len. Das macht wirt­schaft­li­ch für mich kei­nen Sinn. 

    Genauso wie mit krea­ti­ve­ren Bildern oder Beleuchtungen. Da ich sol­che Bilder wegen ungleich­mä­ßi­ger Beleuchtung oder weil es nicht von vor­ne bis hin­ten knall­scharf ist, ohne­hin nur schwer in eine Micro bekom­me, las­se ich es halt sein. Und gebe die­se Bilder ande­ren Agenturen. Und für Micro wird mit flä­chi­gem „Gatschlicht“, indi­scher Beabeitung, halb­au­to­ma­ti­scher Beschriftung, auto­ma­ti­scher Übersetzung und auto­ma­ti­schem Upload/Submit pro­du­ziert. Und gut ist.

    Wenn Micros krea­ti­ve­re Bilder wol­len, müs­sen sie zuer­st ihre „Approver“ neu schu­len. Sonst wird es nichts wer­den. Aber ich den­ke, dass sie ohne­hin kei­ne krea­ti­ve­ren Bilder wol­len.

  4. Ich habe vor kur­zem Bilder zum Thema Bioenergie bei Fotolia gesucht und war nicht schlecht über­rascht, wie­vie­le Fotos mit Lebensmittel ange­zeigt wer­den. Das Suchwort Bioenergie ergibt 1885 Dateien mit jeder Menge Fleich und Eiern. Diese nicht­ge­wünsch­ten Treffer ent­hal­ten meist das Schlagwort Bio. Nach Ausschluss von Fleisch und Eier blie­ben noch 1047 Treffer. Anscheinend split­tet Fotolia das Wort Bioenergie, oder die ers­ten drei Buchstaben sind für die Suche ent­schei­dend. Bei der Suche nach Biokraftstoff pas­siert Ähnliches. Schaut euch da ein­mal beim ers­ten Treffer (#3795389)die Verschlagwortung an. Es sind Bio und Kraft ent­hal­ten. Damit erhält man höchs­te Relevanz. Biokraftstoff wäre dann wohl am Besten zusätz­li­ch mit den ein­zel­nen Wörtern Bio, Kraft und Stoff zu ver­schlag­wor­ten.
    Grüße
    Maximilian

  5. @ Maximilian
    Ich wür­de Biokraftstoff in nicht deut­schen Agneturen mit „Benzin, Pflanze, Bio, Diesel“ suchen. Habe mal den Test bei Fotolia gemacht. Diese Kombination gab bei Fotolia 65 Treffer.

    Gruss
    Andreas

  6. Kreativität wird einer­seit von den Agenturen gefor­dert, jedoch wird teils ver­langt, nur Dinge zu beschrei­ben, die auf dem Foto auch zu sehen sind. Ich habe schon hit­zi­ge Debatten geführt. Letztendlich liegt die Entscheidung (leider)meist beim „Bildredakteur“. Wobei ich sicher bin, daß vie­le die­se Berufsbezeichnung eigent­li­ch gar nicht ver­di­nen.

    Für uns Fotografen, die sorg­fäl­tig und krea­tiv ver­schlag­wor­ten, ein Ärgerniss und ver­schwen­de­te Arbeitszeit.

  7. Hallo Robert,

    ich glau­be ja, dass Dein Erfolg (zumin­dest bei Fotolia) unte­rand­e­rem gera­de durch Deine bis­her akri­bi­sche Verschlagwortung zustan­de gekom­men ist. Viel Deiner Bilder erschei­nen bei der Suche auf den ers­ten Seiten, obwohl es aber vom Motiv her bes­se­re Bilder gibt, die jedoch schlech­ter ver­schlag­wor­tet sind und damit meist wei­ter hin­ten auf­tau­chen. Das ist zumin­dest mein Eindruck als Bildkäufer. 

    Was mir jedoch auch oft auf­fällt, ist die Verschlagwortung (jetzt nicht auf Robert bezo­gen) mit vie­len unnüt­zen krea­ti­ven Begriffen. Dabei wird dann oft das bana­le ver­ges­sen, mit dem wir Bildkäufer jeoch suchen. Meine eige­nen Bilder ver­schlag­wor­te ich des­halb in der Regel so, dass ich erst­mal das schrei­be was ich pri­mär sehe bzw die Begriffe neh­me, nach­de­nen ich mein Bild suchen wür­de. Oft tes­te ich mei­ne Begriffe auch aus, um zu sehen wie­vie­le Suchbegriffe kom­men bzw. wie pas­sen die Bilder dazu sind. Im Grunde inves­tie­re ich fast genauso viel Zeit in die VErschlagwortung wie in die Bearbeitung.

    Gruß
    Light

  8. @Light Impression: Ja, ich inves­tie­re auch fast soviel Zeit in die Verschlagwortung wie in die Bildbearbeitung. Das macht schon was aus.

  9. Ich veschlag­wor­te auch nach der Long-Tail Methode. Ich stim­me Walter zu, dass gera­de bei hoher Bildkonkurrenz, die Longtail Methode für mich sinn­vol­ler erscheint.

    Außerdem kann ich mir vor­stel­len, dass auch Bildredakteure manch­mal ein Thema bebil­dern müs­sen, ohne dass sie dazu bereits ein genau­es Bild im Kopf haben.
    Durch die Bildersuche ergibt sich für den Bildredakteur eine Möglichkeit krea­ti­ve Bildanalogien zu fin­den, an die er viel­leicht nie im ent­fern­tes­ten gedacht hät­te.

    So wür­de ich zum Foto einer Zapfsäule auch Begriffe wie Preissteigerung, Preisdruck, oder Ökosteuer hin­zu­fü­gen. Der Bildsucher wird es einem viel­leicht durch einen Kauf dan­ken, wenn man auch über-konzeptionelle Begriffe benutzt. Es wird aber auch eini­ge geben, die mich dafür ver­teu­feln 🙂

  10. ich ver­schlag­wor­te auch ger­ne nach der Long Tail Methode. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das immer ange­bracht ist. Gerade bei mei­nen eher weni­ger gefrag­ten Motiven wie ori­en­ta­li­scher Tanz usw. bin ich am über­le­gen, nicht nach dem Bestseller Ansatz zu ver­fah­ren.

    Aus einer aktu­el­len Session habe ich bereits 20 Bilder nach der Long Tail Methode ver­schlag­wor­tet. Ich habe jetzt begon­nen, wei­te­re Bilder die­ser Session nach dem Bestseller Ansatz zu ver­schlag­wor­ten und bin gespannt, ob sich da im Zeitablauf signi­fi­kan­te Unterschiede erge­ben.

    Bin gespannt, ob man da was erken­nen kann oder ob bei­des gleich gut / schlecht läuft.

    VG,
    Jörg

  11. Habe mir eben die neue Seite bei Shutter mit den Suchbegriffen die zum Kauf geführt haben ange­se­hen. Kein ein­deu­ti­ger Trend erkenn­bar. Bilder mit sehr ein­deu­ti­ger Bildaussage (Zeitungsstapel) haben mit 5 Suchbegriffen über 90% Erfolg. Hingegen „Taucherflossen“ schaf­fen nur 31% mit den ers­ten 5 Keywords.
    Wenn man mal die gan­zen Füllwörter wie „schön, jung, usw.“ weg­lässt wür­de die Besteller-Methode für mich ja ca. 10 Keywords bedeu­ten. Es gibt Bilder wie der Zeitungsstapel, wo das genug ist. Bei den Tauchflossen hät­te ich aber 60–70% von Kunden, die das Bild nicht gefun­den hät­ten.
    Da blei­be ich dann doch lie­ber bei der Long-Tail-Methode.
    Lg Walter

  12. Ich bin von die­ser Art der Daten-Erhebung nicht über­zeugt.
    Mag ja sein, dass beim end­gül­ti­gen Kauf viel­leicht nur noch ein­fa­che­re Schlagworte ein­ge­ge­ben wer­den. Und auch, dass viel­leicht sogar eine gro­ße Zahl von Redaktions-Standards wie „Frau mit Headset“ und „Familie glück­li­ch“ tat­säch­li­ch so gekauft wird. Wenn es so ein­fach wäre, dann hat Yuri ja nahe­zu alles geschos­sen, was sich mit zwei Nomen sagen läßt und wir kön­nen mit unse­ren ein­deu­tig zu kom­pli­zier­ten „Frau Apotheke … Rezept(!!!) Brille(!!!)“ auf­hö­ren. Scheinbar und zum Glück ist es aber nicht ganz so. Soweit ich es sehe, sind die zu beset­zen­den Freiräume doch gera­de die Spezialisierungen. Anders gefragt: Wer soll denn in die­sen 200.000 „Frau lächelnd blond“-Bildern ohne jede Differenzierung suchen? Das ten­diert ja doch zum Durchblättern des Gesamtportfolios, oder nicht?

    Dieses Ranken kommt mir so vor wie die Schufa- und Creditreform-Scores. Nichts ande­res sind sie ja auch. Etwas Mathemagik um Massen-Gesamtheiten vom Quantitativen her ins Qualitative ein­zu­stu­fen. Und da wer­den ja ger­ne durch­aus zah­lungs­fä­hi­ge Leute ohne jede Negativmeldung z.B. von der Lieferung mit Rechnung aus­ge­schlos­sen, weil sie in einer schlech­ten Straße woh­nen. Kolletaralschaden aus Bankersicht. 

    Um den Bogen zu schla­gen: wer sagt denn eigent­li­ch, dass ein Kunde, der am Ende zwei Begriffe ein­gibt und ein Bild kauft, nicht stun­den­lang vor­her nach vie­len Begriffen und Kategorien gesucht hat? Die beim Kauf beob­ach­te­te Handlung könn­te ja nun oft auch eine – dann tat­säch­li­ch sehr knap­pe – Wiederfinden-Handlung sein.
    Ist zumin­dest bei mir oft so, wenn ich z.B. für Kunden Bild-Vorschläge mache. Da wünscht sich jemand dann oft so ein ähn­li­ches Bild wie das von mir gezeig­te. Darum hilft mir auch die ID dann nicht unbe­dingt, aber die Terme, die ich mir gemerkt habe, um zu einer bestimm­ten Art Bild zu kom­men. Darum brau­che ich *dann* weni­ger und kano­ni­sche­re Terme. Nicht weil ich immer zwei Grundwortschatz-Nomen ein­ge­be und – tada – die per­fek­ten nicht längst über­lau­fe­nen Bilder fin­de.

    Als Usability- und damit Verhaltens-Forscher kann ich zumin­dest aus wis­sen­schaft­li­chen Erfahrungen sagen: Es ist schier unglaub­li­ch, wie man mit so kur­zen Thesen dane­ben­lie­gen kann (etwa bei der Gestaltung von Bedienoberflächen) und wel­che Besonderheiten man ent­deckt, wenn man nur 8 Menschen über eine vol­le Handlung hin­weg (und nicht nur den Abschluß) zusieht. Es ist als sähe ich, dass Leute in Word den Speichern-Button fin­den und schlie­ße dar­aus, dass dann ja alles was Word kann, beherrscht wur­de. Wäre ja son­st albern, unfer­ti­ge Dokumente zu spei­chern. Dummerweise machen jeden Tag ver­zwei­fel­te User gen­au das. 

    … und als Produzent fin­de ich schon toll nach wel­chen Pfeiffen auch bei den Keywords zu tan­zen ist. Die Anleitungen von Zoonar und Adpic lesen sich z.B. völ­lig kon­trär zu den Vorschlägen von Dreamstime. Die Übersetzungs-Engine von ClipDealer hat bis vor kur­zem selbst mun­ter sehr krea­ti­ve Vorschläge gemacht. Gut – die letz­te­ren sind auch nicht bei den Big-XY dabei. Ich glau­be aber nicht, dass es so ein­fach ist.

    Zuletzt: wenn man sich sol­che Storch-bringt-Kinder-Spielchen schon aus­denkt, gehört es sich *eigent­li­ch* gegen­über Partnern die Regeln fair auf­zu­lis­ten oder zumin­dest Guidelines zu ver­öf­fent­li­chen, in denen wenigs­tens für 95% der Fälle klar dar­ge­stellt ist, wie der Lieferant sich ver­hal­ten soll. Ja klar – müß­te dann dort immer mal einer machen und nach­pfle­gen.

    Solche (mehr­heit­li­ch) ins­trans­pa­ren­ten Vorgaben eing­er­seits und die Verwunderung dar­über, dass die Leute das alle nicht so machen, wie gedacht – super! Doch, da regie­re ich gereizt. 

    Trotzdem dan­ke für die Aufklärung, Robert. Klasse erläu­tert!

  13. Hallo!
    Ich habe gera­de mal bei Fotolia den Begriff „Wäsche“ ein­ge­ge­ben.
    Bei den ange­zeig­ten Bildern hat das Bild mit den meis­ten Downloads (3153) nichts mit Wäsche zu tun.
    Auch bei den Keywords ist der Begriff „Wäsche“ nicht ein­ge­tra­gen?!http://de.fotolia.com/id/7841541
    Wie kann sowas sein?

  14. @Kurt: Wäsche wird ver­mut­li­ch bei Fotolia als Synonym für „Kleidung“ gese­hen und die­ser Suchbegriff ist beim Bild ja vor­han­den.

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