Konsequenzen aus der istockphoto-Honorarsenkung

Am 8. September 2010 trat eine Meldung von istock­pho­to unan­ge­kün­digt die Tür der Microstock-Community ein und bal­ler­te wild mit dem Maschinengewehr her­um.

Es ging unter ande­rem dar­um, die Fotografenhonorare bis auf ein his­to­ri­sches Industrietief von 15% zu sen­ken.

Nachdem alle Fotografen in Deckung gegan­gen sind, leg­te sich der Lärm und ein­zel­ne Fotografen hoben lang­sam die Köpfe. Zack, schlug istock­pho­to mit einer kom­pro­miss­lo­sen zwei­ten und drit­ten Nachricht hin­ter­her.

Hier eini­ge Sätze aus die­sen Meldungen, die viel­leicht in die Geschichte der größ­ten PR-Pannen ein­ge­hen wer­den:

For non-exclusive cont­ri­bu­tors the royal­ties will ran­ge from 15 to 20% for con­tent sold on iSto­ck.“

Since rough­ly 2005 we’ve been awa­re of a basic pro­blem with how our busi­ness works. As the com­pany grows, the over­all per­cen­ta­ge we pay out to cont­ri­bu­ting artists increa­ses. In the most basic terms that means that iSto­ck beco­mes less pro­fi­ta­ble with increa­sed suc­cess. As a busi­ness model, it’s sim­ply unsustainable: busi­nes­ses should get more pro­fi­ta­ble as they grow. This is a long-term pro­blem that nee­ds to be addres­sed.“

We expec­ted – and wan­ted – to pay more and more money out to cont­ri­bu­tors. But what we quick­ly rea­li­zed was that it’s one thing for the pay­out amount to increa­se over time, it’s ano­ther thing for that per­cen­ta­ge of our total cost to always increa­se over time.“

But money isn’t going to be what makes you all hap­py.“

Auf gut deut­sch lässt sich das – sehr frei – so über­set­zen: Je erfolg­rei­cher wir wer­den, desto weni­ger sehen wir ein, war­um wir das Geld mit unse­ren Fotografen tei­len soll­ten. Matt Antonino über­setzt die drit­te istock-Meldung ganz humor­voll (wenn es nicht so ern­st wäre) vom „Corporate Speak“ in „Plain English“.

Es wäre etwas ande­res, wenn eine Firma sagt, mit 50% kann ich nicht leben. Aber mit 80% Prozent nicht pro­fi­ta­bel sein zu kön­nen ist aus meh­re­ren Gründen kom­plett unglaub­wür­dig. Zum einen gelingt das ande­ren Bildagenturen seit meh­re­ren Jahrzehnten, auch mit 50–60% gut über die Runden zu kom­men. Die Bildagentur Zoonar zahlt sogar bis zu 80% an die Fotografen aus und wächst immer noch. Dazu kommt, dass die Pressemeldungen von istock­pho­to in den letz­ten Jahren vor Erfolg-Superlativen nur so wim­mel­ten.

Es könn­te natür­li­ch sein, dass istock­pho­to recht hat. Wenn eine Bildagentur mit 80% Agenturanteil (ohne Retusche und Verschlagwortung zu über­neh­men) nicht kon­kur­renz­fä­hig ist, hie­ße das ent­we­der, dass Fotografen sich wirk­li­ch mit weni­ger zufrie­den geben müss­ten, oder dass die Preise wie­der so weit ange­ho­ben wer­den müs­sen, dass es kei­ne Microstock-Preise mehr gibt. Dann wäre alles wie­der wie frü­her, rosa-flauschig und kusche­lig.

Wer jetzt ein­wirft, dass es ja nicht nur um den 80/20-Split gehe, son­dern auch dar­um, dass die exklu­si­ven Künstler im Laufe der Jahre immer mehr Prozente bekä­men, spricht einen wei­te­ren Punkt an, den ich unsin­nig fin­de. Natürlich bekom­men die­se Fotografen im Laufe der Zeit mehr. Aber das ist fair. Denn die Honorarerhöhung ist dann eine Belohnung für mehr Verkäufe, die wie­der­um istock­pho­to IMMER mehr ein­brin­gen als dem Fotografen. Selbst bei der höchst­mög­li­chen Stufe wür­de ein Fotograf 40% und istock­pho­to 60% bekom­men. Halten wir fest: Die höchst­mög­li­che Stufe ist die pro­zen­tua­le Verteilung, die tra­di­tio­nel­le Bildagenturen seit Jahrzeiten gezahlt haben, oft auch 50/50 oder 60/40. Ohne immer Exklusivität zu ver­lan­gen. Das funk­tio­nier­te auch. Übrigens hat sich ein Fotograf hier im istock­fo­rum die Mühe gemacht, aus­zu­rech­nen, wel­che Auswirkungen die Preisänderungen für exklu­si­ve istock-Fotografen haben. Sieht eben­falls nicht sehr erbau­li­ch aus.

Außerdem ist es unlo­gi­sch, wenn die istock-Argumentation stim­men soll­te, dass sie am Rande des Existensminimuns rum­krebs­en und nicht mehr Geld zah­len kön­nen, dass sie dann nach der neu­en Regelung das höchst­mög­li­ch zu errei­chen­de Honorar auf 45% anhe­ben. Es sei denn, das ist nur Augenwischerei, um auf dem Papier bes­se­re Optionen zu haben.

Aber ich glau­be nicht dar­an. Für mich ist die Honorarsenkung schlicht ein dreis­ter Versuch, ohne zusätz­li­chen Aufwand mehr Geld zu ver­die­nen. Auf dem Rücken der Fotografen. Punkt.

Reaktionen anderer Bildagenturen

Der Zorn der Fotografen auf istock­pho­to lässt die kon­kur­rie­ren­den Bildagenturen ent­we­der heim­li­ch oder auch laut froh­lo­cken.

  • So sprach die Agentur 123rf frus­trier­te isto­cker via Twitter an, doch zu ihnen zu kom­men.
  • Auch Alamy trös­te­te die Fotografen über Twitter und warb zeit­gleich für ihren 60%-Fotografenanteil.
  • Die rela­tiv neue Microstock-Agentur Stockfresh lässt es sich eben­falls nicht neh­men, eini­ge Seitenhiebe zu ver­tei­len.
  • Dreamstime presch­te am wei­tes­ten vor und bie­tet bis zum 15. November allen Fotografen, die vor­her exklu­siv bei einer Bildagentur waren, für jeden akzep­tier­ten Upload $0,20. Eindeutig ein Wink in Richtung der ver­är­ger­ten istock-Exklusivfotografen.

Meine Reaktion

Im Gegensatz zu ande­ren Fotografen lebe ich aus­schließ­li­ch von mei­nen Einnahmen der Stockfotografie. Jede Entscheidung will wohl­über­legt sein. Im letz­ten Jahr habe ich ca. 150 Euro pro Monat bei istock­pho­to ver­dient, in den letz­ten Monaten eher zwi­schen 150–200 Euro. Von den gesam­ten Einnahmen pen­delt istock­pho­to im Vergleich zu mei­nen ande­ren Bildagenturen glück­li­cher­wei­se nur an 7–9. Stelle. Mein RPD (Revenue per Download) lag bei ca. 1,10–1,20 Euro. Mein RPI (Return per Image) lag in den letz­ten Monaten bei ca. 0,19 Euro, Tendenz fal­lend. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag er bei isto­ck noch dop­pelt so hoch.

Anders gerech­net heißt das: Wenn ich jetzt bei 20% im Monat 200 Euro bei isto­ck ver­die­ne, erhält isto­ck 800 Euro. Wenn ich bei 15% ab dem nächs­ten Jahr 150 Euro ver­die­ne, wür­de istock­pho­to damit 850 Euro ver­die­nen. Das sehe ich nicht ein. Okay, ich wür­de mit mei­nen Verkäufen auf 16% kom­men, aber mit­tel­fris­tig nie auf 17%. Dazu kommt, dass neben der Honorarkürzung in der istockphoto-Meldung auch stand, dass viel mehr Bilder aus ande­re Kanälen über isto­ck ver­kauft wer­den sol­len. Das heißt, dass die Sichtbarkeit mei­ner nicht-exklusiven Bilder wei­ter abneh­men wird, was wie­der­um weni­ger Verkäufe bedeu­tet. Die ers­ten Motive aus der „Agency Collection“ deu­ten das bereits an.

In einem Kommentar zu mei­nem ers­ten Artikel über die Honorarkürzung hier im Blog hat Andreas gesagt:

Natürlich pro­bie­ren IS und Co. aus wie weit sie gehen kön­nen. Bieten doch genug Fotografen Ihre Bilder für 20% Anteil an, also war­um dann nicht auch für 15. Versteht mich nicht fal­sch, aber wenn nicht lang­sam mal signa­li­siert wird, dass die Fotografen nicht nur die Lakaien der BAs sind, wird die­ser Trend sich fortsetzen.Ich war nicht bereit bei 20% Verkaufsanteil mei­ne Bilder hoch­zu­la­den und ich ver­ste­he auch nicht, war­um die meis­ten nicht sofort Abstand neh­men.“

Dem kann ich nur zustim­men. Ich habe lan­ge über­legt, ob ich die Klappe hal­ten soll und ein­fach wei­ter­hin mei­ne 150 Euro im Monat ein­strei­che. Aber wenn ande­re Agenturen mer­ken, dass den Fotografen scheiß­egal ist, für wie wenig Anteil sie ihre Fotos ein­stel­len, wür­den sie viel­leicht nach­zie­hen und dann habe ich wahr­schein­li­ch deut­li­ch mehr Verluste. Es gibt wei­te­re Punkte, die gegen istock­pho­to spre­chen: Es ist bei mir die Agentur, wel­che bei der Bildauswahl am pin­ge­ligs­ten ist, das Hochladen der Fotos dau­ert im Vergleich zu ande­ren Agenturen deut­li­ch län­ger und das Upload-Limit ver­hin­dert, dass ich alle mei­ne Fotos hoch­la­den kann.

Deswegen: Seit Bekanntgabe der Honorarkürzungen lade ich kei­ne neu­en Bilder mehr hoch. Das wer­de ich unter den aktu­el­len Bedingungen auch wei­ter­hin nicht tun. Es lohnt sich ein­fach nicht. Ich spa­re Upload-Zeit, die Umsätze wer­den erst lang­sam abneh­men, da die alten Bilder drin blei­ben wer­den und mit der Zeit hof­fe ich, den Verlust durch die ande­ren Bildagenturen, wel­che alle mei­ne neu­en Fotos ver­trei­ben, auf­zu­fan­gen. Es ver­steht sich von selbst, dass ich Bildkäufer, die mich fra­gen, wo sie mei­ne Fotos kau­fen kön­nen, nicht mehr an isto­ck ver­wei­se, son­dern an die ande­ren Bildagenturen.

Reaktionen anderer Fotografen

Seit Bekanntmachung der Honorarsenkung habe ich mit vie­len Fotografen gespro­chen. Dabei ist mir etwas auf­ge­fal­len: Das Hochladen und Verschlagworten der Bilder zu istock­pho­to ist extrem umständ­li­ch und lang­wie­rig. Viele exklu­si­ve istock-Fotografen, die über­le­gen, zu ande­ren Bildagenturen zu wech­seln, befürch­ten des­we­gen, dass sich die­ser hohe Aufwand dann mul­ti­pli­ziert, wenn sie meh­re­re ande­re Agenturen belie­fern. Ich kann sie jedoch beru­hi­gen: Alle Bildagenturen die ich ken­ne, erfor­dern weni­ger Aufwand beim Hochladen der Bilder (vor­aus­ge­setzt, die Bildtitel, Beschreibung und Suchbegriffe wer­den mit­tels IPTC den Foto-Metadaten ange­han­gen).

Reaktionen im Netz

Auch die blog­gen­den Fotografen und Online-Journalisten lie­ßen sich die Meldung nicht neh­men und lie­fer­ten vie­le ver­schie­de­ne Meinungen und Hintergrund-Analysen. Von „Ich hab’s doch immer gesagt“ bis zu „Unverschämtheit!“. Hier eine Auswahl der rele­van­tes­ten Beiträge:

  • Cnet berich­tet dar­über, wie das Crowdsourcing-Modell von istock­pho­to nach hin­ten los­ge­hen kann.
  • Paul Melcher bet­tet die istock-Entscheidung in grö­ße­re Getty-Zusammenhänge ein.
  • Photo Business News ist einer der­je­ni­gen, die es schon immer gewußt haben wol­len.
  • Auch Jeremy Nicholl hat den Ärger vor­her­ge­se­hen.
  • Einen Bericht über die lang­fris­ti­gen Folgen der istock-Entscheidung für Microstock gibt es bei Lighting Essentials.
  • Eher isto­ck–freund­li­ch ist die Berichterstattung bei DPTnT.
  • Mehr aus der Käufer-Sicht schreibt der istock-Fotograf Sean Locke.
  • Doug Armand ver­gleicht das Vorgehen von isto­ck mit frü­he­ren Tricks von Getty Images.
  • Matt Antonino hat einen wüten­den­den, aber trotz­dem inhalt­li­ch gut argu­men­tie­ren­den Artikel gepos­tet.
  • Jen Grantham ist eben­falls frus­triert und lis­tet ihre Einwände auf.
  • Rob Davis stellt Alternativen für frus­trier­te isto­cker vor.
  • Eine der Fotografinnen, die ent­schie­den hat, ihre Bilder bei isto­ck zu ent­fer­nen.
  • Eine noch aus­führ­li­che­re Liste zu Berichten über die isto­ck Honoraränderung gibt es bei mys­tock­pho­to.


Was für Konsequenzen habt ihr aus der Ankündigung von istock­pho­to gezo­gen? Beißt ihr in den sau­ren Apfel oder ändert ihr Euer Upload- bzw. Kauf-Verhalten?

32 Gedanken zu „Konsequenzen aus der istockphoto-Honorarsenkung“

  1. Hallo Robert,
    hat­te schon gewar­tet, wann du dich äußer­st. Du hat­test es ja ange­kün­digt. Ich sehe die Lage wie Du und wer­de mich bei isto­ck nicht wei­ter enga­gie­ren (bin vor recht kur­zer Zeit erst ange­nom­men wor­den:-( ) Prinzipiell den­ke ich, wir Stockfotografen brau­chen eine Interessenvertretung! LG, röde-orm

  2. Guter Artikel!
    Ich wer­de eben­falls kei­ne Bilder mehr bei iStock­pho­to hoch­la­den.

  3. Hallo Robert,
    ich sehe da nur eine Möglichkeit, frei nach Karl Marx: Fotografen aller Länder – ver­ei­nigt euch!
    Wenn Istock mit Wachstum ein Problem hat, soll­te man eben – wie heißt es so schön im betriebs­wirt­schaft­li­chen Sinne – gesund­schrump­fen.
    Ich habe von nun an nichts mehr mit Istock zu tun, habe dort eh wenig ver­kauft. Der Aufwand wur­de nun zu groß für mich, IS noch län­ger zu bedie­nen.
    LG Frank

  4. Ich könn­te mir vor­stel­len, dass die­se Reaktionen von iSto­ck sogar ein Stückweit erwünscht ist. Solange die Big-Seller nicht alle ihre Bilder löschen ist das doch kein Problem für Getty/iStock. Die gan­zen klei­nen Hobby-Fotografen, die unter 500 EUR umset­zen (ist mal eine will­kür­li­che Zahl) bedeu­ten einen nicht uner­heb­li­chen Aufwand für die Agentur! Die gan­zen klei­nen Portfolios brin­gen kaum etwas ein, bedeu­ten im Verhältnis aber einen enor­men Verwaltungsaufwand. Es ist ver­mut­li­ch so, dass 20% der Portfolios 80% des Umsatzes brin­gen. Der Rest ver­ur­sacht haupt­säch­li­ch Kosten. Und die­se Kosten wol­len sie los­wer­den!

    Diese Reaktionen sind also mit Sicherheit mit ein­kal­ku­liert wor­den – eine ris­kan­te Strategie für iSto­ck, die sich aber durch­aus (von Betriebswirtschaftlicher Sichtweise) aus­zah­len kann. 

    Das heisst nicht, dass ich die­sen Schritt gut heis­se!

    My 5 cents!

  5. @Florian: Du hast mit der Pareto-Reglung (80/20) sicher recht, da sie auf fast alle Business-Bereiche zutrifft.
    Aber: Welche zusätz­li­chen Kosten ver­ur­sa­chen denn klei­ne Hobby-Fotografen (mal vor­aus­ge­setzt, sie haben eine hohe Annahmequote, kos­ten also der Bildredaktion kei­ne unnüt­ze Zeit…)?
    Kosten für Speicherplatz soll­ten ja kaum ins Gewicht fal­len.

  6. So wie du soll­ten mehr Fotografen reagie­ren!
    Ich bin froh das ich mit i Stock gar nicht erst ange­fan­gen habe.
    Da hilft nur umver­tei­len auf ande­re Agenturen und hof­fen das i sto­ck dies schmerz­li­ch trifft.
    Das Beispiel zoo­n­ar wäre einen Blick wert.

    Frank

  7. Es gibt seit der Schröder-Regierung lan­ge Verhandlungen dar­um, dass Verlage ihren Fotografen ange­mes­se­ne Honorare zah­len müs­sen. Stichwort: Urhebergerechte Entlohnung. Für freie Schreiber gab es vor Monaten eine Vereinbarungen, für Fotografen ist die­se von den Gewerkschaften und Verlägern um ein Jahr ver­scho­ben wur­den.
    Man müss­te jetzt eigent­li­ch auch von den Agenturen eine bes­se­re Entlohnung auf Grund die­ser Regelungen for­dern. In ande­ren Branchen (zum Beispiel Post oder Speditionen), gibt es ja auch Mindestlöhne. Nur, wenn die Agenturen sowas bezah­len wür­den, wür­den sie bei ihrer Preispolitik in die Pleite gehen. Die von röde-orm gefor­der­te Interessevertretung wäre eine Maßnahme, weiß nicht, ob sich Freelens oder der DJV dafür beru­fen fühlt.
    Dabei sind aber sol­che Agenturen oder Agenturen mit Flatrates dar­an schuld, dass immer weni­ger freie Fotografen am Markt über­le­ben kön­nen. Vor allem im Pressebereich bemerkt man den Wegfall von Aufträgen bzw. den Bildankauf, weil die Bildabnehmer bei Plattformen wie Fotila Bilder ab 0,14 Euro bekom­men. Nach MFM oder nach einer ordent­li­chen Geschäftskalkulation könn­te ein Fotograf sol­che Preise nicht ver­lan­gen. Von den 14 Cent bekä­me dann der Fotograf bei 20 % aslo gerun­det nur drei cent, oder? Wie oft muss dann die­se Aufnahme ver­kauft wer­den, damit sich die Produktionskosten tra­gen? Dazu noch die ande­ren Kosten, die man als Selbstständiger hat (Berufsverbände, Krankenkasse, Rechtsschutz, etc.)?

    Schade, dass ich Dich in Köln aus den Augen ver­lo­ren habe, hät­te ger­ne dar­über mit Dir dis­ku­tiert.

    Liebe Grüße, Karsten

  8. Hi Robert,

    rich­ti­ge Entscheidung von dir. Ich wer­de noch einen Schritt wei­ter gehen und zum Jahreswechsl mein Portfolio löschen. 

    Grüße

    Sascha

  9. @Robert

    Naja, wie­vie­le von den ganz klei­nen Hobby-Fotografen haben denn eine hohe Annahmequote? Wenn ich mir z.B. anschaue was bei Fotolia durch­geht, dann will ich nicht wis­sen, was da alles hoch­ge­la­den wird.
    Und Kosten: Ich ken­ne mich auch nicht 100% aus was für Kosten eine Bildagentur hat – dafür fehlt mir ein­fach das Wissen. Ich kann nur spe­ku­lie­ren:

    - Kosten für Bildredakteur
    – Datenbank Pflege
    – Verwaltung des Accounts (z.B. Steuerformular, Abrechnungen…)
    – Support Anfragen war­um ein Bild abge­lehnt wur­de (kommt bei „Profis“ wohl eher nicht vor)

    Ich den­ke, dass die Kosten-Nutzen Rechnung für klei­ne Kontributoren ein­fach schlech­ter aus­se­hen muss. Die Masse machts!

  10. Deinem „Dampf-ablassen“ in allen Ehren – ich hof­fe aller­dings, dass es nicht nur dabei bleibt, son­dern Du (und vie­le ande­re auch) zu ihren Aussagen ste­hen und die­ser Bildagentur wirk­li­ch den Rücken keh­ren.

    Leider gibt es immer vie­le, die schnell auf den Boykott-Zug auf­sprin­gen, aber trotz­dem ihre Bilder ver­kau­fen möch­ten.

    Ich bin froh, nicht von Micorstock leben zu müs­sen und ver­ste­he ehr­li­ch gesagt auch nicht ganz, wie­so man sei­ne Fotos für klei­nes Geld anbie­ten muss. (Nicht böse gemeint).

    Wie gesagt, ich hof­fe es wen­det sich alles zum Guten und iSto­ck bricht ein. Wünschenswert wäre es für sie…

  11. Ich bin froh, nie­mals Fotos zu istock­pho­to oder den ande­ren Billig-Witzagenturen hoch­ge­la­den zu haben. Ich habe bis heu­te nicht ver­stan­den, war­um Agenturen, die prak­ti­sch kaum Kosten haben, den Fotografen nur 20% zah­len wol­len. Dann müss­ten prak­ti­sch alle rich­ti­gen Agenturen (also die Macro-Stock-Agenturen) seit Jahrzehnten bei ihren Kosten plei­te sein: mehr­spra­chi­ge Verschlagwortung, direk­ter Kontakt zu Kunden und teil­wei­se den Fotografen, Auftragsabwicklung und Fotosuche für den Kunden und das Schlimmste, auch noch 40 – 60 Prozent an den Fotografen zu zah­len. Irgendwie bin ich ein klein wenig amü­siert dar­über, dass die­je­ni­gen, die den Bildermarkt kaputt­ge­macht haben, jetzt „dumm“ daste­hen.

  12. Ihr Fotografen wollt eine Interessenvertretung? Für was? Wegen der Scheiße, die ihr euch selbst ein­ge­brockt habt? Ihr habt einen gut funk­tio­nie­ren­den Wirtschaftszweig ver­sucht, kaputt zu machen und regt euch jetzt auch noch auf? Oh Mann. Ihr Fotografen braucht kei­ne Interessenvereinigung (die Beiträge wür­den die paar Cents Umsatz, die ihr bei den Micros habt, sowie­so auf­fres­sen), son­dern erst­mal ver­nünf­ti­gen wirt­schaft­li­chen Background. Dann wisst ihr, daß ich euch das selbst zuzu­schrei­ben habt.

  13. Da die Diskussium emo­tio­nal zu wer­den scheint, nur kurz der Hinweis, dass ihr Eure Kommentare bit­te sach­li­ch hal­ten soll­tet.

  14. @Robert

    Das wird wohl der Trend sein. Es gibt genug Fotografen die mit ihren Bildern den Stockfotomarkt über­schwem­men. In eini­gen Jahren wird es wohl über­haupt kein Geld mehr für Stockfoto Bilder geben, son­dern es kommt nur noch der Name unter das ver­kauf­te Bild. Auch bei den Stockfoto Agenturen stei­gen die Unkosten.
    Übrigens, Polylooks macht im Dezember auch dicht.
    In der heu­ti­gen Zeit möch­te ich kein Berufsfotograf sein. Des wei­te­ren kann ich mir auch nicht vor­stel­len, das Du die nächs­ten 30 bis 35 Jahre (Dein Renten Eintrittsalter?)von Deinen Bilderverkäufen exis­tie­ren kann­st.

  15. Ärgerlich in der Tat. Aber ich kann lei­der auch nicht so ein­fach die Konsequenz zie­hen und mich dort ver­ab­schie­den. Bei mir ist iSto­ck die Nr. 2 im Umsatz direkt nach Shutterstock und noch vor Fotolia. Liegt wahr­schein­li­ch an mei­nem aus­schliess­li­ch kom­mer­zi­el­lem Peopleportfolio. Aber ich mache eh immer mehr im Macrobereich inso­fern wird für mich der Microbereich bald zuse­hends mehr eine Nebenbeibeschäftigung.

  16. Mein Glückwunsch!
    Durch die­sen Ruck schein­st du (Robert) end­li­ch anzu­fan­gen die Sache auch mal betriebs­wirt­schaft­li­ch rea­lis­ti­sch anzu­ge­hen und auf­zu­wa­chen. Warum also so scho­ckiert?

  17. hmm … ich bin mir jetzt nicht so sicher, ob „den-Account-ruhen-lassen“ ein wirk­li­ches Zeichen setzt. Am Ende lie­fern die exklu­si­ven wei­ter, die Hobby-Leute auch, aber weni­ger und die Nicht-Exklusiven Profis lie­fern nur die­se Bilder, die ent­we­der woan­ders schon Bestseller sind bzw das Potenzial zu haben. Also viel stär­ker selek­tiert, damit man mit die­sen Bildern wenigs­tens noch ein biss­chen was aus iSto­ck raus­ho­len kann.

    Meine Befürchtung ist, dass nach ein paar Monaten wie­der alles beim alten sein wird, wenn nicht genü­gend Fotografen ein wirk­li­ch spür­ba­res Zeichen set­zen.

  18. wobei ich natür­li­ch ver­ste­hen kann, dass man manch­mal auf ein gewis­ses Grundrauschen an Geld auch nicht ein­fach so ver­zich­ten kann.

  19. Ist schon ein­mal ein Schritt, geht aber nicht weit genug fin­de ich. isto­ck kann dann noch gut mit dem bis­he­rih­gen port­fo­lio arbei­ten, wo schon auf­wand rein­ge­steckt wur­de. da die meis­ten die­sen schritt gehen wer­den, um die hun­der­te von bil­der nicht umson­st hoch­ge­la­den zu haben.
    der ver­lust der neu­en bil­der, wird hier durch den neu­en eifer der exclu­si­ves aus­ge­gli­chen. die wur­den ja jetzt gut ange­spornt. wenn ich mir die neu­en uploads so anschaue, fin­de ich ja jetzt schon fast nur noch exclu­si­ve wer­ke. mei­ne nons haben eine fin­de ich noch nie dage­we­se­ne war­te­schlei­fe.
    ich wer­de mei­ne bom­bi­gen 20% noch bis jah­res­en­de genie­ßen, mich aus­zah­len las­sen und mich in hof­fent­li­ch bald bes­se­ren zei­ten vie­leicht wie­der anmel­den. wird kein spür­ba­rer schmerz für isto­ck sein, aber für 15% werd ich das nicht mit­ma­chen. vie­leicht kommt aber doch eine spür­ba­re mas­se zusam­men

  20. Gute Reaktion, auch wenn ich nicht weiss, wie viel das bringt, wenn genug ande­re Fotografen wei­ter uploa­den.

    Was meint z.B. Yuri dazu? Vielleicht könn­te ER wenigs­tens was bewe­gen.

    Ich bin auch der Meinung, wir Fotografen brau­chen DRINGEND eine Vertretung, eine Art Gewerkschaft. Es kann nicht sein, dass ein paar Anbieter mit den Fotografen machen kön­nen, was sie wol­len, weil die Fotografen kei­ne „Einheit“ sind. In jeder ande­ren Branche gibt es das – muss es das auch geben!

    PS: Ich war schon ent­setzt, als das glei­che Fotolia vor ca. 1 jahr gemacht hat. Ich wur­de gezwun­gen, Exklusiv zu gehen. Mal schau­en, wasnn Fotolia nach­zieht und auch die Beteiligungen ver­klei­nert 🙁

  21. Ich den­ke istocks größ­ter Kostenfaktor sind die Marketingkosten, nun­ja zumin­dest ein sub­stan­ti­el­ler Faktor.
    Demnach zah­len die Fotografen zu 100% istocks Marketingabteilung, die zum Ziel hat ande­re Konkurrenten vom Markt zu ver­drän­gen.
    Nichtexklusive Fotografen bezah­len also dafür, dass sie bei ande­ren Agenturen schlech­ter ver­kau­fen oder die­se Agentuen sogar geschlos­sen wer­den (s. sto­ckx­pert bzw. jupi­te­ri­ma­ges).

  22. @zickzack: Das gilt dann aber für jede Bildagentur, denn auch bei ande­ren drü­cken die Nichtexklusiven mehr ab als die Exklusiven.

    Allerdings wür­de dann auch gel­ten: sind die ande­ren BA’s erst mal vom Markt, braucht man kein so gro­ßes Marketingbudget mehr 😉 Ob die BA’s dann wie­der die Kommissionen erhö­hen ist natür­li­ch frag­li­ch.

  23. Der ganz gro­ße Fehler war das Getty isto­ck gekauft hat und nicht umge­kehrt. Was wäre Getty in ein paar Jahren, ohne Mikrostock noch wert gewe­sen? Getty zwei­stel­li­ge Rückgänge pro jahr, isto­ck zwei­stel­li­ge Zuwächse pro Jahr.
    Nun holt man die Kohle aus isto­ck raus und quetscht durch­schnitt­li­ches Agency Collection Material ganz vor­ne in die Suche rein.

  24. Eine „Interessensvertretung“ für selb­stän­di­ge Agentur-Fotografen?

    Das wäre dann ein Unternehmensverband. (Oder bes­ser: Unternehmerverband) Warum nicht? Andere Branchen haben ja auch ihre Interessenvertretungen.

    Nur eins soll­te jedem klar sein: jeder Versuch von selb­stän­di­gen Agenturfotografen, gemein­sam höhe­re Honorare durch­set­zen, ruft augen­blick­li­ch das Bundeskartellamt bzw. die Kartellbehörden der EU auf den Plan.

    Den selb­stän­di­ge Fotografen sind nun mal – selb­stän­di­ge Unternehmer. 

    Und die dür­fen sich nicht zusam­men­schlie­ßen, um am Markt höhe­re Preise durch­zu­set­zen zu ver­su­chen – das nennt man dann näm­li­ch ein Kartell. Und das ist in Deutschland genauso ille­gal wie in der EU wie in den USA.

  25. Die Fotografen brau­chen kei­ne Vertretung, es gibt aus­rei­chen Bildagenturen auf dem Markt, die anstän­di­ge Preise durch­set­zen, man darf sei­ne Bilder als Fotograf nicht für ein paar Cent über eine Microstockagentur ver­scher­beln. Micro ist nur etwas für Hobbyfotografen die froh über jedes gedruck­te Bild sind.
    Getty zahlt zwar schlecht, aber immer noch bes­ser als Microstock Agenturen, im übri­gen ist Getty vor eini­ger Zeit an eine Investmentgruppe für 4Mrd. $ ver­kauft wor­den, die haben dann mit den Verlagen Lieferverträge abge­schlos­sen, auch hier in Deutschland, so müs­sen die Bildradaktionen zum Teil 60% ihrer Bildeinkäufe bei Getty täti­gen. Auch ande­re Bildagenturen haben Verträge. Wenn nur ein biss­chen an Geld für den Fotografen übrig­blei­ben soll, dann geht das gut über Alamy, die zah­len pünk­li­ch und erzie­len auch noch eini­ger­ma­ßen Preise. Lasst den Mircostock Mist sein!

  26. Hi Robert,
    erst­mal ein dickes Lob für Deinen inter­es­san­ten Blog.
    Ich bin seit über fünf Jahren bei iSto­ck – am Anfang nicht exklu­siv, aber da Dreamstime, Fotolia etc. nicht annä­hernd soviel ein­brach­ten, wie mei­ne Uploads bei iSto­ck wur­de ich schließ­li­ch doch Exklusiv. Natürlich den­ke ich bei eini­gen merk­wür­di­gen Änderungen gele­gent­li­ch auch dar­über nach, dies auch wie­der zu ändern – aber ich habe seit etli­chen Jahren brav stei­gen­de Umsätze und möch­te sicher­li­ch nicht über Nacht von mei­nen 35% run­ter­fal­len (bin von 40% abge­stie­gen, habe aber mehr Dollar in der Tasche)… Ich habe gerech­net und gerech­net, aber irgend­wie glau­be ich nicht, dass die Viel-mehr-Mühe bei ande­ren Micro’s sich aus­zah­len wür­de.
    Finde es inter­es­sant, dass Du Dich (nach mei­ner Meinung) selbst bestraf­st, wenn Du bei iSto­ck nichts mehr uploa­de­st. Der „nor­ma­le“ iStock-Kunde kauft brav das Foto, das er braucht – egal, ob Du iSto­ck den Rücken zudrehst, oder nicht.
    Herzliche Grüße,
    Ralph

  27. @Ralph: Ich wür­de momen­tan pro Verkauf bei isto­ck nur 16% bekom­men, isto­ck bekä­me 84%. Das ist mehr als das Fünffache. Das sehe ich nicht ein und ich glau­be, dass es genug Kunden gibt, die wis­sen, dass sie mei­ne Bilder auch woan­ders kau­fen kön­nen. Denn nach Deiner Argumentation müss­te ich mich auch mit 5% zufrie­den geben, denn der Kunde wür­de ja wei­ter kau­fen.

  28. Na ja – die meis­ten Kunden wis­sen nicht, dass es mich oder Dich gibt, inter­es­sie­ren sich auch nicht dafür und kau­fen eine mög­lichst ero­ti­sch foto­gra­fier­te Tomate vor einem wei­ßen Hintergrund, weil sie die ein­fach benö­ti­gen. Egal, was der ursprüng­li­che Tomaten-Fotograf dafür bekommt 🙂
    Wenn man natür­li­ch aus­ge­präg­te Nischen-Fotos hat, wer­den die Käufer zu einem fin­den – wenn nicht, dann bekommt man statt der 16% eben 0%.
    Insofern gib­st Du Dich (natür­li­ch nur nach mei­ner Argumentation) sogar mit weni­ger als 5% zufrie­den…

  29. @Robert:

    Warum wer­de ich das Gefühl nicht los, dass Microstockfotografen eigent­li­ch nicht mehr ver­die­nen als ihnen durch die Microagenturen ange­bo­ten wird?

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