Royalty-Free heißt nicht kostenlos, oder doch?

Auch wenn das Wort „free“ in „royalty-free Fotos“ drin steckt, bedeu­tet das nicht, dass die­se Fotos auch kos­ten­los sind. Der Begriff bedeu­tet viel­mehr, dass im Gegensatz zur klas­si­schen Foto-Lizenzierung („lizenz­pflich­ti­ge Fotos“) bei die­sem Modell kei­ne Lizenzanteile pro Nutzung fäl­lig wer­den, son­dern die Nutzungsrechte (mehr oder weni­ger) pau­schal ver­kauft wer­den.

Der Markführer für Bildbearbeitungsprogramme Adobe („Adobe Photoshop“) hat das schein­bar miss­ver­stan­den. In den Nutzungsbedingungen sei­ner neu­en kos­ten­lo­sen Online-Version des son­st über 1.000 Euro teu­ren Grafikprogramms Photoshop hat Adobe ein klei­nes, aber bit­te­res Schmankerl ver­steckt. Kostenlos möch­te Adobe Foto nut­zen und damit Geld ver­die­nen kön­nen, die mit Adobe Express ver­öf­fent­licht wer­den.

Hier der Auszug:

8. Use of Your Content.

  1. Adobe does not claim ownership of Your Content. However, with respect to Your Content that you sub­mit or make avail­able for inclu­si­on on publi­cly acces­si­ble are­as of the Services, you grant Adobe a world­wi­de, royalty-free, non­ex­clu­si­ve, per­pe­tual, irre­vo­ca­ble, and ful­ly sub­li­censa­ble licen­se to use, dis­tri­bu­te, deri­ve reve­nue or other remu­n­e­ra­ti­on from, repro­du­ce, modi­fy, adapt, publish, trans­la­te, publi­cly per­form and publi­cly dis­play such Content (in who­le or in part) and to incor­po­ra­te such Content into other Materials or works in any for­mat or medi­um now known or later deve­lo­ped.“

Für Nutzer, die mit ihren Fotos Geld ver­die­nen wol­len, wür­de sich damit die Nutzung der Web-Version von selbst ver­bie­ten.

Schnell ruder­te Adobe aber weni­ge Tage nach Aufdeckung des Passus zurück: Nie hät­te man dar­an gedacht, die Bilder so zu nut­zen. Die haus­ei­ge­nen Rechtsanwälte arbei­ten nun an einer neu­en Version der Nutzungsrechte.

Man kann es ja mal ver­su­chen, oder? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…