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Geld verdienen mit WordPress Themes – Ein Praxisbeispiel

Stockfotos sind nur ein Teil dessen, was viele Bildagenturen zum Verkauf anbieten. Immer öfter gibt es auch Videos, Vektorgrafiken, Illustrationen, Audio-Dateien, aber auch Fonts, Flash-Dateien, 3D-Modelle, Codeschnipsel oder Webseiten-Templates.

Was man mit dem Verkauf von Fotos verdienen kann, wissen die meisten meiner Leser ungefähr. Aber die wenigsten wissen, wie man zum Beispiel mit Themes für das beliebte Blogsystem WordPress Geld verdienen kann. Themes sind Layout-Vorlagen, welche das Aussehen von Blogs und anderen Webseiten bestimmen und dieses leichter verändern lassen.

Die Agentur Envato veröffentlichte Mitte Dezember eine Meldung in deren Blog, wonach der erste ihrer Kontributoren 1 Million US-Dollar Umsatz erzielt habe. Und das innerhalb von nur drei Jahren und mit nur 40 WordPress-Themes. Ihr könnt die Kinnladen jetzt wieder hochklappen.

Der Glückliche ist der 30jährige Wiener Programmierer Christian Budschedl, der unter dem Usernamen Kriesi seine selbstprogrammierten WordPress-Themes exklusiv bei ThemeForest (einem Bereich bei Envato) anbietet.

Christian "Kriesi" Budschedl

Nehmen wir uns die Zeit, das mal auszurechnen.

Innerhalb von 3 Jahren, also 36 Monaten hat er knapp 32.000 Verkäufe erzielt, welche zusammen die erwähnte Million Umsatz erzielten. Das macht $ 31,25 pro Verkauf, was auch ungefähr der Durchschnitt seiner tatsächlichen Verkaufspreise ist.

Auf dieser Seite kann nachgelesen werden, was exklusive Anbieter bei ThemeForest pro Verkauf bekommen (50-70%) und wie sich die Werte in der Vergangenheit geändert haben. Nach der aktuellen Tabelle hat Kriesi von der Million ungefähr 692.125 US-Dollar Anteil bekommen. Legen wir einen niedrigen Umrechnungskurs von 70 Euro-Cent pro Dollar zugrunde (zur Zeit liegt der Dollar eher bei 75 Cent) und wir erhalten 484.488 Euro Einnahmen.

Geteilt durch 36 Monate wären das 13.458 Euro Einnahmen pro Monat. Das verdient Kriesi ausschließlich durch seine WordPress-Themes! Der Wert ist ein Durchschnittswert, das bedeutet, im ersten Jahr hat er garantiert weniger verdient, aber momentan verdient er deutlich mehr. Nicht berücksichtigt sind außerdem die Affiliate-Einnahmen von über 1000 Kunden, die er geworben hat.

In der oben verlinkten Meldung ist auch ein Interview mit dem Programmierer, in dem er erwähnt, dass er ca. 3 Wochen braucht, um ein neues WordPress-Theme zu erstellen. Selbst wenn wir das auf ca. einen Monat aufrunden, verdient er damit pro Theme noch über 13.000 Euro!

Ist das die Ausnahme oder die Regel?

Eher die Regel. Es gibt eine Rangliste der Top-Autoren bei Envato, wo die 15 Autoren mit den meisten Verkäufen alle über 10.000 Verkäufe haben und manchmal weniger als halb so lange wie Kriesi aktiv sind. Das legt nahe, dass sie alle ebenfalls mindestens 4.000 Euro im Monat verdienen.

Die Verkaufszahlen der Rangliste hinken etwas hinterher, aktuellere Zahlen sind auf den Detailseiten der Künstler einsehbar.

Dazu kommt, dass im Gegensatz zur Fotografie keine teuren Geräte wie Kameras, Objektive, Blitzanlage und so weiter benötigt werden. Ein guter Laptop und etwas Software reicht vollkommen aus.

Selbst wenn jemand nur ein Zehntel von Kriesi mit dem Verkauf von WordPress Themes verdienen würde, käme er immer noch auf 1.300 pro Monat, für die Programmierung von höchstens einem WordPress-Theme.

Deshalb: Auch mal über den Tellerrand schauen. In anderen Medienbereichen lässt sich mit anderen digitalen Produkten ebenfalls gut Geld verdienen. Fotografen haben sogar den Vorteil, dass sie die immens wichtige Verschlagwortung gut drauf haben.

Verkauft ihr neben Fotos auch andere Dateien? Wenn ja, welche und wie läuft es für Euch?

Stockfotografie-News 2010-08-20

Heute wieder ein bunter Strauß an Stockfotografie-Nachrichten:

  • Das Microstock-Plugin für WordPress, mit dem Blogger direkt aus dem Redaktionssystem Stockfotos in ihre Artikel einbinden können, hat nach Fotolia- jetzt auch istockphoto-Bilder im Angebot.
  • Wo wir beim Thema sind: istockphoto hat sich zum 10jährigen Geburtstag einen kompletten Relaunch der Webseite gegönnt und das Ganze „F5“ (nach der „Refresh“-Taste auf der Tastatur) genannt.
  • Abgesänge auf die Stockfotografie werden an vielen Stellen angestimmt, aber wenn es von offizieller Seite kommt, hat das Hand und Fuß: Der Berufsverband CEPIC meldet das erste Mal einen deutlichen Mitgliederrückgang und starke Umsatzeinbußen der bestehenden Mitgliedsagenturen.
  • Wer sich mehr für realistischen Fotojournalismus als für retuschierte Werbefotos interessiert, findet bei Rising Blackstar ein kostenloses Ebook über die „Ethik im modernen Fotojournalismus“.
  • Meine Verlosung der Photokina-Tickets ist schon vorbei. Wer kein Glück hatte, kann seins bis zum 26.8.2010 bei Bildwerk3 versuchen. Dort werden ebenfalls 5 Tickets verlost. Da letzte Woche auch Sigma 5000(!) Tickets verschenkt hat, frage ich mich langsam, ob die Photokina damit die Besucherzahlen künstlich hoch halten will. Sind Messen an sich ein aussterbenes Medium?
  • Habt ihr kreative Ideen für ungewöhnliche Fotos und wollt diese auch mit anderen teilen? Dann könnt ihr Eure Vorschläge für die Fortsetzung des Buches „Die wilde Seite der Fotografie“ von Cyrill Harnischmacher einreichen. Für die angenommenen Ideen erhalten die Fotografen kein Honorar, aber eine Kurz-Vorstellung mit Foto im Buch und zehn Exemplare desselben.
  • Noch etwas für die Fotokäufer unter Euch: Für Firefox gibt es jetzt ein Plugin namens „The Ultimate Free Stock Photo Finder„. Damit lässt sich in vielen Bildagenturen, bei Flickr und anderen Fotoquellen parallel suchen.
  • Zum Schluss noch in eigener Sache: Ein ca. 90minütiges Interview mit mir gibt es in der noch viel längeren Folge 39 des Podcastes der Drei Vogonen zu hören.

Habe ich was vergessen? Dann wie immer rein in die Kommentare damit.

Stockfotografie-News 2010-02-05

Oh Mann, wer Stockfotografie betreibt, dem wird nie langweilig. Letzte Woche gab es vor allem zwei Meldungen, welche die Branche erschütterten. Beide Male hatte der Marktführer Getty Images seine Hände im Spiel.

  • Die Microstock-Agentur StockXpert, die über den Umweg Jupiter Images von Getty aufgekauft wurde, wird nun endgültig geschlossen. Den genauen Wortlaut der Meldungen gibt es hier. Es gibt hier eine ausführliche Erklärung, was wie wann mit welchen Bildern passiert und auch im StockXpert-Forum gibt es nähere Infos.
  • Nur einen Tag vorher kündigte Getty Images den Start der Marke „ThinkStock“ an. Unter dieser Marke sollen jetzt Bilder von Getty Images, Jupiter Images und iStockphoto (sowohl „Reste“ des Portfolios von StockXpert) gebündelt als Abonnement verkauft werden. Die Grenzen zwischen RF und Microstock sind damit endgültig aufgehoben worden und Microstock ist in der Mitte des Bildermarktes angekommen.
  • Über das Microstock-Wordpress-Plugin hatte ich schon berichtet, jetzt gibt es das Ganze auf einer eigenen Webseite. Mit dem Plugin können Blogger direkt von WordPress aus Fotos der Bildagentur Fotolia kaufen und mit eventueller Kundenwerbung unter Umständen auch etwas verdienen. Übrigens: Alle Fotolia-Neukunden, die sich über den Link im Plugin anmelden, erhalten bis 30. April 2010 5 Credits gratis.
  • Canon stellt die neue Firmware 1.0.6 für die Canon EOS 1-D Mark IV vor, die unter anderem den Autofokus verbessern soll.
  • iSyndica bietet mittlerweile neben der Distribution von Fotos, Videos und Vektoren jetzt auch Audio an.


Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch.

Stockfotografie-News 2009-08-17

Guten Morgen. Na, habt ihr gedacht, ich vergesse die News? Nö, sie kommen diesmal nur etwas später, da ich mir an der holländischen Nordsee den Sand auf die Kamera habe rieseln lassen. Als Beweis hier ein erstes Strandfoto.

Sandstrand

Und nun, packen wir es an:

  • Getty Images zieht ihre RF-Fotos aus dem Bildbestand von Alamy. Darunter fallen zum Beispiel die Kollektionen Stockbyte, Photodisc, Digital Vision und Jupiterimages. Ob die Käufer nun einfach aus den über 4 Millionen anderen RF-Bildern bei Alamy ihre Motive aussuchen werden oder – wie von Getty Images erhofft – zur Seite von Getty wechseln werden, bleibt abzuwarten.
  • Die Zeitschrift Stern stellt ihre Webseite augenzeuge.de ein, mit der sie bisher Amateur-Fotografen aufgefordert hatte, journalistische Fotos einzusenden, damit diese im Heft erscheinen können. Es scheint doch nicht sinnvoll (oder lukrativ?) zu sein, das Amateuren zu überlassen? Meine Vermutung: Die Bildredaktion war zu sehr damit beschäftigt, die vielen Haustier- und Urlaubsfotos aus den Massen der Einsendungen zu filtern, um die relevanten Nachrichtenfotos zu finden.
  • Der Stockfotograf Jonathan Ross, mit dem ich letzte Woche ein sehr aufschlussreiches Interview geführt habe, veröffentlicht auf seiner Webseite ein ca. 30minütiges Video, wie er eine Shooting-Liste vorbereitet. Ebenfalls sehenswert!
  • Die Microstock-Agentur Dreamstime kürzt die Fotografen-Honorare. Dabei gehen sie wie die anderen Bildagenturen so vor, dass sie erst die Preisstruktur kräftig durchschütteln und so viele Parameter ändern, dass nachher nur Mathe-Profis erkennen können, für wen es sich lohnt oder nicht. Zuerst ändern sie einige Wochen vorher die Preise für Bildcredits, dann senken sie die Basisverteilung von 50/50 zwischen Fotografen und Agenturen auf 30/70 zugunsten der Agentur, dafür belohnen sie aber Bilder, die besonders häufig verkauft werden.  Deshalb meinte Dreamtime in Erwiderung auf meine Twitter-Meldung, dass sie die Honorare nicht senken, sondern ändern würden.
  • Vor einigen Monaten hatte ich hier im Blog eine Diskussion über die Rolle von Stockfotos in Blogs. Daraus entwickelte sich die Idee, ein WordPress-Plugin zu entwickeln, mit dem die Einbindung von Stockfotos in Blogs leichter gehen soll. Amos von fotoskaufen.de nahm sich der Sache an und herausgekommen ist das „Microstock Photo Plugin“ für WordPress. Eine coole Sache finde ich, auch wenn ich es wegen restriktiver Servereinstellungen in meinem Blog noch nicht richtig testen konnte. Bisher funktioniert das Plugin nur für Fotolia, mal sehen, ob noch mehr kommt. Amos, ist die Teilnahme von mehr Agenturen geplant?