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Vertraulicher Beta-Test bei Dreamstime verschenkt Bilder

In der Microstockgroup veröffentlichte gestern ein Fotograf diese Email von Dreamstime, in der ein neues „Beta-Test-Programm“ vorgestellt wurde.

Darin ist von einem kleinen Test die Rede, bei dem Dreamstime-Bilder für Online-Werbung genutzt werden. Die teilnehmenden „Kunden“ sollen Bilder in kleinen Auflösungen auswählen können für die Verwendung in Online-Werbeanzeigen, die  – vermutlich – über Werbenetzwerke auf anderen Webseiten eingeblendet werden.

Die Bilder bei Dreamstime kommen von den Fotografen, welche die Funktion „Alliances and Partnerships“ (oder sperriger im Deutschen „Bündnisse und Teilhaberschaften“) aktiviert haben. Hier könnt ihr schauen, ob die Funktion bei euch an- oder ausgeschaltet ist:

dreamstime-alliances

Die spannende Frage ist nun: Wie viel bekommt der Fotograf für die Nutzung seiner Bilder?

Ich versuche mal, den Satz aus der Dreamstime-Mail so genau wie möglich zu übersetzen

„Obwohl es keine Kompensation an Dreamstime oder die beteiligten Fotografen geben wird in der Testphase, sollte diese neue Partnerschaft in zusätzlicher Sichtbarkeit und Einnahmen für Sie und Dreamstime resultieren, wenn der Beta-Test gut läuft. Es gibt zur Zeit keine weiteren Details.“

Also kurz: Die Fotografen erhalten kein Geld für die Verwendung ihrer Bilder. In einem Folgebeitrag schreibt Serban Enache, der Gründer von Dreamstime, unter seinem Alias „Achilles“, dass Dreamstime versuchen will, nachträglich Bildhonorare für die Verwendung zu zahlen. Nach einem Versprechen klingt das nicht. Unklar ist auch die Länge des Testprogramms. Das klingt nach einer Fortsetzung des Google Drive-Deals.

Wer nicht möchte, dass seine Bilder bei diesem Test dabei sind, muss sich spätestens bis zum 2.6.2014 komplett von dem oben gezeigten „Alliances“-Programm abmelden. Wer wie ich schon abgemeldet war, wird die oben genannte Email nicht erhalten. Wer dort angemeldet ist, erhält diese Email, wenn einige seiner Bilder für die Teilnahme ausgewählt wurden.

Kreative Stockfoto-Nutzung mittels Lentikular-Verfahren

Am Wochenende ging ich fröhlich durch Köln spazieren, als mir im Schaufenster einer Apotheke ein Poster ins Auge stach.

Die Frau auf dem Foto kenne ich doch? Na klar, das ist ein Foto von mir!

Aber irgendwas stimmt da nicht. Das Foto bewegt sich doch?

Tatsächlich. Das Foto ist eine Art „Wackelbild„, bei dem je nach Betrachtungswinkel verschiedene Motive angezeigt werden. Im Fachjargon heißt dieses Verfahren Lentikulardruck. Ihr kennt das vielleicht aus der Kindheit: Diese Lineale oder Lesezeichen, die man bewegen konnte, um kurze Animationen zu erzeugen, basieren auf dem gleichen Prinzip.

Da das Prinzip fotografisch schwer festzuhalten ist, habe ich den Hersteller recherchiert, die Firma ANZAG, die unter anderem Apotheken beliefert. Diese schickte mir freundlicherweise die Layoutdaten, damit ich das Motiv hier zeigen kann. Die Bewegung habe ich als animiertes GIF nachgestellt. Stellt euch das in DinA2-Größe im Apothekenschaufenster vor.


Flankiert wurde die Aktion von einem Plakataufsteller, der aktuelle Medikamente anpreist und auch einem fast identischen Flyer.


Warum ich das hier so ausführlich erkläre? Neben dem Stolz auf meine Arbeit zeigt dieses Anwendungsbeispiel, dass sich auch mit „typischen Stockfotos“ kreative Werbung machen lässt, die garantiert ein Hingucker ist. Außerdem zeigt das Wackelbild deutlich, warum das Erstellen von Serien für Fotografen so wichtig ist. Hätte ich nur eins der beiden Fotos gemacht, hätte die Firma es nicht gekauft, weil sich damit kein Lentikulardruck anfertigen ließe. Deswegen lasse ich die Models auch in Serien handeln, wenn es das Motiv erlaubt. Vom Box-Motiv habe ich zum Beispiel noch ein Bild, wo die Frau erschöpft auf dem Boden sitzt, lässig an der Wand lehnt oder freudestrahlend einen Pokal in der Hand hält.

Die Apotheke war übrigens so freundlich, mir das Wackel-Poster nach Ablauf der Werbeaktion zur Verfügung zu stellen. Da wird sich das Model freuen!

Was war euer coolster Fund einer Foto-Nutzung?

Stipple – Geld verdienen mit Fotos und Werbung?

Es klingt mal wieder zu gut, um wahr zu sein. Geld verdienen mit Fotos nicht nur als Fotograf und Bildagentur, sondern auch als Bildnutzer?

Die Firma Stipple kündigte gestern ihren neuen Dienst namens „Stipple Marketplace“ an.

Kern des Angebots ist, dass Bildnutzer entweder Fotos lizenzieren können, die mit Werbung und interaktiven Inhalten versehen sind oder selbst Fotos mit Informationen versehen können, durch diese dann Geld verdient werden kann.

Wie soll das genau funktionieren?

Die Bildnutzer registrieren sich auf der Stipple-Webseite und installieren ein kurzes Code-Snippet auf ihrer Webseite oder benutzen für CMS-Systeme wie WordPress, Drupal oder Tumblr fertige Plugins.

Dann können sie auf dem Marktplatz über eine Million Bilder durchstöbern. Über 10.000 neue Bilder sollen Firmenangaben zufolge täglich hinzukommen. Diese Bilder sind zur Zeit vor allem Celebrity-Bilder von Premieren, Presseterminen, Award-Shows und so weiter (siehe Screenshot).

Wenn der Bildnutzer das Foto in seinem Blog einbaut, erscheint ein blauer Kreis auf bestimmten Objekten. Der Webseiten-Besucher kann mit seiner Maus über den Kreis fahren, um mehr Informationen zum Bild zu erhalten. Das können kurze Kommentare sein, wie man das bei Flickr-Kommentaren im Bild kennt oder eben auch Links zu den gezeigten Produkten. Ein kurzes Video erklärt gut die Funktionsweise:

Man kann sich das ähnlich vorstellen wie bei Musikvideos auf Youtube, wo ein Link zum iTunes-Store eingeblendet wird, damit man die MP3 des gerade laufenden Songs kaufen kann. Bei den oben gezeigten Fotos wird beispielsweise auf die teuren Designer-Kleider oder die CD des Musikers verlinkt.

Jedes Mal, wenn ein Betrachter über einen Link etwas kauft, erhält der Bildnutzer eine Provision. Ein klassisches Affiliate-Modell also. Trotzdem muss der Bildnutzer das Foto jedoch erst lizenzieren. Das kostet nach einem ersten Test von mir anscheinend 25 US-Dollar. Das ist ungefähr halb so viel, wie Getty Images für sehr vergleichbare Bilder berechnen würde. Zum Vergleich mal ein Bild von Charlie Sheen bei der Emmy-Verleihung im Stipple Marketplace und bei Getty.

Hat das Modell Aussichten auf Erfolg?

Spontan fallen mir mehrere Argumente dagegen ein. Aber betrachten wir das System zuerst von der positiven Seite. In bestimmten Branchen ist das Modell sehr logisch. Das wären vor allem die Bereiche, wo Interessenten die Produkte sowieso gerne digital kaufen und die Produkte 1:1 auf dem Foto abgebildet sind, also zum Beispiel Bilder von CD- oder Buch-Covern, die zur Produktseite bei Amazon.com führen. Ich kann mir auch vorstellen, dass es genug wohlhabende Frauen gibt, die nur zu gern wissen würden, welche Handtasche ihre Lieblingsschauspielerin da auf dem roten Teppich trägt oder welches Parfüm sie benutzt, um sich dann das gleiche zu bestellen. Auch Modestrecken in Online-Magazinen könnten davon profitieren, da diese die Informationen zur getragenen Kleidung bisher immer neben dem Bild liefern müssen.

Aber: Das ist heute über normale Affiliate-Links fast ebenso einfach möglich, ohne die provision mit einer weiteren Firma teilen zu müssen. Die Abbildungen von Buchcovern in meinem Blog (und vielen anderen übrigens auch) führen mittels Affiliate-Links ja schon jetzt zur Verkaufsseite.

Bei YouTube sowie bei Flickr stört mich ja jetzt schon die häufige Verwendung von In-Bild-Kommentaren. Ein sehr extremes Beispiel zeigt das Problem deutlich:

Webseiten mit Stipple-Fotos könnten dann bald ähnlich aussehen, nur mit vielen blauen Punkten versehen, die den Betrachter vielleicht nerven könnten. Außerdem befürchte ich, dass die Medienkonsumenten irgendwann agressiv reagieren, wenn sie merken, dass sich die Werbung immer weiter in ihr Leben schleicht und Preisverleihungen, Award-Shows oder Filmpremieren im Grunde nichts anderes als eine Werbefläche für Modedesigner sind.

Ein weiterer Punkt ist das Markenrecht: Wenn Firmen selbst bestimmte Fotos „taggen“ und in den Marketplace stellen, mag es keine Probleme geben. Aber was würde passieren, wenn ein Blog Fotos von Straßenschlachten mit einem Link zu Nike verlinkt, weil die Protestler auf dem Foto Turnschuhe dieser Marke tragen? Oder wenn das Foto des sturzbetrunkenen David Hasselhoff den Link zur Firma der Jeansmarke enthält, die er auf dem Bild anhat? Ich bin mir nicht sicher, ob viele Firmen bereit wären, die Kontrolle über ihr Markenimage so einfach abzugeben.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Firmen versuchen, über zum Bild oder Video passende Werbung Geld zu verdienen. Da gab es EyeAlike, Anvato, IPN, GumGum, Fotoglif und viele andere haben es versucht, so richtig populär ist keins der Modelle geworden.

Was sagt ihr dazu? Revolutionäre Idee oder alter Hut? Unter welchen Voraussetzungen würdet ihr als Fotograf oder Bildkäufer das Modell nutzen?

Änderung in meinem RSS-Feed

Einige haben es schon gemerkt: In meinem RSS-Feed wird jetzt nur noch ein Auszug meiner Blogartikel angezeigt und nicht mehr – wie bisher – der vollständige Artikel.

Das hat vor allem zwei Gründe (und es sind übrigens genau die gleichen wie im Basic Thinking-Blog).


Zum einen stecke ich neben meiner Arbeit als Fotoproduzent viel Zeit in diesen Blog und möchte deshalb, dass sich der Blog mindestens selbst finanzieren kann. Das mache ich vor allem über das Affiliate-Programm von amazon.de und die Werbung in der rechten Sidebar.

Diese Werbung wird im RSS-Feed nicht angezeigt, ergo: Weniger Klicks, weniger Geld. Ich hatte vor einer Weile mehrere Monate lang Adsense-Werbung im RSS-Feed, aber das sah zum einen „billig“ aus und brachte außerdem nur Centbeträge ein.

Außerdem hoffe ich, dass sich mehr Leser an den Diskussionen zu den Artikeln beteiligen, wenn sie den Artikel direkt in meinem Blog anstatt im RSS-Reader zu lesen. Auch die Spielereien wie die Anzeige ähnlicher Artikel, der Facebook-Like-Button und so weiter funktionieren nur im Blog, nicht im Feed.

Ich weiß, ich lese auch gerne volle Artikel in meinem RSS-Reader. Aber da ich bei gekürzten Feeds eben auch auf die Originalseite klicke, um weiterzulesen, hoffe ich, dass ihr das ebenfalls machen werdet.

Trends in Werbeslogans für Stockfotos nutzen

Neulich bin ich über eine hilfreiche Webseite gestolpert.

Auf slogans.de findet ihr den Slogometer! Dort werden Werbesprüche auseinandergenommen und die Wörter nach ihrer Häufigkeit sortiert. Hier mal die 20 beliebtesten Wörter aus der Werbung von 2009/2010.

Die 20 meistgenutzten Wörter in Werbeslogans von 2010
Die 20 meistgenutzten Wörter in Werbeslogans von 2010

Außerdem können die Wörter nach ihrer Beliebtheit in verschiedenen Epochen (50er Jahre, 60er Jahre, etc.) angezeigt werden und wie in anderen Charts auch werden die Neueinsteiger, Aufsteiger und Absteiger gesondert markiert.

Was nützt das einem Stockfotografen? Sehr viel! Die Werbeagenturen brauchen für die Slogans auch Bilder zur Illustration, die sie häufig bei Bildagenturen kaufen.

Wer es schafft, in diesem Sammelsurium so trivialer Worte wie „hier, mehr, ich, sie, gut“ Trends zu erkennen und sie passend zu bebildern, kann durch mehr Verkäufe mehr Geld verdienen. Eine Hilfe ist zum Beispiel, sich auf die Substantive und Verben zu konzentrieren. Da wären unter anderem „leben, erleben, Energie, Power, Zukunft, Liebe, Qualität, Urlaub, entdecken, genießen“. Außerdem sind das gleich Hilfen für die richtige Verschlagwortung von Stockfotos.

Der Vergleich mit den älteren Slogan-Trends lässt auch einiges erkennen.

Abgesehen davon, dass Anglizismen in der Werbung deutlich zunehmen, ist auch eine Verschiebung der Ansprache zu erkennen. Waren in den 1950er Jahren „Man, sie, ihr, du, ich“ die vorherrschenden Personalpronomen, dominieren 2010 die Fürwörter „Wir, dein, sie, ich“. Die Ansprache wird persönlicher, Gruppen und Gemeinsamkeiten werden wichtiger.

Einen Wandel gibt es auch bei den Substantiven. In den 1950er Jahren wurden meist klassische Genussmittel wie Bier, Kaffee, Sekt, etc. benannt und Werte wie Kraft, Sicherheit, Frische und Fortschritt. Das gibt es heute kaum noch. Stattdessen gibt es Werte, Natur, Internet, Art, Style und Design. Wenn ich das als Laie interpretiere: Weg vom konkreten Nutzen hin zum diffusen Lebensgefühl. Ich vermute sogar, dass mit Werbeanzeigen von heute viel einfacher ganz andere Produkte beworben werden könnten als früher. Macht den Test: Schaut Euch Werbung an und blendet den Markennamen und das Logo aus. Funktioniert es?

Was könnt ihr für hilfreiche Informationen aus den beliebtesten Werbeslogans ziehen?

(P.S. Ich weiß, dass „man“ kein Personalpronomen ist, aber es dient der Kundenansprache)