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Wie viel verdient ein Fotoassistent oder ein Digital Operator?

Das Portal fotoassistent.de befragt jedes Jahr seine Mitglieder über ihre Perspektiven.

Wie sehen die dort angemeldeten Fotoassistenten und Digital Operators ihre Auftragslage, was sind ihre Kunden und ihre Umsätze?

Insgesamt haben ca. knapp 500 aktive und ehemalige Fotoassistenten und Externe an der Umfrage teilgenommen.

Bevor wir uns die Ergebnisse anschauen, eine kurze Begriffsklärung.

Was unterscheidet einen Fotoassistenten von einem „Digital Operator“?

Ein Fotoassistent hilft dem eigentlichen Fotografen bei seiner Arbeit: Je nach Shooting hilft er bei der Vorbereitung (Reisebuchung, Transport, Miete und Aufbau von Geräten, Batteriewechsel, etc.), er reicht Dinge an, kann aber auch Aufgaben wie das Chauffieren von Team-Mitgliedern oder eben das Kaffeekochen übernehmen. Je nach Können bauen sie auch Kamera und Licht-Setups eigenständig auf und dürfen teilweise selbst mit fotografieren.

Ein Digital Operator ist nur für die digitale Komponente am Set zuständig. Er kümmert sich darum, dass die Kamera und Computer funktionieren, dass Datenverbindungen stehen, die Monitore kalibriert sind. Während das Shootings sichert er die Daten, wandelt sie ggf. für Auftraggeber oder Kunden um und verschickt sie an diese und erstellt Foto-Collagen, damit das geplante Ergebnis schon während des Shootings besser beurteilt werden kann.

Für wen eignet sich der Job als Fotoassistent?

In der Praxis macht der überwiegende Teil der Fotoassistenten (62%) diesen Job maximal vier Jahre, bevor es in die eigene fotografische Selbständigkeit geht.

So können Fotografen lernen, wie es bei den Profis zugeht und ihre technischen und organisatorischen Fähigkeiten verbessern, bevor sie komplett auf eigenen Beinen stehen. Außerdem knüpfen sie wertvolle Kontakte, die sie später im Berufsleben brauchen können.

Deshalb sagen auch 70% der Fotoassistenten, dass diese Station notwendig sei vor der eigenen Selbständigkeit.

Notwendig sind auf jeden Fall die Sympathie zwischen Fotoassistent und Fotograf, um viele Aufträge zu erhalten, gefolgt von Belastbarkeit und einem Führerschein. Wer dann noch Referenzen als Assistent mitbringen kann, liegt schon gut im Rennen.

Wie viel verdienen Fotoassistenten oder ein Digital Operator?

Laut der Umfrage von fotoassistent.de verdienten 75% der Fotoassistenten 200-250 Euro als Tagessatz.tagessatz-fotoassistent-2016Wer neben den Aufgaben eines Fotoassistenten noch Aufgaben eines Digital Operators übernahm, bekam etwas mehr:

tagessatz-assistent-digital-operator-2016

Der Tagessatz für reine Digital Operators lag noch etwas höher. Hier verdiente die Mehrzahl mindestens 300 Euro pro Tag:

tagessatz-digital-operator-2016

Traditionell weniger Geld gibt es bei redaktionellen Jobs, also zum Beispiel Shootings für Modestrecken in Zeitschriften o.ä. Knapp die Hälfte der Befragten erhielt hier nur 150 Euro pro Tag:

tagessatz-redaktionelle-jobs-2016

Die kompletten Ergebnisse der Umfrage mit noch mehr Fragen und Antworten könnt ihr euch hier runterladen.

Wer selbst einen Fotoassistenten sucht oder einer werden will, kann es bei www.fotoassistent.de versuchen.

Wie sind eure Erfahrungen? Habt ihr auch schon assistiert? War es hilfreich für euch?

Wie viel verdienen Berufsfotografen in Deutschland?

Eine der häufigsten Fragen, wenn sich jemand zum Beispiel auf einer Party als Fotograf vorstellt, lautet: „Ach, kann man davon leben?

Heute gibt es die Antwort.

Dafür befragte die Webseite www.berufsfotografen.com über 3.000 Berufsfotografen nach ihren Umsätzen und vieles mehr.

Welche Ausbildung haben Berufsfotografen?

Interessant fand ich schon die Frage nach der Ausbildung. Da ich selbst Quereinsteiger bin und in der Microstock-Branche viele Kollegen habe, die ebenfalls etwas anderes als Fotografie studiert haben, überraschte mich, dass doch 40,3% der Berufsfotografen eine handwerkliche Lehre in diesem Bereich gemacht haben, 38,4% ein Hochschul- oder Fachhochschulstudium sowie 25,3% auf einer privaten oder staatlichen Fotoschule waren. Nur 13,7% sind demnach Quereinsteiger.

In welcher Form sind Berufsfotografen tätig?

92% sind als freie Fotografen unterwegs, 5% sind in einem Fotostudio angestellt und 3% als Fotograf bei einem Unternehmen eingestellt. 91% sind als Einzelunternehmer tätig, nur 4,5% haben jeweils „GbR“ bzw. „GmbH/UG/Limited“ als Rechtsform gewählt.

Welche Arbeitsbereiche haben Berufsfotografen?

berufsfotografen.com Arbeitsbereiche 08-08-2015 18-08-32Wieviel Buchungstage gab es 2014 pro Monat?

48,2% antworten, dass sie 1-5 Buchungstage pro Monat haben, gefolgt von 29,3% mit 6-10 Tagen, 10% mit 11-15 Tagen und 3,9% mit 16-20. 8,6% hatten im Schnitt mehr als 20 Buchungstage im Monat.

Wie hoch ist der Tagessatz eines Berufsfotografen?

Wer im Bereich Werbung tätig ist, durfte sich freuen. 33,5% der so tätigen Fotografen meldeten einen Tagessatz zwischen 500-1000 Euro, 31,7% zwischen 1000-1500 Euro. Fotografen mit redaktionellen Aufträgen mussten sich zu 40,5% mit 600-900 Euro pro Tag begnügen und 31,5% mit 300-600 Euro. Sehr ähnlich sieht es für die Fotografen mit Privatkunden aus:

berufsfotografen.com Tagessatz 08-08-2015 18-13-44Wie bekommen Fotografen neue Kunden?

Am wichtigsten ist die Weiterempfehlung, das gaben 57,6% der Befragten als Quelle von Neukunden an. 56,4% setzten auf die persönliche Vorstellung, 49,9% fanden Kunden über Social Media Kanäle. 43% schalten auch aktiv Online-Werbung.

Die komplette Umfrage als PDF

In der vollständigen Umfrage finden sich noch Antworten zur Auftragslage, zu den Aufgeben jenseits von Fotoshootings, zu Nutzungsrechten und mehr. Die PDF könnt ihr hier kostenlos runterladen.

Für Fotoassistenten sowie Digital Operators gibt es übrigens hier eine ähnliche Umfrage zu Honoraren und den Arbeitsbedingungen.

Vier hilfreiche Business-Rechner für Stockfotografen

Erst gestern hatte ich wieder die Anfrage eines Fotografen:
Wie viele Bilder er ungefähr bräuchte, um 1000 Euro Umsatz im Monat zu machen?

Das ist natürlich schwer zu sagen und hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel Bildqualität, Nachfrage des Motivs, Verschlagwortung und so weiter. Wenn diese Variablen aber halbwegs stabil sind, zum Beispiel innerhalb des eigenen Portfolios, gibt es einige hilfreiche Tools, mit denen man sich Prognosen über den zukünftigen Verdienst ausrechnen lassen kann.

Oder markanter formuliert: Wie viel Geld kann ich mit der Stockfotografie verdienen?

Alle vier Tools sind schon etwas älter, aber erfüllen ihre Funktion bis heute. Jedes hat eine leicht andere Ausrichtung und eignet sich daher für andere Fragestellungen.

  1. Voraussichtliches Monatseinkommen (von Yuri Arcurs)
    Bevor es still um den Dänen wurde, war er der bekannteste Stockfotograf weltweit und hat 2009 einen Rechner vorgestellt, der den Stock-Umsatz eines Fotografen bis zum Monatsende schätzen soll, mit einer Genauigkeit von +/- 2%. Wochenenden, Feiertage sowie branchenübliche Tagesschwankungen werden mit berücksichtigt.
    Die Funktionsweise und die Benutzung des Tools wird hier in einem Artikel genauer erklärt.

    Screenshot (mit fiktiven Werten)
    Screenshot von Yuris Rechner (mit fiktiven Werten)
  2. Business-Plan-Rechner für Stockfotografen (von Stock Performer)
    Vom Analyse-Dienst Stock Performer gibt es einen Rechner, mit dem man grob nicht den Umsatz, sondern sogar den Gewinn ausrechnen kann, wenn Variablen wie „Anzahl von zu liefernden Bilder pro Monat“, „Produktionspreis pro Bild“, „Fixkosten pro Monat“ und RPI angegeben werden. Eine ausführliche Anleitung mit einigen Beispielrechnungen gibt es in diesem Gartartikel von Stock Performer hier im Blog.
    Übrigens hat Stock Performer in ihrem Analyse-Dienst eine ganz ähnliche Prognose-Funktion wie beim ersten Tool von Yuri Arcurs, welche sie hier detaillierter erklären.
    stock-photography-business-plan-rechner
  3. Stockfotografie-Verdienst-Rechner (von mir)
    Eher für mich privat habe ich mir einen kleinen Rechner schreiben lassen, der ähnlich wie der von Yuri Arcurs funktioniert, nur mit dem Unterschied, dass ich errechnen lasse, wie viel Umsatz ich am Ende des Jahres, nicht des Monats machen werde. Verkaufsschwankungen in den Monaten werden leider nicht berücksichtigt. Das Tool funktioniert also umso genau, je mehr sich das Jahr seinem Ende nähert 😉stockfotografie-rechner
  4. Fotolia-Ranking-Rechner (von mir)
    Dieses zweite kleine Tool von mir erlaubt einem, abzuschätzen, wann man bei der Bildagentur Fotolia das nächste Ranking-Level erreicht. Ich benutze das regelmäßig und und indirekt ist es auch eine Umsatz-Tool, weil die Verkaufskommissionen bei Fotolia vom Ranking-Level abhängig sind.

    Screenshot mit fiktiven Werten
    Screenshot mit fiktiven Werten

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen:
Um auszurechnen, wie viel Bilder man braucht, um ca. 1000 Euro im Monat zu verdienen, eignet sich das zweite Tool (von Stock Performer) am besten. Die Werte beim Bildpreis und dem RPI und so weiter sollten natürlich realistisch geschätzt werden, um keine allzu geschönte Version der Zukunft vorhergesagt zu bekommen.

Außerdem ist allen Tools gemeinsam, dass sie aus einer Vergangenheit heraus die Zukunft „herbeirechnen“ wollen. Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, kann oder muss sich auch das Geschäftsmodell anpassen, um diesen Änderungen Rechnung zu tragen. Als grobes Hilfsmittel im Business-Alltag eignen sie sich jedoch ganz gut.

Kennt ihr weitere Kalkulations-Tools oder Formeln, mit denen ihr als Stockfotograf gerne arbeitet?
Oder was würdet ihr dem Fotografen antworten?

Fünf Jahre Microstock – Meine Umsätze und andere Zahlen

Wow, es ist schon ein kleines Jubiläum. Seit fünf Jahren verkaufe ich meine Fotos auch über Microstock-Bildagenturen und deshalb gibt es nach dem fünften Jahr auch wieder meine Auswertung der Umsätze und so weiter.

Bei meiner Rückschau berücksichtige ich nur die fünf größten Microstock-Agenturen – also Fotolia*, Shutterstock*, Dreamstime*, 123rf* und iStockphoto*. Letztere beliefere ich nicht mehr, aber trotzdem kommen noch regelmäßig Einnahmen hinzu, weshalb ich sie weiterhin mit anführe. Insgesamt beliefere ich momentan aktiv mehr oder weniger regelmäßig 19 Bildagenturen, sowohl im Microstock- als auch im Macrostock-Bereich, wobei der Großteil der Einnahmen schon von den genannten fünf Agenturen kommt.

Die genannten Zahlen beziehen sich alle auf den Zeitraum Juli 2012 bis Juni 2013 und schließen damit nahtlos an die Auswertung des Vorjahres an. Die Auswertung erfolgt wieder mit dem großartigen Analyse-Tool Stock Performer. Wer nachlesen will, findet hier die Ergebnisse nach dem ersten, zweiten, dritten und vierten Jahr Microstock.

Portfolio-Größe

Mein Portfolio (Klick auf das Bild liefert größere Ansicht) ist relativ gleichmäßig angestiegen. Bei Fotolia hatte ich Ende Juni 10.489 Bilder online, davon ca. 2.100 Bilder exklusiv. Shutterstock hatte 8.081 Files online, Dreamstime 7.818 und 123rf hatte 7.952. Meine Bilder bei iStockphoto habe ich von 1.380 auf 833 Bilder reduziert, weil ich nicht möchte, dass diese bei Thinkstock verscherbelt werden.

Verkäufe

Am stärksten haben die Downloads per Shutterstock angezogen, dort hatte in den letzten 12 Monaten im Durchschnitt 5452 Downloads. Das sind ca. 2.000 mehr als noch im Jahr davor. Bei Fotolia ist der Anstieg geringer, hier hatte ich im Schnitt 4830 Downloads, ca. 1.400 mehr als im Jahr zuvor. 123rf holt stark auf mit 720 Downloads pro Monat und überholt damit locker Dreamstime mit ihren 482 Verkäufen im Monat. Letztes Jahr waren beide noch gleichauf bei mir. iStockphoto erwirtschaftet (mit Partnerprogramm) immer noch 450 Downloads, erstaunlicherweise mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr, trotz weniger Bildern im Portfolio.

Umsätze


Kommen wir zum spannenden Teil: Den Einnahmen. Wieder bringt ein Klick auf die Grafik eine größere Ansicht der Statistik. In der Tabelle oben sind die Einnahmen in US-Dollar angegeben, ich rechne diese für den Artikel jedoch in Euro um (außer bei Fotolia, dort werde ich sowieso in Euro ausgezahlt). Bei Fotolia habe ich in den letzten 12 Monaten durchschnittlich 6.423 Euro pro Monat verdient, das sind ca. 1.500 Euro mehr als im Jahr davor. Shutterstock brachte mir im Monat ca. 2.934 Euro ein, ca. 1.100 Euro mehr als im Vorjahr. Dreamstime erwirtschaftete 531 Euro im Monat, 123rf trotz deutlich mehr Verkäufen aber nur 394 Euro. Daran zeigt sich gut der Effekt der „durchschnittlichen Verkaufserlöse„, die ich hier beschrieben habe. iStockphoto schlägt sich wacker und trägt noch 242 Euro im Monat bei. Das bedeutet, dass iStockphoto es geschafft hat, trotz eingestellter Bildlieferung und der Löschung von ca. 500 Fotos ein Umsatzplus von ca. 33% zu erwirtschaften.

Insgesamt sind das ca. 10.524 Euro im Monat. Ein stolzer Wert, den ich mir selbst für fünf Jahren nie erträumt hätte. Dieser Wert zeigt auch, dass Disziplin und ein langer Atem notwendig ist, um mit der Stockfotografie Erfolg zu haben. Als ich nach dem ersten Jahr Bilanz zog und nur 315 Euro pro Monat verdiente, gab es viele Kommentare nach dem Motto „Rentiert sich das?“ Die Antwort lautet: Ja, aber erst auf lange Sicht.

Das scheint jedoch langsam das Ende der Fahnenstange zu sein. letztes Jahr hatte ich noch eine Umsatzsteigerung von über 50% im Vergleich zum Vorjahr. Dieses Jahr waren es „nur“ noch knapp 30% Wachstum. Das liegt vor allem daran, dass die Verkäufe und Umsätze bei Fotolia – wenn auch auf einem hohen Niveau – seit paar Monaten stagnieren. Vielleicht ist die Suchumstellung der Grund dafür? Eine andere Möglichkeit ist, dass meine älteren Microstock-Bilder langsam das Ende ihres Lebenszyklus‘ erreichen.

Langfristige Umsatzentwicklung

Nach fünf Jahren kann man auch kurz zurück schauen und sich die Entwicklung der Umsätze ansehen. Meine durchschnittlichen monatlichen Gesamteinnahmen in Euro bei den fünf Agenturen sahen in den fünf Jahren so aus:

An dieser Stelle kann ich übrigens diesen ausführlichen Artikel meines Stockfoto-Kollegen Michael Zwahlen empfehlen. Er war lange exklusiver Fotograf bei iStockphoto und hat sich vor sechs Monaten entschieden, diese Exklusivität aufzugeben. Im Artikel zieht er eine erste Halbjahresbilanz über die Tücken und Konsequenzen seiner Entscheidung.

Ziele und Aussichten

Habe ich die Ziele erreicht, die ich mir letztes Jahr gesetzt habe? Bei der Portfolio-Größe wollte ich 8000 Bilder pro Agentur und 11.000 Fotos bei Fotolia haben. Beides habe ich knapp verfehlt, nur bei Shutterstock bin ich auf die 8.000 gekommen. Als Umsatzmarke setzte ich mir ein Ziel von 10.000 Euro im Monat, was ich glücklicherweise erreicht habe. Den Saphir-Status bei Fotolia wollte ich ebenfalls erreichen, was ich haarscharf kurz vor der Zielgeraden geschafft habe.

Meine neuen Ziele? Es sollten 10.000 Files pro Agentur machbar sein und 13.000 Files bei Fotolia. Beim Umsatz will ich monatlich die 12.500 Euro-Marke knacken.

Mitmachen

Wer jetzt Lust bekommen hat, sein eigenes Experiment zu wagen, kann sich über folgende Affiliate-Links bei den Bildagenturen anmelden:

Übrigens: Wer selbst ausrechnen will, wie viel er im nächsten Jahr mit seinen Fotos verdienen könnte, kann meinen kostenlosen “Stock Photography Income Calculator” benutzen.

Wie hat sich euer letztes Microstock-Jahr entwickelt? Gerne auch im Vergleich zu den Jahren davor.

* Affiliate

Drei Jahre Microstock – Meine Umsätze und Erfahrungen

Seit insgesamt drei Jahren verkaufe ich mittlerweile Fotos im Microstock-Bereich. Darüber habe ich nach einem Jahr und nach zwei Jahren schon einen Rückblick geschrieben.

Auch diesmal will ich wieder auswerten, wie sich mein Portfolio und meine Umsätze entwickelt haben. Wie die letzten Male auch werde ich bei meinem dritten Rückblick nur über die fünf führenden Microstock-Agenturen berichten, also istockphoto*, Fotolia*, Shutterstock*, Dreamstime* und 123rf*. Als Ausgangswerte zähle ich die letzten zwölf Monate von Mai 2010 bis Juni 2011.

Portfolio-Größe

Wie viele Bilder habe ich bei welcher Agentur online? Hier die Bildagenturen sortiert nach Portfolio-Größe. Die Zahlen in Klammern sind die Werte von Mitte 2010, gefolgt von Mitte 2009.

  • Fotolia: knapp 4900 Dateien (2950 / 850)
  • 123rf: 3900 Dateien (2200 / 600)
  • Dreamstime: 3800 Dateien (2100 / 550)
  • Shutterstock: knapp 3800 Dateien (2000 / 650)
  • istockphoto: knapp 1350 Dateien (1100 / 500)

Durchschnitt: 3350 Bilder pro Agentur

Die gleiche Anzeige als Grafik zeigt, dass die Kurve nach einem schleppenden Start im ersten Jahr gerade nach oben geht. Nur istockphoto flacht deutlich ab, weil ich die Agentur seit November 2010 wegen des niedrigen Fotgorafenhonorars nicht mehr beliefere. Als umsatzstärkste Agentur bekommt Fotolia von mir manchmal exklusive Fotos, was sich in einem Vorsprung von ca. 1000 Bildern bemerkbar macht. Die Annahmequoten sind im Vergleich zum Vorjahr fast gleich geblieben, bei Interesse deshalb bitte dort nachlesen.

Umsätze

Kommen wir zum Punkt, der die meisten interessiert. Wie viel verdient man mit dieser Menge an Fotos? Ganz ordentlich:

In den letzten 12 Monaten habe ich pro Monat durchschnittlich folgendes verdient, sortiert nach Höhe der Einnahmen. Die Einnahmen habe ich für eine bessere Vergleichbarkeit in Euro umgerechnet. In Klammern dahinter der durchschnittliche Monatsverdienst des Jahres davor:

  • Fotolia: 2275 Euro pro Monat (908 Euro)
  • Shutterstock: 828 Euro pro Monat (354 Euro)
  • Dreamstime: 227 Euro pro Monat (93 Euro)
  • istockphoto: 164 Euro pro Monat (156 Euro)
  • 123rf: 88 Euro pro Monat (35 Euro)

Durchschnittliche Einnahmen pro Monat: 3582 Euro (im Vorjahr pro Monat: 1546 Euro)

Auch diese Zahlen habe ich hübsch grafisch für euch aufbereitet. Es sind zwei Dinge bemerkenswert. Zum einen sind die Einnahmen bei allen Bildagenturen um mehr als das Doppelte gestiegen, obwohl mein Portfolio nur um ca. ein Drittel gewachsen ist. Das kann entweder bedeuten, dass es immer noch genug neue Kunden gibt, die Microstock-Agenturen für sich entdecken oder die Belohnungssysteme der Bildagenturen für Fotografen mit mehr Verkäufen wirken sich wirklich so direkt auf die Einnahmen aus. Je mehr Verkäufe ein Fotograf erzielt, desto höher steigt er im Ranking und parallel dazu seine Honorarbeteiligung. Leider bin ich bei Shutterstock schon an der obersten Grenze angelangt, ich darf demnach im nächsten Jahr nur eine geringe Steigerung erwarten.

Der zweite bemerkenswerte Umstand ist, dass meine Einnahmen bei istockphoto immer noch sehenswert sind und vor allem nach einem Einbruch zum Jahresende hin wieder auf das Vorjahresniveau angestiegen sind – ohne frische Bilder im Portfolio:

Anreize
Die verschiedenen Bildagenturen haben unterschiedliche Systeme, um Fotografen zu motivieren und erfolgreiche Teilnehmer zu belohnen.

Bei istockphoto gibt es ein Ranking-System, gestaffelt nach Downloads. Je mehr Verkäufe ein Fotograf hat, desto höher steigt er im Rang. Das wiederum erlaubt den Fotografen, mehr Bilder pro Woche hochzuladen. Nach dem zweiten Jahr hatte ich den “Silber”-Status erreicht. Dann jedoch hat istockphoto ihr Ranking-System auf ein „Redeemed Credit“-System umgestellt, was für die meisten nicht-exklusiven Fotografen eine Honorarkürzung darstellte. Nach diesem System würde ich nie mehr als 16% erhalten statt wie bisher 20%.

Fotolia staffelt das Ranking ebenfalls nach Downloads. Mit jeder Ranking-Stufe gibt es mehr Geld beim Verkauf und der Fotograf kann auf Wunsch höhere Verkaufspreise einstellen. Kurz nach Ende des zweiten Jahres hatte ich den “Gold”-Status errreicht, jedoch wurden im Januar die Honorare gesenkt, was für mich wieder 31% des Verkaufspreises bedeutete. Vor paar Wochen jedoch stieg ich in den Smaragd-Rang auf und erhalte damit 37%.

Das Anreiz-System bei Shutterstock ist anders. Anfangs bringt jedes verkaufte Foto dem Fotografen 0,25 US-Dollar. Wer mehr als 500 US-Dollar eingenommen hat, bekommt danach pro Verkauf 0,33 USD, bei mehr als 3000 USD Umsatz dann 0,36 USD pro Verkauf. Nach insgesamt 10.000 USD Verkaufserlösen bekommt man 0,38 USD pro Verkauf. Diese Hürde habe ich schon Ende 2010 genommen und verharre hier auf hohem Niveau.

Noch einen anderen, sehr sympathischen, Weg geht Dreamstime. Je häufiger ein Foto verkauft wurde, desto teurer wird es. Mittlerweile habe ich fünf Fotos im vierten Level und 83 Bilder im dritten Level. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte ich keine Bilder im vierten und nur 17 im dritten Level.

123rf hat meines Wissens nach kein Anreiz-und Belohnungsystem.

Ziele
Letztes  Jahr hatte ich mir Ziele gesetzt, die ich bis heute erreichen wollte. Ich wollte bei jeder Agentur mindestens 3000 Bilder, bei istockphoto 2000 Bilder online haben. Bis auf istock habe ich das deutlich übertroffen. Bei den Agenturen Fotolia und Shutterstock, die auch Videos annehmen, wollte ich mindestens 150 Videos online haben. Das Ziel habe ich leider knapp verfehlt. Außerdem wollte ich pro Monat über 2000 Euro Umsatz mit allen fünf Agenturen erzielen, auch das habe ich locker erreicht. Letzte Ranking-Stufe bei Shutterstock? Geschafft. Smaragd bei Fotolia? Geschafft. Bei Dreamstime 10 Bilder im vierten Level und 50 im dritten? Nicht ganz geschafft.

Jetzt ist es Zeit für neue Ziele: Bei den vier aktiv belieferten Agenturen will ich nach einem Jahr 5500 Dateien online haben, bei Fotolia 7000. Pro Monat will ich im nächsten Jahr mindestens 5000 Euro pro Monat mit den genannten Agenturen verdienen. Die nächste Ranking-Stufe Saphir werde ich bei Fotolia in einem Jahr sicher nicht erreichen. Aber 60.000 Ranking-Punkte sollten schon drin sein.

Mitmachen
Wer jetzt Lust bekommen hat, sein eigenes Experiment zu wagen, kann sich über folgende Affiliate-Links bei den Bildagenturen anmelden:

Wie sehen Eure Ergebnisse im Microstock-Bereich aus? Wie habt ihr Euch im letzten Jahr verbessert?

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