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Nach Corbis-Übernahme zieht Veer zu iStock

Vor einigen Wochen wurde die Bildagentur Corbis an die chinesische Firma VCG verkauft.

Damals gab es einen höhnischen Tweet vom Vorsitzenden Jonathan Klein der Konkurrenz-Agentur Getty Images (siehe Link oben), weil die Bilder von Corbis nun über Getty vertrieben werden, ohne dass Getty – wie vermutlich vorher versucht – die Firma kaufen musste.

Veer-zieht-zu-istockIch bin mir sicher, dass hinter den Kulissen mehr gelaufen ist, als wir zu hören bekommen und nun kommt ein weiteres Puzzleteil hinzu.

Zu Corbis gehörte auch die Microstock-Agentur Veer, welche in den letzten Jahren bescheiden ohne Innovationen vor sich hin dümpelte. Auch der letzte Eintrag im hauseigenen Fotografen-Blog ist über zwei Jahre alt.

Gestern wurde bekannt gegeben, was mit Veer passiert. Wenig überraschend gibt es wieder starke Verbindungen zu Getty Images, bzw. deren Microstock-Agentur iStock.

Zum 30. März 2016 wird Veer geschlossen. Alle Kunden werden eingeladen, zu iStock zu wechseln und erhalten Sonderangebote zur Einführung.

Seit gestern sind keine neuen Uploads zu Veer mehr möglich (ich hatte schon die letzten Wochen auffällig häufig Probleme beim Hochladen). Ausstehende Kommissionen werden in der Übergangszeit weiterhin bezahlt.

Die Inhalte von Veer werden nicht automatisch zu iStock übernommen. Wer schon iStock-Anbieter ist, kann einfach diesen Account weiter nutzen, um neues Material hochzuladen.

Wer noch nicht bei iStock verkauft, wird aufgefordert, sich dort als Fotograf zu registrieren. Mit dem Code „VEER“ im Feld „Contributor Invitation Code” wird eine beschleunigte Bearbeitung der Bewerbung versprochen. Wenn ihr als Fotograf die Zusammenarbeit mit iStock ins Auge fasst, berücksichtigt bitte diese beiden Artikel.

Ich habe in den letzten Monaten öfter mit dem Gedanken gespielt, die Belieferung von Veer einzustellen, weil die meine Umsätze dort trotz regelmäßiger Upload immer weiter sanken und zuletzt im zweistelligen Bereich lagen:

Veer 02-03-_2016_09-39-53So wird mir die Entscheidung abgenommen und ich hoffe, dass zumindest einige Kunden nicht (nur) zu iStock wandern, sondern auch bei den Microstock-Agenturen einkaufen, welche ich ebenfalls beliefere.

Wie werdet ihr entscheiden?

Bildagentur Corbis an chinesische Firma VCG verkauft

Die Gerüchte waberten schon eine Weile umher, aber seit wenigen Tagen ist es offiziell:

Die Bildagentur Corbis, ehemals eine der Top-3-Bildagenturen der Welt, wurde verkauft an Unity Glory International, eine Tochtergesellschaft der Visual China Group (VCG).

vcg_logoDer Verkauf umfasst die ca. 100 Millionen Bilder und ca. 800.000 Videos von Corbis Images, Corbis Motion sowie der Microstock-Tochter Veer sowie alle damit verbundenen Marken und Warenzeichen.

Ausgenommen vom Verkauf sind Branded Entertainment Network, Splash und Greenlight sowie die Sparten Rechteklärung und Repräsentanz.

Parallel dazu haben Getty Images und die Visual China Group eine weltweite Partnerschaft bekanntgegeben: Getty Images wird jetzt die Inhalte von Corbis außerhalb Chinas zur Lizenzierung anbieten.

Garniert wird dieser Deal mit einem zynischen Kommentar des Getty Images-Vorsitzenden Jonathan Klein als Tweet, der sinngemäß übersetzt ungefähr lautet:

„Nach 21 Jahren endlich geschafft. Reizend, die Milch, die Sahne, den Käse, den Joghurt und das Fleisch zu bekommen, ohne die Kuh zu kaufen.“

jonathan klein tweet 25-01-_2016_14-31-12

Als einer der Gründe für den Verkauf wird der starke Preisdruck von Agenturen wie Shutterstock zitiert.

Auf der Webseite von Corbis gibt es ein FAQ für mehr Informationen.

VCG ist dieselbe Firma, welche letztes Jahr 13 Millionen USD in die Foto-Community 500px investiert hat sowie deren Expansion in China unterstützt, was wiederum für Unmut unter Fotografen gesorgt hat.

Wie schätzt ihr diese Entwicklung ein?

Darf man gekaufte Stockfotos bei Facebook posten? Die große Umfrage

Ich hätte nicht gedacht, dass die Antwort auf diese Frage so schwer fällt. Selbst die größte Bildagentur der Welt scheint nicht in der Lage zu sein, darauf eine Antwort zu geben. Aber der Reihe nach.
Desöfteren haben mich sowohl Fotografen als auch Bildkäufer gefragt, ob sie Fotos bei Facebook nutzen dürften. Ich wußte keine genaue Antwort und habe mich damit herausgeredet, dass die jeweiligen Lizenzbedingungen von der betreffenden Bildagentur und von Facebook eingehalten werden müssten.
Deshalb dachte ich, frage ich die Leute, die es am besten wissen müssen: Die Bildagenturen selbst. Schließlich müssten die erstens ihre eigenen Lizenzen und die erlaubten Verwendungen am besten im Kopf haben und zweitens ist Facebook ja keine unbekannte Seite mehr, sodaß in der Praxis längst klar sein sollte, dass auf Facebook eine unvorstellbar große Menge an Bildern hochgeladen wird.
Ich schickte vier einfache Fragen an zehn große Micro- und Macrostock-Agenturen, an Corbis, Getty Images, Mauritius Images und Plainpicture, an Fotolia, Dreamstime, iStockphoto, Shutterstock, Depositphotos und Veer. Die vier Fragen lauteten:
  1. Darf man bei ihrer Bildagentur gekaufte Bilder bei Facebook nutzen?
  2. Wenn ja, mit welcher Lizenz und unter welchen Bedingungen (Größe etc.) genau?
  3. Wenn nein, welcher Passus des Lizenzvertrags verbietet das genau?
  4. Welche Überlegungen gibt es, in Zukunft die Stockfoto-Verwendung bei Facebook rechtssicher zu gestalten?
Die Resultate haben mich überrascht.
Alle fettgedruckten Hervorhebung in den Agenturantworten erfolgten durch mich.
Als erstes antwortete Dreamstime in Form von Carmen Pietraru (Qualitätskontrolle und Kundendienst) sehr ausführlich auf englisch, die Antworten habe ich für den Blog übersetzt:
„Unsere Lizenzbedingungen erwähnen nur die am häufigsten vorkommenden Nutzungen und die Liste ist nicht vollständig, deshalb ist Facebook nicht explizit erwähnt. Wir empfehlen allen Bildkäufern, immer mit unserem Kundendienst Rücksprache zu halten, wenn sie Fragen zur Nutzung oder notwendigen Lizenzen haben.
Facebook ist unserer Meinung nach ein Markt mit einem riesigen Potential (er hat schon über eine Millarde Mitglieder), deshalb haben wir kürzlich unsere neue Webseite timelineimages.com gestartet, speziell ausgerichtet auf die Facebook-Nutzung.
Die meisten Bildagenturen sind auf ein Business-To-Business-Konzept ausgerichtet. Dreamstime hat bis zu einem gewissen Grad das gleiche Konzept, obwohl wir auch eine breite Masse an Käufern haben, welche Endnutzer der Bilder sind. Mit TimelineImages schwenkten wir auf das Business-To-Consumer-Modell umd sprechen die Leute an, die Bilder hauptsächlich brauchen, um ihre Profile oder Nachrichten in sozialen Netzwerken wie Facebook visuell zu verbessern.
Hier noch einige detaillierte Antworten auf Deine Fragen:
Zu 1. Ja, Bilder von Dreamstime dürfen auf Facebook genutzt werden, solange sie nicht als Profilfoto genutzt werden, insbesondere wenn es um Bilder mit Models oder Leuten geht. Der Bildnachweis (zum Beispiel „Das ist ein Foto mit Models“ [Anmerkung R. Kneschke: im Sinne der Abgrenzung von gestellten Fotos gegenüber dokumentarischen Aufnahmen]) ist nur erforderlich, wenn es der generelle Kontext der Nutzung erfordert, wie bei jeder anderen Web-Nutzung auch der Fall ist. Ein Beispiel: Wenn du eins unserer Bilder nutzt, um einen Artikel zu illustrieren, ist es empfehlenswert, den Bildnachweis anzubringen, um die Bildquelle und den Urheber zu würdigen. Dasselbe ist erforderlich, wenn du das Bild einfach in eins deiner Facebook-Alben hochlädst, nur um das Missverständnis zu vermeiden, dass Du das Copyright für das Bild vorenthalten würdest or Leute annehmen lässt, Du hättst das Bild gemacht. So lange das Bild gekauft und korrekt genutzt wird, dürfen Bilder von Dreamstime bei Facebook genutzt werden.
Zu 2. Facebook sollte als Medium betrachtet werden. Leute fragen uns, ob sie unsere Bilder für eine private Nutzung auf Facebook nehmen dürfen oder für Facebook-Anwendungen, deshalb unterscheiden sich manchmal die notwendigen Lizenzen. Persönliche Nutzung (als Titelbild für die Zeitleiste oder in einem Marketing-Artikel zum Beispiel) ist von der „Standard Royalty Free“-Lizenz abgedeckt, welche die günstigste Lizenz auf unserer Seite ist. Die Nutzung des Bildes in einer Facebook-Anwendung kann von verschiedenen Lizenzverträgen abgedeckt werden, inklusive der Standard-Lizenz. Das hängt davon ab, wie genau das Bild benutzt wird. Am häufigsten ist die „Web-Extended Licence W-EL“ notwendig, aber Kunden können die Bilder auch unter der „Unlimited Seats Licence U-EL“ runterladen und auch unter der „Sell The Rights Licence SR-EL“.

Zu 3. Wie schon gesagt, wir erlauben die Facebook-Nutzung, aber wie bei jeder anderen Nutzung auch gelten die üblichen Einschränkungen zu sensiblen Themen und zur Modelfreigabe. [Anmerkung Robert Kneschke: Versucht nicht, die deutsche Übersetzung auf der Dreamstime-Seite zu lesen, die ist automatisiert übersetztes Kauderwelsch.]

Zu 4. Als Ergänzung zu Dreamstime ist Timelineimages.com unsere aktuellste Lösung, um Facebook-Nutzern schnell und einfach Zugriff auf qualitativ hochwertige Bilder für die Facebook-Nutzung zu geben.“

Danach kam die Antwort von Susanne Mendack, die in Deutschland die Pressearbeit für Corbis und Veer macht:

„Ich habe mit den USA gesprochen, es ist leider nicht möglich, Ihre Fragen so, wie sie gestellt sind, zu beantworten. Es hängt von jeder einzelnen Lizenz ab, die ein Kunde erwirbt, ob er damit auch soziale Medien ‚bespielen‘ darf. Jede Lizenz ist anders, jede Kollektion ist anders, es gibt bei Corbis ja viele verschiedene High-End-Kollektionen und das, was in der Lizenz des Kunden steht, gilt. Wenn Sie eine Tendenz wissen möchten – man darf die Fotos eher nicht auf Facebook und Co. posten. Das ist auch im Interesse des Fotografen.“

Als nächstes kam die Antwort der PR-Agentur von Getty Images:

„[…] Wie bereits besprochen, haben wir Ihre Anfrage selbstverständlich an Getty Images weitergeleitet, wiederholt angefragt und entsprechend besprochen. Entgegen unserer Erwartungen und mit Hinweis auf zeitliche Engpässe liegt uns aktuell allerdings noch kein offizielles Statement von Getty Images vor. „

Danach folgte  – mit viel Wartezeit – die sehr ausführliche Antwort von Fotolia:

„Vielen Dank für deine Geduld und dafür, daß Du auch uns die Möglichkeit einräumst, uns zu diesem wichtigen Thema zu äußern.  Wir möchten im Zusammenhang mit unseren Antworten darauf hinweisen, daß wir uns nur zum aktuellen Stand der Diskussion um Social Media und explizit auf die aktuellen Facebook Terms of Service (Tos) sowie unserer aktuellen ToS beziehen können – beides kann sich in der schnelllebigen Zeit rasch ändern. Keiner weiß, was Facebook und Co. morgen machen werden.

– Darf man bei Fotolia gekaufte Bilder bei Facebook verwenden?

Ja, aber mit Einschränkungen. Eine Verwendung von Fotolia-Content auf Facebook ist aufgrund der dortigen Nutzungsbedingungen leider nur unter Einschränkungen möglich. Hintergrund ist neben der umfassenden Nutzungsrechtseinräumung, die sich Facebook regelmäßig bereits mit der Einstellung jeden Contents an diesem übertragen lässt (inkl. der Möglichkeit, selbst Sublizenzen an Dritte zu vergeben), eben auch die seitens Facebook automatisch vorgesehene und vom Einsteller nicht abwählbare Möglichkeit zum Download und Nutzung des Contents. Diese Weiterverbreitung des Contents widerspricht den Vorgaben von Fotolia.

Dennoch ist es möglich, Fotolia-Content auf Facebook einzusetzen, sofern man sich zuvor mit den Nutzungsbedingungen von Facebook und und den Lizenzbestimmungen von  Fotolia beschäftigt und bestimmte grundlegende Regeln bei der Verwendung von RF-Content beachtet.

Solange Fotolia-Bilder nicht in ihrer von Fotolia bereitgestellten Form („stand-alone“, d.h. nicht bearbeitet, wie heruntergeladen)  bei Facebook hochgeladen werden, sondern Teil einer neuen Komposition eines neuen Werks sind (Anzeige, Flyer, …) sollte es keine Probleme geben.

– Wenn ja, mit welcher Lizenz und unter welchen Bedingungen (Größe etc.) genau?

Eine Lizenz, die die Verwendung auf Facebook oder anderen Social Media Plattformen explizit regelt, gibt es noch nicht.

Grundsätzlich gilt bei der Online-Verwendung  unseres Contents und bei Facebook gleichermaßen: Fotolia gestattet ist die Verwendung von Bildern mit einer maximalen Auflösung von 1000 x 1000 Pixeln bei 72 dpi. Natürlich verbieten sich auch hier beleidigende oder sonstwie rechtsverletzende Verwendungen, ebenso der Einsatz als Avatar. Man darf also kein Fotolia-Bild als Profilfoto verwenden und eine Fake-Identität schaffen. Und wie bei jeder Verwendung sollten Urheber und Quelle genannt werden. Auch hier reicht die Nennung im Impressum/Info der betreffenden Facebook-Seite.

– Wenn nein, welcher Passus des Lizenzvertrags verbietet das genau?

Gemäß unseren Verträgen darf unser Content nicht „stand-alone“ verteilt oder vertrieben werden. Auch dürfen keine Unterlizenzen eingeräumt werden. Das gilt überall, also auch bei Facebook. Und auch wenn der Facebook-Nutzer sich im Zweifelsfall nicht darüber im Klaren ist, räumt er Facebook (oder anderen Plattformbetreibern) bereits durch den Upload von Bildern bedeutende, wenn auch beschränkte Nutzungsrechte ein, veröffentlicht den Content und ermöglicht in vielen Fällen Dritten die weitere Nutzung des Contents durch die Bereitstellung per Download.

Fotolias Download-Verträge (sowohl Standard als auch die Erweitere Lizenz) enthalten die maßgebenden Einschränkungen in ihren jeweiligen Ziffern 2. und 3.

Ziff. 2 Unterlizenz: Das Nicht Exklusiv Herunterladende Mitglied ist nicht zur Gewährung weiterer Unterlizenzen berechtigt.“

=> Eine Unterlizenz lassen sich Facebook et al. explizit einräumen.

Ziff 3 Einschränkungen (a): „Unterlizenzierung, Verkauf, Abtretung oder Übertragung jeglicher Rechte aus diesem Vertrag. Verkauf, Lizenzierung oder Vertrieb des Werkes oder einer Bearbeitung des Werkes als Stand-Alone-Image-Datei oder als Bestandteil einer Online- oder jeglicher anderen Datenbank oder jeglicher Derivate, die das Werk in einer Form enthalten, die es Dritten ermöglichen, das Werk herunterzuladen, zu extrahieren oder sich Zugang zum Bild als Stand-Alone-Image-Datei zu verschaffen;“

Ziff 3 Einschränkungen (c): „die öffentliche Zugänglichmachung eines Werkes online in einem herunterladbaren Format, Bereitstellung eines Werkes in elektronischen Foren oder Boards;“

=> Auch wenn der Facebook-Nutzer sich im Zweifelsfall nicht darüber im Klaren ist, durch den Upload von Bildern (vor allem ab einer bestimmten Dateigröße), räumt er Facebook (oder anderen Plattformbetreibern) Unterlizenzen ein, macht er den Content öffentlich zugänglich und ermöglicht in vielen Fällen den Download des Contents durch Dritte.

– Welche Überlegungen gibt es, in Zukunft die Stockfoto-Verwendung bei Facebook rechtssicher zu gestalten?

Ohne Zweifel sehen wir hier einen sehr lebendigen Markt. Es ist kein leichtes Unterfangen, die Interessen, der Kunden, der Urhebern, von Facebook und Fotolia gleichermaßen unter einen Hut zu bekommen. Fotolia anerkennt die immense Verwendung von Bild-Content in Social Media und den daraus entstehenden Bedarf einer für Kunden wie Fotografen gleichermaßen vertretbaren Regelung. Daher arbeiten wir daran, die Bilder für Facebook/Social-Media in Zukunft geregelt nutzbar zu machen und zu vereinfachen.“

Trotz mehrfacher Nachfragen und Wartezeiten von einigen Wochen wurde ich bei Shutterstock vom Vizepräsidenten Gerd Mittmann leider nur vertröstet, aber ich schiebe die Antwort gerne nach, wenn sie noch kommen sollte.

Bei Mauritius Images wurde mir telefonisch mitgeteilt, dass eine Verwendung deren Bilder bei Facebook wegen der oben genannten Unterlizenzierung nicht erlaubt sei. Ich bat darum, mir eine zitierfähige Antwort per Email zuzuschicken, das ist jedoch bis heute nicht erfolgt.

Auch von plainpicture, Depositphotos und Bigstock erhielt ich trotz Nachfragen leider keine Antwort.

Mich wurmte auch, dass Getty Images als mit Abstand weitweit größte Bildagentur nicht in der Lage sei, meine Fragen zu beantworten. Deswegen startete ich einen zweiten Versuch und fragte nicht als Pressevertreter, sondern als Käufer an. Und siehe da, auf einmal ging es sehr schnell. Ich bekam einen Anruf eines Kundenberaters, welcher mir seine Antwort auch noch per Email zur Bestätigung schickte:

„Hallo Herr Kneschke,

sie können lizenzfreies Material von GETTY IMGES auch auf webbasierten sozialen oder Community-Netzwerken nutzen. Allerdings erstreckt sich diese Nutzung nicht auf bezahlte Werbeflächen.

Bei lizenpflichtigen Bildern finden Sie bei der Preiskalkulation unter „Internet und APP“ den Punkt „Web – Social Media“ welchen Sie bei der Honorarberechnung angeben können.

Kommen Sie bei Fragen gerne auf mich zurück.

Beste Grüße aus München,
Mustafa Cihangir
(Sales & Service Representative)“

Zusammenfassung

Ob gekaufte Stockfotos bei Facebook genutzt werden dürfen, hängt demnach stark von der Agentur ab, bei welcher diese gekauft werden. Einige verbieten diese Nutzung ausdrücklich, andere erlauben sie mit Einschränkungen, die unterschiedlich ausfallen. Andere Agenturen lassen ihre Kunden leider völlig im Unklaren. Im Zweifelsfall empfehle ich deshalb, die Bildagentur vor einer konkreten Verwendung zu fragen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Stockfotos auf Facebook gemacht?

Stockfotografie-News 2012-11-09

Es ist wieder eine Weile her, deswegen wird es Zeit, einen Überblick über die Änderungen im schnelllebigen Bildermarkt zu gewinnen. Schauen wir uns die News mal im Detail an:

  • Die Firma Nik Software wurde von Google aufgekauft. Das ist deshalb interessant, weil die Produkte aus dem Hause Nik wie der Nik Sharpener oder die Rauschreduzierung Dfine oder deren Filter zum Standard-Workflow vieler Profifotografen gehören. Die Befürchtungen vieler Kunden ist, dass Nik im großen Produktportfolio von Google untergehen wird. Wer werden sehen, ob sich das bewahrheitet.
  • Endlich: Ich hatte schon vor über anderthalb Jahren davor gewarnt und endlich scheint auch Depositphotos ein Einsehen gehabt zu haben (wenn bestimmt auch nicht wegen meines Artikels): Deren unsäglich billiges SMS-Download-Angebot wurde jetzt wegen zu geringer Rentabilität eingestellt.  Damit gibt es einen Grund weniger, dort seine Bilder nicht hochzuladen.
  • Wer noch keine Weihnachtsgeschenke hat, den wird vielleicht die aktuelle Canon Cash-Back-Aktion* für viele Objektive und Kameras interessieren. Nur bis zum 20.01.2013.
  • 90% Anteil für die Urheberrechtsinhaber: Das verspricht Kim Schmitz Musikern bei seinem kommendem Dienst „Megabox„. Ob der Mann mit seinen zwielichtigen Geschäftspraktiken noch genug Vertrauensvorschuß besitzt, um damit Erfolg zu haben?
  • Seit paar Wochen werden die Aktien der Bildagentur Shutterstock offiziell an der Börse gehandelt. Die Kurse sind bisher deutlich stabiler als bei der überzeichneten Facebook-Aktie.
  • Dreamstime akzeptiert seit paar Tagen digitale Model-Verträge bestimmter Apps und erlaubt auch das Hochladen von Handy-Fotos in die Kategorie „Mobile“.
  • Wie viel ist der Deutschen Post ein Briefmarkenmotiv wert? Das kann sich jetzt jeder selbst ausrechnen, denn das Motiv der Sondermarke „In Deutschland zu Hause“ wurde hier bei iStockphoto gekauft.
  • Die Macrostock-Agenturen haben ihren Umgang mit den Niedrigpreisen noch nicht ganz gefunden: Die Agentur Masterfile stellt ihr neues Abo „50/50“ vor, mit dem 50 Bilder pro Monat für 50 Dollar gekauft werden können.
  • Die deutsche Macrostock-Agentur Mauritius Images hingegen hat ihre vor ca. drei Jahren gestartete „Bestprice Kollektion“ anscheinend wieder eingestellt, nachdem eine Senkung der Bildpreise vor einem Jahr keinen Erfolg brachte.
  • Auf der anderen Seite führt die Microstock-Agentur Veer eine neue Premium-Kollektion namens „Veer Royale“ mit anfangs ca. 7000 Bildern ein. Der Sinn erschließt sich mir nicht ganz, denn die Preise bleiben gleich und die Motive sind teilweise auch bei anderen Microstock-Agenturen zu finden.
  • Der Stockfotograf John Lund hat in seinem Blog wieder einige spannende Umsatzzahlen geteilt. Daraus lässt sich erreichnen, dass er allein mit seinen 100 bestverkaufendsten Bildern (von insgesamt über 8000 Motiven) ca. 7600 Euro im Monat einnimmt. Sehr beeindruckend – und motivierend.
  • Ein Veranstaltungshinweis für Branchen-Neulinge: Der BVPA veranstaltet am 30.11.2012 ein „Grundlagen-Seminar für Bildagentur-Mitarbeiter“ in Hamburg.
  • Vor einem halben Jahr hatte ich im Blog auf Pinterest geschimpft und das Geschäftsmodell des Musik-Streamingdienstes Spotify als lobenswerte Alternative angeboten. Fairerweise muss ich jetzt anmerken, dass Spotifys Geschäftsmodell anscheinend doch (noch?) nicht ganz ausgereift ist. Gut analysiert das Basic Thinking hier, Genaueres gibt es in deren Artikel enthaltenen Link zu PrivCo.
  • Wie arbeite ich am besten mit Models? Einen Gastbeitrag von mir zum Thema gibt es bei der Fotocommunity zu lesen.
  • Außerdem bin ich jetzt bei Instagram. Wer sehen will, was ich fotografiere, wenn ich damit kein Geld verdienen muss, kann mir hier folgen.

Wenn ich was übersehen haben sollte, sagt in den Kommentaren Bescheid.

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Stockfotografie-News 2011-12-09

Bevor bald bis Neujahr die Betriebstemperatur der Bilderbranche auf Winterschlaf runtergefahren wird, kommt hier noch mal ein frischer Schwung Neuigkeiten.

  • Fangen wir mit den schlechten Nachrichten an: Die Bildagentur Medicalpicture stellt zum Jahresende ihren Betrieb ein. Das finde ich etwas erstaunlich, da diese Agentur sich mit medizinischen Themen eigentlich eine Nische gesucht hatte, die sehr lukrativ ist und angesichts des demografischen Wandels auch zukünftig bleiben wird. Vermutlich lag es daran, dass nach dem Weggang des Gründers Thomas Schmidt 2009 die Firma DocCheck das Ruder übernommen hat, die wahrscheinlich wenig Erfahrung im hart umkämpften Bildermarkt hat.
  • Neu dagegen ist die „myPhone Collection“ der Bildagentur Aurora Photos, in der nur Fotos verkauft werden, die mit einem iPhone oder einer anderen Handykamera aufgenommen wurden.
  • Neben vielen Bugs gab es bei istockphoto auch wieder eine „Preisanpassung„, das heißt, viele Dateien wurden teurer, einige wenige auch billiger.
  • Fotolia hat mit der „10 Collection“ eine tolle Idee gehabt. Jeden Monat gibt es für einen Tag lang kostenlos eine Photoshop-Datei eines internationalen Designers zum Runterladen, inklusive aller Ebenen, Filtern und Einstellungen. Dazu gibt es ein Video, was den Workflow besser erklärt. Den Anfang macht heute (Freitag, der 9.12.2011) ein Business-Foto von Soemone aus Frankreich.
  • Die Bildagentur Veer startet jetzt ihr Abo-Angebot. Anfangs gab es starke Proteste, weil die Honorare für Fotografen viel zu niedrig waren, aber diese wurden daraufhin zufriedenstellend nach oben korrigiert.
  • Die Bildagentur Alamy akzeptiert jetzt auch digitale Model-Verträge und Eigentumsfreigaben, die mit der App VM Release (zur Zeit nur für iPhone) erstellt wurden.
  • Panthermedia hat ebenfalls News parat. Zum einen gibt es für iGoogle eine Verkaufstatistik, mit der man sich auf der Google-Startseite gleich die Bildverkäufe bei Panthermedia anzeigen lassen kann. Außerdem bietet die Agentur jetzt an, für 30 Cent die Verschlagwortung machen zu lassen oder für 15 Cent die Bilder den Upload durchführen zu lassen. Bei Buchung beider Optionen kostet das zusammen nur 40 Cent. Ich vermute, dieses Angebot ist ein Ergebnis der durchaus fruchtbaren MicrostockExpo, die vor einem Monat in Berlin das erste Mal stattfand.
  • Wer bei der MicrostockExpo nicht dabei sein konnte, hat jetzt die Gelegenheit, sich die meisten Vorträge als Full-HD-Video* zu kaufen. Ein einzelnes Video (Laufzeit je nach Session ca. 60-90 Minuten) kostet 20 Euro, alle Videos zusammen 99 Euro. Für Bildagenturen empfehle ich auf jeden Fall die beiden Videos vom „Agency Workshop“ und ggf. von „Microstock Distribution for Maxium Profit“. Für Fotografen ist garantiert der Vortrag „Lifestyle Design for Professional Microstockers“ sehenswert und wer plant, Aufgaben auszulagern, den wird „Workflow Choices for Low Costs and High Volume“ hilfreich finden. Alle Vorträge sind in englisch.
  • Shutterstock hat die Preise für Video-Downloads erhöht und ändert die Kommissionen für Videografen von festen Beteiligungen auf pauschal 30% des Verkaufspreises. Kombiniert mit den höheren Verkaufspreisen bekommen die Videografen unter dem Strich mehr pro Verkauf.
  • Die Bildagentur ImagePoint hat ihre Anforderungen für Fotos verschärft. Hier eine Übersicht über die neuen Richtlinien.

Habe ich etwas Wichtiges übersehen? Dann bitte in den Kommentaren ergänzen.

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