Schlagwort-Archive: USA

Ausfüllen der Steuerformulare für die Bildagentur 123rf

Ich weiß nicht, war­um die Bildagentur 123rf erst jetzt anfängt, bestimm­te Steuerinformationen von ihren Anbietern abzu­fra­gen, wäh­rend ande­re Agenturen wie Shutterstock oder Fotolia das schon seit über fünf Jahren ver­lan­gen.

Der Grund ist jedoch jedes Mal der Gleiche: Vorgaben der US-Finanzbehörde IRS, um steu­er­li­che Vorgaben kor­rekt umset­zen zu kön­nen.

Für Fotografen ist es sinn­voll und wich­tig, die Steuer-Informationen voll­stän­dig aus­zu­fül­len, weil so in den meis­ten Fällen eine deut­li­ch höhe­re Besteuerung der Agentureinnahmen ver­mie­den wer­den kann.

Während bei den ande­ren Agenturen bei der Umsetzung die­ser Behördenanforderungen teil­wei­se ein völ­li­ges Chaos herrsch­te, hat 123rf von den Fehlern der ande­ren Agenturen gelernt und das Ausfüllen des „W8-BEN-Antrags“ deut­li­ch erleich­tert.

Wie fülle ich das Formular richtig aus?

  1. Logge Dich bei 123rf ein und gehe dann ins „Tax Center“, der Link ist auf der Startseite ganz unten rechts zu fin­den.
  2. Dort star­tet ihr dann den „123 Tax Wizard“, also eine Art Ausfüllhilfe.
  3. Klickt auf „No“, bei „Do you know your Tax Group?“ (Kennst Du Deine Steuergruppe?)
  4. In mei­nem Fall kli­cke ich dann auf „I sub­mit as an indi­vi­dual at 123rf“ (Ich lie­fe­re Bilder als Einzelperson an 123rf). Achtung: Wer Bilder als Unternehmen, Handelsgesellschaft, GmbH, LLC oder ähn­li­ches lie­fert, muss unter Umständen eine der ande­ren Möglichkeiten ankli­cken.
  5. Danach wird das Land des per­ma­nen­ten Wohnsitzes abge­fragt, in mei­nem Fall „Germany“.

    123rf tax-01
    Screenshot des „Tax Wizard“
  6. Klicke dana­ch auf „Fill in E-form“ (Fülle das „W-8BEN“-Formular elek­tro­ni­sch aus) im roten Kästchen.
  7. Dann öff­net sich das „Form W-8BEN“, aber glück­li­cher­wei­se sind die meis­ten Daten schon aus dem Profil von 123rf über­nom­men wor­den.
  8. Kontrolliert bit­te euren Namen bei 1. sowie ihre Anschrift bei 4. Sollten da Fehler ent­hal­ten sein, müsst ihr die­se Daten bei 123rf unter „Mein Konto/Anschrift ändern“ kor­ri­gie­ren.
  9. Bei 6. habe ich mei­ne US-Steuernummer ein­ge­tra­gen, wer kei­ne hat, klickt rechts ein­fach auf „I have no SSN, ITIN or EIN“ (Ich habe kei­ne US-Steuernummer)
  10. Bei 7. habe ich mei­ne deut­sche Umsatzsteuer-ID ein­ge­tra­gen, bin aber ehr­li­ch gesagt unsi­cher, ob nicht auch die Steueridentifikationsnummer oder die „nor­ma­le“ Steuernummer aus­reicht. Da das Feld aber als „optio­nal“ (frei­wil­lig) gekenn­zeich­net ist, müss­tet ihr auch nichts ein­tra­gen, wenn ihr nicht wollt. 

    Screenshot des W8-BEN-Formulars
    Screenshot des W-8BEN-Formulars
  11. Die Häkchen und ande­ren Details sind von 123rf schon kor­rekt vor­aus­ge­füllt, ganz unten müsst ihr dann nur noch unter­schrei­ben, indem ihr euren Vor- und Nachnamen ein­tippt. Dieser muss iden­ti­sch sein mit dem Namen bei 1.
  12. Fertig! Danach wer­det ihr wie­der zum „Tax Center“ gelei­tet, wo jetzt in grün „Tax Form W-8BEN Submitted“ (Steuerformular abge­schickt) ste­hen soll­te.
  13. Nach eini­gen Wochen soll­te sich der Status in „Tax Form W-8BEN Approved“ (Steuerformular bestä­tigt) ändern.

Habt ihr das Steuerformular auch schon aus­ge­füllt?

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 34

Um mei­nen Rückstand auf­zu­ar­bei­ten, gibt es nach kur­zer Wartepause eine wei­te­re Folge „Pimp My Stock!“ zu lesen. Wer dar­an arbei­ten will, die­se wie­der zu ver­län­gern, fin­det hier alle Infos. Wer die Serie noch nicht kennt: Bei „Pimp My Stock!“ kön­nen Leserinnen und Leser mit Fotos ein­schi­cken für eine Bildbesprechung. Ich sage jedoch nicht, ob ein Bild „hüb­sch“ oder „inter­es­sant“ ist, son­dern lege mei­nen Fokus dar­auf, ob und war­um es sich als Stockfoto ver­kau­fen könn­te bzw. war­um eben nicht. Wenn es passt, gebe ich auch Tipps zur Verbesserung der Bilder.

Nach Michael und Michaela ist heu­te ist Mischa an der Reihe. Ich ver­spre­che, dana­ch kommt mal ein ande­rer Vorname.

Hallo Robert,

ich bin 27 Jahre alt, ich habe vor etwa 5 Jahren ange­fan­gen mit der Fotografie und mir damals eine 450D gekauft. Zwischendurch hat­te ich dann kom­plett wegen Krankheit mit dem Fotografieren auf­ge­hört, bis Februar 2013 als ich mir eine Canon 7D zuleg­te und 2 Objektive. Ich weiß, es gibt vie­le, die von den Tamronobjektiven nichts hal­ten, jedoch habe ich mich nach län­ge­rem Durchlesen von Foren und Testberichten dazu ent­schei­den, mir die­se zu kau­fen.

Meine Ausrüstung besteht aus:
Canon 7D
Tamron 90mm f/2.8 DI VC
Tamron 70–200 f/2.8 DI VC
Canon Speedlight 430 EX II

Vor ein paar Wochen bin ich durch Zufall auf Stockfoto-Seiten und auf dei­ne Seite gesto­ßen, was mich nach Lesen und Informieren dazu brach­te, mir dein Buch zu kau­fen.  Ich habe auch damit ange­fan­gen, bei 1–2 Agenturen Bilder hoch­zu­la­den und die­se sind auch ange­nom­men wor­den.

Doch ich fra­ge mich, war­um ich z.B. bei Fotolia so weni­ge Views habe, habe ich beschis­sen ver­schlag­wor­tet oder ein­fach nur schlech­te Motive?

Deswegen woll­te ich dir für dei­nen Blog zur Bewertung eini­ge Fotos zukom­men las­sen, um von dei­nen Lesern und natür­li­ch auch Dir mal kri­ti­siert zu wer­den.

Nachtrag:
Ich habe eben gese­hen, dass ich bei Fotolia ein Bild ver­kauft habe und bei 123rf gleich 4 🙂

Ich wür­de mich sehr freu­en, wenn du mich bei Pimp my Stock auf­neh­men wür­dest, damit ich bewer­tet wer­de und auch Kritik bekom­me, die ich natür­li­ch posi­tiv ver­wer­ten wer­de.

Die Bilder die ich dir zukom­men las­se sind alle bei den Agenturen aktiv.

Bei Fotolia wur­de das Bild „fol­der 10“ ein­mal ver­kauft, bei 123rf wur­de „fol­der 17“ 2 mal ver­kauft, „ahorn“ 1 mal und „raindrops_leaf“ 1 mal.

Würde mich über eine posi­ti­ve Rückmeldung freu­en.

Mit freund­li­chen Grüßen,
Mischa“

Dann legen wir los:ahornDas ers­te Bild zeigt einen Bonsai-Ahorn. Perfekt frei­ge­stellt gibt es sicher eini­ge Designer, wel­che damit etwas anfan­gen kön­nen. Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, das kön­nen ande­re Leute bes­ser, aber auf den ers­ten Blick wirkt für mich der Wachstum der Pflanze nicht har­mo­ni­sch und das Gefäß gefällt mir nicht. Das Bild wird somit kein Bestseller wer­den, aber es ist soli­de genug, um die Chance auf eini­ge Verkäufe zu haben.

Candy
Dieses Foto zeigt bun­te Fruchtgummis. Jedoch sind die­se weder lie­be­voll arran­giert noch span­nend beleuch­tet. Auch bei der Auswahl selbst hät­te sorg­fäl­ti­ger gear­bei­tet wer­den müs­sen: Rechts unten ist am grü­nen Fruchtgummi zu erken­nen, wie die Oberfläche aus­se­hen soll­te, bei den ande­ren grü­nen rechts ist das aber nicht der Fall. So wirkt das Foto mehr wie ein Schnappschuss als ein gutes Stockfoto. Liebevoll arran­gier­te Süßigkeiten sehen so oder so aus.

folder10
Die Ecke eines blau­en Aktenordners: Kann man mal machen, ist tech­ni­sch okay, aber was sich hier ein­deu­tig bes­ser ver­kau­fen wür­de, wäre eine Serie, wo statt „Ordner“ ver­schie­de­ne Konzepte wie „Finanzen“, „Versicherung“, „Vorsorge“ oder „Kredit“ auf den Ordnerrücken geschrie­ben wor­den wären. Warum das Foto eher „so lala“ ist, erklä­re ich am Ende des Artikels.

folder17
Ein gutes Symbolfoto zum Thema Chaos, Bürokratie und Überarbeitung: Viele vol­le Aktenordner auf einem Haufen. Kann sich ver­kau­fen, die Einschränkung wie schon erwähnt kommt gleich.

garlic
Drei Knoblauchknollen vor einem grau­en Hintergrund. Alle Fotos wur­den mir von Mischa sehr kom­pri­miert gelie­fert, des­we­gen gehe ich davon aus, dass die Treppcheneffekte im Originalbild nicht vor­han­den sind. Denn ins­ge­samt gefällt mir der Bildaufbau und das Licht. Für ein gutes Stockfoto jedoch hat das Bild viel­leicht schon etwas zuviel vom Vanitas-Gedanken, sprich: Man sieht dem Knoblauch sei­ne irdi­sche Vergänglichkeit an. Üblicher bei sol­chen Fotos ist es, zusätz­li­ch eine ein­zel­ne Knoblauchzehe aus der Knolle zu lösen, weil es den Aufbau der Gewürzpflanze bes­ser illus­triert.

grinderEine Schleifmaschine bei der Arbeit: Das Motiv ist ein gutes Stockfoto, weil es für Handwerk und Industrie steht, aber die Umsetzung hier kann noch ver­bes­sert wer­den. Zum einen wäre es nicht nötig gewe­sen, die Hand abzu­schnei­den und zwei­tens ist lei­der auch nicht so gut erkenn­bar, was gen­au geschlif­fen wird. Außerdem bin ich mir auch nicht sicher, ob der Arbeitsschutz hier kei­ne Handschuhe ver­langt hät­te. Am lin­ken Rand hät­te ich die Maschine digi­tal vom Schmutz befreit, aber bei einer redak­tio­nel­len Nutzung kann die­ser sogar erwünscht sein, weil das Bild dann „ech­ter“ aus­sieht. Im kom­mer­zi­el­len Bereich wird der sau­be­re Look bevor­zugt.

raindrops_leaf
Wassertropfen auf einem grü­nen Blatt: Ganz nett, aber weder spek­ta­ku­lär noch gut ver­käuf­li­ch. Solche ähn­li­chen Motive gibt es bei kos­ten­lo­sen Bilddatenbanken wie Flickr oder Pixelio zuhauf, weil sich ger­ne Hobbyfotografen dar­an ver­su­chen.

roses
Rose mit Wassertropfen? Bitte nicht. Und wenn, dann bit­te wenigs­tens die brau­nen Stellen an den Blüten retu­schie­ren.

tools
Das Wort „Tools“ aus Werkzeugen auf einer USA-Fahne: Das Bild gefällt mir aus­ge­spro­chen gut, es kann sicher zu Themen wie „Made in the USA“, „Do It Yourself“ und so wei­ter ein­ge­setzt wer­den. Von die­sem Motiv bie­ten sich auch ver­schie­de­ne Varianten an, wo die Werkzeuge ande­re Wörter wie „USA“, „DIY“, „Work“ etc. bil­den. Mich stört im Detail nur, dass beim zwei­ten „O“ oben und unten die Schraubenschlüssel so klein sind, dass der Buchstabe nicht so gut erkenn­bar ist.

Bis auf die­ses Bild und das mit der Hand wir­ken alle Bilder auf mich so, als hät­te jemand nur in sei­ner unmit­tel­ba­ren Umgebung paar Schnappschüsse gemacht, um sei­ne neue Kamera zu tes­ten. Das ist ein sehr übli­ches Vorgehen, führt aber logi­scher­wei­se dazu, dass gen­au die­se Motive, die vie­le Leute in greif­ba­rer Reichweite haben (Ordner, Rose, Süßigkeiten, Gewürze) im Überfluss vor­han­den sind, meist auch in sehr guter Qualität.

Um sich davon abzu­gren­zen, muss sich ein Stockfotograf etwas mehr Mühe geben, zum Beispiel, indem – wie schon erwähnt – bei dem Ordner die Konzepte auf den Rücken geschrie­ben wer­den oder die Süßigkeiten auf­wän­di­ger und sorg­fäl­ti­ger zusam­men­ge­stellt wer­den.

Wie fin­det ihr die Fotos? Welche Tipps könnt ihr Mischa geben?

Wie ein Stockfoto fast die US-Präsidentschaftswahl beeinflusste

Als ich vor knapp zwei Wochen an einem Freitagabend von einem Shooting nach Hause kam, blink­te mein Anrufbeantworter wie wild. Drei Journalisten aus den USA hat­ten mir aufs Band gespro­chen und alle hat­ten par­el­lel eben­falls Emails geschickt, um mit mir spre­chen zu kön­nen. Was war pas­siert?

Kurz vor­her hat­te der us-amerikanische Präsidentschaftskandidat Herman Cain (tritt für die Republikaner an) eine Kampagne namens „Women for Cain“ ins Leben geru­fen. Grund waren Vorwürfe gegen Cain wegen sexu­el­ler Belästigung und Sexaffären. Diese Kampagne soll­te sei­nen weib­li­chen Unterstützern ein Forum bie­ten, die Vorwürfe gegen ihn – in teils vul­gä­rer Sprache – zu ent­kräf­ten. Zur Kampagne gehör­te auch ein Stockfoto von mir mit vier jun­gen Mädchen, wel­che die Daumen hoch­hal­ten.


Als stu­dier­ter Politologe weiß ich, dass der Wahlkampf in den USA mit deut­li­ch här­te­ren Bandagen als hier aus­ge­foch­ten wird. Deshalb war die Nutzung mei­nes Stockfotos ein gefun­de­nes Fressen für die Journalisten. Der viel­ge­le­se­ne US-Blog Talking Points Memo stürz­te sich als ers­tes auf die Geschichte und rief zu einer Suche nach den Models auf, um die­se nach ihrer Meinung zu fra­gen. Daraufhin mel­de­ten sich bei mir Journalisten von der New York Post, der Huffington Post und eini­gen ande­ren US-Medien bei mir. Selbst eine Kölner Schwulenzeitschrift woll­te über die Sache berich­ten.

Ich habe etwas Erfahrung mit Medienpolitik, des­halb ver­zich­te­te ich auf vor­ei­li­ge Aussagen und bat ich die Journalisten, mir einen Tag Zeit zu geben, bis ich die Angelegenheit näher unter­sucht habe. Ich kon­tak­tier­te die bei­den Bildagenturen, bei denen die Wahrscheinlichkeit am größ­ten war, dass das Foto dar­über lizen­ziert wor­den war: Fotolia und Shutterstock. Außerdem schrieb ich eine Mail an die Kampagnenleitung mit der direk­ten Frage, wo Herman Cain das Foto lizen­ziert habe. Auf die letz­te Mail habe ich bis heu­te kei­ne Antwort erhal­ten, aber Shutterstock mel­de­te sich von zwei Stunden bei mir und bestä­tig­te, dass jemand des Wahlkampfteams von Cain das Bild dort run­ter­ge­la­den habe.

Jetzt wird es span­nend: Der Bildnutzungsvertrag von Shutterstock ver­bie­tet aus­drück­li­ch in Teil II.9. die Nutzung der Fotos für „poli­ti­sche Unterstützung:

PART II – RESTRICTIONS

YOU MAY NOT:
[…]
9.
Use an Image in a way that pla­ces any per­son depic­ted in the Image in a bad light or in a way that they may find offen­si­ve – this inclu­des, but is not limi­ted to the use of Images: […] d) in con­nec­tion with politi­cal endor­se­ments“

Das ist sehr ein­deu­tig for­mu­liert. Die Nutzung in der Cain-Kampagne sug­giert deut­li­ch, dass die gezeig­ten Frauen den Präsidentschaftskandidaten unter­stüt­zen wür­den. Deshalb sorg­te Shutterstock auch sofort dafür, dass das Foto von der Kampagnenwebseite ent­fernt wird. Das wie­der­um führ­te in den Kommentarspalten der berich­ten­ten US-Medien zu hämi­schen Kommentaren, weil eine Zeitlang nur „Women Cain“ im Titel stand, bis das Bild durch ein unver­fäng­li­ches Foto von Cain mit sei­ner Ehefrau ersetzt wur­de.

Die Journalisten, die bei mir anfrag­ten, woll­ten natür­li­ch wis­sen, was ich von der Bildnutzung hal­te, wie ich zu Cains Politik stün­de und ich ich den Kontakt zu den abge­bil­de­ten Frauen her­stel­len kön­ne. Letzteres ver­wei­ger­te ich mit einem Hinweis auf den Datenschutz. Ich infor­mier­te die Models jedoch selbst über die Nutzung und das Medieninteresse und ver­si­cher­te, mich um den Fall zu küm­mern.

Den Journalisten ant­wor­te­te ich:

The pho­to was taken in April 2010 and the women in the pic­tu­re are models living in or near Cologne, Germany.
I infor­med the models about the usa­ge and told them that I will pass on their con­tact infor­ma­ti­on if they want me to, but so far nobo­dy of them has res­po­ned.

The image was taken in my stu­dio in Cologne, Germany for sto­ck pho­to libra­ries like Shutterstock and Fotolia.
I wro­te about the pho­to­ses­si­on here in my blog:
http://www.alltageinesfotoproduzenten.de/2010/07/04/vier-maedchen-auf-einem-haufen-beim-shooting/

I also con­tac­ted the agen­cy that sold the image and had them remo­ve the image from the Cain cam­pai­gn, becau­se it was a clear bre­ach of the licen­ce agree­ment from Shutterstock which for­bids „politi­cal endors­ments“ with the images: http://www.shutterstock.com/licensing.mhtml (sec­tion Part II, 9.d)

I cer­tain­ly dis­agree with Mr. Cain using the image in a way that is not con­form with the licen­ce agree­ment. If you run for pre­si­dent, you should know your legal terms.

I, howe­ver, did not fol­low the pre­si­den­ti­al cam­pai­gn in the USA clo­se­ly enough to make a jud­ge­ment about Mr. Cain or his politi­cal posi­ti­ons.

If you have fur­ther ques­ti­ons, let me know.“

Noch am sel­ben Tag trat Herman Cain von sei­ner Kandidatur zurück. Die fal­sche Verwendung des Stockfotos war sicher nicht der Auslöser für die­se Entscheidung, aber wenn er wei­ter­hin kan­di­diert hät­te, hät­ten vor allem die libe­ra­len US-Medien das Thema ger­ne brei­ter aus­ge­walzt, um Cain an den Karren zu fah­ren. So berich­te­te die Huffington Post sicht­li­ch ent­täuscht über den Fall, weil das Interesse an Cain-Nachrichten nach sei­nem Rücktritt ver­ständ­li­cher­wei­se abge­nom­men hat. Selbst die­se ver­spä­te­te Meldung wur­de zig­fach zitiert und schon die ers­te Meldung von Talking Points Memo wur­de oft get­wit­tert und auf­ge­grif­fen. Hätte Cain an sei­ner Kandidatur fest­ge­hal­ten, bin ich mir sicher, dass auch die New York Post und in Folge vie­le ande­re Zeitungen dar­über berich­tet hät­ten und der Tenor wäre sicher nicht posi­tiv gewe­sen.

Die Moral von der Geschichte?

Wer Stockfotos ver­wen­den will, soll­te sich an die Lizenzbedingungen hal­ten. Vor allem dann, wenn man stark im Rampenlicht steht.

Wie hät­tet ihr an mei­ner Stelle reagiert?

Neues von Fotolia: Steuern, Preise und Honorare

Alles neu macht dies­mal nicht der Mai, son­dern der Januar.

Bei der Microstock-Bildagentur Fotolia gibt es gleich drei – mehr oder weni­ger erfreu­li­che – Nachrichten zum Jahresbeginn. Wenn die Meldung, dass die Bilder im Fotolia-Portfolio jetzt die 8-Millionen-Marke über­schrit­ten haben, mit­ge­rech­net wird, sind es sogar vier Neuigkeiten.

Sparen und recnen

1. Steuern auf US-Verkäufe

Schon im November habe ich hier gemel­det, dass Fotolia wie die Agentur Shutterstock eini­ge Monate vor­her das Ausfüllen des W-8BEN-Formulares ver­langt, um Steuern von us-amerikanischen Käufern kor­rekt abrech­nen zu kön­nen. Zuerst schien es, das sei aus­rei­chend. Aber im Fotolia-Forum schäl­te sich nun her­aus, dass das nicht stimmt. Zur Zeit ist der Stand (nur für deut­sche Fotografen gül­tig) fol­gen­der: Wer kein Formular aus­füllt, dem wer­den von allen Verkäufen 30% Quellensteuer abge­zo­gen. Wer nur das W8-BEN-Formular aus­füllt, dem wer­den nur auf die US-Verkäufe 30% Steuern abge­zo­gen.

Wer sehen will, wie viel sei­ner Verkäufe in die USA gin­gen und wie viel Steuern momen­tan zurück­ge­hal­ten wer­den, kann das im Mitgliedsbereich von Fotolia unter „Statistik“ sehen. Dort gibt es die zwei neu­en Auswahl-Möglichkeiten „Einkünfte durch US-Käufer“ und „Summe Withholding Tax“.

Wer ver­hin­dern will, dass auf sei­ne US-Verkäufe die Steuern abge­zo­gen wer­den, der muss zusätz­li­ch zum W8-BEN-Formular eine ITIN (Individual Taxpayer Identification Number) bean­tragt wer­den, die dann in das W8-Formular ein­ge­tra­gen wird. Um die ITIN zu erhal­ten, muss das W7-Formular aus­ge­füllt wer­den. Wie das gen­au steht, steht aus­führ­li­ch hier. Vermutlich wird auch eine schrift­li­che Bestätigung der Bildagentur benö­tigt, war­um man die ITIN braucht, des­halb bie­tet Fotolia an, über das Kontaktformular eine sol­che Bestätigung anzu­for­dern. Ich habe das ges­tern gemacht und mal sehen, wann ich die­se erhal­te.

Übrigens habe ich wei­te­re Informationen von den Fotolia-Mitarbeitern erhal­ten. Ich zitie­re: „Immer auf Deutschland bezo­gen: Ja, laut Finance Dept wird die ITIN benö­tigt, um vom Steuerabzug befreit wer­den zu kön­nen. Mit ITIN wird im Falle von Deutschland bei US-Umsätzen nichts (0) abge­zo­gen. Ohne ITIN wer­den die US-Umsätze besteu­ert. Jedoch soll­ten die Abzüge in dem Fall auch gegen­über den deut­schen Steuerbehörden anre­chen­bar sein – denn Steuer wur­de bezahlt – und exakt hier­für gibt es das Besteuerungsabkommen zwi­schen den Ländern.“

Was pas­siert, wenn die ITIN erst nach­träg­li­ch ein­ge­reicht wird? „Die US Withholding Tax wird auf alle Umsätze ab dem 1. Januar 2010 ange­rech­net. Mit dem Nachweis der ITIN (neu­es Formular aus­fül­len / ersetzt vor­he­ri­ges, falls vor­han­den) wird der Steuerabzug auf US-Umsätze (im Falle von in Deutschland Steuerpflichtigen) auf 0 gesetzt.“

Ich hof­fe, das bringt etwas Klarheit in die Sache.

2. Preiserhöhung

Zum Jahreswechsel hat Fotolia auch die Preise erhöht. Die klein­s­te Lizenz (XS) ist mit einem Credit unver­än­dert geblie­ben, alle ande­ren Lizenzen wur­den um 1–3 Credits ange­ho­ben. Die XXXL-Lizenz für Bilder über 30 Megapixel fällt weg und wird mit der XXL-Lizenz für Bilder über 16 Megapixel zusam­men­ge­legt. Das betrifft vor allem Mittelformat-Fotografen wie Yuri Arcurs oder Illustratoren, die belie­big gro­ße Dateigrößen erstel­len kön­nen.

Credits pro Lizenz alt/neu

  • XS: 1/1
  • S: 2/3
  • M: 4/5
  • L: 5/7
  • XL: 6/8
  • XXL: 7/10
  • XXXL: 8/fällt weg

3. Honoraranpassung

Während die Preiserhöhung eine gute Nachricht ist, folgt nun der sau­re Apfel. Die Fotografenhonorare wur­den „ange­passt“. Das ist Orwellsches Neusprech dafür, dass für die meis­ten Fotografen die pro­zen­tua­len Honoraranteile sin­ken. Hier mal der Vergleich:

Fotografenanteil pro Rank alt/neu

  • Weiß: 30/25
  • Bronze: 32/28
  • Silber: 34/31
  • Gold: 36/34
  • Smaragd: 38/37
  • Saphir: 40/40
  • Rubin: 42/43
  • Diamant: 43/46

Für Fotografen mit dem Saphir-Rank (100.000–250.000 Verkäufe) ändert sich nichts, alle mit nie­deren Rängen erhal­ten weni­ger Anteile, die (mei­nes Wissens nur drei) Fotografen dar­über erhal­ten etwas mehr. Es ist natür­li­ch cle­ver, die Preiserhöhung mit einer „Honoraränderung“ zu kom­bi­nie­ren, so wie es auch schon istock­pho­to, Dreamstime usw. gemacht haben. Aber mir als Fotograf wäre es lie­ber gewe­sen, von der Preiserhöhung zu pro­fi­tie­ren, ohne Prozente abge­ben zu müs­sen. Unter dem Strich kann es aber pas­sie­ren, dass die Fotografen trotz­dem mehr pro Verkauf ver­die­nen, da sie nur bei den XS-Verkäufen weni­ger erhal­ten, bei fast allen ande­ren aber mehr. Je mehr gro­ße Lizenzen gemacht ver­kauft, desto zufrie­de­ner soll­te er sein. Nach kann ich die­se Aussage nicht mit eige­nen Zahlen bestä­ti­gen, aber ich hof­fe, dass ich in 1–2 Monaten berich­ten kann, wie sich die Änderungen auf mei­nen RPI (Return per Image) aus­ge­wirkt haben wer­den. Mehr Zahlenspiele zu den Änderungen fin­den sich auch hier in der Microstock-Group.

Noch ein Hinweis in eige­ner Sache: Alle Informationen (ein­schließ­li­ch der Zitate) sind ohne Gewähr. Ich bin kein Steuerexperte und darf kei­ne recht­li­ch ver­bind­li­chen Aussagen in die­ser Hinsicht tref­fen.

Wie sind Eure ers­ten Erfahrungen mit den Neuerungen bei Fotolia?

Update 12.01.2010: Fotolia infor­miert in deren Forum – vor­läu­fig und unter Vorbehalt – dass zur Zeit bei aus­ge­füll­ten W8-BEN-Formular doch kei­ne ITIN erfor­der­li­ch ist.

Nationale Vorlieben von Bildkäufern

Viele wis­sen, dass bei der Microstock-Bildagentur Fotolia die best­ver­kauf­tes­ten 50 Bilder ange­zeigt wer­den kön­nen, sor­tiert nach den Zeiträumen „heu­te, Woche, Monat, seit Beginn“. Deutlich sicht­bar wird so, dass zum einen Gruppen oder Familien sehr beliebt sind, wie die­se bei­den Fotos:

© pressmaster - Fotolia.com
© press­mas­ter – Fotolia.com
© Monkey Business - Fotolia.com
© Monkey Business – Fotolia.com

Aber auch 3D-Grafiken mit Konzeptmotiven ver­kau­fen sich wie geschnit­ten Brot. Bestes Beispiel ist Ioannes Kounadeas, des­sen anony­me Männchen bestimmt jeder schon mal gese­hen hat:

© ioannis kounadeas - Fotolia.com
© ioan­nis kou­na­de­as – Fotolia.com

Weniger bekannt ist, dass die­se Bestseller auch nach den elf län­der­spe­zi­fi­schen Seiten der Agentur (plus die EU) sor­tiert wer­den kön­nen. Das ermög­licht, zu erken­nen, wel­che Bildvorlieben die Käufer in ver­schie­de­nen Ländern haben.

Ich habe mal eini­ge Auffälligkeiten zusam­men­ge­tra­gen.

USA:

Hier über­wie­gen zum einen die Business- und Konzeptmotive. Dazu zäh­len wie­der die Männchen von Kounadeas (sie­he oben) und auch sol­che Motive:

© Robert Mizerek - Fotolia.com
© Robert Mizerek – Fotolia.com

Das Foto ist ein gutes Beispiel, wie loka­le Besonderheiten die Verkäuflichkeit eines Motivs bestim­men kön­nen. Da die Straßenschilder ein­deu­tig erkenn­bar den US-Standards nach­emp­fun­den sind, ist das Foto dort der Renner, auf allen ande­ren Länderseiten von Fotolia zählt das Foto jedoch nicht zu den best­ver­kauf­tes­ten. In dem Fall ist es dem Produzenten bei trotz­dem über 700 Downloads sicher egal, aber es zeigt, was eine Rolle spie­len kann.

UK:

Generell ähneln die Bestseller in der UK denen in den USA. Viel Business, noch mehr von Kounadeas‘ Männchen. Aber auch hier gibt es das eine regio­na­le Top-Foto, was in ande­ren Ländern weni­ger gut läuft:

© Joe Gough - Fotolia.com
© Joe Gough – Fotolia.com

Der Grund liegt wie­der in den typi­schen Eigenheiten des Landes. Diese Art der Bebauung ist dort am ver­brei­tets­ten, das Foto ent­stand auch in Großbritannien und dort wird es dann benutzt. Für Reiseführer ist es nicht span­nend genug, aber für Broschüren von Immobilienmaklern oder zur Illustration von Artikeln über die Immobilienkrise ist das Foto ide­al.

Deutschland:

Deutschland wird alt. Bei kei­nem der ande­ren Länder sind Seniorenfotos in den Top 50. Auf der deut­schen Seite jedoch gibt es gleich drei Fotos von alten Menschen, zum Beispiel die­se bei­den:

© absolut - Fotolia.com
© abso­lut – Fotolia.com

Auch sti­li­sier­te Öko-Fotos von total unbe­rühr­ter Natur sind hier häu­fi­ger zu fin­den. Das Foto wur­de über 1200 mal run­ter­ge­la­den, aber vor allem in Deutschland:

© Hubert Körner - Fotolia.com
© Hubert Körner – Fotolia.com

Spanien:

Was für eine Überraschung: Das Land im Süden Europas ist das ein­zi­ge, wel­ches eine Südfrucht als Topseller prä­sen­tiert. Diese Orange fin­det sich bei den ande­ren Ländern nicht in der Liste:

© volff - Fotolia.com
© volff – Fotolia.com

Woran das liegt? Wahrscheinlich benut­zen vie­le Orangen-Anbauer so ein Foto für ihre Werbebroschüren und Webseiten, mit denen sie ihre Früchte an Großhändler oder Endkunden ver­kau­fen.

Frankreich:

Das inof­fi­zi­el­le Motto des Landes „Laissez Faire“ (Machen las­sen) spie­gel sich in der Beliebtheit der Bilder wie­der. Gefragt sind in Frankreich sehr ruhi­ge, grü­ne Fotos, aber auch medi­ta­ti­ve, ja zen-artige Fotos wie die­ses:

© Maceo - Fotolia.com
© Maceo – Fotolia.com

Italien:

Achtung, Klischees! Woran denk­st Du beim Wort „Italien“? Richtig! Gutes Essen. Darum sind auch die­se bei­den Fotos in Italien so beliebt, die auf kei­ner der ande­ren Länder-Top-Listen erschei­nen:

© wilderness - Fotolia.com
© wil­der­ness – Fotolia.com
© Tomo Jesenicnik - Fotolia.com
© Tomo Jesenicnik – Fotolia.com

Viele ver­schie­de­ne Lebensmittel, lie­be­voll arran­giert, üppig und appe­tit­li­ch foto­gra­fiert. Ich fra­ge mich, wie vie­le Restaurants dort mit die­sen Fotos wer­ben?

Portugal:

Bei Portugal gibt es drei Motive, die sich sehr gut ver­kau­fen: Gesunde Lebensmittel, das heißt, sol­che Fotos wie bei Italien, nur mit Obst und Gemüse, gro­ße Menschengruppen und Wellness/Strand-Motive. Letzteres hängt sicher mit der ört­li­chen Tourismus-Industrie zusam­men. Ihr wißt schon: Den gan­zen Tag am Strand lie­gen und sich dana­ch mas­sie­ren las­sen.

© Dash - Fotolia.com
© Dash – Fotolia.com

Polen:

Noch mehr als die Portugiesen lie­ben die Polen gro­ße Menschenansammlungen. Keine Ahnung, war­um:

© Kurhan - Fotolia.com
© Kurhan – Fotolia.com

Ebenfalls beliebt sind eher kon­ser­va­ti­ve Vektoren-Ornamente.

Brasilien:

In Brasilien sind strah­len­de Zahnreihen in lachen­den Mündern und Gesichter von brü­net­ten Frauen der Renner. Gleich fünf Fotos davon fin­den sich hier in den Top 50. Fast alle davon tau­chen auf den ande­ren Länderseiten nicht auf:

© T.Tulic - Fotolia.com
© T.Tulic – Fotolia.com

Ob das was mit dem Karneval in Rio zu tun hat? Noch eine Kuriosität am Rande: Auch ein Brötchen- und Bambusfoto lau­fen hier bes­ser als anders­wo.

Japan:

Nun gut, es ist kei­ne Überraschung, dass in Japan eher japa­ni­sch aus­se­hen­de Frauen ver­kauft wer­den. Die vie­len Blumenbilder sind jedoch nicht ganz so nahe­lie­gend.

© chinatiger - Fotolia.com
© chi­na­ti­ger – Fotolia.com

Ganz befremd­li­ch hin­ge­gen fin­de ich die flie­gen­de Kuh, die in Japan der Hit ist. Hat da jemand eine Erklärung? Gibt es einen popu­lä­ren Manga damit?

China:

Wer nach Japan denkt, er wüss­te, was nun kommt, hat sich getäuscht. Fotos von Chinesen fin­den sich nicht in der chi­ne­si­schen Top-Verkaufsliste. Dafür ein Foto von Menschen beim Oktoberfest. Außerdem Geschenke, Schleifen, Schoko-Täfelchen. Und Schuhe. Viele Schuhe:

© Anna Golubeva - Fotolia.com
© Anna Golubeva – Fotolia.com

Außerdem ist der Öko-Gedanke stark aus­ge­prägt. Es gibt vie­le Fotos von Weltkugeln und grü­nen Konzepten in der Liste. Oder eine Kombination aus bei­dem:

© lapie - Fotolia.com
© lapie – Fotolia.com

EU:

Yep, Europa wächst zusam­men und her­aus kommt ein büro­kra­ti­sches Ungetüm. Fotolia hat im Zuge des Erstarkens des Europäischen Parlaments eine eige­ne „Landing-Page“ für die Europäer erstellt. Und was kau­fen die? Fast nur Kounadeas‘ Männchen:

© ioannis kounadeas - Fotolia.com
© ioan­nis kou­na­de­as – Fotolia.com

Oder not­falls ande­re Business-Konzepte. Diese anony­men 3D-Figuren haben den gro­ßen Vorteil, dass sich kei­ne euro­päi­sche Nation benach­tei­ligt füh­len kann, wie es bei zu hel­len oder zu dunk­len Hautfarben der Fall wäre. So gese­hen schon cle­ver.

Was für regio­na­le Unterschiede habt ihr fest­stel­len kön­nen?