Schlagwort-Archive: Tutorials

Stockfotografie-News 2013-03-22

Es ist schon wieder ca. sechs Wochen her,seit ich den letzten News-Rundumschlag rausgehauen habe. Deswegen geht es heute wieder mit den aktuellen Meldungen aus der Bilderbranche.

  • Fangen wir mit etwas Statistik an: Die Ergebnisse der großen Microstock-Umfrage 2012 von MSG sind online. Wer wissen will, wo er im Vergleich zu anderen Microstockern steht, findet dort die Antworten.
  • Letztes Jahr war es der große Trend, jetzt gibt es die ersten Opfer: Die Smartphone-Bildagentur Pictorama quittiert ihren Dienst.
  • Ebenfalls aufgeben musste die Hamburger Bildagentur Fotocent, welche zum 30.4.2013 ihre Pforten wegen Geldmangels schließt.
  • Ganz anders bei Shutterstock: Nach ihrem Börsengang veröffentlichte die Agentur am 21.2.2013 ihre Geschäftszahlen für 2012 und gleich darauf verdoppelte sich der Aktienkurs fast.
  • Die eher im Video-Bereich beheimatete Agentur Pond5 übernahm gerade erst die Microstock-Agentur Pixmac. Ich weiß noch nicht, wie ich das einordnen soll, weil ich von Pond5 viel halte, von Pixmac jedoch eher wenig. Aber hoffen wir, dass sich das jetzt zum Positiven wenden wird.
  • Clipdealer führt zum 1.3. eine „Social Media-Lizenz“ ein. Damit können Bildkäufer gegen 1,50 Euro Aufpreis bei Fotos (3 Euro bei Videos) die Werke auch in sozialen Netzwerken veröffentlichen. Wegen der oft sehr weitreichenden Rechteeinräumung bei Seiten wie Facebook, Pinterest etc. sollten Fotografen sich gut überlegen, ob sie diese Lizenz aktivieren wollen. Eine Übersicht über den unzureichenden Metadaten-Erhalt bei sozialen Netzwerken gibt es hier.
  • Wie sehen Porno-Stars ohne Make-Up aus? Wer das schon immer mal wissen wollte, findet die teils erschreckende Antwort hier.
  • Eine umfangreiche Sammlung von vielen Tutorials für die Foodfotografie gibt es im Blog von Jenncuisine.
  • Seid ihr von den vielen Ablehnungen wegen „zuviel Ähnlichkeit“ bei Dreamstime genervt? Die Agentur verspricht, ab sofort wieder mehr ähnliche Bilder durchzulassen.
  • iStockphoto setzt das Upload-Limit für Vektorgrafiken auf 999 Dateien pro Woche und schafft das Limit damit de facto ab. Es scheint, als ob der Versuch einer Volumenbegrenzung heutzutage nicht mehr sinnvoll ist?
  • Die neue Agentur Disimage will den Klischees im Bildermarkt gänzlich andere Motive, skurril und abgefahren, gegenüberstellen.
  • Adobe plant, den Verkauf von Photoshop und der Creative Suite als CD-Version im Mai gänzlich einzustellen. So sehr ich diesen Schritt wegen neuer Vertriebsmethoden verstehen kann, so sehr fürchte ich doch, dass danach mittelfristig eine Preiserhöhung der Creative Cloud anstehen könnte.
  • Wer sich ärgert, dass die Lichtsetzungs-App Strobox lange nicht weiterentwickelt wurde, findet vielleicht in Sylights eine durchdachte und – noch – kostenlose Alternative.
  • Unter welchen Bedingungen darf man Werbung mit Prominenten machen? Ein aktuelles Urteil wegen eines Brüderle-Fotos zeigt die Grenzen auf.
  • Birgit Engelhardt veröffentlicht auf ihrem Blog hunderte Texturen und Hintergründe, die ausdrücklich auch kommerziell und für die Nutzung in Stockfotos genutzt werden dürfen.
  • Einen kostenlosen Photoshop-Pinsel für die Erstellung von Sommersprossen gibt es hier.
  • Wer es noch nicht gemerkt hat: Sowohl mein Stockfotografie-Verdienst-Rechner als auch mein Fotolia-Ranking-Rechner funktionieren wieder. Schuld war ein neues Plugin, was Amok gelaufen ist.
  • Noch was Lustiges: Der Musiker Darwin Deez hat für sein Musikvideo zum Song „You Can’t Be My Girl“ komplett auf Stock-Videos zurückgegriffen. Noch lustiger ist, dass zwei der Videos (bei Minute 1:01 und 1:17 von mir sind, aus der Fotosession, die ich im letzten Blogbeitrag vorgestellt habe.)
  • Gerade frisch rein: Shutterstock plant auch eine Bildagentur oder Kollektion namens „Offset„, mit hochwertigem Premiummaterial.

Habe ich was vergessen? Dann bitte einfach in den Kommentaren nachtragen.

Rezension – DVD-Training-Serie mit Lichtsetups von Krolop & Gerst

Vor einer Weile hatte ich den beiden Fotografen Martin Krolop und Marc Gerst bei der Erstellung eines Video-Tutorials über die Schulter geschaut.

Heute will ich die dazugehörigen DVDs besprechen, was bei einer vorliegenden Gesamtlaufzeit von über 11 Stunden logischerweise etwas gedauert hat.


Ich habe mir diese drei Teile (mit insgesamt vier DVDs) angeschaut, insgesamt haben die beiden mittlerweile aber schon acht verschiedene DVD-Trainings im Angebot und sie arbeiten hart daran, dass es noch mehr werden. Es liegt auf der Hand, dass jedes DVD-Training ein anderes Thema abhandelt, aber einiges ist auch identisch.

Die meisten DVDs richten sich an Fotografie-Anfänger, Profis werden vielleicht wenig Neues lernen, dafür aber ihre Neugier befriedigen können, wie andere Fotografen arbeiten und was für Ergebnisse sie erzielen. Doch dazu gleich mehr. Die Aufnahmetechnik ist auf den ersten DVDs etwas – na ja – bescheiden, die Musik eher nur für Techno-Fans und Martins Kommentare können schnell mal langatmig werden oder er verhaspelt sich und muss dann die Models fragen, was er eigentlich sagen wollte. Da dachte ich mir des öfteren schon: „Ja, Martin, ich hab’s verstanden, bitte weiter im Text„.

Blöd ist auch, dass sich die DVDs von den meisten DVD-Spielern nicht abspielen lassen, da die Videos entweder im FLV-Format oder MP4/MOV-Format vorliegen. Dafür sind auf jeder DVD die Videos auch in kleiner Auflösung dabei, sodaß sie sehr bequem auf dem iPhone oder anderen Smartphones angeschaut werden können. Die Länge der einzelnen Videos ist mit ca. 5-15 Minuten auch sehr passend, um sie häppchenweise auf dem Weg zur Arbeit oder Uni zu sehen.

Was die DVDs auszeichnet, sind andere Dinge: Zum einen sind die meisten DVD-Trainings zu eingerichtet, dass nur wenig Material gebraucht wird und der Anfänger nicht fürchten muss, sich die benötigten Geräte nicht leisten zu können. Zum Beispiel gibt es die „One Light„-Serie, bei der eindrucksvoll gezeigt wird, wie mit einer einzigen Lichtquelle sehr unterschiedliche Setups umgesetzt werden können oder die „Let’s Bounce„-Serie, welche nur mit Reflektoren der Firma California Sunbounce arbeitet. Das „Special Light„-Training zeigt, wie mit Dauerlicht, Neonröhren, Ringlicht und anderen Lichtquellen gearbeitet werden kann.

Desweiteren gibt es noch die Trainings „ Wie man Menschen fotografiert oder es besser nicht tun sollte„, „Action & Sport“ oder „Mobiles Blitzen„, die ich jedoch noch nicht gesehen habe.

Das Gute an den Videos von Krolop & Gerst ist, dass sie trotz ihrer manchmal holprigen Art sehr gut das Wesentliche vermitteln: Die Arbeit mit Licht! Es geht darum, gute Fotos zu erhalten, mit so wenig Mitteln wie möglich. Die Erklärungen sind gut verständlich und nach dem Betrachten der Videos bleiben keine Fragen offen. Die Kameraeinstellungen und Blitzeinstellungen werden genau erläutert, der Set-Aufbau wird ausführlich gezeigt, die Kommunikation zwischen Model und Fotograf ist zu sehen und sogar nach dem Shooting hören die Trainings nicht auf. Auf den DVDs sind – und das ist sehr selten – die Rohdaten der Fotografen aus der Kamera dabei sowie deren bearbeitete Versionen und einige Videos, in welchen die Bildbearbeitungsschritte in Lightroom und Photoshop gemeinsam durchgegangen werden. Wer sich also ein Model schnappt und einen Blitz besitzt, sollte sehr einfach und schnell ähnliche Ergebnisse wie auf den DVDs erzielen.

Im Blog von Krolop & Gerst gibt es auch unzählige Videos zum kostenlosen Anschauen. Ihr wisst also vorher genau, welcher Stil euch erwartet, wenn ihr eine der DVDs kauft. Ich empfehle für den Anfang vor allem die Doppel-DVD „One Light Setups“ (Basics/Teil1).

Manchmal werde ich gefragt, ob man mir bei einem Fotoshooting zuschauen dürfte. Das ist möglich, aber zeitlich oder örtlich nicht immer machbar. Das Ansehen dieser DVDs hat jedoch fast den gleichen, wenn nicht sogar einen größeren Lerneffekt.

Wie lernt ihr am liebsten? Mit Büchern, DVDs, Workshops?