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Was Bildkäufer suchen: Gefragte Foto-Motive

Für ca. vier Jahren schrieb ich im Blog kurz über die Schließung des Fotografen-Portals „Digital Railroad“ (DRR). Die meisten werden sich kaum noch an die Firma erinnern, aber ich weiß noch, dass DRR einen interessanten Blog hatte, in dem sie ab und zu Bildthemen beschrieben, die bei Käufern sehr gefragt sind.

Da diese erstens immer noch aktuell sind und zweitens das Thema eine passende Fortsetzung zu meinem letzten Blog-Artikel „Die Liste der Bestseller: Welche Bilder verkaufen sich am meisten?“ sind, möchte ich euch einige der Motive und Bereiche vorstellen, die bei Bildkunden beliebt sind.

  • Leute beim Wasser trinken:
    Es lohnt sich vielleicht nicht, für dieses Motiv ein komplettes Shooting zu planen, aber aufgrund der wenigen Requisiten, die fast immer griffbereit sind, lohnt es sich, das Motiv im Hinterkopf zu behalten. Vor allem nicht nur junge Frauen beim Workou, die Wasser trinken, sondern auch Kinder, Senioren (Dehydratation) und Familien.
  • Die Business-Seite der Medizin:
    Sowohl die Geschäftswelt als auch Medizinthemen sind zwei Bereiche, die sich immer gut verkaufen. Wie wäre es, beide miteinander zu kombinieren? Ärzte behandeln Geschäftsleute, Patienten bezahlen eine Arztrechnung, Patienten beim Einchecken ins Krankenhaus, Manager im Wartezimmer und so weiter…
  • Gleichgeschlechtliche Paar-Freizeit:
    Es gibt haufenweise Bilder von Hetereo-Paaren in ihrer Freizeit und von homosexuellen Paaren im Bett. Deutlich weniger Fotos gibt es von zwei Männern oder zwei Frauen (abgesehen von Shopping-Fotos) in der Freizeit, zum Beispiel beim Wandern, im Kino, beim Kegeln oder ähnliches. Die Bilder brauen keine erotische Komponente, im Vordergrund soll der Spaß stehen, es könnten also auch einfach zwei Freunde oder Freundinnen sein, nicht unbedingt ein Paar. Als Fotograf solltet ihr den Models jedoch klar machen, dass Kunden auch den Paar-Aspekt betonen könnten.
  • Anonyme Aufnahmen:
    Damit sind keine Paparazzi-Fotos aus dem Busch gemeint, sondern Bilder von Personen, die nicht erkennbar sind, weil sie entweder mit dem Gesicht von der Kamera abgewandt sind oder das Gesicht durch die Hände oder andere Dinge verdeckt sind. Solche Bilder werden gerne von Pharmafirmen benutzt oder in anderen sensiblen Bereichen wie Artikeln über menschliche Tragödien oder einfach deshalb, weil sich die Betrachter mit einer anonymen Person besser identifizieren können.
  • Normale Geschäftsleute:
    In Macrostock-Agenturen lassen sich leicht Bilder von Managern in der Wüste, im Wasser oder auf Bergen finden, aber von den ganz normalen Büroszenen am Schreibtisch, beim Telefonieren oder Bearbeiten von Akten werden auch immer Bilder gebraucht.
  • Produktvergleich beim Einkauf:
    Oft stellt sich beim Shopping die Frage: Kaufe ich dieses oder lieber jenes Produkt? Das kann gut visualisiert werden und wird von Käufern gerne gesehen.
  • Personen beim Hiking:
    Paare, Familien oder einzelne Personen beim Wandern, Bergsteigen, Hiking oder Trekking. Die Ausrüstung sollte modern und ohne erkennbare Markennamen und Logos sein. Ideal wäre es, wenn neben generischen Landschaften auch Bilder mit klarem Bezug zum Ort gemacht werden, da Reiseführer etc. gerne Menschen in einer bestimmten Gegend beim Wandern zeigen wollen.
  • Ein Tag im Leben:
    Damit sind Aufnahmen gemeint, die eine Person, ein Paar oder eine Familie bei einem „typischen“ Tagesablauf zeigen, also vom Aufstehen, Waschen, Frühstücken, zur Arbeit gehen, beim Arbeiten, bei der Mittagspause, abends mit Freunden und so weiter. Diese Art von Bilderserien ist in den letzten Jahren beliebter geworden, weil die Bildpreise gesunken sind und Firmen es sich jetzt im Wortsinne erst leisten können, mit viel mehr Bildern eine Geschichte oder Werbebotschaft zu illustrieren.

Was habt ihr feststellen können? Welche Motive gehen bei euch besonders gut? Oder falls ihr Bildkäufer seid: Wonach sucht ihr selbst händeringend?

Trends in Werbeslogans für Stockfotos nutzen

Neulich bin ich über eine hilfreiche Webseite gestolpert.

Auf slogans.de findet ihr den Slogometer! Dort werden Werbesprüche auseinandergenommen und die Wörter nach ihrer Häufigkeit sortiert. Hier mal die 20 beliebtesten Wörter aus der Werbung von 2009/2010.

Die 20 meistgenutzten Wörter in Werbeslogans von 2010
Die 20 meistgenutzten Wörter in Werbeslogans von 2010

Außerdem können die Wörter nach ihrer Beliebtheit in verschiedenen Epochen (50er Jahre, 60er Jahre, etc.) angezeigt werden und wie in anderen Charts auch werden die Neueinsteiger, Aufsteiger und Absteiger gesondert markiert.

Was nützt das einem Stockfotografen? Sehr viel! Die Werbeagenturen brauchen für die Slogans auch Bilder zur Illustration, die sie häufig bei Bildagenturen kaufen.

Wer es schafft, in diesem Sammelsurium so trivialer Worte wie „hier, mehr, ich, sie, gut“ Trends zu erkennen und sie passend zu bebildern, kann durch mehr Verkäufe mehr Geld verdienen. Eine Hilfe ist zum Beispiel, sich auf die Substantive und Verben zu konzentrieren. Da wären unter anderem „leben, erleben, Energie, Power, Zukunft, Liebe, Qualität, Urlaub, entdecken, genießen“. Außerdem sind das gleich Hilfen für die richtige Verschlagwortung von Stockfotos.

Der Vergleich mit den älteren Slogan-Trends lässt auch einiges erkennen.

Abgesehen davon, dass Anglizismen in der Werbung deutlich zunehmen, ist auch eine Verschiebung der Ansprache zu erkennen. Waren in den 1950er Jahren „Man, sie, ihr, du, ich“ die vorherrschenden Personalpronomen, dominieren 2010 die Fürwörter „Wir, dein, sie, ich“. Die Ansprache wird persönlicher, Gruppen und Gemeinsamkeiten werden wichtiger.

Einen Wandel gibt es auch bei den Substantiven. In den 1950er Jahren wurden meist klassische Genussmittel wie Bier, Kaffee, Sekt, etc. benannt und Werte wie Kraft, Sicherheit, Frische und Fortschritt. Das gibt es heute kaum noch. Stattdessen gibt es Werte, Natur, Internet, Art, Style und Design. Wenn ich das als Laie interpretiere: Weg vom konkreten Nutzen hin zum diffusen Lebensgefühl. Ich vermute sogar, dass mit Werbeanzeigen von heute viel einfacher ganz andere Produkte beworben werden könnten als früher. Macht den Test: Schaut Euch Werbung an und blendet den Markennamen und das Logo aus. Funktioniert es?

Was könnt ihr für hilfreiche Informationen aus den beliebtesten Werbeslogans ziehen?

(P.S. Ich weiß, dass „man“ kein Personalpronomen ist, aber es dient der Kundenansprache)