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Das Sterben der kleinen Bildagenturen wird weitergehen

Zum Jahresanfang habe ich mich hingesetzt und meine Zahlen etwas ausführlicher analysiert.

Diesmal ging es vor allem um die Performance der vielen kleinen Bildagenturen, die ich parallel zu den „Big Playern“ im Microstock-Business beliefere. Gibt es eine Veränderung bei den kleinen Agenturen? Ins Positive oder Negative?

Dazu habe ich die umfangreiche Liste meiner eigenen Umsatzzahlen zur Hilfe genommen.

Meine Liste umfasst aktuell 37 Agenturen, die ich im Laufe der Jahre beliefert habe. Dazu zählen auch zwei Agenturen, die ich doppelt mit unterschiedlichem Material zu verschiedenen Preispunkten (Micro/Macro) beliefert habe bzw. hatte sowie mein mittlerweile aufgegebener eigener Bildershop. Außerdem sind da noch einige Agenturen enthalten, welche schon längst nicht mehr auf dem Markt sind, zum Beispiel StockXpert, Polylooks oder Fotocent.

Weggelassen habe ich außerdem Agenturen, welche ich nur mit Videos beliefere (z.B. Pond5, Revostock oder Clipcanvas) sowie Agenturen, welche ich erst seit weniger als fünf Jahren beliefere (z.B. Canva, Mostphotos oder Alamy).

Übrig geblieben ist eine Liste mit 20 Agenturen. Ich habe lange überlegt, ob ich konkrete Namen oder Zahlen nenne, aber mich aus verschiedenen Gründen dagegen entschieden. Die Motivation, meine Umsatzzahlen nicht mehr zu nennen, habe ich hier dargelegt und da die Kurven einiger Agenturen nicht zu positiv aussehen, möchte ich nicht noch mal einen Rechtsstreit vom Zaun brechen.

Ich finde jedoch, dass die Diagramme trotzdem eine gewisse Aussagekraft haben.

Wichtig war mir, langfristige Trends zu erkennen, ohne von saisonalen Ausreißern wie dem Weihnachtsgeschäft oder der Sommerflaute abgelenkt zu werden. Deswegen habe ich von jeder Agentur den Monatsumsatz als Jahresmittelwert genommen, also wie viel Geld ich bei dieser Agentur über das Jahr gerechnet (und durch zwölf geteilt) eingenommen habe.

Insgesamt sieht das dann so aus:

jahresschnitt-alle-agenturenDas Pareto-Prinzip ist hier sofort erkennbar. Zwei der zwanzig Agenturen liefern den größten Teil meiner Umsätze. Da es ohnehin kein großes Geheimnis ist, kann ich die beiden Namen auch nennen: Fotolia* (grün) und Shutterstock* (lila). Leider verzerren die beiden Ausreißer nach oben die Aussagekraft, weshalb ich die beiden Agenturen in der folgenden Grafik weggelassen habe:

jahresschnitt-ohne-ft-shsSchon besser. Die restlichen 18 Agenturen sind fast alle als Linie zu erkennen. Die beiden Ausreißer nach oben diesmal sind Dreamstime* (türkis) und 123rf* (gelb).

Wenn wir diese weglassen, verteilen sich die restlichen 16 Agenturen so:

jahresschnitt-ohne-ft-shs-dt-123rf

Endlich kommt Licht in das, was auf der ersten Grafik noch wie ein dicker bunter Strang aussah. Gut zu erkennen ist, dass fast alle der 16 Agenturen mühsam vor sich hin vegetieren oder ganz klar jedes Jahr weniger Umsatz für mich erwirtschaften. Es gibt nur zwei Ausnahmen: Die hellgraue Linie (wurde vor einigen Jahren von einer großen Agentur aufgekauft) sowie die orangene Linie, die sich mühsam auf den dritten (bzw. insgesamt siebten Platz) hochgearbeitet hat. Auch diese Agentur gehört einer anderen großen Agentur.

Fairerweise muss ich an dieser Stelle einwerfen, dass ich bei einigen dieser Agenturen das Hochladen von Bildern schon eine Weile eingestellt habe, weil der zeitliche Aufwand größer war als der Umsatz auf dieser Seite. Eine gleichbleibende Portfolio-Größe wird in der Microstock-Branche oft als Faktor für einen langfristigen Umsatzrückgang gewertet, weil die Bilder „veralten“ und irgendwann weniger gekauft werden.

Wenn ich diese neun Agenturen ebenfalls entferne, bleiben sieben Agenturen übrig und das Diagramm sieht so aus:

jahresschnitt-ohne-ft-shs-dt-123rf-und-no-uploader

Egal welche der letzten beiden Grafiken ich mir ansehe, sie sehen beide traurig aus. Vor allem, wenn man im Hinterkopf hat, dass sich bei jeder dieser 7 Agenturen mein Bildbestand mindestens verdoppelt, in einigen Fällen sogar mehr als verzehnfacht hat. Wer als Agentur mit einem zehnfachen Bildbestand trotzdem fünf Jahre lang umsatzmäßig stagniert, wird auch in Zukunft keine rosigen Zeiten erwarten können.

Eine der neun nicht mehr belieferten Agenturen, die österreichische Agentur Waldhäusl, hat im April 2014 den Betrieb einstellen müssen und eine andere Agentur dieser neun wurde ebenfalls 2014 von einer anderen Bildagentur aufgekauft und geschlossen. Vor wenigen Wochen wurde bekannt gegeben, dass eine der restlichen sieben Agenturen in den kommenden Monaten das gleiche Schicksal ereilen wird.

Was sagt mir das?

Für mich sind die Zeichen eindeutig: Die kleinen Bildagenturen sterben weg!

Die vier großen Agenturen haben alle über 30 Millionen Bilder im Portfolio, die weiteren Agenturen mit einem positiven Trend haben alle eine andere große Agentur im Rücken. Der Rest erwirtschaftet nur niedrige drei- oder sogar nur zweistellige Beträge im Monat mit meinen teils über 10.000 Fotos. Da ich weiß, dass ich damit in der Regel zu den oberen 10% der Bildlieferanten gehöre, kann ich über den Daumen gepeilt vermuten, dass die Gesamtumsätze der jeweiligen Bildagenturen bescheiden sind. Da wundere ich mich manchmal, wie die Agenturen teilweise zwei Geschäftsführer oder Eigentümer bezahlen können.

Teilweise finde ich die mäßige Performance schade, weil ich weiß, wie viel Herzblut die Agenturinhaber in ihre Agenturen stecken. Nüchtern betrachtet erleichtert es mir aber meine Arbeit, meine Bilder nicht mehr bei 15 oder 20 Agenturen zu streuen, sondern sich auf die zehn umsatzstärksten zu konzentrieren.

Ich vermute stark, dann in diesem und dem nächsten Jahr noch einige der Agenturen aus den letzten beiden Grafiken den Betrieb einstellen werden oder von anderen Agenturen übernommen werden. Erst gestern kam zum Beispiel die Info rein, dass Mauritius Images, vormals eine der großen deutschen Agenturen, vom in der Szene eher unbekannten Stefan Ploghaus aufgekauft wurde.

Zwar habe ich in der Vergangenheit viel Zeit (und damit auch Geld) in den Aufbau meines Portfolios bei kleinen Agenturen gesteckt, aber mittlerweile ist es mir lieber, wenn weniger Agenturen meine Bilder vertreiben, weil es neben der Zeitersparnis auch das Risiko von unseriösen Partneragenturen oder undurchsichtigen Deals mit anderen Agenturen verringert. Deshalb werde ich in den nächsten Monaten beginnen, meine Bilder aus einigen Agenturen abzuziehen und die Accounts schließen zu lassen.

Was sind eure Erfahrungen? Wie schätzt ihr die Entwicklung ein?

* Affiliate

Die 10 meistverkauftesten Smartphone-Bilder 2014 aus der Instant Collection von Fotolia

Smartphone-Fotos sind der neue Trend.

Fast alle der großen Bildagenturen haben eine eigene Collection mit Handybildern. Aber welche davon verkaufen sich am besten?

Ich habe die Bildagentur Fotolia gefragt, welche Smartphone-Bilder sich im Jahr 2014 aus deren Instant Collection am meisten verkauft haben.

Hier sind die Top 10 der meistverkauften Handyfotos 2014:

  1. @ robimhl - Fotolia.com
    © robinmhl – Fotolia.com

    Auf Platz eins landet ein Foto von einem Color Run mit Holi-Pulver in Melbourne, Australien. Erstaunlich daran ist auch, dass es nur acht Suchbegriffe hat, die kaum etwas mit dem Lauf oder den Holi-Farben selbst zu tun haben: „color, colors, happiness, youth, colorful, summer, festival, music„. Ich vermute stark, dass neben dem Suchbegriff „Farben“ vor allem „Festival“ und „Jugend“ die ausschlaggebenden Begriffe für die ganzen Verkäufe waren.

  2. © Jürgen Fälchle - Fotolia.com
    © Jürgen Fälchle – Fotolia.com

    Auf dem zweiten Platz eine Treppe hin zur strahlenden Sonne. Vermutlich wurde das Bild jedoch nicht wegen dem Sonnenuntergang (oder Sonnenaufgang) ein Bestseller, sondern wegen der gut gewählten konzeptionellen Suchbegriffe, die mit 50 Wörtern voll ausgereizt wurden und mit Begriffen wie „Glaube, Vision, Zukunft, Ostern, etc.“ sehr konzeptionell besetzt sind.

  3. © robinmhl - Fotolia.com
    © robinmhl – Fotolia.com

    Was sich einmal gut verkauft, könnte sich doch in einer Variation ebenfalls verkaufen? Stimmt bei diesem Foto vom Festival sehr gut, weil es neben dem ersten auch gleich den dritten Platz belegen konnte, diesmal nur mit sieben Suchbegriffen. Mir gefällt besonders, wie unten die ganzen Smartphones zu sehen sind, mit denen andere Leute ebenfalls Fotos machen.

  4. © Christianmutter - Fotolia.com
    © Christianmutter – Fotolia.com

    Auf dem vierten Platz ein junger Mann beim Springen. Nicht ganz scharf, ausgefressener Himmel, egal, das Motiv ist stimmig und mit nur neun Suchbegriffen knackig und passend verschlagwortet. Solche Fotos zeigen mir immer wieder, dass die Bildagenturen auch bei Fotos einer DSLR mal ein Auge zudrücken könnten, wenn es um Chromatische Abberation und andere Bildfehler geht, solange das Motiv gut verkäuflich wäre.

  5. © samantoniophoto - Fotolia.com
    © samantoniophoto – Fotolia.com

    Auf dem fünften Platz landet dieses Bild: Surfer im Sonnenuntergang. Ein nahezu perfekter Sonnenuntergang bildet hier die Kulisse für das kalifornische Urlaubs- und Strandfeeling.

  6. © uliner - Fotolia.com
    © uliner – Fotolia.com

    Die Skyline von Chicago landete auf Platz 6 der am häufigsten verkauften Smartphone-Bilder. Mit dabei nur sechs Suchbegriffe: „sunrise, skyline, chicago, city, sky, clouds“. Knapper hätte ich es auch nicht formulieren können.

  7. © eelarson - Fotolia.com
    © eelarson – Fotolia.com

    Diese Schuhe an der Bordsteinkante in New York City sind mein persönlicher Favorit in der heutigen Liste. Es ist eine optische Täuschung, hier wird der Himmel auf den Kopf gestellt und es vermischt sich der Sprung ins kalte Wasser mit Selbstmordgedanken. Ihr seht schon, Konzepte stecken viele im Bild, zusätzlich zum lustigen ersten Eindruck.

  8. © Patrizia Tilly - Fotolia.com
    © Patrizia Tilly – Fotolia.com

    Der Platz acht mit den springenden Kindern am See scheint inhaltlich eine Kombination der obigen Themen zu sein: Strand, Sonnenuntergang, Jugend, Sprung. Ich vermute, hier wurde mit Filtern leicht nachgeholfen, aber wenn es dem Gesamteindruck zuträglich ist, warum nicht?

  9. © chrispinmx - Fotolia.com
    © chrispinmx – Fotolia.com

    Dieses Foto von Yoga am Meer hält den Rekord der heutigen Serie: Nur ganze vier Suchbegriffe führten hier zu den ganzen Verkäufen, die das Bild zu einem Bestseller machten: „Sonnenaufgang, Meer, Yoga, meditieren“. Genau das ist auch auf dem Bild zu sehen.

  10. © omarparguera - Fotolia.com
    © omarparguera – Fotolia.com

    Das letzte Bild zeigt Angeln beim Hochseefischen. Auch hier reichen sechs Keywords, um die Szene zu beschreiben: „fishing, ocean, sea, boat, wave, offshore“.

Warum ich so auf den Suchbegriffen und deren Anzahl herumreite? Weil es erstens genau das ist, was über den Erfolg eines Fotos entscheidet und weil es hier zweitens zeigt, dass weniger, aber sehr genau treffende Suchbegriffe zu mehr Verkäufen führen können. Wenn 6 der 10 gezeigten Bilder weniger als zehn Keywords nutzen, wird das schon seinen Grund haben.

Was können wir sonst noch lernen?

Alle Fotos sind im Freien entstanden. Naheliegend bei Smartphones, weil die Qualität bei wenig Licht oft noch nicht ausreicht, vielleicht aber auch ein Zeichen, dass Bilder von Spaß und Freizeit (sieben der zehn Bilder zeigen Freizeitaktivitäten) sehr gefragt sind.

Erstaunt hat mich der hohe Anteil von Sonnenauf- oder untergängen. Bei der Hälfte der Bestseller ist die Sonne ein wichtiger Faktor im Bild. Dabei hatte ich das Motiv gedanklich schon abgeschrieben, weil Bildagenturen früher gebetsmühlenartig wiederholt hatten, dass sie genug Bilder von Sonnenuntergängen hätten. Vermutlich ist der Kniff dabei, die Sonne mit Menschen zu kombinieren: Auf sieben der zehn Bilder sind Menschen zu sehen, wenn oft auch nicht individuell erkennbar.

Smartphone-Bilder haben 2014 eindeutig Einzug in die professionelle Stockfotografie gehalten. Ich selbst habe letztes Jahr mit ca. 400 Bildern knapp 1000 Dollar Umsatz erzielen können, was mich zum Jahresende motiviert hat, verstärkt Handybilder anzubieten.

Wer noch mehr Bilder aus der Instant Collection von Fotolia sehen will, findet hier eine Zusammenstellung der schönsten Bilder.

Was war euer Smartphone-Bestseller 2014?

Neues Keyword-Trends-Tool bei Shutterstock

Viele Bildagenturen überbieten sich mit Aktionen zur Kundengewinnung: 10% Rabatt hier, 20% da, dort ein Amazon-Gutschein ab einer Mindestbestellmenge, hier die Verlosung einer Reise oder eines iPad.

Für die Fotografen haben die Bildagenturen nur selten guten Nachrichten parat, eher schocken sie mit Honorarkürzungen oder Ablehnungsorgien. Eine positive Ausnahme ist Shutterstock. Vor einigen Wochen schenkten sie den Fotografen die Testversion eines Tools, mit dem diese sehen können, welche Suchbegriffe am häufigsten zum Verkauf eines Bildes führten.

Gestern gab Shutterstock ein weiteres hilfreiches Keyword-Analyse-Tool namens „Keywords Trends“ in der Testphase frei. Das besteht aus zwei Teilen.

Einerseits gibt es eine Diagramm-Ansicht, bei der Fotografen die Häufigkeit von verwendeten Suchbegriffen im Zeitverlauf vergleichen können. Das ist zum Beispiel hilfreich, um rauszufinden, wann genau es sich lohnt, saisonale Fotos zum Thema Weihnachten, Ostern, Thanksgiving oder Neujahr hochzuladen. Weihnachtsbilder werden zum Beispiel ab Mitte August verstärkt gesucht, die Kurve steigt steil an und Ende November nimmt sie ebenso steil wieder ab.


Eine weitere Möglichkeit der Nutzung ist der Vergleich verschiedener Themengebiete. Hier zum Beispiel die Ansicht, welche Ethnien am meisten gesucht werden:

Nach Asiaten wird etwas mehr gesucht als nach Afrikanern. Interessant auch, dass der Begriff „caucasian“ für „weiße“ Menschen ganz unten rangiert, vermutlich, weil die Bildsucher standardmäßig davon ausgehen, weiße Menschen angezeigt zu bekommen.

Andere Nutzungsmöglichkeiten wären der Vergleich der gefragtesten Hunderassen (Labrador Retriever), der am häufigsten gesuchten Farbe (grün) oder der Vergleich von Synonymen, um zu sehen, welche von Bildkäufern am meisten genutzt werden.

Der zweite Teil des Tools ist eine Anzeige der Suchbegriffe, die der Fotograf am meisten für seine Bilder verwendet (Common) und eine Anzeige, mit welchen Begriffen Bildkäufer die Fotos des Fotografen am häufigsten kaufen(Most Downloaded).

Bei einem Fotografen, der perfekt in der Verschlagwortung und Motivwahl ist, würden idealerweise beide Anzeigen identisch aussehen. Wer häufig Wörter als Suchbegriffe benutzt, die von den Kunden nicht gebraucht werden, sollte seine Verschlagwortung überdenken. Auch ich habe sofort einige sehr nützliche Anregungen sehen können. Zum Beispiel verschlagworte ich zu häufig mit „Gesicht“ (face), was Käufer kaum benutzen.

Hinweis: Zur Zeit werden nur die Suchanfragen ab Januar 2011 komplett ausgewertet. Suchanfragen von 2010 flossen bisher nur zum Teil in die Anzeige ein, was die Ergebnisse vor 2011 sehr schwanken lässt, vor allem bei weniger gebräuchlichen Wörtern. Im Laufe der Zeit wird die Anzeige jedoch immer genauer, je mehr Daten verwendet werden.

Ein ähnliches Tool namens „Picniche“ gibt es schon seit einiger Zeit von Rob Davis, mit dem Unterschied, dass dieses das Verhältnis zwischen angebotenen und verkauften Dateien mit bestimmten Suchbegriffen analysiert.

Was sagt ihr zu dem „Keyword Trends“-Tool? Was für Schlussfolgerungen könnt ihr daraus ziehen?

Stockfotografie-News 2011-01-07

Es gibt einen Spruch: „Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern“. Ich überbiete das noch und liefere diesmal ausnahmsweise Nachrichten, welche aus dem letzten Jahr sind! Nimm das, F5-Junkie.

Ärmel hochgekrempelt, Papiere rausgesucht und los geht’s:

  • istockphoto akzeptiert jetzt auch „redaktionelle Bilder„. Das sind – vereinfacht gesagt – Bilder, welche wegen fehlender Model-Verträge oder Eigentumsfreigaben nur für die journalistische Berichterstattung genutzt werden dürfen. Wer es genauer wissen will, wartet paar Tage, denn ich habe einen erklärenden Artikel schon fertig in der Schublade, der bald im Blog veröffentlicht wird.
  • Das ist selten: Der Bildbearbeiter Calvin Hollywood veröffentlicht seine DVD „Calvin Hollywoods Stock Selection„*. Darauf befinden sich über 580 hochauflösende Fotos, die Bildbearbeiter und Fotografen für ihre eigenen Hintergründe, Fotomontagen etc. einsetzen dürfen. Und jetzt kommt’s: „Alle Bilder sind ohne jegliche Einschränkung verwendbar“. Das heißt, die fertigen Fotomontagen dürfen z.B. ausdrücklich auch über Bildagenturen verkauft werden. Die einzige Einschränkung bleibt laut Gerhard Koren des Herstellers video2brain, dass die Bilder nicht unverändert weiterverkauft werden dürfen.
  • Die Bildagentur Zoonar hat angekündigt, mit weiteren Partneragenturen zusammenzuarbeiten, darunter ab sofort auch mit der Photolibrary. Außerdem wird der Honoraranteil für Fotografen bei Verkäufen über Partneragenturen insgesamt auf 60% geändert. Das heißt, bei Alamy steigt der Anteil von 50% auf 60%, bei Fotofinder sinkt der Anteil bei einigen Fotografen von 80% auf 60%.
  • Welche wichtigen Änderungen gibt es für Selbständige 2011? Das beantwortet der Selbständig-im-Netz-Blog.
  • Die Bildagentur Panthermedia veröffentlichte ihre meistverkauftesten Bilder 2010. Bei Twitter meinte jemand als Kommentar: „Alles austauschbare symbolische Motive“. Keine Ahnung, ob es positiv oder negativ gemeint war, aber die Beobachtung ist jedenfalls richtig.
  • Auch die Bildagentur Getty Images hat einen bebilderten Jahresrückblick 2010 erstellt. Ihr Buch „Yeahr in Focus“ kann online durchgeblättert werden. Sehr beeindruckende Fotos dabei. Wer den Unterschied zwischen „kommerziellen Bildern“ und „redaktionellen Bildern“ sehen will, kann die Bildsprache und Motive der Fotos von Panthermedia und Getty mal vergleichen. Erstere sind kommerziell, zweitere meist redaktionell.
  • Fotolia hat eine neue Version ihrer kostenlosen Software „Fotolia Desktop“ veröffentlicht. Damit können Bildkäufer auf dem Desktop Bilder raussuchen, ohne auf die Fotolia-Webseite gehen zu müssen. Neu sind unter anderem verbesserte tionen für die Handhabung von Galerien oder Leuchtkästen.
  • Designer mit einer Kreativitätsblockade können sich von der Bildagentur Veer kostenlos ein „Activity Book“ anfordern, in dem viele kurzweilige Denkspiele zu finden sind, welche das Gehirn wieder ankurbeln sollen.
  • Die Rechercheabteilung der Bildagentur Corbis hat als neuen visuellen Trend den „Human Touch“ entdeckt. Menschliche Nähe und Wärme soll wieder mehr in Bildern zu finden sein. Das deckt sich zumindest mit der „neuen Natürlichkeit„, die Getty als Trend postuliert.
  • Vor paar Wochen hatte ich hier im Blog auf einige Nachteile der Bildagentur Pixmac aufmerksam gemacht. Das hat sich Pixmac zu Herzen genommen und neben den Vertragsbedingungen jetzt auch die Honorarstruktur angepasst. Es wird nun ein Mindesthonorar von 0,25 $ pro Verkauf und ein Mindestanteil von 30% pro Verkauf garantiert. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, erinnert leider aber noch zu stark an Polylooks. ch meiner Kritik an zu niedrigen Honoraren wurde dort ebenfalls ein Mindesthonorar von 35 Cent eingeführt. Damit stieg (zumindest bei mir) der durchschnittliche „Revenue per Download“ (RPD) zwar von 80 Cent auf 91 Cent, war aber immer noch niedriger als bei anderen Microstock-Agenturen. Angesichts der Verkaufspreise bei Pixmac befürchte ich ähnliches. Lobenswert ist in diesem Zusammenhang mal die Agentur Clipdealer zu erwähnen, bei der ich trotz Microstock-Preisen konstant ein durchschnittliches Verkaufshonorar (RPD) von über 3 Euro erhalte.
  • Das Webmagazin t3n sucht übrigens den „Blog des Jahres 2010„. Wer meinen Blog toll findet, kann ja für ihn abstimmen. Da ich nicht nominiert bin, müsstet ihr dann die Blogadresse unten im Freifeld eintragen.

Was sagt ihr zu den News? Sind das gute Nachrichten?

* Affiliate-Link (Ich erhalte beim Kauf eine kleine Provision, ihr zahlt nicht mehr)

Stockfotografie-News 2010-07-02

Auch an diesem Freitag ein kurzer Blick zurück:

  • Getty Images schöpft immer tiefer aus dem Bilderpool von Flickr. Nach der handverlesenen Flickr Collection kommt jetzt die nächste Stufe: Automatisierung. Das System in Kurzform: Flickr erlaubt es Fotografen jetzt, anzugeben, ob sie generell ihre Bilder über Getty lizenzieren wollen. Dann erscheint neben den Fotos ein Link, auf den interessierte Bildkäufer drücken können. Dann wird der Käufer mit einem Getty-Verkäufer verbunden, der die Details wie Preis, Model-Freigaben etc. klärt.
  • Fotolia veröffentlicht eine Desktop-Version ihrer Webseite, basierend auf Adobe Air. Ganz nett, aber mehr für Bildkäufer als für Fotografen interessant.
  • istockphoto will dem nicht nachstehen und veröffentlicht eine kostenlose iPhone-App, mit der über das Handy Fotos lizenziert werden können und Fotografen ihre Download-Statistiken verfolgen können.
  • Und so nebenbei erreicht die istock-exklusive Fotografin Lise Gagne ihren millionsten Download. Herzlichen Glückwunsch.
  • Corbis hat jetzt als Trend in der Bildsprache die „Wir-Generation“ entdeckt: Menschen zwischen 46 und 63 Jahre (wow, das nenn ich mal eine genaue Eingrenzung), die rücksichtsvoll seien und demonstrativen Konsum ablehnen.
  • Die Microstock-Agentur BigStock überschreitet die 5-Millionen-Bilder-Grenze.
  • Panthermedia erlaubt jetzt die Bildsuche nach Fotografen.
  • Die Bildagentur Stockfood ist mit ihren Lebensmittelfotos und Rezepten aus Frauenzeitschriften nicht mehr wegzudenken. Jetzt gehen sie einen Schritt weiter und verkaufen gleich komplette Artikel: Fotos plus Texte und Rezepte. Ob das die Journalisten freuen wird?


Wenn ihr noch mehr News habt, bitte wieder einfach in den Kommentaren ergänzen.