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Warum gute Stockfotos immer auch Klischees sind

Es ist so leicht, sich über Stockfotos lus­tig zu machen: Der Handschlag zwi­schen zwei dyna­mi­schen Geschäftsleuten, die glück­li­chen Eltern mit ihren bei­den lachen­den Kindern auf dem Rücken oder der klei­ne Goldfisch, der aus dem einen run­den Aquarium in das ande­re springt.

2014_tanja_ralf_business_054_0175_kleinJeder kennt die­se Bilder, bun­te Farben, weich belich­tet, schö­ne Models, kei­ne Sorgen. Die Frage, die sich vie­len anschei­nend unwei­ger­li­ch stellt, ist, war­um es immer gen­au die­se Fotos sein müs­sen, um wirk­li­ch alles Mögliche zu bebil­dern?

Könnten die Fotografen nicht etwas krea­ti­ver sein und sich ande­re Konzepte, Zeichen und Symbole aus­den­ken, damit dana­ch auch die Grafiker und Werber abwechs­lungs­rei­che­res Bildmaterial zur Auswahl haben? Stattdessen gibt es den immer glei­chen Einheitsbrei aus gebleich­ten Zähnen, rei­ner Haut und Wohlfühlwelten.

Dabei ist die Frage ganz fal­sch gestellt. Zumindest aus Sicht eines erfolg­rei­chen Stockfotografen.

Machen wir uns doch nichts vor: Bei über 100 Millionen bil­li­gen Stockfotos zur Auswahl gibt es genug Motive abseits des Mainstream, mit denen Grafiker auch abge­fah­re­ne­re Ideen illus­trie­ren könn­ten.

Ich behaup­te: Die meis­ten sind nur zu faul zum Suchen. Oder zu gei­zig. Denn neben den bil­li­gen Microstockagenturen gibt es ja immer noch die Macrostockagenturen mit ganz ande­ren Bildsprachen und deut­li­ch weni­ger häu­fig ver­wen­de­ten Bildern. Selbst die Microstock-Agenturen haben mit Kollektionen wie Offset oder Adobe Premium vie­le Edel-Bilder mit einem ganz ande­ren Look im Angebot. Nur kos­ten die­se eben auch mehr.

Das Geld ist hier der sprin­gen­de Punkt. Für Fotografen loh­nen sich Stockfotos umso mehr, je häu­fi­ger sich die Bilder eines Shootings ver­kau­fen. Damit die Voraussetzungen dafür gege­ben sind, ver­su­chen sie, die Bilder so uni­ver­sell wie mög­li­ch zu hal­ten, damit sie unab­hän­gig von Sprachbarrieren, Ländergrenzen oder Kulturen funk­tio­nie­ren.

Die Stockfotografie-Klischees, über die sich Leute ger­ne lus­tig machen, funk­tio­nie­ren eben nur, weil die Stockfotografen ihre Arbeit gut gemacht haben. Nur uni­ver­sel­le Verwendungsmöglichkeiten brin­gen höchst­mög­li­che Verkäufe, die wie­der­um als Nebeneffekt eine gewis­se Sättigung ein­tre­ten las­sen, sodass Designer irgend­wann genervt sind, das nächs­te „Frau mit Headset im Callcenter“, Rebecca Ariane  Givens oder „Frau isst Salat“-Motiv zu sehen.

Das glei­che gilt übri­gens für das Argument der „Langeweile“. Erfolgreiche Stockfotos sind oft lang­wei­lig, weil „auf­re­gend“ oder „span­nend“ pola­ri­sie­ren kann, was wie­der­um bedeu­tet: Kunden abschre­cken kann.

Das eine geht nicht ohne das ande­re. Wenn ein Motiv oder eine bestimm­te Bildsprache so über­zeugt, dass sich ganz vie­le Kunden dar­auf stür­zen, wird die­ses Motiv oder die­ser Look irgend­wann zum Klischee wer­den. Bis dahin wird sich das Motiv blen­dend ver­kau­fen und die Stockfotografen von ihrer Arbeit leben kön­nen.

Wenn ein Grafiker par­tout etwas „ganz Anderes“ oder im wört­li­chen Sinne „noch nie Dagewesenes“ ver­wen­den will, muss er eben in den sau­ren Apfel bei­ßen und etwas mehr Geld aus­ge­ben, zum Beispiel, indem er einen krea­ti­ven Fotografen beauf­tragt.

Über zehn Jahre Microstock haben bei Designern die Erwartungshaltung geweckt, dass sich tech­ni­sch per­fek­te Motive mit tol­len Models und pas­sen­den Requisiten schnell für weni­ge Euro fin­den las­sen. Dieses System funk­tio­niert aber nur, wenn die Designer gleich­zei­tig ver­ste­hen, dass der Preis für die­se Schnäppchen eben eine wei­te­re Verbreitung der immer glei­chen kli­schee­haf­ten Motive ist. Denn es liegt auf der Hand: Ein auf­wän­di­ges Shooting kos­tet deut­li­ch mehr als die 2–3 Euro, die ein Bild in Webauflösung kos­tet. Da müs­sen schon vie­le Verkäufe zusam­men­kom­men, um die Kosten wie­der rein­zu­ho­len.

Ich habe kein Problem, dass ich mei­ne Bilder unter dem Herstellungspreis ver­kau­fe, solan­ge sich genug Verkäufe sum­mie­ren. Dann soll­ten sich Designer jedoch mit Spot über die häu­fi­ge Verbreitung der Bestseller-Motive zurück­hal­ten. Oder ein­fach mehr bezah­len.

Was meint ihr?

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 48

Willkommen bei der nächs­ten Folge von „Pimp My Stock“, wo ich ein­ge­reich­te Bilder auf ihre „Stock-Tauglichkeit“ beur­tei­le. Es geht also weni­ger dar­um, ob die Bilder schön sind, son­dern ob sie sich ver­kau­fen las­sen könn­ten.

Heute ist Uwe an der Reihe, wel­cher mit vor weni­gen Tagen schrieb:

Hallo Robert,

ich ver­fol­ge Dein Blog schon eine gan­ze Weile. An der Stelle möch­te ich erst mal Danke sagen für die vie­len lesens­wer­ten Artikel.

Vor eini­ger Zeit habe ich beschlos­sen die bei mir schlum­mern­den Bildbestände mal zu sich­ten und zu schau­en ob man damit evtl. im Stock-Bereich etwas errei­chen kann, um da ggfs. zukünf­tig mehr Zeit in die­ses Thema zu inves­tie­ren.

Ich knip­se seit mei­ner Jugend, ernst­haft ein­ge­stie­gen in das Thema Fotografie bin ich um die Jahrtausendwende her­um, seit 2004 wei­test­ge­hend digi­tal, eigent­li­ch immer mit Spiegelreflex-Technik. Diverse Kompakte sind zwar immer mal im Hause, aber mehr so als Immerdabei-Knipse. So rich­tig anfreun­den kann ich mich mit den klei­nen Dingern irgend­wie nicht.…

Ich nut­ze aktu­ell eine 5D III. Dazu (wahr­schein­li­ch viel zu vie­le) Linsen von Canon (meis­tens Ls) von 16 bis 400mm plus dem übli­chen Geraffel wie Blitze, Filter, Stative, etc. Die Bildbearbeitung erfolgt zu 99% in Lightroom, ggfs. noch Nacharbeiten in Photoshop. Die im Stockbereich ein­ge­reich­ten Bilder kamen bis­her fast immer kom­plett aus Lightroom.

Da mei­ne Bilder ja nicht pri­mär für den Stock-Markt gedacht waren und es auch nicht unbe­dingt die Motive sind, die sich wie geschnit­ten Brot ver­kau­fen, hat­te ich da schon mit einer hohen Ablehnungsquote gerech­net. Und die ist bei Fotolia auch rela­tiv hoch, aller­dings wer­den die meis­ten Bilder wegen tech­ni­scher Probleme abge­lehnt, nicht wegen Ähnlichkeit, etc. Fotolia ist dabei lei­der nicht son­der­li­ch hilf­reich, wenn es um den genau­en Ablehnungsgrund geht. Es gibt nur die übli­chen eMails mit der Aufzählung der tech­ni­schen Ablehnungsgründe ohne einen davon kon­kret zu benen­nen.

Es wür­de mich freu­en wenn Du Dir die Zeit neh­men wür­dest um mei­ne Bilder mit Deiner pro­fes­sio­nel­len Sicht zu beur­tei­len. Da mich nicht nur inter­es­siert was ich fal­sch mache son­dern auch was ich rich­tig mache habe ich in die Bilder ein paar Aufnahmen mit dazu gepackt, die ange­nom­men wur­den und auch gut lau­fen. Welche das sind wür­de ich gern erst hin­ter­her ver­ra­ten.

Falls Du Dir eini­ge tech­ni­sche Details wie Schärfe, etc. genau­er anse­hen möch­test, dann sag bit­te kurz Bescheid und ich packe Dir dann die Bilder noch in 1:1-Auflösung ins Netz.

Ich dan­ke Dir vor­ab für Deine Zeit und Deine Mühen. Viel Spaß beim Draufhauen!

Gruss Uwe“

Schauen wir uns zuer­st mal sei­ne Bilder an.

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Zuerst ist der Lilienstein im Elbtal mit der Friedrichsburg zu sehen. Mir gefällt die span­nen­de Komposition, die zwar die den Horizont klas­si­sch drit­telt, aber das Hauptmotiv scharf rechts anord­net und durch den Flussverlauf und die Berge im Hintergrund eine beacht­li­che Tiefenwirkung erzielt. Der Sonnenuntergang mit dem Lensflare direkt neben dem Hauptmotiv ist ein gelun­ge­nes i-Tüpfelchen und die sat­ten, viel­fäl­ti­gen Farben tra­gen eben­falls zum tol­len Bild bei. Dieses Bild lässt sich pri­ma für Hessen-Werbung oder gene­rell für deut­sche Reiseführer ver­wen­den oder auch für Poster, Hintergründe, Wander-Werbung und so wei­ter. Kann man kaum bes­ser machen.

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Hier sieht es etwas anders aus. Der Surfer auf dem Wasser fällt kaum auf und ohne ihn wäre das Bild nur ein Matsch aus ver­schie­de­nen Blautönen. Der Himmel ist wol­ken­ver­han­gen und müss­te ein­deu­tig blau­er mit wei­ßen Schäfchenwolken sein, um die Verkaufschancen zu erhö­hen. Da es die­se „Meer mit Himmel“-Bilder aber zuhauf gibt, wäre eine Fokussierung auf den Surfer lukra­ti­ver gewe­sen. Dafür ist er hier aber zu weit weg und das hät­te ggf. auch einen Model Release erfor­dert.

Uwe war so freund­li­ch, mir für eine noch genaue­re Kritik die Bilder in Originalauflösung (21,7 MP) bereit­zu­stel­len. Da sieht man – hier ein 100%-Ausschnitt – noch zwei wei­te­re Probleme:

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Zum einen ist das Logo auf dem Surfsegel deut­li­ch zwei Mal erkenn­bar, müss­te also noch retu­schiert wer­den und das Bild weist schon zu star­ke Artefakte auf, sieht aus wie eine Mischung aus star­ker Rauschreduzierung mit zu star­ker Nachschärfung.

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Dieses Bild fin­de ich eben­falls toll. Zum einen ist „über den Wolken“ natür­li­ch eine unge­wöhn­li­che Perspektive, ande­rer­seits aber auch ein klas­si­sches, und gut ver­käuf­li­ches Symbol für Freiheit, Abenteuer, Reinheit und so wei­ter.

Im Gegensatz zum Surfer-Bild passt hier die mono­chro­me Farbpalette und die Bergspitze ver­leiht dem Bild etwas Mystisches und Geheimnisvolles, weil man sich fast unwei­ger­li­ch fragt, was sich unter den Wolken noch ver­birgt.

Leider ist in der 100%-Ansicht ein ähn­li­cher Pixelmatsch wie beim Surferbild erkenn­bar, wes­halb ich die Ablehnung trotz­dem gut nach­voll­zie­hen kann. Hier wür­de ich noch mal dezent mit einem Rauschreduzierungstool ran­ge­hen und/oder die Pixelzahl von 22,1 MP auf 16 Megapixel ver­rin­gern. Beides in Kombination soll­te die stö­ren­den Bildfehler sicht­bar ver­bes­sern.

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Eine wei­te­re Bergaufnahme, bei der mir die Lichtstimmung sehr gut gefällt. Durch den klei­nen Bergsteiger links unten bekommt das Bild auch die nöti­ge Größenproportion, um sich das gewal­ti­ge Bergmassiv bes­ser vor­stel­len zu kön­nen.

Auch wenn das Licht foto­gen ist, ist es der Berg in die­ser Ansicht nicht ganz so sehr wie – sagen wir mal – das Matterhorn oder der Fuji. In der 100%-Ansicht offen­bart sich auch eine Art „Glow“ an den Rändern des Bergs, viel­leicht zu stark nach­ge­schärft oder ein­fach zu kon­trast­reich für die Kamera bei dem Gegenlicht.

100%-Ausschnitt aus dem obigen Bild
100%-Ausschnitt aus dem obi­gen Bild

Auch hier könn­te eine Verkleinerung des Bildes noch etwas ret­ten.

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Das nächs­te Bild zeigt die Schrammsteine in der Sächsischen Schweiz mit einem Elbdampfer. Ich fin­de das Bild ehr­li­ch gesagt etwas lang­wei­lig vom Bildaufbau und den Farben, aber es wur­de von Fotolia ange­nom­men, viel­leicht auch, weil es ein sehr klas­si­sches Postkartenmotiv ist.

Das Schiff auf dem Bild erhöht noch mal die Verkäuflichkeit, weil es so nicht nur die Natur bewer­ben kann, son­dern auch Dampferfahrten und Urlaub sowie Tourismus gene­rell.

Die beim vori­gen Bild erwähn­ten leuch­ten­den Rändern an den Berggipfeln tre­ten hier jedoch sogar noch stär­ker auf, was ver­mu­ten lässt, das der Bildredakteur beim vori­gen Bild viel­leicht nur einen schlech­ten Tag gehabt hat. Oder bei die­sem Motiv wur­de nicht gen­au hin­ge­schaut.

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Diese Bergsilhouette wie­der­um wur­de abge­lehnt, was eben­falls streit­bar ist. Auch hier ist der Berg rechts nicht so „typi­sch“ in sei­ner Gestalt, was ein Ablehnungsgrund gewe­sen sein könn­te. In der 100%-Ansicht konn­te ich nichts fin­den, was ein defi­ni­ti­ver Ausschlussgrund gewe­sen sein könn­te. Zwar sind bei eini­gen der Baumumrisse rote Ränder zu sehen, was licht­tech­ni­sch bei so einer Gegenlichtaufnahme kaum zu ver­mei­den ist.

Ich hät­te mich hier eher auf den Bereich links im Bild kon­zen­triert, weil die­se Art der Sonnenuntergangslandschaft deut­li­ch kli­schee­haf­ter und damit auch ver­käuf­li­ch ist.

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Das Foto zeigt die Bastei mit der Basteibrücke. Traumhafte Farben, traum­haf­tes Licht, per­fek­tes Wetter, pas­sen­de Jahreszeit. Hier stimmt wie­der alles. Genau so sehen die Fotos in den Hotelbroschüren aus.

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Hier sehen wir Windräder im Sonnenuntergang. Die Farben des Hintergrunds sind fan­tas­ti­sch, aber was mir beim ers­ten Blick auf das Bild sofort in den Kopf schoss, war die Frage: „Warum sind die Windräder nicht fron­tal abge­bil­det?“ Klar, ich ken­ne die Antwort, ver­mut­li­ch war es vor Ort ein­fach nicht anders mög­li­ch. Dennoch illus­triert sie das Problem. Das Konzept ist des­halb kaum erkenn­bar. Erstens sind die Windräder zu klein, zwei­tens als seit­li­che Kontur kaum erkenn­bar und drit­tens noch mit Bewegungsunschärfe in den Rotorblättern.

Eine mög­li­che Lösung wäre, die Windräder ein­fach weg­zu­re­tu­schie­ren und das Bild als abs­trak­ten Hintergrund anzu­bie­ten. Wahlweise könn­ten die Windräder auch als Silhouette fron­tal rein­re­tu­schiert wer­den, indem eini­ge Windrad-Vektoren erstellt wer­den. Ein kos­ten­lo­ses Tutorial dafür gibt es hier.

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Kommen wir zum Sonnenaufgang über dem Thüringer Becken. Ich lie­be sol­che Bilder, wo sich die Landschaft in vie­len ver­schie­de­nen Ebenen bis zum Horizont erstreckt. Die Farben sind schön ver­teilt, vom Gelb und Orange des Himmels über die Blau- und Lila-Töne in der Mitte bis hin zum Grün im Vordergrund.

Das Motiv hat Verkaufspotential und auch tech­ni­sch gibt es kei­nen zwin­gen­den Grund, das Foto abzu­leh­nen. Hinderlich könn­te nur sein, dass es mit einer Canon 40D auf­ge­nom­men wur­de und bei 100% leicht „mat­schig“ wirkt. Da Uwe mitt­ler­wei­le aber mit einer 5D Mark III arbei­tet, soll­ten die neue­ren Bilder weni­ger sol­cher Probleme haben.

Während ich die­sen Artikel schrei­be, kam gera­de eine wei­te­re Mail von Uwe:

Hallo Robert,

noch eine klei­ne Ergänzung zu dem Thema: Ich habe Ende letz­ter Woche wie­der mal ein paar Bilder bei Fotolia ein­ge­reicht. Darunter auch absicht­li­ch eini­ge, wo ich fest mit einer Ablehnung gerech­net hat­te (iden­ti­sche Motive, tech­ni­sche Qualität). Zu mei­ner Überraschung wur­de alles durch­ge­wun­ken und akzep­tiert. Ich hän­ge die Bilder mal in klei­ner Auflösung ran. Das 5diii_img_006794 und ggfs. img_25556 durch­ge­hen hät­te ich ja noch ver­stan­den. 5diii_img_008268 ist auch ok, aber doch sicher ein aus­ge­lutsch­tes Thema. Aber der Rest? Die ande­ren Drei habe ich ja selbst schon eher für die digi­ta­le Tonne vor­ge­se­hen.…

Wahrscheinlich gehe ich aber nur mit den fal­schen Gesichtspunkten an die Bewertung ran.

Mit ver­wirr­ten Grüßen, Uwe“

Da sei­ne Fotos sehr schön sind, kön­nen wir aus­nahms­wei­se mehr als zehn Bilder zei­gen.

stock_samples_5diii_img_006794Dieses Foto ist eins der Bilder, bei dem sich Uwe sicher war. Wieder eine schö­ne Farbstimmung, die Skischneise erzeigt eine Tiefenwirkung und hat den Wintersport als kla­res Konzept für die Verkäuflichkeit. Interessant ist, dass es in war­men Farbtönen gehal­ten ist, obwohl Winterbild meist auf das kal­te Blau getrimmt wer­den. Vielleicht ist das hier ein Teil des Reizes.

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Hier das zwei­te Bild, was es durch die Selektion geschafft hat. Eine Winterlandschaft, dies­mal in den erwart­bar mono­chro­men Blautönen. Die Bildaufteilung ist klas­si­sch, das Motiv uni­ver­sell ein­setz­bar und das Warnschild deu­tet die Größenverhältnisse an und sorgt für einen gel­ben Farbklecks als Akzent.

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Bei die­sem drit­ten Bild war Uwe sich nicht sicher, ob es nicht zu „aus­ge­lutscht“ sei. Doch, klar, aber abge­se­hen davon ist die­se Blaumohnwiese tech­ni­sch sau­ber umge­setzt und schnör­kel­los foto­gra­fiert. Da kann man sogar Blumen eine Chance geben.

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Kommen wir zu drei Bildern, die fast im digi­ta­len Papierkorb gelan­det wären. Was der eine fast weg­schmeißt, wäre für einen ande­ren eine Ehre. Das Foto des Waldes im Winter ist zwar schlicht, hat aber durch die „Wölbung“ der Landschaft aus­rei­chend Dynamik. Sehr viel­sei­tig ein­setz­bar mit dem Textfreiraum oben und ört­li­ch kaum fest­zu­ma­chen, also auch welt­weit ein­setz­bar.

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Auch die­se Bäume im Winter sind sehr sim­pel foto­gra­fiert, es sieht fast „drauf­ge­hal­ten“ aus, aber die­se Reduktion erzeugt euch eine Friedlichkeit und Ruhe, die vom Winter fast erwar­tet wird. Fast alle Töne sind aus dem Bild ver­bannt, es ist fast eine „Weiß in weiß“-Aufnahme. Das Bild könn­te ich mir auch gut als Panorama vor­stel­len, dann wür­de jedoch wie­der der Textfreiraum feh­len.

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Okay, von den heu­te gezeig­ten Fotos wür­de ich das Bild des Skilifts als das am wenigs­ten schö­ne Bild bezeich­nen, „häss­li­ch“ passt noch nicht mal. Dem Bild fehlt die Postkartenidylle der vor­her­ge­gan­ge­nen Fotos, aber dafür zeigt es die Logistik der Wintersportindustrie: Weniger Schönheit, mehr Aussage.

Uwe hat auf jeden Fall ein Auge für ruhi­ge, aus­ge­wo­ge­ne Bildkompositionen und anspre­chen­de Landschaften. Sein far­ben­fro­her Bearbeitungsstil passt per­fekt zum gesät­tig­ten Microstock-Look, macht die Bilder aber auch für Kalender, Poster oder Postkarten sehr attrak­tiv. Ich den­ke da in Richtung „Fine-Art-Print“-Anbieter und ähn­li­ches.

Wenn er sich jetzt noch beim Thema Verschlagwortung ver­bes­sert sowie beharr­li­ch und kon­ti­nu­ier­li­ch wei­ter in die­ser Qualität hoch­lädt, sehe ich viel Potential.

Wer mehr Bilder von Uwe sehen will, fin­det die­se ent­we­der hier auf sei­ner Webseite oder in sei­nem Fotolia-Portfolio.

Wer eben­falls kos­ten­los mit­ma­chen und mir sei­ne Bilder zur Besprechung schi­cken will, fin­det hier alle not­wen­di­gen Informationen.

Was sagt ihr zu den Fotos von Uwe?

Als Kunde Stockfotos kaufen oder lieber Fotos selber machen?

Vor einer Weile gab es bei Facebook eine Werbung von shootcamp.at zu sehen (das sind die, wo der Fotograf auf dem Werbebild beim Fotografieren Kopfhörer trägt) mit dem sinn­ge­mä­ßen Slogans: „Lerne foto­gra­fie­ren, statt Stockfotos zu kau­fen“.

Werbung von shootcamp.at
Werbung von shootcamp.at

Selbst eini­ge Fotografen wie Michael Omori Kirchner oder Till Erdmenger geben Tipps für ihre Kunden, wie sie selbst bes­se­re Fotos machen kön­nen.

Auf den ers­ten Blick mag es wider­sprüch­li­ch erschei­nen. Wieso ermun­tern Fotografen ihre Kunden, selbst Fotos zu machen? Die Kunden sol­len doch einen Auftrag buchen oder wenigs­tens ein paar Stockfotos kau­fen?

Dabei tra­gen die eige­nen Versuche, selbst etwas so zu foto­gra­fie­ren, dass es wie ein Bild vom Fotografen aus­sieht, dazu bei, die Arbeit von Fotografen bes­ser wert­zu­schät­zen. Warum haben mei­ne Bilder so häss­li­che Schlagschatten hin­ter den Personen und die vom Fotografen nicht? Warum wir­ken die Farben bei mir so komi­sch? Im Internet sieht das alles anders aus…

Es gibt sicher eini­ge Motive, die pro­blem­los von Kunden selbst foto­gra­fiert wer­den kön­nen. Wenn das der Fall ist, kann sich ein Fotograf als kom­pe­ten­ter Berater mit ein­fa­chen Tipps als wert­vol­le Hilfe im Gedächtnis der Kunden ver­an­kern, um dann die kom­ple­xe­ren Aufträge umzu­set­zen.

Versuchen Kunden, schwie­ri­ge­re Shootings umzu­set­zen, mer­ken sie schnell, wie viel Zeit, Geld, Energie und Planung in ein Shooting inves­tiert wer­den muss und das ohne die nöti­ge lang­jäh­ri­ge Erfahrung eines Fotografen die Ergebnisse doch nicht so per­fekt aus­se­hen wie gewünscht.

Ein – manch­mal nicht zu unter­schät­zen­der – Vorteil von selbst­ge­mach­ten Kundenfotos ist die Exklusivität. Diese Fotos hat garan­tiert kein ande­rer. Außerdem kann in man­chen Fällen der etwas unpro­fes­sio­nel­le­re Look zum Geschäftsmodell pas­sen, wenn Individualität und Handarbeit betont wer­den sol­len.

Aufträge hin­ge­gen kön­nen die Unternehmenskasse ganz schön belas­ten, dafür bekom­men Kunden meist eben­falls exklu­si­ve Bilder. Der Vorteil von Stockfotos liegt hin­ge­gen auf der Hand: Die Bilder sind sofort ver­füg­bar und das fer­ti­ge Bild kann vor dem Kauf gese­hen wer­den, ohne einem Fotografen sei­ne visu­el­le Vision ver­mit­teln zu müs­sen. Auch kos­ten Stockfotos meist deut­li­ch weni­ger als die Arbeitszeit, die ein Kunde inves­tie­ren müss­te, um sei­ne Bilder selbst zu foto­gra­fie­ren, von Kosten für Models, Requisiten und Locations mal ganz abge­se­hen.

Aber egal, ob nun Auftragsfotos oder Stockfotos, dass pro­fes­sio­nel­le Fotos bes­ser sind, ist wis­sen­schaft­li­ch erwie­sen.

Zeigt ihr euren Kunden auch, wie man selbst foto­gra­fie­ren lernt?

 

Das erfolgreiche „Zwischendurch-Stock-Portfolio“ (Gastartikel)

Während ich haupt­be­ruf­li­ch an mei­nem Stock-Portfolio arbei­te, gibt es auch vie­le Anbieter, wel­che nur „neben­bei“ eini­ge Fotos hoch­la­den, vor allem Urlaubsbilder und manch­mal auch exklu­siv sind, weil ihnen die Zeit fehlt, nach ihrem Hauptberuf mehr Zeit in die Stockfotografie zu ste­cken.

Einer die­ser Leute, Tim David Müller-Zitzke aus Bremerhaven, ist einer davon und sogar sehr erfolg­reich.  Deshalb habe ich ihn gebe­ten, mal zu schrei­ben, wie er an die Sache her­an­geht. Hier sein Artikel:

Der 01. Mai 2012 ist der Tag, an dem mein Account bei Fotolia akti­viert wor­den ist. Von dort an hat sich für mich aus einer Freizeitbeschäftigung eine Tätigkeit ent­wi­ckelt, die mein Dasein als Fotograf, Filmproduzent und Digital Artist um ein wei­te­res finan­zi­el­les Standbein ergänzt hat.

Dieses Bild ist auf dem Rückweg von einem Segeltörn auf der Nordsee entstanden
Dieses Bild ist auf dem Rückweg von einem Segeltörn auf der Nordsee ent­stan­den.

Was beim Betrachten mei­nes Portfolios ver­mut­li­ch auf­fällt, ist, dass es sehr bunt gemischt ist und es äußer­st weni­ge Fotos von Personen beinhal­tet. Es ist so gemischt, dass es sich fast anneh­men lässt, dass zumin­dest eini­ge mei­ner Fotos, „zwi­schen­durch“ ent­stan­den sein müs­sen. Diese Annahme ist zutref­fend und gilt sogar für eini­ge mei­ner Bestseller. Dennoch konn­te ich schon eini­ge tau­send Lizenzverkäufe mit mei­nem Fotolia-Account errei­chen. Robert bat mir an, ein wenig über die­se „etwas ande­re“ Art der Stockfotografie zu berich­ten und das mache ich natür­li­ch ger­ne.

Vor kur­zem erst habe ich mit einer Gestalterin gespro­chen, die eine kom­plet­te Webseite aus­schließ­li­ch mit Bildern aus mei­nem Portfolio illus­triert hat­te. Zu unter­schied­lichs­ten Themen war sie bei mir fün­dig gewor­den – mal mit reprä­sen­ta­ti­ven Darstellungen, mal mit kon­zep­tio­nel­len Symbolbildern. Dies war wohl mög­li­ch, weil ich mei­ne Stockfotografie bis­her weder vom foto­gra­fi­schen Stil her noch the­ma­ti­sch einer bestimm­ten Richtung ver­pflich­tet habe. Darüber hin­aus bie­te ich fast nur Einzelbilder und somit wenig Serien an. Das kann aber durch­aus auch ein Nachteil sein, wenn ein Kunde Motiv-Variationen braucht oder meh­re­re ähn­li­che Themen im glei­chen Stil abde­cken möch­te. Dass ich kaum Serien pro­du­zie­re, liegt auch dar­an, dass ich mei­ne ein­zel­nen Fotos rela­tiv lan­ge und auf­wän­dig bear­bei­te, teil­wei­se inklu­si­ve Compositing, und somit auch aus Effizienzgründen ein­fach weni­ger auf „Serienproduktionen“ set­ze.

Am Tag meines Umzugs habe ich dieses Foto aufgenommen, bevor ich den Raum später mit Kisten und Einrichtungsgegenständen vollgestellt habe.
Am Tag mei­nes Umzugs habe ich die­ses Foto auf­ge­nom­men, bevor ich den Raum spä­ter mit Kisten und Einrichtungsgegenständen voll­ge­stellt habe.

Zu Anfang mei­ner Zeit bei Fotolia habe ich häu­fig Urlaubsfotos hoch­ge­la­den. Doch auch jetzt noch zei­gen vie­le mei­ner ange­bo­te­nen Fotos Städte und Landschaften, ande­re zei­gen Gegenstände, die ich im Studio oder anders­wo foto­gra­fiert habe, z.B. auf Jahrmärkten. Personen hin­ge­gen sind kaum zu fin­den. Ich bin bis­her eher sel­ten wirk­li­ch los gezo­gen, um direkt für mein Stock-Portfolio zu pro­du­zie­ren – was ein ziem­li­ches Alleinstellungsmerkmal zu mei­nen haupt­be­ruf­li­chen Stock-Kollegen dar­stel­len dürf­te.

Dafür aber habe ich im Laufe der Zeit ein Gefühl dafür ent­wi­ckelt, wel­che Motive in Stockagenturen gefragt sind und behal­te das im Hinterkopf, wann immer ich die Kamera irgend­wo hin ein­pa­cke.
Die meis­ten mei­ner bis­he­ri­gen Stockfotos sind auf Städtetouren, in Urlauben oder aber am Rande von Aufträgen ent­stan­den. Viele mei­ner Fotos neh­me ich für Tourismus-Unternehmen, Hotelerie oder ande­re Business-Kunden auf. Andere bie­te ich spä­ter erst zum Direktkauf an und neh­me nach dem Shoot Kontakt mit poten­ti­el­len Abnehmern, z.B. Postkarten-Verlagen auf. Man kann also bei eini­gen mei­ner Fotolia-Motive durch­aus auch von einer Zweitverwendung spre­chen.

Ein Städtetrip nach Hamburg geht immer! Ebenso gut ver­kauft sich die­ses Motiv.

Im Vergleich zu einem „typi­schen“ Stock-Shooting – zum Beispiel von Robert – mit aus­ge­such­ten Models, Locations und viel, viel Vorbereitung, hält sich mein Aufwand für Fotolia bis­her eher in Grenzen. Auch finan­zi­ell. Da ich für mei­ne Motive sowie­so an Ort und Stelle bin, muss ich oft­mals kei­ne grö­ße­ren Investitionen täti­gen als bei­spiels­wei­se den Eintrittspreis zu einer Aussichtsplattform. Entsprechend mini­miert sich somit auch mein Risiko für den Fall, dass ich spä­ter auf den Bildern „sit­zen blei­be“.

Im Austausch mit ande­ren Stockfotografen hat sich die the­ma­ti­sche Streuung auch im Verkauf immer wie­der als vor­teil­haft her­aus gestellt. Ich bin sowohl von aktu­el­len Themen-Trends als auch von den Jahreszeiten sehr viel weni­ger abhän­gig als mei­ne Kollegen. Und dann wäre da noch der künst­le­ri­sche Faktor: Ich nut­ze bei der Aufnahme mei­ner Bilder ger­ne erwei­ter­te Fotografe-Techniken, wie zum Beispiel die Langzeitbelichtung oder ich erstel­le Compositings in Photoshop. Diese Bilder ver­kau­fen sich erfah­rungs­ge­mäß beson­ders gut. Wohl aber abhän­gig bin ich natür­li­ch von der all­ge­mei­nen Kauflaune der Bildkäufer, die zum Beispiel im Sommer deut­li­ch gerin­ger aus­fällt.

Einer meiner Bestseller: Dieses Motiv entstand im Winterurlaub in Davos, Schweiz bei einer Wanderung.
Einer mei­ner Bestseller: Dieses Motiv ent­stand im Winterurlaub in Davos, Schweiz bei einer Wanderung.

Ebenso deut­li­ch macht sich bemerk­bar, wenn Fotolia Änderungen an den Preismodellen oder der Verkaufsstrategie vor­nimmt, die uns Anbieter logi­scher­wei­se immer direkt mit betref­fen. Dazu zählt auch das Abo-Modell, das immer ver­brei­te­ter ist – was bei vie­len Stockfotografen für erheb­li­che Umsatzeinbrüche sorgt.

Eine wei­te­re Schwierigkeit für mich stellt die Selektion der Bildagentur dar: Landschaftsbilder haben es erfah­rungs­ge­mäß schwe­rer, ange­nom­men zu wer­den. Doch wenn sie es dann durch die Selektion schaf­fen, wer­den sie meist sehr gut ange­nom­men.
Man muss jedoch auch fest­hal­ten, dass mein aktu­el­les Portfolio bei Fotolia bis­her nur 851 Aufnahmen beträgt und die Stockfotografie wie gesagt immer noch eine Nebeneinnahme für mich dar­stellt.

Ein extra für Fotolia erstelltes Compositing: Mein Kumpel Matthieu mit Virtual Reality Brille, im Hintergrund die Skyline von Los Angeles.
Ein extra für Fotolia erstell­tes Compositing: Mein Kumpel Matthieu mit Virtual Reality Brille, im Hintergrund die Skyline von Los Angeles.

Ich bin Student der Digitalen Medienproduktion im 6. Semester und arbei­te, wie schon erwähnt, par­al­lel im Bereich Fotografie und Film. Dennoch ste­he ich kurz vor dem Fotolia Status „Gold“ (10.000 ver­kauf­te Lizenzen) und bin voll exklu­siv. Falls das jeman­den inter­es­sie­ren soll­te: Die Exklusivität ist schlicht­weg der Einfachheit geschul­det – bis­lang fehl­ten mir die zeit­li­chen Ressourcen, um mich um meh­re­re Agenturen küm­mern zu kön­nen.

Über mei­nen Verdienst kann ich mich, obwohl ich ja nur ein „klei­ner Fisch“ bin, nicht beschwe­ren. Mit 11,4 Verkäufen pro Bild lie­ge ich leicht über dem Durchschnitt. Mit den Einnahmen von Fotolia konn­te ich zum Beispiel schon seit Anfang des Studiums mei­ne Miete bezah­len – also nur 1,5 Jahre nach mei­nem Debüt in der Stockfotografie. Dadurch blieb mir ein „Themen-entfernter“ Nebenjob erspart und ich konn­te mich trotz Uni wei­ter auf die Fotografie und somit auch wie­der auf Stockfotografie kon­zen­trie­ren.

Mein bisheriger Bestseller. Inzwischen schon ein paar Jahre alt doch noch immer vielseitig einsetzbar zum Thema Fotografie.
Mein bis­he­ri­ger Bestseller. Inzwischen schon ein paar Jahre alt doch noch immer viel­sei­tig ein­setz­bar zum Thema Fotografie.

Momentan berei­te ich mich dar­auf vor, mein Stock Portfolio wei­ter aus­zu­bau­en und das Modell dann auch im grö­ße­ren Rahmen zu tes­ten. Da ich in den ver­gan­ge­nen vier Jahren ein Gefühl dafür ent­wi­ckeln konn­te, wel­che Motive sich im Stockbereich ver­kau­fen, wer­de Ich wohl in Zukunft auch direk­ter für mein Portfolio pro­du­zie­ren. Doch den Anfang macht die Postproduktion: Auf mei­nen Festplatten war­tet ein rie­si­ges Foto-Archiv mit unan­ge­tas­te­ten Rohdateien aus den 2 letz­ten Jahren, für deren Bearbeitung ich auf­grund ande­rer Projekte zuletzt kei­ne Zeit mehr hat­te. Außerdem habe ich durch mei­ne Arbeit mit Film und Bewegtbild ein wei­te­res Verkaufsfeld für mein Portfolio ent­deckt. Gerne berich­te ich in Zukunft ein­mal, wie es damit wei­ter geht.

Hier noch der Link zu mei­nem Fotolia-Portfolio und der Link zu mei­ner Website und mei­ner Facebook-Seite.

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 47

Lange Zeit war es still in der Rubrik „Pimp My Stock“!

Deshalb soll es heu­te end­li­ch wie­der eine neue Folge geben.

Was ist „Pimp My Stock“? Leser kön­nen mir hier ihre Fotos schi­cken, wel­che ich öffent­li­ch mit Blick auf ihre Verkäuflichkeit beur­tei­le und Tipps gebe, wie sie sich even­tu­ell ver­bes­sern las­sen. Hier geht es nicht um schmei­cheln­des Lob, son­dern um kon­struk­ti­ve Kritik, wel­che die Annahmechancen bei Bildagenturen ver­bes­sern soll.

Wer eben­falls kos­ten­los mit­ma­chen will, fin­det hier alle not­wen­di­gen Informationen.

Heute ist Mandy an der Reihe, die mir schrieb:

Sehr geehr­ter Herr Kneschke,

mit gro­ßem Interesse habe ich Ihren Blog „Pimp My Stock“ gele­sen. Inhalte wie die­se sind für Stock-Einsteiger eine unglaub­li­che Hilfe.

In die­sem Zusammenhang, hof­fe ich, von Ihnen Feedback zu bekom­men, um mei­ne Fotos effek­tiv im Stockmarkt zu inte­grie­ren.

Ich stu­die­re im ers­ten Semester Computervisualistik und Design an der HSHL in Lippstadt. Seit zwei Jahren gehe ich dem Fotografieren als Hobby nach (mit Digitalkamera – Canon Ixus 170).

Da der Lernaufwand des Studiums bereits einem Vollzeitjob ent­spricht und ich mit „nor­ma­len Studentenjobs“ bis­her wenig Erfolg hat­te, ent­schied ich mich vor einem hal­ben Jahr dafür, dass sich die­ses Hobby auch wirt­schaft­li­ch nie­der­schla­gen soll. So stieß ich auf die Stockfotografie.

Ich habe mich bereits bei eini­gen Portalen ange­mel­det, aber die meis­ten mei­ner Bilder wur­den abge­lehnt. Darum bit­te ich Sie um Ratschläge, mit denen ich die Markttauglichkeit mei­ner Bilder opti­mie­ren kann.

Für Ihre Hilfe dan­ke ich Ihnen. Im Anhang sen­de ich Ihnen zehn mei­ner Arbeiten.

Viele Grüße.“

Schauen wir uns ihre Bilder mal an.

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Den Anfang macht die­ses Foto einer grü­nen Platine. Während das Motiv gene­rell als Konzept für Themen wie „Technologie“ oder „Fortschritt“ ste­hen kann, ist die Ausführung hier ver­bes­se­rungs­wür­dig. Es sind gro­ße über­strahl­te Bereiche zu sehen, wel­che durch indi­rek­te Beleuchtung hät­ten ver­mie­den wer­den kön­nen. Auch die Bildaufteilung ist ungüns­tig, weil zu viel „Rand“ zu sehen ist. Ein Makroobjektiv mit deut­li­ch dich­te­rer Aufnahmeposition wäre vor­teil­haf­ter gewe­sen.

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Bei die­ser römi­schen(?) Stadtaufnahme gefällt mir das Licht und der Kontrast zwi­schen den war­men Gebäuden und dem küh­len Himmel, wel­cher fast einen Komplementärkontrast bil­det. Trotzdem gibt es auch hier eini­ge Nachteile, wel­che das Bild rui­nie­ren. Die bei­den offen­sicht­lichs­ten: Das rech­te Gebäude ist oben abge­schnit­ten (ein No-Go!) und bei­de Häuser schei­nen wegen der per­spek­ti­ven Verzerrung zu kip­pen. Da bie­ten mitt­ler­wei­le alle übli­chen Bildbearbeitungsprogramme Ausrichtungsfunktionen, die ein Fotograf beherr­schen soll­te.

Da fal­len zwei ande­re Punkte fast schon nicht mehr ins Gewicht: Die Ampel oben rechts hät­te mit einer mini­mal ande­ren Kameraposition (oder not­falls eben mit Photoshop) aus dem Bild ent­fernt wer­den kön­nen. Ganz links ist der hal­be Rücken eines Passanten zu erken­nen, der leicht durch eine ver­zö­ger­te Auslösung nicht hät­te im Bild sein müs­sen.

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Ähnliche Probleme mit dem Vordergrund gibt es bei die­sem Rom-Foto mit Petersdom. Rechts sind etli­che Personen erkenn­bar, was bei den meis­ten Bildagenturen zu einer Ablehnung wegen feh­len­der Modelfreigabe füh­ren wür­de. auch die Mütze der Person links lenkt zuviel Aufmerksamkeit auf sich. Profis arbei­ten hier meist mit einem Stativ und ent­we­der einer Langzeitbelichtung, wel­che die sich bewe­gen­den Personen ver­schwin­den lässt oder mit meh­re­ren Aufnahmen, die dann in Photoshop über­ein­an­der­ge­legt wer­den, um stö­ren­de Passanten leicht retu­schie­ren zu kön­nen.

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Diese Maske in Venedig in ein­deu­tig über­lich­tet. Das führt zu einer Ablehnung wegen „tech­ni­scher Fehler“.  Noch dazu ist das Foto erkenn­bar unscharf, was eben­falls eine Ablehnung recht­fer­tigt. Auch beim Motiv ist nicht erkenn­bar, wo das Augenmerk lie­gen soll oder was die Aussage ist.

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Diese Maske weist kein der eben genann­ten Probleme auf. Trotzdem lie­ße sich das Bild ver­bes­sern, weil es hier „von oben her­ab“ foto­gra­fiert wur­de, was der Maske nicht gerecht wird. Auch eine fron­ta­le­re Komposition wür­de dem Bild hel­fen. Der Zettel an der Maske muss natür­li­ch weg. Da gibt es etli­che sehr far­ben­fro­he und per­fek­te Aufnahmen von vene­zia­ni­schen Masken* bei den Bildagenturen, die als Maßstab die­nen soll­ten.

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Vermutlich eben­falls in Venedig ent­stand die­ses Schwarz-Weiß-Foto einer alten Gasse. Die zwei Musiker stö­ren mei­nes Erachtens, weil sie mit ihren Instrumenten kei­ne „klas­si­sche Sillhouette“ bil­den, die ansons­ten ganz pit­to­resk hät­te sein kön­nen. Außerdem ist der Horizont schief und das Bild zu kon­trast­reich, da die hel­len Bereiche wie­der aus­fres­sen.

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Diese Aufnahme mit einem Mann, der auf den Petersplatz in Rom blickt, ist auf den ers­ten Blick ganz gelun­gen. Die tech­ni­sche Qualität scheint nicht ganz opti­mal zu sein (was aber an der JPG-Komprimierung lie­gen mag), für ein Handy-Foto wäre es auf jeden Fall opti­mal und von der Stimmung her auch gefragt. Die Bildaufteilung ist hier sehr gelun­gen und zieht den Betrachter immer wie­der ins Foto rein auf die Stadt und den Sonnenuntergang.

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Äh, nein. Dieses Foto vom Biertrinken wirkt wie ein Schnappschuss beim ört­li­chen Stammtisch. Das Licht reflek­tiert zu stark im Glas und das Bild ist zu ver­rauscht, weil ver­mut­li­ch ohne Blitz gear­bei­tet wur­de. Vor einem wei­ßen oder zumin­dest neu­tra­le­ren Hintergrund mit weni­ger Rauschen wäre das Motiv ganz pas­send für Bildagenturen, aber so bleibt es höchs­tens ein Schnappschuss für das pri­va­te Fotoalbum.

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Der opti­sche Effekt, den die­se umge­dreh­ten Weingläser erzeu­gen, wirkt ganz span­nend und gefällt mir. Der Hintergrund sowie der Bereich rechts oben wir­ken lei­der wie­der zu unru­hig und auch gene­rell zu dun­kel. Vielleicht hät­te hier schon ein gro­ßes wei­ßes Blatt Papier hin­ten gereicht, um die­se Probleme zu behe­ben.

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Wieder ein Party-Schnappschuss? Mal ganz abge­se­hen davon, dass an den Fenstern rechts star­ke chro­ma­ti­sche Abberation zu erken­nen ist, die sehr wahr­schein­li­ch zu einer Ablehnung füh­ren wür­de, ist kei­ne rich­ti­ge Aussage bei dem Motiv zu erken­nen. Das Bild wirkt unru­hig, alles ist ange­schnit­ten und rauscht auch wie­der stark. Das wird so lei­der kei­ne Bildagentur neh­men.

Generell feh­len mir bei die­sen Bildern meist die erkenn­ba­ren Aussagen. Was für ein Thema ent­hält das Foto? Wofür könn­te es ver­wen­det wer­den? Es wirkt lei­der nicht so als wären die Fotos mit Antworten auf die­se Fragen im Kopf gemacht wor­den.

Was sagt ihr? Wie schätzt ihr die Fotos ein?

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