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Welche Kamera nutzen deutsche Stockfotografen am liebsten?

Die Bildagentur Shutterstock* hat eben eine spannende Statistik veröffentlicht.

Darin wertet die Agentur aus, wie viel Bilder von deutschen Fotografen 2014 mit welcher Kamera aufgenommen wurden. Grafisch sieht das Ergebnis so aus:

Top 10 Kameras hinter den Shutterstock Bildern aus Deutschland

Mit Abstand ganz vorne liegt die etwas in die Jahre gekommene Kamera Canon EOS 5D Mark II*, die immerhin schon 2008 veröffentlicht wurde und aktuell gebraucht knapp 1.000 Euro kostet. Auf Platz Zwei landet das Nachfolgermodell Canon EOS 5D Mark III*, die 2012 auf den Markt kam und neu ca. 3.000 Euro kostet und damit immerhin dreimal so viel kostet und zugegebenermaßen im Fotobereich wenig Verbesserungen gegenüber der Mark II bringt. Ich arbeite trotzdem gerne mit der Mark III, weil der Autofokus deutlich besser geworden ist.

Erst auf dem dritten Platz und mit nur einem Fünftel an Bildern im Vergleich zu den ersten beiden Plätzen liegt die Nikon D800*. Diese kostet neu ca. 2.500 Euro und hat gegenüber den beiden Canon-Kameras auf den ersten Plätzen den unschätzbaren Vorteil der 36 Megapixel, die selbst einen starken Crop (zum Beispiel um aus einem horizontalen Bild eine vertikale Variante zu machen) erlauben, ohne dabei unter 15 MP zu kommen, die Grenze, bei der bei Fotolia* die XXL-Größe angeboten wird.

Die restlichen sieben Plätze teilen sich vier Canon- und drei Nikon-Kameras aus dem mittleren Preissegment. Die in der Beliebtheit ansteigenden Kameras von Sony (Alpha-Serie) und Panasonic haben es noch nicht in die Top-10-Liste geschafft.

Der Erfolg der 5D Mark II ist vermutlich eine Kombination aus mehreren Faktoren: Hohe Auflösung mit Vollformatsensor, Video-Funktion sowie ein halbwegs günstiger Preis für eine Kamera mit diesem Funktionsumfang. Dazu kommt, dass das Nachfolgermodell eher die Videofunktionen verbessert hat.

Für Juni 2015 hat Canon jedoch den Nachfolger der Mark III, die Canon EOS 5DS angekündigt, welche 50 Megapixel bieten soll und damit einen der wenigen Vorteile der Nikon D800 locker übertrumpft. Ob die Bildqualität (vor allem chromatische Aberration, Moiré und Schärfe) jedoch stabil bleibt, wird sich zeigen müssen. Wenn das gegeben ist, könnte sie es vielleicht schaffen, das Arbeitstier Mark II abzulösen.

Welche Kamera verwendet ihr für eure Stockfotos und warum?

* Affiliate

Anleitung für Verhandlungen mit Bildagenturen

Welche Möglichkeiten haben Stockfotografen, mit ihren Bildagenturen zu verhandeln? Diese spannende Frage kam in der Diskussionsrunde bei der MicrostockExpo auf, die ich moderiert habe.

Das Thema will ich heute näher beleuchten.

Warum sollten Fotografen mit Bildagenturen verhandeln?

Wer regelmäßig meinen Blog (und vor allem die Kommentare) liest, weiß, dass die Stockfotografie-Branche im letzten Jahrzehnt härter geworden ist. Niemand hat etwas zu verschenken und die Fotografen sitzen mittlerweile meist am kürzeren Hebel. Wenn sich deshalb die Möglichkeit zu erfolgversprechenden Verhandlungen bietet, sollten Fotografen die Gelegenheit nutzen, ihre Position im Bildermarkt zu verbessern. Damit das klappt, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.


Wann können Fotografen mit Bildagenturen verhandeln?

Verhandlungen sind immer ein System aus „Nehmen und Geben“. Deshalb können nur die Fotografen erfolgreich verhandeln, welche etwas anzubieten haben, was Bildagenturen nützlich finden. In der Regel sind das – naheliegenderweise – Fotos. Aber es reicht nicht aus, paar hundert Urlaubsfotos aus der Toscana und Mallorca auf der Festplatte zu haben, um mit einer Agentur zu pokern.

Im Regelfall sind mehrere tausend Bilder im Portfolio das Minimum, um mit einer Agentur zu verhandeln. 3000 Fotos sollten es schon sein, ab 5000 Fotos ist es ziemlich sicher, dass einem die Bildagentur zumindest zuhört. Je qualitativ hochwertiger das Portfolio ist, desto geringer muss die Bildmenge sein. Zur Qualität gehören zum Beispiel:

  • eine gleichbleibende Produktionsqualität (z.B. nur Studiolicht, nur HDR-Aufnahmen)
  • international gültige Modelverträge und Eigentumsfreigaben (üblicherweise in englisch)
  • schwerpunktmäßig gut verkäufliche Bildmotive (z.B. viele Gruppenaufnahmen on Location im Gegensatz zu vielen Freistellern von Haushaltsgegenständen)
  • eine erkennbare Bildsprache / ein eigener Stil
  • Bildtitel, Bildbeschriftungen und Suchbegriffe in englisch in den IPTC-Feldern (oder notfalls als CSV-Datei)
  • Maschinenlesbarkeit der Bildkollektion (dazu gehören z.B. eindeutige Dateinamen ohne Umlaute, Sonderzeichen und Leerzeichen)
  • eindeutig zuordbare Model Releases und Property Releases, in der Regel im Rahmen einer „Modelvertrag-Tabelle

Wer ganz besondere Nischenthemen abdecken kann, die nur wenige Lieferanten bedienen können, hat auch schon mit einem Portfolio von einigen hundert Aufnahmen eine gute Verhandlungsposition. Dazu könnten beispielsweise Rastermikroskopaufnahmen von Krankheitserregern gehören, Fotos aus dem Weltraum, Unterwasseraufnahmen von seltenen Meerestieren, 3D-Detail-Illustrationen des menschlichen Körpers und so weiter.

Bei Pond5 verkauft zum Beispiel jemand regelmäßig authentische Videoaufnahmen von US-Militäreinheiten im Einsatz in Afghanistan und anderen Krisenregionen. Dieser Videograf kann logischerweise besser Forderungen stellen als ein Hobbyfilmer, der sich auf Videos von Segelfliegern spezialisiert hat.

Ebenfalls wichtig ist der Punkt, ob die Agentur, welche Verhandlungspartner sein soll, schon viele Motive des gebotenen Themas im Archiv hat oder nicht.

Ein guter Indikator für die eigene Verhandlungsmacht ist es, wenn Bildagenturen von selbst Fotografen ansprechen und um deren Bilder bitten. Das machen vor allem neue Bildagenturen, aber auch große Bildagenturen wie Fotolia starten manchmal zeitlich begrenzte Aktionen wie die „Operation Level Ground„, bei denen Profi-Fotografen mit großen Portfolios vom Start weg bessere Konditionen geboten werden als Amateurfotografen.

Bei den Emails von Bildagenturen sollten die angesprochenen Fotografen jedoch unterscheiden, ob eine neue Bildagentur einen Massen-Standardtext an alle Fotografen geschickt hat, deren Email-Adressen die Firma in Blogs, Foren oder auf anderen Internetseiten gefunden hat oder ob die Firma einen gezielt mit Namen und konkreten Bezug auf das Portfolio anspricht. Vor allem dann hat der Fotograf sehr gute Chancen, Forderungen zu stellen.

Was kann ein Fotograf bei Verhandlungen fordern?

Es gibt ganz unterschiedliche Ansätze, was Stockfotografen von Bildagenturen als Verhandlungsbasis verlangen können. Hier mal eine Auswahl:

  • Leichteres Einpflegen des Portfolios:
    Wenn eine Bildagentur Interesse an den Bildern eines Fotografen hat, liegt es auf der Hand, dass sie diesen Prozess so einfach wie möglich gestalten sollte. Profi-Fotografen haben üblicherweise externe Festplatten mit ihren Portfolios, auf denen auch die Verträge gespeichert sind und eine Excel-Tabelle, welche eine eindeutige Zuordnung der Fotos zu den jeweils notwendigen Verträgen erlaubt. Eine sehr häufige Fotografenforderung ist, die Bilder nach dem Einsenden der Festplatte ohne Zutun des Fotografen online zu stellen. Dadurch spart der Fotograf zum Beispiel die nervige Auswahl von Kategorien, das unzählige Anklicken von Häkchen und die Zuordnung der Verträge zu den Fotos. Diese Forderung wird fast immer von den Agenturen erfüllt bzw. wird oft selbst aktiv von den Bildagenturen angeboten. Das setzt jedoch voraus, dass der Fotograf sein Portfolio maschinell lesbar archiviert, also inklusive IPTC-Daten, Release-Spreadsheet und unverwechselbaren Dateinamen.
  • 100% Annahmequote
    Über diese Forderung wird selten öffentlich geredet, was angesichts der hohen Ablehnungsquoten von Hobby-Fotografen verständlich ist. Beim Einpflegen eines großen Portfolios in eine neue Agentur muss darüber nicht mal immer explizit geredet werden, weil es für die Agentur sowieso leichter ist, einfach den kompletten Bildbestand durchzuwinken. Außerdem stellen diese Forderung oft Fotografen, deren technische Bildqualität durchweg so hoch ist, dass sie auch sonst kaum Ablehnungen zu befürchten haben. Falls die Bildagentur keine 100% Annahmequote garantieren will, sollte der Fotograf auf jeden Fall darauf bestehen, eine nachvollziehbare Übersicht der Ablehnungen zu erhalten, damit er den Überblick über die Verteilung seiner Bilder behält.
  • Kein Upload-Limit
    Manchmal beschränken Bildagenturen die Menge an Bildern, die ein Fotograf in einer Woche oder einem Monat zur Agentur hochladen kann, weil jede Agentur Kosten für die Überprüfung und Freischaltung (bzw. Ablehnung) eines Bildes hat. Etablierte Fotografen können fordern, von diesem Limit nicht betroffen zu sein, da sie (siehe oben) sowieso meist keine Kosten durch zuviele Ablehnungen verursachen.
  • Keine Abo-Verkäufe
    Abo-Modelle sind eine wichtige Einnahmequelle für Bildagenturen, aber oft nicht sehr lukrativ für Fotografen. Eine Forderung ist deswegen manchmal, Bilder vom Abonnement ausschließen zu können.
  • Höhere Fotografenanteile
    Auch diese Forderung wird selten öffentlich thematisiert, um keinen Futterneid anderer Fotografen zu wecken. Vor allem neue Bildagenturen lassen bei den Honorar-Prozenten durchaus mit sich reden. 10-20 Prozentpunkte mehr als öffentlich angegeben wurden mir schon angeboten.
  • Bessere Ranking-Einstufung
    Einige neue Bildagenturen haben ähnliche Ranking-Level wie Fotolia, istockphoto oder andere etablierte Agenturen. Ein Verhandlungspunkt kann sein, den Fotografen gleich auf dem hohen Ranking-Level einzustufen, was er schon bei anderen Bildagenturen erreicht hat. Das führt meist auch zu einer höheren Fotografenkommission.
  • Eigene Marketing-Aktivitäten
    In meiner Diskussionsrunde erwähnte Mark Butler von MonkeyBusiness Images, dass er gerne verstärkte Marketing-Bemühungen von den Agenturen fordert. Das heißt zum Beispiel, dass der Fotograf im Agentur-Newsletter vorgestellt oder in einer Pressemitteilung erwähnt wird oder dass er „Fotograf der Woche / des Monats“ wird oder dass auf der Agentur-Webseite eine Zeitlang gezielt auf seine Kollektion hingewiesen wird, natürlich immer mit Link auf das Fotografenportfolio, damit der Fotograf mehr Umsatz erzielt.
  • Umsatzgarantie
    Andres Rodriguez erzählte auf der MicrostockExo von einer weiteren sehr spannenden Strategie. Manchmal fragt er neue Agenturen, die ihn im Boot haben wollen, ob die Agentur eine bestimmte Umsatzsumme für den Fotografen innerhalb von sechs Monaten oder einem Jahr garantieren kann. Diese Summe soll die Agentur im Voraus bezahlen. Falls das Geld nicht durch reguläre Verkäufe wieder reinkommt oder die Agentur vorher pleite geht, behält der Fotograf das Geld. Das ist eine gute Möglichkeit, um zu testen, ob die Bildagentur Vertrauen in das eigene Geschäftsmodell hat und längerfristige Strategien verfolgt.
  • Einfluss auf Verkaufspreise
    Diese Forderung ist seltener, weil sie für Kunden und andere Fotografen schnell erkennbar ist. Manchmal ist sie aber notwendig. So setzte der berühmte Stockfotograf Yuri Arcurs der Bildagentur Depositphotos die Pistole auf die Brust, nachdem ich hier im Blog über das (zu) billige SMS-Angebot schrieb und ihn ein Fotograf bei Facebook darauf aufmerksam machte. Kurz darauf erreichte Yuri Arcurs, dass Depositphotos seine Bilder nicht mehr im billigen SMS-Angebot verramscht.

Kannibalisierung: Verhandlungen sind ein Weg, nicht das Ziel

Mit dieser buddhistisch klingenden Weisheit meine ich, dass ein Fotograf vor lauter Verhandlungseifer eins nicht übersehen sollte: Will ich überhaupt bei dieser Agentur meine Bilder anbieten? Manchmal ist es schlicht ökonomisch unsinnig, eine hohe Honorarbeteiligung zu erkämpfen, wenn die Agentur die Bilder viel billiger als bei anderen Agenturen anbietet und unter dem Strich trotzdem weniger oder nur genauso viel übrig für den Fotografen bleibt. Diesen Kannibalisierungseffekt entdecken einige Fotografen erst, wenn die Umsätze bei ihrer „Stamm-Agenturen“ merklich zurück gehen und die Honorare der neuen Agenturen die Differenz nicht auffangen können.

Auch das Bauchgefühl sollte nicht unterschätzt werden. Gefällt mir das Aussehen der Webseite? Stimmt der Kontakt mit den Inhabern oder Mitarbeitern? Wirkt die Agentur seriös auf mich?

Ich habe schon mehrere lukrative Angebote von Agenturen abgelehnt, weil sie augenscheinlich direkte Konkurrenten meiner umsatzstärksten Bildagenturen werden wollten oder habe die Lieferung an Agenturen eingestellt, wenn ich gemerkt habe, dass mir deren Geschäftsgebaren nicht zusagt.


Was für Deals konntet ihr bisher bei Verhandlungen mit euren Bildagenturen aushandeln?

Die steuerlichen Aspekte der Stockfotografie

Oft werde ich von Fotografen gefragt: Wie machst Du das mit den Steuern?

Beispielhaft hier eine Mail, die ich vor einigen Tagen erhielt:

„Was ich bisher vermisse (Viele Fragen..) oder noch nicht online gefunden habe, sind Tipps/Links zu den ganzen Steuerangelegenheiten oder zur finanziellen Seite, bzw. Auszahlung u.a. bei Fotolia.

Seit ca. einem Jahr bin ich auch erfolgreicher Stockanbieter und möchte demnächst, mich das erste Mal, auszahlen lassen. Dazu schwirren mir viele Fragen im Kopf herum… u.a. wieviel muss ich davon in Deutschland an Steuer abgeben, wieviel darf man monatlich “frei“ verdienen, Steuern/Einnahmen geltend machen… etc. Ich befinde mich dazu in einer Festanstellung in einer Grafikagentur?! Hindernis?
Wie schwierig ist das alles in unserem Land, der u.a. kompliziertesten Steuersysteme, überhaupt?
Was muss ich/sollte ich bei der Auszahlung u.a. per Paypal beachten?
Finde ich dazu Tipps/Hilfen/weitere Links in einen deiner Bücher oder muss/sollte ich mich direkt an das Finanzamt oder einen Steuerberater wenden?
Über eine Antwort/Hilfe dazu, freue ich mich!“

Es gab einen guten Grund, warum darüber bisher in meinem Blog kaum etwas zu lesen war: Ich habe wenig Ahnung davon.


Das meiste lasse ich meinen Steuerberater erledigen. Das halte ich so, seit ich 2006 das erste Mal über 300 Euro im Monat Einnahmen aus Bildagentur-Verkäufen erzielt habe. Glücklicherweise war ich zu der Zeit noch Student und hatte die Gelegenheit, im Rahmen eines Existenzgründerprogramms an der Berliner Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (heute FHW) kostenlos Seminare und Coachings zu erhalten.

Zum Coaching zählten auch mehrere Beratungsstunden bei einer Steuerberaterin, die mir einen Crashkurs in Buchhaltung und Steuerrecht gab, speziell zugeschnitten auf meinen Fall.

Das war das Beste, was mir passieren konnte! Die freundliche Steuerberaterin half mir nicht nur bei der Anmeldung als Freiberufler beim Finanzamt, sondern bewahrte mich auch vor einem folgenschweren Fehler: Das Finanzamt versuchte, mich mit einem Trick zu einer Gewerbeanmeldung zu überreden, die bei mir nicht notwendig war. Meine Steuerberaterin erklärte mir, dass ich kein Gewerbe anmelden müsse, wenn ich ausschließlich vom Verkauf der Fotos über Bildagenturen lebe, weil der Verkauf von Nutzungsrechten nach §18 des Einkommensteuergesetzes problemlos als Freiberufler möglich sei. So muss ich keine Gewerbesteuern zahlen, keinen Gewerbeschein beantragen und habe eine einfachere Buchführung.

Aber auch hier gilt: Das trifft auch meinen Fall zu. Wer beispielsweise regelmäßig Hochzeiten fotografiert oder Portraitfotos verkauft, ist meist gewerbepflichtig. Deswegen werdet ihr auch in Zukunft im Blog keine konkreten Steuertipps von mir lesen, da man die Fälle nicht verallgemeinern kann.

Ich bin sehr froh darüber, kompetente Beratung von Fachleuten zu haben, die sich mit der Materie auskennen. Vor allem weil es eine schwierige Materie ist: Geld verdienen im Internet? Noch dazu mit immateriellen Gütern wie Nutzungsrechten? Weltweit, also in Deutschland, in Europa und im nicht-europäischen Ausland? Da sind sich selbst die Finanzbehörden nicht immer einig, wer wo wann wie viel Steuern zahlen muss.

Klar ist immerhin: Einnahmen müssen gemeldet und versteuert werden. Wer nur unregelmäßig paar hundert Euro im Monat verdient, kann das in seiner Steuererklärung einfach ins Feld „sonstige Einnahmen“ schreiben und fertig. Wer regelmäßig Umsätze bei Bildagenturen hat, kann sich überlegen, ob er als Selbständiger „Kleinunternehmer“ sein will oder nicht. Die „Kleinunternehmerregelung“ kann ein Fotograf nach §19 des Umsatzsteuergesetzes in Anspruch nehmen, wenn er im Vorjahr weniger als 17.500 Euro Umsatz gehabt hat und im laufenden Jahr voraussichtlich weniger als 50.000 Euro Umsatz erzielen wird. Das hat den Vorteil, dass keine Umsatzsteuervoranmeldung gemacht werden muss, hat aber den Nachteil, dass gezahlte Umsatzsteuer, zum Beispiel beim Kauf von Kamera oder Objektiven, nicht zurückverlangt werden kann. Außerdem darf bei gestellten Rechnungen keine Umsatzsteuer aufgeschlagen werden, was für Stockfotografen jedoch nicht relevant ist.

Knackpunkt ist jedoch wieder das „regelmäßig„. Ab wann Einnahmen regelmäßig oder hoch genug sind, kann ich nicht sagen. Wer hier konkrete Zahlen will, muss wirklich das Finanzamt oder seinen Steuerberater fragen.

Ob jemand mit einer Festanstellung überhaupt etwas nebenbei verdienen darf, hängt wieder vom jeweiligen Arbeitsvertrag ab. Im Zweifel einfach den Arbeitgeber fragen, ob man in seiner Freizeit als Nebenbeschäftigung Fotolizenzen verkaufen darf.

Sehr hilfreich zum Einlesen – nicht nur in Steuerfragen – ist das Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft. Dort gibt es zum Beispiel eine Checkliste mit den 6 häufigsten Steuerfehlern von Existenzgründern, einen Überblick, wer wann welche Steuern zahlen muss und auch Tipps für Selbständige in der Kreativwirtschaft. Auch sehr lesenswert ist der „Ratgeber Selbstständige“ von Götz Buchholz, der online kostenlos einzusehen ist und auch viele Kapitel zu Steuerfragen enthält.

Wie immer bei Rechtsthemen der Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr.

Was bereitet euch bei Steuerfragen am meisten Probleme? Was würdet ihr am liebsten wissen? Vielleicht kann ich mal einen Steuerberater o.ä. interviewen.

Stockfotografie-News 2009-10-09

Das ging aber schnell. Eine Woche ist schon wieder rum und es wird Zeit für einen Rückblick auf die Stockfoto-Branche.

  • Fotolia kündigt ein „Ausbildungsprogramm“ für Stockfotografen an. Die kostenpflichtigen Kurse und Seminare sollen zuerst in den USA angeboten werden.
  • Jetzt wurde nachgezählt. In meiner Zeitschriftenanalyse habe ich mich schon mehrmals über die mangelnden Bildcredits in Zeitschriften beschwert. Nun hat der Deutsche Journalisten-Verband DJV in Tageszeitungen ebenfalls gezählt und veröffentlicht, welche Zeitungen die Fotografennamen nennen. Sieger sind verschiedene Ausgaben von Die Welt, Verlierer ist das Handelsblatt.
  • Alamy hat eine (sehr lange) Liste veröffentlicht, welche Kameras sich nicht für die Stockfotografie eignen.
  • Dreamstime kündigt an, bald auch Poster und Leinwände mit den Bildern aus der Bildagentur zu bedrucken.
  • Moodboard veröffentlicht Ausgabe 3 ihres Kundenmagazins online und als PDF
  • Nach meinen beiden Artikeln über Bilderklau im Internet hier ein nachdenkliches und zeitgleich amüsantes Video, wie Bilderdiebstahl im „echten“ Leben aussieht. Das Ganze ist Teil der Kampagne „Don’t Screw Us!“ von der American Society Of Media Photographers (ASMP) für besseren Bilderschutz von Fotografen.
  • GreenLight, eine Tochterfirma von Corbis, vermarktet jetzt die Persönlichkeitsrechte von Bruce Lee im Hinblick auf Werbeaktivitäten.

So, habe ich was vergessen? Dann bitte wieder rein in die Kommentare damit.

Wer noch nicht genug hat, kann sich auch einige Nachrichten von FotoTV als Video anschauen:

Stockfotografie-News 2009-03-13

Am Freitag, den 13. gibt es wieder eine Übersicht über Neuigkeiten in der gebeutelten Bilderbranche.

  • Die Bildagentur Masterfile hat eine neue Suchfunktion. Standardmäßig werden Suchergebnisse nun als quadratische Thumbnails angezeigt, andere Anzeigeformate können eingestellt werden. Sehr cool ist auch der Schieberegler, mit dem schnell zu einer beliebigen Stelle der Suchergebnisse gesprungen werden kann. Vor allem bei Suchen mit vielen Ergebnissen kann das auch den Fotografen helfen, deren Fotos eher hinten angezeigt werden.
  • Getty Images veröffentlicht ein neues Kundenmagazin namens „Closeup“. Darin werden auch die meistverkauften Fotos des 4. Quartals 2008 gezeigt. Im Bereich Creative, also der „klassischen Stockfotografie“, ist der Bestseller eine Frau, die sich die Schuhe anzieht. Danach folgt erstaunlicherweise eine Pusteblume im Wind, wie es sie auch hundertfach als Microstock-Bild gibt. Im Editorial-Bereich verkauften sich Fotos vom Formel 1-Sieger Lewis Hamilton beim Kuss mit seiner Frau, der Sängerin der Pussycat Dolls, Nicole Scherzinger, außerdem eins vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy mit seiner Frau Carla Bruni Sarkozy.
  • Die Flickr-Collection von Getty Images wurde veröffentlicht mit ca. 6.000 Fotos. Überraschend ist eher, dass die ausgewählten Fotos relativ „normal“ aussehen, während für Getty die Chance bestanden hätte, Fotos mit ungewöhnlichen, neuen Bildsprache auszuwählen.
  • Die Microstock-Bildagentur istockphoto bietet seinen Kunden nun auch die Möglichkeit, Nutzungsrechte per ClickandBuy zu bezahlen.
  • Der Profi-Fotohändler Calumet hat sich davon verabschiedet, mehrere Mittelformat-Marken anzubieten und konzentriert sich im Mittelformat-Bereich nun auf den Verkauf und Verleih von Hasselblad-Kameras und -Zubehör.
  • Die Microstock-Agentur Shutterstock senkt die Preise für Videos in niedriger Auflösung und verlängert gratis bestehende Video-Abonnements. In Branchenkreisen wird das als eine Reaktion auf die Einführung von Video-Angeboten durch den Konkurrenten Fotolia gesehen.
  • Auch die traditionelle österreichische Bildagentur Waldhäusl plant die Einführung eines Abo-Modells. Fotografen können bislang jedoch nur entscheiden, ob alle oder keine Fotos ihres Portfolios darüber angeboten werden. Preise und Honorare sind noch nicht bekannt.
  • Zum Abschluss noch etwas Unterhaltsames. Der Stock-Fotograf Herby Meseritsch hat ein lustiges Video gedreht, in dem er zeigt, wie Fotos für die Bildagentur PantherMedia entstehen können: