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Stockfotografie-News 2014-09-05

Es ist mir ja etwas peinlich: Die letzte News-Sammlung habe ich im März erstellt. März! Das sind Lichtjahre in Stockfotografie-Zeitrechnung.

Aber ihr wißt ja, Urlaub, Sommer, Eis, Arbeit, die üblichen Ausreden. Aber genug davon.

Die Branche dreht sich heiter weiter und deshalb versuche ich mal kurz, das Karussel anzuhalten, damit wir einen Blick auf die glänzenden Neuigkeiten (bzw. alles das, was im letzten halben Jahr passiert ist) werfen können.

  •  Nur drei Tage alt ist die Meldung von iStock, die Preisstruktur nach anderthalb Jahren wieder komplett umzukrempeln. Damals wurden die sieben verschiedenen Kollektionen auf 4 runtergedampft, diesmal sollen nur noch zwei übrig bleiben: Essentials und Signature. Außerdem wird der Direktkauf abgeschafft und es müssen jetzt wieder immer Credits gekauft werden. Um das Ganze nicht unnötig einfach zu machen, wird auch noch am Credit-Wert geschraubt. Auch die Preisstaffelung nach Bildgröße wird abgeschafft, das bedeutet: Kleine Bilder werden teurer, große Bilder günstiger.  Besonders hart trifft das die iStock-Fotografen, welche bisher viele Bilder über die Vetta-Kollektion verkaufen konnten, weil dort der Preissturz am drastischsten ist. Einen genaueren Überblick hat Sean Locke hier.
  • Während sich der Erfolg der Preisänderung bei iStock noch zeigen muss, gab es auch einen Lichtblick des gesunden Menschenverstands bei iStock: Jetzt dürfen dort auch Bilder mit vielen Logos und Menschenmengen als kommerziell nutzbare Bilder angeboten werden, wenn diese einigen Richtlinien folgen. Da können sich andere Agenturen ruhig was abschauen.
  • Eine weitere Empfehlung für Nachahmungstäter: Canstock übersetzt die meist kompliziert formulierten Nutzungsbedingungen deutlich verständlicher.
  • Shutterstock verkauft seit April auch Musik. Anbieter müssen sich mit einem kleinen Portfolio direkt bei Shutterstock bewerben, wenn sie ihre Tracks auch anbieten wollen.
  • Mit „Photography Companion“ reiht sich auch Dreamstime in die Liste der Agenturen ein, welche eine App zum Fotos hochladen haben.
  • Fotolia hat ihre App „Instant“ nach langer Wartezeit auch für Android-Nutzer zugänglich gemacht.
  • Außerdem bietet Fotolia jetzt „fallweise“ Videos wieder im Abonnement an, diesmal jedoch mit 35% Kommission auf den Mindestpreis von 50 Euro für Full-HD-Videos.
  • Nochmal Shutterstock: Dort ist es jetzt auch möglich, Illustrationen und Vektoren als Editorial-Content anzubieten, z.B. Zeichnungen von Prominenten.
  • Die deutsche fotocommunity, bisher eher als „oh, tolle Bilder„-Galerie bekannt, steigt in den Bildermarkt ein und bietet schon seit April die Möglichkeit, die hochgeladenen Fotos auf Leinwand o.ä. zu verkaufen.
  • Die Bildagentur Panthermedia hat die seit langem vor sich hin kriechende Agentur Digitalstock aufgekauft. Kunden und Fotografen sollen einfach zu Panthermedia wechseln, eventuelles Restguthaben von Fotografen wurde ausgezahlt. Ein weiterer Schritt bei der Marktbereinigung der deutschen Agenturszene, die garantiert noch nicht abgeschlossen ist.
  • Interessant für Videographen: Shutterstock listet hier fünf Video-Kategorien mit hoher Nachfrage auf.
  • Pond5 hat eine Finanzspritze von etwas über 60 Millionen US-Dollar erhalten. Mal sehen, was sie damit machen.
  • Schön zu sehen, dass einige Agenturen auch mal zuhören: Pond5 erlaubt die Suche nach dem originalen Upload-Dateinamen im Fotografen-Dashboard und sowohl Fotolia als auch Dreamstime zeigen endlich beim Upload den kompletten Dateinamen an. Sehr hilfreich, wenn man auf den Thumb nicht alles erkennt.
  • Müssen witr Angst haben? Der Bildermarkt-Analyst Paul Melcher hat über die „Stockfotografie-Blindheit“ geschrieben und warum „ehrliche, authentische“ Bilder mehr Aufmerksamkeit generieren würden. Ich kanns bald nicht mehr hören: Kunden rufen nach authentischen Bildern, Agenturen verlangen authentische Bilder und Fotografen liefern – gerne auch mit dem Handy – authentische Bilder. Dann ist doch alles in Butter? Vielleicht sollte ich darüber mal schreiben?
  • Leckere Rezepte und perfekte Food-Fotos? Der neue Blog von Stockfood hat beides. (Und der Eis-Blog von Erich und mir natürlich auch, soviel Eigenwerbung darf sein.)
  • Alamy hat ein neues Dashboard für Fotografen. Sieht erst mal sehr übersichtlich aus, dafür ist die Agentur immer noch nicht in der Lage, handliche Sales Reports zu erstellen.
  • Manchmal haben lange Wartezeiten auch ihr gutes. In der letzten News berichtete ich über ein Urteil zu Pixelio, wonach auf jedem Bild im Internet ein Urheberrechtshinweis müsse. Das wurde in höherer Instanz schnell wieder einkassiert.
  • Die Fotografin Rachel Scroggins schreibt hier, wie ihr durch den Instagram-Post eines Supermodels mit einem Foto von ihr viel Geld durch die Lappen geht wegen des fehlenden Urheberrechtshinweises.
  • Deutlich mehr Geld verloren hat jedoch der Fotograf David J. Slater, dem ein Affe seine Kamera entrissen hatte, um ein Selfie zu machen. Wikimedia erklärte daraufhin das Foto in die „Public Domain“ gehöre. Die ganze Story gibt es hier.

Bestimmt habe ich in der Zwischenzeit einige Sachen verpasst, also wie immer gerne in den Kommentaren nachtragen.

Ansonsten: Nächstes Mal bin ich wieder früher dran, versprochen!

Stockfotografie-News 2014-03-14

Was schon seit über zwei Monaten keine News-Sammlung mehr? Eigentlich wollte ich die neuste Zusammenstellung der Nachrichten schon letzten Freitag bringen, aber dann kam die Aufregung um „Getty Embed“ dazwischen. Aber heute:

  • Shutterstock-CEO Jon Oringer blickt auf das erfolgreiche Jahr 2013 für Shutterstock zurück.
  • Auch Alamy veröffentlichte einige spannende Zahlen als Rückblick auf das Jahr 2013. Am spannendsten ist wohl, dass letztes Jahr 12,2 Millionen USD an Fotografen ausgezahlt wurden.
  • Die letzten Jahre schon hat Tyler Olson von der Microstockgroup.com eine Umfrage unter den Microstock-Fotografen gemacht. Die  Ergebnisse für das Jahr 2013 zeigt er hier als kurze Infografik oder hier etwas ausführlicher.
  • Fotolia startet den „Dollar Photo Club„, bei dem sich die Mitglieder aus dem gleichen Angebot wie bei Fotolia direkt bedienen können. Der Vorteil scheint daher eher der Preis von einem Dollar pro Foto zu sein.
  • Noch mal Shutterstock: Hier stellt die Agentur weltweite Design-Trends für 2014 vor. Auch im Hinblick auf Fotoproduktionen interessant.
  • Getty Images stellt die neue iPhone-App „Getty Moments“ vor, mit der registrierte Fotografen Kunden-Briefings direkt aufs Handy bekommen und umsetzen können. Damit macht die Agentur Firmen wie Scoopshot oder Imagebrief direkte Konkurrenz.
  • Fast gleichzeitig erklärt Getty Images die Partnerschaft mit Flickr für beendet. Die alten Verträge gelten (noch) weiterhin, neue Bilder sollen dann über Getty Moments und EyeEm (siehe unten) kommen.
  • iStock hat indirekt die Preise erhöht, indem die kleinste Bildgröße XS ersatzlos gestrichen wurde und Kunden nun die nächstgrößere (und teurere) Bildgröße kaufen müssen.
  • Noch mal iStock: Die Agentur führt ein neues Abo-Modell ein, welches auch viel exklusives Material enthalten soll (im Gegensatz zum Thinkstock-Abo). Den Fotografen werden für das Abo aber keine „Redeemed Credits“ (RC) angerechnet. Das ist wieder einer der Änderungen, die absichtlich an verschiedenen Stellschrauben gleichzeitig drehen, damit es sehr komplex und kompliziert wird, die Folgen zu erklären. Wer sich reinarbeiten will, kann hier anfangen.
  • Getty Images hat zusammen mit der Nichtregierungsorganisation LeanIn.org die „Lean In Collectiongestartet, welche Bilder von modernen Frauen abseits von Klischees darstellen soll. Die aktuell knapp 2.800 Bilder zeigen mir jedoch, dass das gar nicht so einfach ist. Über das Thema hatte ich ja schon im Dezember hier geschrieben.
  • In diesem Interview erklärt der Gründer Florian Meissner der Bilder-Community EyeEm, dass er jetzt auch Smartphone-Bilder verkaufen will.
  • Kurz darauf kündigten EyeEm und Getty Images einen Vertriebsdeal an, bei dem ausgewählte Bilder von EyeEm über iStock und Getty verkauft werden sollen. Die Fotografen sollen 50% des Erlöses erhalten, aber nur von dem Betrag, den EyeEm von Getty erhält. Da Getty üblicherweise nur ca. 20% des Verkufspreises an Partner auszahlt, wären das dann 10%. Die genauen Zahlen sind aber leider nicht bekannt. Aber vielleicht will Getty nur auch mehr Bilder haben, die es – verziert mit Werbebotschaften – im Rahmen von Getty Embed verschenkt.
  • Auch der Flickr-Konkurrenz 500px will jetzt in den Bildermarkt einsteigen und Bilder lizenzieren. Ich bin mir nicht sicher, wo deren Alleinstellungsmerkmal liegen soll und vermute, dass sie eher „Print on Demand“-Plattformen als Vorbild haben denn die üblichen Microstock-Agenturen.
  • Ach ja, Alamy stellt ebenfalls eine App für den Bilderverkauf namens Stockimo vor. Die Wertschätzung der Fotografen liest sich am Umsatzanteil ab: Bisherige Alamy-Fotografen erhalten 50% Kommission, wer neu ist und sich bis zum 30. April anmeldet, erhält 40%, der Rest bekommt nur 20%.
  • Pond5 stellt ihr neues Plugin für Adobe Premiere Pro vor und verschenkt zu diesem Anlass Videos und Audio-Files im Wert von ca. 1.000 USD.
  • Panthermedia hat die Webseite neu gestaltet, bietet jetzt auch Vektoren an und hat eine „Social Media“-Lizenz in ihre Erweiterten Lizenzen integriert. Wer das nicht will, muss diese also deaktivieren.
  • Vor paar Wochen wurde in den Mainstream-Medien plakativ über das Urteil des Landesgerichts Köln berichtet, wonach – verkürzt wiedergegeben – bei jeder Bildnutzung im Internet ein Urheberrechtshinweis direkt am Bild stehen müsse. Konkret bezog sich der Fall auf den User PiJay bei der kostenlosen Bilderdatenbank Pixelio, die wiederum hier zum Fall Stellung genommen hat und die Nutzungsbedingungen überarbeiten will.
  • Shutterstock hat ein schönes neues Feature: „Undiscovered„. Das ist eine weitere Suchoption neben „Popular“ oder „Newest“, bei der nur Bilder angezeigt wurden, die noch keine Verkäufe hatten. Eine Win-Win-Situation: Käufer können unverbrauchte Bilder kaufen und die alten Bilder der Fotografen bekommen vielleicht einen Schub.
  • Kleckern, kosten, Krümmel: So könnte man den neuen Trend „Perfectly Imperfect“ beschreiben, welchen die Bildagentur Stockfood als neuen visuellen Trend in der Foodfotografie ausgemacht hat. Das Rezept kann auch mal misslingen, der Keks brechen oder die Sauce auf die Tischdecke tropfen. Sieht sympathisch aus, finde ich.
  • Diese Tage startet Fotolia die dritte Staffel der TEN Collection, bei der diesmal je ein Fotograf und ein Grafikdesigner zusammen an einem Werk arbeiten. Außerdem werden seit gestern bis 30. Mai 2014 die besten Werke der ersten beiden Staffeln im fotoliaLAB in der Lychener Straße 74, 10437 Berlin ausgestellt. Öffnungszeiten sind Mo-Fr 10-18 Uhr.
  • Noch mal Fotolia: Die Agentur führt eine Auflagenbeschränkung von 500.000 Stück bei der Standardlizenz ein und lässt gleichzeitig die Möglichkeit entfallen, die Erweiterte Lizenz deaktivieren zu können.

Mein Angebot: Von der News zur Story!

Ich hatte kürzlich eine Idee, von der ich schauen will, ob sie bei euch gut ankommt: Ich möchte euch anbieten, dass ihr in jeder Folge meiner „Stockfotografie-News“ bis – sagen wir mal – fünf Tage nach Veröffentlichung (also diesmal bis einschließlich dem 19.3.2014) eine der News in den Kommentaren nennen könnt, über die ihr euch eine ausführliche Story wünscht. Diese würde ich dann in den folgenden Tagen recherchieren, analysieren, zusammenfassen und darüber berichten. Gerne könnt ihr in eurem Kommentar auch schreiben, warum Euch die Nachricht interessiert oder welche weiterführenden Aspekte genau.

Wenn das interessant für euch klingt:
Welcher Nachricht sollte ich tiefer auf den Grund gehen?

Stockfotografie-News 2012-09-14

Bevor uns die größte Fotomesse der Welt, die Photokina, am Dienstag wieder mit Neuigkeiten überschüttet, will ich kurz die Nachrichten der letzten Wochen abarbeiten, damit ihr mit einem klaren Kopf neue Produkte, Dienstleistungen und Anbieter bewerten könnt.

Fangen wir an:

  • Der Trend scheint bei Fotos immer mehr Richtung Handy zu gehen. Mit Plusgram gibt es jetzt eine weitere Seite, die Instagram-Fotos verkaufen will. Ich habe mal gezählt: Bisher gibt es genau 15 Verkäufe, davon vier Käufe innerhalb der letzten fünf Wochen.
  • Auch iStockphoto bietet jetzt die Möglichkeit, Fotos zu verkaufen, die mit einem Smartphone aufgenommen wurden. Was dabei alles zu beachten ist, zeigt iStock in einem lesenswerten PDF mit visuellen als auch technischen Tipps.
  • Ich habe es mehrmals betont: Wenn Google sich entscheidet, in den Bildermarkt einzusteigen, könnten die Zeiten für uns alle noch viel turbulenter als jetzt schon werden. Ist es soweit? Google kooperiert mit dem Abo-Portal Thinkstock von Getty Images, um Bilder für seinen Cloud-Dienst Google Drive anbieten zu können.
  • Mit Bildagenturen ist immer noch richtig Geld zu verdienen. Deshalb kauft der InvestorCarlyle auch die weltweit größte Bildagentur Getty Images für mehr als 3 Millarden US-Dollar von der Investorfirma Hellman & Friedman, welche die Agentur vor vier Jahren für 2,4 Milllarden US-Dollar gekauft hatten. Für die Fotografen bei Getty und iStock wird es damit wohl nicht leichter, denn auch der nächste Investor wird eine saftige Rendite erwarten…
  • Und noch mal iStockphoto: Nachdem einige neue, kleine Bildagenturen die direkte Bezahlung von Bildern propagiert haben, ohne vorher die Kunstwährung „Credits“ kaufen zu müssen, hat iStockphoto nachgezogen und bietet jetzt ebenfalls an, Bilder direkt bezahlen zu können.
  • Photoshopper aufgepasst: Die Bildagentur Fotolia startet den „TEN Contest„. Nachdem die Agentur die Photoshop-Dateien zehn berühmte Grafikkünstler veröffentlicht hat, könnt ihr euch jetzt selbst an diesen Themen probieren und Preise im Gesamtwert von 200.000 Euro gewinnen.
  • Die deutsche Bildagentur Panthermedia legt es wohl darauf an, istockPhoto als Agentur mit dem komplexesten Preismodell abzulösen und führt deshalb drei neue Preisstufen ein, die das alte Modell ablösen sollen. Inhaltlich orientiert sich das System am Modell von Dreamstime, bei dem ein Foto teurer wird, je öfter es verkauft wurde. Prinzipiell eine gute Sache, finde ich, wenn es die Kunden nicht zu sehr verwirrt.
  • Die Food-Agentur Stockfood erklärt, bei Lebensmittelfotos den neuen Trend „Mystic Light“ entdeckt zu haben, der auf dunkle Hintergründe, diffuses Licht und grafische Strukturen setzt. Erinnert mich ein bißchen an den 80er Jahre-Food-Look, nur in kühl.
  • Die Keyword-Agentur DokFünf hat ihren Fotowettbewerb um zwei Monate bis zum 31.10.2012 verlängert. Thema ist „Schlagwort Copy Space: Wer hat das Blaue vom Himmel verkauft?“ Bei dem Wettbewerb können (nicht nur Stock-)Fotografen Fotos einreichen, auf denen auf eine besonders gute oder originelle Weise Textfreiraum vorhanden ist. Strengt euch an, denn ich sitze auch in der Jury… 🙂
  • Die Fotografenagentur vor-ort-foto.de hat eine kleine Studie über die Verbreitung von Microstock-Agenturen in Deutschland veröffentlicht. Für mich stand nichts wirklich Neues drin, aber da aktuelle Marktübersichten mit konkreten Zahlen immer schwer zu bekommen sind, hilft die Studie vielleicht dem ein oder anderen. (Danke an Karl-Heinz Hänel für den Hinweis.)
  • Kämpft da wirklich jemand gegen zu niedrige Microstock-Abo-Preise? Oder versucht die neue Agentur Pocketstock nur, Fotografen gegen die bestehenden großen Agenturen auszuspielen, um selbst als lachender Dritter Profit zu machen? Ich vermute letzteres, vor allem, weil sie auf der Webseite Stimmung gegen Shutterstock machen, aber was meint ihr?

Wenn ich etwas übersehen haben sollte, ergänzt es in den Kommentaren.

Stockfotografie-News 2011-07-29

Guten Morgen, ihr News-Junkies. Nach einer langen Durststrecke im heißen Sommermonat gibt es wieder neuen Stoff.

  • Fotolia startet zwei neue Kooperationen und zeigt damit, dass sie aktiv daran arbeiten, neue Käuferschichten innovativ zu erreichen. So gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Start-Up Codingpeople, bei dem sich Kunden Fotolia-Bilder in ihre Webseiten-Layouts einbauen können und eine Kooperation mit dem Journalismus-Dienstleister Raufeld Content, bei dem direkt über eine API-Schnittstelle passende Fotos zu Artikeln genutzt werden können, welche von Raufeld an Medien verkauft werden.
  • istockphoto versucht einen anderen Weg der Kundengewinnung: Die Agentur erhöht ihre Prämien für die Kundenwerbung. Wer einen neuen Kunden wirbt, der innerhalb von 30 Tagen nach Anmeldung mindestens 26 Credits kauft, erhält dafür jetzt 20 statt wie bisher 10 US-Dollar. Das gilt aber nur bis Herbst, denn dann soll das Prämiensystem komplett umgestellt werden.
  • Außerdem hat istockphoto jetzt einen dringend benötigten Preis-Filter eingeführt, nachdem sie viele neue – teurere Foto-Kollektionen mit aufgenommen haben. So können Kunden sich jetzt auch nur die günstigeren Bilder anzeigen lassen.
  • Um zu sehen, wohin sich der Bildermarkt vielleicht entwickelt, ist es manchmal hilfreich, zu den ganz großen Fotografen zu schauen. So ging ein Raunen durch die Foren als der bekannteste Stockfotograf Yuri Arcurs eine Stellenausschreibung schaltete, in der er zwei Dinge erwähnte. Zum einen wolle er eine Verkaufsplattform aufbauen, um seine Bilder direkt zu verkaufen, zum anderen erwähnte er neben Fotos und Videos auch Vektorgrafiken. Vor allem letzteres nährte die Gerüchte, er plane vielleicht nicht nur den Verkauf seiner Bilder, sondern auch von anderen Fotografen, da von Yuri bislang keine Vektor-Motive bekannt sind. Ist das die Zukunft, der Direktverkauf? Oder das Ende von Microstock? Wir werden sehen.
  • Ein anderes großes Ding ist ja Google+, die neue Konkurrenz von Facebook. Fotografen, die dort aktiv sind, sollten zum einen auf die Nutzungsbedingungen aufpassen und zum anderen die Standard-Auswahl bei den Privatsphäre-Einstellungen deaktivieren, welchen es fremden Leuten erlaubt, seine Fotos herunterzuladen oder als Drucke zu bestellen. Ich bin übrigens auch bei Google+, wer mich in seinen Kreis aufnehmen will, findet hier mein Profil.
  • Shutterstock hat einen neuen Filter eingeführt, der es nun erlaubt, die Suchergebnisse nicht nur nach „neuste“, populärste“ und „zufällige“ Ergebnisse zu sortieren, sondern jetzt auch nach „relevanteste“. Während „populär“ stark nach der Anzahl der Verkäufe gewichtet ist, soll „relevant“ stärker die Suchbegriffe berücksichtigen. Einige Fotografen beklagten daraufhin gesunkene Einnahmen ihrer neuen Fotos, was auch bei mir bemerkbar ist, auch wenn sich die Gesamtumsätze kaum verändert haben.
  • 123rf hat jetzt beim Hochladen von Bildern standardmäßig ein Häkchen aktiv, welches es der Agentur erlaubt, abgelehnte Bilder automatisch als „redaktionelle Bilder“ anzubieten, wenn die Motive einen Nachrichtenwert haben. Der Hintergrund ist, dass die Fotografen so das Bild nicht neu hochladen müssen, falls sie es versehentlich in der falschen Rubrik (Fotos statt Editorial) hochgeladen haben.
  • Alamy ändert ihre Fotografenverträge, mit dem Ziel, in Zukunft auch Videos und News-Fotos anbieten zu können.
  • In der Schublade der Stockfotografen findet sich jetzt ein neues Verschlagwortungswerkzeug. „Compare Keywords“ erlaubt, wie der Name anklingen lässt, zwei Sets von Suchbegriffen miteinander zu vergleichen und die gleichen, ähnlichen oder fehlenden Wörter anzeigen zu lassen.
  • Getty Images kündigte gestern eine neue Kollektion namens „Flickr Select“ an. Diese Kollektion soll eine Art Best-Of der „normalen“ Flickr-Kollektion darstellen, momentan sind ca. 6.000 Bilder enthalten und es werden weitere hinzugefügt. Der Sinn erschließt sich mir spontan nicht ganz, außer dass die Flickr-Kollektion mittlerweile langsam zu groß und damit zu beliebig wird. Viele Motive der Flickr-Kollektion sind jetzt schon sehr typisches Stock-Material wi z.B. Sandstrände oder Food-Fotos, obwohl die Kollektion angetreten war, um frischen Wind in die Bildsprache zu bringen.
  • Tyler Olson vom Microstockgroup-Forum hatte 2010 eine große Umfrage unter Microstock-Fotografen durchgeführt und veröffentlicht jetzt nacheinander verschiedene Analysen. Zum Beispiel hat er jetzt verglichen, wie der Zusammenhang zwischen Portfolio-Größe und Umsatz bei Hobby- und Vollzeit-Stockfotografen ist. Auf jeden Fall lesenswert, wie die anderen Umfrage-Ergebnisse auch.
  • Vielleicht für einige interessant: Vom 6. bis 8. September findet in Bonn das Seminar Bilddokumentation und Bildermarkt“ von Verein für Medieninformation statt.
  • Die Bildagentur Stockfood hat jetzt eine neue Agentur mit dem Schwerpunkt auf Innenarchitektur und Einrichtungsideen: Living4media.
  • Bei Youtube gibt es jetzt von mir ein Video, was einen Querschnitt meines Portfolios zeigt. Die Diashow habe mit Flixtime erstellt, da gab es vor einer Weile im Fotolia-Newsletter einen Gutschein-Code zum kostenlosen Testen. Mit dem Code „flixfotolia“ bekommt ihr eine Woche kostenlos das Pro-Abo.
  • Zum Abschluss noch etwas zum Schmunzeln und Nachdenken: Die Kosmetik-Firma L’Oreal musste eine große Werbekampagne in Großbritannien zuzückziehen, weil sie die britische Werbe-Behörde ASA beschwert hatte, dass die Bilder zu stark retuschiert seien.

Fehlt was? Dann rein die die Kommentare damit.

Zwei Jahre Footage für Video-Agenturen – Meine Einnahmen und Erfahrungen

Neben Fotos verkaufe ich seit einer Weile auch Footage. Footage sind kurze Video-Clips, die genau wie Bilder über Agenturen verkauft werden können. Meine ersten Videos meiner Canon 5D Mark II habe ich im Mai 2009 hochgeladen. Mittlerweile sind ca. zwei Jahre vergangen und ich will eine erste Bilanz ziehen.


Wie viel habe ich verdient, hat es sich gelohnt, was habe ich gelernt?

Zur Zeit beliefere ich aktiv sechs Video-Agenturen: Pond5*, Fotolia*, Shutterstock*, Revostock*, ClipCanvas* und Clipdealer*. Bis vor zehn Monaten hatte ich auch noch istockphoto* beliefert, bis dort die Umsatzbeteiligung auf 15% gekürzt wurde. Einige thematisch passende Videos habe ich auch bei Stockfood.

Portfolio-Größe

Bei den genannten sechs Agenturen habe ich mittlerweile so viele Videos online, sortiert nach Menge:

Pond5: 122 (Annahmequote: 100%)
ClipCanvas: 120 (Annahmequote: 100%)
Clipdealer: 109 (Annahmequote: 90%)
Shutterstock: 97 (Annahmequote: 81%)
Fotolia: 83 (Annahmequote: 70%)
Revostock: 69 (Annahmequote: 96%)
istockphoto: 35 (Annahmequote: 75%)
Stockfood: 9 (Annahmequote: 100%)

Wie ihr sehen könnt, habe ich in zwei Jahren ca. 120 Motive erstellt. Das ist relativ wenig und gut ein Drittel habe ich auch erst in den letzten Monaten gefilmt, nachdem ich vorher viele Fehler gemacht hatte, aus denen ich lernen konnte. Zu Revostock habe ich erst seit paar Wochen nachträglich mein Material hochgeladen und viel ist noch in der Warteschlange, weshalb die Zahlen hier sehr niedrig sind. Die Annahmequoten sind relativ hoch, gemessen daran, dass meine ersten Videos noch keine perfekte Qualität hatten. Hier habe ich das Glück, dass der Markt noch jung ist und viele Agenturen selbst noch nicht genau wissen, was sich gut verkaufen könnte und deshalb lieber etwas mehr als zuwenig annehmen.

Motive

Ursprünglich war mein Plan gewesen, die Motive als Video umzusetzen, die sich bei mir als Fotos am besten verkaufen: Schöne, glückliche Menschen. Bisher habe ich von 120 Videos nur ca. ein Drittel mit Personen. Das liegt vor allem daran, dass es zum Üben einfacher war, Naturaufnahmen oder Objekte zu filmen, ohne sich um Regieanweisungen für das Model kümmern zu müssen. Außerdem habe ich erst seit einigen Monaten Dauerlicht, ohne das die Ausleuchtung im Studio zu schwierig wäre.

Auch die Nachbearbeitung der Videos erforderte einiges an Übung, um nachträglich Weißabgleich oder Sättigung zu korrigieren und kleine Bildfehler auszubessern. Die Codierung der Videos in ein möglichst geeignetes Format für die Agenturen kostete mich auch viele Versuche und erst vor ca. zwei Monaten habe ich endlich zufriedenstellende Einstellungen finden können.

Verkäufe und Umsätze

Wie verkaufen die Agenturen nun? Hier meine Liste, sortiert nach Umsatz:

Pond5: 9 Verkäufe, 225 $ Umsatz (RPD 25 $)
Fotolia: 18 Verkäufe, 110 Euro (RPD 6,11 Euro)
Shutterstock: 5 Verkäufe, 49,25 $ Umsatz (RPD 9,85 $)
istockphoto: 4 Verkäufe, 35,30 $ Umsatz (RPD: 8,83 $)
ClipCanvas: 1 Verkauf, 24,50 $ Umsatz (RPD 24,50 $)
Clipdealer: 0 Verkäufe, kein Umsatz bisher
Revostock: 0 Verkäufe, kein Umsatz bisher
Stockfood: 0 Verkäufe, kein Umsatz bisher

Gesamte Verkäufe: 37, Gesamtumsatz: ca. 411 US-Dollar, Durchschnitt-RPD: 11,10 $

411 Dollar? Wenn man die nackten Zahlen nüchtern betrachtet, könnte man glatt den Glauben an den Footage-Markt verlieren. Angesichts der Tatsache, dass ich über 1000 Euro Investitionskosten hatte (Stativ, Videoneiger, LED-Dauerlicht, LitePanels-Dauerlicht, Hedler-Dauerlicht, Software) und noch mehr dazukommen muss, um bessere Videos zu machen, ist es bislang eindeutig ein Minusgeschäft. Hier erhoffe ich mir durch mein neues People-Material eindeutig mehr. Für den Gesamtumsatz habe ich übrigens die Euro-Angaben von Fotolia in Dollar umgerechnet, um eine Summe bilden zu können.

Der niedrige RPD (Revenue per Download) bei Fotolia liegt vor allem an den dort möglichen günstigen Abo-Downloads für Videos, was viele Videofilmer davon abhält, dort Material hochzuladen. trotzdem (oder vielleicht genau deshalb), konnte Fotolia deutlich mehr absolute Verkäufe und auch Umsatz erzielen als andere Agenturen, bei denen ich teilweise deutlich weniger Videos im Angebot habe.

Bei Revostock und Clipcanvas bin ich erst seit kurzem, weshalb die Videos dort kaum Zeit hatten, Verkäufe zu generieren. Die fehlenden Verkäufe bei Clipdealer irritieren mich immer. Ich kann nur vermuten, woran das liegt: Ich verschlagworte meine Videos nur in englisch und die Suchbegriffe werden von Clipdealer ins Deutsche übersetzt. Vielleicht sitzen die meisten Käufer in Deutschland und finden durch eine holprige Übersetzung meine Videos nicht.

Die Zukunft

Die ersten Ergebnisse sind sehr ernüchternd, aber meine Anfangsinvestitionen sind getätigt und die gröbsten Fehler habe ich begangen und kann sie nun vermeiden. Deshalb werde ich mindestens ein Jahr fleißig weiter Videos hochladen. Ich hoffe, dass ich in einem Jahr von 120 Videos auf mindestens 300 komme. Mal sehen, wie sich das dann auf die Downloads auswirkt.

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