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Der Sinn von Kategorien in Bildagenturen

Fotos verkaufen macht Spaß. Bilder hochladen weniger. Vor allem, weil es lange dauert. Selbst wer die Suchbegriffe, Titel und Beschreibungen mit dem IPTC-Standard in seine Fotos einbettet, stockt spätestens dann, wenn die Bildagenturen verlangen, die Fotos ihren Kategorien hinzuzufügen.

Matt vom Microstock-Blog „Nil To Mil“ hat sich ausführlicher mit Bildkategorien beschäftigt und gibt in einem seiner Artikel Tipps zum schnelleren Zuordnen.

In einem anderen Artikel regt er sich darüber auf, keine Informationen zu haben, ob sich der Aufwand, Fotos Kategorien hinzuzufügen, überhaupt lohnt.

Das brachte mich auf die Idee, bei einigen Bildagenturen nachzufragen, welchen Nutzen sie in ihren Kategorien sehen und ob sich dieser Nutzen in Zahlen messen lässt. Hier die Antworten der Bildagenturen.

Martin Ruge, Director German Operations bei Fotolia:

„Unserer Erfahrung nach sind Kategorien für manche Käufer sehr nützlich. Profis suchen  gerne in Kategorien aus Gründen der Zeitersparnis und wegen der sehr  hohen Such- und Treffergenauigkeit.

Viele Einkäufer greifen aus Gründen der Einfachheit und Bequemlichkeit  auf Kategorien zu, weil sie in vorsortiertem Content stöbern möchten.  Aktuell gerne genutztes Beispiel: FINANZEN / GELD.

Es gibt aber auch ganz originäre Vorteile von Kategorien, von denen  vor allem Profis Gebrauch machen:
Die Kategorien sind sehr genau (vorab) in alle bei Fotolia verfügbaren  Sprachen übersetzt. Weiterhin ist die eingrenzende Suche per Keywords  innerhalb von Kategorien möglich und sehr wirkungsvoll. Einerseits  treten daher Übersetzungsfehler bei der Suche mit Keywords nicht auf.

Beispielsweise die übliche Suche in deutsch: „Rasen“ > racing  oder auch lawn. Innerhalb einer Kategorie, z.B. „Flora & Fauna“ würde das Suchergebnis „racing“ gar  nicht erst berücksichtigt werden.

Durch die Kombination lassen sich Suchen also stark eingrenzen und  fördern genaue Suchergebnisse.

Noch was. Fotografen können sich beim Upload entscheiden, ihre Bilder  auch direkt in Kategorien hochzuladen. Manche shooten sogar in  Hinblick auf naheliegende und gerne frequentierte Kategorien.“
(Anmerkung R.K.: Morgen gibt es an dieser Stelle im Blog die Anleitung, wie genau bei Fotolia den Fotos Kategorien als IPTC-Datenfeld zugeordnet werden können.)

Claus V. Schraml, Vertrieb bei PantherMedia:

„Generell ist zu beobachten, dass Kategorien an sich doch von einer bestimmten Klientel gerne genutzt wird, um sich inspirieren zu lassen oder auch um zu suchen. Je nach Präsenz der Kategorien auf der Startseite konnten wir nachvollziehen, dass bei eingeblendeten Kategorien auch die Suche über
Kategorien häufiger genutzt wurde als bei ausgeblendeten Kategorien.

Von allen Suchanfragen sind etwa 5% Kategorie-Suchanfragen. Bezüglich der Erfolgs- bzw. der Kaufrate wird es schwierig genaue Aussagen zu treffen. Wir gehen davon aus, dass auch im gleichen Maße Bilder gekauft werden, d.h. 5% werden über die Kategorie-Suche bestellt.

Dies statistisch nachzuweisen ist jedoch nicht möglich, da die meisten Kunden ein Bild über die Eingabe einer Bildnummer in den Warenkorb legen.

In der Praxis sieht ein typischer Such- und Bestellvorgang folgendermaßen aus: Kunden suchen erst nach Bildern per Suchbegriff, Kategorie, oder sonstige Filter. Einige legen Bilder in den Warenkorb, andere parken diese im Leuchtkasten oder notieren sich die Bildernummer. Beim späteren Kauf geben diese dann die Bildnummer in der Suchbox ein und bestellen daraufhin das Bild. Das macht es unmöglich herauszufinden, wie das Bild ursprünglich gesucht wurde.“

Karin Rothballer, Marketing & PR bei Mauritius Images:

„Wir haben auf unserer Website die Suche nach Kategorien herausgenommen, da wir die Erfahrung gemacht haben, dass Kunden eher nach Themen und Themenbereichen und nicht nach einem vorgegebenen Kategorienbaum suchen.

Im Vorfeld, bei der Zuordnung der Bilder und beim Keywording ist die Kategorisierung natürlich wichtig um die Bilder einteilen zu können, aber direkt für den Verkauf sind die Kategorien erfahrungsgemäß nicht so wichtig, da sie, als wir sie noch auf der Seite hatten, kaum zur Bildsuche genutzt wurden.

Meist sind die Kategoriebäume auch zu unübersichtlich und zu lang. Eine Einteilung in Themengebiete und die Suche nach Themen gibt da wesentlich mehr her. Die beliebtesten Themengebiete sind People und Lifestyle und Reise/Geographie, aber auch Nischengebiete wie z.B. Medizin,  werden gerne gesucht.“

Max Wieberneit, Sales and Manager Director Deutschland und Österreich bei Corbis:

„Bei Corbis gibt es keine Kategorien, sondern eine „Schlagwörtersuche“. Bei der Breite unseres Angebotes ist eine perfekte Verschlagwortung extrem wichtig, da wir andernfalls unseren Kunden nicht das bestmögliche Material zuerst zeigen können. Hier ist also ein direkter Zusammenhang zum Verkauf zu sehen.

Es gibt auch Verkaufszahlen, diese sind jedoch nicht offiziell und können insoweit hier leider nicht dargestellt werden. Interessanterweise funktionieren Kategorien aber nur dann, wenn es wenige (aber relevante) Auswahlkriterien gibt, sonst gilt das Prinzip Google.

Die beliebtesten Kategorien der Bildkäufer sind People und Lifestyle.“

Alison Crombie, Senior Director, Public Relations, EMEA & Asia Pacific bei Getty Images:

„Unsere Kunden haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen, da sie in den unterschiedlichsten Branchen tätig sind. Wir betreuen Firmenkunden, Bildeditoren aus dem Medienbereich, Art Buyer in Agenturen und viele andere. Durch Bereitstellung verschiedener Suchwerkzeuge unterstützen wir sie dabei, in kürzester Zeit das perfekte Material aus unterschiedlichen Bereichen zu finden: Film, Musik, Editorial und Creative. Der Zugriff auf digitale Inhalte von Getty Images ist offen gestaltet und für Nutzer inspirierend, da sie die Suche kreativ durchführen und neue Ideen entwickeln können. Im Gegensatz dazu würde die Suche in Kategorien die Freiheit der Nutzer einschränken.

Catalyst ist nicht nur die branchenweit führende Suchmaschine für Bildmaterial aus dem Creative Bereich von Getty Images sondern auch eine Inspirationsquelle. Kunden haben die Möglichkeit, die Suche flexibel zu gestalten, indem sie Schlagwörter hinzufügen oder Vorschläge für Schlüsselwörter ignorieren. Die intuitive Suchmaschine wurde konzipiert, um den speziellen Anforderungen von Kreativen gerecht zu werden: Während der Suche kann der Nutzer neue Ideen generieren und spontanen Intuitionen folgen – die Ergebnisse sind zwar manchmal etwas unerwartet, aber stets zielgenau.

„Getty Images Live“ steht zum Download für MAC und PC zur Verfügung. Die Anwendung bringt alle unter www.gettyimages.de verfügbaren aktuellen Inhalte aus den Bereichen Editorial und Creative direkt und unkompliziert auf den Desktop.

Kunden, die auf der Suche nach der richtigen Musik sind können die Songs in den Kollektionen Pump Audio und Premium Playlist unterschiedlich filtern – beispielsweise nach Stimmung, Genre, Künstler oder Label. Damit finden sie das Stück, das ihrem jeweiligen Projekt am Besten entspricht.

Bei der Suche nach Filmmaterial nutzen Kunden entweder die Auswahl unserer Redakteure oder geben ihre eigenen Suchbegriffe ein, um von der Vielfalt der hochqualitativen Inhalte in den Bereichen Editorial und Creative zu profitieren.

Wir bieten unseren Kunden umfassende Unterstützung bei der Suche nach Inhalten hier auf der Webseite von Getty Images.“

Martin Baumann, Inhaber von Adpic:

„Wir haben uns für unsere Bildagentur für eine flache Kategoriestruktur entschieden und legen hohen Wert auf eine exakte Verschlagwortung. Die Suchworte erweitern wir dann zusätzlich mit unserer umfangreichen eigenen Synonymdatenbank (Keyword-Extender).

Die vorgegebenen Kategorien nutzen hauptsächlich Kunden, die bisher nur wenig Erfahrungen mit der wesentlich effizienteren Keyword-Suche haben. Nach unserer Kundenumfragen 10/2008 mit über 1.000 Teilnehmern nutzen 60,68 % der Benutzer hauptsächlich die Keyword-Suche, 26,5 % mal Kategorien / mal Suchworte, 6,84 % nutzen erst Kategorien und dann Suchworte und nur 5,13 % nutzen hauptsächlich die Kategorien.

Wir werten die Verkäufe in Kategorien aus. Dabei interessiert uns besonders die Verkaufsquote (Anzahl der Bilder in der Kategorie / Verkaufe). Besonders erfolgreiche Kategorien sind „Berufe und Branchen“, „Geld und Börse“, usw. Eher schlechte Zahlen habe die Kategorien „Jahreszeiten“, „Lebensmittel“ (mit der Ausnahme „Getränke“), „Natur“ usw.“

Michael Hubschneider, Geschäftsführer von Pitopia:

„Bei Pitopia haben Kategorien eher untergeordnete Bedeutung, da wir Kategorien nur im Food-Portal haben. Bei Pitopia gibt es nur Themenbereiche zur Filterung der Suche.

Aus unserer Sicht wird die Kategoriensuche eher dazu benutzt, um eine Agentur besser einschätzen zu können, z. B. welche Bildsprache die Agentur bevorzugt und welche Themen ihr wichtig sind. Die kaufrelevante Suche läuft über Keywords.

Wir bevorzugen als vergleichbare Technik „verwandte Suchbegriffe“. Diese ist bei unseren Kunden gut bekannt,  stark benutzt und wird im kaufrelevanten Prozess genutzt (ca. 25%). Auch beliebt und genutzt sind die „ähnlichen Bilder“ mit ca. 20%.

Die beliebtesten Kategorien der Bildkäufer sind „Gesundheit“, „Business, IT und Kommunikation“ sowie „Sport und Freizeit“.“

Nora Hauswirth, Geschäftsführung bei Sodapix:

„Unser System wertet aus, über welche Seitenzugriffe Bilder schlussendlich im Warenkorb landen. Die Kategoriensuche gibt dem Bildsuchenden Inspiration, doch gesucht wird hauptsächlich über Keywords.“

Thomas Sokolowski, Inhaber von Apply Pictures:

„Etwa 20% unserer Suchabfragen werden über unsere Kategorien- bzw. Themensuche durchgeführt.

Dabei werden aber nur wiederum 20% der angebotenen Themen gewählt, das sind die Bildthemen, die wir besonders auf unserer Website herausstellen oder für die wir auch bekannt sind bzw. auch eher exotische Kategorien/Themen, die eine gewisse Neugier wecken.. Wir sind deswegen bestrebt in Zukunft ungewöhnliche Kategorien/Themen zu schaffen, um auf diese Weise eine gewisse Neugier auf Kundenseite zu erzeugen, sich diese Themen anzuschauen. Diese Kategorien werden sogar nur temporär in der Suche auftauchen, also sich saisonal austauschen.

Wenn wir also mittels Werbeaktionen und/oder Newsletter exemplarisch Themen herausstellen (wie letztens unser Thema: sex&crime) wird diese Kategorie innerhalb der Suche temporär stark genutzt (etwa 80% der mit Newsletter versorgten Kunden wählten in der Folgewoche beim Besuch unserer Website das Thema, welches wir im Newsletter beworben haben).

Auch Kategorien/Themen, die wir auf unserer Startseite herausstellen werden gern ausgewählt.

Unsere am stärksten frequentierten Kategorien sind: 1. Abstrakte Bilder, 2. Generationen, 3. Partnerschaft/Liebe, 4. Bauen/Renovieren, 5. Junges Leben

Gefühlt neige ich dazu, dass die Verwendung von Kategorien und Themen allgemein rückläufig ist, da der Umgang mit detaillierten Bildsuchfunktionen in den letzten Jahren auf Kundenseite vertrauter geworden ist – das liegt u.a. an einer gewissen Professionalisierung und Standarisierung auf der Anbieterseite sowie an dem Lern- und Gewöhnungsprozess auf der Kundenseite. Verlässliche Zahlen kann ich keine nennen, da sich der Aufbau unserer Website in den letzten Jahren ein paar mal stark verändert hat und die Themen/Kategoriensuche jedes mal anders positioniert und gewichtet waren – ein langfristiger Vergleich ist daher leider nicht objektiv möglich.

Intern haben die Kategorien/Themen aber einen großen Stellenwert, wir können so auf Kundenseite den Bedarf themenspezifisch messen und unsere Rückschlüsse direkt auf unsere Foto-Produktionen anwenden. Es ist einfacher, Themen an unsere Fotografen weiterzugeben als genaue Bildideen, da diese zu stark eine kreative Umsetzung gefährden, von der wir gerade leben.

Ich denke, dass die Verwendung von Kategorien auch stark vom Anbieter abhängig ist – bei einem kleinen Anbieter wie uns mag es noch Sinn machen, Kategorien zu offerieren. Anbieter, die zu einem Thema mehrere hunderttausende Bilder zeigen können, können dieses eigentlich nur kombiniert mit Stichwörtern oder anderen Parametern tun.

Auch haben wir festgestellt: Das Suchverhalten bei einem großen Anbieter ist anders als bei einem kleineren Bildagentur, da sich die Kunden in der Regel schon sehr bewusst sind, was sie bei welchem Anbieter besser finden können – das ist wie im realen Leben. Man ist sich im Klarem, was man in einem Supermarkt und was man im Feinkostladen erwarten kann – in einem Feinkostengeschäft lässt man sich schon mal beraten, probiert etwas Neues aus oder schlendert an den Regalen vorbei und lässt sich fürs nächste Abendessen inspirieren.

So ist man bei einem Anbieter, der eher als inspirativ gilt und mehr über seine Bildsprache arbeitet, eher geneigt, sich angebotene Bildthemen anzuschauen, als in einem Supermarkt, wo man gezielt, gut und günstig einkaufen möchte. „

Sven Ole Schubert, PR & Marketing bei istockphoto:

„Die Suche mit Hilfe der Kategorien ist ein sehr praktischer Weg, relevante Ergebnisse thematisch einzugrenzen. iStockphoto bietet derzeit 18 Kategorien und 164 Unterkategorien, welche die wichtigsten Konzepte und Themenfelder abdecken. Nutzer, die nicht auf der Suche nach DEM Motiv sind (“Schwarze Katze, die am Freitag, dem 13. unter einer Leiter durchgeht”), bekommen durch die Kategoriensuche eine passende Auswahl an Bildern zu dem gewünschten Bereich.

Noch bessere Ergebnisse werden erreicht durch die Verbindung mit der “Erweiterten Suche”, z.B. Farbsuche oder CopySpace, die von iStockphoto entwickelte Suche nach freiem Raum in einem Bild, um dort Text oder ein Logo zu platzieren.  Insofern hat diese Suchmöglichkeit etwa die gleiche Bedeutung wie die direkte Suche mit Schlüsselwörtern, nach Anbietern, Farbe usw.

Zahlen darüber, wieviel Prozent aller Verkäufe über eine Kategoriensuche erzielt werden bzw. wie häufig die Kategorien genutzt werden, liegen nicht vor.

Gern genutzt werden die “Seasonal Searches”, die z.B. zu den Themen “Ostern” oder “Valentinstag” entsprechende Motive bereit stellen. Sehr bedeutend sind auch die Kategorien “Konzepte und Ideen” sowie alles zu den Bereichen “Unternehmen”, “Essen und Trinken”, “Wellness”, “Gesundheit” und “Lifestyle”.“

Zusammenfassung

Insgesamt lässt sich bei den Antworten ein Trend erkennen. Die Kategorien sind vor allem für neue Bildkäufer interessant, die erst mal „stöbern“ wollen, bevor sie die Kraft einer zielgerichteten Stichwortsuche entdecken. So ist es auch konsequent, dass die Bildagenturen, die eher professionelle Bildkäufer wie Verlage, Zeitschriften und Werbeagenturen als Kunden haben, viel seltener Kategorien anbieten als zum Beispiel Microstock-Agenturen, die auch Käufer ansprechen wollen, die bisher keine Erfahrungen beim Fotokauf haben.

Welche Erfahrungen habt ihr als Fotograf oder Bildkäufer mit Kategorien gemacht?

Was Macrostock-Bildagenturen von Microstock unterscheidet

Ein riesiger Berg mit Millionen von Fotos für je wenige Euro? Warum sollte es dann weiterhin Macrostock-Bildagenturen geben, also Firmen, die Fotos für viel Geld verkaufen? Obwohl die Microstock-Anbieter mit ihren niedrigen Preisen in den letzten Jahren den traditionellen Bildverkäufern stark zugesetzt haben, gibt es weiterhin viele Gründe, warum sie nicht aussterben werden.

Geschenke vergleichenHier mal eine Übersicht:

1. Service
Wer ein ganz bestimmtes Bild braucht, wird bei Microstock-Anbietern erschlagen. Wer genug Geld hat (oder dessen Zeit so teuer ist, dass sie nicht mit einer Bildersuche vergeudet werden sollte), kann es sich leisten, einfach bei einer Bildagentur anzurufen, dem Bildredakteur zu erklären, was gesucht ist und spätestens am nächsten Tag eine PDF mit Bildvorschlägen zugeschickt bekommen. Auch wer unsicher ist, welches Foto am besten passen würde, findet bei einer traditionellen Bildagentur noch Ansprechpartner, die weiterhelfen.

2. Exklusivität und Nutzungsverfolgung
Viele Macrostock-Agenturen haben ein großes Archiv an Fotos, die sie exklusiv verkaufen können. Für bestimmte Bildnutzer in Nischenbranchen, wo die Kunden alle Wettbewerber untereinander kennen, z.B. bei Pharma-Lieferanten, kann es sehr rufschädigend sein, wenn zwei Firmen das gleiche Fotos nutzen. Hier versuchen die Microstock-Anbieter aber, mit bevorzugter Behandlung von exklusiven Fotos oder gar Fotografen, aufzuholen.
Außerdem sind viele Macrostock-Bildagenturen in der Lage, nachzuweisen, wie das Foto von wem in der Vergangenheit genutzt wurde.

3. Themenauswahl
Es gibt haufenweise Themen, die wegen Logos, Markenrechten oder moralischen Gründen etc. rechtlich schwierig sind und nur als RM-Material verkauft werden können.Dazu gehören z.B. sensible Themen wie Verhütung, Gewalt oder Verbrechen. Auch viele lokale Motive nehmen Microstock-Anbieter nicht, weil es nur einen kleinen Markt dafür gibt – z.B. Reiseverlage. Auch Spezialagenturen, die sich nur einem Thema widmen, dafür in aller Tiefe, werden Bestand haben. Zum Beispiel finden sich bei istockphoto über 1500 Bilder von Delfinen. Wird aber nach einer speziellen Art gesucht, sagen wir, dem Weißstreifendelfin (Lagenorhynchus obliquidens), gibt es nur zehn Treffer, fast alle in Aquarien aufgenommen und niemand garantiert, dass die Zuordnung richtig ist. Bei Fotolia gibt es insgesamt nur knapp 290 Delfinbilder und keines vom Weißstreifendelfin. Bei den Tierbildagenturen Red Circle Images, Okapia oder Animals Animals gibt es 10-37 Treffer, jedoch fast alle Fotos im offenen Meer entstanden und teils mit mehreren Delfinen bzw. ganzen Familien.

Anderes Beispiel: In keiner Microstock-Bildagentur gibt es ein Foto vom beleuchteten Eiffelturm bei Nacht. Aus gutem Grund, denn die kommerzielle Nutzung des angestrahlten Turms ist verboten. Für redaktionelle Zwecke, z.B. einen Artikel über die Firma, welche die Beleuchtung installiert hat, wäre ein Foto zulässig. Beim Macrostock-Anbieter laif z.B. gibt es fast 90 Fotos davon.

Darüber hinaus gibt es Bildagenturen, die sich auf ausgefallene, ungewöhnliche Bildsprachen spezialisiert haben (z.B. Sodapix oder Apply Pictures), die wegen „technischer Fehler“ von den meisten Microstock-Agenturen abgelehnt würden.

4. Rechtssicherheit
Der dritte Punkt zeigt, dass die Nutzung von Bildern viele Fallstricke bergen kann, die tückisch sind. Bei einer Macrostock-Bildagentur kann der Kunde anrufen und nachfragen, ob die Verwendung eines bestimmten Bildes für einen genau definierten Zweck zulässig ist oder nicht. Das ist in vielen Fällen einfacher, als sich durch seitenlange Vertragsbedingungen zu klicken.

Habe ich noch Gründe vergessen? Oder werden Macrostock-Anbieter doch aussterben? Ich bin gespannt auf Deine Meinung.