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Stockfotografie-News 2013-07-19

Gestern habe ich die erste Hälfte der riesigen Portion Stockfotografie-News serviert. Heute gibt es die zweite Hälfte als nicht minder schmackhaften Nachschlag:

  • Shutterstock stellt ein neues Keyword-Tool vor, was sehr intuitiv funktioniert und von vielen besser als das altbekannte von Yuri Arcurs eingeschätzt wird. Dafür tippt man 2-3 Begriffe ein und erhält eine Bildauswahl. Dann klickt man mindestens drei Bilder an, die dem zu verschlagwortenden Motiv am ähnlichsten sehen und bekommt dann einige Vorschläge für passende Suchbegriffe.
  • Außerdem feiert Shutterstock das 10jährige Jubiläum und vergibt sieben „Stipendien“ zu insgesamt 75.000 USD. Details zur Teilnahme gibt es hier.
  • Shutterstock zum Dritten: Die Agentur verkauft jetzt nicht nur Bilder und Videos, sondern unter der Domain skillfeed.com auch Video-Tutorials im Abo. Der Unterschied zu Tutorial-Seiten wie video2brain ist, dass auch diese Tutorials mittels „Crowdsourcing“ gesammelt werden, sprich: Jeder kann sich bewerben und eigene Videos einreichen.
  • Die Bildagentur Panthermedia führt jetzt nach Clipdealer ebenfalls eine „Social Media“-Lizenz ein. Der Aufpreis beträgt 10 Euro pro Bild. Außerdem wird die „Social Media“-Lizenz automatisch mit der Erweiterten Lizenz verknüpft, ist dort also im Preis inbegriffen. Wer daran nicht teilnehmen will, muss die entsprechenden Felder hier in der Rechteverwaltung deaktivieren.
  • Parallel dazu kürzt Panthermedia die Honorare für Abo-Downloads auf 0,23 Euro bzw. 0,46 Euro für die konzernweite Nutzung.
  • Kürzlich hatte ich berichtet, dass Yuri Arcurs jetzt exklusiv bei Getty Images ist. Heute erzähle ich euch, dass er eben 1,2 Millionen USD in die Startup-Firma Scoopshot gesteckt hat. Die Firma will Auftragsfotografie crowdsourcen. Ich habe schon vor vier Jahren die deutlichen Nachteile aufgezählt und ich sehe nicht, warum das diesmal mehr Erfolg haben sollte. Vielleicht ist es aber auch nur ein cleverer Versuch, eine Bilddatenbank mit Smartphone-Bildern aufzubauen.
  • Wo wir dabei sind: Mit „Smart Photo Digest“ gibt es jetzt die erste (?) deutsche Zeitschrift für Smartphone-Fotografen. Etwas unverständlich ist nur, wieso man als Titelbild trotzdem ein DSLR-Foto nutzt, wenn man so von den Fähigkeiten der Smartphone-Kameras überzeugt ist.
  • Die drei Macrostock-Agenturen Stockfood, Alamy und Westend61 haben beide ihre Webseiten komplett neu gestaltet.
  • Corbis hat jetzt mit „Crave“ ebenfalls eine kostenlose iPad-App, welche ausgewählte beste Bilder der Agentur zur Schau stellt. Viele Funktionen funktionieren jedoch nur nach Login.
  • Das Start-Up Dotspin zeigt eine kreative Möglichkeit auf, wie man mit kostenlosen Creative Commons-Bildern trotzdem Geld verdienen könnte. Der größte Haken daran: Bisher hat es Creative Commons-Fotografen auch nicht gestört, dass es keine Honorare gibt.
  • Noch weiter geht der Blick über den Tellerrand bei Audiam. Diese Firma will Musikern helfen, Geld bei Youtube mittels der vorgeschalteten Werbung zu verdienen. Leicht problematisch dabei ist nur, dass versucht wird, anhand unlizenzierter Inhalte Geld zu verdienen und diese somit nachträglich zu legalisieren und den Musiker mit einem Teil der Werbeeinnahmen abzuspeisen.
  • Für die Food-Fotografen unter euch: Die Inhaber der Namensrechte der „Pink Lady“-Apfelsorte suchen den Foodfotografen 2014. Hier mehr Details.
  • Noch etwas Lustiges und Lehrreiches zum Schluss: Ihr erinnert euch sicher alle an Awkward Stock Photos? Dort werden schreckliche, seltsame oder komische Stockfotos gezeigt. Ähnlich geht es bei Getty Critics zu. Mit dem großen Unterschied, dass dort wirklich kritisiert wird und Stockfotografen noch etwas lernen können. Zum Beispiel, dass es unrealistisch aussieht, wenn Spielzeug im Kamin liegt, die neunjährige Tochter Kaffee zum Frühstück trinkt und der Käse mit der Grillzange serviert wird.

Was sagt ihr zu den Neuigkeiten? Und wenn ich etwas übersehen habe, dann bitte in den Kommentaren nachtragen.

Stockfotografie-News 2013-03-22

Es ist schon wieder ca. sechs Wochen her,seit ich den letzten News-Rundumschlag rausgehauen habe. Deswegen geht es heute wieder mit den aktuellen Meldungen aus der Bilderbranche.

  • Fangen wir mit etwas Statistik an: Die Ergebnisse der großen Microstock-Umfrage 2012 von MSG sind online. Wer wissen will, wo er im Vergleich zu anderen Microstockern steht, findet dort die Antworten.
  • Letztes Jahr war es der große Trend, jetzt gibt es die ersten Opfer: Die Smartphone-Bildagentur Pictorama quittiert ihren Dienst.
  • Ebenfalls aufgeben musste die Hamburger Bildagentur Fotocent, welche zum 30.4.2013 ihre Pforten wegen Geldmangels schließt.
  • Ganz anders bei Shutterstock: Nach ihrem Börsengang veröffentlichte die Agentur am 21.2.2013 ihre Geschäftszahlen für 2012 und gleich darauf verdoppelte sich der Aktienkurs fast.
  • Die eher im Video-Bereich beheimatete Agentur Pond5 übernahm gerade erst die Microstock-Agentur Pixmac. Ich weiß noch nicht, wie ich das einordnen soll, weil ich von Pond5 viel halte, von Pixmac jedoch eher wenig. Aber hoffen wir, dass sich das jetzt zum Positiven wenden wird.
  • Clipdealer führt zum 1.3. eine „Social Media-Lizenz“ ein. Damit können Bildkäufer gegen 1,50 Euro Aufpreis bei Fotos (3 Euro bei Videos) die Werke auch in sozialen Netzwerken veröffentlichen. Wegen der oft sehr weitreichenden Rechteeinräumung bei Seiten wie Facebook, Pinterest etc. sollten Fotografen sich gut überlegen, ob sie diese Lizenz aktivieren wollen. Eine Übersicht über den unzureichenden Metadaten-Erhalt bei sozialen Netzwerken gibt es hier.
  • Wie sehen Porno-Stars ohne Make-Up aus? Wer das schon immer mal wissen wollte, findet die teils erschreckende Antwort hier.
  • Eine umfangreiche Sammlung von vielen Tutorials für die Foodfotografie gibt es im Blog von Jenncuisine.
  • Seid ihr von den vielen Ablehnungen wegen „zuviel Ähnlichkeit“ bei Dreamstime genervt? Die Agentur verspricht, ab sofort wieder mehr ähnliche Bilder durchzulassen.
  • iStockphoto setzt das Upload-Limit für Vektorgrafiken auf 999 Dateien pro Woche und schafft das Limit damit de facto ab. Es scheint, als ob der Versuch einer Volumenbegrenzung heutzutage nicht mehr sinnvoll ist?
  • Die neue Agentur Disimage will den Klischees im Bildermarkt gänzlich andere Motive, skurril und abgefahren, gegenüberstellen.
  • Adobe plant, den Verkauf von Photoshop und der Creative Suite als CD-Version im Mai gänzlich einzustellen. So sehr ich diesen Schritt wegen neuer Vertriebsmethoden verstehen kann, so sehr fürchte ich doch, dass danach mittelfristig eine Preiserhöhung der Creative Cloud anstehen könnte.
  • Wer sich ärgert, dass die Lichtsetzungs-App Strobox lange nicht weiterentwickelt wurde, findet vielleicht in Sylights eine durchdachte und – noch – kostenlose Alternative.
  • Unter welchen Bedingungen darf man Werbung mit Prominenten machen? Ein aktuelles Urteil wegen eines Brüderle-Fotos zeigt die Grenzen auf.
  • Birgit Engelhardt veröffentlicht auf ihrem Blog hunderte Texturen und Hintergründe, die ausdrücklich auch kommerziell und für die Nutzung in Stockfotos genutzt werden dürfen.
  • Einen kostenlosen Photoshop-Pinsel für die Erstellung von Sommersprossen gibt es hier.
  • Wer es noch nicht gemerkt hat: Sowohl mein Stockfotografie-Verdienst-Rechner als auch mein Fotolia-Ranking-Rechner funktionieren wieder. Schuld war ein neues Plugin, was Amok gelaufen ist.
  • Noch was Lustiges: Der Musiker Darwin Deez hat für sein Musikvideo zum Song „You Can’t Be My Girl“ komplett auf Stock-Videos zurückgegriffen. Noch lustiger ist, dass zwei der Videos (bei Minute 1:01 und 1:17 von mir sind, aus der Fotosession, die ich im letzten Blogbeitrag vorgestellt habe.)
  • Gerade frisch rein: Shutterstock plant auch eine Bildagentur oder Kollektion namens „Offset„, mit hochwertigem Premiummaterial.

Habe ich was vergessen? Dann bitte einfach in den Kommentaren nachtragen.