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Weniger als 1% Fotografenhonorar? Depositphotos macht es möglich

Manchmal wer­de ich gefragt, nach wel­chen Kriterien ich ent­schei­de, bei wel­chen Bildagenturen ich mei­ne Fotos anbie­te. Neben eini­gen objek­ti­ven Faktoren wie Preis, Kommissionen, Uploadprozess und so wei­ter gehört dazu auch immer eine gehö­ri­ge Funktion Bauchgefühl. Bei der Agentur Depositphotos hat mein Bauch immer unan­ge­nehm geg­rum­melt. Die Agentur hat mehr­fach ver­sucht, mich mit vor­teil­haf­ten „Deals“ ins Boot zu holen und eine nüch­ter­ne Analyse ließ die Deals auch sehr ver­lo­ckend aus­se­hen. Aber dann kam wie­der das Bauchgrummeln.

screenshot-depositphotos
Der rote Spruch „Du wirst unse­ren Rabatt lie­ben!“ bekommt aus aktu­el­lem Anlass eine ganz eige­ne iro­ni­sche Wendung.

Es hat­te ver­schie­de­ne Ursachen:
Es fängt damit an, dass Depositphotos nach eige­nen Aussagen mit der Firma Depositfiles ver­bun­den ist und von ihr finan­ziert wird. Depositfiles ist ein Online-Datenspeicher, der von vie­len auch dazu genutzt wird, ille­gal urhe­ber­recht­li­ch geschütz­tes Material zu ver­tei­len.

Vor fast gen­au drei Jahren schrieb ich hier im Blog über deren unsäg­li­ches SMS-Download-Angebot. Andere Fotografen reg­ten sich vor paar Monaten auch über Bildverkäufe mit einer „erwei­ter­ten Lizenz“ auf, die auf der Depositphotos-Seite für 80 $ ange­bo­ten wird, von der Fotografen aber teil­wei­se nur 2,64 $ abbe­ka­men. Es scheint, als ver­su­che Depositphotos jetzt, die Fotografenhonorare mit einer inter­es­san­ten, wenn auch mehr als frag­wür­di­gen Methode wei­ter nach unten zu drü­cken.

Partnerprogramme/Reseller bei Depositphotos

Einige Fotografen hat­ten in die­sem Thread im Stockfotografie-Forum ent­deckt, dass Bilder von ihnen bei der deut­schen Agentur Shotshop ange­bo­ten wer­den, die von Depositphotos (DP) gelie­fert wer­den muss­ten. Wer es selbst über­prü­fen will, ob sei­ne Depositphotos-Bilder auch bei Shotshop zu fin­den sind, muss dort ein­fach nach einer Bildnummer von DP-Fotos suchen.

Das Agenturen Material von ande­ren Bildagenturen ver­kau­fen, ist nichts Neues. Spannend ist hier jedoch das Lizenz- und Abrechnungsmodell. Testkäufe von mir und ande­ren Fotografen erga­ben fol­gen­des: Wenn ein Kunde bei Shotshop ein Foto in vol­ler Auflösung für 29,90 Euro kauft, was über Depositphotos gelie­fert wur­de, erhält der Fotograf bei Depositphotos nur die Meldung, dass das Foto als „Abo-Download“ erwor­ben wur­de und der Fotograf dafür (je nach Ranking) zwi­schen 0,22 bis 0,26 Euro (0,30–0,36 $) erhält! Das wären weni­ger als 1% Fotografenanteil! Wie ist das mög­li­ch?

Auf mei­ne Anfrage an Shotshop ant­wor­te­te der Geschäftsführer Stephan Krömer nur:

[…] Wir nut­zen das Reseller Programm von Depositphotos und ich kann lei­der auch wirk­li­ch nur zu sämt­li­chen inter­nen Abrechnungsfragen von Deposit nur an Deposit selbst ver­wei­sen. Bei Agenturverträgen gibt es immer ein „Non-disclosure Agreement“, wel­ches man unter­schrei­ben muss und an das wir uns hal­ten müs­sen. […]“

Meine Anfrage an Depositphotos brach­te mir nur eine Copy & Paste-Standardantwort von Depositphotos ein, wel­che alle Fotografen erhiel­ten, die in den letz­ten bei DP nach Details frag­ten:

Hello Robert,

Our Partnership pro­grams have been crea­ted to boost contributors’s sales via new mar­kets. Our cont­ri­bu­tors were opted out of our Extended licen­se part­ner sales upon their requests, so their files are no lon­ger sold via our Extended licen­se part­ner sales. Shotshop is our API resel­ler. Shotshop purcha­ses our sub­scrip­ti­ons to resell our images under the Standard licen­se.

Depositphotos reser­ves the right to deter­mi­ne the con­di­ti­ons of its coöpe­ra­ti­on with Partner com­pa­nies. We sell tho­se files by sub­scrip­ti­ons (under the stan­dard licen­se), but it is up to our part­ners to set their pri­ces and the way to sell them as long as they stick to licen­se terms.

It is sta­ted in our Supply Agreement:
“Depositphotos reser­ves the rights to dis­tri­bu­te Files not only on the Website direct­ly, but also through Partners. Contributor agrees that Depositphotos has the right to grant or pass along to Partners under sepa­ra­te agree­ments spe­ci­fic rights, cons­traints, obli­ga­ti­ons, licen­ses and other legal and busi­ness mat­ters regar­ding Files. Depositphotos has the impli­cit right to pro­vi­de Partners with access to the Files accep­ted at the Website via its own pro­gram inter­faces (API) or any other means sanc­tio­ned and appro­ved by Depositphotos, pro­vi­ded such access does not bre­ach the pro­vi­si­ons of the Standard and Extended License Agreements. “

If cont­ri­bu­tors want to opt out of our part­nership pro­grams, we will exclu­de their port­fo­li­os from all our part­nership pro­grams upon their requests and their images will be sold sole­ly on depositphotos.com

Kind regards,
Vicky.“

Diese Erklärung wirft lei­der mehr Fragen auf als das sie Antworten lie­fert.

Fangen wir oben an: Shotshop ist ein Wiederverkäufer von Depositphotos mit einer API-Anbindung. Laut der Mail kauft Shotshop die Bilder mit einem Abo unter der Standardlizenz. Im Vertrag zum API-Programm steht bei Depositphotos jedoch fol­gen­des:

[…] Der Anbieter bie­tet dem Wiederverkäufer Dateien zu Standardpreisen oder über ein Abonnement an. Der Wiederverkäufer legt den Preis, den ihm sei­ne Käufer für die Dateien bezah­len, selbst fest. […]“

Weiterhin steht dort:

7. UNTERSAGTE HANDLUNGEN
[…] Der Verkauf von Dateien des Anbieters, ohne an ihn die ihm ver­trag­li­ch zuste­hen­de Gebühr zu ent­rich­ten. […]“

Die ers­te gro­ße Frage ist: Wieso darf Shotshop Fotos zu hohen Preisen ver­kau­fen, die­se aber zu den nied­ri­gen Abo-Preisen bei Depositphotos abrech­nen? Unter der erwähn­ten Standardlizenz ist ein Weiterverkauf auch aus­drück­li­ch aus­ge­schlos­sen.

Die zwei­te Frage ist: Wenn von einem Verkaufspreis von 29,90 Euro nur ca. 0,25 Euro beim Fotografen ankom­men, wie tei­len sich die rest­li­chen 29,65 Euro zwi­schen Shotshop und Depositphotos auf? Wer steckt sich den Löwenanteil ein?

Unten in der Mail von Depositphotos wird erwähnt, dass ein Ausschluss der eige­nen Bilder aus dem „Partnerprogramm“ mög­li­ch sei (wenn man eine Mail an support@depositphotos.com schreibt) und die Bilder dann nur über Depositphotos ver­kauft wür­den. Mir lie­gen jedoch Screenshots vor, die bewei­sen, dass das nicht ganz kor­rekt ist. Einige Fotografen hat­ten schon vor Monaten um die Deaktivierung ihrer Bilder vom Partnerprogramm gebe­ten, deren Fotos sind aber wei­ter­hin bei Shotshop zu fin­den. Auch Sean Locke hat in der Microstockgroup geäu­ßert, dass ihm per Mail aus­drück­li­ch zuge­si­chert wur­de, sei­ne Bilder wür­den nur über die Seite von Depositphotos ver­kauft, er aber trotz­dem sei­ne Fotos bei Shotshop fin­det.

Vielleicht liegt das an dem fei­nen sprach­li­chen Unterschied zwi­schen „Partnerprogramm“ und „Wiederverkaufer (Reseller)“, der in der Mail auf­ge­macht wird. Ein Fotograf bot fol­gen­den Erklärungsversuch an: Die Agentur Shotshop kauft die Bilder von Depositphotos als Abo, des­we­gen wür­den sie ja über Depositphotos ver­kauf wer­den. Zufriedenstellend wäre die­se gehirn­quet­schen­de Logik jedoch nicht.

Der Vorteil von Shotshop

Für Fotografen beson­ders ärger­li­ch ist auch das Verhalten von Shotshop. Die Berliner Agentur galt schon lan­ge als eine Agentur mit einem der kom­pli­zier­tes­ten Upload-Verfahren und gleich­zei­tig sehr vie­len Ablehnungen. Besonders beliebt bei Shotshop ist der Ablehnungsspruch: „Für die Vermarktung durch Shotshop nicht geeig­net“. Der ergibt end­li­ch Sinn, denn natür­li­ch ist es für die Agentur lukra­ti­ver, das glei­che Material von Depositphotos zu bezie­hen und dort deut­li­ch weni­ger als die 35–67% Fotografenanteil  für nicht­ex­klu­si­ves Material zah­len zu müs­sen.

Nur die Spitze des Eisbergs?

Shotshop ist nicht die ein­zi­ge Agentur, wel­che Material von Depositphotos ver­kauft. Eine ande­re Agentur ist bei­spiels­wei­se die indi­sche Agentur ibudgetphoto.com. (Deposit-Bilder wer­den dort unter dem Kürzel „DPPS_BILDNUMMER“ geführt) Testkäufe wur­den schon getä­tigt, aber Abrechnungen bei Depositphotos sind bis­her nicht erfolgt. Nachdem Depositphotos auf wie­der­hol­te Fragen nach einer Liste von Vertriebspartnern nicht reagiert hat, steht die ban­ge Frage im Raum: Wie vie­le Agenturen ver­trei­ben noch Bilder von Depositphotos mit einem bil­li­gen Abo? Das wür­de viel­leicht end­li­ch erklä­ren, war­um der Abo-Anteil bei Depositphotos so ver­dammt hoch ist.

Vertrauen in Partner

Üblicherweise läuft ein Deal zwi­schen meh­re­ren Bildagenturen so: Wenn eine Bildagentur das Bild einer ande­ren Bildagentur ver­kauft, tei­len sich bei­de Agenturen die Einnahmen 50:50 und der Fotograf bekommt von den 50% sei­nen ver­trag­li­ch ver­ein­bar­ten Anteil ab. Läuft die Vertriebskette über meh­re­re Agenturen, ver­län­gert sich das und der Fotograf bekommt sei­nen Anteil nur von 25% oder 12,5%. Aber weni­ger als 1% ist schon eine star­ke Leistung.

Da wir als Fotografen kaum Kontrollmöglichkeiten haben, wel­che Agentur wel­che Bilder wann ver­kauft hat, müs­sen wir Vertrauen in die Bildagenturen haben. Depositphotos ver­spielt die­ses Vertrauen gera­de mas­siv. Und mein Bauch grum­melt schon wie­der.

Habt ihr auch Bilder bei Depositphotos? Findet ihr die­se auch bei ande­ren Agenturen wie Shotshop wie­der?

Stockfotografie-News 2012-02-17 – Honorar- und Preisänderungen, ACTA und Trends

Was ist los? Seit über zwei Monaten habe ich kei­ne Freitags-News mehr gebracht. Der Grund war ein­fach: Es gab über Weihnachten und Neujahr kaum Nachrichten.

Langsam aber keh­ren die Agenturmitarbeiter von den Südseeinseln zurück ins Büro und ver­schi­cken flei­ßig Ankündigungen. Einige gut, eini­ge stim­men eher bedenk­li­ch.

Aber wir arbei­ten die mal schön der Reihe nach ab:

  • Als ob ich hell­se­hen könn­te, bie­tet Dreamstime jetzt die Möglichkeit, Informationen zu hoch­ge­la­de­nen Fotos und Model Releases als CSV-Datei ein­zu­sen­den. Den Sinn und die Vorteile einer sol­cher Methode hat­te ich erst kürz­li­ch im Artikel „Vorteile und Nachteile einer Modelvertrag-Tabelle“ beschrie­ben. Noch ste­cken eini­ge Kinderkrankheiten in die­sem System, aber die Richtung stimmt. Dreamstime weist aus­drück­li­ch dar­auf hin, dass die­se CSV-Methode nur von Fotografen mit vie­len Uploads und Modelverträgen genutzt wer­den soll.
  • Dreamstime bie­tet Fotografen mit min­des­tens 500 Dateien online und einer Annahmequote von über 85% außer­dem an, deut­li­ch mehr Bilder pro Woche hoch­la­den zu kön­nen als unter den nor­ma­len Uploadquoten erlaubt wären. Dazu müs­sen die Fotografen eine Mail an den Support schrei­ben, wenn sie davon Gebrauch machen wol­len.
  • Kriselt es dage­gen bei istock­pho­to? Mittlerweile scheint bestä­tigt, dass istock­pho­to 30 Mitarbeiter im kana­di­schen Hauptbüro ent­las­sen hat. Dazu kom­men nicht enden wol­len­de tech­ni­sche Probleme mit deren Webseite, die dazu führ­ten, dass Fotografen sich wochen­lang nicht als Exklusivfotograf regis­trie­ren konn­ten, vie­le Verkaufsabrechnungen im Januar feh­ler­haft waren und die Statistiken nicht aktua­li­siert wer­den. Die aktu­el­le Liste der gemel­de­ten Bugs liest sich fast län­ger als die Liste der funk­tio­nie­ren­den Features.
  • Immerhin eine gute Nachricht von istock­pho­to gibt es: Nachdem die Fotografen gezwun­gen wur­den, am Partnerprogramm teil­zu­neh­men, wer­den ab März 2012 die Honorare für das Thinkstock-Partnerprogramm deut­li­ch ange­ho­ben.
  • Shutterstock hat ange­kün­digt, jetzt eine „Sensitive Use“-Lizenz ein­zu­füh­ren. Details und mei­ne Meinung dazu habe ich in die­sem Artikel beschrie­ben.
  • Noch mal Shutterstock: In die­ser Infografik gibt es eini­ge span­nen­de Statistiken über aktu­el­le Design-Trends, Keyword-Veränderungen und so wei­ter.
  • Einen eher uner­war­te­ten Schachzug wag­te die Bildagentur 123rf. Lange galt die­se Agentur mit 50% Fotografenbeteiligung als fai­re Agentur, die eher lei­se vor sich hin wer­kel­te und bestän­dig wuchs. Damit ist jetzt Schluss. Vor eini­gen Wochen kün­dig­te die Agentur an, für neue Fotografen eine gerin­ge­re Honorarbeteiligung ein­zu­füh­ren, dann ruder­te die Agentur zurück, nur um die Honorarkürzung für alle Fotografen ein­zu­füh­ren, wenn die­se wenig Bilder ver­kau­fen. Das beschrie­be­ne System ähnelt stark dem „Redeemed Credits“-System von isto­ck und führt dazu, dass Fotografen mit klei­nen Portfolios deut­li­ch weni­ger ver­die­nen (ab 30% statt 50%). Professionelle Stockfotografen soll­ten die zur Zeit gesetz­ten Limits, die not­wen­dig sind, um 50% zu errei­chen, ein­fach über­schrei­ten kön­nen. Ich habe das bei mir durch­ge­rech­net und wür­de auf 6000 Credits kom­men, 500 wären not­wen­dig, um 50% zu hal­ten. So gese­hen ist die Kommissionsänderung weni­ger eine Honorarkürzung, son­dern eher eine Umverteilung, wel­che die Topseller belohnt, wäh­rend, die Hobby-Fotografen abge­straft wer­den. Zwar kün­digt 123rf an, im Gegensatz zu isto­ck die erfor­der­li­chen Limits für min­des­tens drei Jahre sta­bil zu hal­ten, aber ange­sichts deren aktu­el­ler „Hü-Hott“-Politik sehe ich das kri­ti­sch.
  • Die Bildagentur Shotshop hat eine Preisänderung ein­ge­führt. Microstock-Bilder wer­den jetzt deut­li­ch güns­ti­ger als bis­her ange­bo­ten, außer­dem wer­den die Preise stär­ker nach Größe gestaf­felt, statt wie bis­her nur zwei Größen anzu­bie­ten. Lobenswert hin­ge­gen ist, dass in den AGB ein neu­er Passus auf­ge­nom­men wur­de: Für Kunden ist bei Verwendung des Bildmaterials im Internet jetzt ein Bildnachweis Pflicht.
  • Fotolia hat eine Partnerschaft mit dem GrafikPortal DeviantArt gestar­tet. Dabei wer­den über 3000 Bilder aus dem Portal exklu­siv auch bei Fotolia als eige­ne Kollektion* ange­bo­ten. Die Bildsprache erin­nert stark an die Flickr Kollektion von Getty Images, was sicher beab­sich­tigt ist.
  • istock­pho­to hat ein kos­ten­lo­ses PDF namens „The Pink Paper“ zum Download bereit gestellt, in dem beschrie­ben wird, wie Frauen als Zielgruppe am bes­ten – auch mit Bildern – ange­spro­chen wer­den kön­nen.
  • Die Mutterfirma Getty Images hat eben­falls ein kos­ten­lo­ses PDF ver­öf­fent­licht, und zwar den aktu­el­len „Curve-Report“, dies­mal zum Thema Energie. Der Curve Report ana­ly­siert visu­el­le Trends für bestimm­te Branchen, frü­he­re Themen deck­ten Medizin & Wellness und die Finanzbranche ab. Für dem Download muss man sich lei­der regis­trie­ren.
  • Was Fotografen auch inter­es­sie­ren soll­te: Seit kur­zem geis­tert der Begriff ACTA durch das Internet. Die meis­ten ken­nen das geplan­te Gesetz ver­mut­li­ch durch die­ses YouTube-Video. Da das Video jedoch teil­wei­se sach­li­ch fal­sch ist, zum Beispiel, dass Ideen geschützt und dann deren „unli­zen­zier­ter Gebrauch kri­mi­na­li­siert“ wer­den kön­ne. Wer sich die Mühe machen will, kann des­halb hier den Original-Gesetzesentwurf lesen. Wer als Fotograf schon mal ver­sucht hat, für ein geklau­tes Foto auf einer aus­län­di­schen Webseite Schadensersatz zu ver­lan­gen, wird eini­ge der Vorschläge von ACTA sicher inter­es­sant fin­den.
  • Passend dazu: Das IPTC-Council, also die Organisation, wel­che für den gleich­na­mi­gen Metadaten-Standard ver­ant­wort­li­ch ist, hat jetzt die Initiative „Embedded Metadata“ gestar­tet. Das Ziel ist eine stär­ke­re­re Sensibilisierung für den Nutzen von Metadaten in digi­ta­len Werken, zum Beispiel auch bei Fotos in sozia­len Netzwerken.
  • Für Fotografen und Mitarbeiter der Bilderbranche eben­falls inter­es­sant: Vom 13.-15. März 2012 fin­det in Bonn das SeminarBilddokumentation und Bildermarkt“ mit vie­len span­nen­den Vorträgen statt.
  • Thomas Lammeyer ist in sei­nem Blog der span­nen­den Frage nach­ge­gan­gen, wie stark wel­che Version des California Sunbounce wirk­li­ch reflek­tiert.
  • Noch was Niedliches zum Schluss: Wer als Fotograf Kekse ver­schen­ken will oder anders­rum einem Fotografen oder einer Fotografin ein Freude machen will, soll­te sich die­se Ausstechformen für Kekse in Kameraform* anschau­en.

Habe ich etwas ver­ges­sen? Dann rein die Kommentare damit.

* Affiliate

Stockfotografie-News 2010-03-05

Letzte Woche sind die News aus­ge­fal­len wegen einer Berlin-Reise.

Dafür geht es heu­te gleich wie­der los:

  • Nach dem Kauf der Bildagentur BigStockPhoto durch Shutterstock kommt Bewegung in die Bude. Der Name wur­de zu „Bigstock“ geän­dert, das Layout erneu­ert, die Suchfunktion ver­bes­sert, die Bildvorschau ver­grö­ßert und so wei­ter. Jetzt fehlt nur noch eine wich­ti­ge Funktion: Automatischer Import von Shutterstock-Fotos zu Bigstock.
  • Corbis eröff­net jetzt eine „National Geographic“-Kollektion und zeigt die bes­ten Bilder in einer Dia-Show.
  • Nach Twitter ver­bin­det sich Shutterstock jetzt auch mit Facebook. Nun kön­nen dort eben­falls auto­ma­ti­sch Statusmeldungen über akzep­tier­te oder ver­kauf­te Bilder ver­öf­fent­licht wer­den, im Gegensatz zu Twitter sogar mit klei­nen Thumbnails. Diese Facebook-Funktion muss hier manu­ell im Shutterstock-Account frei­ge­schal­tet wer­den.
  • Die Bildagentur Veer ver­öf­fent­licht ihre Pläne, die­ses Jahr ver­stärkt auf Microstock zu set­zen.
  • In die glei­che Kerbe schlägt LookStat. Sie ver­öf­fent­li­chen ein PDF für Profi-Fotografen, die in die Microstock-Welt ein­stei­gen wol­len. Der Guide kann hier kos­ten­los ange­for­dert wer­den.
  • Die Berliner Bildagentur ShotShop kün­digt für den 15. März einen umfang­rei­chen Relaunch der Webseite an. Dazu gehört eine Übersetzung ins Englische, die Einführung einer güns­ti­ge­ren Web-Lizenz, einer teu­re­ren Merchandising-Lizenz, eine Anhebung der Preise für die bis­he­ri­ge Standard-Druckgröße und eine Änderung der Fotografenhonorare.
  • Alamy ver­öf­fent­licht Umsatzzahlen für 2009 und muss einen Rückgang der Einnahmen um 13% mel­den.
  • Der Fotolia-Gründer Oleg Tscheltzoff wird CEO von Flixtime, einer Webseite, die es Nutzern erlaubt, aus eige­nen Fotos und Videos Slide-Shows zu erstel­len. Ich kann mir die „Cross-Marketing“-Ideen schon vor­stel­len, wenn den Usern irgend­wann Fotolia-Videos oder Audio-Clips zur Nutzung ange­bo­ten wer­den.


Was gibt es son­st noch Neues? Immer rein in die Kommentare.

Stockfotografie-News 2010-01-08

Hallo alle zusam­men, will­kom­men bei der ers­ten Nachrichtenzusammenfassung 2010. Da ich die letz­ten Dezembermonate mir freie Tage gegönnt habe und die Bildagenturen mich mit Newslettern nach dem Motto „Was war, was wird“ bom­bar­diert haben, gibt es wie­der eine Stange Neuigkeiten für die Info-Junkies. Los geht’s und wir fan­gen mit dem Ende an:

  • Die Bildagentur Zymmetrical ver­kün­det ihr Ende. Das ist aus zwei Gründen scha­de: Zum einen gab es bei der Agentur 70% Anteile für die Fotografen (ver­gleicht das mit 20% bei istock­pho­to) und die Fotografen konn­ten die Preise für ihre Fotos von 3–100 USD selbst fest­set­zen. Aber viel­leicht war das auch der Grund des Scheiterns.
  • Während vie­le Zeitschriften jetzt mit lan­gen Bildstrecken auf­war­ten, wel­che die „bes­ten Nachrichtenfotos von 2009“ zei­gen, gibt es das Gleiche auch kos­ten­los im Internet bei der Bildagentur Corbis. Da sind coo­le Bilder bei!
  • Die Bildagentur Shotshop plant eine Überarbeitung ihrer Webseite, dar­un­ter auch „ver­ein­fach­ter Verschlagwortungsprozess, neue Marketing-Tools, Verbesserung der Suche, neue Features für Kunden, schnel­le­re Server und Internationalisierung durch eng­li­sche Seite“. Vor allem zu ers­te­rem Punkt kann ich nur sagen: Wurde auch Zeit.
  • Eine gute Meldung kommt von der Microstock-Agentur Polylooks: Kurz nach mei­nem Mecker-Artikel über zu nied­ri­ge Fotografenhonorare von bis zu 8 Cent pro Verkauf beschloss die Agentur, ein Mindesthonorar von 35 Cent pro Verkauf, egal ob mit Credits oder als Abo, ein­zu­füh­ren. Das nen­ne ich einen Schritt in die rich­ti­ge Richtung. Ironischerweise habe ich seit der Meldung jedoch kei­nen Verkauf mehr gehabt, kann es also nicht mit eige­nen Zahlen bestä­ti­gen.
  • Zu Jahrsbeginn haut der Distributionsdienst für Fotografen, iSyn­di­ca, einen Rabatt von 30% raus, wenn der Code „HAPPY 2010“ benutzt wird.
  • Eher für die Bildkäufer inter­es­sant: Auch Corbis bie­tet am Jahresanfang 30% Rabatt auf ihre Einkäufe, wenn sie den Code „CORBIS2010“ benut­zen.
  • Die Bildagentur Pitopia hat vie­le klei­ne sinn­vol­le Änderungen im Redaktionssystem vor­ge­nom­men, wel­che Fotografen das Hochladen von Bildern erleich­tern sol­len, z.B. mehr Möglichkeiten für Voreinstellungen und mehr Nachvollziehbarkeit bei Änderungen durch die Bildredaktion.
  • Die Microstock-Agentur Dreamstime hat jetzt im Mitgliedsbereich einen „Exklusive“-Bereich, in dem für Fotografen kal­ku­liert wird, wie viel mehr sie ver­die­nen wür­den, wenn sie ihre Dreamstime-Fotos exklu­siv dort anbie­ten wür­den. Bei mir wäre das ein Zuwachs von 44%. Da Dreamstime aber nicht mal ein Zehntel mei­ner Microstock-Einnahmen, sehe ich deut­li­ch, dass ich damit Verluste machen wür­de. Immerhin, ist auch eine Erkenntnis.
  • Eine Statistik der Download- und Honorar-Entwicklung im Microstock-Bereich von 2002 bis 2009 zeigt die Firma Lookstat in ihrem Blog.
  • Noch eine „pro forma“-Meldung am Rande. Getty Images mel­det, dass der Aufkauf der HAAP Media Ltd. mit den Bildagenturen Jupiterimages und deren Microstock-Ableger StockXpert nun abge­schlos­sen ist.


Okay, was ver­ges­sen? Dann ein­fach in die Kommentare rein.

Sind ihr Geld wert: Suchfunktion und Suchwörter

Was sind die Kriterien, die eine Bildagentur von ande­ren unter­schei­det? Die drei wich­tigs­ten sind sicher Preis, Service und das Angebot.

Am wich­tigs­ten ist mei­ner Meinung nach aber ein Unterpunkt von „Angebot“. Das bes­te Bildmaterial nützt nichts, wenn der Kunde nicht das Foto fin­det, was ihm vor­schwebt. Die Suchfunktion ist des­halb mei­ner Meinung nach aus­schlag­ge­bend für den Erfolg einer Bildagentur.

Das wis­sen die meis­ten Agenturen eben­falls und ver­su­chen mit vie­len krea­ti­ven Möglichkeiten, die­se zu opti­mie­ren. Mit Abstand am bes­ten gefällt mir die Suchfunktion des Marktführers Getty Images.

Trotz rela­tiv weni­ger Suchbegriffe pro Foto bin ich mit zwei bis drei Suchwörtern in der Lage, ziem­li­ch gen­au das Foto zu fin­den, was ich mir vor­ge­stellt habe. Grundlage die­ses Erfolgs ist ein „kon­trol­lier­tes Vokabular“ gepaart mit einem cle­ver­en Thesaurus. Zusätzlich kann im Suchmenü nach­träg­li­ch nach Alter, Anzahl und Ethnien der dar­ge­stell­ten Personen, nach Konzepten, Blickwinkel, Bildtechnik und Komposition des Fotos gefil­tert wer­den.

Doch auch ande­re Agenturen haben hilf­rei­che Ideen zur Verbesserung der Suche. Die Getty-Tochter istock­pho­to bie­tet eine Copyspace-Suche, die nur Fotos anzeigt, die an der gewünsch­ten Stelle einen Textfreiraum haben.

Die Schweizer Agentur ImagePoint expe­ri­men­tiert mit einer „Emotionalen Suche“. Auch ande­re Agenturen wie PantherMedia oder Shotshop ver­su­chen, Emotionen abseits der ent­spre­chen­den Suchwörter in die Suche auf­zu­neh­men. Der Haken bei den bis­he­ri­gen System ist jedoch, dass die aus­zu­wäh­len­den Emotionen nur begrenzt sind. „Freude“ ist jedoch etwas ande­res als „Begeisterung“ und „Verlegenheit“ anders als „Angst“.

Ich bin jedoch zuver­sicht­li­ch, dass sol­che Anfangsschwierigkeiten beho­ben wer­den und viel­leicht gehört eine Emotionensuche bald zum Suchstandard. Die vor weni­gen Jahren noch inno­va­ti­ve Suche nach Farben im Foto ist mitt­ler­wei­le bei vie­len Agenturen zu fin­den.

Das Hauptproblem sind jedoch die Suchwörter, da die meis­ten Kunden ein­fach einen oder zwei Begriffe in die Suchmaske ein­tip­pen und auf pas­sen­de Ergebnisse hof­fen. Die Agenturen, wel­che die Fotografen ihre Bilder selbst ver­schlag­wor­ten las­sen, sind da natur­ge­mäß im Nachteil (Stichwort „Keyword-Spamming“ und unter­schied­li­che Qualität der Verschlagwortung).

Mittlerweile gehen eini­ge Agenturen dazu über, die Suchwörter zu gewich­ten: Die ers­ten paar Suchwörter wer­den bei einer Suchanfrage bevor­zugt behan­delt. Die Entscheidung, wel­che Wörter stär­ker gewich­tet wer­den sol­len, trifft bei vie­len Agenturen jedoch wei­ter­hin der Fotograf und bleibt somit mit­ver­ant­wort­li­ch für den Erfolg oder Mißerfolg eines Fotos.

Ich bin gespannt, wel­che Überraschungen die jun­gen, fri­schen Agenturen bei dem Wettrennen um das bes­te System aus „Suchwörtern“ und „Suchalgorithmus“ bereit hal­ten. Dann das ist für mich der Schlüssel einer erfolg­rei­chen Bildagentur.