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Weniger als 1% Fotografenhonorar? Depositphotos macht es möglich

Manchmal werde ich gefragt, nach welchen Kriterien ich entscheide, bei welchen Bildagenturen ich meine Fotos anbiete. Neben einigen objektiven Faktoren wie Preis, Kommissionen, Uploadprozess und so weiter gehört dazu auch immer eine gehörige Funktion Bauchgefühl. Bei der Agentur Depositphotos hat mein Bauch immer unangenehm gegrummelt. Die Agentur hat mehrfach versucht, mich mit vorteilhaften „Deals“ ins Boot zu holen und eine nüchterne Analyse ließ die Deals auch sehr verlockend aussehen. Aber dann kam wieder das Bauchgrummeln.

screenshot-depositphotos
Der rote Spruch „Du wirst unseren Rabatt lieben!“ bekommt aus aktuellem Anlass eine ganz eigene ironische Wendung.

Es hatte verschiedene Ursachen:
Es fängt damit an, dass Depositphotos nach eigenen Aussagen mit der Firma Depositfiles verbunden ist und von ihr finanziert wird. Depositfiles ist ein Online-Datenspeicher, der von vielen auch dazu genutzt wird, illegal urheberrechtlich geschütztes Material zu verteilen.

Vor fast genau drei Jahren schrieb ich hier im Blog über deren unsägliches SMS-Download-Angebot. Andere Fotografen regten sich vor paar Monaten auch über Bildverkäufe mit einer „erweiterten Lizenz“ auf, die auf der Depositphotos-Seite für 80 $ angeboten wird, von der Fotografen aber teilweise nur 2,64 $ abbekamen. Es scheint, als versuche Depositphotos jetzt, die Fotografenhonorare mit einer interessanten, wenn auch mehr als fragwürdigen Methode weiter nach unten zu drücken.

Partnerprogramme/Reseller bei Depositphotos

Einige Fotografen hatten in diesem Thread im Stockfotografie-Forum entdeckt, dass Bilder von ihnen bei der deutschen Agentur Shotshop angeboten werden, die von Depositphotos (DP) geliefert werden mussten. Wer es selbst überprüfen will, ob seine Depositphotos-Bilder auch bei Shotshop zu finden sind, muss dort einfach nach einer Bildnummer von DP-Fotos suchen.

Das Agenturen Material von anderen Bildagenturen verkaufen, ist nichts Neues. Spannend ist hier jedoch das Lizenz- und Abrechnungsmodell. Testkäufe von mir und anderen Fotografen ergaben folgendes: Wenn ein Kunde bei Shotshop ein Foto in voller Auflösung für 29,90 Euro kauft, was über Depositphotos geliefert wurde, erhält der Fotograf bei Depositphotos nur die Meldung, dass das Foto als „Abo-Download“ erworben wurde und der Fotograf dafür (je nach Ranking) zwischen 0,22 bis 0,26 Euro (0,30-0,36 $) erhält! Das wären weniger als 1% Fotografenanteil! Wie ist das möglich?

Auf meine Anfrage an Shotshop antwortete der Geschäftsführer Stephan Krömer nur:

„[…] Wir nutzen das Reseller Programm von Depositphotos und ich kann leider auch wirklich nur zu sämtlichen internen Abrechnungsfragen von Deposit nur an Deposit selbst verweisen. Bei Agenturverträgen gibt es immer ein „Non-disclosure Agreement“, welches man unterschreiben muss und an das wir uns halten müssen. […]“

Meine Anfrage an Depositphotos brachte mir nur eine Copy & Paste-Standardantwort von Depositphotos ein, welche alle Fotografen erhielten, die in den letzten bei DP nach Details fragten:

„Hello Robert,

Our Partnership programs have been created to boost contributors’s sales via new markets. Our contributors were opted out of our Extended license partner sales upon their requests, so their files are no longer sold via our Extended license partner sales. Shotshop is our API reseller. Shotshop purchases our subscriptions to resell our images under the Standard license.

Depositphotos reserves the right to determine the conditions of its cooperation with Partner companies. We sell those files by subscriptions (under the standard license), but it is up to our partners to set their prices and the way to sell them as long as they stick to license terms.

It is stated in our Supply Agreement:
“Depositphotos reserves the rights to distribute Files not only on the Website directly, but also through Partners. Contributor agrees that Depositphotos has the right to grant or pass along to Partners under separate agreements specific rights, constraints, obligations, licenses and other legal and business matters regarding Files. Depositphotos has the implicit right to provide Partners with access to the Files accepted at the Website via its own program interfaces (API) or any other means sanctioned and approved by Depositphotos, provided such access does not breach the provisions of the Standard and Extended License Agreements. “

If contributors want to opt out of our partnership programs, we will exclude their portfolios from all our partnership programs upon their requests and their images will be sold solely on depositphotos.com

Kind regards,
Vicky.“

Diese Erklärung wirft leider mehr Fragen auf als das sie Antworten liefert.

Fangen wir oben an: Shotshop ist ein Wiederverkäufer von Depositphotos mit einer API-Anbindung. Laut der Mail kauft Shotshop die Bilder mit einem Abo unter der Standardlizenz. Im Vertrag zum API-Programm steht bei Depositphotos jedoch folgendes:

„[…] Der Anbieter bietet dem Wiederverkäufer Dateien zu Standardpreisen oder über ein Abonnement an. Der Wiederverkäufer legt den Preis, den ihm seine Käufer für die Dateien bezahlen, selbst fest. […]“

Weiterhin steht dort:

„7. UNTERSAGTE HANDLUNGEN
[…] Der Verkauf von Dateien des Anbieters, ohne an ihn die ihm vertraglich zustehende Gebühr zu entrichten. […]“

Die erste große Frage ist: Wieso darf Shotshop Fotos zu hohen Preisen verkaufen, diese aber zu den niedrigen Abo-Preisen bei Depositphotos abrechnen? Unter der erwähnten Standardlizenz ist ein Weiterverkauf auch ausdrücklich ausgeschlossen.

Die zweite Frage ist: Wenn von einem Verkaufspreis von 29,90 Euro nur ca. 0,25 Euro beim Fotografen ankommen, wie teilen sich die restlichen 29,65 Euro zwischen Shotshop und Depositphotos auf? Wer steckt sich den Löwenanteil ein?

Unten in der Mail von Depositphotos wird erwähnt, dass ein Ausschluss der eigenen Bilder aus dem „Partnerprogramm“ möglich sei (wenn man eine Mail an support@depositphotos.com schreibt) und die Bilder dann nur über Depositphotos verkauft würden. Mir liegen jedoch Screenshots vor, die beweisen, dass das nicht ganz korrekt ist. Einige Fotografen hatten schon vor Monaten um die Deaktivierung ihrer Bilder vom Partnerprogramm gebeten, deren Fotos sind aber weiterhin bei Shotshop zu finden. Auch Sean Locke hat in der Microstockgroup geäußert, dass ihm per Mail ausdrücklich zugesichert wurde, seine Bilder würden nur über die Seite von Depositphotos verkauft, er aber trotzdem seine Fotos bei Shotshop findet.

Vielleicht liegt das an dem feinen sprachlichen Unterschied zwischen „Partnerprogramm“ und „Wiederverkaufer (Reseller)“, der in der Mail aufgemacht wird. Ein Fotograf bot folgenden Erklärungsversuch an: Die Agentur Shotshop kauft die Bilder von Depositphotos als Abo, deswegen würden sie ja über Depositphotos verkauf werden. Zufriedenstellend wäre diese gehirnquetschende Logik jedoch nicht.

Der Vorteil von Shotshop

Für Fotografen besonders ärgerlich ist auch das Verhalten von Shotshop. Die Berliner Agentur galt schon lange als eine Agentur mit einem der kompliziertesten Upload-Verfahren und gleichzeitig sehr vielen Ablehnungen. Besonders beliebt bei Shotshop ist der Ablehnungsspruch: „Für die Vermarktung durch Shotshop nicht geeignet“. Der ergibt endlich Sinn, denn natürlich ist es für die Agentur lukrativer, das gleiche Material von Depositphotos zu beziehen und dort deutlich weniger als die 35-67% Fotografenanteil  für nichtexklusives Material zahlen zu müssen.

Nur die Spitze des Eisbergs?

Shotshop ist nicht die einzige Agentur, welche Material von Depositphotos verkauft. Eine andere Agentur ist beispielsweise die indische Agentur ibudgetphoto.com. (Deposit-Bilder werden dort unter dem Kürzel „DPPS_BILDNUMMER“ geführt) Testkäufe wurden schon getätigt, aber Abrechnungen bei Depositphotos sind bisher nicht erfolgt. Nachdem Depositphotos auf wiederholte Fragen nach einer Liste von Vertriebspartnern nicht reagiert hat, steht die bange Frage im Raum: Wie viele Agenturen vertreiben noch Bilder von Depositphotos mit einem billigen Abo? Das würde vielleicht endlich erklären, warum der Abo-Anteil bei Depositphotos so verdammt hoch ist.

Vertrauen in Partner

Üblicherweise läuft ein Deal zwischen mehreren Bildagenturen so: Wenn eine Bildagentur das Bild einer anderen Bildagentur verkauft, teilen sich beide Agenturen die Einnahmen 50:50 und der Fotograf bekommt von den 50% seinen vertraglich vereinbarten Anteil ab. Läuft die Vertriebskette über mehrere Agenturen, verlängert sich das und der Fotograf bekommt seinen Anteil nur von 25% oder 12,5%. Aber weniger als 1% ist schon eine starke Leistung.

Da wir als Fotografen kaum Kontrollmöglichkeiten haben, welche Agentur welche Bilder wann verkauft hat, müssen wir Vertrauen in die Bildagenturen haben. Depositphotos verspielt dieses Vertrauen gerade massiv. Und mein Bauch grummelt schon wieder.

Habt ihr auch Bilder bei Depositphotos? Findet ihr diese auch bei anderen Agenturen wie Shotshop wieder?

Stockfotografie-News 2012-02-17 – Honorar- und Preisänderungen, ACTA und Trends

Was ist los? Seit über zwei Monaten habe ich keine Freitags-News mehr gebracht. Der Grund war einfach: Es gab über Weihnachten und Neujahr kaum Nachrichten.

Langsam aber kehren die Agenturmitarbeiter von den Südseeinseln zurück ins Büro und verschicken fleißig Ankündigungen. Einige gut, einige stimmen eher bedenklich.

Aber wir arbeiten die mal schön der Reihe nach ab:

  • Als ob ich hellsehen könnte, bietet Dreamstime jetzt die Möglichkeit, Informationen zu hochgeladenen Fotos und Model Releases als CSV-Datei einzusenden. Den Sinn und die Vorteile einer solcher Methode hatte ich erst kürzlich im Artikel „Vorteile und Nachteile einer Modelvertrag-Tabelle“ beschrieben. Noch stecken einige Kinderkrankheiten in diesem System, aber die Richtung stimmt. Dreamstime weist ausdrücklich darauf hin, dass diese CSV-Methode nur von Fotografen mit vielen Uploads und Modelverträgen genutzt werden soll.
  • Dreamstime bietet Fotografen mit mindestens 500 Dateien online und einer Annahmequote von über 85% außerdem an, deutlich mehr Bilder pro Woche hochladen zu können als unter den normalen Uploadquoten erlaubt wären. Dazu müssen die Fotografen eine Mail an den Support schreiben, wenn sie davon Gebrauch machen wollen.
  • Kriselt es dagegen bei istockphoto? Mittlerweile scheint bestätigt, dass istockphoto 30 Mitarbeiter im kanadischen Hauptbüro entlassen hat. Dazu kommen nicht enden wollende technische Probleme mit deren Webseite, die dazu führten, dass Fotografen sich wochenlang nicht als Exklusivfotograf registrieren konnten, viele Verkaufsabrechnungen im Januar fehlerhaft waren und die Statistiken nicht aktualisiert werden. Die aktuelle Liste der gemeldeten Bugs liest sich fast länger als die Liste der funktionierenden Features.
  • Immerhin eine gute Nachricht von istockphoto gibt es: Nachdem die Fotografen gezwungen wurden, am Partnerprogramm teilzunehmen, werden ab März 2012 die Honorare für das Thinkstock-Partnerprogramm deutlich angehoben.
  • Shutterstock hat angekündigt, jetzt eine „Sensitive Use“-Lizenz einzuführen. Details und meine Meinung dazu habe ich in diesem Artikel beschrieben.
  • Noch mal Shutterstock: In dieser Infografik gibt es einige spannende Statistiken über aktuelle Design-Trends, Keyword-Veränderungen und so weiter.
  • Einen eher unerwarteten Schachzug wagte die Bildagentur 123rf. Lange galt diese Agentur mit 50% Fotografenbeteiligung als faire Agentur, die eher leise vor sich hin werkelte und beständig wuchs. Damit ist jetzt Schluss. Vor einigen Wochen kündigte die Agentur an, für neue Fotografen eine geringere Honorarbeteiligung einzuführen, dann ruderte die Agentur zurück, nur um die Honorarkürzung für alle Fotografen einzuführen, wenn diese wenig Bilder verkaufen. Das beschriebene System ähnelt stark dem „Redeemed Credits“-System von istock und führt dazu, dass Fotografen mit kleinen Portfolios deutlich weniger verdienen (ab 30% statt 50%). Professionelle Stockfotografen sollten die zur Zeit gesetzten Limits, die notwendig sind, um 50% zu erreichen, einfach überschreiten können. Ich habe das bei mir durchgerechnet und würde auf 6000 Credits kommen, 500 wären notwendig, um 50% zu halten. So gesehen ist die Kommissionsänderung weniger eine Honorarkürzung, sondern eher eine Umverteilung, welche die Topseller belohnt, während, die Hobby-Fotografen abgestraft werden. Zwar kündigt 123rf an, im Gegensatz zu istock die erforderlichen Limits für mindestens drei Jahre stabil zu halten, aber angesichts deren aktueller „Hü-Hott“-Politik sehe ich das kritisch.
  • Die Bildagentur Shotshop hat eine Preisänderung eingeführt. Microstock-Bilder werden jetzt deutlich günstiger als bisher angeboten, außerdem werden die Preise stärker nach Größe gestaffelt, statt wie bisher nur zwei Größen anzubieten. Lobenswert hingegen ist, dass in den AGB ein neuer Passus aufgenommen wurde: Für Kunden ist bei Verwendung des Bildmaterials im Internet jetzt ein Bildnachweis Pflicht.
  • Fotolia hat eine Partnerschaft mit dem GrafikPortal DeviantArt gestartet. Dabei werden über 3000 Bilder aus dem Portal exklusiv auch bei Fotolia als eigene Kollektion* angeboten. Die Bildsprache erinnert stark an die Flickr Kollektion von Getty Images, was sicher beabsichtigt ist.
  • istockphoto hat ein kostenloses PDF namens „The Pink Paper“ zum Download bereit gestellt, in dem beschrieben wird, wie Frauen als Zielgruppe am besten – auch mit Bildern – angesprochen werden können.
  • Die Mutterfirma Getty Images hat ebenfalls ein kostenloses PDF veröffentlicht, und zwar den aktuellen „Curve-Report„, diesmal zum Thema Energie. Der Curve Report analysiert visuelle Trends für bestimmte Branchen, frühere Themen deckten Medizin & Wellness und die Finanzbranche ab. Für dem Download muss man sich leider registrieren.
  • Was Fotografen auch interessieren sollte: Seit kurzem geistert der Begriff ACTA durch das Internet. Die meisten kennen das geplante Gesetz vermutlich durch dieses YouTube-Video. Da das Video jedoch teilweise sachlich falsch ist, zum Beispiel, dass Ideen geschützt und dann deren „unlizenzierter Gebrauch kriminalisiert“ werden könne. Wer sich die Mühe machen will, kann deshalb hier den Original-Gesetzesentwurf lesen. Wer als Fotograf schon mal versucht hat, für ein geklautes Foto auf einer ausländischen Webseite Schadensersatz zu verlangen, wird einige der Vorschläge von ACTA sicher interessant finden.
  • Passend dazu: Das IPTC-Council, also die Organisation, welche für den gleichnamigen Metadaten-Standard verantwortlich ist, hat jetzt die Initiative „Embedded Metadata“ gestartet. Das Ziel ist eine stärkerere Sensibilisierung für den Nutzen von Metadaten in digitalen Werken, zum Beispiel auch bei Fotos in sozialen Netzwerken.
  • Für Fotografen und Mitarbeiter der Bilderbranche ebenfalls interessant: Vom 13.-15. März 2012 findet in Bonn das SeminarBilddokumentation und Bildermarkt“ mit vielen spannenden Vorträgen statt.
  • Thomas Lammeyer ist in seinem Blog der spannenden Frage nachgegangen, wie stark welche Version des California Sunbounce wirklich reflektiert.
  • Noch was Niedliches zum Schluss: Wer als Fotograf Kekse verschenken will oder andersrum einem Fotografen oder einer Fotografin ein Freude machen will, sollte sich diese Ausstechformen für Kekse in Kameraform* anschauen.

Habe ich etwas vergessen? Dann rein die Kommentare damit.

* Affiliate

Stockfotografie-News 2010-03-05

Letzte Woche sind die News ausgefallen wegen einer Berlin-Reise.

Dafür geht es heute gleich wieder los:

  • Nach dem Kauf der Bildagentur BigStockPhoto durch Shutterstock kommt Bewegung in die Bude. Der Name wurde zu „Bigstock“ geändert, das Layout erneuert, die Suchfunktion verbessert, die Bildvorschau vergrößert und so weiter. Jetzt fehlt nur noch eine wichtige Funktion: Automatischer Import von Shutterstock-Fotos zu Bigstock.
  • Corbis eröffnet jetzt eine „National Geographic“-Kollektion und zeigt die besten Bilder in einer Dia-Show.
  • Nach Twitter verbindet sich Shutterstock jetzt auch mit Facebook. Nun können dort ebenfalls automatisch Statusmeldungen über akzeptierte oder verkaufte Bilder veröffentlicht werden, im Gegensatz zu Twitter sogar mit kleinen Thumbnails. Diese Facebook-Funktion muss hier manuell im Shutterstock-Account freigeschaltet werden.
  • Die Bildagentur Veer veröffentlicht ihre Pläne, dieses Jahr verstärkt auf Microstock zu setzen.
  • In die gleiche Kerbe schlägt LookStat. Sie veröffentlichen ein PDF für Profi-Fotografen, die in die Microstock-Welt einsteigen wollen. Der Guide kann hier kostenlos angefordert werden.
  • Die Berliner Bildagentur ShotShop kündigt für den 15. März einen umfangreichen Relaunch der Webseite an. Dazu gehört eine Übersetzung ins Englische, die Einführung einer günstigeren Web-Lizenz, einer teureren Merchandising-Lizenz, eine Anhebung der Preise für die bisherige Standard-Druckgröße und eine Änderung der Fotografenhonorare.
  • Alamy veröffentlicht Umsatzzahlen für 2009 und muss einen Rückgang der Einnahmen um 13% melden.
  • Der Fotolia-Gründer Oleg Tscheltzoff wird CEO von Flixtime, einer Webseite, die es Nutzern erlaubt, aus eigenen Fotos und Videos Slide-Shows zu erstellen. Ich kann mir die „Cross-Marketing“-Ideen schon vorstellen, wenn den Usern irgendwann Fotolia-Videos oder Audio-Clips zur Nutzung angeboten werden.


Was gibt es sonst noch Neues? Immer rein in die Kommentare.

Stockfotografie-News 2010-01-08

Hallo alle zusammen, willkommen bei der ersten Nachrichtenzusammenfassung 2010. Da ich die letzten Dezembermonate mir freie Tage gegönnt habe und die Bildagenturen mich mit Newslettern nach dem Motto „Was war, was wird“ bombardiert haben, gibt es wieder eine Stange Neuigkeiten für die Info-Junkies. Los geht’s und wir fangen mit dem Ende an:

  • Die Bildagentur Zymmetrical verkündet ihr Ende. Das ist aus zwei Gründen schade: Zum einen gab es bei der Agentur 70% Anteile für die Fotografen (vergleicht das mit 20% bei istockphoto) und die Fotografen konnten die Preise für ihre Fotos von 3-100 USD selbst festsetzen. Aber vielleicht war das auch der Grund des Scheiterns.
  • Während viele Zeitschriften jetzt mit langen Bildstrecken aufwarten, welche die „besten Nachrichtenfotos von 2009“ zeigen, gibt es das Gleiche auch kostenlos im Internet bei der Bildagentur Corbis. Da sind coole Bilder bei!
  • Die Bildagentur Shotshop plant eine Überarbeitung ihrer Webseite, darunter auch „vereinfachter Verschlagwortungsprozess, neue Marketing-Tools, Verbesserung der Suche, neue Features für Kunden, schnellere Server und Internationalisierung durch englische Seite“. Vor allem zu ersterem Punkt kann ich nur sagen: Wurde auch Zeit.
  • Eine gute Meldung kommt von der Microstock-Agentur Polylooks: Kurz nach meinem Mecker-Artikel über zu niedrige Fotografenhonorare von bis zu 8 Cent pro Verkauf beschloss die Agentur, ein Mindesthonorar von 35 Cent pro Verkauf, egal ob mit Credits oder als Abo, einzuführen. Das nenne ich einen Schritt in die richtige Richtung. Ironischerweise habe ich seit der Meldung jedoch keinen Verkauf mehr gehabt, kann es also nicht mit eigenen Zahlen bestätigen.
  • Zu Jahrsbeginn haut der Distributionsdienst für Fotografen, iSyndica, einen Rabatt von 30% raus, wenn der Code „HAPPY 2010“ benutzt wird.
  • Eher für die Bildkäufer interessant: Auch Corbis bietet am Jahresanfang 30% Rabatt auf ihre Einkäufe, wenn sie den Code „CORBIS2010“ benutzen.
  • Die Bildagentur Pitopia hat viele kleine sinnvolle Änderungen im Redaktionssystem vorgenommen, welche Fotografen das Hochladen von Bildern erleichtern sollen, z.B. mehr Möglichkeiten für Voreinstellungen und mehr Nachvollziehbarkeit bei Änderungen durch die Bildredaktion.
  • Die Microstock-Agentur Dreamstime hat jetzt im Mitgliedsbereich einen „Exklusive“-Bereich, in dem für Fotografen kalkuliert wird, wie viel mehr sie verdienen würden, wenn sie ihre Dreamstime-Fotos exklusiv dort anbieten würden. Bei mir wäre das ein Zuwachs von 44%. Da Dreamstime aber nicht mal ein Zehntel meiner Microstock-Einnahmen, sehe ich deutlich, dass ich damit Verluste machen würde. Immerhin, ist auch eine Erkenntnis.
  • Eine Statistik der Download- und Honorar-Entwicklung im Microstock-Bereich von 2002 bis 2009 zeigt die Firma Lookstat in ihrem Blog.
  • Noch eine „pro forma“-Meldung am Rande. Getty Images meldet, dass der Aufkauf der HAAP Media Ltd. mit den Bildagenturen Jupiterimages und deren Microstock-Ableger StockXpert nun abgeschlossen ist.


Okay, was vergessen? Dann einfach in die Kommentare rein.

Sind ihr Geld wert: Suchfunktion und Suchwörter

Was sind die Kriterien, die eine Bildagentur von anderen unterscheidet? Die drei wichtigsten sind sicher Preis, Service und das Angebot.

Am wichtigsten ist meiner Meinung nach aber ein Unterpunkt von „Angebot“. Das beste Bildmaterial nützt nichts, wenn der Kunde nicht das Foto findet, was ihm vorschwebt. Die Suchfunktion ist deshalb meiner Meinung nach ausschlaggebend für den Erfolg einer Bildagentur.

Das wissen die meisten Agenturen ebenfalls und versuchen mit vielen kreativen Möglichkeiten, diese zu optimieren. Mit Abstand am besten gefällt mir die Suchfunktion des Marktführers Getty Images.

Trotz relativ weniger Suchbegriffe pro Foto bin ich mit zwei bis drei Suchwörtern in der Lage, ziemlich genau das Foto zu finden, was ich mir vorgestellt habe. Grundlage dieses Erfolgs ist ein „kontrolliertes Vokabular“ gepaart mit einem cleveren Thesaurus. Zusätzlich kann im Suchmenü nachträglich nach Alter, Anzahl und Ethnien der dargestellten Personen, nach Konzepten, Blickwinkel, Bildtechnik und Komposition des Fotos gefiltert werden.

Doch auch andere Agenturen haben hilfreiche Ideen zur Verbesserung der Suche. Die Getty-Tochter istockphoto bietet eine Copyspace-Suche, die nur Fotos anzeigt, die an der gewünschten Stelle einen Textfreiraum haben.

Die Schweizer Agentur ImagePoint experimentiert mit einer „Emotionalen Suche„. Auch andere Agenturen wie PantherMedia oder Shotshop versuchen, Emotionen abseits der entsprechenden Suchwörter in die Suche aufzunehmen. Der Haken bei den bisherigen System ist jedoch, dass die auszuwählenden Emotionen nur begrenzt sind. „Freude“ ist jedoch etwas anderes als „Begeisterung“ und „Verlegenheit“ anders als „Angst“.

Ich bin jedoch zuversichtlich, dass solche Anfangsschwierigkeiten behoben werden und vielleicht gehört eine Emotionensuche bald zum Suchstandard. Die vor wenigen Jahren noch innovative Suche nach Farben im Foto ist mittlerweile bei vielen Agenturen zu finden.

Das Hauptproblem sind jedoch die Suchwörter, da die meisten Kunden einfach einen oder zwei Begriffe in die Suchmaske eintippen und auf passende Ergebnisse hoffen. Die Agenturen, welche die Fotografen ihre Bilder selbst verschlagworten lassen, sind da naturgemäß im Nachteil (Stichwort „Keyword-Spamming“ und unterschiedliche Qualität der Verschlagwortung).

Mittlerweile gehen einige Agenturen dazu über, die Suchwörter zu gewichten: Die ersten paar Suchwörter werden bei einer Suchanfrage bevorzugt behandelt. Die Entscheidung, welche Wörter stärker gewichtet werden sollen, trifft bei vielen Agenturen jedoch weiterhin der Fotograf und bleibt somit mitverantwortlich für den Erfolg oder Mißerfolg eines Fotos.

Ich bin gespannt, welche Überraschungen die jungen, frischen Agenturen bei dem Wettrennen um das beste System aus „Suchwörtern“ und „Suchalgorithmus“ bereit halten. Dann das ist für mich der Schlüssel einer erfolgreichen Bildagentur.