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Weiteres Seniorenshooting mit fitter Dame

Fotogene Seniorinnen und Senioren zu finden, ist ja nicht so einfach. Deswegen sollte man immer die Augen offen halten. Wer weiß, wer einem unerwartet über den Weg läuft.


So geschehen mit dieser aktiven Dame. Zusammen mit meiner Freundin war ich bei der Lesung eines Autors in einem kleinen Kölner Café, als sich die grauhaarige Frau neben uns setzte und etwas mit uns plauschte.


Als die Veranstaltung zu Ende war, wollte sie schon aufstehen, als ich sie fragte, ob sie nicht vielleicht für mich mal als Model arbeiten wolle. Ich überreichte ihr meine Visitenkarte und bat um einen Rückruf, wenn sie meine Webseite überzeugt habe. Paar Tage später rief sie an und war bereit, Stockfotos mit mir zu machen. Diese Geschichte zeigt, dass Fotografen wirklich immer eine Visitenkarte und einige Referenzen oder Beispielbilder für solche Fälle dabei haben sollten. Bei mir habe ich das kombiniert, indem ich einige meiner Fotos auf der Visitenkarte habe. Als Tipp: Ihr könnt auch ein „Best Of“ Eurer Fotos auf dem Smartphone speichern, das habt ihr garantiert immer dabei.


Je länger ich mich beim Shooting mit ihr unterhielt, desto beeindruckter war ich. Mit ihren über 60 Jahren ist sie nicht nur in einer Theatergruppe und der Kirche aktiv, sondern spielt auch Tennis und macht ab und zu Lesungen.

All diese Dinge ließen wir natürlich mit in das Shooting einfließen. Sie erzählte mir übrigens auch, dass sie meine Anfrage zuerst sehr befremdlich fand, aber dass meine Freundin dabei war, fand sie vertrauenswürdig genug, dass sie sich die Zeit nahm, sich näher zu informieren, was genau ich mit „ein Shooting machen“ meinte.

Ich bin sehr froh, dass sie es gemacht hat und zufrieden mit den Ergebnissen und wenn es nach mir geht, wird es bestimmt nicht das letzte Shooting gewesen sein.

Was sagt ihr zu den Bilder?

Zweites Fotoshooting in Küche mit Models

Beim letzten Fotoshooting hatte ich aufwändig eine neue Küche eingerichtet, damit diese benutzt, aber trotzdem fotogen aussieht.

Damit sich der Aufwand auch lohnt, habe ich nicht nur ein, sondern zwei Shootings dort gemacht. Während ich beim ersten Shooting ein junges Paar ausgewählt hatte, wollte ich beim nächsten Termin ältere Models haben.

So entschied ich mich für Marlies und ihren Ehemann, die ich über die Model-Plattform model-kartei.de entdeckt hatte. Nein, genauer gesagt, hatte sie mich angeschrieben und auf sich aufmerksam gemacht, was wieder beweist, dass Eigeninitiative für Models sehr wichtig ist.


Letztes Mal war der eindeutige Tenor von euch Leserinnen und Lesern, dass die Küche etwas zu altmodisch für das junge Paar wirkte. Das kann sein, jedoch wäre es sicher die falsche Entscheidung gewesen, stattdessen gar kein Shooting zu machen. Aber wer Zugang zu einer edlen, modernen Küche im Großraum Köln hat (oder eine andere spannende Location), kann mir gerne Bescheid geben.


Außerdem wurde bemängelt, dass beim Kosten aus dem Kochtopf nichts auf dem Löffel gewesen sei. Na ja, war halt Brühe, die sieht man nicht. Aber der Einwand war trotzdem korrekt und beim zweiten Shooting hatte ich genau aus diesem Grund einige Nudeln im Topf, die dann auf dem Holzlöffel drapiert werden konnten.


Wie immer habe ich mit meiner Canon 5D Mark II* fotografiert. Da beim Shooting davor das 24-70mm f2.8*-Objektiv Probleme machte, besann ich mich diesmal vor allem auf das 85mm f1.2-Objektiv* und das 50mm f1.8*. Als Blitz kam der entfesselte Speedlite 580 EX II* zum Einsatz, durch die kleine Lastolite Ezybox*. Zusätzlich sorgte der Sunbounce-Mini-Reflektor* für eine leichte Aufhellung der Schatten.

Die zweite Fotosession mit einem älteren Ehepaar

Verliebt wie am ersten Tag: Und das seit vielen Jahren. Die beiden heiteren Senioren habe ich schon vor drei Jahren fotografiert und war sehr zufrieden mit den Ergebnissen.


Deshalb habe ich es mir nicht nehmen lassen, beide noch mal ins Studio zu bitten. Während sie – Conny – öfter als Hobbymodell posiert, bleibt ihr Mann Erich sonst der Kamera fern, macht aber glücklicherweise für mich immer eine Ausnahme und ich darf ihn somit scherzhaft „mein Exklusivmodell“ nennen. Diese Ausnahme hat Ernst immerhin 2009 bis in die Tagesthemen der ARD gebracht, natürlich mit einem Foto von mir:

Aber auch Conny macht sich gut als freundiche, aufmerksame Ärztin, wie ich finde:


Während jüngere Models oft Probleme haben, Emotionen abseits von glücklich lächeln oder den Fashion-Look „wie ein Reh im Scheinwerferlicht“ darzustellen, albert das Ehepaar herum wie eine ganze Theatergruppe und kann problemlos auch negative Gefühle wie hier Frustration und Langeweile bei der jährlichen Steuererklärung darstellen:

Das Lachen haben sie natürlich auch drauf. Bei der letzten Fotosession war der pinke Lippenstift nicht ganz glücklich gewählt, deswegen haben wir uns diesmal auf ein Knallrot geeinigt, was wunderbar zu den gefärbten Haaren und auch dem roten Pullover passt.

Conny präsentiert auch gerne Mode und die Fotos von ihr als „Plus-Size-Model“ gehören bei den Bildkäufern mit zu den beliebtesten Motiven.

Wenn ich mir die Ergebnisse dieser zweiten Fotosession mit denen der ersten Fotos anschaue, fällt mir auf, dass die ersten Motive gegen diese hier richtiggehend fade und blass aussehen. Ohne einen Workshop oder eine Schulung besucht zu haben, scheint sich jahrelange Übung glücklicherweise doch in den Bildern niederzuschlagen. Mal sehen, wie meine Fotos dann erst in drei Jahren aussehen werden.

Die Bilder können zum Beispiel hier lizenziert werden.

Was sagt ihr zu den Fotos? Wie seht ihr sie im Vergleich zu ersten Fotosession?

Noch mal Senioren im Fitnesscenter

Der Altersdurchschnitt auf meinen Bildern steigt gerade rapide. Nach dem erfolgreichen Shooting im Fitnesscenter vor einigen Wochen (okay, mittlerweile schon Monaten) wollte ich das wiederholen.


Wobei das Shooting geplant war, bevor ich wusste, dass die Ergebnisse des ersten Shootings gut verkäuflich waren. Diesmal sollte das Shooting in einem anderen Studio und in Berlin statt Köln stattfinden.


Eigentlich hatte ich das Shooting schon abgesagt, weil ich von Köln aus nicht genug geeignete Models gefunden hatte. Dann half mir der Inhaber des Fitnesscenters jedoch aus, machte einen Aushang im Fitnessstudio und rief einige treue Kunden persönlich an, ob sie Lust auf Fotos hätten.

Ziel war diesmal wieder, eine Seniorengruppe zusammenzustellen. So kam es, dass am Tag des Shootings 15 aufgeregte Senioren auf Bänken hockten, um sich einen Kurzvortrag zum Thema „Was sind Stockfotos?“ anzuhören. Danach bat ich jeden nacheinander vor die Kamera und machte ein ernstes Foto und eines, auf dem die Leute lächeln sollten.

Innerhalb von wenigen Minuten musste ich mich dann für vier von den 15 Senioren entscheiden (eine Frau hatte ich im Vorfeld schon ausgesucht). Das war schwierig, da zwar viele alte Menschen dabei waren, die ein sehr fotogenes Gesicht hatten, aber von der Kamera so eingeschüchtert waren, dass sie kein natürliches Lachen zeigen konnten. Meine Wahl fiel auf die fünf Personen oben.


Ideal war, dass die Freundin, welche mir schon die erste Fitness-Location vermittelt hatte, in diesem Studio selbst lange als Fitnesstrainerin gearbeitet hatte. Sie flog extra aus der Schweiz nach Berlin ein, damit sie korrekte Übungsanweisungen geben konnte. Weil sie die abgebildeten Models oft im Kurs hatte, konnte sie gleich darauf achten, dass sich niemand überlastete und die Turnübungen seinen „Wehwehchen“ entsprechend ausführt.


Um die Gruppe noch größer aussehen zu lassen als sie mit fünf Menschen ist, wirkt ein Foto in Richtung Spiegel Wunder. Auch wenn das Licht nicht optimal war, ist dieses Motiv mit am gefragtesten aus der Serie.


Die Fitnesstrainerin hatte noch einen weiteren Vorteil: Sie hatte damals nebenbei auch die Bilder für die Flyer und Webseite des Studios bei Bildagenturen eingekauft und wusste deshalb gut, welche Motive sie benötigen würde. Frauen beim Gespräch in der Umkleide gebe es beispielsweise sehr wenig, weshalb es für mich auf der Hand lag, hier Abhilfe zu schaffen.


Die verwendete Technik war die gleiche wie beim ganz oben verlinkten ersten Shooting. Insgesamt war die Situation jedoch schwieriger, weil das Studio selbst zwar groß, aber viel kleinzelliger unterteilt war, sodaß sich weniger fotogene Hintergründe fanden. Und auch wenn es auf dem Foto oben nicht so aussieht, war insgesamt weniger Tageslicht vorhanden, was die Blende/Belichtungszeit/ISO-Kombinationen einschränkte.


Vielleicht ist das auch der Grund, warum diese zweite Serie nicht mal halb so viel Absatz findet wie die erste. Oder ob es an den Models, der Kleidung, den Motiven liegt? So genau weiß ich es nicht. Leider. Interessant ist es aber, einen anderen Effekt beim Verkauf zu beobachten: Den Mitnahmeeffekt.  Viele der Fotos dieser Fotosession verkaufen sich nur in Kombination mit den Bildern der ersten Fitness-Session. So gesehen bringt mir diese einen doppelten Nutzen.

Was sagt ihr zu den Bildern?

Fotosession: Seniorin im Rollstuhl

Ich hinke. Ich hinke hinterher. Momentan habe ich neun unerledigte Fotosessions in meinem Arbeitsordner. Dazu kommen fünf fertige Fotosessions, die ich im Blog noch nicht vorgestellt habe. Deswegen wieder eine Vorstellung einer Fotosession von mir, sonst denkt ihr noch, ich würde nicht mehr fotografieren.


Nanu? Die Models kenne ich doch? Richtig und das ist Absicht! Dieses Shooting habe ich extra für die beiden Models zusammen geplant, weil ich erstens mit beiden wieder arbeiten wollte, sie zweitens beide das strahlende Lachen haben und drittens zu dem Thema passen, was ich mir überlegt hatte: Frauen im Rollstuhl.


Die Überlegung dahinter ist natürlich komplexer. Es gibt natürlich schon Fotos von Senioren im Rollstuhl, aber das sind oft „reele Momentaufnahmen“ (siehe hier oder hier), die meist etwas trist und sorgenvoll wirken. Dazu kommen viele Aufnahmen von Menschen im Rollstuhl im klinisch weißen Krankenhaus, die sich zwar blendend verkaufen, aber eben auch nur einen Teil der benötigten Motive sind. Vom österreichischen Fotografen Franz Pfluegl gibt es auch eine gelungene – und sich gut verkaufende – Serie eines jungen Paares, von der einer der beiden im Rohlstuhl sitzt.

Ich wollte jedoch fröhliche, optimistische Fotos von einer Seniorin im Rollstuhl, die zwar gehbehindert ist, aber trotzdem gut gelaunt ihr Leben genießt, wahlweise betreut von einer freundlichen Pflegerin oder ihrer sympathischen Enkelin. Dazu kommt, dass alle Mitarbeiter von Bildagenturen, denen ich diese Idee vorher erzählt habe, fast identisch gemeint haben: „Achte darauf, dass Du auch Fotos von Mobilitiätsproblemen in der Stadt machst“.


Dafür habe ich aufwändig diese fotogene Treppe gecastet. Okay, sie befand sich zufällig in der Nähe meiner Wohnung. Ein anderes Hindernis war der Rollstuhl. Wo bekomme ich den her? Ich könnte einen leihen, aber das würde mindestens 10 Euro pro Shooting kosten, plus die Abholung und der Rücktransport, der entweder ebenfalls Geld oder Zeit kosten würde. Deswegen entschied ich mich, gleich einen zu kaufen. Bei Ebay fand ich genug Auswahl. Stellte sich die Frage: Was für ein Modell? Und welche Größe? Ja, auch da gibt es Unterschiede. Er sollte auf jeden Fall leicht und klappbar sein, damit ich ihn gut verstauen kann. Außerdem sollte er realistisch aussehen, die billigeren Toilettenstühle kamen deshalb nicht in Frage. So investierte ich ca. 100 Euro in einen faltbaren Greifreifenrollstuhl.


Das ist für Rollstühle verhältnismäßig günstig, im Vergleich zu meinen sonstigen Requisiten jedoch deutlich teurer. Aber: Langfristig gesehen ist das sinnvoller als ein geliehener Rollstuhl, weil ich ihn mehrmals benutzen und für meine Zwecke präparieren kann. Das heißt in meinem Fall, dass ich mit schwarzem Isolierband sofort alle Markennamen und Beschriftungen abgeklebt habe, die mir Zeit bei der Nachbearbeitung ersparen.


Da ein Rollstuhl nicht automatisch für eine langfristige Gehbehinderung steht, sondern manchmal auch nur einige Wochen oder Monate nach einem Unfall gebraucht wird, habe ich auch zwei Krücken besorgt, die das Motiv in Richtung „Reha-Maßnahmen“ verschieben. So ergaben sich auch viele Kombinationsmöglichkeiten: Seniorin im Rollstuhl und junge Frau mit Krücken, Junge Frau mit Krücken und Rollstuhl, und so weiter.


Was sagt ihr zu den Bildern? Was waren Eure teuersten Requisiten und haben sie sich rentiert?