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Veränderungen bei Microstock-Agenturen 2013 in Prozent (mit Verlosung)

Jedes Jahr im Januar schickt der Analyseservice Stock Performer an seine Mitglieder eine ausführliche Mail, in der die eigene Entwicklung von Vorjahr zum aktuellen Jahr ausgewertet wird, in Hinblick auf Einkommensverteilung, Umsatz, Downloads und RPD.

ich möchte jetzt nicht meine gesamten Zahlen veröffentlichen, aber die Prozentangaben sind interessant genug.

Berücksichtigt werden hier nur die sechs Agenturen 123rf*, Fotolia*, Shutterstock*, Dreamstime*, Pond5* und iStock* sowie deren Partnerprogramm.

Stock Performer wertet noch zusätzlich die Agenturen Depositphotos, Stocksy und Getty Images, bei denen ich jedoch (noch?) keine Bilder habe. Bei meinen Agenturen habe ich überall Bilder und Videos im Angebot (bei Pond5 nur Videos).

Meine Einnahmen bei den sechs genannten Agenturen haben sich 2013 im Vergleich zum Vorjahr 2012 wie folgt entwickelt:

Alle Agenturen zusammen: +28%
123rf: +89%
iStock: -23%
iStock/Partner Program: +61%
Fotolia: +20%
Shutterstock: +45%
Pond5: +20%
Dreamstime: +29%

Ihr seht, es gibt bei jeder Agentur große Schwankungen. Mein Umsatz bei 123rf hat sich fast verdoppelt, die einzige Agentur mit Rückgang ist iStock, wobei ich da fairerweise anmerken muss, dass ich dort im Gegensatz zu den anderen Agenturen auch nichts hochgeladen habe und stattdessen sogar einige hundert Dateien gelöscht habe. Dafür hat das iStock-Partnerprogramm deutlich zugelegt (Thinkstock, photos.com). Das kann auch einfach heißen, dass iStock verstärkt Kunden zu ihren Abo-Modellen lockt, wie sie Fotografen weniger bezahlen müssen.

Die Entwicklung bei den Downloads von 2012 zu 2013 sieht ähnlich aus:

Alle Agenturen zusammen: +38%
123rf: +63%
iStock: -4%
iStock/Partner Program: +33%
Fotolia: +35%
Shutterstock: +41%
Pond5: +1%
Dreamstime: +38%

Die meist gestiegenen Einnahmen und Downloads müssen jedoch in Relation zu den Uploads gesehen werden, also wie viel Dateien ich im Jahr hochgeladen habe. Im Vergleich zu 2012 sieht die Entwicklung 2013 bei mir so aus:

Alle Agenturen zusammen: -3%
123rf: -8%
Fotolia: -7%
Shutterstock: +2%
iStock: -100%
Pond5: +209%
Dreamstime: -6%

Insgesamt war ich 2013 etwas weniger fleißig beim Upload als 2012, aber im Schnitt bekam jede Agentur etwas mehr als 2000 neue Bilder von mir.

Dass die Agenturen trotz gleichbleibender bis leicht sinkender Upload-Menge meine Umsätze beachtlich erhöhen konnten, finde ich beachtlich. Das hängt teilweise auch mit den Ranking-Systemen zusammen, wo ich bei Fotolia den Saphir-Status erreicht habe, bei Dreamstime sind mehr Dateien in die höchste Stufe 5 gerutscht und Shutterstock scheint einfach total gut im „Upselling“ zu sein, weil ich dort auch 2012 schon in der höchsten Umsatzstufe war. Eine erfreuliche Aussicht ist, dass ich im Dezember 2013 bei 123rf von „Level 5“ mit 50% Umsatzanteil auf Level 6 mit 52% Umsatzanteil gestiegen bin. Das sollte mir dort auch 2014 einen guten Schub bescheren.

Der „Revenue per Download“ (RPD) ergibt sich aus der Kombination von Umsatz durch Downloads.
Das sah bei mir 2013 so aus:

Alle Agenturen: -8%
123rf: +16%
iStock: -19%
iStock/Partner Program: +21%
Fotolia: -11%
Shutterstock: +3%
Pond5: +19%
Dreamstime: -6%

Bei Fotolia und Dreamstime wirken sich vermutlich die Abo-Verkäufe aus, wobei mein Abo-Anteil erstaunlicherweise bei Fotolia kaum steigt (dazu mal mehr in einem anderen Artikel). Bei Pond5 kann ich die Preise selbst festsetzen und habe sie um 22% erhöht. Erfreulich ist die Steigerung bei 123rf, weil die Agentur damit in absoluten Zahlen endlich über dem RPD von Shutterstock liegt. Das sah 2012 noch anders aus.

Verlosung

Damit ihr mal testen könnt, wie umfangreich die Funktionen von Stock Performer mittlerweile geworden sind, darf ich eine sechsmonatige Mitgliedschaft für den „Eagle-Plan“ (im Wert von 174 €) von Stock Performer verlosen.

Wer teilnehmen will, beendet einfach den Satz „Wenn ich ein Microstock Analyse- und Statistik-Tool hätte, würde ich… “ in den Kommentaren oder unter der Ankündigung dieses Artikels bei Facebook oder Twitter. Einsendeschluss ist Freitag, der 7.2.2014. Luis und Oliver von Stock Performer werden dann aus den besten Antworten den Gewinner wählen.

Wie haben sich bei euch die Umsätze und Downloads 2013 entwickelt?

* Affiliate

Die Tücken der Statistik

Im Februar hatte ich hier im Blog eine kurze Statistik über meine durchschnittlichen Erlöse pro Fotoverkauf und Bildagentur im letzten Jahr veröffentlicht.

Ausdrücklich schrieb ich dazu, dass dieser Wert, der sogenannte „Revenue per Download“-Wert (kurz RPD) nichts darüber aussagt, wie erfolgreich eine Agentur ist.

Nichtsdestotrotz wirken die ersten Plätze in einer Rangliste immer sehr befriedigend, sodaß die beiden Spitzenreiter Coverpicture und Zoonar in ihren Blogs stolz auf meinen Beitrag verwiesen.

Coverpicture schrieb sogar:

„Der Verkauf eines einzelnen Bildes bei Coverpicture ist damit im Vergleich genauso viel Wert wie 80 Verkäufe in einer der letzt-platzierten Microstock-Agenturen!“

Genau da kommen wir auch zu den Tücken der Statistik. So eine Aussage beeindruckt branchenfremde Leser vielleicht, weil sie zum Beispiel nicht wissen, dass meine „letzplatzierte“ Microstock-Agentur 123rf 2012 aber 312 mal soviel absolute Verkäufe erzielt hatte. Oder anders formuliert: Mit 123rf hatte ich letztes Jahr ca. vier mal so viel Geld verdient wie mit Coverpicture.

Den Fehler hatte neulich auch die DPA gemacht, welche in einem Artikel über das „Hobby Stockfotografie“ im letzten Absatz die RPD-Zahlen nannte, aber diese als „Einnahmen pro Bild“ ausgab:

Im Fachslang heißt das: Die Presseagentur hat den RPD mit dem RPI verwechselt. Dabei hätte eine einfache Kopfrechnung stutzig machen können: Bei Coverpicture habe ich über 13.000 Bilder online. Das würde bedeuten, dass ich 2012 über eine halbe Million Euro allein mit der einen Agentur verdient hätte und im Monat immerhin noch über 45.000 Euro. Schön wäre es, stimmt aber leider nicht.

Ein Anruf beim Chef vom Dienst bei der DPA half aber, diesen Irrtum schnell zu berichtigen und die meisten Webseiten haben den Fehler im Artikel dann auch korrigiert.

Wer übrigens auf den Geschmack gekommen ist, Zahlen zu seinem Vorteil zu drehen oder im Gegenteil lernen möchte, solche Versuche besser zu erkennen, dem empfehle ich das unterhaltsame Buch „So lügt man mit Statistik“ von Walter Krämer.

* Affiliate

Meine Einnahmen und Erfahrungen nach drei Jahren Footage für Video-Agenturen

Vor ca. einem Jahr hatte ich einen Weckruf. Ich hatte gerade meinen Artikel mit den Einnahmen aus zwei Jahren Videoproduktion veröffentlicht. Die Umsätze mit insgesamt 411 Dollar waren lächerlich gering und mein Portfolio mit ca. 120 Video winzig.

Aber ich bekam eine sehr lange Mail eines professionellen, langjährigen Videofilmers, der in seinem Text einerseits meine bisherigen Videos technisch und inhaltlich hart – und zurecht – kritisierte und andererseits aber auch klar machte, dass es bei meiner Arbeitsweise kein Problem sein sollte, deutlich mehr als 100 Videos pro Jahr zu produzieren und zu verkaufen.

Niemand hört gerne von seinen eigenen Fehlern, aber um sich verbessern zu können, ist genau das notwendig und so dankte ich dem Absender, druckte mir die Email aus, hängte sie neben meinen Schreibtisch und machte mich ans Werk.

Was hat sich bei mir im letzten Jahr beim Thema Video-Produktion getan? Ich beziehe mich bei allem im diesem Text auf den Zeitraum Juni 2011 bis Mai 2012.

Portfolio-Größe

Momentan beliefere ich aktiv sechs Video-Agenturen: Pond5*, Fotolia*, Shutterstock*, Revostock*, ClipCanvas* und Clipdealer*. Dort habe ich jeweils durchschnittlich 434 Videos online, mit 468 am meisten bei Fotolia und mit 412 am wenigsten bei Clipdealer. Das liegt dort hauptsächlich an der langen Freischaltezeiten meiner aktuellsten Videos, ansonsten basieren leichte Schwankungen auf unterschiedlichen Ablehnungen. Mein Ziel, bis jetzt mindestens 300 Videos zu produzieren, habe ich damit deutlich übererfüllt. Das lag auch daran, dass meine Annahmequoten durch die People-Motive bei 95-100% lagen. Von den über 15.000 perfekten Video-Clips eines Simon Krzic bin ich jedoch leider noch weit entfernt.

Hier exemplarisch die Entwicklung meiner Video-Uploads bei Fotolia:

Motive

In der Mail riet mit der Videofilmer, ich solle mich ebenso wie bei Fotos auch bei Footage auf das konzentrieren, was ich am besten kann: Menschen fotografieren bzw. filmen. Meine ersten Video-Sujets waren ja wehrlose Blümchen, Landschaften und anderes Zeug.

Deswegen habe ich einige Video-Shootings gemacht und bei einigen Fotoshootings am Ende des Shootings einfach noch eine Stunde Video mit rangehängt. Deshalb konnte ich innerhalb des letzten Jahres auch insgesamt über 310 Videos produzieren, was über das Doppelte der beiden Vorjahre ist.

Die Innen-Ausleuchtung für Video-Aufnahmen bereitet mir immer noch einige Probleme, was vor allem an zu wenig Dauerlicht und zu wenig Platz im Studio liegt. Zur Zeit muss ich immer die Blitze fast komplett abbauen, damit das Dauerlicht genug Platz hat und umgekehrt, was logischerweise zuviel Arbeitsaufwand ist, um richtig produktiv zu sein.

Verkäufe und Einnahmen

Im letzten Jahr hatte ich mit meinen Videos 319 Verkäufe erzielt, also durchschnittlich 53 pro Agentur und 27 Sales pro Monat. Die Schwankungen waren hier sehr stark mit nur 6 Verkäufen bei Clipdealer und 126 Verkäufen bei Fotolia. Letztere waren aber über die Hälfte Abo-Downloads, was den Preis stark nach unten trieb.

Kommen wir endlich zu den Umsätzen: Insgesamt habe ich ca. 4062 Dollar verdient, ca. deshalb, weil ich die Umsätze von Fotolia und Clipdealer der besseren Vergleichbarkeit wegen von Euro in Dollar umgerechnet habe. Den größten Anteil daran hat Shutterstock, bei denen ich in zwölf Monaten 1336 Dollar mit meinen Videos verdient habe. Das macht 111 Euro pro Monat. Ganz knapp auf Platz zwei folgt der Umsatz-Sieger des Vorjahres, Pond5, mit 1312 Dollar, also 109 Dollar im Monat. Das Schlusslicht bildet wie bei den Verkäufen Clipdealer mit 138 Dollar Umsatz im gesamten Jahr. Das verwundert mich etwas, da sie viele meiner Fotos verkaufen.

Hier die Übersicht mit den kompletten Zahlen:

Pro Monat verdiente ich im letzten Jahr durchschnittlich 338 Dollar mit meinen Videos. Mein RPI pro Jahr und Video lag damit bei 9,41 Dollar. Würde ich demnach im nächsten Jahr wieder ca. 300 Filmchen hochladen, käme ich auf ca. 6900 Dollar Umsatz mit allen Videos.

Der Umsatz pro Verkauf lag im letzten Jahr bei durchschnittlich 18,23 Dollar, was eine deutliche Steigerung zu 11,10 Dollar im Vorjahr ist.

wobei vier Agenturen Umsätze über 21 Dollar erzielten und nur zwei Agenturen den Schnitt nach unten zogen. Das war zum einen Shutterstock mit einem RPD (Revenue per Download) von 12,98 Dollar und Fotolia mit einem RPI von 5,53 Dollar. Das sind die Auswirkungen der vielen Abo-Verkäufe im Videobereich bei beiden Agenturen.

Trotzdem erzielte Shutterstock durch die schiere Menge an Verkäufen den höchsten RPI mit 3,15 Dollar pro Bild.

Technik und Lerneffekte

Im letzten Jahr hatte ich mir sowohl ein sehr billiges Schulterstativ* als auch eine günstige Kamera-Schiene gekauft, in der Hoffnung, damit bessere Videos machen zu können. Beides kam bisher erst bei zwei Video-Shootings zum Einsatz und es ist schwieriger als erwartet, trotzdem ruckelfreie Aufnahmen hinzubekommen. Ich versuche ja immer, mein Equipment unterwegs zu kompakt und transportabel wie möglich zu halten, was vor allem im Video-Bereich fast unmöglich ist.

Zur Zeit behelfe ich mir damit, dass ich draußen bei leicht bewölktem Himmel die Kamera einfach auf ein Manfrotto Mini-Stativ* mit Kugelkopf stelle und keine Kamerabewegungen mache.

Die Zukunft

Nach den deprimierenden ersten zwei Video-Jahren war mein drittes Jahr schon ein Lichtblick. Ich will jetzt mit mindestens 350 neuen Videos bis zum nächsten Jahr auf mindestens 600 Dollar Umsatz pro Monat zu kommen. Hoffentlich greift der Abo-Wahn nicht zu schnell auf die Video-Agenturen über, da dieser sonst auch dort die Preise vermutlich schneller nach unten treibt als die Verkäufe wachsen können.

Die Email des Videofilmers hängt immer noch neben meinem Schreibtisch und heute weiß ich, dass er recht hatte: Mehr ist möglich.

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Produktion von Videos gemacht? Welche Agenturen laufen bei Euch am besten?

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Microstock-Statistiken analysieren mit Stock Performer

Wer viele Fotos bei mehreren Microstock-Bildagenturen online hat, wird unweigerlich auf dieses Problem stoßen: Wie viel habe ich mit meinen Fotos verdient?

Die Microstock-Agenturen machen es den Fotografen sehr schwer, genau zu analyisieren, wie viel sie an einem Bild verdient haben. Noch schwieriger ist es, herauszufinden, wie viel man pro Shooting verdient hat oder wie viel ein Shooting pro Monat einbringt. Fast alle Bildagenturen haben zwar eine Verkaufsansicht, welche anzeigt, welche Fotos zuletzt verkauft wurden. Aber könnt ihr beispielsweise aus dem Stehgreif sagen, welches Foto von euch bei den Microstock-Agenturen im letzten Monat am meisten verkauft wurde? Ich kann das bei mehreren tausend Verkäufen im Monat nicht mehr ohne Hilfe. Genau diese Lücke will das neue Tool „Stock Performer“ schließen.

Übersichtsseite

Stock Performer ist ein webbasiertes Analyse-Programm, welches Microstock-Fotografen bei der Verkaufsanalyse des eigenen Portfolios helfen soll: „Stop guessing. Start knowing.“ ist deren Motto. Entwickelt wurde Stock Performer vom bekannten Stockfotografen Luis Alvarez (der hier im Blog schon einen Gastauftritt hatte) und dem Programmierer Oliver Rivo.

Die Seite ist noch in der Beta-Phase und zur Zeit werden vier Microstock-Agenturen ausgewertet: istockphoto, Fotolia, Shutterstock und Dreamstime. Weitere sollen bald folgen. Der Aufbau von Stock Performer ist momentan dreigeteilt: Übersicht (Overview), Verkäufe (Top Sales) und Kollektionen (Collections). Die Übersicht sehr ihr oben.

Dort seht ihr auf einen Blick die zuletzt verkauften Bilder, eine grafische Darstellung der Umsätze (blaue Balken) und Verkäufe (rote Linie) des aktuellen Monats sowie einen Performance-Wert. Dieser zeigt an, wie viel Prozent ihr im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vormonats verdient habt, also wenn dort eine positive Prozentzahl steht, seid ihr gut, wenn dort ein Minus vor der Zahl steht, seid ihr schlechter dabei als letzten Monat.

Unten ist eine Gesamtübersicht über Uploads (grauer Bereich), Umsatz und Verkäufe über alle Jahre hinweg. Die einzelnen Werte können mit einem Klick auf die Icons rechts auch ausgeblendet werden. Unter der Grafik stehen die Agenturnamen. Wenn ihr darauf klickt, könnt ihr die drei Werte auch für jede Agentur einzeln anzeigen lassen oder mehrere Agenturen miteinander vergleichen. Beim Klick auf einen der Tages-Balken kommt ihr zu einer sehr ausführlichen Tagesübersicht, wo die Downloads aller Agenturen im Detail angezeigt werden. Werte wie RPD (Return per Download) und die Gesamtumsätze der einzelnen Agenturen werden ebenfalls angezeigt.

Verkaufsansicht

Die Verkaufsansicht zeigt, wie der Name vermuten lässt, die Top-10-Verkäufe der teilnehmenden Agenturen. Es lässt sich filtern, welche Agenturen angezeigt werden sollen und ob die Sortierung nach Umsatz oder Downloads erfolgen soll. Außerdem kann man sich aussuchen, ob die Top-Verkäufe pro Tag, Woche, Monat, Quartal oder Jahr angezeigt werden sollen. Ich nutze diese Ansicht sehr gerne, weil ich so zum Beispiel sehr einfach sehen kann, was meine aktuellen Bestseller sind. Spannend ist auch, dass bei sehr ähnlichen Portfolios fast bei allen Agenturen ganz andere Motive regelmäßig auf den ersten Plätzen landen.

Detailansicht einer Collection

Sehr hilfreich ist auch der dritte Teil der Seite, die Kollektionsansicht. Bei istockphoto und bei Fotolia kann der Fotograf seine Bilder in Lightboxen bzw. Galerien sortieren. Ich nutze das beispielsweise, um meine Bilder nach Fotoshootings zu sortieren, damit ich weiß, welches Model oder welches Shooting besonders lukrativ war. Diese Kollektionen werden von Stock Performer ausgelesen und ausgewertet. Auch bei Dreamstime und Shutterstock kann der Fotograf Lightboxen bzw. Bildersets anlegen, aber diese werden leider (noch?) nicht berücksichtigt.

Auf einer Übersichtsseite werden die Namen der Kollektionen, die Agentur, aus der sie stammt, die Anzahl der enthaltenen Bilder, die bisher erzielten Downloads, der monatliche RPI (Return per Image), der durchschnittliche RPD, die Sell-Through-Rate und das Erstellungsdatum angezeigt. Nach diesen Daten kann man die Kollektionen auch sortieren lassen. Besonders wenn man die Kollektionen nach dem monatlichen RPI sortiert, lässt sich ganz gut sehen, welche Serien am besten laufen.

Für jede Kollektion gibt es eine Detailansicht, wo ein grafischer Verlauf der monatlichen Umsätze, Downloads und Uploads in die Kollektion zu sehen ist sowie weitere nützliche statistische Werte, zum Beispiel die Entwicklung des RPI oder RPD im Verlauf mehrerer Jahre. Natürlich werden auch die Bilder der Kollektion angezeigt, sortiert nach der Höhe der erzielten Umsätze.

Im Gegensatz zu einigen anderen Analyse-Tools wie Microstock Analytics oder Lookstat verlangt Stock Performer nicht die Eingabe der Account-Namen und Passwörter für die betreffenden Webseiten. Stattdessen wird ein Plugin für Firefox, Chrome oder Safari installiert, welches die gleichen Cookies benutzt, die von den Bildagenturen auf dem Rechner abgelegt werden, um die Daten zu extrahieren.

Ich habe schon ganz früh begonnen, Stock Performer auszuprobieren und als Beta-Tester geholfen, das Tool um einige nützliche Funktionen zu erweitern. Einige Details gibt es jedoch, welche noch nicht möglich sind. So vermisse ich beispielsweise die Möglichkeit eines CVS-Exports der gesamten Daten, um eigene Analysen zu erstellen, zum Beispiel um die Entwicklung von Abo-Downloads vs. Einzel-Downloads zu vergleichen. Auch wäre eine Keyword-Analyse toll, wie sie Microstock Analytics schon anbietet. Laut Luis ist jedoch auch in dieser Richtung einiges geplant. Auch eine Zusammenführung der gleichen Bilder oder Kollektionen über mehrere Agenturen hinweg ist noch nicht möglich.

Was bisher allen Tools fehlt, ist eine Agentur-Unterstützung, die über die 2-5 großen englischen Microstock-Agenturen hinaus geht. Der große Haken ist meist, dass die Agenturen selbst es nicht gerne sehen, wenn fremde Entwickler so massiv auf deren Datenbestand zugreifen. Das ist unter anderem auch der Grund, warum Shutterstock und 123rf beim Einloggen das Lösen eines CAPTCHA verlangen. Andererseits sind die Agenturen selbst schuld, weil es bisher keine Agentur schafft, ihren Fotografen diese wertvollen Verkaufsdaten auf übersichtliche, hilfreiche Art und Weise zu präsentieren.

Vor allem die Profi-Fotografen wissen jedoch, dass die Analyse der Verkaufszahlen und Bestseller ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs ist. Die Anbieter der Analyse-Tools lassen sich ihren Service deshalb auch gut bezahlen.

Stock Performer wird anfangs zwei Versionen anbieten: Eine „Basic Package„, was nur die Übersichtsgrafiken enthält für 9 Euro pro Monat und das „Premium Package“ mit allen oben beschriebenen Funktionen für 29 Euro pro Monat. Für die ersten 14 Tage gibt es einen „Free Trial„, also eine kostenlose Probephase.

Auf der MicrostockExpo habe ich auch mit dem Entwickler des oben erwähnten MicrostockAnalytics-Tool gesprochen und werde das in nächster Zeit ebenfalls testen und vergleichen.

VERLOSUNG:
Luis und Oliver möchten „Stock Performer“ kontrolliert starten, das heißt, nach und nach neue Mitglieder aufnehmen, damit die Seite nicht überlastet wird und sie Fehler schneller beheben können. Für Euch Blog-Leser habe ich zwei garantierte Plätze ausgehandelt, die das Tool unverbindlich einen ganzen Monat kostenlos ausprobieren können. Diese beiden Plätze verlose ich unter allen Leuten, die diesen Artikel bis zum 15.11.2011 kommentieren.

Welche statistischen Werte würdet ihr am liebsten mit so einem Tool analyisieren? Was interessiert euch am meisten?

Zwei Jahre Footage für Video-Agenturen – Meine Einnahmen und Erfahrungen

Neben Fotos verkaufe ich seit einer Weile auch Footage. Footage sind kurze Video-Clips, die genau wie Bilder über Agenturen verkauft werden können. Meine ersten Videos meiner Canon 5D Mark II habe ich im Mai 2009 hochgeladen. Mittlerweile sind ca. zwei Jahre vergangen und ich will eine erste Bilanz ziehen.


Wie viel habe ich verdient, hat es sich gelohnt, was habe ich gelernt?

Zur Zeit beliefere ich aktiv sechs Video-Agenturen: Pond5*, Fotolia*, Shutterstock*, Revostock*, ClipCanvas* und Clipdealer*. Bis vor zehn Monaten hatte ich auch noch istockphoto* beliefert, bis dort die Umsatzbeteiligung auf 15% gekürzt wurde. Einige thematisch passende Videos habe ich auch bei Stockfood.

Portfolio-Größe

Bei den genannten sechs Agenturen habe ich mittlerweile so viele Videos online, sortiert nach Menge:

Pond5: 122 (Annahmequote: 100%)
ClipCanvas: 120 (Annahmequote: 100%)
Clipdealer: 109 (Annahmequote: 90%)
Shutterstock: 97 (Annahmequote: 81%)
Fotolia: 83 (Annahmequote: 70%)
Revostock: 69 (Annahmequote: 96%)
istockphoto: 35 (Annahmequote: 75%)
Stockfood: 9 (Annahmequote: 100%)

Wie ihr sehen könnt, habe ich in zwei Jahren ca. 120 Motive erstellt. Das ist relativ wenig und gut ein Drittel habe ich auch erst in den letzten Monaten gefilmt, nachdem ich vorher viele Fehler gemacht hatte, aus denen ich lernen konnte. Zu Revostock habe ich erst seit paar Wochen nachträglich mein Material hochgeladen und viel ist noch in der Warteschlange, weshalb die Zahlen hier sehr niedrig sind. Die Annahmequoten sind relativ hoch, gemessen daran, dass meine ersten Videos noch keine perfekte Qualität hatten. Hier habe ich das Glück, dass der Markt noch jung ist und viele Agenturen selbst noch nicht genau wissen, was sich gut verkaufen könnte und deshalb lieber etwas mehr als zuwenig annehmen.

Motive

Ursprünglich war mein Plan gewesen, die Motive als Video umzusetzen, die sich bei mir als Fotos am besten verkaufen: Schöne, glückliche Menschen. Bisher habe ich von 120 Videos nur ca. ein Drittel mit Personen. Das liegt vor allem daran, dass es zum Üben einfacher war, Naturaufnahmen oder Objekte zu filmen, ohne sich um Regieanweisungen für das Model kümmern zu müssen. Außerdem habe ich erst seit einigen Monaten Dauerlicht, ohne das die Ausleuchtung im Studio zu schwierig wäre.

Auch die Nachbearbeitung der Videos erforderte einiges an Übung, um nachträglich Weißabgleich oder Sättigung zu korrigieren und kleine Bildfehler auszubessern. Die Codierung der Videos in ein möglichst geeignetes Format für die Agenturen kostete mich auch viele Versuche und erst vor ca. zwei Monaten habe ich endlich zufriedenstellende Einstellungen finden können.

Verkäufe und Umsätze

Wie verkaufen die Agenturen nun? Hier meine Liste, sortiert nach Umsatz:

Pond5: 9 Verkäufe, 225 $ Umsatz (RPD 25 $)
Fotolia: 18 Verkäufe, 110 Euro (RPD 6,11 Euro)
Shutterstock: 5 Verkäufe, 49,25 $ Umsatz (RPD 9,85 $)
istockphoto: 4 Verkäufe, 35,30 $ Umsatz (RPD: 8,83 $)
ClipCanvas: 1 Verkauf, 24,50 $ Umsatz (RPD 24,50 $)
Clipdealer: 0 Verkäufe, kein Umsatz bisher
Revostock: 0 Verkäufe, kein Umsatz bisher
Stockfood: 0 Verkäufe, kein Umsatz bisher

Gesamte Verkäufe: 37, Gesamtumsatz: ca. 411 US-Dollar, Durchschnitt-RPD: 11,10 $

411 Dollar? Wenn man die nackten Zahlen nüchtern betrachtet, könnte man glatt den Glauben an den Footage-Markt verlieren. Angesichts der Tatsache, dass ich über 1000 Euro Investitionskosten hatte (Stativ, Videoneiger, LED-Dauerlicht, LitePanels-Dauerlicht, Hedler-Dauerlicht, Software) und noch mehr dazukommen muss, um bessere Videos zu machen, ist es bislang eindeutig ein Minusgeschäft. Hier erhoffe ich mir durch mein neues People-Material eindeutig mehr. Für den Gesamtumsatz habe ich übrigens die Euro-Angaben von Fotolia in Dollar umgerechnet, um eine Summe bilden zu können.

Der niedrige RPD (Revenue per Download) bei Fotolia liegt vor allem an den dort möglichen günstigen Abo-Downloads für Videos, was viele Videofilmer davon abhält, dort Material hochzuladen. trotzdem (oder vielleicht genau deshalb), konnte Fotolia deutlich mehr absolute Verkäufe und auch Umsatz erzielen als andere Agenturen, bei denen ich teilweise deutlich weniger Videos im Angebot habe.

Bei Revostock und Clipcanvas bin ich erst seit kurzem, weshalb die Videos dort kaum Zeit hatten, Verkäufe zu generieren. Die fehlenden Verkäufe bei Clipdealer irritieren mich immer. Ich kann nur vermuten, woran das liegt: Ich verschlagworte meine Videos nur in englisch und die Suchbegriffe werden von Clipdealer ins Deutsche übersetzt. Vielleicht sitzen die meisten Käufer in Deutschland und finden durch eine holprige Übersetzung meine Videos nicht.

Die Zukunft

Die ersten Ergebnisse sind sehr ernüchternd, aber meine Anfangsinvestitionen sind getätigt und die gröbsten Fehler habe ich begangen und kann sie nun vermeiden. Deshalb werde ich mindestens ein Jahr fleißig weiter Videos hochladen. Ich hoffe, dass ich in einem Jahr von 120 Videos auf mindestens 300 komme. Mal sehen, wie sich das dann auf die Downloads auswirkt.

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