Schlagwort-Archive: Rezension

Rezension: „Posen!“ von Mehmet Eygi (mit Verlosung)

Manchmal ist es mit Büchern wie mit einem guten Käse oder Rotwein: Sie rei­fen mit der Zeit. Beim „Posen!“-Buch* von Mehmet Eygi ist das defi­ni­tiv der Fall.

posen-mehmet-eygiSeit sechs Jahren ver­öf­fent­licht er im Abstand von zwei Jahren eine visu­el­le Orientierung für Modelposen. Das ers­te Buch von 2012 hieß noch „Posebook“, das zwei­te „Posen, Posen, Posen“, das neue von 2016 heißt jetzt schlicht „Posen!“.

Es ist mit 333 Seiten noch mal um eini­ge dut­zend Seiten dicker gewor­den, vom Gewicht mit ca. zwei Kilo mal ganz abge­se­hen.

Dafür sind die Posen wirk­li­ch umfang­reich. Der Hauptteil liegt natür­li­ch auf Posen für Frauen, gefolgt von Männerposen. Danach gibt es Paarposen, sowie Posen für Schwangere und Familien.

Diese Posen sind jeweils noch mal detail­liert in Themenbereiche unter­glie­dert, zum Beispiel gibt es die Frauenposen für Portrait, Beauty, Fashion, Dessous, Implied Nude, Curvy, Curvy Boudoir, Sport, Business und Wall. Bei den Männern gibt es noch sechs Themenbereiche (Portrait, Fashion, Nude, Sport, Business, Wall), bei den Paarposen vier Themen. Für Schwangere gibt es Einzelposen sowie sol­che mit Partner. Familienfotos gibt es ent­we­der mit einem Elternteil und Baby, mit bei­den Eltern und Baby oder ein Kind allein.

posen-buch-01In den ein­zel­nen Themen fin­den sich wie­der­um ganz unter­schied­li­che Posen, zum Beispiel ste­hend, sit­zend oder lie­gend. Insgesamt sind im Buch 267 Posen auf­ge­führt, wobei es für jede „Hauptpose“ noch drei Varianten gibt, ins­ge­samt also über 1000 ver­schie­de­ne Posen zur Auswahl.

Bei der Hauptpose wird jeweils mit einem kur­zen Text erklärt, wie die­se am bes­ten umge­setzt wer­den kann, auf wel­che Körperteile der Fotograf beson­de­re Aufmerksamkeit rich­ten soll­te (Ellenbogen nach außen, Rücken gera­de, Bein anwin­keln, …) und klei­ne Icons geben an, ob die Pose aus ver­schie­de­nen Perspektiven foto­gra­fiert wer­den kann, uni­ver­sell für ver­schie­de­ne Modeltypen geeig­net ist oder auch für kur­vi­ge Models geeig­net ist.

An den pas­sen­den Stellen sind im Buch 22 Seiten mit „Key Lessons“ ver­teilt, wel­che dabei hel­fen, das „System“ hin­ter einer guten Pose zu erken­nen, um selbst wei­te­re gute Posen hin­zu­be­kom­men, Fehlerquellen zu ver­mei­den und sons­ti­ge Tipps geben, die bei der Umsetzung hel­fen.

posen-buch-02Obwohl das Buch nahe­lie­gen­der­wei­se sehr bild­las­tig ist, tra­gen die kur­zen Texte doch sehr dazu bei, denn „Sinn“ hin­ter den Posen bes­ser zu ver­ste­hen und sie damit leich­ter umset­zen zu kön­nen und im Anschluss eige­ne Experimente zu wagen.

Einziges Manko ist wei­ter­hin, dass (noch?) Posen für Gruppenaufnahmen (Familienfeiern, Mannschaftsfotos, Teams, Bandfotos, etc.) feh­len

In der gedruck­ten Form ist das Buch mitt­ler­wei­le auch auf eine Größe und ein Gewicht ange­wach­sen, dass es qua­si kaum noch trans­por­ta­bel ist und eigent­li­ch auf dem Studiotisch lie­gen blei­ben muss. Wer es also unter­wegs dabei haben will, soll­te sich viel­leicht für die Ebook-Variante ent­schei­den. Die Printversion gibt es hier für 39,90 Euro, das Ebook für 35,90 Euro.

Klare Kaufempfehlung von mir für Leute, die regel­mä­ßig Menschen foto­gra­fie­ren!

Verlosung

Mo Eygi war so freund­li­ch, mir 1x das „Posen!“-Ebook für eine Verlosung zur Verfügung zu stel­len.

Was müsst ihr dafür tun?
Hinterlasst ein­fach einen Kommentar unter die­sem Artikel, in dem ihr den Satz „Am meis­ten inter­es­sie­ren mich fol­gen­de Model-Posen: …“ ver­voll­stän­digt.

Der Teilnahmeschluss ist der 18.12.2016, der Rechtsweg ist aus­ge­schlos­sen. Den Gewinner wer­de ich per Zufallsprinzip aus­lo­sen und dana­ch per Email benach­rich­ti­gen.

Viel Glück…

Rezension: Die Lichtformer StripTubes im Praxistest (mit Verlosung)

Vor einer Weile erreich­te mich eine Email von Alexander Schwarz, der als Fotograf in Augsburg arbei­tet und wel­chen ich vor allem durch sei­nen TASPP-Blog ken­ne.

Ob ich nicht einen neu­ar­ti­gen Lichtformer namens „StripTube“ tes­ten wol­le? Diesen hat er zusam­men mit dem Geschäftsinhaber Thomas Hirn der Firma Alkoto ent­wi­ckelt.

Klar, durch soll­te Experimente habe ich schon eini­ge Gadgets lieb­ge­won­nen und in mei­nen foto­gra­fi­schen Alltag inte­griert.

Was sind „StripTubes“?

Es gibt ver­schie­de­ne Arten von Lichtformern wie Softboxen, Reflektoren oder Beauty Dishes, wel­che die Lichtcharakteristik von Blitz- oder Tageslicht ändern.

Dazu gehö­ren auch „Striplights“, das sind lan­ge, schma­le Softboxen, wel­che vor allem zum Erzeugen oder Betonen von seit­li­chen Streiflichtern ein­ge­setzt wer­den.

StripTubes sind eine Art „Striplights“, wel­che für die Benutzung mit Systemblitzen kon­zi­piert sind und im Vergleich zu Striplight-Softboxen deut­li­ch platz­spa­ren­der sind. Dadurch las­sen sie sich auch in sehr engen Räumen oder an unge­wöhn­li­chen Orten posi­tio­nie­ren.

Die Einsteck-Öffnung ist varia­bel und erlaubt den Betrieb von prak­ti­sch allen gän­gi­gen Systemblitz-Geräten, zum Beispiel Canon, Nikon, Metz oder Yongnuo.

Die StripTubes kos­ten pro Stück ca. 180 Euro oder 330 Euro für ein Doppelpack und sind zum Beispiel hier bei Amazon erhält­li­ch*.

Mein Test der „StripTubes“

Alexander Schwarz schick­te mir also zwei StripTubes, wel­che übri­gens kom­plett in Deutschland gefer­tigt wer­den, inklu­si­ve je einer prak­ti­schen Tragetasche.

Diese lagen dann erst mal eini­ge Monate unbe­ob­ach­tet bei mir rum, bis ich mich auf­raff­te und die Tasche öff­ne­te.

Vor dem ers­ten Einsatz muss die Halterung der StripTubes an die ver­wen­de­ten Blitze ange­passt wer­den. Dazu wird die Halterung mit­tels des mit­ge­lie­fer­ten Imbus-Schlüssel gelo­ckert, der Blitz rein­ge­scho­ben und die Schrauben wie­der ange­zo­gen. Außerdem müs­sen am Blitz zwei mit­ge­lie­fer­te Klettklebeband-Stücke befes­tigt wer­den, die ver­hin­dern sol­len, dass die Blitze wäh­rend des Fotografierens aus der Halterung rut­schen.

Das fin­de ich per­sön­li­ch etwas ungüns­tig, weil sich der zusätz­li­che Klettverschluss stö­rend auf die Verwendung ande­rer mobi­ler Lichtformer-Systeme aus­wir­ken kann und ich nicht eben mal ein aus­ge­lie­he­nes Blitzgerät in die StripTubes schie­ben kann.

Nicht mit­ge­lie­fert wird eine Befestigung für die StripTubes am Stativ, was mir erst jetzt auf­fiel. Weil ich kei­nen „Universal-Blitzschuh“* auf Lager hat­te, mus­s­te ich mir zwei bestel­len. Das Ganze habe ich jeweils mit einem Schirmneiger* kom­bi­niert, um die StripTubes auch varia­bel posi­tio­nie­ren zu kön­nen.

Montage vom StrupTube am Stativ
Montage vom StrupTube am Stativ

So sah mein Aufbau zum Schluss aus. Die Position des Blitzschuhs am StripTubes muss sau­ber aus­ba­lan­ciert wer­den. Ist das gesche­hen, kann ich den StripTube sowohl hori­zon­tal als auch ver­ti­kal (oder irgend­wo dazwi­schen) ein­set­zen.

Der Blitz inklu­si­ve Funkauslöser hängt auf dem Bild unten und ja, der fällt da durch den eben­falls erkann­ba­ren Klettverschluss nicht raus. Mulmig ist mir dabei trotz­dem etwas und beim Shooting wäre mir das Stativ auch zwei Mal fast umge­fal­len, weil es durch das Ausbalancieren eine wack­li­ge Angelegenheit ist.

Genausogut könn­te der StripTube auch umge­dreht wer­den, sodaß der Blitz von oben in den StripTube blitzt. Dann hät­te ich in der Praxis jedoch Schwierigkeiten gehabt, Einstellungen am Blitz zu ändern (unten auf einem Foto zu sehen).

Wie sehen die Ergebnisse aus?

Mein ers­tes Portrait, mit dem ich zufrie­den war, ist die­ses hier:

2015_maryna_3249_webDer Lichtaufbau ist dabei klas­si­sch als „Lichtklammer“ mit je einem StripTube auf bei­den Seiten, gut zu sehen als Reflexion in der Brille und den Augen.

2015_maryna_3267_web Hier als „Making-Of“ zu sehen. Der Blitz rechts steht etwas wei­ter ent­fernt, um eine rea­lis­ti­sch anmu­ten­de­re ungleich­mä­ßi­ge Ausleuchtung zu erzie­len.

Die StripTubes kön­nen jedoch auch hori­zon­tal posi­tio­niert wer­den und über sowie unter dem Model mon­tiert wer­den. Das Ergebnis? Ein sure­a­ler Look mit kaum wahr­nehm­ba­ren sehr wei­chen Schatten:

2015_maryna_3283_webHier der Blick hin­ter die Kulissen inklu­si­ve der genau­en Belichtungswerte. Die Kamera löst mit 1/200 Sekunde aus bei ISO 100 und Blende 8, der obere Blitz ist manu­ell auf 1/8 gestellt, der unte­re auf 1/16.

2015_maryna_3285_webDie StripTubes kön­nen natür­li­ch auch in Kombinationen mit ganz ande­ren Lichtformern benutzt wer­den. Bei die­sem Bild kam ein Beauty-Dish von oben direkt auf der Kamera-Achse zum Einsatz, auf­ge­hellt mit einem Reflektor von unten und den StripTubes von der Seite:

2015_maryna_3421_webHier der Blick inklu­si­ve der Lichtformer:

2015_maryna_3420_webMein Fazit

Vor den StripTubes habe ich noch nie mit Striplights gear­bei­tet und wer­de es sicher auch wei­ter­hin kaum machen, weil die­se Art der Lichtsetzung prä­zi­ses Arbeiten erfor­dert.

Bei der Stockfotografie hin­ge­gen kommt es auf Effizienz an. Das stän­di­ge Arrangieren der Blitze, nur weil das Model etwas zur Seite schau­en soll oder ich den Bildausschnitt ände­re, kos­tet mir zuviel Zeit, wes­halb ich wei­ches flä­chi­ges Licht bevor­zu­ge.

Trotzdem glau­be ich, dass die StripTubes für Fotografen mit einer ande­ren Herangehensweise sehr hilf­reich sein kön­nen. Zum einen natür­li­ch für Produktfotografen, wel­che Streiflichter auf Flaschen oder Biergläser zau­bern wol­len oder Beauty-Fotografen, die Platz spa­ren wol­len.

Vermutlich lie­ßen sich die StripTubes auch durch hel­le LED-Taschenlampen beleuch­ten und wären damit für Video-Produktionen nütz­li­ch.

Dazu kommt, dass ich sicher längst nicht alle Möglichkeiten der StripTubes aus­pro­biert habe. Es kön­nen auch zwei StripTubes längs anein­an­der gesteckt wer­den, um eine 1,5 Meter lan­ge Leuchtröhre zu erhal­ten. Oder zwei StripTubes neben­ein­an­der wür­den das Licht einer recht­ecki­gen Softbox erge­ben. Oder Aufnahmen im engen Fahrstuhl? Kein Problem!

Verlosung von einem Set mit zwei StripTubes

Thomas Hirn war so freund­li­ch, mir ein Set mit zwei StripTubes zur Verlosung bereit­zu­stel­len. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist unter dem Artikel in einem Kommentar die fol­gen­de Frage zu beant­wor­ten:

Wofür wür­det ihr die StripTubes ger­ne nut­zen wol­len?“

Einsendeschluss ist Freitag, der 9.10.2015, der Rechtsweg ist aus­ge­schlos­sen. Aus den gül­ti­gen Kommentaren lose ich mit­tels random.org einen Gewinner aus, der per Mail benach­rich­tigt wird, die Angabe einer gül­ti­gen Mailadresse ist also not­wen­dig.

Ich drü­cke euch die Daumen!

* Affiliate

Rezension: „Grafik und Gestaltung“ (Neuauflage) von Markus Wäger (mit Verlosung)

Lange habe ich über­legt: Soll ich wirk­li­ch eine Rezension über ein Buch schrei­ben, wel­ches ich vor zwei Jahren schon mal rezen­siert hat­te?

Wie ihr lesen könnt, habe ich mich doch dafür geschrie­ben aus einem ein­fa­chen Grund: Was ich in mei­ner ers­ten Rezension so lob­hu­delnd geschrie­ben habe, ist immer noch gül­tig.

Dazu kommt, dass das Buch „Grafik und Gestaltung“* des Grafikers Markus Wäger jetzt in der zwei­ten kom­plett über­ar­bei­te­ten und erwei­ter­ten Auflage erhält­li­ch ist. Damit ist der Wälzer nicht nur ca. 100 Seiten dicker, son­dern auch ca. 300 Gramm schwe­rer und wiegt jetzt sat­te 2,25 Kilo. Ich habe es für mei­nen schnau­fen­den Briefträger gemes­sen. Dieses Volumen erklärt sich aus dem Ansatz des Untertitels, „Das umfas­sen­de Handbuch“ zum Thema Grafik und Design sein zu wol­len. Doch kei­ne Panik, wer die Druckversion erhält, bekommt das Ebook kos­ten­los dazu, was sich durch die digi­ta­le Suchfunktion noch bes­ser als Nachschlagewerk eig­net.

Grafik-und-Gestaltung-2513_Cover
Auch wenn es ein Fachbuch ist, was einem zum Lernen bringt und auch die Ausbildung zum Mediengestalter gut beglei­ten kann, liest es sich flüs­sig und span­nend. Fotografen sind ja visu­ell anspruchs­voll und das kla­re Layout des Buchs mit vie­len her­vor­ra­gend gewähl­ten Beispielbildern ergänzt den Text des Buchs her­vor­ra­gend und beweist, wie ange­nehm gutes Design sein kann.

Erst woll­te ich im Kapitel „Bild“ begin­nen, weil dort mein beruf­li­cher Schwerpunkt liegt, aber schon beim Überfliegen der Einleitung habe ich mich fest­ge­le­sen, wie ich am Ende des zwei­ten Kapitels fest­stel­len mus­s­te. Ich wie­der­ho­le ger­ne mei­ne Einschätzung der ers­ten Rezension: Für Stockfotografen ist die­ses Buch ein Muss!

Markus Wäger schreibt das Buch aus Kundensicht, weil Grafikdesigner übli­cher­wei­se Stockfotos kau­fen und auch das Buch ist mit mas­sen­haft Fotos von Shutterstock illus­triert, sodass mich zumin­dest beim Lesen ein sehr hei­me­li­ges Gefühl bei den gan­zen bekann­ten Gesichtern über­kam. So kön­nen wir ler­nen, wor­auf Grafiker Wert legen und Rücksicht neh­men müs­sen, was Stockfotografen dann vor­aus­schau­end in ihren Fotos umset­zen kön­nen: An wel­cher Stelle soll­te der Textfreiraum im Foto sein? Wie soll­ten die Models aus­se­hen? Welche Farbpalette soll­te mein Foto abde­cken?

Dazu kommt, dass der rei­ne Fotograf immer mehr in den Hintergrund rückt. Ich selbst mache ja nicht mehr nur Fotos, ich mache auch Videos, 3D-Renderings, Illustrationen, Fotomontagen, Layouts, muss typo­gra­fi­sche Entscheidungen tref­fen und so wei­ter. Um gra­fi­sche Entscheidungen nicht aus dem Bauch her­aus aus­pro­bie­ren zu müs­sen, hilft das Buch „Grafik und Gestaltung“ unge­mein.

Die Verlosung

Markus Wäger und der Verlag Galileo Design waren so freund­li­ch, mir zwei Exemplare des Buchs (mit Ebook) für eine Verlosung zur Verfügung zu stel­len.

Was müsst ihr dafür tun?
Hinterlasst ein­fach einen Kommentar unter die­sem Artikel, in dem ihr den Satz „Ich inter­es­sie­re mich für Grafik und Gestaltung, weil…“ krea­tiv ver­voll­stän­digt.

Die bei­den Teilnehmer mit dem aus mei­ner Sicht bes­ten Grund erhal­ten je ein Buch. Der Teilnahmeschluss ist am 19.10.2014, der Rechtsweg ist aus­ge­schlos­sen. Die bei­den Gewinner wer­den dana­ch per Email von mir benach­rich­tigt.

Viel Glück…

 * Affiliate-Link

Beschleunigung für die Foto-Entwicklung durch PFixer.Lr (Gastartikel)

Heute gibt als Gastartikel für die Technikfreunde und Lightroom-Fans unter euch eine Rezension von Daniel Täger.

PFixer-8

Software in den Händen

Als der Computer Anfang der neun­zi­ger Jahre Einzug in die Musikstudios erhielt, wur­de die Bedienung von Bandmaschinen, Effekten und Soundprozessoren wei­test­ge­hend auf die Maus und auf einen viel zu klei­nen, schlecht auf­ge­lös­ten Bildschirm redu­ziert. Zu Beginn nur als „Fernbedienung“ und MIDI-Sequenzer ein­ge­setzt, über­nahm der Computer mehr und mehr Aufgaben von gro­ßen und teu­ren Geräten im Regieraum. Doch selbst als eini­ge Jahre spä­ter hoch­wer­ti­ge und ernst­haft ein­zu­set­zen­de Plug-Ins und Algorithmen mit Analogsimulationen von Effekten und Soundprozessoren erschie­nen, war die Bedienung oft nicht intui­tiv, da man „ein­hän­dig“ zum einen nicht so schnell, zum ande­ren nur ein­ge­schränkt wie gewohnt arbei­ten konn­te. Viele Eingriffe und Trial&Error-Operationen erfor­dern nun mal den Einsatz von zwei oder sogar mehr Parametern gleich­zei­tig.

Im Audiobereich mit LogicPro (vor dem Kauf von Apple: Emagic Logic) stell­te die Firma Emagic auf der Musikmesse in Frankfurt 2001, revo­lu­tio­när die LogicControl/MackieControl als eine der ers­ten bezahl­ba­ren Hardwarecontroller für digi­ta­le Audio-Workstations (DAW) vor. Plötzlich war es wie­der mög­li­ch, meh­re­re Parameter gleich­zei­tig zu bedie­nen und mit Motorfadern die Software in den Händen zu „füh­len“.

In der Fotografie lief es – zwar eini­ge Jahre spä­ter – doch ganz ähn­li­ch ab. Wer mit der Zeit ging, ersetz­te sei­ne Dunkelkammer durch den Computer und hat­te schließ­li­ch eine Maus in der Hand.

PFixer-4

Zugegeben, ich moch­te das Handling der klas­si­schen Maus noch nie und war aus die­sem Grund schon immer auf der Suche nach der bes­ten Alternative dazu. Wenn Wacom sein Intuos4L* schon 10 Jahre frü­her auf den Markt gebracht hät­te, wäre ich an Trackballs, Touchpads, etc. vor­bei gekom­men.

In dem Stift-Tablet habe ich die bes­te Lösung gefun­den, um den klei­nen schwar­zen Zeiger über den Bildschirm zu fah­ren. Und das aus­nahms­los in jeder Anwendung: Ich besit­ze seit meh­re­ren Jahren kei­ne Maus mehr!

Schaut man sich in der pro­fes­sio­nel­len Broadcast- und Film-Postproduktion um, fin­det man kaum einen Arbeitsplatz, an dem die Maus das Hauptwerkzeug ist.

Am ver­gleich­bars­ten mit der Fotografie ist aus die­sem Bereich das Color-Grading (die Farbkorrektur). Sie ist sozu­sa­gen der Nachfolger des Kopierwerks, in dem nicht nur das Negativ-35mm-Material ent­wi­ckelt wird, son­dern auch der „look“ des Positivfilms gene­riert wird, ganz ähn­li­ch der Dunkelkammer.

Eines der größ­ten Gradingsysteme hat die Firma Blackmagic Design mit dem DaVinci Resolve* am Markt, mit dem digi­ta­les Film-RAW-Material „ent­wi­ckelt“ wird. Aber fes­ter Bestandteil der Software ist das Hardware-ControlSurface, mit dem die Software voll­stän­dig bedient wer­den kann (abge­se­hen von Beschriftungen etc.).

Mit die­sen gan­zen Hintergedanken war mein ers­ter Versuch, um auch Lightroom etwas „grif­fi­ger“ zu machen, ein iPad* zu kau­fen (tat­säch­li­ch war das einer Hauptgründe) und mit der App LRPad zu ver­se­hen. Damit hat man schon einen guten Zugriff auf vie­le Parameter von Lightroom.

Die intui­ti­ve Bedienung und der Geschwindigkeitszuwachs waren jedoch sehr begrenzt: Auch am iPad, wel­ches in die­sem Fall zu einem Touchpad mit Hintergrunddisplay wird, sucht man immer wie­der mit den Augen nach der Position und Lage von Reglern und Knöpfen. Jedes Mal den Blick auf das Tablet abzu­len­ken, um die Belichtung um 0,5 zu erhö­hen, dau­ert am Ende sogar län­ger als mit der Maus auf dem glei­chen Bildschirm.

PFixer-5

Die Lösung: PFixer.Lr

Als die zwei­te Speicherkarte voll war und ich wuss­te, dass ich aus die­sem Urlaub nicht mit weni­ger als 1500 Fotos zurück­kom­men wer­de, habe ich mich noch vor Ort wie­der auf eine Workflow-Optimierungs-Lösung-Suche bege­ben.

Und sie­he da: PFixer.Lr kam auf den Plan!

Die recht neue Software (seit 2013 auf dem Markt) von der klei­nen Softwareschmiede Pusher Labs aus Georgia (USA) konn­te auf den ers­ten Blick alles, was ich gesucht habe: voll­stän­di­ge Kontrolle von Lightroom per Hardware-Controller.

Die Software für OSX (lei­der gibt es momen­tan kei­ne Windows-Version) ist anfäng­li­ch dafür ent­wi­ckelt wor­den, um eige­ne Keyboard-Shortcuts in Lightroom zu defi­nie­ren. Das funk­tio­niert auch sehr gut, wird nur durch die Anschaffung des Controllers fast über­flüs­sig. Grundsätzlich kann die Software jeden MIDI–Control-Befehl in eine Lightroom-Aktion umset­zen, sprich jedes MIDI-fähige Keyboard, Touch-Controller oder Fader-Bank lässt sich in Lightroom ein­bin­den.

Der Pusher Labs-eigene Controller basiert auf einem Behringer BCF-2000*, wel­cher mir aus dem Audiobereich als ers­ter „low-budget“ Controller bekannt ist. Für den BCF-2000 gibt es in der Software als ein­zi­ge Hardware ein vor­de­fi­nier­tes Setup. Pusher Labs ver­treibt im eige­nen Webstore die Software als stand-alone-Version (USD 99,99), den Behringer BCF-2000 mit ange­pass­tem Layout (USD 299,99) und ein Bundle aus bei­dem (USD 369,99).

Im Store fin­det man jedoch recht schnell her­aus, dass Pusher Labs nicht außer­halb der USA ver­sen­det. Für alle non-citizens gibt es die Möglichkeit, die Software per Seriennummer zu kau­fen und sich das ange­pass­te Overlay ein­zeln zu bestel­len (USD 19,99). Mit einem vor­han­de­nen BCF-2000, der Software und dem Overlay bekom­men also auch alle ande­ren einen voll­wer­ti­ges PFixer.Lr-Panel!

PFixer-2

Für die­je­ni­gen, die lie­ber mehr Rotary-Controller und kei­ne Fader haben möch­ten, gibt es auch ein adap­tier­tes Behringer BCR-2000 mit 24 Drehreglern. Allerdings wird dafür kein ein­zeln bestell­ba­res Overlay ange­bo­ten. Laut Hersteller wird beim BCR auch das BCF-Overlay benutzt – mit dem Unterschied, dass die drei Zeilen für die Fader-Beschriftung aus­ein­an­der geschnit­ten und unter die Rotary-Encoder geklebt wer­den.

Da die Markteinführung des Behringer BCF-2000 in Deutschland schon eini­ge Jahre her ist, bekommt man es mitt­ler­wei­le für ca. 200 €.

Ich habe mich also für die DIY-Variante ent­schie­den und die Software sowie das Overlay bestellt. Zurück aus dem Urlaub, war natür­li­ch noch kei­ne Post aus den USA da. Das hat inklu­si­ve Zollabfertigung (!) für einen A4-Pappbriefumschlag gute drei Wochen gedau­ert. Trotzdem war ich am nächs­ten Tag im ört­li­chen Musikfachgeschäft, habe einen Behringer BCF-2000 gekauft und mich ans Basteln gemacht – auf der Homepage von Pusher Labs gibt es ein JPG des Overlays – also Größe anpas­sen, Ausdrucken, Ausschneiden. Das sieht dann am Ende zwar nicht pro­fes­sio­nell aus, aber wenigs­tens konn­te ich schon mal tes­ten.

Mittlerweile ist mein ech­tes Overlay natür­li­ch da. Wie ich befürch­tet habe, bekommt man für die 20 Dollar einen geplot­te­ten Aufkleber. Immerhin ist das recht ordent­li­ch gemacht und auch das Aufkleben gestal­te­te sich mehr als ein­fach!

PFixer-1
Die Installation unter OSX 10.8 (OSX 10.7 bis 10.9 sind unter­stützt!) lief auf mei­nem MacPro (MacPro 4,1, 8-core 2,66GHz, 12GB RAM, Radeon 7950 3GB) und MacBookPro (MBP 5,1, 2,66GHz Core-Duo, 8GB RAM) wie gewohnt pro­blem­los.

PFixer-7
Funktionsbeschreibung / Erfahrungen

Die Software läuft als klei­ne Autostart-App und fin­det sich neben der OSX-Uhr am oberen rech­ten Bildschirmrand. Das GUI ist über­sicht­li­ch und ein­fach gestal­tet, ein­zig die Neuzuweisung von (MIDI-)Parametern könn­te man geschick­ter lösen.

PFixer-6

Nachdem man Lightroom geöff­net hat, merkt PFixer.Lr direkt, dass es etwas zu tun hat und initia­li­siert die Parameter (Bindings). Dieser Vorgang dau­ert ca. 10 Sekunden.

Jetzt kommt die ers­te und ein­zi­ge „Stolperfalle“ des Systems: Befindet man sich im Bibliotheksmodus von Lightroom, pas­siert mit den Motorfadern des BCFs erst ein­mal nichts, die ein­zi­gen funk­ti­ons­tüch­ti­gen Tasten sind „vor­he­ri­ges Foto“ und „nächs­tes Foto“.

Schaltet man in den Entwicklungsmodus von Lightroom (nur dort kom­mu­ni­zie­ren Lightroom und Panel mit­ein­an­der!), hört man zum ers­ten Mal die Motorfader des Controllers. Der syn­chro­ni­siert sich ab dann mehr­mals die Sekunde (in der Software ein­stell­bar) und reagiert auf alles, was man vom Panel an Lightroom schickt und umge­kehrt.

Die Latenz, also die Verzögerung von der Änderung eines Wertes auf der BCF bis zum Reagieren der Regler in Lightroom, ist sehr kurz (eini­ge Millisekunden). Bis sich die Änderung dann auf das Bild aus­wirkt, kommt wie gewohnt auf Bildgröße, CPU und Grafikkarte an. In mei­nem Setup fühlt sich „Ursache-Wirkung“ jedoch sehr direkt an, auch wenn man zwei oder drei Parameter gleich­zei­tig bewegt (ca. 0,2 Sekunden).

Schaltet man zum nächs­ten Foto, aktua­li­siert sich das Panel umge­hend und die Fader und Rotary-Controller sprin­gen auf die aktu­el­le Position. Dadurch, dass Behringer bei dem Preis des Controllers kei­ne Penny+Giles oder ALPS Motorfader ver­baut hat, ist dies jedoch mit einem ordent­li­chen Geräuschpegel zu hören. Ich habe manch­mal auch den Eindruck, dass die Fader an das obere oder unte­re Ende „schla­gen“, weil sie nicht so gen­au wis­sen, wo die Schiene endet. Bei gedrück­ter „Learn“-Taste wäh­rend des Einschaltens des Panels kann man die Fader zwar kali­brie­ren, jedoch brach­te das bei mir nur mini­ma­le Besserung.

Tragisch ist die Lautstärke beim Entwickeln von Fotos nicht, aber bei der Vorstellung, den Controller für sei­ne eigent­li­chen Aufgaben in der Musikproduktion zu ver­wen­den, wür­de mich der „Lärmpegel“ wahr­schein­li­ch ner­ven.

Das 4-stellige LED-Display auf dem Panel ist lei­der unbrauch­bar, da es zwar immer den zuletzt benutz­ten Fader oder Rotary in Zahlen aus­drückt, jedoch lei­der in der MIDI-Value-Norm von „0–127“. Sprich, wenn der Exposure-Fader in der Mitte steht, zeigt das Display einen Wert von „63“.

Das Panel ist in meh­re­ren Ebenen auf­ge­baut, um mög­lichst vie­le Funktionen unter­zu­brin­gen: Die 8 Rotary-Controller sind in 4 Ebenen, umschalt­bar durch 4 Taster rechts, auf­ge­teilt: BASIC, HUE, SAT, LUM/B+W.

Für alle ande­ren Bedienelemente (8 Fader, 16 Tasten) gibt es eben­falls 4 Modi, wobei 4 Taster zum Wechseln der Modi reser­viert sind: BASIC, EDITING, CULLING, PRESETS.

PFixer-11

Beschriftet ist jeder Taster und Fader für BASIC in Weiß, EDITING in Gelb und CULLING hat ein klei­nes Symbol rechts neben dem Taster. Insgesamt kommt man damit dann auf über 200 Lightroom-Funktionen im direk­ten Zugriff.

Rotary-Controller BASIC-Mode:

  • Temperature
  • •Tint
  • •Vibrance
  • •Saturation
  • •Curves (Shadows, Darks, Lights, Highlights)

Wenn man die Rotary-Controller drückt, hat man die Tools WB, AWB und Autowhite im Direktzugriff. Über die ande­ren 5 Taster scrollt Lightroom direkt zu den Adjustments HUE, SAT, LUM, SATURATION, CURVES und B+W um eine opti­sche Kontrolle zu bekom­men.

Für die ande­ren 3 Modi (HUE, SAT, LUM/B+W) gibt es neben den Drehreglern Farbmarkierungen (Rot, Orange, Gelb, Grün, Cyan, Blau, Lila, Magenta). Im Standard-Mapping gibt es kei­nen Zugriff auf das HSL-Toning. Wenn man oft an den HSL-Farben her­um­schiebt, kann sich jedoch leicht über den „Mapping“-Reiter in der PFixer.Lr-Konfiguration z.B. den B+W-Mode ent­spre­chend anpas­sen.

Die Anordnung und Übersichtlichkeit der Funktionsbelegung ist logi­sch und nach kur­zer Zeit „blind“ zu bedie­nen.

Über die 8 Fader erreicht man im BASIC-Mode:

  • Exposure
  • Contrast
  • Blacks
  • Shadows
  • Highlights
  • Whites
  • Clarity
  • Post Vignette

Die Funktion des letz­ten Faders erschien mir im BASIC-Mode zunächst fehl am Platz, jedoch nut­ze ich ihn (nicht nur, weil er da ist) mitt­ler­wei­le sogar sehr ger­ne zu bestimm­ten Gelegenheiten!

Über die Tasten bekommt man Zugriff auf fol­gen­de Funktionen:

  • ESC, ENTER
  • Copy Setting / Paste Setting
  • Crop-Tool
  • Reset Image
  • Lock Image
  • Swap Image
  • Match Exposure
  • Sync Setting
  • Select left / Select right

Die „Select-left/right“-Taster sind beson­ders in Kombination „Match-Exposure“ sehr prak­ti­sch.

Der EDITING-Mode benutzt alle Fader für das Feintuning der „Post-Vignette“ (Midpoint, Roughness, Feather, etc.) und bie­tet über die Taster u.a. Zugriff auf Tools und Funktionen wie SpotTool, GradientTool, AutoMask, VirtualCopy, Edit in PS, Blinkies, Before/After.

Für mich sind in die­sem Modus „Blinkies“ (Über- und Unterbelichtungen) und „Before/After“ (der Vorher-Nachher-Vergleich) am wich­tigs­ten.

Der CULLING-Modus belegt die Taster mit den Shortcuts Bewertung, Flags, Farben und Display-Einblendungen. Die Fader steu­ern die Parameter des Split-Tonings, also jeweils Hue/Sat für Highlights und Shadows und Balance. Die letz­ten 3 Fader sind mit Grain, Grain-Size, und Roughness belegt.

Im PRESET-Mode bekommt man über die Taster Zugriff auf 8 Developement-Presets und 4 Brush-Presets von Lightroom. Leider ist die Zuweisung über die PFixer-Software etwas umständ­li­ch. Es ist nicht mög­li­ch, inner­halb des Workflows ein neu­es Preset auf eine Taste zu legen. Man spei­chert wie gewohnt das Preset in Lightroom ab und muss es anschlie­ßend in der PFixer.Lr-Konfiguration einer Taste zuwei­sen. Und dann muss man raten, denn der vier­te Modus hat kei­ne Beschriftungen auf dem Panel!

Ein wei­te­rer Nachteil ist, dass die Presets, die man über die Taster auf­ru­fen will, im Presets-Fenster sicht­bar und auf­ge­klappt im Hauptfenster sein müs­sen. Ich habe mir mei­ne 8 am häu­figs­ten benutz­ten Presets in den User-Ordner mit einem Nummer-Präfix gelegt (01 – Preset, 02 – Preset, usw.)

PFixer-13

Die 4 eben­so frei beleg­ba­ren Brush-Presets befin­den sich auf die­sen Tasten:

PFixer-10

Unten rechts am Panel befin­den sich MODE-übergreifend UNDO, pre­vious Setting und vorheriges/nächstes Foto, wobei die letz­ten bei­den wahr­schein­li­ch die am stärks­ten fre­quen­tier­ten Tasten sind!

Über die Belegung der Taster und Fader lässt sich im Einzelfall zwar strei­ten, aber grund­sätz­li­ch liegt alles ziem­li­ch logi­sch in den Händen. Ansonsten kann man sich immer noch jeden Parameter auf belie­bi­ge Taster oder Fader legen und muss dann selbst das Overlay neu beschrif­ten. Bisher habe ich mir nur den „Before/After“-Knopf in den BASIC-Modus, also die ober­s­te Ebene, gelegt.

Damit Initialisierung zwi­schen PFixer.Lr und Lightroom funk­tio­niert, muss Lightroom zwin­gend auf Englisch umge­stellt wer­den. Das war für mich erst stö­rend, da man sich ja schon an eini­ge deut­sche Vokabeln (damals auch fremd) gewöhnt hat, aber nach sehr kur­zer Zeit hat man sich dar­an gewöhnt – zumal ich beim Entwickeln nur noch sel­ten auf die Paramater als viel mehr auf das Bild selbst schaue.

Sollte mal eine Funktion nicht kor­rekt arbei­ten, oder man schal­tet das Panel erst nach dem Öffnen vom Lightroom ein, kann man die Initialisierung über das PFixer.Lr-Menü „Reinitialize Bindings“ wie­der­ho­len.

Seit Version 1.2.2 unter­stützt PFixer.Lr auch Trackpad-Gesten. Bei gedrück­ter fn-Taste wird das Trackpad zu 8 (2 Reihen mit jeweils 4) vir­tu­el­len Fadern, die mit 2 Fingern bedient wer­den. Mit nur einem Finger bie­tet das Trackpad 16 vir­tu­el­le Knöpfe (4 Reihen mit jeweils 4). Getestet habe ich die Gestenunterstützung noch nicht, stel­le mir das aber ziem­li­ch unüber­sicht­li­ch und eng vor – es sei denn, man bemalt sein Trackpad mit dem Filzstift!

Hat man wei­te­res MIDI-Equipment am Rechner ange­schlos­sen (z.B. MackieControl, Keyboard, etc.), kom­men gele­gent­li­ch fal­sche Informationen in Lightroom an. Ich schal­te wei­te­re Geräte bei der Benutzung von Lightroom ein­fach aus. Genauso soll­te man anders her­um auch PFixer.Lr deak­ti­vie­ren (geht mit einem Mausklick), wenn man mit der MackieControl* in Logic arbei­tet, da PFixer.Lr auch dort Fehlfunktionen ver­ur­sacht.

Auf der Suche nach einer Bedienungsanleitung wird man von Pusher Labs zwar auf deren Online-FAQ ver­wie­sen, dann jedoch allein gelas­sen. Viel mehr als ein paar Tipps und Troubleshootings fin­det man dort nicht. Natürlich ist die Software und die Bedienung des Panels wei­test­ge­hend selbst­er­klä­rend, aber um die Funktionsweise u.a. der Preset-Verwaltung zu ver­ste­hen, mus­s­te ich schon eini­ge Zeit suchen und her­um­pro­bie­ren.

Vor- und Nachteile

Die Vorteile über­wie­gen auf jeden Fall, wenn man sich mal anschaut, was einem PFixer.Lr an Zeitersparnis und intui­ti­ver Bedienung bringt. Einige Mankos gibt es aber schon:

Plus:

  • 15-tägige Testversion
  • Zeitersparnis
  • frei zu kon­fi­gu­rie­ren
  • über 200 Lightroom-Funktionen im Direktzugriff

Minus:

  • Hoher Preis von 100 Dollar für Software, lohnt sich aber
  • lau­te Motorfader des BCF-2000
  • Lightroom muss auf Englisch betrie­ben wer­den
  • kei­ne ech­te Bedienungsanleitung
  • bis­her nur Unterstützung von Lightroom

Alternativen

Pusher Labs PFixer.Lr ist lei­der nur für den Mac ver­füg­bar und Ankündigungen für eine künf­ti­ge Windows–Adaption gibt es lei­der nicht.

Die Donationware (50 Tage kos­ten­frei) Paddy for Lightroom ist die bis­lang ein­zi­ge (ver­gleich­ba­re) Alternative für das Windows-System. Grundsätzlich kön­nen mit Paddy auch eige­ne Tastaturkürzel und MIDI-Mappings für den Behringer BCF-2000 (und ande­re Hardware-Controller) erstellt wer­den, jedoch fehlt eine Möglichkeit, den BCF in meh­re­ren Modi zu pro­gram­mie­ren. Laut Website sind Lightroom-Versionen bis 4.x unter­stützt.

Knobroom ist eine wei­te­re Lösung für den Mac, bei der die Entwicklung jedoch im Herbst 2012 bei Version 0.2 ste­hen geblie­ben ist. In die­sem Stadium des Plug-Ins ist es auch nur mög­li­ch, ein­zel­ne MIDI-Controller-Daten einem Parameter in Lightroom zuzu­wei­sen.

moti­bo­do ver­treibt mit dem moti­bo­do­Board (395 USD) und dem moti­bo­doS­kin (325 USD) eine tas­ta­tur­ba­sier­te Lösung. Das kom­plet­te Keyboard oder das Silikon-Skin für die bestehen­de Tastatur mit ent­spre­chen­der Software für Lightroom bie­ten vor­de­fi­nier­te Tastaturkürzel für die wich­tigs­ten Funktionen an. Jedoch ist der Preis in mei­nen Augen in kei­ner Weise gerecht­fer­tigt.

Fazit

Wie ein­gangs schon erwähnt, kam ich aus dem Urlaub mit knapp 1500 Bildern zurück, wel­che auch gleich als Teststrecke für PFixer.Lr und das Behringer-Panel her­hal­ten muss­ten. In Rekordzeit waren die Bilder ent­wi­ckelt und das oft auf eine ganz ande­re Weise, als ich es gewohnt war. Wenn man erst ein­mal die Möglichkeit hat, an Belichtung, Highlights und Curves gleich­zei­tig zu schrau­ben und die Wechselwirkung sieht, löst man eini­ge Belichtungsaufgaben auf ande­rem Wege als son­st. Auch mag ich es sehr, die Parameter von Hue und Sat im direk­ten Zugriff zu haben und schnell eine selek­ti­ve Farbkorrektur zu machen.

Sicherlich gibt es an dem System Verbesserungspunkte, aber für knapp 280 € (Software, Overlay, BCF-2000) hat man ein ordent­li­ches Hardware-Control-System für Lightroom.

Mittlerweile steht auch ein Behringer BCR-2000 auf mei­nem Schreibtisch. Dafür habe ich ein eige­nes Overlay gebas­telt und habe direk­ten Zugriff auf SAT, LUM und HUE ohne zwi­schen den Modi zu wech­seln.

Wünschenswert wäre es, wenn in Folgeversionen von PFixer.Lr noch die Unterstützung für wei­te­re Programme (Photoshop, CaptureOne Pro und ACR) ein­ge­baut wür­de.

…und mein iPad hat mitt­ler­wei­le sei­ne Berechtigung für ande­re Aufgaben.

* Affiliate

Neue Funktionen bei Microstock-Analyse-Tool Stockperformer

Vor ca. zwei­ein­halb Jahren habe ich in die­sem Blogartikel das neue Microstock-Analyse-Tool Stockperformer vor­ge­stellt. Seitdem nut­ze ich das Tool ohne Übertreibung täg­li­ch und es ist so einem wich­ti­gen Werkzeug in mei­ner täg­li­chen Arbeit gewor­den.

Stockperformer erlaubt mitt­ler­wei­le die Auswertung von Verkäufen von neun (!) Bildagenturen: iSto­ck, Shutterstock, Fotolia, Dreamstime, 123rf, Pond5, Depositphotos, Stocksy, Getty Images, sowie das Partnerprogramm und die Getty-Verkäufe über iSto­ck.

Neben den Verkaufszahlen zu ein­zel­nen Bildern gibt es eine monat­li­che Gesamtauswertung, die Anzeige der Bestseller in wähl­ba­ren Zeiträumen bei den ein­zel­nen Agenturen, eine Collection-Verwaltung, mit der der Umsatz und die Verkäufe ein­zel­ner Bildserien zusam­men­ge­fasst ana­ly­siert wer­den kön­nen und vie­les mehr.

In den über zwei Jahren haben Luis und Oliver flei­ßig dar­an gear­bei­tet, neue Funktionen ein­zu­bau­en. So gibt es jetzt bei­spiels­wei­se eine Prognose der monat­li­chen Umsätze, mit der man schon Mitte des Monats abschät­zen kann, wie sich die Verkäufe bis zum Monatsende ent­wi­ckeln wer­den, ent­we­der für alle Agenturen gesamt oder die ein­zel­nen Agenturen:

stockperformer-screenshot-1

Dazu gibt es eine detail­lier­te Verkaufsaufschlüsselung, wel­che die Verkäufe und Umsätze nach Medientyp (Bilder, Videos, Vektoren, …), run­ter­ge­la­de­ner Bildgröße, Credits vs. Abo, Upload-Jahr etc. aus­wer­tet:

stockperformer-screenshot-2

Am häu­figs­ten nut­ze ich Stockperformer aber, um gen­au zu sehen, wie viel Umsatz ich bei den ver­schie­de­nen Agenturen mit einem Shooting gesamt gemacht habe. Dafür las­sen sich bequem dich Kollektionen, Lightboxen oder Collections von Fotolia, Shutterstock, 123rf und Dreamstime mit einem Klick impor­tie­ren, wenn die­se bei den Agenturen ange­legt wur­den. Die Bilder kön­nen aber auch bei Stockperformer mit dem „Collection Manager„selbst zu Serien zusam­men­ge­fügt wer­den. So sieht das unge­fähr aus, unten folgt dann die Auflistung der dazu­ge­hö­ri­gen Thumbnails, die nach Datum, Medientyp, Umsatz, Verkäufen oder RPD (Revenue per Download) sor­tiert wer­den kön­nen:

stockperformer-screenshot-3
Ganz neu ist die Funktion der „Supplier Accounts“: Die ermög­licht Nutzern, eine oder meh­re­re Collections mit einer ande­ren Person zu sein. Das kön­nen zum Beispiel Models, Visagisten, Location-Eigentümer, Assistenten, Verschlagworter, Grafikdesigner oder ande­re Mitarbeiter einer Fotosession sein. Vor allem, wenn Personen antei­lig am Umsatz der Fotosession betei­ligt wer­den sol­len, sind die Supplier Accounts eine sinn­vol­le Lösung, damit meh­re­re Leute die glei­chen Daten sehen kön­nen und die Abrechnung trans­pa­rent geschieht. Für die Fotografen kos­tet zum Beispiel ein sol­cher zusätz­li­cher Account 24 Euro im Monat. Die ande­re Person erhält dann Zugangsdaten zu Stockperformer und sieht dann im Nutzerbereich nur die Daten der Collections, wel­che der Fotograf dafür frei­ge­schal­tet hat.

Mit die­sen Funktionen ist Stockperformer ein „Must-Have“ für alle, die haupt­be­ruf­li­ch bei den genann­ten Bildagenturen Fotos ver­kau­fen. Und auch wer das neben­be­ruf­li­ch macht und – sagen wir – mehr als 400 Euro monat­li­ch damit ver­dient, soll­te sich Stockperformer gen­au anschau­en.

Mich wür­de inter­es­sie­ren: Welche Agenturen soll­ten eben­falls von Stockperformer aus­ge­wer­tet wer­den?