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Stockfotografie-News 2013-12-27

Zum letzten Mal in diesem Jahr kommt die Nachrichtensammlung, wie immer spannend und abwechslungsreich:

  • Getty Images hat diese Vereinbarung mit Pinterest geschlossen, wonach Getty bezahlt werden soll. Das wurde auch Zeit und ich hatte sowas in der Art ja schon vor einer Weile angeregt. Ernüchternd ist jedoch, was genau bezahlt wird: Es geht nicht um die Darstellung der Fotos, wie man erst vermuten würde, sondern Getty bekommt Geld, um Pinterest die Metadaten für Bilder zu liefern. Viele soziale Netzwerke, aus denen sich Pinterest-Nutzer ohne Sorgen um die Nutzungsrechte bedienen, löschen die Metadaten beim Bild-Upload. Bildersammlungen sind aber nur so viel wert wie die Informationen dazu, weshalb Pinterest nun für diese bezahlen will. Ein Interview mit einem Getty-Manager über die Hintergründe des Deals findet ihr hier. Ein ausführlicherer Artikel dazu kommt in paar Tagen auch hier im Blog.
  • Eine weitere Kooperation hat Getty Images mit dem Kalenderverlag Calvendo geschlossen: Das ist ein Verlag, der es Privatleuten ermöglicht, selbst Kalender zusammenzustellen und diese werden dann nach einer Prüfung über Online-Shops, Buchläden und andere Vertriebswege verkauft. Wer jetzt zum Beispiel einen Flensburg-Kalender zusammenstellen will, aber nur 10 passende Fotos hat, kann jetzt die restlichen passenden Bilder aus der Bibliothek von Getty Images suchen. An diesen Bildern verdient dann aber nur Getty und Calvendo, nicht der Fotograf. Über das Thema wird auch hier im Stockfotografie-Forum diskutiert.
  • Getty Images zum dritten: Ein Gericht hat einem Fotojournalisten aus Haiti 1,22 Millionen US-Dollar Schadensersatz zugesprochen, weil die Bildagentur AFP und deren Verteiler Getty Images ein Foto von Twitter genommen hatte, ohne die Rechte daran zu klären.
  • Shutterstock hat jetzt auch eine Android-App, mit der Bildnutzer mobil nach Bildmaterial suchen können.
  • Alamy hatte vor paar Wochen das Auszahlungslimit von 100 auf 75 Us-Dollar gesenkt, gleichzeitig aber Gebühren für die Auszahlung eingeführt. Nach Protesten der Fotografen verzichtet Alamy jedoch jetzt auf die Gebühren.
  • iStock verschärft die Regeln für Aufnahmen von Privathäusern, die von öffentlichem Gelände aus gemacht wurden. Dafür ist ab sofort auch ein Property Release nötig. Mehr Informationen mit Bildbeispielen gibt es hier.
  • Im Gegenzug lockert Shutterstock die Regeln für redaktionelle Fotos: Jetzt sind dort nicht nur tagesaktuelle Fotos erlaubt, sondern auch redaktionelle Fotos mit Symbolcharakter. Ausführliche Beispiele findet ihr hier.
  • Die Foto-Sharing-App EyeEm hat von Investoren sechs Millionen Us-Dollar eingeworben und verkauft jetzt  auch Bilder.
  • Stocksy ist die erste Bildagentur, die ein „responsive design“ anbietet, also ein Seitenlayout, was sich automatisch an die Bildschirme von Smartphones, Tablets und Desktop-Computern anpasst. Sieht gut aus.
  • Pond5 bietet neben Full-HD und 4K-Videos nun auch Videos im Redcode RAW-Format (r3d), also die Rohdaten der RED-Kameras. Außerdem werden nun auch Vektor-Grafiken und PSD-Dateien akzeptiert.
  • Nach iStock, 123rf und Fotolia startet jetzt auch die Macrostock-Agentur Westend61 mit der „Smart Collection“ eine Smartphone-Kollektion, mit dem Ziel, ab 2014 vermehrt direkt verkaufen zu können.
  • Die Rating-Agentur Moody’s gab bekannt, dass die Bildagentur Fotolia von Juli 2012 bis Juni 2013 ca. 90 Millionen US-Dollar Einnahmen hatte. Zum Vergleich: Die Bildagentur Shutterstock hatte im gleichen Zeitraum ca. 199 Millionen US-Dollar Einnahmen.
  • Die Firma Profoto revolutioniert den Studioblitz: Der neue Profoto B1 mit 500W Leistung und Akku soll TTL können und wiegt nur 3 Kilo. Stefan Groenveld gerät hier ins Schwärmen.
  • Vor paar Jahren hätte ich sowas für komplett unmöglich gehalten, mittlerweile kann ich mir gut vorstellen, dass die Technik bald funktionieren könnte: 3-Sweep erstellt aus Foto-Objekten 3D-Versionen, die dann neu im Bild gedreht oder platziert werden können (via Bildbeschaffer).
  • Noch ein kleines Spielchen zum Schluss? Wer schafft es, diese vier Farbreihen korrekt zu sortieren? Kleiner Tipp: Mit einem kalibrierten Monitor fällt es deutlich leichter.

 Habt ihr noch News, die ich übersehen habe? Dann rein in die Kommentare damit.

Die perfekte Bildagentur – Teil 3: Model Releases und Property Releases verwalten

Auf der Suche nach der „perfekten Bildagentur„will ich Schritt für Schritt analysieren, was dazu gehört, um für Fotografen und Bildkäufer attraktiv zu sein. In der letzten Folge ging es um das Hochladen der Bilder. Das geht per FTP meist relativ einfach. Schwieriger wird es dann, wenn der Fotograf die zu den Bildern gehörenden Modelverträge und Eigentumsfreigaben hochladen und hinzufügen soll. Im Sprachgebrauch wird das Wort Modelvertrag mit MR (für „model release“) abgekürzt und die Eigentumsfreigabe mit PR (für „property release“).

Wer schon mal Gruppenfotos mit jeweils unterschiedlichen Personen hochgeladen hat, weiß, wie viel verschiedene Systeme es gibt, die alle unterschiedlich komfortabel sind.

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Methoden bei Bildagenturen, Model Releases und Property Releases zu verwalten.

  1. Auf den Fotografen verlassen
    Viele Macrostock-Agenturen verlassen sich darauf, dass der Fotograf im Besitz aller notwendigen Rechte ist, um ein Bild lizenzfrei zu verkaufen. Dieses Vertrauen nimmt aber mittlerweile ab, weil durch die weltweite Verteilung von Fotos eine Vertrauensbasis als Geschäftsgrundlage nicht ausreicht und Partneragenturen irgendwann vielleicht doch die zum Foto gehörenden Verträge sehen wollen.
  2. Agenturen verlangen Minimalangaben
    Mit Minimalangaben meine ich entweder, dass der Fotograf zu jedem Foto nur ein Häkchen beim Feld „Alle notwendigen Model- und Property-Verträge vorhanden“ setzen muss. So machen es zum Beispiel Adpic, Pitopia, Clipcanvas oder die Bildmaschine.

    MR/PR-Verwaltung bei Adpic
    MR/PR-Verwaltung bei Adpic
    MR/PR-Verwaltung bei Bildmaschine
    MR/PR-Verwaltung bei Bildmaschine
    MR/PR-Verwaltung bei Pitopia
    MR/PR-Verwaltung bei Pitopia

    Üblicher ist mittlerweile aber eine gestaffelte Angabe, wie sie beispielsweise ImagePoint oder Zoonar verlangen. Da stehen die folgenden Optionen zur Auswahl: „keine Angabe“ (meist standardmäßig aktiviert), „Model-Release vorhanden“, „Model-Release nicht vorhanden“ oder „Model-Release nicht benötigt“. Das gleiche muss auch für das Feld „Property Release“ ausgewählt werden.

    MR/PR-Verwaltung bei ImagePoint
    MR/PR-Verwaltung bei ImagePoint

    MR/PR-Verwaltung bei Zoonar
    MR/PR-Verwaltung bei Zoonar
  3. Agenturen verlangen Upload der Verträge
    Vor allem im Microstock-Bereich hat sich durchgesetzt, dass die Fotografen die kompletten Model- und Property-Releases zusammen mit den betreffenden Fotos hochladen und per Hand zuordnen müssen. Hier gibt es am meisten Varianten, wie das zu bewerkstelligen ist, aber fast alle sind – gelinde gesagt – ein Krampf. Doch dazu später mehr. Agenturen, welche dieses Modell nutzen, sind zum Beispiel Fotolia, istockphoto, Clipdealer, Bildunion, Bigstock, 123rf, Revostock, Pond5 und Digitalstock.

    MR/PR-Verwaltung von Fotolia
    MR/PR-Verwaltung bei Fotolia
    MR/PR-Verwaltung bei Bildunion
    MR/PR-Verwaltung bei Bildunion

    MR/PR-Verwaltung bei Digitalstock
    MR/PR-Verwaltung bei Digitalstock
  4. Agenturen verlangen Upload der Verträge und Zusatzangaben
    Einige Bildagenturen verlangen zusätzlich zum Hochladen der Verträge – nur manchmal freiwillig – zusätzliche Angaben zu Alter, Ethnie und Geschlecht des Models. Diesen Weg gehen beispielsweise Dreamstime, Shutterstock, Panthermedia, Veer, Shotshop.

    MR/PR-Verwaltung bei Shutterstock
    MR/PR-Verwaltung bei Shutterstock
    MR/PR-Verwaltung bei Dreamstime
    MR/PR-Verwaltung bei Dreamstime
    MR/PR-Verwaltung bei Shotshop
    MR/PR-Verwaltung bei Shotshop

    MR/PR-Verwaltung bei Veer
    MR/PR-Verwaltung bei Veer

Wie ihr schon an der Größe der Screenshots erkennen könnt, wird es umso komplizierter, je mehr Informationen eine Agentur verlangt. Die ersten beiden Varianten sind relativ schnell vom Fotografen ausgefüllt, meist wird auch eine gute Batch-Funktion angeboten. Das Hochladen der Verträge ist für Bildagenturen zwar sicherer, aber hier fängt der Ärger an.

Formate und Sprachen der Modelverträge

Damit die Verträge weltweit gültig sind, bevorzugen Bildagenturen Verträge in englisch. Deutsche Bildagenturen akzeptieren zwar auch deutsche Verträge, aber ich rate davon ab, weil nur englische Verträge langfristig die nötige Substanz haben. Darüber hinaus jetzt jede Bildagentur ihre Eigenheiten, was im Vertrag stehen muss. Einige verlangen die Unterschrift eines Zeugen, andere wollen keinen Gerichtsstand im Vertrag sehen oder fordern eine Beschreibung der fotografierten Motive. Mein Model-Vertrag in englisch erfüllt alle diese Anforderungen und wird von allen Bildagenturen akzeptiert. In meinem Buch „Stockfotografie„* findet ihr auch meine englische Eigentumsfreigabe sowie einen Modelvertrag für Minderjährige (beides in englisch) sowie die deutschen Übersetzungen.

Als Format hat sich ein Scan der Verträge als JPG durchgesetzt, einige wenige Agenturen akzeptieren auch PDF als Dateiformat. Die Verträge sollen einzeln für jedes Model hochgeladen werden. Einzige nervige Ausnahme ist wieder istockphoto, die verlangen, dass nur eine Modeldatei pro Foto hochgeladen wird. Das heißt in der Praxis, dass ich bei einem Gruppenfoto mit fünf Personen fünf JPGs aneinander kopieren müsste, damit istock ein Foto akzeptiert. Und das für jede neue Personenzusammensetzung von neuem. Glücklicherweise gibt es als Upload-Hilfe das kostenlose Programm DeepMeta, welche diese unsinnige Arbeit übernimmt.

Die Zwickmühle bei zusätzlichen Model-Angaben

Ganz schwierig wird es bei der letzten Variante. Der Vorteil für die Agenturen ist, dass mit Angabe des Geschlechts, des Alters und der Ethnie der Models sehr vielfältige Such- und Filterfunktionen möglich sind, welche Bildkäufern ganz gezielte Suchen ermöglichen und damit hoffentlich zu mehr Käufen führen. Nachteilig ist es für die Fotografen zum einen, weil die Bearbeitung länger dauert. Außerdem nutzen viele Bildagenturen den Modelvertrag als Kriterium für die Funktion „Mehr Bilder vom gleichen Model„. Fotografen sind deshalb bestrebt, möglichst nur einen Modelvertrag pro Model zu nutzen, auch wenn die Bilder aus verschiedenen Shootings stammen. Spätestens, wenn das Model – auch auf den Fotos – älter wird und es nicht mehr in die starren Alterskategorien passt, müsste der Fotograf einen neuen aktuellen Vertrag hochladen, um das Altersfilter richtig auszufüllen. Vor allem bei Kindermodels kann das schnell vorkommen, wenn das Schema der Agentur als Auswahlmöglichkeit z.B. „1 Jahr, 2 Jahre, 3-5 Jahre, 6-10 Jahre vorsieht“. Das führt jedoch dazu, dass die neuen Bilder nicht mehr in der Serie „Mehr Bilder des gleichen Models“ erscheinen und Bildkäufer, die darin stöbern, diese vielleicht übersehen. Eine unlösbare Zwickmühle. Einzig Panthermedia hat dafür eine Notlösung, bei der das Alter bei einigen Fotos per Hand nachgetragen werden kann. Nicht bequem, aber immerhin möglich.

Die Trennung von MR und PR

Es gibt technisch gesehen keinen Grund, warum ein Modelvertrag anders behandelt werden sollte als eine Eigentumsfreigabe. Deswegen trennen einige Agenturen wie Fotolia, Bildunion oder Digitalstock auch nicht. Das kann jedoch zu einem Problem werden, wenn der Fotograf nicht mitdenkt und die Dateien beim Hochladen unzureichend kennzeichnet. Dann verschwinden die Verträge schnell in der Masse der vielen Modelverträge (die meisten Fotografen haben deutlich mehr MRs als PRs) und sind beim Zuordnen schwer zu finden. Sinnvoller ist es deswegen meist, MR und PR zu trennen. Der Nachteil für Fotografen ist, dass er bei der Auswahl vieler Verträge (zum Beispiel für ein Gruppenfoto im Büro) nur die Personen gesammelt auswählen kann und danach noch zusätzlich den PR markieren muss. Das klingt erst mal nach paar Sekunden Mehraufwand, die sich jedoch bei einer Bilderserie mit 100 Bildern schnell zu vielen Minuten addieren können.

Filter- und Sortierfunktionen für MR und PR sind notwendig

An den Screenshots oben seht ihr, dass ich hunderte Verträge bei den verschiedenen Agenturen im System habe. Dann macht sich bemerkbar, welche Agenturen mitgedacht haben und dem Fotografen die Auswahl der zum Bild gehörenden Verträge erleichtern. Erstaunlich, aber wahr: Es denken nur wenige Agenturen mit. Sehr lobenswert ist das System von Shutterstock, bei dem ich im Vorfeld markieren kann, welche Verträge sichtbar sein sollen und welche ich gerade nicht brauche. Eine ähnliche Filterfunktion hat auch Panthermedia in ihrem neuen Upload-System auf meinen Vorschlag hin eingebaut. Ganz nett bei Veer ist immerhin, dass die zuletzt hochgeladenen Verträge in einem eigenen Tab angezeigt werden, was für Fotos mit bisher nicht fotografierten Models eine Zeitersparnis ist.

Die meisten Bildagenturen sortieren die Verträge standardmäßig entweder nach Upload-Datum oder nach Dateinamen. Nur ganz wenige erlauben eine Veränderung der Sortierung. Dazu gehört Dreamstime. Blöd nur, dass diese Sortierung nicht dauerhauft gespeichert werden kann und bei jedem neuen Upload wieder in die Ausgangsstellung springt. Der Vorteil einer Sortierung nach Datum: Gruppenfotos des gleichen Shootings können schneller zugeordnet werden. Der Nachteil ist jedoch, wenn die gleichen Models oder Gruppen (denken wir an Familien) über einen längeren Zeitraum mehrmals fotografiert werden. Hier hilft die Sortierung nach Modelname. Bei Familien aber auch nur dann, wenn nach Nachname sortiert wird. Deswegen vergebe ich die Release-Namen etwas freier und stelle bei Gruppenshootings ein Kürzel vorne an wie: „Labor Hans Mueller“, „Labor Meike Schmidt“, „Labor Fritz Schultze“. Bei einer alphabetischen Sortierung würden die drei Verträge dann untereinander erscheinen.

Wer als Bildagentur eine bequeme Vertragsverwaltung für Fotografen umsetzen will, sollte deshalb mindestens die Sortierung nach Datum, Dateinamen und Modelnamen erlauben und diese Sortierung muss dauerhaft gespeichert werden können. Außerdem ist eine Filterfunktion sehr praktisch, mit der Fotografen sich nur bestimmte Verträge, die gerade benötigt werden, anzeigen lassen können. Wer mehr als eine Handvoll Verträge hat und auf der Suche nach einem bestimmten bei Bigstock ist, verzweifelt schnell. Die Agentur zeigt nur fünf Verträge pro Seite an und erlaubt es nicht, etwa 20 oder 50 Verträge auf einmal pro Seite anzeigen zu lassen. Nervig!

Zur Überprüfung der korrekten Vertragszuordnung ist es sehr hilfreich, wenn der Fotograf sich zu jedem Vertrag anzeigen lassen kann, welche Fotos mit ihm verknüpft sind und andersrum die Anzeige zu jedem Foto, welche Verträge dazugehören. Auf der Hand liegt eigentlich auch, dass der Fotograf sich bequem den jeweiligen Vertrag anzeigen lassen kann, um zu sehen, was genau drin steht.

Bitte, Agenturen, gebt uns Batch-Funktionen!

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Shutterstock, Bigstock, 123rf, Veer, Panthermedia, Zoonar, Bildmaschine, Adpic und Pitopia. Das sind die einzigen Bildagenturen (die ich beliefere), die eine ordentliche Batch-Funktion anbieten, mit der ich mehreren Bildern gleichzeitig mehrere Verträge bzw. den richtigen Vertragsstatus (siehe Methode 2) zuweisen kann. Dreamstime erlaubt immerhin, die Verträge von zuletzt bearbeiteten Bildern einem neuen Foto zuzuweisen.

Schaut euch jedoch mal den Screenshot von Fotolia an, da muss ich bei jedem einzelnen Bild jede Person einzeln anklicken. Ein Alptraum bei den lukrativen Gruppenfotos. Immerhin gibt es hier eine externe Lösung von Picniche namens ImageDeck (leider nur als nicht mehr unterstützte Beta), welche die Arbeit etwas erleichtert.

Aber es geht noch schlimmer. Um den Preis für die nervigste MR/PR-Verwaltung streiten sich Digitalstock und Shotshop. Bei Digitalstock ist es doch tatsächlich nicht möglich, im Rahmen der üblichen Eingaben wie Kategorie, Suchbegriffe etc. auch gleich die Model-Verträge mit auswählen zu können. Nein, das ist erst danach möglich und in einem separaten Fenster, was ich für jedes einzelne Bild öffnen muss. Shotshop hingegen trennt nicht nur die PRs von den MRs, sondern auch züchtig die Männer von den Frauen. Bei einem Gruppenfoto eines gemischten Teams im Büro muss ich demnach erst alle Frauen in einer Liste anklicken, dann auf „übernehmen“ klicken, dann auf die Liste der Männer klicken, dort die entsprechenden Personen markieren, wieder auf „übernehmen“ drücken, danach die PR-Liste auswählen, den passenden PR markieren und nochmals auf „übernehmen“. Das macht bei fünf Personen elf Klicks, wo anderen Agenturen zwei reichen. Pro Bild!

Die Zukunft: Weiterdenken

Ihr merkt, dass die Vertragsverwaltung ein nervenaufreibender Prozess ist. Dabei gibt es heute schon die technischen Voraussetzungen für Lösungen ohne diesen Ärger. Bild hochladen und die Zuordnung erfolgt automatisch. Ja. Im neuen PLUS Metadaten-Standard ist es vorgesehen, dass Fotografen auch die Vertragsverwaltung als Metadaten schreiben können. Heute schon können Fotografen mit Photoshop CS5, Adobe Bridge oder Lightroom 3 für jedes Foto angeben, welche Modelverträge dazugehören. Das sieht dann so aus:

MR/PR-Zuordnung nach dem PLUS-Standard mit Adobe Photoshop
MR/PR-Zuordnung nach dem PLUS-Standard mit Adobe Photoshop CS5

Leider gibt es bis jetzt keine einzige Bildagentur, die diese Information auslesen kann. Ich wette, wenn Fotolia, istock oder Shutterstock das unterstützen würden, gäbe es genug Fotografen, die das mit Freuden in ihren Workflow integrieren würden. Ich wäre einer von ihnen.

Ein anderer interessanter Ansatz wäre das Gruppieren von Verträgen, die dann mit einem Klick einer Fotoserie zugeordnet werden könnten. Ebenfalls ideal für Gruppenfotos, bei denen die Vertragsverwaltung besonders umständlich ist. Fotolia erlaubt ja schon jetzt die Sortierung von Verträgen in Unterordner, ist aber noch nicht darauf gekommen, diese Ordner im Drop-Down-Menü bei der Release-Zuordnung anzuzeigen.

Mit der Weiterentwicklung der automatischen Gesichtserkennung, die Facebook schon teilweise nutzt, könnten auch Bildagenturen in Zukunft mir gleich die passenden Verträge für jedes Foto vorschlagen. Aber ach, jetzt träume ich…

Fassen wir kurz die Punkte zusammen, die eine perfekte Bildagentur erfüllen sollte:

  • möglichst einfach Zuordnung von MR und PR
  • permanente Sortiermöglichkeiten für MR/PR nach Datum, Dateiname, Modelname
  • Filterfunktion, die nur tatsächlich benötigte Verträge anzeigt
  • Anzeige der mit einem Vertrag verknüpften Fotos
  • Anzeige der mit einem Foto verknüpften Verträge
  • Einfach Anzeige der Verträge selbst für den Fotografen
  • Möglichkeit, mehrere Fotos gleichzeitig mit mehreren Verträgen zu verknüpfen
  • Bonus: Automatisches Auslesen von MR/PR-Informationen aus den Bild-Metadaten

Bei welchen Agenturen könnt ihr am bequemsten MR und PR zuweisen? Welche Funktionen findet ihr am praktischsten und welche vermisst ihr am meisten?

* Affiliate-Link

Vorteile und Nachteile einer Modelvertrag-Tabelle

Je größer das eigene Stockfoto-Portfolio wird, desto schwieriger wird es, den Überblick zu behalten. Oder im Umkehrschluss: Desto wichtiger ist es, Ordnung und Struktur in den eigenen Datenbestand zu bringen. Ein Mittel, was dabei helfen kann, ist eine „Modelvertrag-Tabelle„.

Lee Torrens hat diese Art der Tabelle vor einem halben Jahr als „Release Matching Spreadsheet“ in seinem Blog vorgestellt und nachdem ich sie erstellt hatte, hat sie mir schon zwei Mal viel Arbeit erspart.

Was ist eine Modelvertrag-Tabelle?

In einer Modelvertrag-Tabelle werden alle Bilder eines Fotografen aufgelistet und welche Modelverträge und Eigentumsfreigaben zu den jeweiligen Fotos gehören. Diese Tabelle wird genutzt, um den Bildbestand eines Fotografen schneller und automatisiert zu Bildagenturen zu liefern.

Die Vorteile einer solchen Tabelle

Wer für sein gesamtes Portfolio eine Modelvertrag-Tabelle hat, kann sich das Zuordnen von Modelverträgen und Eigentumsfreigaben für jedes einzelne Foto per Hand sparen, wenn er seine Bilder bei Agenturen hochlädt. Das geht leider momentan noch nicht bei den meisten Microstock-Bildagenturen, aber beim Hochladen zu weiteren Bildagenturen wird die Tabelle hilfreich. Vor allem Macrostock-Agenturen sind es gewohnt, diese Daten als Excel-Tabelle zu erhalten.

Auch für Verhandlungen mit neuen Bildagenturen kann es ein großer Pluspunkt sein, diese Tabelle zu haben. Wenn Agenturen wissen, dass sie diese Daten automatisiert für alle Bilder übernehmen können, stärkt das die Verhandlungsmacht des Fotografen und er kann in anderen Bereich mehr herausschlagen. Tipps für erfolgreiche Verhandlungen mit Bildagenturen gibt es hier bald in einem eigenen Artikel.

Ein weiterer Vorteil ist die Übersicht, die der Fotograf mit seiner Modelvertrag-Tabelle behält. Ich habe zum Beispiel mittlerweile über 200 verschiedene Models fotografiert. Einige davon kenne ich auch privat oder habe sie so oft fotografiert, dass ich mir deren Namen problemlos merken kann. Aber es kam schon vor, dass ich bei einem Gruppenfoto wissen musste, wer die abgebildeten Personen sind. Früher musste ich mir die eingescannten Model Releases im Ordner chronologisch sortiert anzeigen lassen und suchen, damit ich den Namen finde. Heute gebe ich einfach den Dateinamen in die Suchfunktion meiner Modelvertrag-Tabelle ein und ich werde zur Zeile geführt, in der die dazugehörigen Verträge stehen.

Viele Profi-Fotografen wie Andres Rodriguez, Yuri Arcurs, Mark Butler oder Ron Chapple nutzen so eine Tabelle, um ihr Portofolio breiter streuen zu können.

Der Nachteil einer Modelvertrag-Tabelle

Der Aufbau einer solchen Tabelle bedeutet etwas Arbeit, vor allem, wenn man schon einige tausend Bilder angesammelt hat, die nachträglich zugeordnet werden müssen. Außerdem bedeutet es doppelte Arbeit bei neuen Shootings, weil einerseits die Bilder in der Excel-Tabelle erfasst und trotzdem manuell bei den meisten Microstock-Agenturen mit MR und PR versehen werden müssen.

Den Lohn für eine solche Tabelle erhalten Fotografen vor allem dann, wenn sie dabei sind, ihren gesamten Bildbestand an neue oder weitere Bildagenturen zu liefern. Fast immer ist ein Teil der Forderung bei den Verhandlungen, dass das Portfolio so automatisiert wie möglich ins Agentur-Archiv übernommen wird. Idealerweise liefert der Fotograf nur eine externe Festplatte mit den Fotos, den Verträgen in einem eigenen Ordner und der Modelvertrag-Tabelle. Um den Rest kümmert sich die Agentur. Das Risiko, viel Zeit beim manuellen Hochladen zu neuen Agenturen zu verschwenden, die sich vielleicht als nicht lukrativ erweisen, wird so minimiert.

Wie muss eine Modelvertrag-Tabelle aussehen?

Wenn ihr euch entschieden habt, auch so eine Tabelle anzulegen, gibt es nur einige Grundregeln zu beachten.

In die erste Spalte der Tabelle kommt immer der Name des Fotos und in die danach folgenden Spalten jeweils die Modelverträge und Eigentumsfreigaben, die zu diesem Foto gehören. Das Ganze sieht dann beispielsweise so aus:


Die Farben in der ersten Spalte sind nur intern zur Auswertung für mich.

Ganz wichtig ist, dass die Tabelle maschinenlesbar sein muss. Das heißt, das wirklich jedes Foto, welches einen Vertrag benötigt, auch in der Tabelle einzeln aufgeführt wird. Abkürzungen wie „Alle Fotos im Ordner X benötigen Vertrag Y“ funktionieren nicht. Fotos, welche keine Verträge benötigen, wie beispielsweise Obst-Freisteller oder Landschaftsaufnahmen, können, müssen aber nicht aufgeführt werden.

Die Tabelle kann mittels einer Tabellenkalkulationssoftware leicht in viele verschiedene Formate exportiert werden, aber als Standard nehmen Bildagenturen am liebsten das CSV-Format.

Sinnvoll ist es, das gesamte Portofolio in einer Tabelle abzudecken. Es wäre zwar möglich, verschiedene Tabellen für unterschiedliche Motive anzulegen, solange sie vom Format her 100% identisch sind, aber mir ist noch kein Grund eingefallen, was das für Vorteile hätte.

Nutzt ihr schon so eine Tabelle? Oder wie behaltet ihr die die Zuordnung Eurer Modelverträge?

Frag den Fotograf: Wie gehst Du mit Designschutz um?

Dieses ganze rechtliche Drumherum ist bei Stockfotos oft schwierig und kompliziert. Deswegen habe ich auch zu diesem Thema wieder folgende Frage von Denis erhalten:

„Aber wie gehst du sonst mit Requisiten um?

Habe ich das in deinem Buch richtig verstanden, dass du dir für jede Requisite eine Genehmigung holst (Property Release)? Auch für die Kleidungsstücke, wie gehst du damit um?

Reicht es einfach das Logo zu entfernen? Z.B. in deinem Buch, das Bild 18.3. S.202: Hast du dir für die Laptops und die Kleidungsstücke ein PR vom Hersteller geholt, oder einfach die Logos retuschiert? Ich meine, rein Theoretisch würde ja ein Hersteller, eines Hemdes oder Anzugs, sein Produkt immer wieder erkennen. Aber für jedes Kleidungsstück, auf dem kein Logo zu erkennen ist und es nicht grad von „Prada“ ist, ein PR zu holen, wäre doch ein Bärenaufwand…..

Habe Berichte von Stockfotografen gelesen, die sich selbst Geschirr extra töpfern lassen um keinen Designschutz zu verletzen.

Bitte Korrigiere mich, wenn ich das mit den Designschutz falsch verstehe.

Oder mache ich mir in den Bereich zu viele Sorgen? Bin ein wenig verwirrt, bezüglich der vielen unterschiedlichen Meinungen in den Foren.“

Wie heißt es doch: Frage zwei Stockfotografen in einem Forum und erhalte drei verschiedene Antworten. Wundert mich nicht.

Aber auch ich muss meiner Antwort vorausschicken, dass meine Informationen rechtlich ohne Gewähr sind und ich keine Haftung übernehmen kann, sollte ich daneben liegen.

Doch nun los: Beim Designschutz gibt es verschiedene Bereiche:

Was unterscheidet diese?

Ein Patent gibt es für technische Erfindungen, die neu sein müssen, gewerblich nutzbar sind und etwas „erfunden wurde“. Es kann 20 Jahre gelten. Ausdrücklich nicht patentiert werden können zum Beispiel ästhetische Formschöpfungen.

Das Gebrauchsmuster gilt als „kleiner Bruder“ des Patents, für den ähnliche, aber geringere Hürden gelten. Die Laufzeit beträgt höchstens 10 Jahre.

Eine Marke ist ein geschütztes Zeichen, was Waren oder Dienstleistungen von Unternehmen unterscheiden soll. Das können Begriffe wie „Porsche“ oder „Siemens“ sein, aber auch Logos wie der Apple-Apfel oder Zeichen wie das Rote Kreuz.

Da mit Patenten und Gebrauchsmustern keine Designs geschützt werden können, gibt es das Geschmacksmuster. Das ist ein Schutzrecht, welches ästhetische Gestaltungsformen wie Farbe, Form oder Design schützt. Zwar ist es nicht dazu gedacht, Fotos von diesen Designs zu verbieten, kann aber gut dazu genutzt werden, weil eben auch zweidimensionale Kopien verhindert werden können. Die Bedigung für so einen Schutz muss wieder die Neuheit sein und eine „Eigenart“ aufweisen, sich also optisch deutlich von anderen schon vorhandenen Mustern unterscheiden.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, findet vom Deutschen Patent- und Markenamt eine Anleitung zur Internet-Suche nach Geschmacksmustern, nach Marken oder nach Patenten.

In der Praxis heißt das für mich: Ein normales einfarbiges T-Shirt, Hemd oder Hose ist keine Neuheit und weist auch keine Eigenart auf, deswegen mache ich mir keine Sorgen um Geschmacksmuster, schaue aber, ob irgendwo klein Markennamen auf Knöpfen, Reißverschlüssen etc. stehen, die ich wegretuschieren muss. Je außergewöhnlicher die Gegenstände oder je ungewöhnlicher die Form ist, desto vorsichtiger bin ich. Einen schlichten weißen runden Teller könnte ich wahrscheinlich problemlos nutzen, aber limitiertes Meißener Porzellan würde ich nicht benutzen.

Bei Laptops entferne ich die Markennamen und das Windows-Logo auf der Windows-Taste. Bei Apple-Computern wäre ich vorsichtiger, aber wenn der nicht Hauptbestandteil des Bildes ist und Logos rausretuschiert werden, geht es zur Not auch. Nur weil der Hersteller sein Produkt auf einem Foto wiedererkennen kann, wie der Fragesteller in der Email meint, heißt das noch lange nicht, dass auf dem Produkt Schutzrechte liegen, welche durch das Foto verletzt würden.

Manchmal, wenn ich unsicher bin, frage ich aber auch. So rief ich einen Taschenrechner-Hersteller an, der mir problemlos die Nutzung der von ihm designten Taschenrechner erlaubte und ein Spielzeug-Hersteller schickte mir gleich einen Karton mit Spielzeug, was ich benutzen durfte. Aber ich erhielt auch Absagen, zum Beispiel vom Berufsverband der Frauenärzte, welche mir untersagten, den Mutterpass auf Fotos zu zeigen, da sie nicht sicher sein könnten, in welchem Zusammenhang die Bilder benutzt würden.

In den kommenden Wochen plane ich ein Sport-Shooting, bei dem ich weiß, dass ein Modell Turnschuhe einer bestimmten Firma tragen wird. Da muss ich auch vorher anrufen, um sicherzugehen, ob deren erkennbare Muster rechtlich geschützt sind.

Wie handhabt ihr das? Was sind Eure Erfahrungen mit geschützten Designs oder Markenrecht bei Stockfotos?

Neue Model Releases und Property Releases von Getty Images

Die Bildagentur Getty Images hat ihre Model Releases und Property Releases erneuert. Als weltweit größte Agentur ist sie in der Lage, Industriestandards zu definieren. Auch in der Vergangenheit galten die Verträge von Getty Images als wasserdicht und wurden deswegen auch gerne von Fotografen genutzt, die für andere Bildagenturen arbeiteten.

Hilfreich sind sie auch deswegen, weil nicht nur englische und deutsche Versionen angeboten werden, sondern auch die Sprachen Russisch, Polnisch, Französisch, Spanisch, Portugisisch, Chinesisch (traditionell und vereinfacht) und Italienisch abgedeckt sind.

Vertrag vorbereitenHier mal die wichtigsten Änderungen:

  • Die Model-Releases für Erwachsene und Minderjährige wurden zusammengefasst. So braucht man keine zwei verschiedenen Verträge mehr, z.B. für Eltern und ihre Kinder.
  • Ähnliches gilt für den Property Release. Hier wurden die Felder „für Privateigentum“ und „für Unternehmenseigentum“ zusammengefasst.
  • Statt „Bilder“ heißt es im Vertrag jetzt nur noch „Medien“ bzw. in der englischen Version „content“ statt „images“. Das hat den Vorteil, dass dieser Vertrag nun für Fotos, Videos und Audioaufnahmen gleichermaßen genutzt werden kann.
  • Es kann jetzt ein englischsprachiger Model-Vertrag für alle englischsprachigen Länder genutzt werden. Vorher musste z.B. für England ein anderer Vertrag als für Australien benutzt werden, da der Gerichtsstandort festgeschrieben war. Dieser Passus ist übrigens auch manchmal dafür verantwortlich, wenn einige Bildagenturen Model Releases als unzureichend ablehnen.
  • Das Geschlecht des Models und der Ort des Shootings müssen nun angegeben werden.
  • Im alten Property Releases stand der Passus, dass sichergestellt werde, dass die fertigen Fotos keinen Bezug auf den Ort der Aufnahme machen werden. Im Zeitalter der GPS-Informationen in den IPTC-Daten kann das nicht mehr garantiert werden. Wer das vermeiden möchte, muss dann die Ortsangaben aus den IPTC-Daten löschen.

Für Getty-Fotografen und auch die Flickr-Mitglieder, welche von Getty Images kontaktiert werden, sind diese neuen Verträge bindend. Fotos mit alten Verträgen werden nur noch bis zum 30. Mai 2009 angenommen.

Laut dem Branchennewsletter „Selling Stock“ sollen die neuen Model Releases auch von istockphoto-Fotografen genutzt werden. Darüber konnte ich von istockphoto jedoch noch keine Bestätigung erhalten.