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Mögliche Fehler in der Modelfreigabe (Model Release)

Schon lan­ge bie­te ich hier im Blog mei­nen Model Release zum Download an. In mei­nem Buch „Stockfotografie“* ist zusätz­li­ch auch mein Property Release sowie ein Modelvertrag für Minderjährige abge­druckt.

shs-model-release-16-11-_2016_11-59-39Diesen Release nut­ze ich seit Jahren und bis­her wur­de er von jeder Agentur als gül­tig akzep­tiert.

Nun errei­chen mich immer wie­der Mails von Fotografen, denen die­ser aus­ge­füll­te Vertrag trotz­dem von einer Bildagentur abge­lehnt wur­de.

Auch bei mir wird manch­mal ein Modelvertrag abge­lehnt, aber das liegt eigent­li­ch nie am Vertrag selbst, son­dern immer nur dar­an, wie er aus­ge­füllt wur­de. Oder anders for­mu­liert: Wenn der Modelvertrag abge­lehnt wird, ist er nicht kor­rekt aus­ge­füllt. Das sind meist nur Kleinigkeiten, die in der Eile vom Fotografen oder vom Model über­se­hen wur­den.

Die Agenturen schrei­ben als Begründung lei­der meist nur „Probleme mit dem Model Release“ oder „ein voll­stän­di­ger Modelvertrag wird benö­tigt“, was im Detail wenig hilft.

Hier des­halb eine Auflistung der häu­figs­ten Ablehnungsgründe, war­um ein Model Release zurück­ge­wie­sen wird von einer Bildagentur zurück­ge­wie­sen wer­den kann.

Probleme mit den Zahlen:
Das häu­figs­te Problem ist, wenn Jahreszahlen zwei­stel­lig statt vier­stel­lig geschrie­ben wer­den, zum Beispiel 07.11.16 (statt 07.11.2016).
Auch unle­ser­li­ch geschrie­be­ne Zahlen kön­nen zu Problemen füh­ren, zum Beispiel weil eine 7 wie eine 9 aus­sieht oder eine 1 wie eine 7. Das ist rele­vant, weil die Unterschrift des Zeugen am glei­chen Tag wie die des Models erfol­gen soll­te. Generell ist es auch sehr emp­feh­lens­wert, dass alle Datumsangaben iden­ti­sch sind, also die Unterschrift von Fotograf, Model, Zeuge iden­ti­sch mit dem Shootingdatum sind.

Fehlende Daten:
Auf mei­nem Modelvertrag über­se­hen vie­le Models oft, dass beim Feld für ihre Unterschrift auch noch­mal das aktu­el­le Datum ste­hen muss. Manche tra­gen aber das Datum ein und ver­ges­sen dann ihre Unterschrift.

Auch alle Namen müs­sen voll­stän­dig im Vertrag ste­hen. Nur der Nachname (ohne Vorname) reicht nicht und auch Abkürzungen, vor allem vom Vornamen füh­ren regel­mä­ßig zu Ablehnungen (zum Beispiel H.-J. Schmidt oder V. Meier).

Langsam soll­te es sich her­um­ge­spro­chen haben, aber ich erwäh­ne es trotz­dem noch mal: Ein Zeuge soll­te eben­falls immer im Modelvertrag ste­hen, selbst wenn nach deut­schem Recht ein Vertrag ohne Zeuge gül­tig wäre.

Falscher Vertrag:
Es kann manch­mal vor­kom­men, dass ein fal­scher Vertrag ver­wen­det wird. Zum Beispiel, weil das Model „bald“ 18 Jahre alt wird, aber trotz­dem schon ein Model Release für Erwachsene ver­wen­det wird. Umgekehrt gilt das Gleiche.

Für Haustiere o.ä. hin­ge­gen wird eine Eigentumsfreigabe (Property Release) ver­langt, kein Model Release.

Unzureichende Daten:
Das Feld „Shootingbeschreibung“ ist eben­falls ein heik­les Feld. Wird dort das Thema des Shooting zu all­ge­mein gehal­ten (z.B. ein­fach „Shooting“ ein­ge­tra­gen oder „Photos“) kann der Vertrag abge­lehnt wer­den. Wird das Feld jedoch zu spe­zi­ell aus­ge­füllt („body­buil­ding images in gym“) und man macht noch am Rande eini­ge ande­re Fotos, kann es eben­falls Probleme geben. Bewährt hat sich bei mir „Lifestyle por­traits w/ props“, ggf. etwas spe­zi­el­ler „Business shoot“ oder „Fitness shoot“ o.ä. Ich ver­mei­de dort das Wort „images“, falls ggf. auch Videos beim Shooting gemacht wer­den.

Meist meckert eine Agentur auch, wenn die Models aus Bequemlichkeit das Land (sei es „Country“ oder „Shooting Country“) abkürzt, also z.B. „D“ statt Deutschland schreibt, wobei die offi­zi­el­len Country-Codes (also z.B. „GER“ für Deutschland) meist durch­ge­hen. Wer auf Nummer sicher gehen will, schreibt natür­li­ch „Germany“.

Daten schlecht les­bar:
Manchmal sind alle Daten kor­rekt aus­ge­füllt, aber Model, Zeuge oder Fotograf haben eine so unle­ser­li­che Handschrift, dass der Bildredakteur etwas ande­res liest als dort steht, was dann als einer der obi­gen Fehler inter­pre­tiert wird.

Falscher Zeuge:
Im Feld „Zeuge“ dür­fen weder der Fotograf selbst, das Model selbst oder die Eltern des Models unter­schrei­ben. Mögliche Zeugen wären bei­spiels­wei­se eine Visagistin, ein Assistent oder ande­re Models.

Andere Fotografen:
Generell akzep­tie­ren Agenturen nur Modelverträge, bei denen der Fotograf den glei­chen Namen trägt wie der hin­ter­leg­te Accountname bei der Agentur. Wer jedoch auch ande­re Fotografen für sich arbei­ten lässt und deren Modelverträge hoch­la­den will, muss bei eini­gen Agenturen zusätz­li­ch nach­wei­sen, dass er im Besitz aller erfor­der­li­chen Rechte ist (z.B. mit­tels eines Buy-Out-Vertrags), um eine Ausnahmegenehmigung zu erhal­ten.

Spezialfälle:
Bei Selbstportraits muss der Fotograf sowohl als Fotograf als auch als Model unter­schrei­ben. Zeuge muss jemand ande­res sein, sie­he oben.
Wenn das Model auf den Bildern schon ver­stor­ben ist, muss der Modelvertrag von einem der Erben aus­ge­füllt wer­den.
Bei Models für Aktaufnahmen muss in der Regel nach­ge­wie­sen wer­den, dass das Model zum Zeitpunkt der Aufnahmen über 21 Jahre alt war, zum Beispiel durch ein Ausweisdokument mit Foto und Geburtsdatum im Bild-Feld des Model-Vertrags.

Korrekte Modelverträge erhal­ten
Ihr seht, dass eini­ge Hürden zu umschif­fen sind, um kor­rekt aus­ge­füll­te Verträge zu erhal­ten. Deswegen lege ich gro­ßen Wert auf Gründlichkeit beim Ausfüllen der Modelverträge. Meine Assistentin füllt meist vor­her schon in aller Ruhe alle Felder aus, die fest­ste­hen (Shooting Country, Datum, ihre Daten als Zeugin usw.). Wenn die Models ihren Vertrag unter­schrei­ben sol­len, beto­ne ich als ers­tes, dass sie wirk­li­ch deut­li­ch schrei­ben, die Jahreszahlen aus­schrei­ben und nichts abkür­zen sol­len.

Wenn der Vertrag aus­ge­füllt ist, kon­trol­liert mei­ne Assistentin jeden Vertrag noch mal auf die oben genann­ten häu­fi­gen Fehlerquellen, damit wir not­falls noch etwas kor­ri­gie­ren kön­nen, bevor das Model nach Hause geht.

Digitale Verträge über Apps wie zum Beispiel „Easy Release“ eli­mi­nie­ren auch eini­ge Fehlerquellen wie Unleserlichkeit oder ver­ges­se­ne Daten.

Aus wel­chen Gründen wur­den euch schon Modelverträge abge­lehnt?

Stockfotografie-News 2013-12-27

Zum letz­ten Mal in die­sem Jahr kommt die Nachrichtensammlung, wie immer span­nend und abwechs­lungs­reich:

  • Getty Images hat die­se Vereinbarung mit Pinterest geschlos­sen, wonach Getty bezahlt wer­den soll. Das wur­de auch Zeit und ich hat­te sowas in der Art ja schon vor einer Weile ange­regt. Ernüchternd ist jedoch, was gen­au bezahlt wird: Es geht nicht um die Darstellung der Fotos, wie man erst ver­mu­ten wür­de, son­dern Getty bekommt Geld, um Pinterest die Metadaten für Bilder zu lie­fern. Viele sozia­le Netzwerke, aus denen sich Pinterest-Nutzer ohne Sorgen um die Nutzungsrechte bedie­nen, löschen die Metadaten beim Bild-Upload. Bildersammlungen sind aber nur so viel wert wie die Informationen dazu, wes­halb Pinterest nun für die­se bezah­len will. Ein Interview mit einem Getty-Manager über die Hintergründe des Deals fin­det ihr hier. Ein aus­führ­li­che­rer Artikel dazu kommt in paar Tagen auch hier im Blog.
  • Eine wei­te­re Kooperation hat Getty Images mit dem Kalenderverlag Calvendo geschlos­sen: Das ist ein Verlag, der es Privatleuten ermög­licht, selbst Kalender zusam­men­zu­stel­len und die­se wer­den dann nach einer Prüfung über Online-Shops, Buchläden und ande­re Vertriebswege ver­kauft. Wer jetzt zum Beispiel einen Flensburg-Kalender zusam­men­stel­len will, aber nur 10 pas­sen­de Fotos hat, kann jetzt die rest­li­chen pas­sen­den Bilder aus der Bibliothek von Getty Images suchen. An die­sen Bildern ver­dient dann aber nur Getty und Calvendo, nicht der Fotograf. Über das Thema wird auch hier im Stockfotografie-Forum dis­ku­tiert.
  • Getty Images zum drit­ten: Ein Gericht hat einem Fotojournalisten aus Haiti 1,22 Millionen US-Dollar Schadensersatz zuge­spro­chen, weil die Bildagentur AFP und deren Verteiler Getty Images ein Foto von Twitter genom­men hat­te, ohne die Rechte dar­an zu klä­ren.
  • Shutterstock hat jetzt auch eine Android-App, mit der Bildnutzer mobil nach Bildmaterial suchen kön­nen.
  • Alamy hat­te vor paar Wochen das Auszahlungslimit von 100 auf 75 Us-Dollar gesenkt, gleich­zei­tig aber Gebühren für die Auszahlung ein­ge­führt. Nach Protesten der Fotografen ver­zich­tet Alamy jedoch jetzt auf die Gebühren.
  • iSto­ck ver­schärft die Regeln für Aufnahmen von Privathäusern, die von öffent­li­chem Gelände aus gemacht wur­den. Dafür ist ab sofort auch ein Property Release nötig. Mehr Informationen mit Bildbeispielen gibt es hier.
  • Im Gegenzug lockert Shutterstock die Regeln für redak­tio­nel­le Fotos: Jetzt sind dort nicht nur tages­ak­tu­el­le Fotos erlaubt, son­dern auch redak­tio­nel­le Fotos mit Symbolcharakter. Ausführliche Beispiele fin­det ihr hier.
  • Die Foto-Sharing-App EyeEm hat von Investoren sechs Millionen Us-Dollar ein­ge­wor­ben und ver­kauft jetzt  auch Bilder.
  • Stocksy ist die ers­te Bildagentur, die ein „res­pon­sive desi­gn“ anbie­tet, also ein Seitenlayout, was sich auto­ma­ti­sch an die Bildschirme von Smartphones, Tablets und Desktop-Computern anpasst. Sieht gut aus.
  • Pond5 bie­tet neben Full-HD und 4K-Videos nun auch Videos im Redcode RAW-Format (r3d), also die Rohdaten der RED-Kameras. Außerdem wer­den nun auch Vektor-Grafiken und PSD-Dateien akzep­tiert.
  • Nach iSto­ck, 123rf und Fotolia star­tet jetzt auch die Macrostock-Agentur Westend61 mit der „Smart Collection“ eine Smartphone-Kollektion, mit dem Ziel, ab 2014 ver­mehrt direkt ver­kau­fen zu kön­nen.
  • Die Rating-Agentur Moody’s gab bekannt, dass die Bildagentur Fotolia von Juli 2012 bis Juni 2013 ca. 90 Millionen US-Dollar Einnahmen hat­te. Zum Vergleich: Die Bildagentur Shutterstock hat­te im glei­chen Zeitraum ca. 199 Millionen US-Dollar Einnahmen.
  • Die Firma Profoto revo­lu­tio­niert den Studioblitz: Der neue Profoto B1 mit 500W Leistung und Akku soll TTL kön­nen und wiegt nur 3 Kilo. Stefan Groenveld gerät hier ins Schwärmen.
  • Vor paar Jahren hät­te ich sowas für kom­plett unmög­li­ch gehal­ten, mitt­ler­wei­le kann ich mir gut vor­stel­len, dass die Technik bald funk­tio­nie­ren könn­te: 3-Sweep erstellt aus Foto-Objekten 3D-Versionen, die dann neu im Bild gedreht oder plat­ziert wer­den kön­nen (via Bildbeschaffer).
  • Noch ein klei­nes Spielchen zum Schluss? Wer schafft es, die­se vier Farbreihen kor­rekt zu sor­tie­ren? Kleiner Tipp: Mit einem kali­brier­ten Monitor fällt es deut­li­ch leich­ter.

 Habt ihr noch News, die ich über­se­hen habe? Dann rein in die Kommentare damit.

Die perfekte Bildagentur – Teil 3: Model Releases und Property Releases verwalten

Auf der Suche nach der „per­fek­ten Bildagentur„will ich Schritt für Schritt ana­ly­sie­ren, was dazu gehört, um für Fotografen und Bildkäufer attrak­tiv zu sein. In der letz­ten Folge ging es um das Hochladen der Bilder. Das geht per FTP meist rela­tiv ein­fach. Schwieriger wird es dann, wenn der Fotograf die zu den Bildern gehö­ren­den Modelverträge und Eigentumsfreigaben hoch­la­den und hin­zu­fü­gen soll. Im Sprachgebrauch wird das Wort Modelvertrag mit MR (für „model release“) abge­kürzt und die Eigentumsfreigabe mit PR (für „pro­per­ty release“).

Wer schon mal Gruppenfotos mit jeweils unter­schied­li­chen Personen hoch­ge­la­den hat, weiß, wie viel ver­schie­de­ne Systeme es gibt, die alle unter­schied­li­ch kom­for­ta­bel sind.

Grundsätzlich gibt es vier ver­schie­de­ne Methoden bei Bildagenturen, Model Releases und Property Releases zu ver­wal­ten.

  1. Auf den Fotografen ver­las­sen
    Viele Macrostock-Agenturen ver­las­sen sich dar­auf, dass der Fotograf im Besitz aller not­wen­di­gen Rechte ist, um ein Bild lizenz­frei zu ver­kau­fen. Dieses Vertrauen nimmt aber mitt­ler­wei­le ab, weil durch die welt­wei­te Verteilung von Fotos eine Vertrauensbasis als Geschäftsgrundlage nicht aus­reicht und Partneragenturen irgend­wann viel­leicht doch die zum Foto gehö­ren­den Verträge sehen wol­len.
  2. Agenturen ver­lan­gen Minimalangaben
    Mit Minimalangaben mei­ne ich ent­we­der, dass der Fotograf zu jedem Foto nur ein Häkchen beim Feld „Alle not­wen­di­gen Model- und Property-Verträge vor­han­den“ set­zen muss. So machen es zum Beispiel Adpic, Pitopia, Clipcanvas oder die Bildmaschine.
    MR/PR-Verwaltung bei Adpic
    MR/PR-Verwaltung bei Adpic
    MR/PR-Verwaltung bei Bildmaschine
    MR/PR-Verwaltung bei Bildmaschine
    MR/PR-Verwaltung bei Pitopia
    MR/PR-Verwaltung bei Pitopia

    Üblicher ist mitt­ler­wei­le aber eine gestaf­fel­te Angabe, wie sie bei­spiels­wei­se ImagePoint oder Zoonar ver­lan­gen. Da ste­hen die fol­gen­den Optionen zur Auswahl: „kei­ne Angabe“ (meist stan­dard­mä­ßig akti­viert), „Model-Release vor­han­den“, „Model-Release nicht vor­han­den“ oder „Model-Release nicht benö­tigt“. Das glei­che muss auch für das Feld „Property Release“ aus­ge­wählt wer­den.

    MR/PR-Verwaltung bei ImagePoint
    MR/PR-Verwaltung bei ImagePoint

    MR/PR-Verwaltung bei Zoonar
    MR/PR-Verwaltung bei Zoonar
  3. Agenturen ver­lan­gen Upload der Verträge
    Vor allem im Microstock-Bereich hat sich durch­ge­setzt, dass die Fotografen die kom­plet­ten Model- und Property-Releases zusam­men mit den betref­fen­den Fotos hoch­la­den und per Hand zuord­nen müs­sen. Hier gibt es am meis­ten Varianten, wie das zu bewerk­stel­li­gen ist, aber fast alle sind – gelin­de gesagt – ein Krampf. Doch dazu spä­ter mehr. Agenturen, wel­che die­ses Modell nut­zen, sind zum Beispiel Fotolia, istock­pho­to, Clipdealer, Bildunion, Bigstock, 123rf, Revostock, Pond5 und Digitalstock.
    MR/PR-Verwaltung von Fotolia
    MR/PR-Verwaltung bei Fotolia
    MR/PR-Verwaltung bei Bildunion
    MR/PR-Verwaltung bei Bildunion

    MR/PR-Verwaltung bei Digitalstock
    MR/PR-Verwaltung bei Digitalstock
  4. Agenturen ver­lan­gen Upload der Verträge und Zusatzangaben
    Einige Bildagenturen ver­lan­gen zusätz­li­ch zum Hochladen der Verträge – nur manch­mal frei­wil­lig – zusätz­li­che Angaben zu Alter, Ethnie und Geschlecht des Models. Diesen Weg gehen bei­spiels­wei­se Dreamstime, Shutterstock, Panthermedia, Veer, Shotshop.
    MR/PR-Verwaltung bei Shutterstock
    MR/PR-Verwaltung bei Shutterstock
    MR/PR-Verwaltung bei Dreamstime
    MR/PR-Verwaltung bei Dreamstime
    MR/PR-Verwaltung bei Shotshop
    MR/PR-Verwaltung bei Shotshop

    MR/PR-Verwaltung bei Veer
    MR/PR-Verwaltung bei Veer

Wie ihr schon an der Größe der Screenshots erken­nen könnt, wird es umso kom­pli­zier­ter, je mehr Informationen eine Agentur ver­langt. Die ers­ten bei­den Varianten sind rela­tiv schnell vom Fotografen aus­ge­füllt, meist wird auch eine gute Batch-Funktion ange­bo­ten. Das Hochladen der Verträge ist für Bildagenturen zwar siche­rer, aber hier fängt der Ärger an.

Formate und Sprachen der Modelverträge

Damit die Verträge welt­weit gül­tig sind, bevor­zu­gen Bildagenturen Verträge in eng­li­sch. Deutsche Bildagenturen akzep­tie­ren zwar auch deut­sche Verträge, aber ich rate davon ab, weil nur eng­li­sche Verträge lang­fris­tig die nöti­ge Substanz haben. Darüber hin­aus jetzt jede Bildagentur ihre Eigenheiten, was im Vertrag ste­hen muss. Einige ver­lan­gen die Unterschrift eines Zeugen, ande­re wol­len kei­nen Gerichtsstand im Vertrag sehen oder for­dern eine Beschreibung der foto­gra­fier­ten Motive. Mein Model-Vertrag in eng­li­sch erfüllt alle die­se Anforderungen und wird von allen Bildagenturen akzep­tiert. In mei­nem Buch „Stockfotografie“* fin­det ihr auch mei­ne eng­li­sche Eigentumsfreigabe sowie einen Modelvertrag für Minderjährige (bei­des in eng­li­sch) sowie die deut­schen Übersetzungen.

Als Format hat sich ein Scan der Verträge als JPG durch­ge­setzt, eini­ge weni­ge Agenturen akzep­tie­ren auch PDF als Dateiformat. Die Verträge sol­len ein­zeln für jedes Model hoch­ge­la­den wer­den. Einzige ner­vi­ge Ausnahme ist wie­der istock­pho­to, die ver­lan­gen, dass nur eine Modeldatei pro Foto hoch­ge­la­den wird. Das heißt in der Praxis, dass ich bei einem Gruppenfoto mit fünf Personen fünf JPGs anein­an­der kopie­ren müss­te, damit isto­ck ein Foto akzep­tiert. Und das für jede neue Personenzusammensetzung von neu­em. Glücklicherweise gibt es als Upload-Hilfe das kos­ten­lo­se Programm DeepMeta, wel­che die­se unsin­ni­ge Arbeit über­nimmt.

Die Zwickmühle bei zusätz­li­chen Model-Angaben

Ganz schwie­rig wird es bei der letz­ten Variante. Der Vorteil für die Agenturen ist, dass mit Angabe des Geschlechts, des Alters und der Ethnie der Models sehr viel­fäl­ti­ge Such- und Filterfunktionen mög­li­ch sind, wel­che Bildkäufern ganz geziel­te Suchen ermög­li­chen und damit hof­fent­li­ch zu mehr Käufen füh­ren. Nachteilig ist es für die Fotografen zum einen, weil die Bearbeitung län­ger dau­ert. Außerdem nut­zen vie­le Bildagenturen den Modelvertrag als Kriterium für die Funktion „Mehr Bilder vom glei­chen Model“. Fotografen sind des­halb bestrebt, mög­lichst nur einen Modelvertrag pro Model zu nut­zen, auch wenn die Bilder aus ver­schie­de­nen Shootings stam­men. Spätestens, wenn das Model – auch auf den Fotos – älter wird und es nicht mehr in die star­ren Alterskategorien passt, müss­te der Fotograf einen neu­en aktu­el­len Vertrag hoch­la­den, um das Altersfilter rich­tig aus­zu­fül­len. Vor allem bei Kindermodels kann das schnell vor­kom­men, wenn das Schema der Agentur als Auswahlmöglichkeit z.B. „1 Jahr, 2 Jahre, 3–5 Jahre, 6–10 Jahre vor­sieht“. Das führt jedoch dazu, dass die neu­en Bilder nicht mehr in der Serie „Mehr Bilder des glei­chen Models“ erschei­nen und Bildkäufer, die dar­in stö­bern, die­se viel­leicht über­se­hen. Eine unlös­ba­re Zwickmühle. Einzig Panthermedia hat dafür eine Notlösung, bei der das Alter bei eini­gen Fotos per Hand nach­ge­tra­gen wer­den kann. Nicht bequem, aber immer­hin mög­li­ch.

Die Trennung von MR und PR

Es gibt tech­ni­sch gese­hen kei­nen Grund, war­um ein Modelvertrag anders behan­delt wer­den soll­te als eine Eigentumsfreigabe. Deswegen tren­nen eini­ge Agenturen wie Fotolia, Bildunion oder Digitalstock auch nicht. Das kann jedoch zu einem Problem wer­den, wenn der Fotograf nicht mit­denkt und die Dateien beim Hochladen unzu­rei­chend kenn­zeich­net. Dann ver­schwin­den die Verträge schnell in der Masse der vie­len Modelverträge (die meis­ten Fotografen haben deut­li­ch mehr MRs als PRs) und sind beim Zuordnen schwer zu fin­den. Sinnvoller ist es des­we­gen meist, MR und PR zu tren­nen. Der Nachteil für Fotografen ist, dass er bei der Auswahl vie­ler Verträge (zum Beispiel für ein Gruppenfoto im Büro) nur die Personen gesam­melt aus­wäh­len kann und dana­ch noch zusätz­li­ch den PR mar­kie­ren muss. Das klingt erst mal nach paar Sekunden Mehraufwand, die sich jedoch bei einer Bilderserie mit 100 Bildern schnell zu vie­len Minuten addie­ren kön­nen.

Filter- und Sortierfunktionen für MR und PR sind not­wen­dig

An den Screenshots oben seht ihr, dass ich hun­der­te Verträge bei den ver­schie­de­nen Agenturen im System habe. Dann macht sich bemerk­bar, wel­che Agenturen mit­ge­dacht haben und dem Fotografen die Auswahl der zum Bild gehö­ren­den Verträge erleich­tern. Erstaunlich, aber wahr: Es den­ken nur weni­ge Agenturen mit. Sehr lobens­wert ist das System von Shutterstock, bei dem ich im Vorfeld mar­kie­ren kann, wel­che Verträge sicht­bar sein sol­len und wel­che ich gera­de nicht brau­che. Eine ähn­li­che Filterfunktion hat auch Panthermedia in ihrem neu­en Upload-System auf mei­nen Vorschlag hin ein­ge­baut. Ganz nett bei Veer ist immer­hin, dass die zuletzt hoch­ge­la­de­nen Verträge in einem eige­nen Tab ange­zeigt wer­den, was für Fotos mit bis­her nicht foto­gra­fier­ten Models eine Zeitersparnis ist.

Die meis­ten Bildagenturen sor­tie­ren die Verträge stan­dard­mä­ßig ent­we­der nach Upload-Datum oder nach Dateinamen. Nur ganz weni­ge erlau­ben eine Veränderung der Sortierung. Dazu gehört Dreamstime. Blöd nur, dass die­se Sortierung nicht dau­er­hauft gespei­chert wer­den kann und bei jedem neu­en Upload wie­der in die Ausgangsstellung springt. Der Vorteil einer Sortierung nach Datum: Gruppenfotos des glei­chen Shootings kön­nen schnel­ler zuge­ord­net wer­den. Der Nachteil ist jedoch, wenn die glei­chen Models oder Gruppen (den­ken wir an Familien) über einen län­ge­ren Zeitraum mehr­mals foto­gra­fiert wer­den. Hier hilft die Sortierung nach Modelname. Bei Familien aber auch nur dann, wenn nach Nachname sor­tiert wird. Deswegen ver­ge­be ich die Release-Namen etwas frei­er und stel­le bei Gruppenshootings ein Kürzel vor­ne an wie: „Labor Hans Mueller“, „Labor Meike Schmidt“, „Labor Fritz Schultze“. Bei einer alpha­be­ti­schen Sortierung wür­den die drei Verträge dann unter­ein­an­der erschei­nen.

Wer als Bildagentur eine beque­me Vertragsverwaltung für Fotografen umset­zen will, soll­te des­halb min­des­tens die Sortierung nach Datum, Dateinamen und Modelnamen erlau­ben und die­se Sortierung muss dau­er­haft gespei­chert wer­den kön­nen. Außerdem ist eine Filterfunktion sehr prak­ti­sch, mit der Fotografen sich nur bestimm­te Verträge, die gera­de benö­tigt wer­den, anzei­gen las­sen kön­nen. Wer mehr als eine Handvoll Verträge hat und auf der Suche nach einem bestimm­ten bei Bigstock ist, ver­zwei­felt schnell. Die Agentur zeigt nur fünf Verträge pro Seite an und erlaubt es nicht, etwa 20 oder 50 Verträge auf ein­mal pro Seite anzei­gen zu las­sen. Nervig!

Zur Überprüfung der kor­rek­ten Vertragszuordnung ist es sehr hilf­reich, wenn der Fotograf sich zu jedem Vertrag anzei­gen las­sen kann, wel­che Fotos mit ihm ver­knüpft sind und anders­rum die Anzeige zu jedem Foto, wel­che Verträge dazu­ge­hö­ren. Auf der Hand liegt eigent­li­ch auch, dass der Fotograf sich bequem den jewei­li­gen Vertrag anzei­gen las­sen kann, um zu sehen, was gen­au drin steht.

Bitte, Agenturen, gebt uns Batch-Funktionen!

An die­ser Stelle ein gro­ßes Dankeschön an Shutterstock, Bigstock, 123rf, Veer, Panthermedia, Zoonar, Bildmaschine, Adpic und Pitopia. Das sind die ein­zi­gen Bildagenturen (die ich belie­fe­re), die eine ordent­li­che Batch-Funktion anbie­ten, mit der ich meh­re­ren Bildern gleich­zei­tig meh­re­re Verträge bzw. den rich­ti­gen Vertragsstatus (sie­he Methode 2) zuwei­sen kann. Dreamstime erlaubt immer­hin, die Verträge von zuletzt bear­bei­te­ten Bildern einem neu­en Foto zuzu­wei­sen.

Schaut euch jedoch mal den Screenshot von Fotolia an, da muss ich bei jedem ein­zel­nen Bild jede Person ein­zeln ankli­cken. Ein Alptraum bei den lukra­ti­ven Gruppenfotos. Immerhin gibt es hier eine exter­ne Lösung von Picniche namens ImageDeck (lei­der nur als nicht mehr unter­stütz­te Beta), wel­che die Arbeit etwas erleich­tert.

Aber es geht noch schlim­mer. Um den Preis für die ner­vigs­te MR/PR-Verwaltung strei­ten sich Digitalstock und Shotshop. Bei Digitalstock ist es doch tat­säch­li­ch nicht mög­li­ch, im Rahmen der übli­chen Eingaben wie Kategorie, Suchbegriffe etc. auch gleich die Model-Verträge mit aus­wäh­len zu kön­nen. Nein, das ist erst dana­ch mög­li­ch und in einem sepa­ra­ten Fenster, was ich für jedes ein­zel­ne Bild öff­nen muss. Shotshop hin­ge­gen trennt nicht nur die PRs von den MRs, son­dern auch züch­tig die Männer von den Frauen. Bei einem Gruppenfoto eines gemisch­ten Teams im Büro muss ich dem­nach erst alle Frauen in einer Liste ankli­cken, dann auf „über­neh­men“ kli­cken, dann auf die Liste der Männer kli­cken, dort die ent­spre­chen­den Personen mar­kie­ren, wie­der auf „über­neh­men“ drü­cken, dana­ch die PR-Liste aus­wäh­len, den pas­sen­den PR mar­kie­ren und noch­mals auf „über­neh­men“. Das macht bei fünf Personen elf Klicks, wo ande­ren Agenturen zwei rei­chen. Pro Bild!

Die Zukunft: Weiterdenken

Ihr merkt, dass die Vertragsverwaltung ein ner­ven­auf­rei­ben­der Prozess ist. Dabei gibt es heu­te schon die tech­ni­schen Voraussetzungen für Lösungen ohne die­sen Ärger. Bild hoch­la­den und die Zuordnung erfolgt auto­ma­ti­sch. Ja. Im neu­en PLUS Metadaten-Standard ist es vor­ge­se­hen, dass Fotografen auch die Vertragsverwaltung als Metadaten schrei­ben kön­nen. Heute schon kön­nen Fotografen mit Photoshop CS5, Adobe Bridge oder Lightroom 3 für jedes Foto ange­ben, wel­che Modelverträge dazu­ge­hö­ren. Das sieht dann so aus:

MR/PR-Zuordnung nach dem PLUS-Standard mit Adobe Photoshop
MR/PR-Zuordnung nach dem PLUS-Standard mit Adobe Photoshop CS5

Leider gibt es bis jetzt kei­ne ein­zi­ge Bildagentur, die die­se Information aus­le­sen kann. Ich wet­te, wenn Fotolia, isto­ck oder Shutterstock das unter­stüt­zen wür­den, gäbe es genug Fotografen, die das mit Freuden in ihren Workflow inte­grie­ren wür­den. Ich wäre einer von ihnen.

Ein ande­rer inter­es­san­ter Ansatz wäre das Gruppieren von Verträgen, die dann mit einem Klick einer Fotoserie zuge­ord­net wer­den könn­ten. Ebenfalls ide­al für Gruppenfotos, bei denen die Vertragsverwaltung beson­ders umständ­li­ch ist. Fotolia erlaubt ja schon jetzt die Sortierung von Verträgen in Unterordner, ist aber noch nicht dar­auf gekom­men, die­se Ordner im Drop-Down-Menü bei der Release-Zuordnung anzu­zei­gen.

Mit der Weiterentwicklung der auto­ma­ti­schen Gesichtserkennung, die Facebook schon teil­wei­se nutzt, könn­ten auch Bildagenturen in Zukunft mir gleich die pas­sen­den Verträge für jedes Foto vor­schla­gen. Aber ach, jetzt träu­me ich…

Fassen wir kurz die Punkte zusam­men, die eine per­fek­te Bildagentur erfül­len soll­te:

  • mög­lichst ein­fach Zuordnung von MR und PR
  • per­ma­nen­te Sortiermöglichkeiten für MR/PR nach Datum, Dateiname, Modelname
  • Filterfunktion, die nur tat­säch­li­ch benö­tig­te Verträge anzeigt
  • Anzeige der mit einem Vertrag ver­knüpf­ten Fotos
  • Anzeige der mit einem Foto ver­knüpf­ten Verträge
  • Einfach Anzeige der Verträge selbst für den Fotografen
  • Möglichkeit, meh­re­re Fotos gleich­zei­tig mit meh­re­ren Verträgen zu ver­knüp­fen
  • Bonus: Automatisches Auslesen von MR/PR-Informationen aus den Bild-Metadaten

Bei wel­chen Agenturen könnt ihr am bequems­ten MR und PR zuwei­sen? Welche Funktionen fin­det ihr am prak­tischs­ten und wel­che ver­misst ihr am meis­ten?

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Vorteile und Nachteile einer Modelvertrag-Tabelle

Je grö­ßer das eige­ne Stockfoto-Portfolio wird, desto schwie­ri­ger wird es, den Überblick zu behal­ten. Oder im Umkehrschluss: Desto wich­ti­ger ist es, Ordnung und Struktur in den eige­nen Datenbestand zu brin­gen. Ein Mittel, was dabei hel­fen kann, ist eine „Modelvertrag-Tabelle“.

Lee Torrens hat die­se Art der Tabelle vor einem hal­ben Jahr als „Release Matching Spreadsheet“ in sei­nem Blog vor­ge­stellt und nach­dem ich sie erstellt hat­te, hat sie mir schon zwei Mal viel Arbeit erspart.

Was ist eine Modelvertrag-Tabelle?

In einer Modelvertrag-Tabelle wer­den alle Bilder eines Fotografen auf­ge­lis­tet und wel­che Modelverträge und Eigentumsfreigaben zu den jewei­li­gen Fotos gehö­ren. Diese Tabelle wird genutzt, um den Bildbestand eines Fotografen schnel­ler und auto­ma­ti­siert zu Bildagenturen zu lie­fern.

Die Vorteile einer solchen Tabelle

Wer für sein gesam­tes Portfolio eine Modelvertrag-Tabelle hat, kann sich das Zuordnen von Modelverträgen und Eigentumsfreigaben für jedes ein­zel­ne Foto per Hand spa­ren, wenn er sei­ne Bilder bei Agenturen hoch­lädt. Das geht lei­der momen­tan noch nicht bei den meis­ten Microstock-Bildagenturen, aber beim Hochladen zu wei­te­ren Bildagenturen wird die Tabelle hilf­reich. Vor allem Macrostock-Agenturen sind es gewohnt, die­se Daten als Excel-Tabelle zu erhal­ten.

Auch für Verhandlungen mit neu­en Bildagenturen kann es ein gro­ßer Pluspunkt sein, die­se Tabelle zu haben. Wenn Agenturen wis­sen, dass sie die­se Daten auto­ma­ti­siert für alle Bilder über­neh­men kön­nen, stärkt das die Verhandlungsmacht des Fotografen und er kann in ande­ren Bereich mehr her­aus­schla­gen. Tipps für erfolg­rei­che Verhandlungen mit Bildagenturen gibt es hier bald in einem eige­nen Artikel.

Ein wei­te­rer Vorteil ist die Übersicht, die der Fotograf mit sei­ner Modelvertrag-Tabelle behält. Ich habe zum Beispiel mitt­ler­wei­le über 200 ver­schie­de­ne Models foto­gra­fiert. Einige davon ken­ne ich auch pri­vat oder habe sie so oft foto­gra­fiert, dass ich mir deren Namen pro­blem­los mer­ken kann. Aber es kam schon vor, dass ich bei einem Gruppenfoto wis­sen mus­s­te, wer die abge­bil­de­ten Personen sind. Früher mus­s­te ich mir die ein­ge­scann­ten Model Releases im Ordner chro­no­lo­gi­sch sor­tiert anzei­gen las­sen und suchen, damit ich den Namen fin­de. Heute gebe ich ein­fach den Dateinamen in die Suchfunktion mei­ner Modelvertrag-Tabelle ein und ich wer­de zur Zeile geführt, in der die dazu­ge­hö­ri­gen Verträge ste­hen.

Viele Profi-Fotografen wie Andres Rodriguez, Yuri Arcurs, Mark Butler oder Ron Chapple nut­zen so eine Tabelle, um ihr Portofolio brei­ter streu­en zu kön­nen.

Der Nachteil einer Modelvertrag-Tabelle

Der Aufbau einer sol­chen Tabelle bedeu­tet etwas Arbeit, vor allem, wenn man schon eini­ge tau­send Bilder ange­sam­melt hat, die nach­träg­li­ch zuge­ord­net wer­den müs­sen. Außerdem bedeu­tet es dop­pel­te Arbeit bei neu­en Shootings, weil einer­seits die Bilder in der Excel-Tabelle erfasst und trotz­dem manu­ell bei den meis­ten Microstock-Agenturen mit MR und PR ver­se­hen wer­den müs­sen.

Den Lohn für eine sol­che Tabelle erhal­ten Fotografen vor allem dann, wenn sie dabei sind, ihren gesam­ten Bildbestand an neue oder wei­te­re Bildagenturen zu lie­fern. Fast immer ist ein Teil der Forderung bei den Verhandlungen, dass das Portfolio so auto­ma­ti­siert wie mög­li­ch ins Agentur-Archiv über­nom­men wird. Idealerweise lie­fert der Fotograf nur eine exter­ne Festplatte mit den Fotos, den Verträgen in einem eige­nen Ordner und der Modelvertrag-Tabelle. Um den Rest küm­mert sich die Agentur. Das Risiko, viel Zeit beim manu­el­len Hochladen zu neu­en Agenturen zu ver­schwen­den, die sich viel­leicht als nicht lukra­tiv erwei­sen, wird so mini­miert.

Wie muss eine Modelvertrag-Tabelle aussehen?

Wenn ihr euch ent­schie­den habt, auch so eine Tabelle anzu­le­gen, gibt es nur eini­ge Grundregeln zu beach­ten.

In die ers­te Spalte der Tabelle kommt immer der Name des Fotos und in die dana­ch fol­gen­den Spalten jeweils die Modelverträge und Eigentumsfreigaben, die zu die­sem Foto gehö­ren. Das Ganze sieht dann bei­spiels­wei­se so aus:


Die Farben in der ers­ten Spalte sind nur intern zur Auswertung für mich.

Ganz wich­tig ist, dass die Tabelle maschi­nen­les­bar sein muss. Das heißt, das wirk­li­ch jedes Foto, wel­ches einen Vertrag benö­tigt, auch in der Tabelle ein­zeln auf­ge­führt wird. Abkürzungen wie „Alle Fotos im Ordner X benö­ti­gen Vertrag Y“ funk­tio­nie­ren nicht. Fotos, wel­che kei­ne Verträge benö­ti­gen, wie bei­spiels­wei­se Obst-Freisteller oder Landschaftsaufnahmen, kön­nen, müs­sen aber nicht auf­ge­führt wer­den.

Die Tabelle kann mit­tels einer Tabellenkalkulationssoftware leicht in vie­le ver­schie­de­ne Formate expor­tiert wer­den, aber als Standard neh­men Bildagenturen am liebs­ten das CSV-Format.

Sinnvoll ist es, das gesam­te Portofolio in einer Tabelle abzu­de­cken. Es wäre zwar mög­li­ch, ver­schie­de­ne Tabellen für unter­schied­li­che Motive anzu­le­gen, solan­ge sie vom Format her 100% iden­ti­sch sind, aber mir ist noch kein Grund ein­ge­fal­len, was das für Vorteile hät­te.

Nutzt ihr schon so eine Tabelle? Oder wie behal­tet ihr die die Zuordnung Eurer Modelverträge?

Frag den Fotograf: Wie gehst Du mit Designschutz um?

Dieses gan­ze recht­li­che Drumherum ist bei Stockfotos oft schwie­rig und kom­pli­ziert. Deswegen habe ich auch zu die­sem Thema wie­der fol­gen­de Frage von Denis erhal­ten:

Aber wie gehst du son­st mit Requisiten um?

Habe ich das in dei­nem Buch rich­tig ver­stan­den, dass du dir für jede Requisite eine Genehmigung hol­st (Property Release)? Auch für die Kleidungsstücke, wie gehst du damit um?

Reicht es ein­fach das Logo zu ent­fer­nen? Z.B. in dei­nem Buch, das Bild 18.3. S.202: Hast du dir für die Laptops und die Kleidungsstücke ein PR vom Hersteller geholt, oder ein­fach die Logos retu­schiert? Ich mei­ne, rein Theoretisch wür­de ja ein Hersteller, eines Hemdes oder Anzugs, sein Produkt immer wie­der erken­nen. Aber für jedes Kleidungsstück, auf dem kein Logo zu erken­nen ist und es nicht grad von „Prada“ ist, ein PR zu holen, wäre doch ein Bärenaufwand…..

Habe Berichte von Stockfotografen gele­sen, die sich selbst Geschirr extra töp­fern las­sen um kei­nen Designschutz zu ver­let­zen.

Bitte Korrigiere mich, wenn ich das mit den Designschutz fal­sch ver­ste­he.

Oder mache ich mir in den Bereich zu vie­le Sorgen? Bin ein wenig ver­wirrt, bezüg­li­ch der vie­len unter­schied­li­chen Meinungen in den Foren.“

Wie heißt es doch: Frage zwei Stockfotografen in einem Forum und erhal­te drei ver­schie­de­ne Antworten. Wundert mich nicht.

Aber auch ich muss mei­ner Antwort vor­aus­schi­cken, dass mei­ne Informationen recht­li­ch ohne Gewähr sind und ich kei­ne Haftung über­neh­men kann, soll­te ich dane­ben lie­gen.

Doch nun los: Beim Designschutz gibt es ver­schie­de­ne Bereiche:

Was unter­schei­det die­se?

Ein Patent gibt es für tech­ni­sche Erfindungen, die neu sein müs­sen, gewerb­li­ch nutz­bar sind und etwas „erfun­den wur­de“. Es kann 20 Jahre gel­ten. Ausdrücklich nicht paten­tiert wer­den kön­nen zum Beispiel ästhe­ti­sche Formschöpfungen.

Das Gebrauchsmuster gilt als „klei­ner Bruder“ des Patents, für den ähn­li­che, aber gerin­ge­re Hürden gel­ten. Die Laufzeit beträgt höchs­tens 10 Jahre.

Eine Marke ist ein geschütz­tes Zeichen, was Waren oder Dienstleistungen von Unternehmen unter­schei­den soll. Das kön­nen Begriffe wie „Porsche“ oder „Siemens“ sein, aber auch Logos wie der Apple-Apfel oder Zeichen wie das Rote Kreuz.

Da mit Patenten und Gebrauchsmustern kei­ne Designs geschützt wer­den kön­nen, gibt es das Geschmacksmuster. Das ist ein Schutzrecht, wel­ches ästhe­ti­sche Gestaltungsformen wie Farbe, Form oder Design schützt. Zwar ist es nicht dazu gedacht, Fotos von die­sen Designs zu ver­bie­ten, kann aber gut dazu genutzt wer­den, weil eben auch zwei­di­men­sio­na­le Kopien ver­hin­dert wer­den kön­nen. Die Bedigung für so einen Schutz muss wie­der die Neuheit sein und eine „Eigenart“ auf­wei­sen, sich also opti­sch deut­li­ch von ande­ren schon vor­han­de­nen Mustern unter­schei­den.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, fin­det vom Deutschen Patent- und Markenamt eine Anleitung zur Internet-Suche nach Geschmacksmustern, nach Marken oder nach Patenten.

In der Praxis heißt das für mich: Ein nor­ma­les ein­far­bi­ges T-Shirt, Hemd oder Hose ist kei­ne Neuheit und weist auch kei­ne Eigenart auf, des­we­gen mache ich mir kei­ne Sorgen um Geschmacksmuster, schaue aber, ob irgend­wo klein Markennamen auf Knöpfen, Reißverschlüssen etc. ste­hen, die ich weg­re­tu­schie­ren muss. Je außer­ge­wöhn­li­cher die Gegenstände oder je unge­wöhn­li­cher die Form ist, desto vor­sich­ti­ger bin ich. Einen schlich­ten wei­ßen run­den Teller könn­te ich wahr­schein­li­ch pro­blem­los nut­zen, aber limi­tier­tes Meißener Porzellan wür­de ich nicht benut­zen.

Bei Laptops ent­fer­ne ich die Markennamen und das Windows-Logo auf der Windows-Taste. Bei Apple-Computern wäre ich vor­sich­ti­ger, aber wenn der nicht Hauptbestandteil des Bildes ist und Logos raus­re­t­u­schiert wer­den, geht es zur Not auch. Nur weil der Hersteller sein Produkt auf einem Foto wie­der­er­ken­nen kann, wie der Fragesteller in der Email meint, heißt das noch lan­ge nicht, dass auf dem Produkt Schutzrechte lie­gen, wel­che durch das Foto ver­letzt wür­den.

Manchmal, wenn ich unsi­cher bin, fra­ge ich aber auch. So rief ich einen Taschenrechner-Hersteller an, der mir pro­blem­los die Nutzung der von ihm design­ten Taschenrechner erlaub­te und ein Spielzeug-Hersteller schick­te mir gleich einen Karton mit Spielzeug, was ich benut­zen durf­te. Aber ich erhielt auch Absagen, zum Beispiel vom Berufsverband der Frauenärzte, wel­che mir unter­sag­ten, den Mutterpass auf Fotos zu zei­gen, da sie nicht sicher sein könn­ten, in wel­chem Zusammenhang die Bilder benutzt wür­den.

In den kom­men­den Wochen pla­ne ich ein Sport-Shooting, bei dem ich weiß, dass ein Modell Turnschuhe einer bestimm­ten Firma tra­gen wird. Da muss ich auch vor­her anru­fen, um sicher­zu­ge­hen, ob deren erkenn­ba­re Muster recht­li­ch geschützt sind.

Wie hand­habt ihr das? Was sind Eure Erfahrungen mit geschütz­ten Designs oder Markenrecht bei Stockfotos?