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Fortsetzung meines Preiserhöhung-Tests bei Fotolia

Am ersten März hatte ich ein Experiment gewagt.

Ich hatte zwei meiner Bestseller-Fotos bei Fotolia vom Startpreis mit 1 Credits auf 2 Credits gesetzt. Damit wollte ich sehen, welchen Effekt der damit doppelte Preis für das Kaufverhalten der Bildsucher hat.

Über die ersten Ergebnisse habe ich hier im Blog berichtet.

Am Test gab es in den folgenden Kommentaren vor allem zwei berechtigte Kritikpunkte. Erstens war die getestete Bildmenge nicht groß genug (mein Portfolio ist ja zum Verkaufen, nicht zum Experimentieren da) und zweitens hatte ich als ersten Monat der Preiserhöhung den März gewählt, der jedoch bei fast allen Fotografen immer mit Abstand der beste Monat ist, was die Ergebnisse hätte verzerren können. Außerdem wurde vermutet, dass viele Bildkäufer das Bild schon in ihrer Lightbox gehabt haben könnten und dann trotz des höheren Preises gekauft haben und das ansonsten vielleicht nicht getan hätten.

Deshalb habe ich mir die Zahlen jetzt, nach drei weiteren Monaten mit dem höheren Startpreis noch mal angeschaut, die Auswertung erfolgte wieder mit Stock Performer:

Hier das erste Bild. Die blauen Balken bezeichnen die Umsätze mit dem Foto, die rote Linie zeigt die Verkäufe an. Jeder Balken weist einen Monat aus, demnach ist der dritte dunkelblaue Balken der Monat März. Im März, dem Monat der Preiserhöhung, sind sowohl Umsätze als auch Verkäufe deutlich gestiegen. Die nächsten drei Monate sahen jedoch – wie meine Leser richtig vermutet haben – ganz anders aus. Die Verkäufe gingen merklich zurück, stabilisieren sich gerade aber wieder. Das wichtigste jedoch ist: Die Umsätze sind trotz der Preiserhöhung weiterhin über den Umsätzen mit dem 1-Credit-Startpreis geblieben.

Ähnlich sieht es bei dem zweiten Testbild aus:

Die Verkäufe sind nach der Preiserhöhung gefallen, stabilisieren sich aber wieder. Die Umsätze lagen aber ebenfalls höher als vor der Preiserhöhung.

Das Resultat? Wer die Preise seiner Bilder erhöht, wird unter dem Strich weniger Verkäufe haben, aber trotzdem etwas mehr Einnahmen. Den Einfluss der Verkäufe auf das Ranking und den Suchalgorithmus, den ich im ersten Test-Artikel beschrieben habe, sollte man bei seiner Entscheidung für oder gegen eine Preiserhöhung jedoch berücksichtigen.

Soweit alles klar? Leider nicht ganz. Hier ist die Ansicht eines ähnlichen Fotos aus der Serie, welches sich ebenfalls ganz gut verkauft und wo ich den Startpreis auf 1 Credit gelassen habe:

Wie ihr seht, flachen auch hier ab März ganz leicht die Verkäufe ab, wenn auch nicht in dem Maße wie bei den beiden teureren Fotos. Der Umsatz jedoch ist seit März (eigentlich ab Januar schon) stark gestiegen und hat sich mehr als verdoppelt. Woran liegt das? Ich kann nur raten. Im Juni hat Fotolia die Preise unter anderem bei mir wegen meines Smaragdt-Status für größere Bildgrößen um ca. 20% angehoben, was den starken Ausschlag im Juni erklären könnte. Vielleicht haben auch die Bildkäufer auf günstigere Bilder der gleichen Fotoserie umgeschwenkt? Es bleiben noch einige Fragen offen.

Für mich bleibt immerhin die Feststellung, dass höhere Bildpreise im Schnitt mehr Einnahmen, aber weniger Verkäufe bringen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Preisänderungen gemacht?

Stockfotografie-News 2012-06-15

Nach einiger Zeit haben sich wieder eine Menge Neuigkeiten aus der Bilderbranche angesammelt. Das hat für uns immerhin den kleinen Vorteil, dass wir diese sortieren können und vielleicht sogar einige Trends erkennen. Los geht’s:

  • Dreamstime hat sich des mittlerweile alten Tricks bedient und eine Kommissionskürzung mit einer Preiserhöhung kombiniert. Dadurch ist es viel schwerer zu erkennen, ob es für den Fotografen vorteilhaft ist oder nicht. Kurz gefasst kann man sagen: Fotografen, die viele alte Bilder ohne Verkäufe und/oder viele Bilder in der Level-5-Kategorie hatten, werden benachteiligt, für alle dazwischen gleichen sich Preiserhöhung und Kommissionskürzung ungefähr aus.
  • Auch Fotolia hat still und leise eine teilweise Preiserhöhung vorgenommen: Ab Fotografenstatus Smaragd wurden die Preise ab Bildgröße M um ca. 20% erhöht.
  • Die Bildagentur Aboutpixel verteilt jetzt weniger kostenlose Credits und wird damit indirekt ebenfalls etwas teurer.
  • Es gibt jetzt eine neue Bildagentur namens Timeline Images, die explizit Fotos für die Verwendung in Facebook-Timelines anbietet. Dahinter steckt die Microstock-Agentur Dreamstime.
  • Einer der bekanntesten Stockfotografen weltweit, Yuri Arcurs, hat jetzt seine eigene Bildagentur People Images aufgemacht. Interessante neue Features sind zum Beispiel die zeitlich begrenzte Exklusvität, etwas peinlich finde ich hingegen den „99% Buyout“, der den Microstock-Agenturen wegen der zusätzlichen Arbeit nicht gefallen wird.
  • Eines von Yuri Arcurs‘ Models hat jetzt einen eigenen Videoclip bekommen, der sehr lustig ist: „The Worlds Most Downloaded Man„.
  • Kommen wir zum Börsenteil: Shutterstock plant einen Börsengang, um ca. 115 Millionen US-Dollar für Investitionen einzusammeln. Dafür muss die Agentur spannende Umsatzzahlen veröffentlichen.
  • Fotolia hat vor einigen Tagen ebenfalls eine Finanzspritze von 150 Millionen US-Dollar von der Investmentfirma KKR für 50% der Unternehmensanteile bekommen. Zum Vergleich: Getty Images hatte istockphoto 2006 für 50 Millionen gekauft.
  • Auch die Investmentfirma Hellmann & Friedmann, die 2008 Getty Images für 2,4 Milliarden US-Dollar gekauft hatten, überlegen, ob sie die Agentur verkaufen oder an die Börse bringen sollen. Schätzungen zufolge könnte das 4 Milliarden Dollar einbringen.
  • Die Bildagentur Snapixel hingegen gibt auf und versteigert ihre Agentur, der Kaufpreis liegt zur Zeit bei ca. 3000 US-Dollar, bei einem Umsatz 2011 von ca. 1200 Dollar.
  • Der Zoo der Stadt Leipzig hat noch mal darauf hingewiesen, dass Motive aus deren Zoo nicht ohne Erlaubnis kommerziell genutzt oder über Bildagenturen verkauft werden dürfen.
  • Für die PicNiche Contributor Toolbar gibt es jetzt endlich das Update auf Version 1.1.17, die endlich einige Fehler behebt.
  • Gar keine schlechte Idee, solange die Rechte der Bilder wirklich alle geklärt sind: Es gibt jetzt eine iphone-App namens foap, mit der man direkt die Handybilder verkaufen kann.
  • Die Bildagentur MyLoupe und deren Partneragentur Ad Stock Image haben beschlossen, zum 12.07.2012 keine Bilder mehr zu verkaufen. Betroffene Fotografen können ihr Portfolio dann über Universal Images Group anbieten.
  • Eine tolle Neuigkeit für Fotografen: Fotolia bietet jetzt endlich eine Batch-Bearbeitung von neu hochgeladenen Bildern an. Die Funktion findet ihr im Upload-Bereich unter dem Tab „Indexierung“.
  • Auch Shutterstock haut die Innovationen nur so raus: Frisch aus deren Labor kommt Shutterstock Instant, eine Bildersuche für Leute, die noch nicht genau wissen, was sie finden wollen.
  • Getty Images hat ein neues, schönes Wasserzeichen eingeführt. Besonders löblich finde ich, dass der Fotografenname und die Bildnummer mit genannt werden. Angeblich soll es aber auch das Auffinden unlizenzierter Kopien erleichtern.
  • istockphoto hat die Richtlinien für redaktionelle Fotos erneuert und einige rechtliche Hürden genauer erklärt.
  • Jetzt noch etwas Lesestoff: Es gibt einen neuen Blog über Macrostock, betrieben von Westend61, der bisher für alle Stockfotografen sehr lesenswerte Beiträge enthält.
  • Was hingegen mit einem Kürbissuppenfoto im Microstock-Markt passieren kann, beschreibt Elisabeth Coelfen in ihrem Blog Foodphotolove. Lest auch die Fortsetzung.
  • Richtig dreist finde ich es, wenn Webseiten überlegen, ob sie für DMCA-Takedown-Notices Geld verlangen sollen. Erst Urheberrechtsverletzungen ermöglichen und dann die Urheber zur Kasse bitten?
  • Noch mal zum leidigen Thema Piratenpartei und Urheberrecht: Laut dem Kommentar von HaSi wissen einige in der AG Urheberrecht nicht mal, dass man mit Fotos wirklich Geld verdienen kann.

Puh, das war eine Menge und die News deuten an, dass sich auch in nächster Zeit viel ändern wird. Bleiben wir gespannt.

Habe ich etwas vergessen? Dann bitte in den Kommentaren nachtragen.

Auswirkungen von Preiserhöhungen für Fotos bei Fotolia

Fotografen bei der Microstock-Bildagentur Fotolia* haben unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, den Startpreis ihrer Bilder zu ändern. Standardmäßig werden Fotos für 1 Credit in kleinster Größe verkauft. Wer Bilder exklusiv oder teilexklusiv dort anbietet, kann ab dem Ranking-Level „Bronze“ den Startpreis auf zwei Credits erhöhen, nicht-exklusive Anbieter können das am dem Ranking-Status „Smaragd“. Ab dem Ranking „Silber“ (bzw. „Saphir für nicht-exklusive Fotografen) kann der Startpreis auch bis drei Credits erhöht werden.

Wer dazu die Möglichkeit hat, fragt sich oft: Ist das sinnvoll? Ist es lukrativ, den Preis zu erhöhen? Einerseits bekommt man dann mehr Geld pro Verkauf, andererseits kaufen die Leute stattdessen vielleicht andere, günstigere Bilder und man erhält gar nichts.

Ich habe das letzten Monat mal mit zwei Fotos getestet: Am 01. März habe ich zwei relativ neue Fotos, die sich gut verkaufen, von 1 Credit auf 2 Credits gesetzt. Damit wurden sie schlagartig doppelt so „teuer“ (sofern man das bei Microstock-Bildern so nennen kann). Ich wollte sehen, wie sich die Verkäufe in diesem Monat mit dem neuen Preis entwickeln. Hier die Ergebnisse:

Die blauen Balken zeigen die Umsätze des Fotos pro Monat bei Fotolia. Die rote Linie zeigt den Verlauf der Verkäufe selbst an. Der letzte Balken ganz rechts ist für den Monat März, wo ich den Preis erhöht habe. Wie sehr deutlich zu sehen ist, konnte ich in diesem Monat die Einnahmen mit dem Foto im Vergleich zum Vormonat mehr als verdoppeln (genauer: 115% mehr Credits). Mehr noch: Im März hat das Foto mehr Einnahmen erzielt als die gesamten fünf Monate zuvor! Auch die Verkaufszahlen stiegen weiterhin an, wenn auch nicht mehr so stark wie in den drei Monaten zuvor (26% mehr Verkäufe).

Bei diesem zweiten Bild ist ein ähnliches Schema zu erkennen. Die Umsätze hier „nur“ fast verdoppelt (73% mehr Credits), die Downloads nahmen ebenfalls zu, auch wieder eine geringere Zunahme als die Monate zuvor (7% mehr Verkäufe).

Was sagt uns das? Unter dem Strich war es ein gelungenes Experiment. Ich konnte meine Umsätze mit den Bildern deutlich steigern und auch die Verkäufe selbst waren weniger davon betroffen als gedacht. Selbst wenn die Verkäufe auf dem Vormonatsniveau stagniert wären, wäre der Umsatz gestiegen, weil der Preis pro Download höher ist. Diese Zahlen sind auch relativ aussagekräftig, weil hier Verkäufe im dreistelligen Bereich ausgewertet wurden, wo zufällige Schwankungen weniger ins Gewicht fallen.

Die statistische Auswertung der Verkäufe übernahm wieder das hilfreiche Analysetool Stock Performer für mich.

Zusätzlich habe ich eine andere interessante Beobachtung gemacht: Ich hatte wie andere Fotografen die Vermutung, dass viele Bildkäufer wegen des höheren Preises lieber die nächstkleinere Bildgröße kaufen, also XS statt S, S statt M und so weiter. Selbst wenn das alle Käufer machen würden, würde ich mit der Preissteigerung trotzdem mehr verdienen, weil die Käufer bei jedem „Downgrade“ (außer von XS auf S) trotzdem mehr als vorher bezahlen würden, siehe hier: Grün bedeutet eine Preisersparnis, rot eine Preissteigerung.

Luis Alvarez von Stock Performer war so freundlich, extra für mich tiefer in seiner Datenbank zu wühlen und mir rauszusuchen, wie sich die prozentuale Verteilung der gekauften Bildgrößen geändert hat (das geht noch nicht automatisch, aber ist in Arbeit). Schauen wir uns das zuerst grafisch an:

Die obere Grafik ist für das „Daumen hoch„-Bild*, die untere für das „Studenten beim Lernen„-Bild*. Die blauen Balken zeigen die prozentuale Verteilung der gekauften Bildgrößen für Februar, die lila Balken die Verteilung für März.

Es ist klar zu sehen, dass meine Vermutung vollkommen falsch war: Die Bildkäufer kaufen keine kleineren Größen, wenn das Bild teurer ist, im Gegenteil. Sie kaufen stattdessen vermehrt größere Lizenzen. Warum das so ist, ist mir noch unklar. Es könnte sein, dass die „Schnäppchenjäger“, die vor allem für Blogs und Internetseiten billiges Fotomaterial brauchen, durch die höheren Preise abgeschreckt sind und deshalb vermehrt die Leute kaufen, welche die Fotos drucken wollen. Das würde zwar die Verschiebung hin zu den größeren Lizenzen erklären, aber nicht die absolute Steigerung der Downloads. Vielleicht rankt Fotolia die Bilder besser, wenn vermehrt mehr Geld dafür ausgegeben wird?

All diese Erkenntnisse bedeuten, dass es kurzfristig finanziell betrachtet oft sinnvoll sein kann, die Preise von Bildern zu erhöhen.

Trotzdem gibt es vor allem zwei Faktoren zu berücksichtigen, welche diese optimistische Annahme etwas relativieren.

Erstens ist das der Ranking-Status: Bei Fotolia verdienen die Fotografen umso mehr Kommissionen, je höher sie im Ranking aufsteigen. Das ist in der Tabelle obven gut sichtbar. Es fängt bei 20% an und geht bis 46%. Für das Ranking werden jedoch nur die reinen Verkaufszahlen berücksichtigt, aber nicht die Umsätze. Wie ganz oben ersichtlich ist, nehmen die Verkäufe nicht so schnell zu, wenn der Preis erhöht wird. Das bedeutet, dass es länger dauert, bis ein Fotograf den nächsten Rang und damit eine generelle Kommissionserhöhung erhält. In der Praxis deshalb mein Tipp: Die Erhöhung der Startpreise ist vor allem für nicht-exklusive Fotografen ab Smaragd-Status und für exklusive-Fotografen ab Gold-Status empfehlenswert, weil ab dann die Prozentpunkte bei den Kommissionen nur wenig erhöht werden und die Verweildauer auf der gleichen Rankingstufe deutlich länger ist.

Zweitens spielt der Suchalgorithmus eine Rolle: Neben enigen anderen Faktoren ist vor allem die Anzahl der Verkäufe eines Bildes ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung, wie weit oben es bei Suchanfragen angezeigt wird. Je öfter und je höher ein Foto den Käufern bei den Suchtreffern gezeigt wird, desto öfter verkauft es sich. Das kann gerade am Anfang des Lebenszyklus‘ eines Bildes entscheidend sein, ob das Bild ein Bestseller oder ein Ladenhüter wird. Außerdem gibt es bei Fotolia einen Preisfilter, mit dem Leute sich nur Bilder für 1 Credit Startpreis anzeigen lassen können. Da wären 2 Credit-Bilder dann nicht dabei. Deswegen erhöhe ich die Preise meiner Bilder nur, wenn sie sich „bewiesen“ haben, das heißt, schon häufig verkauft wurden. Außerdem kann es sein, dass sich das Verhältnis von Bildansichten und Verkäufen bei einer Preiserhöhung verschlechtert, was wiederum ebenfalls zu einer Benachteilung der Bilder im Suchalgorithmus führen kann. Das müsste ich etwas beobachten.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Veränderungen eurer Bildpreise gemacht?

* Affiliate

Stockfotografie-News 2011-01-21

Wer als Stockfotograf paar Wochen Pause macht, kann sich auf umfangreiche Lektüre einstellen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Als Anhaltspunkt hier einige Updates:

  • Die Frage lag auf der Hand, seitdem Shutterstock die Agentur BigStockPhoto gekauft hatte: Können Fotografen von Shutterstock ihre Bilder automatisch zu BigStock senden? Lange hieß es, nein, das sei nicht möglich, nun geht es doch: Vorerst dürfen ausgewählte Fotografen (mit großen Portfolios und vielen Verkäufen) ihre Bilder automatisch zu BigStock kopieren, danach soll der Prozeß schrittweise für mehr Kontributoren geöffnet werden.
  • Die Bildmaschine kündigte per Email an ihre Fotografen einen „kompletten Relaunch“ für das zweite Quartal 2011 an. Im Zuge der Neuausrichtung wurde der Bildbestand von 1,5 Millionen Bilder neu gesichtet und Bilder gelöscht, die entweder weniger als 5 Megapixel hatten, deren Verschlagwortung nicht optimal war oder bei der die Bildmaschine keine Vermarktungschancen sieht. Vor allem letzteres rief bei Fotografen hämische Kommentare hervor, die über die Bildagenturen seit mehreren Jahren keine Bilder verkaufen konnten.
  • Begeisterung löste hingegen eine andere Meldung aus: Die Bildagenturen Fotolia und Dreamstime liefern keine Bilder mehr an Pixmac. Auf den ersten Blick ist es vielleicht verwunderlich, dass eine Vertragskündigung Jubel auslöst, aber die Hintergründe lassen einem schon ein Kribbeln über den Rücken laufen. Ich hatte vor einigen Wochen im Blog über Pixmac berichtet und das fiel nicht positiv aus. Mittlerweile erhebt Dreamstime offiziell den Vorwurf, dass Pixmac Bilder entgegen vertraglichen Vereinbarungen verkaufen würde und – noch schlimmer – Verkäufe nicht immer mit Fotografen abrechnen würde. Viele Fotografen melden sich auch in deutschen und englischen Foren, dass zum Beispiel Namen falsch zugeordnet würden, fremde Bilder im eigenen Portfolio zu finden seien und vieles mehr. Das kann ich aus eigener Hand bestätigen, da ich selbst mehrere fremde Bilder in meinem Portfolio fand. Da bekommt die aktuelle Pressemitteilung von Pixmac, in der sie von „fairen Regeln“ sprechen, einen bitteren Beigeschmack.
  • Übrigens: Wer meint, er habe mit Pixmac nichts zu tun, sollte nicht so sicher sein. Wer zum Beispiel bei BigStock, 123rf, Fotolia, Dreamstime oder Imagebroker Bilder verkauft und dort die Weitergabe seiner Bilder an Partneragenturen erlaubt hat, könnte seine Fotos bei Pixmac finden. Ob unter seinem Namen, ist jedoch nicht immer gesichert. Erster Anhaltspunkt zur Suche: Bei Pixmac nach einem häufigen Keyword der eigenen Bilder suchen und unter „Erweiterte Suche“ im Feld „Urheber“ seinen Benutzernamen bei einem der genannten Bildagenturen eintragen.
  • Alamy sucht professionelle Videofilmer, die ihr Footage über die Bildagentur vermarkten wollen. Damit sind ausdrücklich jedoch keine Fotografen gemeint, die bisher nur ein bißchen an der Videofunktion ihrer DSLR herumspielen. Wie ich zum Beispiel.. 🙂
  • Nachdem istockphoto die Honorare für Fotografen Anfang des Jahres gesenkt hatte, sie danach minimal angepasst hat, es zur Weihnachtszeit einen großangelegten Betrugsversuch gab und die Suche momentan nicht richtig funktioniert, geht istockphoto den einzig logischen Schritt: Die Bildagentur hebt die Preise an. Betroffen sind nicht nur Fotos, sondern hauptsächlich Videos.
  • Aber auch Fotolia senkt wieder die Fotografenhonorare: Nicht-exkusive Fotografen bekommen ab nächste Woche nur noch 20 statt 25% (Ranking Weiß), 23 statt 28% (Bronze), 25 statt 31% (Silber) oder 31 statt 34% (Gold). Exklusive Fotografen erhalten dann nur noch 35 statt 42% (Ranking Weiß), 40 statt 45% (Bronze) oder 45 statt 48% (Silber). Ein kurzes Durchrechnen ergab: Ich werde vermutlich einen dreistelligen Honorarverlust haben.
  • Noch mal istockphoto: Die Firma Lookstat hat errechnet, dass bei wichtigen Suchbegriffen wie „Business“ oder „Medizin“ exklusive Bilder 4x häufiger als nicht-exklusive Bilder bei istockphoto angezeigt werden.
  • Paul Melcher stellt in seinem Blog die Firma X-Pire vor und mit ihr einen interessanten Ansatz, wie es in Zukunft vielleicht möglich sein könnte, die „rights managed“-Lizenzierung von Bilder zu neuem Glanz zu verhelfen.
  • Nachdem Yuri Arcurs seine Bildbearbeitung nach Indien ausgelagert hat, crowdsourct er jetzt auch seine Art Direction. Vielleicht sollte ich das auch mal machen.
  • Nach einigen anderen Bildagenturen hat jetzt auch Veer ein Riesen-Shooting namens „Photo Op 2010“ organisiert. Die Ergebnisse, Making-Of-Fotos und ein Making-Of-Video gibt es hier zu sehen.
  • Da ich vor kurzem verschiedene Software zum Erstellen einer eigenen Bildagentur vorgestellt habe, soll dieser Hinweis nicht fehlen: Am 28.1. stellt der Journalistenverband DJV in einem Online-Seminar das hauseigene DJV-Bilderportal vor, mit dem Fotografen selbst ihre Bilder vermarkten können.
  • Nicht nur für Fotografen, sondern für alle Selbständigen interessant ist dieses Flussdiagramm, welches einem die Frage beantwortet: „Wann sollte ich umsonst für jemanden arbeiten?“

Was sagt ihr zu den Neuigkeiten? Habe ich etwas vergessen? Wenn ja, dann bitte wieder als Kommentar ergänzen.

Auswirkungen der Preisänderungen bei Fotolia

Zum Beginn des Jahres hatte die Microstock-Bildagentur Fotolia ihre Preisstruktur geändert. Kurz gesagt wurden die Preise etwas erhöht und Bildgrößen zusammengefasst und die Fotografenhonorare meist etwas gesenkt. Fotolia hat behauptet, dass unter dem Strich mehr Geld für die Fotografen bleiben würde, was in Fotografen-Foren eher bezweifelt wurde. Deswegen habe ich mal wieder in meine Zahlen geschaut und kann euch handfeste Ergebnisse nennen.

Mein Verdienst bei Fotolia pro Verkauf (RPD = Revenue per Download) lag in den letzten drei Monaten 2009 zwischen 1,06 und 1,08 Euro. Im Januar 2010 lag mein Verdienst pro Verkauf bei 1,11 Euro. Das ist eine minimale Steigerung. Als Grundlage habe ich nur die „normalen“ Verkäufe genommen, einige Erweiterte Lizenzen habe ich nicht berücksichtigt, da sie die RPD-Werte verfälschen würden. Da sich sowohl meine Verkäufe als auch meine Einnahmen im hohen dreistelligen Bereich bewegen, sind diese Werte statistisch gesehen sehr „sicher“. Fairerweise muss ich jedoch sagen, dass meine RPD-Werte Anfang 2009 eher um 1,25 Euro lagen, was sicher damit zu tun hat, dass ich zu der Zeit mehr exklusive Fotos eingestellt hatte, die höhere Einnahmen erzielen.

Revenue per Download bei Fotolia

Übrigens hat Fotolia am Montag den Wert eines Credits von 1 Euro auf 1,20 Euro angehoben. Wie es scheint, betrifft das aber nur den Wert der Credits für Käufer, die Fotografen tauschen die Credits 1:1 zurück.


Habt ihr mal nachgerechnet, wie sich Euer RPD bei Fotolia entwickelt hat?