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Fortsetzung meines Preiserhöhung-Tests bei Fotolia

Am ers­ten März hat­te ich ein Experiment gewagt.

Ich hat­te zwei mei­ner Bestseller-Fotos bei Fotolia vom Startpreis mit 1 Credits auf 2 Credits gesetzt. Damit woll­te ich sehen, wel­chen Effekt der damit dop­pel­te Preis für das Kaufverhalten der Bildsucher hat.

Über die ers­ten Ergebnisse habe ich hier im Blog berich­tet.

Am Test gab es in den fol­gen­den Kommentaren vor allem zwei berech­tig­te Kritikpunkte. Erstens war die getes­te­te Bildmenge nicht groß genug (mein Portfolio ist ja zum Verkaufen, nicht zum Experimentieren da) und zwei­tens hat­te ich als ers­ten Monat der Preiserhöhung den März gewählt, der jedoch bei fast allen Fotografen immer mit Abstand der bes­te Monat ist, was die Ergebnisse hät­te ver­zer­ren kön­nen. Außerdem wur­de ver­mu­tet, dass vie­le Bildkäufer das Bild schon in ihrer Lightbox gehabt haben könn­ten und dann trotz des höhe­ren Preises gekauft haben und das ansons­ten viel­leicht nicht getan hät­ten.

Deshalb habe ich mir die Zahlen jetzt, nach drei wei­te­ren Monaten mit dem höhe­ren Startpreis noch mal ange­schaut, die Auswertung erfolg­te wie­der mit Stock Performer:

Hier das ers­te Bild. Die blau­en Balken bezeich­nen die Umsätze mit dem Foto, die rote Linie zeigt die Verkäufe an. Jeder Balken weist einen Monat aus, dem­nach ist der drit­te dun­kel­blaue Balken der Monat März. Im März, dem Monat der Preiserhöhung, sind sowohl Umsätze als auch Verkäufe deut­li­ch gestie­gen. Die nächs­ten drei Monate sahen jedoch – wie mei­ne Leser rich­tig ver­mu­tet haben – ganz anders aus. Die Verkäufe gin­gen merk­li­ch zurück, sta­bi­li­sie­ren sich gera­de aber wie­der. Das wich­tigs­te jedoch ist: Die Umsätze sind trotz der Preiserhöhung wei­ter­hin über den Umsätzen mit dem 1-Credit-Startpreis geblie­ben.

Ähnlich sieht es bei dem zwei­ten Testbild aus:

Die Verkäufe sind nach der Preiserhöhung gefal­len, sta­bi­li­sie­ren sich aber wie­der. Die Umsätze lagen aber eben­falls höher als vor der Preiserhöhung.

Das Resultat? Wer die Preise sei­ner Bilder erhöht, wird unter dem Strich weni­ger Verkäufe haben, aber trotz­dem etwas mehr Einnahmen. Den Einfluss der Verkäufe auf das Ranking und den Suchalgorithmus, den ich im ers­ten Test-Artikel beschrie­ben habe, soll­te man bei sei­ner Entscheidung für oder gegen eine Preiserhöhung jedoch berück­sich­ti­gen.

Soweit alles klar? Leider nicht ganz. Hier ist die Ansicht eines ähn­li­chen Fotos aus der Serie, wel­ches sich eben­falls ganz gut ver­kauft und wo ich den Startpreis auf 1 Credit gelas­sen habe:

Wie ihr seht, fla­chen auch hier ab März ganz leicht die Verkäufe ab, wenn auch nicht in dem Maße wie bei den bei­den teu­re­ren Fotos. Der Umsatz jedoch ist seit März (eigent­li­ch ab Januar schon) stark gestie­gen und hat sich mehr als ver­dop­pelt. Woran liegt das? Ich kann nur raten. Im Juni hat Fotolia die Preise unter ande­rem bei mir wegen mei­nes Smaragdt-Status für grö­ße­re Bildgrößen um ca. 20% ange­ho­ben, was den star­ken Ausschlag im Juni erklä­ren könn­te. Vielleicht haben auch die Bildkäufer auf güns­ti­ge­re Bilder der glei­chen Fotoserie umge­schwenkt? Es blei­ben noch eini­ge Fragen offen.

Für mich bleibt immer­hin die Feststellung, dass höhe­re Bildpreise im Schnitt mehr Einnahmen, aber weni­ger Verkäufe brin­gen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Preisänderungen gemacht?

Stockfotografie-News 2012-06-15

Nach eini­ger Zeit haben sich wie­der eine Menge Neuigkeiten aus der Bilderbranche ange­sam­melt. Das hat für uns immer­hin den klei­nen Vorteil, dass wir die­se sor­tie­ren kön­nen und viel­leicht sogar eini­ge Trends erken­nen. Los geht’s:

  • Dreamstime hat sich des mitt­ler­wei­le alten Tricks bedient und eine Kommissionskürzung mit einer Preiserhöhung kom­bi­niert. Dadurch ist es viel schwe­rer zu erken­nen, ob es für den Fotografen vor­teil­haft ist oder nicht. Kurz gefasst kann man sagen: Fotografen, die vie­le alte Bilder ohne Verkäufe und/oder vie­le Bilder in der Level-5-Kategorie hat­ten, wer­den benach­tei­ligt, für alle dazwi­schen glei­chen sich Preiserhöhung und Kommissionskürzung unge­fähr aus.
  • Auch Fotolia hat still und lei­se eine teil­wei­se Preiserhöhung vor­ge­nom­men: Ab Fotografenstatus Smaragd wur­den die Preise ab Bildgröße M um ca. 20% erhöht.
  • Die Bildagentur Aboutpixel ver­teilt jetzt weni­ger kos­ten­lo­se Credits und wird damit indi­rekt eben­falls etwas teu­rer.
  • Es gibt jetzt eine neue Bildagentur namens Timeline Images, die expli­zit Fotos für die Verwendung in Facebook-Timelines anbie­tet. Dahinter steckt die Microstock-Agentur Dreamstime.
  • Einer der bekann­tes­ten Stockfotografen welt­weit, Yuri Arcurs, hat jetzt sei­ne eige­ne Bildagentur People Images auf­ge­macht. Interessante neue Features sind zum Beispiel die zeit­li­ch begrenz­te Exklusvität, etwas pein­li­ch fin­de ich hin­ge­gen den „99% Buyout“, der den Microstock-Agenturen wegen der zusätz­li­chen Arbeit nicht gefal­len wird.
  • Eines von Yuri Arcurs‘ Models hat jetzt einen eige­nen Videoclip bekom­men, der sehr lus­tig ist: „The Worlds Most Downloaded Man“.
  • Kommen wir zum Börsenteil: Shutterstock plant einen Börsengang, um ca. 115 Millionen US-Dollar für Investitionen ein­zu­sam­meln. Dafür muss die Agentur span­nen­de Umsatzzahlen ver­öf­fent­li­chen.
  • Fotolia hat vor eini­gen Tagen eben­falls eine Finanzspritze von 150 Millionen US-Dollar von der Investmentfirma KKR für 50% der Unternehmensanteile bekom­men. Zum Vergleich: Getty Images hat­te istock­pho­to 2006 für 50 Millionen gekauft.
  • Auch die Investmentfirma Hellmann & Friedmann, die 2008 Getty Images für 2,4 Milliarden US-Dollar gekauft hat­ten, über­le­gen, ob sie die Agentur ver­kau­fen oder an die Börse brin­gen sol­len. Schätzungen zufol­ge könn­te das 4 Milliarden Dollar ein­brin­gen.
  • Die Bildagentur Snapixel hin­ge­gen gibt auf und ver­stei­gert ihre Agentur, der Kaufpreis liegt zur Zeit bei ca. 3000 US-Dollar, bei einem Umsatz 2011 von ca. 1200 Dollar.
  • Der Zoo der Stadt Leipzig hat noch mal dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Motive aus deren Zoo nicht ohne Erlaubnis kom­mer­zi­ell genutzt oder über Bildagenturen ver­kauft wer­den dür­fen.
  • Für die PicNiche Contributor Toolbar gibt es jetzt end­li­ch das Update auf Version 1.1.17, die end­li­ch eini­ge Fehler behebt.
  • Gar kei­ne schlech­te Idee, solan­ge die Rechte der Bilder wirk­li­ch alle geklärt sind: Es gibt jetzt eine iphone-App namens foap, mit der man direkt die Handybilder ver­kau­fen kann.
  • Die Bildagentur MyLoupe und deren Partneragentur Ad Stock Image haben beschlos­sen, zum 12.07.2012 kei­ne Bilder mehr zu ver­kau­fen. Betroffene Fotografen kön­nen ihr Portfolio dann über Universal Images Group anbie­ten.
  • Eine tol­le Neuigkeit für Fotografen: Fotolia bie­tet jetzt end­li­ch eine Batch-Bearbeitung von neu hoch­ge­la­de­nen Bildern an. Die Funktion fin­det ihr im Upload-Bereich unter dem Tab „Indexierung“.
  • Auch Shutterstock haut die Innovationen nur so raus: Frisch aus deren Labor kommt Shutterstock Instant, eine Bildersuche für Leute, die noch nicht gen­au wis­sen, was sie fin­den wol­len.
  • Getty Images hat ein neu­es, schö­nes Wasserzeichen ein­ge­führt. Besonders löb­li­ch fin­de ich, dass der Fotografenname und die Bildnummer mit genannt wer­den. Angeblich soll es aber auch das Auffinden unli­zen­zier­ter Kopien erleich­tern.
  • istock­pho­to hat die Richtlinien für redak­tio­nel­le Fotos erneu­ert und eini­ge recht­li­che Hürden genau­er erklärt.
  • Jetzt noch etwas Lesestoff: Es gibt einen neu­en Blog über Macrostock, betrie­ben von Westend61, der bis­her für alle Stockfotografen sehr lesens­wer­te Beiträge ent­hält.
  • Was hin­ge­gen mit einem Kürbissuppenfoto im Microstock-Markt pas­sie­ren kann, beschreibt Elisabeth Coelfen in ihrem Blog Foodphotolove. Lest auch die Fortsetzung.
  • Richtig dreist fin­de ich es, wenn Webseiten über­le­gen, ob sie für DMCA-Takedown-Notices Geld ver­lan­gen sol­len. Erst Urheberrechtsverletzungen ermög­li­chen und dann die Urheber zur Kasse bit­ten?
  • Noch mal zum lei­di­gen Thema Piratenpartei und Urheberrecht: Laut dem Kommentar von HaSi wis­sen eini­ge in der AG Urheberrecht nicht mal, dass man mit Fotos wirk­li­ch Geld ver­die­nen kann.

Puh, das war eine Menge und die News deu­ten an, dass sich auch in nächs­ter Zeit viel ändern wird. Bleiben wir gespannt.

Habe ich etwas ver­ges­sen? Dann bit­te in den Kommentaren nach­tra­gen.

Auswirkungen von Preiserhöhungen für Fotos bei Fotolia

Fotografen bei der Microstock-Bildagentur Fotolia* haben unter bestimm­ten Voraussetzungen die Möglichkeit, den Startpreis ihrer Bilder zu ändern. Standardmäßig wer­den Fotos für 1 Credit in kleins­ter Größe ver­kauft. Wer Bilder exklu­siv oder tei­lex­klu­siv dort anbie­tet, kann ab dem Ranking-Level „Bronze“ den Startpreis auf zwei Credits erhö­hen, nicht-exklusive Anbieter kön­nen das am dem Ranking-Status „Smaragd“. Ab dem Ranking „Silber“ (bzw. „Saphir für nicht-exklusive Fotografen) kann der Startpreis auch bis drei Credits erhöht wer­den.

Wer dazu die Möglichkeit hat, fragt sich oft: Ist das sinn­voll? Ist es lukra­tiv, den Preis zu erhö­hen? Einerseits bekommt man dann mehr Geld pro Verkauf, ande­rer­seits kau­fen die Leute statt­des­sen viel­leicht ande­re, güns­ti­ge­re Bilder und man erhält gar nichts.

Ich habe das letz­ten Monat mal mit zwei Fotos getes­tet: Am 01. März habe ich zwei rela­tiv neue Fotos, die sich gut ver­kau­fen, von 1 Credit auf 2 Credits gesetzt. Damit wur­den sie schlag­ar­tig dop­pelt so „teu­er“ (sofern man das bei Microstock-Bildern so nen­nen kann). Ich woll­te sehen, wie sich die Verkäufe in die­sem Monat mit dem neu­en Preis ent­wi­ckeln. Hier die Ergebnisse:

Die blau­en Balken zei­gen die Umsätze des Fotos pro Monat bei Fotolia. Die rote Linie zeigt den Verlauf der Verkäufe selbst an. Der letz­te Balken ganz rechts ist für den Monat März, wo ich den Preis erhöht habe. Wie sehr deut­li­ch zu sehen ist, konn­te ich in die­sem Monat die Einnahmen mit dem Foto im Vergleich zum Vormonat mehr als ver­dop­peln (genau­er: 115% mehr Credits). Mehr noch: Im März hat das Foto mehr Einnahmen erzielt als die gesam­ten fünf Monate zuvor! Auch die Verkaufszahlen stie­gen wei­ter­hin an, wenn auch nicht mehr so stark wie in den drei Monaten zuvor (26% mehr Verkäufe).

Bei die­sem zwei­ten Bild ist ein ähn­li­ches Schema zu erken­nen. Die Umsätze hier „nur“ fast ver­dop­pelt (73% mehr Credits), die Downloads nah­men eben­falls zu, auch wie­der eine gerin­ge­re Zunahme als die Monate zuvor (7% mehr Verkäufe).

Was sagt uns das? Unter dem Strich war es ein gelun­ge­nes Experiment. Ich konn­te mei­ne Umsätze mit den Bildern deut­li­ch stei­gern und auch die Verkäufe selbst waren weni­ger davon betrof­fen als gedacht. Selbst wenn die Verkäufe auf dem Vormonatsniveau sta­gniert wären, wäre der Umsatz gestie­gen, weil der Preis pro Download höher ist. Diese Zahlen sind auch rela­tiv aus­sa­ge­kräf­tig, weil hier Verkäufe im drei­stel­li­gen Bereich aus­ge­wer­tet wur­den, wo zufäl­li­ge Schwankungen weni­ger ins Gewicht fal­len.

Die sta­tis­ti­sche Auswertung der Verkäufe über­nahm wie­der das hilf­rei­che Analysetool Stock Performer für mich.

Zusätzlich habe ich eine ande­re inter­es­san­te Beobachtung gemacht: Ich hat­te wie ande­re Fotografen die Vermutung, dass vie­le Bildkäufer wegen des höhe­ren Preises lie­ber die nächst­klei­ne­re Bildgröße kau­fen, also XS statt S, S statt M und so wei­ter. Selbst wenn das alle Käufer machen wür­den, wür­de ich mit der Preissteigerung trotz­dem mehr ver­die­nen, weil die Käufer bei jedem „Downgrade“ (außer von XS auf S) trotz­dem mehr als vor­her bezah­len wür­den, sie­he hier: Grün bedeu­tet eine Preisersparnis, rot eine Preissteigerung.

Luis Alvarez von Stock Performer war so freund­li­ch, extra für mich tie­fer in sei­ner Datenbank zu wüh­len und mir raus­zu­su­chen, wie sich die pro­zen­tua­le Verteilung der gekauf­ten Bildgrößen geän­dert hat (das geht noch nicht auto­ma­ti­sch, aber ist in Arbeit). Schauen wir uns das zuer­st gra­fi­sch an:

Die obere Grafik ist für das „Daumen hoch“-Bild*, die unte­re für das „Studenten beim Lernen“-Bild*. Die blau­en Balken zei­gen die pro­zen­tua­le Verteilung der gekauf­ten Bildgrößen für Februar, die lila Balken die Verteilung für März.

Es ist klar zu sehen, dass mei­ne Vermutung voll­kom­men fal­sch war: Die Bildkäufer kau­fen kei­ne klei­ne­ren Größen, wenn das Bild teu­rer ist, im Gegenteil. Sie kau­fen statt­des­sen ver­mehrt grö­ße­re Lizenzen. Warum das so ist, ist mir noch unklar. Es könn­te sein, dass die „Schnäppchenjäger“, die vor allem für Blogs und Internetseiten bil­li­ges Fotomaterial brau­chen, durch die höhe­ren Preise abge­schreckt sind und des­halb ver­mehrt die Leute kau­fen, wel­che die Fotos dru­cken wol­len. Das wür­de zwar die Verschiebung hin zu den grö­ße­ren Lizenzen erklä­ren, aber nicht die abso­lu­te Steigerung der Downloads. Vielleicht rankt Fotolia die Bilder bes­ser, wenn ver­mehrt mehr Geld dafür aus­ge­ge­ben wird?

All die­se Erkenntnisse bedeu­ten, dass es kurz­fris­tig finan­zi­ell betrach­tet oft sinn­voll sein kann, die Preise von Bildern zu erhö­hen.

Trotzdem gibt es vor allem zwei Faktoren zu berück­sich­ti­gen, wel­che die­se opti­mis­ti­sche Annahme etwas rela­ti­vie­ren.

Erstens ist das der Ranking-Status: Bei Fotolia ver­die­nen die Fotografen umso mehr Kommissionen, je höher sie im Ranking auf­stei­gen. Das ist in der Tabelle obven gut sicht­bar. Es fängt bei 20% an und geht bis 46%. Für das Ranking wer­den jedoch nur die rei­nen Verkaufszahlen berück­sich­tigt, aber nicht die Umsätze. Wie ganz oben ersicht­li­ch ist, neh­men die Verkäufe nicht so schnell zu, wenn der Preis erhöht wird. Das bedeu­tet, dass es län­ger dau­ert, bis ein Fotograf den nächs­ten Rang und damit eine gene­rel­le Kommissionserhöhung erhält. In der Praxis des­halb mein Tipp: Die Erhöhung der Startpreise ist vor allem für nicht-exklusive Fotografen ab Smaragd-Status und für exklusive-Fotografen ab Gold-Status emp­feh­lens­wert, weil ab dann die Prozentpunkte bei den Kommissionen nur wenig erhöht wer­den und die Verweildauer auf der glei­chen Rankingstufe deut­li­ch län­ger ist.

Zweitens spielt der Suchalgorithmus eine Rolle: Neben eni­gen ande­ren Faktoren ist vor allem die Anzahl der Verkäufe eines Bildes ein wich­ti­ger Punkt bei der Entscheidung, wie weit oben es bei Suchanfragen ange­zeigt wird. Je öfter und je höher ein Foto den Käufern bei den Suchtreffern gezeigt wird, desto öfter ver­kauft es sich. Das kann gera­de am Anfang des Lebenszyklus‘ eines Bildes ent­schei­dend sein, ob das Bild ein Bestseller oder ein Ladenhüter wird. Außerdem gibt es bei Fotolia einen Preisfilter, mit dem Leute sich nur Bilder für 1 Credit Startpreis anzei­gen las­sen kön­nen. Da wären 2 Credit-Bilder dann nicht dabei. Deswegen erhö­he ich die Preise mei­ner Bilder nur, wenn sie sich „bewie­sen“ haben, das heißt, schon häu­fig ver­kauft wur­den. Außerdem kann es sein, dass sich das Verhältnis von Bildansichten und Verkäufen bei einer Preiserhöhung ver­schlech­tert, was wie­der­um eben­falls zu einer Benachteilung der Bilder im Suchalgorithmus füh­ren kann. Das müss­te ich etwas beob­ach­ten.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Veränderungen eurer Bildpreise gemacht?

* Affiliate

Stockfotografie-News 2011-01-21

Wer als Stockfotograf paar Wochen Pause macht, kann sich auf umfang­rei­che Lektüre ein­stel­len, um auf dem Laufenden zu blei­ben. Als Anhaltspunkt hier eini­ge Updates:

  • Die Frage lag auf der Hand, seit­dem Shutterstock die Agentur BigStockPhoto gekauft hat­te: Können Fotografen von Shutterstock ihre Bilder auto­ma­ti­sch zu BigStock sen­den? Lange hieß es, nein, das sei nicht mög­li­ch, nun geht es doch: Vorerst dür­fen aus­ge­wähl­te Fotografen (mit gro­ßen Portfolios und vie­len Verkäufen) ihre Bilder auto­ma­ti­sch zu BigStock kopie­ren, dana­ch soll der Prozeß schritt­wei­se für mehr Kontributoren geöff­net wer­den.
  • Die Bildmaschine kün­dig­te per Email an ihre Fotografen einen „kom­plet­ten Relaunch“ für das zwei­te Quartal 2011 an. Im Zuge der Neuausrichtung wur­de der Bildbestand von 1,5 Millionen Bilder neu gesich­tet und Bilder gelöscht, die ent­we­der weni­ger als 5 Megapixel hat­ten, deren Verschlagwortung nicht opti­mal war oder bei der die Bildmaschine kei­ne Vermarktungschancen sieht. Vor allem letz­te­res rief bei Fotografen hämi­sche Kommentare her­vor, die über die Bildagenturen seit meh­re­ren Jahren kei­ne Bilder ver­kau­fen konn­ten.
  • Begeisterung lös­te hin­ge­gen eine ande­re Meldung aus: Die Bildagenturen Fotolia und Dreamstime lie­fern kei­ne Bilder mehr an Pixmac. Auf den ers­ten Blick ist es viel­leicht ver­wun­der­li­ch, dass eine Vertragskündigung Jubel aus­löst, aber die Hintergründe las­sen einem schon ein Kribbeln über den Rücken lau­fen. Ich hat­te vor eini­gen Wochen im Blog über Pixmac berich­tet und das fiel nicht posi­tiv aus. Mittlerweile erhebt Dreamstime offi­zi­ell den Vorwurf, dass Pixmac Bilder ent­ge­gen ver­trag­li­chen Vereinbarungen ver­kau­fen wür­de und – noch schlim­mer – Verkäufe nicht immer mit Fotografen abrech­nen wür­de. Viele Fotografen mel­den sich auch in deut­schen und eng­li­schen Foren, dass zum Beispiel Namen fal­sch zuge­ord­net wür­den, frem­de Bilder im eige­nen Portfolio zu fin­den sei­en und vie­les mehr. Das kann ich aus eige­ner Hand bestä­ti­gen, da ich selbst meh­re­re frem­de Bilder in mei­nem Portfolio fand. Da bekommt die aktu­el­le Pressemitteilung von Pixmac, in der sie von „fai­ren Regeln“ spre­chen, einen bit­te­ren Beigeschmack.
  • Übrigens: Wer meint, er habe mit Pixmac nichts zu tun, soll­te nicht so sicher sein. Wer zum Beispiel bei BigStock, 123rf, Fotolia, Dreamstime oder Imagebroker Bilder ver­kauft und dort die Weitergabe sei­ner Bilder an Partneragenturen erlaubt hat, könn­te sei­ne Fotos bei Pixmac fin­den. Ob unter sei­nem Namen, ist jedoch nicht immer gesi­chert. Erster Anhaltspunkt zur Suche: Bei Pixmac nach einem häu­fi­gen Keyword der eige­nen Bilder suchen und unter „Erweiterte Suche“ im Feld „Urheber“ sei­nen Benutzernamen bei einem der genann­ten Bildagenturen ein­tra­gen.
  • Alamy sucht pro­fes­sio­nel­le Videofilmer, die ihr Footage über die Bildagentur ver­mark­ten wol­len. Damit sind aus­drück­li­ch jedoch kei­ne Fotografen gemeint, die bis­her nur ein biß­chen an der Videofunktion ihrer DSLR her­um­spie­len. Wie ich zum Beispiel.. 🙂
  • Nachdem istock­pho­to die Honorare für Fotografen Anfang des Jahres gesenkt hat­te, sie dana­ch mini­mal ange­passt hat, es zur Weihnachtszeit einen groß­an­ge­leg­ten Betrugsversuch gab und die Suche momen­tan nicht rich­tig funk­tio­niert, geht istock­pho­to den ein­zig logi­schen Schritt: Die Bildagentur hebt die Preise an. Betroffen sind nicht nur Fotos, son­dern haupt­säch­li­ch Videos.
  • Aber auch Fotolia senkt wie­der die Fotografenhonorare: Nicht-exkusive Fotografen bekom­men ab nächs­te Woche nur noch 20 statt 25% (Ranking Weiß), 23 statt 28% (Bronze), 25 statt 31% (Silber) oder 31 statt 34% (Gold). Exklusive Fotografen erhal­ten dann nur noch 35 statt 42% (Ranking Weiß), 40 statt 45% (Bronze) oder 45 statt 48% (Silber). Ein kur­zes Durchrechnen ergab: Ich wer­de ver­mut­li­ch einen drei­stel­li­gen Honorarverlust haben.
  • Noch mal istock­pho­to: Die Firma Lookstat hat errech­net, dass bei wich­ti­gen Suchbegriffen wie „Business“ oder „Medizin“ exklu­si­ve Bilder 4x häu­fi­ger als nicht-exklusive Bilder bei istock­pho­to ange­zeigt wer­den.
  • Paul Melcher stellt in sei­nem Blog die Firma X-Pire vor und mit ihr einen inter­es­san­ten Ansatz, wie es in Zukunft viel­leicht mög­li­ch sein könn­te, die „rights managed“-Lizenzierung von Bilder zu neu­em Glanz zu ver­hel­fen.
  • Nachdem Yuri Arcurs sei­ne Bildbearbeitung nach Indien aus­ge­la­gert hat, crowd­sourct er jetzt auch sei­ne Art Direction. Vielleicht soll­te ich das auch mal machen.
  • Nach eini­gen ande­ren Bildagenturen hat jetzt auch Veer ein Riesen-Shooting namens „Photo Op 2010“ orga­ni­siert. Die Ergebnisse, Making-Of-Fotos und ein Making-Of-Video gibt es hier zu sehen.
  • Da ich vor kur­zem ver­schie­de­ne Software zum Erstellen einer eige­nen Bildagentur vor­ge­stellt habe, soll die­ser Hinweis nicht feh­len: Am 28.1. stellt der Journalistenverband DJV in einem Online-Seminar das haus­ei­ge­ne DJV-Bilderportal vor, mit dem Fotografen selbst ihre Bilder ver­mark­ten kön­nen.
  • Nicht nur für Fotografen, son­dern für alle Selbständigen inter­es­sant ist die­ses Flussdiagramm, wel­ches einem die Frage beant­wor­tet: „Wann soll­te ich umson­st für jeman­den arbei­ten?“

Was sagt ihr zu den Neuigkeiten? Habe ich etwas ver­ges­sen? Wenn ja, dann bit­te wie­der als Kommentar ergän­zen.

Auswirkungen der Preisänderungen bei Fotolia

Zum Beginn des Jahres hat­te die Microstock-Bildagentur Fotolia ihre Preisstruktur geän­dert. Kurz gesagt wur­den die Preise etwas erhöht und Bildgrößen zusam­men­ge­fasst und die Fotografenhonorare meist etwas gesenkt. Fotolia hat behaup­tet, dass unter dem Strich mehr Geld für die Fotografen blei­ben wür­de, was in Fotografen-Foren eher bezwei­felt wur­de. Deswegen habe ich mal wie­der in mei­ne Zahlen geschaut und kann euch hand­fes­te Ergebnisse nen­nen.

Mein Verdienst bei Fotolia pro Verkauf (RPD = Revenue per Download) lag in den letz­ten drei Monaten 2009 zwi­schen 1,06 und 1,08 Euro. Im Januar 2010 lag mein Verdienst pro Verkauf bei 1,11 Euro. Das ist eine mini­ma­le Steigerung. Als Grundlage habe ich nur die „nor­ma­len“ Verkäufe genom­men, eini­ge Erweiterte Lizenzen habe ich nicht berück­sich­tigt, da sie die RPD-Werte ver­fäl­schen wür­den. Da sich sowohl mei­ne Verkäufe als auch mei­ne Einnahmen im hohen drei­stel­li­gen Bereich bewe­gen, sind die­se Werte sta­tis­ti­sch gese­hen sehr „sicher“. Fairerweise muss ich jedoch sagen, dass mei­ne RPD-Werte Anfang 2009 eher um 1,25 Euro lagen, was sicher damit zu tun hat, dass ich zu der Zeit mehr exklu­si­ve Fotos ein­ge­stellt hat­te, die höhe­re Einnahmen erzie­len.

Revenue per Download bei Fotolia

Übrigens hat Fotolia am Montag den Wert eines Credits von 1 Euro auf 1,20 Euro ange­ho­ben. Wie es scheint, betrifft das aber nur den Wert der Credits für Käufer, die Fotografen tau­schen die Credits 1:1 zurück.


Habt ihr mal nach­ge­rech­net, wie sich Euer RPD bei Fotolia ent­wi­ckelt hat?