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D.R.R. ist t.o.t. – Oder warum „Software as a service“ nicht immer eine gute Idee ist

Die nächste Pleite steht morgen an. Diesmal ist keine Microstock-Agentur oder alteingesessene Bildagentur an der Reihe, sondern die Firma „Digital Railroad„, eine Art Fotografen-Portal, wo Fotografen gegen eine monatliche Grundgebühr ihre Fotos präsentieren und verkaufen konnten.

Ab Freitag, den 31.10.2008, 20 Uhr (MEZ) soll die Webseite wahrscheinlich komplett geschlossen werden. Das bedeutet auch, dass Fotografen, die ihre Daten nicht gesichert haben und nur auf der DRR-Webseite anbieten, danach das Nachsehen haben werden.

Dieser Fall beweist wieder, dass das Geschäftsmodell „Software as a service“ zu unsicher ist, um sich langfristig darauf verlassen zu können. „Software as a service“ bedeutet, dass die Software, in diesem Fall ein Verkaufs- und Präsentationsprogramm mit Webseite für Fotografie, nicht gekauft, sondern „gemietet“ wird.

Der große Nachteil ist jetzt ersichtlich geworden: Wenn die Firma den Service nicht mehr anbietet, gehen im ungünstigsten Fall die Inhalte mit verloren.

Auch Microsoft, Google und Konsorten versuchen ja, in das „Software as a service“-Geschäft einzusteigen, indem sie meist kostenlose Office- oder Grafikprogramme im Internet anbieten statt die Computerprogramme zu verkaufen. Wer diese nutzen will, sollte sich also vergewissern, dass eine gute „Import/Export„-Funktion für seine Daten vorhanden ist.

Wieder eine Bildagentur pleite

Wie die Presse Informations AG PIAG eben meldet, ist wieder eine Bildagentur pleite. Nach der Insolvenz der Bildagentur Bilderberg, der Microstock-Agentur Lucky Oliver sowie einigen anderen in den letzten Monaten ist nun die Bildagentur Archivberlin an der Reihe.

Archivberlin wurde 1995 als „Familienbetrieb“ gegründet und hatte sich auf Berlinfotos spezialisiert, bot aber auch viele andere Kollektionen von Getty Images, Corbis, Westend61 u.v.a. an.

Der archivberlin-Geschäftsführer Rainer Erdmann meldete, dass seit dem 30.09.2008 das Geschäft eingestellt wurde. Das Insolvenzverfahren beim Berliner Amtsgericht Charlottenburg (Az 36a IN 4267/08) läuft.

Die Fotos werden in nächster Zeit von der Webseite und aus den Partneragenturen gelöscht, Dias werden zurückgeschickt oder zur Abholung bereit gelegt und die letzten offenen Honorare bis Ende Oktober abgerechnet.

Erst vor wenigen Monaten hatte ich mit der Agentur wegen einer eventuellen Zusammenarbeit telefoniert. Jetzt schließt sie die Pforten. So schnell kann es gehen.

Wer wird als nächstes dran sein?