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Warum Fotos kaufen? Abgrenzung von Microstock- zu Gratis-Angeboten

Was ist Stockfotografie und Microstock?

Stockfotografie bedeutet, dass ein Fotograf Fotos macht, ohne dass er einen Auftrag von einer Werbeagentur oder anderen Kunden hat. Er macht Fotos von Motiven, von denen er glaubt, dass es genug Kunden geben wird, die ihm dafür Geld geben wollen. Diese Fotos kommen dann online in Archive, vergleichbar mit Wikimedia-Commons, Flickr oder Youtube, nur dass diese Inhalte über die Agenturen gekauft werden müssen, wenn Kunden diese benutzen wollen.

Microstock ist eine Teilbereich der Stockfotografie. Wie der Name anklingen lässt, sind die Preise „micro“, also niedrig. Dort kostet ein Bild ab ein Euro bis durchschnittlich 50 Euro, während es im Macrostock-Bereich üblich ist, Fotos für 50 Euro bis zu vierstelligen Summen zu verkaufen. Neben Fotos werden auch Illustrationen, Vektorgrafiken, Videos, Audiodaten oder 3D-Bilder angeboten. Die bekanntesten Anbieter in diesem Bereich sind beispielsweise Fotolia*, Shutterstock* oder iStockphoto.

Die Vorteile von Bezahlangeboten gegenüber kostenlosen Inhalten

Kostenlose Angebote sind nicht nur freie Lizenzen wie sie bei Wikipedia oder Wikimedia verfügbar sind, sondern zum Beispiel auch bei Flickr, wo ebenfalls zum Teil Creative-Commons-Bilder zu finden sind, oder bei anderen Datenbanken wie beispielsweise Pixelio oder AboutPixel, wo auch Fotos kostenfrei lizenziert werden können. Die Lizenzen den Creative-Commons-Lizenzen ähnlich, meist aber nicht identisch.

Vorteil 1: Mehr Motive

Stellen sie sich gedanklich ein Bild von einer Frau vor. Sie haben einen Artikel und brauchen dafür ein Bild einer jungen, hübschen Frau zur Illustration. Sie können nun in verschieden Datenbanken danach suchen. Wenn ich bei der kostenlosen Agentur Pixelio suche, erhalte ich zirka 5.100 Treffer. Wenn ich auf englisch bei Wikimedia nach „woman“ suche, erhalte ich knapp 16.000 Treffer. Dort gibt es sogar noch mehr passende Inhalte, aber diese sind so unzureichend verschlagwortet, dass sie nicht mit diesem Begriff gefunden werden.

Bei Flickr unter der Creative-Commons-BY-Lizenz finde ich 0,75 Millionen Frauenfotos. Davon sind 200.000 ausdrücklich kommerziell nutzbar. Bei der kommerziellen Microstock-Agentur iStockphoto erhalte ich jedoch schon 1,2 Millionen Treffer, bei Fotolia 1,9 Millionen und bei Shutterstock 2,2, Millionen.

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Brauche ich so viel Auswahl? Ja. Sie suchen ja meist nicht irgendeine Frau, sondern sie wollen entweder eine blonde, eine alte oder eine Frau, die gerade Mangos isst. Durch diese zusätzlichen Einschränkungen werden aus den mehreren Millionen Treffern auf einmal nur ein paar hundert. Wenn man zu Beginn nur ein paar tausend hat, bleibt am Ende vielleicht gar kein passendes Bild übrig.

Bei allen Bildern, für die Erlaubnisse in irgendeiner Art benötigt werden, empfiehlt es sich, bei den kommerziellen Bildagenturen zu suchen, da dort die Rechte im Vorfeld geklärt wurden.

Bei Personenfotos beispielsweise haben sowohl der Fotograf als auch die abgebildete Person Rechte an der Aufnahme. Wenn der Fotograf das Bild unter eine „freie Lizenz“ stellt, erklärt er sich damit einverstanden, auf seine Rechte an dem Bild zu verzichten. Das heißt aber nicht, dass die gezeigte Person damit ebenfalls einverstanden ist. Das betrifft vor allem Gruppenfotos, wo viele Personen darauf sind oder Kinder, weil dann noch der Schutz Minderjähriger dazu kommt. Das heißt: Wenn sie Gruppen- oder Kinderfotos brauchen, ist es einfacher und durch die Zeitersparnis günstiger, diese Motive bei kommerziellen Anbietern zu suchen.

Andere Beispiele sind Aufnahmen von einem Privatgelände, wie Innenaufnahmen einer Fabrik, auf dem Golfplatz, Freizeitpark und so weiter. Da können noch Rechte (Markenrecht, Designschutz, etc.) in einem Bild stecken, die nicht ohne weiteres erkennbar sind.

Außerdem ist bei den kommerziellen Anbietern immer eine bestimmte technische Qualität gegeben, die vorher geprüft wurde. Sie können sich sicher sein, dass ein Bild in Postergröße XXL gedruckt werden kann, wenn die Bildagentur das anzeigt, während bei den freien Lizenzen die Bildgröße oft kleiner, schlechter oder das Foto verrauschter und unschärfer ist.

Vorteil 2: Bessere Verschlagwortung und Suchmöglichkeiten

Weil sie oft Millionen von Suchergebnissen bei einer Bildagentur haben, bekommen sie bei kommerziellen Agenturen viel mehr Suchmöglichkeiten an die Hand, um trotzdem ein geeignetes Bild zu finden.

Bleiben wir bei dem Beispiel Frau. Das sind die Ergebnisse der Webseite von Pixelio, sortiert nach Relevanz. Sie sehen ganz oben die drei Bilder. Das sind schon Frauenbilder, wie man sie sich vorstellen würde, aber es sind auch Hochzeitsringe, Aktaufnahmen, Wolkenfotos oder einfach Nahaufnahmen von einem Auge zu sehen, die weniger passen.

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Das ist ein Screenshot von Wikimedia-Commons, wo ich nach „woman“ gesucht habe. Da gibt es keine Sortierfunktion, was die Suche schwieriger macht, wenn man etwas Spezielles sucht. Bei den Beispielen sehen sie Frauen, aber auch Gemälde, wieder Nahaufnahmen von Augen oder ganz unten irgendeinen Text, den eine Frau geschrieben hat oder eine Kleidung, die von einer Frau getragen wurde, was sie aber als Ergebniss nicht unbedingt erwarten, wenn sie nach Frau suchen (Nachtrag: Der Text entstand im November 2011, im Februar 2012 wurde die Bildanzeige bei Wikimedia etwas verbessert, der Screenshot unten ist vom Mai 2012).

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Das ist jetzt die Seite bei Flickr. Angezeigt werden nur offiziell kommerziell nutzbare Bilder unter einer CC-Lizenz. Sie sehen, vor allem sind das Urlaubsfotos, Reisefotos, private Familienfotos und so weiter, wo nicht immer automatisch klar ist, ob sie diese Fotos wirklich kommerziell nutzen dürfen.

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Das hingegen ist der Screenshot bei Fotolia, wenn sie nach dem Suchbegriff Frau suchen. Sie sehen, die Bildqualität ist deutlich professioneller mit einer großen Vielfalt. Sie erhalten klassische Frauenportraits, Bilder von jungen Frauen, alten Frauen, Gruppenaufnahmen, Innenaufnahmen, Außenaufnahmen und so weiter.

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Das sind die Suchergebnisse der Bildagentur Shutterstock. Auch hier sehen sie viele klassische Frauenportraits, wie man sie sich bei der Suche nach einem Frauenbild vorstellen würde. Es gibt dazu viele Beauty-Aufnahmen und auch wieder sehr professionelle Qualität.

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Um in diesem Wust aus Bildern nicht erschlagen zu werden, gibt es Sortier- und Filtermöglichkeiten. Die üblichsten sind nach Ausrichtung (horizontal, vertikal, quadratisch) , Farbe und nach der Bildgröße, was zum Beispiel wichtig ist, wenn sie große Poster drucken wollen.

Weitere Filtermöglichkeiten: Nach Bildart (Foto, Vektorgrafik, Illustration), mit oder ohne Personen, die genaue Anzahl der Personen, das Alter der Person, das Geschlecht der Person und man kann danach suchen, ob auf dem Bild irgendwo Textfreiraum sein soll, wo Text oder ein Logo platziert werden kann.

Es gibt auch Sortierungsmöglichkeiten nach dem Alter der Bilder, nach der Anzahl der Verkäufe, nach dem Preis oder nach der Relevanz, was meistens eine Kombination aus verschiedenen Faktoren ist. Das werden sie bei vielen nicht-kommerziellen Anbietern nicht finden. Manchmal lohnt es sich deshalb schon, bei Microstock-Agenturen zu kaufen, weil die gesparte Zeit das ausgegebene Geld mehr als kompensiert.

Erweiterte Suchfunktionen bei Fotolia, Shutterstock und istockphoto

Zwischendurch ein Einwurf: Es kommt immer auf die Motive an. Wenn sie was ganz Historisches suchen, zum Beispiel Fotos vom zweiten Weltkrieg oder von Albert Einstein, wie er die Zunge rausstreckt, dann ist es möglich, in Bildarchiven von Museen oder bei Wikimedia Commons zu suchen. Aber wenn sie eher kommerziell orientierte Bilder brauchen, weil sie zum Beispiel eine Vereinbroschüre gestalten wollen, dann lohnen sich eher die kommerziellen Anbieter.

Vorteil 3: Rechtliche Absicherung

Hobbyfotografen oder Amateurfotografen, die bei Flickr oder einer anderen kostenfreien Bilddatenbank Fotos unter eine CC-Lizenz stellen, sind sich oft gar nicht bewusst, was bei dieser Vielfalt an Lizenzen alles erlaubt ist oder nicht. Deshalb sind oft Bilder unter einer kostenfreien CC-Lizenz zu finden, bei der nicht alle Rechte geklärt sind. Als Beispiel drei Fotos bei Flickr.


Erstes Szenario: Ein Fotograf lädt bei Flickr Bilder hoch unter einer CC-BY-Lizenz, das heißt, ein kommerzielle Nutzung ist erlaubt, Namensnennung erforderlich. Sie sehen hier drei Frauen. Links eine Frau von den Philippinen, in der Mitte aus Madagaskar, rechts aus Indien. Die Fotografen sitzen meist in den USA oder Großbritannien, was nahe legt, dass das Reisefotos oder Urlaubsfotos sind. Bei dem Foto in der Mitte stand als Kommentar bei Flickr sogar sinngemäß: „Unser Fahrer hielt kurz an, damit wir ein Foto der Familie auf dem Ochsenkarren machen konnten.“ Deshalb vermute ich, dass die Person nicht um Erlaubnis gefragt wurde, ob sie jetzt auf dem Foto sein will. Kann sein, muss nicht sein: Deswegen ist der Bildnutzer in der Pflicht, beim Urheber nachzufragen, ob wirklich alle Rechte für dieses Bild geklärt sind. Wer für ein Projekt risikofrei Bilder nutzen will, hat dadurch unter dem Strich mehr Aufwand und Kosten als ursprünglich gedacht, wenn es heißt: „Ich google mal schnell paar kostenlose Fotos“.

Ein anderes Beispiel direkt von der Wikimedia-Commons-Seite. Sie sehen einen us-amerikanischen Rapper. Unten bei der Lizenzierung steht ausdrücklich: Das Foto darf für jeden Zweck und auch kommerziell benutzt werden. Cool! Ich kann das als Poster drucken und beim Konzert der Band verkaufen und damit Geld verdienen. Sicherheitshalber habe ich beim Management des Rappers nachgefragt, der sofort meinte, das sei nicht erlaubt. Hier sind wir wieder beim Widerspruch zwischen den Rechten des Fotografen, der darauf verzichtet und den Rechten der abgebildeten Person, der die Nutzung nicht erlaubt. Dieser Widerspruch kann bei freien Lizenzen schnell auftreten. Die angegebene freie Lizenz ist deshalb in der Praxis manchmal wertlos (Nachtrag: Das Bild wurde mittlerweile bei Wikimedia entfernt).

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Drittes Beispiel: Das ist eine us-amerikanische Band namens Birdeater. Die haben ihr Bandfoto sogar unter eine Public-Domain-Lizens gestellt und damit das Bild gemeinfrei gemacht. Kurz gefasst heißt es, ihr dürft mit dem Bild machen, was ihr wollt. Ich bezweifle auch hier stark, dass die Band einen Posterverkauf gutheißen würde. Deswegen habe ich wieder per Email nachgefragt. Seit sechs Wochen habe ich keine Antwort erhalten. Wer einen engen Terminplan hat, könnte dieses Bild deshalb ebenfalls nicht nutzen, wenn er auf der rechtlich sicheren Seite sein will.

Wie handhaben das im Gegensatz Microstock-Agenturen? Jeder Fotograf muss zu jedem Foto schriftlich die dazugehörigen Modelverträge und Eigentumsfreigaben hochladen. Das führt bei mir teilweise dazu, dass ich zu einem Gruppenfoto zehn Verträge mit zwölf Unterschriften habe, nur um nachweisen zu können, dass ich alle Rechte an diesem Foto habe. Als Bildkäufer kann man sich dann sicher sein, das die Rechtefreigabe vorher durch mich geklärt wurde.

Einige Agenturen wie zum Beispiel Shutterstock, iStockphoto oder Vivozoom bieten sogar eine „Rechtegarantie“ an für rechtliche Unbedenklichkeit und haften selbst als Agentur bis zu 10.000 US-Dollar, falls doch mal etwas schief gehen sollte. Gegen Aufpreis kann diese Summe auf bis zu 250.000 US-Dollar erhöht werden. Falls man zum Beispiel eine Millionen Flyer druckt und diese müssen eingestampft werden, weil irgendwo ein unerlaubtes Logo zu sehen ist, was weder vom Fotograf noch von der Agentur entdeckt wurde, dann bezahlt die Bildagentur das.

Deshalb: Bilder bei Bildagenturen kosten zwar etwas, dafür spart man Zeit und Nerven und bekommt für das Geld auch Rechtssicherheit und eine größere Auswahl.

Hinweis: Dieser Artikel ist die verschriftlichte Form meines Vortrags vom Mai 2011 auf der Frühjahrstagung “Mediale Werte” des Verein für Medieninformation und Mediendokumentation (vfm) in Dresden. Die Zahlen sind demnach ca. ein Jahr alt, die Screenshots wurden teilweise erneuert.

Abmahnungen wegen falscher Quellenangabe bei Stockfotos von Aboutpixel, Pixelio etc. vermeiden

Vor gut einem Jahr hatte ich davor gewarnt, jetzt ist es Wirklichkeit geworden.

Ich schrieb im Artikel „Warum Fotografen Fotos kostenlos anbieten“ als achten Punkt eine Warnung, dass einige Fotografen kostenlose Bilddatenbanken wie Pixelio oder Aboutpixel mißbrauchen könnten, um durch Abmahnungen bei Lizenzverstößen Geld zu kassieren.

In letzter Zeit häufen sich die Fälle, in denen einige Fotografen Bildnutzer abmahnen, wenn sie kostenlose Bilder falsch verwenden. Darüber wird zum Beispiel hier, hier oder hier berichtet.

Korrekte Namensnennung von kostenlosen und gekauften Bildern auf der Webseite bayerischerbauernverband.de

So eine Abmahnung kann zum Beispiel kommen, wenn bei kostenlosen Bildern der Urheberrechtshinweis vergessen oder auch nur an der falschen Stelle gesetzt wurde.

In den Lizenzbedingungen von Pixelio steht zum Beispiel ausdrücklich:

„IV. Urheberbenennung und Quellenangabe

Der Nutzer hat in für die jeweilige Verwendung üblichen Weise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende PIXELIO und den Urheber mit seinem beim Upload des Bildes genannten Fotografennamen bei PIXELIO in folgender Form zu nennen: ‚© Fotografenname / PIXELIO‘

Bei Nutzung im Internet oder digitalen Medien muß zudem der Hinweis auf PIXELIO in Form eines Links zu www.pixelio.de erfolgen.“

Das bedeutet, dass eine Namensnennung für das Bild und ein Link im Impressum, wie es viele Bildnutzer gerne machen, nicht ausreichen. Die Namensnennung muss am Bild oder am Seitenende zu lesen sein, wo das Bild benutzt wird. Das Verstecken des Namens in einem ALT-HTML-Tag oder im Title-Tag oder als Kommentar im HTML-Quellcode ist auch nicht erlaubt.

Aboutpixel schreibt in den Lizenzbedingungen folgendes für die Quellenangabe vor:

„(8) Der Lizenznehmer ist verpflichtet, die Quelle als Bildnachweis zu nennen. Hierbei sind sowohl aboutpixel als auch der Lizenzgeber zu nennen. Die Nennung hat – in für die jeweilige Verwendung üblichen Weise – im Impressum oder unmittelbar am Bild zu erfolgen (z. B. „Foto: aboutpixel.de – Max Mustermann“ oder „Foto: Max Mustermann / aboutpixel.de“). Bei Verwendung der Bilddatei im Rahmen von Online-Angeboten muss die Nennung der Quelle in Verbindung mit einer Verlinkung auf das Webportal von aboutpixel erfolgen. Soweit die Bilddatei für körperliche Projekterzeugnisse verwendet wird, muss die Quellennennung an einer Stelle erfolgen, welche mit dem Projekterzeugnis räumlich fest und dauerhaft verbunden ist. Soweit der Lizenzgeber einen Klarnamen auf seinem Profil angegeben hat, ist in jedem Fall der Klarname zu nennen. Hat der Lizenzgeber nur seinen Benutzernamen auf seinem Profil hinterlegt, ist der Benutzername des Lizenzgebers zu nennen.“

Hier reicht es aus, wenn der Urheber im Impressum oder direkt am Bild genannt wird, eine Nennung am Seitenende hingegen reicht nicht aus. Gegen eine Gebühr kann jedoch eine Lizenz erworben werden, welche das Recht enthält, keinen Namen nennen zu müssen.

Ein Beispiel, wie eine Namensnennung richtig erfolgen kann, seht ihr am Bild oben. Ein Bildnachweis am Ende einer Seite könnte so aussehen:

Bildnachweis für ein pixelio-Bild am Seitenende

Zusätzlich wird bei diesem gezeigten Beispiel im Impressum auf die Pixelio-Webseite verlinkt, so wie es die Lizenzbedingungen vorschreiben.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Warum Fotografen kostenlose Fotos anbieten: Acht Gründe (und eine Warnung)

Fotografen verschenken Bilder? Bieten sie kostenlos an? Warum?

In den Kommentaren zu einigen meiner letzten Artikel führte die Diskussion oft auf den Preisverfall, der damit ende, wenn Fotografen ihre Fotos gratis anbieten würden. Faktisch ist dieser Punkt längst erreicht. Viele Bildagenturen bieten ihren „Ausschuss“ kostenlos an. Aber auch ganze Webseiten wie Pixelio, Aboutpixel oder Photocase bieten kostenlos lizenzfreie Fotos an. Die beiden letztgenannten nur, wenn die Nutzer selbst aktiv kostenlose Fotos beisteuern, bei Pixelio hingegen ist alles gratis.

Anstatt jetzt aber zu spekulieren, was jemanden motiviert, seine Fotos zu verschenken, habe ich nachgefragt. Ich habe sechs Leute angeschrieben, warum sie ihre Fotos bei Pixelio verschenken, anstatt sie zum Beispiel zu verkaufen. Alle haben geantwortet, zwei wollen aber anonym bleiben. Bevor wir zu den Gründen kommen, warum Fotografen ihre Bilder gratis abgeben, schauen wir uns kurz die Eckdaten an.

Die Menge der Bilder

Von diesen sechs Personen haben vier jeweils ca. 5000 (in Worten: fünftausend) Bilder bei Pixelio online. Das ist weit mehr als viele – auch erfolgreiche – Microstock-Fotografen in ihrem Portfolio haben, mich eingeschlossen. Ein beeindruckendes Ergebnis, was unter anderen zustande kommen kann, weil die Selektionskriterien bei Pixelio weniger streng sind als bei kommerziellen Agenturen. Aber eine Mindestgröße von 1000 x 1000 Pixeln (= 1 MP) wird trotzdem verlangt.

Insgesamt hat Pixelio über 470.000 Bilder in der Datenbank, Photocase hat über 200.000 im Angebot und Aboutpixel liegt bei über 50.000 Fotos.

Die Motive

Ein Argument gegen diese kostenlosen Bilddatenbanken ist oft, dass die Fotos von der technischen Umsetzung und von den Motiven unter der Qualität der kommerziellen Bildagenturen liegen. Da ist was dran. Vor allem die Kostenlos-Sektion* der kommerziellen Bildagenturen speist sich fast immer aus den Fotos, welche aus technischen oder ästhetischen Gründen von der Bildredaktion für den kommerziellen Bereich abgelehnt wurden.

Aber bei Pixelio & Co. ist das nicht immer so. Von den befragten Personen haben viele die „üblichen Amateurfotografen“-Themen abgegrast: Blumen, Tiere, Food und Reisefotos. Aber einige Fotografen sind dicht am üblichen „Stock-Niveau“.

 

RainerSturm / pixelio.de

Der User „RainerSturm“ beispielsweise hat in seinem Pixelio-Account knapp 5000 Fotos, darunter viele Motive, die auch locker microstock-tauglich wären, wie diese Solarzellen zum Beispiel. Zu den Fotos mit den meisten Downloads zählen bei ihm Konzept-Bilder mit Puzzle-Teilen, wie sie auch bei den kommerziellen Agenturen zu den Bestsellern gehören:

 

RainerSturm / pixelio.de

Die Suche nach Personen, vor allem nach Geschäftsleuten gestaltet sich aber schon deutlich schwieriger. Hier ist der Unterschied zum Angebot kommerzieller Bildagenturen deutlich zu spüren. Selbst das wohl beste Foto eines Geschäftsmanns bei Pixelio liegt sichtbar unter dem Microstock-Standard:

 

RainerSturm / Pixelio.de

Wer hingegen Fotos von Blumen oder Lebensmitteln sucht, wird diese in Hülle und Fülle finden:

 

wrw / Pixelio.de

Die Einschränkungen

Wer seine Fotos bei Pixelio anbietet, kann sich aussuchen, ob die Fotos nur für die redaktionelle Nutzung freigegeben sind oder auch für die kommerzielle Nutzung. Standardmäßig sind beim Upload jedoch beide Nutzungen markiert, wer nicht aufpasst, gibt demnach seine Bilder für beides frei. Eine Merchandising-Lizenz wird nicht angeboten. Außerdem müssen nicht nur bei redaktioneller, sondern auch bei kommerzieller Nutzung der Urheber und Pixelio als Quelle genannt und bei einer Nutzung im Internet ein Link zu Pixelio gesetzt werden. Wer hier verschleiern will, wo er seine Fotos kostenlos her hat, riskiert schnell eine Abmahnung, doch dazu unten mehr.

Die Gründe – Warum verschenken Fotografen ihre Bilder?

1. Bestätigung

Was ich bei vielen Antworten herauslesen konnte, ist der Drang nach Bestätigung. Der Wunsch, seine Bilder nicht ungesehen verstauben zu lassen, sondern sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und sich daran zu erfreuen, dass diese tatsächlich Verwendung finden. Der oben erwähnte RainerSturm beschreibt das in diesem Interview so:

„Damals wäre mir auch nie in den Sinn gekommen, kostenlos für andere zu fotografieren. Dazu hatte ich erstens keine Zeit und musste zweitens sehen, wie ich mit meiner 5-Mann-Agentur Monat für Monat die Agentur-Ziele erreichte. Heute ist das anders. Die Agentur wurde 2005 verkauft und jetzt kann ich ganz anders handeln. Vor allen Dingen, weil ich es schade fand, dass mein digitales Archiv immer praller wurde (fing mit den Golffotos an) und doch nur selten „zum Vorschein/Anschauen“ kam. So machte es mir dann zusehends Spaß, die Bilder anderen zur Nutzung kostenlos zu überlassen.“

Auch Willibald Wagner antwortete auf meine Frage in diese Richtung, strebt jedoch zunehmend den Verkauf der Bilder an:

„Als ich mich 2007 wieder mehr der (digitalen) Fotografie widmete und anfing, neben den obligatorischen Urlaubsfotos, auch in andere Bereiche einzusteigen, boten sich Internetplattformen einfach als Ausstellungsfläche an. Dort traf ich Gleichgesinnte die Kommentare zu meinen Fotos abgaben, ich fand interessante Fotos und Anregungen. Hin und wieder verkaufte ich sogar ein Foto. Inzwischen ist „pixelio.de“, obwohl dort 5594 Fotos, darunter auch viel Schrott, von mir eingestellt sind, nicht mehr meine Hauptplattform. Mir ging es wie wahrscheinlich wie vielen anderen. De Kommentare und Punkte Punkte „irgendwelcher Hobbyfotografen“ haben mich immer weniger interessiert. Ich gebe bei pixelio.de deshalb heute gar keine Kommentare mehr ab, stelle allerdings noch, in der Qualität reduzierte, Fotos ein.

Vor ca. 2 Jahren habe ich mich bei „fotocommunity.de“ angemeldet. M.E. werden dort anspruchvollere Fotos gezeigt und stelle dort Fotos unter dem Usernamen „der Flaneur“ ein, im Prinzip läuft es dort aber auch nicht anders als bei pixelio.de.

Seit November 2010 bin ich bei „Shotshop“ vertreten, einer reinen Verkaufsplattform mit einem sehr hohen Qualitätsanspruch. Mal sehen was hier passiert.

So viel zu meiner Entwicklung seit 2007. Heute sehe ich eher im Verkauf eines Fotos die Anerkennung meiner fotografischen Leistung als in irgendeinem Kommentar. Daneben macht’s natürlich auch Spaß, für ein Foto ein paar Euro zu bekommen.“

2. Weniger Zwänge

Seien wir realistisch: Wer mit Fotos Geld verdienen will, muss arbeiten. Dazu gehören neben dem technischen Qualitätsanspruch der Bildagenturen auch die rechtlichen Hürden und eine gute Verschlagwortung, die oft zeitaufwändig und langweilig ist. Keyword-Spamming wird deshalb bei Pixelio z.B. kaum geahndet und verwässert die Suchergebnisse.

Viele Amateurfotografen, die ihre Fotos zeigen wollen, können oder wollen sich diese Hürden nicht zumuten. Schön formuliert hat das die Userin JOUJOU auf meine Frage:

„Anfragen von Kartenverlagen habe ich immer abgelehnt, denn ich will nicht MÜSSEN – ich will meinen Spass an der Arbeit haben und anderen mit meinen Bildern eine Freude machen. Im Pixelio geht es problemlos – ohne grosse Diskussionen über die Bilder.

Ich begreife die Sorgen der Profifotografen sehr gut. Mit der Digitalfotografie hat sich für euch ja viel geändert. Fotofachgeschäfte sind auch in der Schweiz massenhaft verschwunden, doch man kann das Rad nicht zurückdrehen.“
RainerSturm begründet das ähnlich:
„Ich fotografiere gerne, immer und überall. Aber ich will nicht – als Privatier Jahrgang 42 – den Aufwand übertreiben.
Da aber istockphoto.com und fotolia die qualitative Hürde recht hoch ansetzen, hat man dort viel Leerlauf. Also Arbeit zum Hochladen und dann doch öfter Ablehnungen. Besonders bei istockphoto ging mir dann auf den Geist, wenn immer wieder von Abberation, Lichtsäume etc. geschrieben wurde. Also wenn ich ein Motiv auf volle Bildschirmgröße (22 Zoll) vergrößere, dann kommen halt immer nur die besten durch. Dazu müsste ich aber immer mit großer Ausrüstung, möglichst mit Stativ, durch die Lande ziehen. Das ist mir zuviel.
Auch aufwändige Ausleuchtarbeiten mag ich nicht. Das Equipment ist zu dürftig, der Aufwand – auch zeitlich – ist zu groß.“

3. Dankbarkeit

Ebenso wie bei Microstock-Bildagenturen sind die Kunden oft auch Fotografen und umgekehrt. Bei Pixelio ist das ähnlich. Einige der Leute, die dort Bilder runterladen, geben als Dank ebenfalls welche kostenlos ab. So funktioniert Wikipedia und anscheinend auch Pixelio. So schrieb mir ein Pixelio-User:
„Auf pixelio bin ich gestoßen als Gemeindebriefredaktuer auf der Suche nach kostenlosem Bildmaterial. […] Ich sehe meine Bereitstellung von Bildern auch als kleinen gesellschaftlichen Beitrag, ohne gleich Geld dafür zu verlangen. An vielen Stellen im Internet werden Bilder benötigt, und nicht jeder User kann oder möchte Geld dafür ausgeben (z.B. in Blogs). Festzustellen an wie vielen Stellen meine Bilder eingesetzt werden, ist für mich „Lohn“ und Ermutigung genug.

Interessant finde ich auch den Werdegang eines anderen Pixelio-Mitglieds, der anonym bleiben will:

„Im Prinzip habe ich durch Agenturen wie pixelio.de, aber vor allem aboutpixel.de zu meiner Berufung und Selbstständigkeit gefunden.

Gerade die Community damals vor 4-5 Jahren bei aboutpixel.de hat einen angeregt und angetrieben sich weiter zu entwickeln, neue Sachen auszuprobieren etc. – natürlich sind auch neue Freundschaften entstanden.
Irgendwann dachte ich mir dann auch, warum die eigenen Bilder verschenken und nicht verkaufen, also habe ich angefangen Fotos in Mid-Stock Agenturen (panthermedia, digitalstock, adpic, pitopia) zu verkaufen (Fotos, die nicht bei pixelio oder ap zu finden sind).

In der Blütezeit hatte ich da ungefähr einen Gewinnanteil von 500€ im Monat (bei 50:50 – Aufteilung) – irgendwann habe ich dann kaum noch Fotos für Bildagenturen produzieren können, weil das eigene Kerngeschäft, die Fotografie durch meinen wachsenden Kundenstamm (vor allem gewerbliche Kunden) stetig wuchs – so dass keine Zeit mehr für Stockfotos blieb. Dadurch gingen natürlich auch die Umsätze wieder runter – worüber ich jetzt nicht sauer bin, denn wenn mich ein Kunde den ganzen Tag bucht, habe ich auch meine 500 € und noch 29 Tage im Monat übrig.

Tatsache ist, dass ich z.B. mit meinen aktuellen Business-Fotos [bei Pixelio; Anm. R.K.] in Bezahl-Agenturen nur einer von ganz vielen bin, damit also kaum Umsatz zu erzielen ist. Also gebe ich den Wurzeln, wodurch ich meine Profession erkannt habe, einfach was zurück, in dem ich die Bilder kostenlos zur Verfügung stelle. Und man erntet dafür auch viel Dankbarkeit und das ist in Ordnung so – da ich manchmal auch das ein oder andere Screendesign für Kunden mache, bin ich selbst glücklich darüber, Quellen wie aboutpixel.de, pixelio.de oder photocase.de nutzen zu können.“

4. Externe Festplatte

Auf den ersten Blick kurios erscheint die Antwort eines Pixelio-Mitglieds, dass er die Webseite auch als „externe Festplatte“ für seine besten Fotos nutze. Dabei ist es nicht mehr so abwegig, wenn man etwas darüber nachdenkt: Die meisten Online-Dienste, welche eine Datensicherung anbieten, verlangen je nach Menge oder Speicherplatz eine bestimmte Gebühr pro Monat. Wer sich entscheidet, seine Fotos stattdessen lieber kostenlos anderen anzubieten, spart sich diese Gebühr.

5. Unwissenheit

Manchmal ist es aber schlichte Unwissenheit, die Leute dazu bringt, ihre Fotos zu verschenken. Wer liest sich schon immer das ganze Kleingedruckte durch, bevor er seine Fotos bei einer Fotocommunity hochlädt? So schrieb mir die Pixelio-Nutzerin Lillyfee1976, die erst seit paar Wochen angemeldet ist:

„Ich hatte keine Ahnung, wie das hier geht. Ich wusste nicht, dass man sich die kostenlos runterladen kann. […] Vielen Dank, dass du mich nochmal darauf hingewiesen hast, man sollte sich doch immer erst alles genau durchlesen, auch das Kleingeschriebene.“

Kommen wir jetzt zu den spannendsten Gründen: Mit kostenlosen Fotos Geld verdienen.

6. Einnahmequelle

Paradox, aber wahr: Es ist möglich, mit kostenlosen Inhalten Geld zu verdienen. Leicht ist es jedoch nicht. Ein Gewinngeschäft sind die kostenlosen Fotos immer für die Seitenbetreiber, die damit Traffic generieren, den sie entweder dazu nutzen, Werbung zu schalten (die Zielgruppe ist immerhin klar definiert: kostenbewußte Grafiker und Webdesigner) oder Nutzer auf ihre kostenpflichtigen Angebote weiterzuleiten. Pixelio macht beides. Microstock-Agenturen und andere Firmen machen dort Werbung und Pixelio selbst gehört der Bildagentur Clipdealer, die auf jeder Seite mehrere Aufforderungen postet, bei Clipdealer ebenfalls nach Bildmaterial zu suchen.

Ein empfehlenswertes – und kostenloses – Buch über die Marketingidee hinter „kostenlosen Produkten“ ist „Free“ von Chris Anderson.

Aber nicht immer profitieren nur die Betreiber dieser Plattformen. Manchmal schaffen es auch die Anbieter kostenloser Fotos, damit Geld zu verdienen. Pixelio-Nutzer haben vor allem zwei Möglichkeiten. Zum einen können sie ihre Fotos nur für die redaktionelle Nutzung freigeben. Wenn jemand das Foto auf diesem Weg findet, es aber kommerziell nutzen will, kann er vom Fotografen eine kommerzielle Lizenz erwerben. Ein Pixelio-Nutzer erklärt:

„Ab und an gibt es auch finanzielle Angebote, oder ich frage bei kommerzieller Nutzung nach. Da war einige Male schon 30€ oder mehr drin für ein Bild.“

Die zweite Möglichkeit zum Geld verdienen ist der Verzicht auf eine Namensnennung. Die kostenlosen Bilder dürfen immer nur mit einer Angabe des Fotografennamens, der Pixelio-Webseite und – bei Webnutzung – einem Link zu Pixelio genutzt werden. Manche Bildsucher wollen das aber nicht und bieten dem Fotografen Geld, wenn er auf eine Namensnennung verzichtet. Der oben erwähnte RainerSturm nutzt das beispielsweise:

Die einzige sich ergebende Geldquelle ist manchmal dann gegeben, wenn jemand ein Motiv ohne Bildquelle nutzen will. Das kostet dann zwischen 45 und 60 Euro und er bekommt dann auch eine ordentliche Rechnung mit Mehrwertsteuer etc.“

Die Umwandlung von kostenlosen Medien in Umsätze funktioniert nicht nur bei Fotos, sondern manchmal auch bei geklauten Songs, wie das Stefan Niggemeier anhand dieses Beispiels illustriert.

7. Werbeffekt

Eine Variante des sechsten Grundes für kostenlose Fotos ist der Werbeffekt. Hier wird vom Bildanbieter wieder die Tatsache genutzt, dass die Bildnutzer kostenloser Fotos die Bildquelle angeben müssen. Da die Fotografen bestimmen dürfen, welcher Name als Urheberhinweis benutzt werden soll, eröffnet sich die Möglichkeit, seinen Firmennamen oder seine Webadresse häufig gedruckt oder verlinkt zu sehen. Das kann zu mehr Kunden führen, zu mehr Traffic oder zu einem besseren Ranking in Suchmaschinen, was ebenfalls Geld Wert ist.

Beispiele gibt es bei Pixelio einige. Der Fotograf Alexander Hauk lässt als Quelle „Alexander Hauk / www.alexander-hauk.de / pixelio.de“ angeben und verlinkt damit auf sein Medienarchiv. Eine Firma verlangt als Bildnachweis die Angabe ihrer Domain „www.foto-fine-art.de / pixelio.de“ und sorgt so für die Verbreitung ihrer Internetseite für Leinwanddrucke. Der User Christoph Aron möchte als Namen „Christoph Aron (www.pixelmaster-x.de) / pixelio.de“ angegeben wissen und verlinkt so auf seine private Fotoseite.

8. Abmahnungen

Es gibt vor allem bei den kostenlosen Fotodatenbanken auch eine dunkle Seite. Wenn die Fotos schon nix kosten, legen die Fotografen gesteigerten Wert darauf, dass die oben mehrfach erwähnte Namensnennung auch wirklich erfolgt. Ignorieren Nutzer diese Bedingung, gibt es schnell eine – kostenpflichtige – Abmahnung.

Ein Pixelio-Nutzer schrieb mir:

„Es gibt leider auch immer wieder Unternehmen, die selbst bei kostenlosen Fotos das Mindestmaß an Anstand nicht einhalten und die Fotos ohne die vorgeschriebene Nennung von Quelle und Fotografen nutzen. Sowas macht mich dann natürlich wütend und die bekommen von mir auf die Finger.“

Es ist klar, dass einige Fotografen die Geduld verlieren, wenn sie regelmäßig ihre Fotos ohne Urhebernennung finden. Nun aber einige Worte der Warnung: Es scheint jedoch auch Leute zu geben, die es genau darauf anlegen und dann schnell durch eine drei- bis vierstellige Abmahnsumme in Zusammenarbeit mit einem Anwalt Geld verdienen wollen. Zwei Fälle sind hier und hier im Pixelio-Forum beschrieben. Eine weitere – schon betrügerische – Masche ist hier beschrieben, bei der Fotos anonym zu kostenlosen Bilddatenbanken hochgeladen werden, diese dann nach einer Weile gelöscht werden und den Nutzern auf einmal Abmahnungen ins Haus flattern, weil die Bilder urheberrechtlich geschützt seien. Da die Anmeldedaten bei der kostenlosen Datenbank nicht überprüfbar sind, kann der Nutzer nicht nachweisen, dass das Bild zum Zeitpunkt des Downloads wirklich frei von Rechten Dritter war.

Eine ähnliche Betrugsmasche – nur mit der Creative Commons-Lizenz – für kostenlose Bilder beschreibt ausführlich der Fotograf Dan Heller in seinem Blog.

Nur zur Klarstellung: Den meisten Pixelio-Nutzern liegt es fern, diese letzte Methode zu nutzen, aber es ist schon vorgekommen und einige wenige Fotografen scheinen – formulieren wir es vorsichtig – dem Gedanken nicht abgeneigt zu sein.

Nun zu Euch: Bietet ihr manchmal kostenlose Fotos an? Wenn ja, warum? Und habt ihr damit auch schon direkt oder indirekt Geld verdienen können? Wie?

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