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Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 49

Wieder gibt es eine neue Folge von „Pimp my Stock!“, bei der ich Fotos auf ihre Verkäuflichkeit hin beur­tei­le, dies­mal mit den Bildern von Erwin. Er schreibt:

Hallo Robert,

ich habe Deinen Blog beim sur­fen gefun­den und bin „hän­gen“ geblie­ben. An der Stelle möch­te ich auch erst mal Danke sagen für die vie­len infor­ma­ti­ven Artikel und Links.

Zur Zeit bin ich dabei mei­ne Internetpräsenz aus­zu­bau­en und über­le­ge im Stock-Bereich was zu machen. Nun bin ich „neu­tral“ for­mu­liert nicht der­je­ni­ge mit den gän­gigs­ten Motiven. Deswegen möch­te ich Dein Angebot nut­zen.

Zur Zeit nut­ze ich eine OMD E-1 mit Adapter und den „alten“ Zuiko-Pro-Gläsern und möch­te sie auch nicht mis­sen. Die Aufnahmen mache ich nur in RAW und Bildbearbeitung erfolgt wie­der über Lr und Ps6 (CC-Abo wie­der gekün­digt).

Bisher habe ich noch kei­ne Aufnahmen ein­ge­reicht und auch noch kein Stock-Konto. Bei den Aufnahmen ver­su­che ich ein Querschnitt her­zu­ge­ben, wei­te­re Aufnahmen kann­st Du ggf. auf mei­ner HP „erp-hoto.de“ sehen. Im Bereich Kalender und Bilder haben ich schon eini­ges über Calvendo lau­fen.

Mit Stock kon­for­me Bilder ver­bin­de ich „alles“ was ich nicht foto­gra­fie­re. Es wäre ein­fach eine Endscheidungshilfe die Bilder von jeman­den zu beur­tei­len der sich in dem Bereich aus­kennt.

Natürlich inter­es­siert mich jeder Kritikpunkt, der an den Aufnahmen zu fin­den ist. Wie beschrie­ben habe ich die Aufnahmen auf 600 Pix run­ter gerech­net.

Ich dan­ke Dir vor­ab für Zeit und Mühen.
Gruss Erwin“

Schauen wir uns sei­ne Bilder mal an.

Das ers­te Bild zeigt eine lila Blume, ver­mut­li­ch eine Orchidee. Ich mag, dass die­ses Bild „anders“ aus­sieht als die typi­schen Blümchenbilder und der wei­ße Hintergrund ist schon mal eine gute Voraussetzung für ein gelun­ge­nes Stockfotos (Stichwort Freisteller). Nachteilig fällt mir nur sofort die obere lin­ke Ecke auf, weil sie die Aufmerksamkeit weg von der Blüte in der Mitte lenkt. Ein geüb­ter Photoshop-Retuscheur soll­te das jedoch schnell ent­fer­nen kön­nen.

Bei dem nächs­ten Bild sehen wir einen Baumwipfel im Winter, der von der Sonne beschie­nen wird. Durch die Sonne wird hier der Fokus an die rich­ti­ge Stelle gelenkt und auch tech­ni­sch ist das Bild gelun­gen. Nüchtern betrach­tet ist es aber auch nichts „Besonderes“ und ähn­li­che Motive gibt es zuhauf. Zumal Bildredakteure das Thema „Winter“ oft lie­ber mit einer schnee­be­deck­ten Winterlandschaft bebil­dern wür­den als mit einer nack­ten Baumkrone. Insofern ist das Bild als Stockfoto sicher geeig­net, wür­de aber ver­mut­li­ch kaum Verkäufe brin­gen.

Das drit­te Bild ver­wirrt etwas, weil es eine Holztextur zeigt, die jedoch farb­li­ch wie ein Ölfilm oder ros­ti­ges Eisen wirkt. Solche Ambivalenzen sind im Stockbereich meist nicht so hilf­reich, wenn der Bildkäufer hun­der­te klei­ne Thumbnails zur Auswahl sieht.
Der Bereich „Hintergründe und Texturen“ ist zwar lukra­tiv im Stockbereich, aber die Farbgebung in die­sem Fall schränkt mög­li­che Nutzungen zu sehr ein.

Besser gelöst fin­de ich das beim nächs­ten Bild, einer Gardine mit Spitze. Die Perspektive gefällt mir, da sie durch die Tiefenwirkung Spannung erzeugt. Insgesamt wür­de ich hier noch etwas an Helligkeit, Kontrast und Sättigung arbei­ten, damit das Bild weni­ger flau wirkt. Dann kann ich mir eini­ge Verkäufe vor­stel­len.

Beim nächs­ten Bild sehen wir eine Makroaufnahme einer Fliege (falls ich fal­sch lie­ge, mögen mich die Biologen unter den Lesern bit­te kor­ri­gie­ren). Das Bild wür­de sich super ver­kau­fen, wenn… die Fliege ein Laubfrosch wäre. Als Fliege gibt es sicher paar Verwendungsmöglichkeiten für Schulbücher oder Fachzeitschriften, aber die Nachfrage ist doch eher beschränkt. Insofern auf jeden Fall kein Microstockmotiv, son­dern wenn dann für eine spe­zia­li­sier­te Macrostockagentur. Technisch gibt es nichts zu meckern am Bild und der satt­grü­ne unschar­fe Hintergrund eig­net sich gut als Textfreiraum. Das Beispiel mit dem Frosch soll zei­gen, dass es bei Tieraufnahmen auch dar­auf ankommt, wie sehr ein Tier ein Sympathieträger sein kann.

Das letz­te Bild zeigt wie­der eine Textur, ver­mut­li­ch einen Teil einer Betonwand. Dass ich raten muss, von was die Textur ein Teil sein könn­te, zeigt schon das Problem mit die­sem Bild. Anderen wür­de es ver­mut­li­ch ähn­li­ch gehen. Zudem ist die Textur zu dicht auf­ge­nom­men wor­den, was die Nutzungsmöglichkeiten für Designer stark ein­schränkt. In der Regel ist es sinn­vol­ler mehr von der Textur zu zei­gen und die Kunden im Bedarfsfall sich das Bild selbst zurecht­schnei­den zu las­sen.

Wer eben­falls kos­ten­los mit­ma­chen und mir sei­ne Bilder zur Besprechung schi­cken will, fin­det hier alle not­wen­di­gen Informationen.

Welche Tipps wür­det ihr Erwin geben?

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 48

Willkommen bei der nächs­ten Folge von „Pimp My Stock“, wo ich ein­ge­reich­te Bilder auf ihre „Stock-Tauglichkeit“ beur­tei­le. Es geht also weni­ger dar­um, ob die Bilder schön sind, son­dern ob sie sich ver­kau­fen las­sen könn­ten.

Heute ist Uwe an der Reihe, wel­cher mit vor weni­gen Tagen schrieb:

Hallo Robert,

ich ver­fol­ge Dein Blog schon eine gan­ze Weile. An der Stelle möch­te ich erst mal Danke sagen für die vie­len lesens­wer­ten Artikel.

Vor eini­ger Zeit habe ich beschlos­sen die bei mir schlum­mern­den Bildbestände mal zu sich­ten und zu schau­en ob man damit evtl. im Stock-Bereich etwas errei­chen kann, um da ggfs. zukünf­tig mehr Zeit in die­ses Thema zu inves­tie­ren.

Ich knip­se seit mei­ner Jugend, ernst­haft ein­ge­stie­gen in das Thema Fotografie bin ich um die Jahrtausendwende her­um, seit 2004 wei­test­ge­hend digi­tal, eigent­li­ch immer mit Spiegelreflex-Technik. Diverse Kompakte sind zwar immer mal im Hause, aber mehr so als Immerdabei-Knipse. So rich­tig anfreun­den kann ich mich mit den klei­nen Dingern irgend­wie nicht.…

Ich nut­ze aktu­ell eine 5D III. Dazu (wahr­schein­li­ch viel zu vie­le) Linsen von Canon (meis­tens Ls) von 16 bis 400mm plus dem übli­chen Geraffel wie Blitze, Filter, Stative, etc. Die Bildbearbeitung erfolgt zu 99% in Lightroom, ggfs. noch Nacharbeiten in Photoshop. Die im Stockbereich ein­ge­reich­ten Bilder kamen bis­her fast immer kom­plett aus Lightroom.

Da mei­ne Bilder ja nicht pri­mär für den Stock-Markt gedacht waren und es auch nicht unbe­dingt die Motive sind, die sich wie geschnit­ten Brot ver­kau­fen, hat­te ich da schon mit einer hohen Ablehnungsquote gerech­net. Und die ist bei Fotolia auch rela­tiv hoch, aller­dings wer­den die meis­ten Bilder wegen tech­ni­scher Probleme abge­lehnt, nicht wegen Ähnlichkeit, etc. Fotolia ist dabei lei­der nicht son­der­li­ch hilf­reich, wenn es um den genau­en Ablehnungsgrund geht. Es gibt nur die übli­chen eMails mit der Aufzählung der tech­ni­schen Ablehnungsgründe ohne einen davon kon­kret zu benen­nen.

Es wür­de mich freu­en wenn Du Dir die Zeit neh­men wür­dest um mei­ne Bilder mit Deiner pro­fes­sio­nel­len Sicht zu beur­tei­len. Da mich nicht nur inter­es­siert was ich fal­sch mache son­dern auch was ich rich­tig mache habe ich in die Bilder ein paar Aufnahmen mit dazu gepackt, die ange­nom­men wur­den und auch gut lau­fen. Welche das sind wür­de ich gern erst hin­ter­her ver­ra­ten.

Falls Du Dir eini­ge tech­ni­sche Details wie Schärfe, etc. genau­er anse­hen möch­test, dann sag bit­te kurz Bescheid und ich packe Dir dann die Bilder noch in 1:1-Auflösung ins Netz.

Ich dan­ke Dir vor­ab für Deine Zeit und Deine Mühen. Viel Spaß beim Draufhauen!

Gruss Uwe“

Schauen wir uns zuer­st mal sei­ne Bilder an.

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Zuerst ist der Lilienstein im Elbtal mit der Friedrichsburg zu sehen. Mir gefällt die span­nen­de Komposition, die zwar die den Horizont klas­si­sch drit­telt, aber das Hauptmotiv scharf rechts anord­net und durch den Flussverlauf und die Berge im Hintergrund eine beacht­li­che Tiefenwirkung erzielt. Der Sonnenuntergang mit dem Lensflare direkt neben dem Hauptmotiv ist ein gelun­ge­nes i-Tüpfelchen und die sat­ten, viel­fäl­ti­gen Farben tra­gen eben­falls zum tol­len Bild bei. Dieses Bild lässt sich pri­ma für Hessen-Werbung oder gene­rell für deut­sche Reiseführer ver­wen­den oder auch für Poster, Hintergründe, Wander-Werbung und so wei­ter. Kann man kaum bes­ser machen.

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Hier sieht es etwas anders aus. Der Surfer auf dem Wasser fällt kaum auf und ohne ihn wäre das Bild nur ein Matsch aus ver­schie­de­nen Blautönen. Der Himmel ist wol­ken­ver­han­gen und müss­te ein­deu­tig blau­er mit wei­ßen Schäfchenwolken sein, um die Verkaufschancen zu erhö­hen. Da es die­se „Meer mit Himmel“-Bilder aber zuhauf gibt, wäre eine Fokussierung auf den Surfer lukra­ti­ver gewe­sen. Dafür ist er hier aber zu weit weg und das hät­te ggf. auch einen Model Release erfor­dert.

Uwe war so freund­li­ch, mir für eine noch genaue­re Kritik die Bilder in Originalauflösung (21,7 MP) bereit­zu­stel­len. Da sieht man – hier ein 100%-Ausschnitt – noch zwei wei­te­re Probleme:

abzug_full_glanz_5diii_img_009140_Stockfoto_ausschnitt

Zum einen ist das Logo auf dem Surfsegel deut­li­ch zwei Mal erkenn­bar, müss­te also noch retu­schiert wer­den und das Bild weist schon zu star­ke Artefakte auf, sieht aus wie eine Mischung aus star­ker Rauschreduzierung mit zu star­ker Nachschärfung.

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Dieses Bild fin­de ich eben­falls toll. Zum einen ist „über den Wolken“ natür­li­ch eine unge­wöhn­li­che Perspektive, ande­rer­seits aber auch ein klas­si­sches, und gut ver­käuf­li­ches Symbol für Freiheit, Abenteuer, Reinheit und so wei­ter.

Im Gegensatz zum Surfer-Bild passt hier die mono­chro­me Farbpalette und die Bergspitze ver­leiht dem Bild etwas Mystisches und Geheimnisvolles, weil man sich fast unwei­ger­li­ch fragt, was sich unter den Wolken noch ver­birgt.

Leider ist in der 100%-Ansicht ein ähn­li­cher Pixelmatsch wie beim Surferbild erkenn­bar, wes­halb ich die Ablehnung trotz­dem gut nach­voll­zie­hen kann. Hier wür­de ich noch mal dezent mit einem Rauschreduzierungstool ran­ge­hen und/oder die Pixelzahl von 22,1 MP auf 16 Megapixel ver­rin­gern. Beides in Kombination soll­te die stö­ren­den Bildfehler sicht­bar ver­bes­sern.

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Eine wei­te­re Bergaufnahme, bei der mir die Lichtstimmung sehr gut gefällt. Durch den klei­nen Bergsteiger links unten bekommt das Bild auch die nöti­ge Größenproportion, um sich das gewal­ti­ge Bergmassiv bes­ser vor­stel­len zu kön­nen.

Auch wenn das Licht foto­gen ist, ist es der Berg in die­ser Ansicht nicht ganz so sehr wie – sagen wir mal – das Matterhorn oder der Fuji. In der 100%-Ansicht offen­bart sich auch eine Art „Glow“ an den Rändern des Bergs, viel­leicht zu stark nach­ge­schärft oder ein­fach zu kon­trast­reich für die Kamera bei dem Gegenlicht.

100%-Ausschnitt aus dem obigen Bild
100%-Ausschnitt aus dem obi­gen Bild

Auch hier könn­te eine Verkleinerung des Bildes noch etwas ret­ten.

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Das nächs­te Bild zeigt die Schrammsteine in der Sächsischen Schweiz mit einem Elbdampfer. Ich fin­de das Bild ehr­li­ch gesagt etwas lang­wei­lig vom Bildaufbau und den Farben, aber es wur­de von Fotolia ange­nom­men, viel­leicht auch, weil es ein sehr klas­si­sches Postkartenmotiv ist.

Das Schiff auf dem Bild erhöht noch mal die Verkäuflichkeit, weil es so nicht nur die Natur bewer­ben kann, son­dern auch Dampferfahrten und Urlaub sowie Tourismus gene­rell.

Die beim vori­gen Bild erwähn­ten leuch­ten­den Rändern an den Berggipfeln tre­ten hier jedoch sogar noch stär­ker auf, was ver­mu­ten lässt, das der Bildredakteur beim vori­gen Bild viel­leicht nur einen schlech­ten Tag gehabt hat. Oder bei die­sem Motiv wur­de nicht gen­au hin­ge­schaut.

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Diese Bergsilhouette wie­der­um wur­de abge­lehnt, was eben­falls streit­bar ist. Auch hier ist der Berg rechts nicht so „typi­sch“ in sei­ner Gestalt, was ein Ablehnungsgrund gewe­sen sein könn­te. In der 100%-Ansicht konn­te ich nichts fin­den, was ein defi­ni­ti­ver Ausschlussgrund gewe­sen sein könn­te. Zwar sind bei eini­gen der Baumumrisse rote Ränder zu sehen, was licht­tech­ni­sch bei so einer Gegenlichtaufnahme kaum zu ver­mei­den ist.

Ich hät­te mich hier eher auf den Bereich links im Bild kon­zen­triert, weil die­se Art der Sonnenuntergangslandschaft deut­li­ch kli­schee­haf­ter und damit auch ver­käuf­li­ch ist.

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Das Foto zeigt die Bastei mit der Basteibrücke. Traumhafte Farben, traum­haf­tes Licht, per­fek­tes Wetter, pas­sen­de Jahreszeit. Hier stimmt wie­der alles. Genau so sehen die Fotos in den Hotelbroschüren aus.

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Hier sehen wir Windräder im Sonnenuntergang. Die Farben des Hintergrunds sind fan­tas­ti­sch, aber was mir beim ers­ten Blick auf das Bild sofort in den Kopf schoss, war die Frage: „Warum sind die Windräder nicht fron­tal abge­bil­det?“ Klar, ich ken­ne die Antwort, ver­mut­li­ch war es vor Ort ein­fach nicht anders mög­li­ch. Dennoch illus­triert sie das Problem. Das Konzept ist des­halb kaum erkenn­bar. Erstens sind die Windräder zu klein, zwei­tens als seit­li­che Kontur kaum erkenn­bar und drit­tens noch mit Bewegungsunschärfe in den Rotorblättern.

Eine mög­li­che Lösung wäre, die Windräder ein­fach weg­zu­re­tu­schie­ren und das Bild als abs­trak­ten Hintergrund anzu­bie­ten. Wahlweise könn­ten die Windräder auch als Silhouette fron­tal rein­re­tu­schiert wer­den, indem eini­ge Windrad-Vektoren erstellt wer­den. Ein kos­ten­lo­ses Tutorial dafür gibt es hier.

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Kommen wir zum Sonnenaufgang über dem Thüringer Becken. Ich lie­be sol­che Bilder, wo sich die Landschaft in vie­len ver­schie­de­nen Ebenen bis zum Horizont erstreckt. Die Farben sind schön ver­teilt, vom Gelb und Orange des Himmels über die Blau- und Lila-Töne in der Mitte bis hin zum Grün im Vordergrund.

Das Motiv hat Verkaufspotential und auch tech­ni­sch gibt es kei­nen zwin­gen­den Grund, das Foto abzu­leh­nen. Hinderlich könn­te nur sein, dass es mit einer Canon 40D auf­ge­nom­men wur­de und bei 100% leicht „mat­schig“ wirkt. Da Uwe mitt­ler­wei­le aber mit einer 5D Mark III arbei­tet, soll­ten die neue­ren Bilder weni­ger sol­cher Probleme haben.

Während ich die­sen Artikel schrei­be, kam gera­de eine wei­te­re Mail von Uwe:

Hallo Robert,

noch eine klei­ne Ergänzung zu dem Thema: Ich habe Ende letz­ter Woche wie­der mal ein paar Bilder bei Fotolia ein­ge­reicht. Darunter auch absicht­li­ch eini­ge, wo ich fest mit einer Ablehnung gerech­net hat­te (iden­ti­sche Motive, tech­ni­sche Qualität). Zu mei­ner Überraschung wur­de alles durch­ge­wun­ken und akzep­tiert. Ich hän­ge die Bilder mal in klei­ner Auflösung ran. Das 5diii_img_006794 und ggfs. img_25556 durch­ge­hen hät­te ich ja noch ver­stan­den. 5diii_img_008268 ist auch ok, aber doch sicher ein aus­ge­lutsch­tes Thema. Aber der Rest? Die ande­ren Drei habe ich ja selbst schon eher für die digi­ta­le Tonne vor­ge­se­hen.…

Wahrscheinlich gehe ich aber nur mit den fal­schen Gesichtspunkten an die Bewertung ran.

Mit ver­wirr­ten Grüßen, Uwe“

Da sei­ne Fotos sehr schön sind, kön­nen wir aus­nahms­wei­se mehr als zehn Bilder zei­gen.

stock_samples_5diii_img_006794Dieses Foto ist eins der Bilder, bei dem sich Uwe sicher war. Wieder eine schö­ne Farbstimmung, die Skischneise erzeigt eine Tiefenwirkung und hat den Wintersport als kla­res Konzept für die Verkäuflichkeit. Interessant ist, dass es in war­men Farbtönen gehal­ten ist, obwohl Winterbild meist auf das kal­te Blau getrimmt wer­den. Vielleicht ist das hier ein Teil des Reizes.

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Hier das zwei­te Bild, was es durch die Selektion geschafft hat. Eine Winterlandschaft, dies­mal in den erwart­bar mono­chro­men Blautönen. Die Bildaufteilung ist klas­si­sch, das Motiv uni­ver­sell ein­setz­bar und das Warnschild deu­tet die Größenverhältnisse an und sorgt für einen gel­ben Farbklecks als Akzent.

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Bei die­sem drit­ten Bild war Uwe sich nicht sicher, ob es nicht zu „aus­ge­lutscht“ sei. Doch, klar, aber abge­se­hen davon ist die­se Blaumohnwiese tech­ni­sch sau­ber umge­setzt und schnör­kel­los foto­gra­fiert. Da kann man sogar Blumen eine Chance geben.

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Kommen wir zu drei Bildern, die fast im digi­ta­len Papierkorb gelan­det wären. Was der eine fast weg­schmeißt, wäre für einen ande­ren eine Ehre. Das Foto des Waldes im Winter ist zwar schlicht, hat aber durch die „Wölbung“ der Landschaft aus­rei­chend Dynamik. Sehr viel­sei­tig ein­setz­bar mit dem Textfreiraum oben und ört­li­ch kaum fest­zu­ma­chen, also auch welt­weit ein­setz­bar.

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Auch die­se Bäume im Winter sind sehr sim­pel foto­gra­fiert, es sieht fast „drauf­ge­hal­ten“ aus, aber die­se Reduktion erzeugt euch eine Friedlichkeit und Ruhe, die vom Winter fast erwar­tet wird. Fast alle Töne sind aus dem Bild ver­bannt, es ist fast eine „Weiß in weiß“-Aufnahme. Das Bild könn­te ich mir auch gut als Panorama vor­stel­len, dann wür­de jedoch wie­der der Textfreiraum feh­len.

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Okay, von den heu­te gezeig­ten Fotos wür­de ich das Bild des Skilifts als das am wenigs­ten schö­ne Bild bezeich­nen, „häss­li­ch“ passt noch nicht mal. Dem Bild fehlt die Postkartenidylle der vor­her­ge­gan­ge­nen Fotos, aber dafür zeigt es die Logistik der Wintersportindustrie: Weniger Schönheit, mehr Aussage.

Uwe hat auf jeden Fall ein Auge für ruhi­ge, aus­ge­wo­ge­ne Bildkompositionen und anspre­chen­de Landschaften. Sein far­ben­fro­her Bearbeitungsstil passt per­fekt zum gesät­tig­ten Microstock-Look, macht die Bilder aber auch für Kalender, Poster oder Postkarten sehr attrak­tiv. Ich den­ke da in Richtung „Fine-Art-Print“-Anbieter und ähn­li­ches.

Wenn er sich jetzt noch beim Thema Verschlagwortung ver­bes­sert sowie beharr­li­ch und kon­ti­nu­ier­li­ch wei­ter in die­ser Qualität hoch­lädt, sehe ich viel Potential.

Wer mehr Bilder von Uwe sehen will, fin­det die­se ent­we­der hier auf sei­ner Webseite oder in sei­nem Fotolia-Portfolio.

Wer eben­falls kos­ten­los mit­ma­chen und mir sei­ne Bilder zur Besprechung schi­cken will, fin­det hier alle not­wen­di­gen Informationen.

Was sagt ihr zu den Fotos von Uwe?

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 47

Lange Zeit war es still in der Rubrik „Pimp My Stock“!

Deshalb soll es heu­te end­li­ch wie­der eine neue Folge geben.

Was ist „Pimp My Stock“? Leser kön­nen mir hier ihre Fotos schi­cken, wel­che ich öffent­li­ch mit Blick auf ihre Verkäuflichkeit beur­tei­le und Tipps gebe, wie sie sich even­tu­ell ver­bes­sern las­sen. Hier geht es nicht um schmei­cheln­des Lob, son­dern um kon­struk­ti­ve Kritik, wel­che die Annahmechancen bei Bildagenturen ver­bes­sern soll.

Wer eben­falls kos­ten­los mit­ma­chen will, fin­det hier alle not­wen­di­gen Informationen.

Heute ist Mandy an der Reihe, die mir schrieb:

Sehr geehr­ter Herr Kneschke,

mit gro­ßem Interesse habe ich Ihren Blog „Pimp My Stock“ gele­sen. Inhalte wie die­se sind für Stock-Einsteiger eine unglaub­li­che Hilfe.

In die­sem Zusammenhang, hof­fe ich, von Ihnen Feedback zu bekom­men, um mei­ne Fotos effek­tiv im Stockmarkt zu inte­grie­ren.

Ich stu­die­re im ers­ten Semester Computervisualistik und Design an der HSHL in Lippstadt. Seit zwei Jahren gehe ich dem Fotografieren als Hobby nach (mit Digitalkamera – Canon Ixus 170).

Da der Lernaufwand des Studiums bereits einem Vollzeitjob ent­spricht und ich mit „nor­ma­len Studentenjobs“ bis­her wenig Erfolg hat­te, ent­schied ich mich vor einem hal­ben Jahr dafür, dass sich die­ses Hobby auch wirt­schaft­li­ch nie­der­schla­gen soll. So stieß ich auf die Stockfotografie.

Ich habe mich bereits bei eini­gen Portalen ange­mel­det, aber die meis­ten mei­ner Bilder wur­den abge­lehnt. Darum bit­te ich Sie um Ratschläge, mit denen ich die Markttauglichkeit mei­ner Bilder opti­mie­ren kann.

Für Ihre Hilfe dan­ke ich Ihnen. Im Anhang sen­de ich Ihnen zehn mei­ner Arbeiten.

Viele Grüße.“

Schauen wir uns ihre Bilder mal an.

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Den Anfang macht die­ses Foto einer grü­nen Platine. Während das Motiv gene­rell als Konzept für Themen wie „Technologie“ oder „Fortschritt“ ste­hen kann, ist die Ausführung hier ver­bes­se­rungs­wür­dig. Es sind gro­ße über­strahl­te Bereiche zu sehen, wel­che durch indi­rek­te Beleuchtung hät­ten ver­mie­den wer­den kön­nen. Auch die Bildaufteilung ist ungüns­tig, weil zu viel „Rand“ zu sehen ist. Ein Makroobjektiv mit deut­li­ch dich­te­rer Aufnahmeposition wäre vor­teil­haf­ter gewe­sen.

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Bei die­ser römi­schen(?) Stadtaufnahme gefällt mir das Licht und der Kontrast zwi­schen den war­men Gebäuden und dem küh­len Himmel, wel­cher fast einen Komplementärkontrast bil­det. Trotzdem gibt es auch hier eini­ge Nachteile, wel­che das Bild rui­nie­ren. Die bei­den offen­sicht­lichs­ten: Das rech­te Gebäude ist oben abge­schnit­ten (ein No-Go!) und bei­de Häuser schei­nen wegen der per­spek­ti­ven Verzerrung zu kip­pen. Da bie­ten mitt­ler­wei­le alle übli­chen Bildbearbeitungsprogramme Ausrichtungsfunktionen, die ein Fotograf beherr­schen soll­te.

Da fal­len zwei ande­re Punkte fast schon nicht mehr ins Gewicht: Die Ampel oben rechts hät­te mit einer mini­mal ande­ren Kameraposition (oder not­falls eben mit Photoshop) aus dem Bild ent­fernt wer­den kön­nen. Ganz links ist der hal­be Rücken eines Passanten zu erken­nen, der leicht durch eine ver­zö­ger­te Auslösung nicht hät­te im Bild sein müs­sen.

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Ähnliche Probleme mit dem Vordergrund gibt es bei die­sem Rom-Foto mit Petersdom. Rechts sind etli­che Personen erkenn­bar, was bei den meis­ten Bildagenturen zu einer Ablehnung wegen feh­len­der Modelfreigabe füh­ren wür­de. auch die Mütze der Person links lenkt zuviel Aufmerksamkeit auf sich. Profis arbei­ten hier meist mit einem Stativ und ent­we­der einer Langzeitbelichtung, wel­che die sich bewe­gen­den Personen ver­schwin­den lässt oder mit meh­re­ren Aufnahmen, die dann in Photoshop über­ein­an­der­ge­legt wer­den, um stö­ren­de Passanten leicht retu­schie­ren zu kön­nen.

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Diese Maske in Venedig in ein­deu­tig über­lich­tet. Das führt zu einer Ablehnung wegen „tech­ni­scher Fehler“.  Noch dazu ist das Foto erkenn­bar unscharf, was eben­falls eine Ablehnung recht­fer­tigt. Auch beim Motiv ist nicht erkenn­bar, wo das Augenmerk lie­gen soll oder was die Aussage ist.

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Diese Maske weist kein der eben genann­ten Probleme auf. Trotzdem lie­ße sich das Bild ver­bes­sern, weil es hier „von oben her­ab“ foto­gra­fiert wur­de, was der Maske nicht gerecht wird. Auch eine fron­ta­le­re Komposition wür­de dem Bild hel­fen. Der Zettel an der Maske muss natür­li­ch weg. Da gibt es etli­che sehr far­ben­fro­he und per­fek­te Aufnahmen von vene­zia­ni­schen Masken* bei den Bildagenturen, die als Maßstab die­nen soll­ten.

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Vermutlich eben­falls in Venedig ent­stand die­ses Schwarz-Weiß-Foto einer alten Gasse. Die zwei Musiker stö­ren mei­nes Erachtens, weil sie mit ihren Instrumenten kei­ne „klas­si­sche Sillhouette“ bil­den, die ansons­ten ganz pit­to­resk hät­te sein kön­nen. Außerdem ist der Horizont schief und das Bild zu kon­trast­reich, da die hel­len Bereiche wie­der aus­fres­sen.

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Diese Aufnahme mit einem Mann, der auf den Petersplatz in Rom blickt, ist auf den ers­ten Blick ganz gelun­gen. Die tech­ni­sche Qualität scheint nicht ganz opti­mal zu sein (was aber an der JPG-Komprimierung lie­gen mag), für ein Handy-Foto wäre es auf jeden Fall opti­mal und von der Stimmung her auch gefragt. Die Bildaufteilung ist hier sehr gelun­gen und zieht den Betrachter immer wie­der ins Foto rein auf die Stadt und den Sonnenuntergang.

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Äh, nein. Dieses Foto vom Biertrinken wirkt wie ein Schnappschuss beim ört­li­chen Stammtisch. Das Licht reflek­tiert zu stark im Glas und das Bild ist zu ver­rauscht, weil ver­mut­li­ch ohne Blitz gear­bei­tet wur­de. Vor einem wei­ßen oder zumin­dest neu­tra­le­ren Hintergrund mit weni­ger Rauschen wäre das Motiv ganz pas­send für Bildagenturen, aber so bleibt es höchs­tens ein Schnappschuss für das pri­va­te Fotoalbum.

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Der opti­sche Effekt, den die­se umge­dreh­ten Weingläser erzeu­gen, wirkt ganz span­nend und gefällt mir. Der Hintergrund sowie der Bereich rechts oben wir­ken lei­der wie­der zu unru­hig und auch gene­rell zu dun­kel. Vielleicht hät­te hier schon ein gro­ßes wei­ßes Blatt Papier hin­ten gereicht, um die­se Probleme zu behe­ben.

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Wieder ein Party-Schnappschuss? Mal ganz abge­se­hen davon, dass an den Fenstern rechts star­ke chro­ma­ti­sche Abberation zu erken­nen ist, die sehr wahr­schein­li­ch zu einer Ablehnung füh­ren wür­de, ist kei­ne rich­ti­ge Aussage bei dem Motiv zu erken­nen. Das Bild wirkt unru­hig, alles ist ange­schnit­ten und rauscht auch wie­der stark. Das wird so lei­der kei­ne Bildagentur neh­men.

Generell feh­len mir bei die­sen Bildern meist die erkenn­ba­ren Aussagen. Was für ein Thema ent­hält das Foto? Wofür könn­te es ver­wen­det wer­den? Es wirkt lei­der nicht so als wären die Fotos mit Antworten auf die­se Fragen im Kopf gemacht wor­den.

Was sagt ihr? Wie schätzt ihr die Fotos ein?

* Affiliate

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 44

Heute gibt es die nächs­te Folge von „Pimp My Stock!“, in der ich Fotos kom­men­tie­re, ob sich die­se gut ver­kau­fen las­sen wür­den. Wer eben­falls kos­ten­los mit­ma­chen will, fin­det hier alle Informationen. Diesmal gibt es einen beson­dern Dreh, denn es geht um ein­ge­scann­te Dias.

Walter schrieb mir:

Guten Tag Robert,
in der Anlage sen­de ich Dir div. Fotos für Deine Rubrik „Pimp my sto­ck“.

Ich habe die­se Fotos aus­ge­sucht, da ich Sie bei Fotolia ein­rei­chen möch­te. Ich bin zwar ein Neuling was Fotoagenturen betrifft, foto­gra­fie­re aber schon län­ger. Für die­se Art von Fotos die ich Dir zum Besprechen schi­cke, benut­ze ich Mittelformat. Bei Reportagen ist Kleinbild ange­sagt. Wie Du erken­nen kann­st ist ein Grossteil der Fotos im Herbst enstanden,wenn die Natur sich in ihrer Farbenpracht zeigt.

Ich muss noch erwäh­nen, dass ich noch auf Nagativ-bzw. Diamaterial arbei­te. Zum Scannen gebe ich die­se dann zu einem Dienstleister. Die Originaldateien sind ca. 17MB gross.
Mich wür­de nun inter­es­sie­ren wie Du mei­ne Chancen sieht sol­che Art von Fotos bei Agenturen anzu­bie­ten?
Ob ich da auf dem rich­ti­gen Weg bin bzw. was ich noch beach­ten soll­te beim Anbieten?

Vielen Dank!
Walter“

36920004Es gab eine Zeit, da lie­fer­ten Digitalkameras lan­ge nicht die Qualität einer Kleinbild- oder sogar Mittelformatkamera. Diese sind jedoch zumin­dest beim Kleinbildformat lan­ge vor­bei und auch das Mittelformat gerät mit der neus­ten Generation von Megaformat-Kameras in Bedrängnis.

36920002Deshalb ist die Frage: „Lohnt es sich, Dias ein­zu­scan­nen und anzu­bie­ten?“ sehr inter­es­sant.36920003

Ich wür­de jedoch sagen, dass es nur weni­ge Gründe gibt, Dias zu ver­kau­fen. Bei den gezeig­ten Fotos von Walter sind haupt­säch­li­ch Herbstthemen zu sehen, die jedes Jahr regel­mä­ßig wie­der – mit der neus­ten Kameratechnik – foto­gra­fiert wer­den kön­nen. Selbst der leich­te Vintage-Look durch die Dia-Farben kann heut­zu­ta­ge kin­der­leicht durch einen Filter oder ein Plugin simu­liert wer­den.36920005

Das Scannen von Fotos kos­tet immer Geld, was den Druck erhöht, die­se Investition wie­der rein­zu­be­kom­men und führt auch zu Qualitätseinbußen, die sich eben­falls nega­tiv auf die Verkäuflichkeit aus­wir­ken kön­nen.36920006

Dia-Scans loh­nen sich aus mei­ner Sicht wirk­li­ch nur, wenn extrem sel­te­ne Motive foto­gra­fiert wur­den, die auch heue nicht mehr neu foto­gra­fiert wer­den kön­nen. Dazu zäh­len zum Beispiel längst ver­stor­be­ne Personen der Zeitgeschichte oder im Krieg zer­stör­te Wahrzeichen. Und selbst hier wür­de ich sol­che Motive auch eher bei einer Bildagentur anbie­ten, wel­che sich dar­auf spe­zia­li­siert hat und hohe Preise ver­langt statt bei einer Universalagentur.36920007

Unabhängig vom ver­wen­de­ten Material hal­te ich die Motive lei­der auch für zu „banal“, um damit bei einer Bildagentur viel Verkäufe zu erzie­len. Da das Thema „Herbst“ lau­tet, sind mir zu vie­le stö­ren­de städ­ti­sche Elemente wie Masten, Geländer oder Stadtmöbel zu sehen. Bei eini­gen Bildern sind die Bäume noch zu grün (vor allem ohne rote Blätter), bei ande­ren Bildern sind die Blätter schon zu sehr abge­fal­len.

Habt ihr schon Erfahrungen mit dem Verkauf von ein­ge­scann­ten Dias gemacht? Lohnt sich das?

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 43

Nach einer tur­bu­len­ten Woche wie­der eine bekann­te Art von Artikel: Die nächs­te Folge von „Pimp My Stock!“, in der ich Fotos auf ihre Verkäuflichkeit hin beur­tei­le. Wer eben­falls kos­ten­los mit­ma­chen will, fin­det hier alle Informationen.

Diesmal schrieb mir Olaf:

Hallo Robert, erst­mal einen schö­nen guten Abend.

Mein Name ist Olaf Barth, ich woh­ne in Mainz und bin 49 Jahre alt.

Tja, war­um ich dir schrei­be, dürf­te auf der Hand lie­gen. Ich inter­es­sie­re mich seit neus­tem für die Stockfotografie. Warum nicht sei­ne Bilder, die man macht, ver­su­chen zu ver­kau­fen … aber bis jetzt bin ich noch nicht sehr weit gekom­men, heißt ich habe noch gar nicht ange­fan­gen, da ich ein­fach nicht weiß, ob mei­ne Bilder dazu tau­gen, ver­kauft zu wer­den. Ich fin­de es toll, dass es Menschen gibt, die auch nur mal so ohne gleich etwas zu ver­lan­gen, Hilfe anbie­ten 🙂

Fotografieren tue ich seit ca. 15 Monaten, aber wenn man kei­nen kennt, der dir sagt, das und das könn­test du ver­bes­sern oder das hast du gut gemacht, weiß man eben nicht, wo man gen­au mit sei­nen Bildern steht. Spezialisiert (wenn man davon über­haupt spre­chen kann) hab ich mich auf Makrofotografie, es macht mir ein­fach Spaß, klei­ne Dinge groß raus­zu­brin­gen 😉

Fotografieren tue ich mit Nikon (3200) zwei Sigma Objektiven (ein Makro ein Tele) und dem Kit Objektiv von Nikon (18–105). Nichts Spektakuläres, aber der Geldbeutel muß es ja auch her­ge­ben kön­nen … nach oben geht immer (vor­aus­ge­setzt man kann es sich leis­ten)

Ich wür­de mich freu­en wenn du mei­ne Bilder beur­tei­len wür­dest, kann­st auch ruhig mei­nen Namen nen­nen … ich freu mich von dir zu lesen.

So, ich häng dann mal was an 😉

Liebe Grüße, Olaf“

Schauen wir uns sei­ne Bilder an:

K800__DSC2573aDas ers­te Bild zeigt ein Low-Key-Portrait einer roten Rose. Da glau­be ich nicht, dass es sich als Stockfoto gut ver­kau­fen wird, weil es ers­tens zu dun­kel ist, um genug für eine Aussage zu erken­nen und zwei­tens Rosen ein eher sehr gut abge­deck­ter Motivbereich sind. Als „Fine Art“-Print für Poster oder ande­re „In-Demand“-Produkte könn­te das Bild viel­leicht geeig­net sein, wobei mich auch da das grü­ne Blatt als dün­ner Streifen oben links stört.

K800__DSC3249aDas zwei­te Bild zeigt eine Orchidee. Hier wür­de ich das Bild spie­geln, weil es dann bes­ser an die Blickrichtung ange­passt ist. Mir gefällt, dass das Bild redu­ziert ist und die Blüte betont. Außerdem hat das Bild oben genug Textfreiraum. Kann man anbie­ten, zu den Blumenbildern spä­ter aber noch mehr.K800__DSC3429Das kaput­te Ei im Eierbecher ist eine wit­zi­ge Idee. Gab es zwar auch schon, ist aber egal. Auf den ers­ten Blick stört hier oben rechts die Tischdecke, die jedoch leicht retu­schiert wer­den kann. Die Beleuchtung ist etwas (zu) hart und ich wäre eher auf „Augenhöhe“ mit dem Ei gegan­gen. Ein dicker Filzstift hät­te sich für das Gesicht ange­bo­ten, weil dann die Mimik schnel­ler und leich­ter erkenn­bar wäre. Von der Aussage ein brauch­ba­res Stockfoto mit der rich­ti­gen Verschlagwortung, in der jet­zi­gen Ausführung jedoch ver­bes­se­rungs­wür­dig.

K800__DSC3745aDas drit­te Foto zeigt eben­falls eine Orchideenblüte, dies­mal sehr sym­me­tri­sch. Technisch okay, wobei ich das Weiß der Blüte mehr mit­tels einer Tonwertkorrektur her­aus­ge­ar­bei­tet hät­te. Kann als Stockfoto ange­bo­ten wer­den, die mög­li­chen Nutzungszwecke sind jedoch begrenzt.

K800__DSC3779Das nächs­te Bild zeigt ver­mut­li­ch die glei­che Orchideenblüte wie am Anfang. Hier ist oben rechts in Teil des Lichtaufbaus zu sehen, was ver­mie­den wer­den soll­te. Unten ist auch ein Teil der Orchidee abge­schnit­ten, was hier nega­tiv auf­fällt. Zusätzlich kommt hin­zu, dass dunkle Stockfotos nicht so ger­ne gekauft wer­den wie hel­le. Dem Bild rech­ne ich also nicht so vie­le Chancen aus.

K1024__DSC4232Das letz­te Bild zeigt ein Feld mit vie­len Blumen. Als Hintergrund zum Thema Frühling ist das Bild sicher geeig­net, die Unschärfe im oberen Teil kann als Textfreiraum die­nen und die Komposition ist aus­ge­wo­gen. Gefällt mir. Hier wird aber auch sicht­bar, wie win­zi­ge Änderungen in der Nachbearbeitung die Chancen des Bildes noch deut­li­ch stei­gern kön­nen.

K1024__DSC4232_retuschiertIm Original sieht das Bild etwas ver­wa­schen und kon­tras­t­arm aus. Ich habe inner­halb einer Minute die drei Standardwerkzeuge Tonwertkorrektur, Sättigung und Gradationskurve ange­wandt, um das Bild deut­li­ch „kna­cki­ger“ aus­se­hen zu las­sen. So ver­kauft es sich als Stockfoto deut­li­ch bes­ser.

Da fünf der sechs ein­ge­reich­ten Fotos Blumenbilder waren, möch­te ich kurz auf einen alten, aber immer noch aktu­el­len Artikel von mir hin­wei­sen. Unter dem Titel „4 typi­sche Anfänger-Fehler bei Blumenfotos“ gibt es eini­ge Tipps, um sei­ne Blumenfotos bes­ser zu gestal­ten.

Blumenfotos sind ins­ge­samt schwer als Stockfotos zu ver­kau­fen, weil sie zum einen von sehr vie­len Leuten foto­gra­fiert wer­den. Andererseits sind die Nutzungsmöglichkeiten sol­cher Bilder etwas beschränkt. Das abso­lu­te Minimum soll­te des­halb eine kor­rek­te Beschriftung der Pflanze – auch mit ihrem latei­ni­schen Namen – sein, um zumin­dest eini­ge Lehrbuch-Verkäufe mit­neh­men zu kön­nen. Am bes­ten ver­kau­fen sich Blumen, wenn sie eine zusätz­li­che Aussage haben, sei es als Industriepflanze (Raps), Symbol für Jahreszeiten (Tulpen, Sommerblumen) oder für bestimm­te Feiertage (Blumensträuße zum Geburtstag usw.).

In die­ser frü­he­ren Folge ging es auch schon dar­um, dass sich Bilder mit einem dunk­len, düs­te­ren Look nicht so gut ver­kau­fen las­sen. Das ist immer noch aktu­ell und trifft auch hier zu.

Was sagt ihr zu den Bildern?