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Smartphone-Apps für den Verkauf von Fotos

Okay, bald ist wirk­li­ch Schluss. Das hier ist jetzt schon der vier­te Teil mei­ner Serie über Smartphone-Fotografie und wie man damit Geld ver­die­nen kann. Auslöser für Teil eins war die Entscheidung von Yuri Arcurs, sei­ne Bilder exklu­siv bei Getty Images anzu­bie­ten. Außerdem inves­tier­te er über eine Million US-Dollar in die Startup-Firma Scoopshot, wor­über ich im zwei­ten Teil berich­te­te. Im drit­ten Teil habe ich die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Smartphone-Apps zum Fotoverkauf ana­ly­siert.

Heute will ich im vier­ten Teil die mir bekann­ten Smartphone-Apps vor­stel­len und was sie aus­macht:

Foap

Screenshot der foap-App

Mit am längs­ten dabei ist die schwe­di­sche Firma Foap, die seit über einem Jahr Bilder per App ver­kauft. Zur Zeit ist sie nur für iOS ver­füg­bar, aber ab September ist auch eine Android-Version geplant. Üblicher Verkaufspreis ist 10 USD, wobei der Fotograf die Hälfte davon erhält. Wer Bilder mit „Credits“ kauft, zahlt je nach gekauf­ter Creditmenge nur 7–9 USD. Es wer­den auch „nor­ma­le“ Fotos von DSLR-Kameras und so wei­ter akzep­tiert, wenn die­se über die App hoch­ge­la­den wer­den. Foap erzielt regel­mä­ßi­ge Verkäufe. Die letz­ten 20 Verkäufe wer­den über die App ange­zeigt.

Neben den regu­lä­ren Fotoverkäufen star­tet Foap soge­nann­te „Missionen“, bei denen Firmen ihre Fotowünsche an die Fotografen her­an­tra­gen und sagen, wie viel sie bereit wären, dafür zu zah­len. Auch das ist das im drit­ten Teil schon erwähn­te „Work for Spec“, also Auftragsarbeiten, die even­tu­ell nicht bezahlt wer­den. Erst vor paar Wochen hat Foap genauso wie Scoopshot eine Millionen-Investition erhal­ten.

Scoopshot

Screenshot der Scoopshot-App

Aus dem Nachbarland Finnland kommt die Konkurrenz-App Scoopshot, über die ich im zwei­ten Teil aus­führ­li­ch berich­tet habe. Hier liegt der Fokus stär­ker auf den „Missionen“, für die der Fotograf jedoch nur 2,50 USD erhält, soll­te er ein Foto ver­kau­fen. Die ver­kauf­ten Fotos wer­den in der App und auf der Webseite ange­zeigt, eine Verkaufswahrscheinlichkeit von unter 1% scheint nor­mal zu sein. Die App gibt es für das iPho­ne und für Android. Im Gegensatz zu vie­len der ande­ren Apps müs­sen die Bilder hier nicht ver­schlag­wor­tet wer­den.

123rf On-The-Go

Screenshot der 123rf-App

Einen klas­si­sche­ren Ansatz ver­folgt die Bildagentur 123rf, wel­che mit „On-The-Go“ den Upload direkt über die App zur Agentur erlaubt. Im Grunde ist die App aber „nur“ eine Erweiterung des nor­ma­len Agenturverkaufs. Hilfreich ist zumin­dest, dass man mit der App sei­ne letz­ten Verkäufe anse­hen kann, auch jene, wel­che über die Webseite getä­tigt wur­den. Nichtsdestotrotz hat auch 123rf das Konzept der Missionen auf­ge­grif­fen und nennt sie „Contests“. Diese wer­den jedoch von der Agentur selbst aus­ge­schrie­ben und ein Gewinnerfoto erhält dann 300 USD.

TWOP

Screenshot der TWOP-App

Die Münchener Firma „The World Of Pictures“, kurz TWOP, ver­sucht sich an einer Mischung aus FOAP und Scoopshot. Die App gibt es aktu­ell nur für iOS. Die Nutzer kön­nen Bilder in den Marktplatz hoch­la­den, wo die­se dann je nach Bildgröße für 5 oder 10 Euro net­to gekauft wer­den kön­nen. Bei TWOP kann zwi­schen einer kom­mer­zi­el­len und einer redak­tio­nel­len Lizenz gewählt wer­den. Außerdem haben Bildkäufer eben­falls die Möglichkeit, Bildanfragen zu stel­len, für die sie je nach gewünsch­ter Bildgröße auch nur 5 (Web) oder 10 Euro (Print) zah­len müs­sen. Die Fotografen erhal­ten davon die Hälfte. Die meis­ten Bildanfragen kom­men aktu­ell von TWOP selbst, ver­mut­li­ch, damit der Bereich nicht zu leer aus­sieht. Die letz­ten Bildverkäufe kön­nen über die App ange­se­hen wer­den.

Clashot

Screenshot der Clashot-App

Die Bildagentur Depositphotos star­te­te die App Clashot, mit der sie die „mobi­le foto­jour­na­lis­ti­sche Arbeiten“ anbie­ten will. Bisher ist sie nur für iOS erhält­li­ch. Alle Bilder wer­den nur für die redak­tio­nel­le Nutzung ver­kauft, des­we­gen muss der Fotograf die Bilder beim Hochladen auch mit Datum, Titel, Kategorie und Suchbegriffen ver­se­hen. Wie schon im nor­ma­len Agenturgeschäft legt Depositphotos auch hier die Preislatte wie­der sehr nied­rig. Die Bilder wer­den je nach Größe für 0,80 bis ca. 4 USD ver­kauft, wovon der Fotograf 44% erhält, im nied­rigs­ten Fall also 0,35 Cent. Eine erwei­ter­te Lizenz kos­tet 80 USD.

Streetspotr

Screenshot der Streetspotr-App

Bei der App Streetspotr geht es zwar auch um Fotos, aber oft aus ande­ren Gründen. Die Firma bewirbt die Nutzer als „mobi­le Arbeitskräfte“, die unter­wegs klei­ne Aufgaben erle­di­gen sol­len. Dzu zählt zum Beispiel das Überprüfen von WLAN-Hotspots, Taxiständen, aber auch das Fotografieren von aktu­el­len Prospekten, Speisekarten oder Baustellenschildern. Andere Aufträge sind: Überprüfen, ob ein Promotion-Team an der rich­ti­gen Stelle steht, sau­ber ange­zo­gen und moti­viert ist, mit Barkeepern Video-Interviews über bestimm­te Wodka-Marken füh­ren und so wei­ter. Für mich füh­len sich vie­le der Aufträge wie Industriespionage an, wes­halb ich sie schnell wie­der deinstal­liert habe.

Außerdem wer­den für die ca. 0,50 bis 10 Euro Honorar vie­le ver­schie­de­ne Details zusätz­li­ch zu eini­gen Fotos abge­fragt. Fehlt etwas oder ist der Auftraggeber mit den gelie­fer­ten Infos nicht zufrie­den, wird die Bezahlung – den Kommentaren im Appstore nach – ger­ne ver­wei­gert. Die App gibt es für iOS und für Android.

Der Vollständigkeit hal­ber: Streetspotr scheint eine Kopie der 2010 gestar­te­ten App Gigwalk zu sein.

CNN

Screenshot der CNN-App

Ähnlich wie Clashot erlaubt auch die APP des Nachrichtensenders CNN, Fotos und Videos von nach­rich­ten­re­le­van­ten Ereignissen direkt hoch­zu­la­den. Der Bereich dafür ist „iRe­port“, ansons­ten fun­giert die App als – schlecht lay­ou­te­tes – Nachrichtenportal des Senders. Positiv anzu­mer­ken ist, dass Medien auch als „Gast“ hoch­ge­la­den wer­den kön­nen, ohne einen Benutzeraccount anle­gen zu müs­sen. Außerdem hat CNN eben­falls „iAs­si­gn­ments“, also Fotoaufträge, die jedoch schon mehr in Richtung „Dokumentiere die aktu­el­len Proteste in Brasilien/Türkei/Ägypten“ etc. gehen.

PicsaStock

Erst vor paar Tagen kün­dig­te der Chef der yourpainting.de, Andre Lutter, die Gründung der Bildagentur PicsaStock an, wel­che nur Smartphone-Fotos ver­kau­fen will. Eine App gibt es aber noch nicht. Die Fotografen sol­len 50% der erziel­ten Einnahmen erhal­ten. Wie sich der Dienst gegen­über den ande­ren eta­blier­te­ren Firmen abhe­ben soll, ist mir noch unklar.

EyeEm

Die deut­sche Firma EyeEm ist ein Instagramm-Klon und ver­kauft aktu­ell noch kei­ne Bilder. Laut die­sen News sam­mel­te die Firma jedoch erst kürz­li­ch 6 Million USD Risikokapital ein und will bald in den Bildermarkt ein­stei­gen.

Fizwoz und Pictorama

Diese Firma Fizwoz hat sich zum Ziel gesetzt, die News-Handyfotos meist­bie­tend an Nachrichtensender oder ande­re Medien ver­stei­gern zu kön­nen. Da ich die App für das iPho­ne jedoch nicht fin­de und auch die letz­ten News auf der Webseite von 2011 sind, den­ke ich, das Projekt hat sich genauso erle­digt wie Pictorama, die deut­sche Firma, die Smartphone-Fotos ver­kau­fen woll­te und im Februar den Dienst quit­tiert hat.

Was noch?

Die Bildagentur iStock­pho­to akzep­tiert seit über einem Jahr auch Handyfotos. Dafür gibt es aber kei­ne App, die Fotos müs­sen direkt über die Agentur-Webseite hoch­ge­la­den wer­den. Hier gibt die Agentur Tipps für die Mobilfotografie. Die Tipps gel­ten übri­gens auch für alle, die gute Fotos mit dem Smartphone machen wol­len, ohne die­se gleich zu ver­kau­fen.

Auf ähn­li­chen Umwegen könn­ten es Handyfotos sogar zum Branchenführer Getty Images schaf­fen. Wer sei­ne Fotos zu Flickr hoch­ädt, egal ob über deren App für iOS oder Android, kann eine Einladung zur Flickr Kollektion erhal­ten oder sich mit sei­nen Fotos dort direkt bewer­ben. Wie gen­au das geht, steht alles hier. Dann wer­den die Fotos sowohl über iStock­pho­to als auch Getty Images und deren Partneragenturen ver­kauft.

Nutzt ihr schon Smartphone-Apps zum Bilderverkauf? Und wie sind eure Erfahrungen damit?

Stockfotografie-News 2013-03-22

Es ist schon wie­der ca. sechs Wochen her,seit ich den letz­ten News-Rundumschlag raus­ge­hau­en habe. Deswegen geht es heu­te wie­der mit den aktu­el­len Meldungen aus der Bilderbranche.

  • Fangen wir mit etwas Statistik an: Die Ergebnisse der gro­ßen Microstock-Umfrage 2012 von MSG sind online. Wer wis­sen will, wo er im Vergleich zu ande­ren Microstockern steht, fin­det dort die Antworten.
  • Letztes Jahr war es der gro­ße Trend, jetzt gibt es die ers­ten Opfer: Die Smartphone-Bildagentur Pictorama quit­tiert ihren Dienst.
  • Ebenfalls auf­ge­ben mus­s­te die Hamburger Bildagentur Fotocent, wel­che zum 30.4.2013 ihre Pforten wegen Geldmangels schließt.
  • Ganz anders bei Shutterstock: Nach ihrem Börsengang ver­öf­fent­lich­te die Agentur am 21.2.2013 ihre Geschäftszahlen für 2012 und gleich dar­auf ver­dop­pel­te sich der Aktienkurs fast.
  • Die eher im Video-Bereich behei­ma­te­te Agentur Pond5 über­nahm gera­de erst die Microstock-Agentur Pixmac. Ich weiß noch nicht, wie ich das ein­ord­nen soll, weil ich von Pond5 viel hal­te, von Pixmac jedoch eher wenig. Aber hof­fen wir, dass sich das jetzt zum Positiven wen­den wird.
  • Clipdealer führt zum 1.3. eine „Social Media-Lizenz“ ein. Damit kön­nen Bildkäufer gegen 1,50 Euro Aufpreis bei Fotos (3 Euro bei Videos) die Werke auch in sozia­len Netzwerken ver­öf­fent­li­chen. Wegen der oft sehr weit­rei­chen­den Rechteeinräumung bei Seiten wie Facebook, Pinterest etc. soll­ten Fotografen sich gut über­le­gen, ob sie die­se Lizenz akti­vie­ren wol­len. Eine Übersicht über den unzu­rei­chen­den Metadaten-Erhalt bei sozia­len Netzwerken gibt es hier.
  • Wie sehen Porno-Stars ohne Make-Up aus? Wer das schon immer mal wis­sen woll­te, fin­det die teils erschre­cken­de Antwort hier.
  • Eine umfang­rei­che Sammlung von vie­len Tutorials für die Foodfotografie gibt es im Blog von Jenncuisine.
  • Seid ihr von den vie­len Ablehnungen wegen „zuviel Ähnlichkeit“ bei Dreamstime genervt? Die Agentur ver­spricht, ab sofort wie­der mehr ähn­li­che Bilder durch­zu­las­sen.
  • iStock­pho­to setzt das Upload-Limit für Vektorgrafiken auf 999 Dateien pro Woche und schafft das Limit damit de fac­to ab. Es scheint, als ob der Versuch einer Volumenbegrenzung heut­zu­ta­ge nicht mehr sinn­voll ist?
  • Die neue Agentur Disimage will den Klischees im Bildermarkt gänz­li­ch ande­re Motive, skur­ril und abge­fah­ren, gegen­über­stel­len.
  • Adobe plant, den Verkauf von Photoshop und der Creative Suite als CD-Version im Mai gänz­li­ch ein­zu­stel­len. So sehr ich die­sen Schritt wegen neu­er Vertriebsmethoden ver­ste­hen kann, so sehr fürch­te ich doch, dass dana­ch mit­tel­fris­tig eine Preiserhöhung der Creative Cloud anste­hen könn­te.
  • Wer sich ärgert, dass die Lichtsetzungs-App Strobox lan­ge nicht wei­ter­ent­wi­ckelt wur­de, fin­det viel­leicht in Sylights eine durch­dach­te und – noch – kos­ten­lo­se Alternative.
  • Unter wel­chen Bedingungen darf man Werbung mit Prominenten machen? Ein aktu­el­les Urteil wegen eines Brüderle-Fotos zeigt die Grenzen auf.
  • Birgit Engelhardt ver­öf­fent­licht auf ihrem Blog hun­der­te Texturen und Hintergründe, die aus­drück­li­ch auch kom­mer­zi­ell und für die Nutzung in Stockfotos genutzt wer­den dür­fen.
  • Einen kos­ten­lo­sen Photoshop-Pinsel für die Erstellung von Sommersprossen gibt es hier.
  • Wer es noch nicht gemerkt hat: Sowohl mein Stockfotografie-Verdienst-Rechner als auch mein Fotolia-Ranking-Rechner funk­tio­nie­ren wie­der. Schuld war ein neu­es Plugin, was Amok gelau­fen ist.
  • Noch was Lustiges: Der Musiker Darwin Deez hat für sein Musikvideo zum Song „You Can’t Be My Girl“ kom­plett auf Stock-Videos zurück­ge­grif­fen. Noch lus­ti­ger ist, dass zwei der Videos (bei Minute 1:01 und 1:17 von mir sind, aus der Fotosession, die ich im letz­ten Blogbeitrag vor­ge­stellt habe.)
  • Gerade fri­sch rein: Shutterstock plant auch eine Bildagentur oder Kollektion namens „Offset“, mit hoch­wer­ti­gem Premiummaterial.

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