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Verbotene Nutzungen von Stockfotos (Update 2017)

Eine Sorge von Models ist, dass ihre Fotos, wel­che über Bildagenturen ange­bo­ten wer­den, auf für sie nach­tei­li­ge Arten genutzt wer­den könn­ten.

Deshalb hat­te ich schon vor ca. 8 Jahren hier einen Artikel ver­öf­fent­licht mit einer Übersicht über die ver­bo­te­nen Nutzungen von Bildagentur-Material.

Diesen möch­te ich nun aktua­li­sie­ren, um der geän­der­ten Agenturlandschaft Rechnung zu tra­gen. Ich habe alle Top-10-Agenturen mei­ner Umfrage mit ein­be­zo­gen sowie eini­ge ande­re, bei denen ich selbst mei­ne Bilder anbie­te, damit mei­ne Models auch für die­se Agenturen die Nutzungsbedingungen ken­nen.

Welche Nutzungen sind durch die Bildagenturen verboten?

Auch wenn sich die Lizenzbedingungen im Detail etwas unter­schei­den, ist doch leicht erkenn­bar, dass die Regeln bei allen Agenturen grob die glei­chen sind.

Dort gekauf­te Bilder dür­fen nicht für ille­ga­le, dif­fa­mie­ren­de oder por­no­gra­fi­sche Zwecke ein­ge­setzt wer­den.

Die ent­spre­chen­den Lizenzeinschränkungen der Agenturen im Wortlaut der ein­zel­nen Agenturen klin­gen so:

Fotolia / Adobe Stock

Fotolia schreibt hier bei „Größen und Verwendungen“ unter ande­rem:

Bitte beach­ten Sie, dass die Verwendung unse­rer Dateien für die fol­gen­den Zwecke unter­sagt ist:

  • Pornografie

  • Erwachsenenunterhaltung oder Escort Services

  • Politische Unterstützung

  • Logos, Markenzeichen oder Dienstleistungsmarken“

In der Lizenzvereinbarung steht noch aus­führ­li­cher:

3. Einschränkungen

3.1 Allgemeine Einschränkungen. Der Missbrauch der Werke ist unter­sagt. Mit Ausnahme der aus­drück­li­chen Genehmigungen in obi­gem Abschnitt 2 ist Ihnen Folgendes unter­sagt:

[…] e. Verwendung, Wiedergabe, Verteilung, Aufführung, Änderung oder Zurschaustellung des Werks (ins­be­son­de­re allein oder in Kombination mit ande­ren Urheberwerken) auf ver­leum­de­ri­sche oder ehren­rüh­ri­ge oder ander­wei­tig ruf­schä­di­gen­de, anstö­ßi­ge oder sit­ten­wid­ri­ge Weise.
[…] h. Handlungen im Zusammenhang mit dem Werk, die gegen gel­ten­des Recht ver­sto­ßen.
[…] j. Handlungen im Zusammenhang mit dem Werk, die das geis­ti­ge Eigentum oder ande­re Rechte einer natür­li­chen oder juris­ti­schen Person ver­let­zen oder dage­gen ver­sto­ßen, ins­be­son­de­re die mora­li­schen Rechte des Schöpfers des Werks und die Rechte einer jeden Person, die selbst oder deren Eigentum im Werk erscheint.
k. Handlungen im Zusammenhang mit dem Werk, die zu der ver­nünf­ti­gen Annahme ver­lei­ten könn­ten, dass der Schöpfer des Werks oder die Personen oder das Eigentum, die im Werk erschei­nen (falls zutref­fend), poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che oder ande­re mei­nungs­ba­sier­te Bewegungen oder Parteien unter­stüt­zen.
l. Gebrauch des Werks auf eine Art und Weise, die eine auf dem Bild dar­ge­stell­te Person in ein schlech­tes Licht rückt oder belei­di­gen könn­te, ins­be­son­de­re:
I. Pornografische Verwendung von Werken
II. Tabakwerbung;
III. Werbung für Striptease-Lokale oder ähn­li­che Geschäfte, so auch Begleitservice oder ähn­li­che Dienste
IV. Unterstützung poli­ti­scher Kandidaten
V. Verleumderischer Gebrauch oder ander­wei­tig wider­recht­li­che, belei­di­gen­de oder unmo­ra­li­sche Inhalte.[…]“

Shutterstock / Bigstock

In der Lizenzvereinbarung von Shutterstock steht:

Teil I Lizenzen für visu­el­le Inhalte

c. EINSCHRÄNKUNGEN FÜR DIE VERWENDUNG VISUELLER INHALTE

FOLGENDES IST IHNEN NICHT GESTATTET:
[…] ii. Die Portrait-Wiedergabe in visu­el­len Inhalten abge­bil­de­ter Personen (ein „Model“) auf eine Art und Weise, die von einem ver­nünf­tig den­ken­den Menschen als belei­di­gend oder anstö­ßig emp­fun­den wer­den könn­te, dar­un­ter zum Beispiel auch die Abbildung eines Models:
a) im Zusammenhang mit Pornografie, „Videos nur für Erwachsene“, Unterhaltungsveranstaltungen für Erwachsene, Begleitservice, Partnerschaftsdiensten oder Ähnlichem;
b) im Zusammenhang mit Werbung für Tabakwaren;
c) in einem poli­ti­schen Kontext wie etwa der Förderung von, Werbung für oder Unterstützung von Parteien, Kandidaten oder gewähl­ten Amtsinhabern sowie im Zusammenhang mit poli­ti­schen Programmen oder Meinungen
d) als an einer kör­per­li­chen oder geis­ti­gen Krankheit lei­dend oder als Empfänger einer medi­ka­men­tö­sen Behandlung oder
e) bei unmo­ra­li­schen oder kri­mi­nel­len Handlungen.
iii. Die Verwendung visu­el­ler Inhalte in por­no­gra­fi­schem, ver­leum­de­ri­schem oder irre­füh­ren­dem Kontext bzw. auf eine Art und Weise, die als belei­di­gend, obszön oder ille­gal zu erach­ten sein könn­te. […]“

Bei der Tochteragentur Bigstock steht hier das Gleiche wie bei Shutterstock, nur in eng­li­sch.

Getty Images / iStock

In den EULA (End-User-License-Agreement) von Getty Images sowie in der Lizenzvereinbarung von iSto­ck steht wort­gleich:

3. Eingeschränkte Verwendungen.

a. Keine wider­recht­li­che Verwendung.
Die Inhalte dür­fen nicht auf por­no­gra­fi­sche, dif­fa­mie­ren­de oder ande­re rechts­wid­ri­ge Weise oder unter Verletzung der gel­ten­den Vorschriften (bei Sportinhalten ein­schließ­li­ch sämt­li­cher von Sportligen und Verbänden her­aus­ge­ge­be­ner Einschränkungen und Zugangsbeschränkungen) oder bran­chen­in­ter­nen Regelungen ver­wen­det wer­den.
[…]
e. Keine sen­si­ble Nutzung ohne Hinweis.
Wenn Sie Inhalte ver­wen­den, bei denen Models oder Objekte in Verbindung mit einem Thema dar­ge­stellt wer­den, das für einen gewöhn­li­chen Betrachter unvor­teil­haft oder über Gebühr kon­tro­vers wirkt (wie etwa Geschlechtskrankheiten), müs­sen Sie Folgendes ange­ben: (1) Dass die Inhalte nur zur Veranschaulichung ver­wen­det wer­den und (2) es sich bei allen ggf. in den Inhalten abge­bil­de­ten Personen um Models han­delt. Eine mög­li­che Formulierung wäre: „Stock-Foto. Mit Model gestellt.“ […]

123rf

In der Lizenzvereinbarung von 123rf steht unter ande­rem fol­gen­des:

10. Beschränkungen. Es sei denn, es ist laut den Ziffern 7 und 8 hier aus­drück­li­ch zuge­las­sen, dür­fen Sie NICHT:
[…]

Inhalte ille­gal ver­wen­den:
Sie dür­fen Inhalte nicht ver­wen­den, die in irgend­ei­ner Art und Weise, gegen Gesetze , Bestimmungen oder Rechtsvorschriften in den gel­ten­den Gerichtsbarkeiten ver­sto­ßen

Inhalte für unmo­ra­li­sche, obszö­ne, ille­ga­le, oder dif­fa­mie­ren­de Zwecke ver­wen­den:
Inhalte und lizen­zier­te Werke dür­fen in kei­ner Art und Weise in por­no­gra­fi­schen belei­di­gen­den, poli­ti­sch befür­wor­te­ten , ras­sis­ti­schen, eth­ni­sch oder kul­tu­rel­len belei­di­gen­den, obszö­nen oder unan­stän­di­gen, sexu­ell ein­deu­ti­gen, unmo­ra­li­schen, ver­leum­de­ri­schen, die Privatsphäre ver­let­zend oder ille­ga­len Zusammenhang gebracht wer­den; oder in einer Weise, die Gewalt oder ter­ro­ris­ti­sche Handlungen befür­wor­tet, dis­kri­mi­nie­rend gegen­über Rasse, Geschlecht, Religion, des Glaubens, oder der sexu­el­len Ausrichtung ist.

Verwendung von Inhalten um Personen oder Gebäude zu scha­den:
Inhalte dür­fen nicht ver­wen­det wer­den, wenn sie Personen oder eine Sache in irgend­ei­ner Weise in ein schlech­tes Licht stel­len, sie abfäl­lig oder anstö­ßig dar­stel­len. Dem Urheber dür­fen kei­ne poli­ti­schen, unmo­ra­li­schen oder anstö­ßi­ge Neigungen unter­stellt wer­den.

Dreamstime

In den Bedingungen von Dreamstime heißt es:

Unauthorized Use
Without limi­ta­ti­on, Media may not be used as a trade­mark or ser­vice mark (unless the appro­pria­te exten­ded licen­se is being used), for any por­no­gra­phic or unla­w­ful pur­po­se, to defa­me a per­son, to vio­la­te a person‚s right to pri­va­cy or publi­ci­ty, to infrin­ge upon any copy­right, tra­de name, trade­mark, or ser­vice mark of any person/entity.

Sensitive Subjects
Any licen­se gran­ted by Dreamstime shall not con­sti­tu­te a repre­sen­ta­ti­on that a Media is com­pa­ti­ble for use with any other mate­ri­al. You are sole­ly res­pon­si­ble for the use of any Media in com­bi­na­ti­on with any other mate­ri­al, and you agree not to use Media with sen­si­ti­ve topics without Dreamstime‚s sepa­ra­te writ­ten agree­ment. Such sen­si­ti­ve topics inclu­de, but are not limi­ted to: models with men­tal or phy­si­cal health issu­es, soci­al issu­es, sexu­al activi­ty, sexu­al ori­en­ta­ti­on or rela­ted, sub­stan­ce abu­se, cri­me or other sub­jects that can be con­side­red to be offen­si­ve or unflat­te­ring to any of the models inclu­ded in the image. You must con­tact Dreamstime for addi­tio­nal infor­ma­ti­on prior to any use of an Media with any sen­si­ti­ve topic. […]“

Pond5

In der Lizenzvereinbarung von Pond5 steht:

4. Restrictions

h. Sensitive Use:
You may not use any Content that fea­tures any per­son or pro­per­ty in a man­ner that would be unflat­te­ring or undu­ly con­tro­ver­si­al to a rea­sonable per­son, inclu­ding use in a politi­cal con­text, such as the pro­mo­ti­on, adver­ti­se­ment or endor­se­ment of any par­ty, can­di­da­te, or elec­ted offi­ci­al, or in con­nec­tion with any politi­cal poli­cy or view­point, or as suf­fe­ring from, or medi­ca­ting for, a phy­si­cal or men­tal ail­ment (each of the fore­go­ing, „Sensitive Use“). For avo­idan­ce of doubt, use of Content in a sati­ri­cal Production that is not an Advertisement or use of Editorial Content in an accu­ra­te edi­to­ri­al way (e.g., not in an Advertisement or other com­mer­ci­al Production) would not be pro­hi­bi­ted by the pro­hi­bi­ti­on on Sensitive Use or offen­si­ve use.

i. No Unlawful Use:
You may not use any Content in a por­no­gra­phic, unla­w­ful or defa­ma­to­ry con­text or man­ner, inclu­ding use
(i) in con­nec­tion with por­no­gra­phy, adult videos, adult enter­tain­ment venues, escort ser­vices, dating ser­vices, or the like;
(ii) in con­nec­tion with the adver­ti­se­ment or pro­mo­ti­on of tobac­co pro­ducts; or
(iii) depic­ting a per­son in the Content as enga­ging in acts of moral tur­pitu­de or cri­mi­nal activi­ty.

Depositphotos

In der Lizenzvereinbarung von Depositphotos ist fol­gen­des fest­ge­hal­ten:

6. UNZULÄSSIGE NUTZUNG VON DATEIEN
6.1 Sie dür­fen nicht: […]

h. die Datei auf eine Weise ver­wen­den, die die Rechte des geis­ti­gen Eigentums der Datei oder die Handelsmarke Dritter ver­letzt, sowie auf eine Weise, die zu einer Beschwerde über irre­füh­ren­de Werbung oder unfai­ren Wettbewerb füh­ren wür­de;

i. die Datei für SPAM-Mail ver­wen­den;

j. die Datei auf eine Weise nut­zen, die mit den Geschäften von Depositphotos in Wettbewerb steht;

k. die Datei auf eine Weise dar­stel­len, nut­zen oder pos­ten, dass dies zu der Schlussfolgerung füh­ren könn­te, das Fotomodell in der Datei bil­li­ge oder unter­stüt­ze die Artikel oder Services eines Unternehmens oder einer Handelsmarke;

l. eine in der Datei dar­ge­stell­ten Person in einer hei­kel­en Situation zei­gen, die als belei­di­gend oder unvor­teil­haft betrach­tet wer­den könn­te (z. B. in Bezug auf geis­ti­ge und kör­per­li­che Gesundheitsprobleme, sozia­le Probleme, sexu­el­le oder impli­zier­te sexu­el­le Aktivitäten oder Vorlieben, Verbrechen, kör­per­li­che oder psy­chi­sche Misshandlungen oder Leiden);

m. die Datei für por­no­gra­fi­sche, ille­ga­le oder unmo­ra­li­sche Zwecke ver­wen­den;

n. die Datei in Artikeln oder Produkten ver­wen­den, die eine Person oder ein Modell in der Datei bla­mie­ren oder demü­ti­gen könn­te;

o. Verwendung der Datei für die Werbung oder die Promotion von Tabak oder alko­ho­li­schen Produkten;

p. Display, Verwendung oder das Posten der Datei auf eine Art und Weise, die zu dem Schluss füh­ren könn­te, dass das Model in der Datei eine poli­ti­sche Partei, eine Handlungsweise, einen Kandidaten oder gewähl­ten Politiker bil­ligt oder befür­wor­tet.

 Westend61

In den EULA der Bildagentur Westend61 steht:

2. License Restrictions and Warranties[…]
2.5 It is for­bid­den to use the Images or por­ti­ons of them for the pro­duc­tion of por­no­gra­phic, defa­ma­to­ry, libell­ous or defa­ma­to­ry mate­ri­als, or allow this to other par­ties, whe­ther direct­ly or in con­text or jux­t­a­po­si­ti­on with other mate­ri­als. In con­nec­tion with a sub­ject that would be unflat­te­ring or undu­ly con­tro­ver­si­al to a rea­sonable per­son, inclu­ding but not only: sexu­al issu­es, AIDS, serious phy­si­cal or men­tal disea­ses, drug abu­se, etc., the Licensee must accom­pany each such use with a state­ment that indi­ca­tes that the per­son is a model and that the Images are being used for illus­tra­ti­ve pur­po­ses only. If the Licensee intends to use the Images for such sen­si­ti­ve issu­es, then he is obli­ged to inform and ask for per­mis­si­on of such app­li­ca­ti­on with Westend61 beforehand.“

EyeEm

Bei EyeEm heißt es bei den License Agreements hier als PDF:

„2. RESTRICTED USE.
The Licensed Photo may not:
[…]
- be used in con­nec­tion with con­tent that is ille­gal, offen­si­ve, defa­ma­to­ry, racist, por­no­gra­phic, you­th pro­tec­tion law
- infrin­ging or glo­ri­fies vio­len­ce. It may also not be used in con­nec­tion with any other man­ner that affects the inte­gri­ty or ori­gi­nal con­text of the Licensed Photo, or ille­gal con­tent. This app­lies in par­ti­cu­lar with regard to the per­sons depic­ted in the Licensed Photo; […]“

Alamy

Bei den ein­ge­räum­ten Rechten und Pflichten heißt es bei Alamy:
„3.1.5. Sie dür­fen das Bild-/Filmmaterial nicht auf por­no­gra­phi­sche, defa­mie­ren­de, betrü­ge­ri­sche, unzüch­ti­ge, obzö­ne oder sonst­wie ille­ga­le Art und Weise nut­zen, ein­schließ­li­ch, aber nicht beschränkt auf, zum Zweck des Verstoßes gegen das geis­ti­ges Eigentum oder die Persönlichkeitsrechte Dritter, sei es direkt oder im Zusammenhang oder durch Gegenüberstellen mit ande­rem Material.
3.1.6. Wenn Bild-/Videomaterial mit einem Modell in einer Weise ver­wen­det wird, (i) aus der nach all­ge­mei­ner Auffassung ange­nom­men wer­den könn­te, dass das Modell ein Produkt oder eine Dienstleistung per­sön­li­ch nutzt oder emp­fiehlt oder (ii) wenn die Darstellung des Modells nach all­ge­mei­ner Auffassung unschmei­chel­haft ist oder über­mä­ßig kon­tro­vers erscheint, ist bei sol­ch einer Nutzung ein Hinweis anzu­brin­gen, dass es sich bei die­ser Person um ein Modell han­delt und das Bild-/Videomaterial nur zu Illustrationszwecken dient.“

Zoonar

Zoonar schreibt in deren Lizenzbedingungen:

[…] Gänzlich und aus­nahms­los unter­sagt sind Bildnutzungen,
a) für ras­sis­ti­sche, Gewalt ver­herr­li­chen­de oder dis­kri­mi­nie­ren­de Zwecke,
b) für Diffamierende, unrecht­li­che, belei­di­gen­de und/oder mora­li­sch anstö­ßi­ge Verwendungsarten;
c) die gegen Gesetz, Bestimmungen oder Rechtsvorschriften in einer gel­ten­den Gerichtsbarkeit ver­sto­ßen;
d) die gegen das geis­ti­ge Eigentum oder Rechte irgend­ei­ner Person oder Körperschaft ver­sto­ßen;
e) die den Urheber des Bildmaterials oder die abge­bil­de­te Person im Zusammenhang mit Pornografie (ein­schließ­li­ch Herrenclubs, Nacktbars und/oder Escort-Services,
ero­ti­sche Partnervermittlungen oder ähn­li­che Dienstleistungen),
f) Zigaretten- oder Tabakwerbung und/oder
g) Politische Unterstützung  dar­stel­len.“

Mostphotos

Bei den Terms & Conditions steht bei Mostphotos unter ande­rem:

5 THE CONTENT

[…] 5.4 Sensitive Use may requi­re dis­clai­mer. If using con­tent that fea­tures models or pro­per­ty in con­nec­tion with a situa­ti­on that would be deemed undu­ly con­tro­ver­si­al to a rea­sonable per­son (for exam­ple sexu­al­ly trans­mit­ted disea­ses, men­tal ill­ness or politi­cal opi­ni­ons), it must be made clear that: (1) that the con­tent is being used for illus­tra­ti­ve pur­po­ses only and (2) any per­son depic­ted in the con­tent is a model. For exam­ple sta­ting: “Stock pho­to. Posed by model.”

5.5 Regardless of any other pro­vi­si­ons in this Agreement the fol­lo­wing use of Content shall always be con­side­red pro­hi­bi­ted:
a) any use in bre­ach of app­lica­ble law, inclu­ding but not limi­ted to
(i) inci­te­ment to raci­al hat­red,
(ii) child por­no­gra­phy,
(iii) slan­der,
(iv) insult,
(v) ins­ti­ga­ti­on of rebel­lion,
(vi) unla­w­ful descrip­ti­on of vio­len­ce;

b) any use that may in any other way be con­cei­ved as
(i) threa­ten­ing,
(ii) insul­ting,
(iii) racist,
(iv) vul­gar,
(v) inde­cent,
(vi) sexist or
(vii) use which vio­la­tes the per­so­nal sphe­re or digni­ty of a pri­va­te indi­vi­dual, inclu­ding but not limi­ted to adver­ti­se­ments in rela­ti­on to dating, por­no­gra­phy or
viii) any other use that Mostphotos, in its own dis­cre­ti­on, views as harm­ful to eit­her the sub­ject of the Content or the repu­ta­ti­on and brand of Mostphotos; […]“

Canva

In den Nutzungsbedingungen von Canva fin­det sich die­ser Absatz:

„The fol­lo­wing Prohibited Uses are not avail­able under this or any other Canva licen­se:
[…]
l. use the Stock Media in a fashion that is con­side­red by Canva or under app­lica­ble law to be por­no­gra­phic, obs­ce­ne, immo­ral, infrin­ging, defa­ma­to­ry or libe­lous in natu­re, or that would be rea­son­ab­ly likely to bring any per­son or pro­per­ty reflec­ted in the Stock Media into dis­re­pu­te;
m. use the Stock Media in a way that pla­ces any per­son depic­ted in the Stock Media in a bad light or in a way that they may find offen­si­ve – this inclu­des, but is not limi­ted to, the use of images:
a) in por­no­gra­phy, “adult videos” or the like;
b) in ads for tobac­co pro­ducts;
c) in ads or pro­mo­tio­nal mate­ri­als for adult enter­tain­ment clubs or simi­lar venues, or for escort, dating or simi­lar ser­vices;
d) in con­nec­tion with politi­cal endor­se­ments;
e) in adver­ti­se­ments or pro­mo­tio­nal mate­ri­als for phar­maceuti­cal or health­ca­re, her­bal or medi­cal pro­ducts, inclu­ding, but not limi­ted to diet­a­ry sup­ple­ments, diges­ti­ve aids, her­bal sup­ple­ments, per­so­nal hygie­ne or bir­th con­trol pro­ducts; and
f) uses that are defa­ma­to­ry, or con­tain other­wi­se unla­w­ful, offen­si­ve or immo­ral con­tent. You may not use Stock Media con­tai­ning the liken­ess of a per­son if such use implies that the model enga­ges in any immo­ral or ille­gal activi­ty or suf­fers from a phy­si­cal or men­tal infir­mi­ty, ail­ment or con­di­ti­on;[…]“
Alle Zitaten aus den Nutzungsbedingungen wur­den von der jeweils ver­link­ten Webseite am 29.01.2017 abge­ru­fen.
Diese hier auf­ge­zähl­ten Einschränkungen sind teil­wei­se nicht die ein­zi­gen, es kann also noch ande­re Beschränkungen geben. Zum Beispiel ver­bie­ten die Bildagenturen die Nutzung von Stockfotos als ein­ge­tra­ge­nes Logo, Warenzeichen und so wei­ter.
Die recht­li­chen Bedingungen kön­nen sich auch ändern, die hier dar­ge­stell­ten Informationen sind dem­nach nur zur Information gedacht, recht­li­ch ver­bind­li­ch ist die jeweils gül­ti­ge Lizenzvereinbarung der anbie­ten­den Bildagenturen.

Ist die neue Foto-App Prisma sicher und stocktauglich?

In letz­ter Zeit hat eine neue Foto-App den vor­ders­ten Platz in den App-Stores belegt (zumin­dest in der Kategorie „Foto und Video“).

Die Rede ist von der App Prisma, wel­che über 30 künst­le­ri­sche Effekte bzw. Filter im Stil klas­si­scher Kunstwerke zur Verfügung stellt, die über ein Foto gelegt wer­den kön­nen. Sie gibt es für iOs und für Android.

Beispiel der Prisma-Filter: Oben links mein Original-Foto, daneben 5 Kunst-Filter der App.
Beispiel der Prisma-Filter: Oben links mein Original-Foto, dane­ben 5 Kunst-Filter der App.

In den letz­ten Tagen häuf­ten sich die Meldungen über pro­ble­ma­ti­sche Nutzungsbedingungen der App, des­halb habe ich sie mir im Detail durch­ge­le­sen.

Besonders bit­ter ist mir fol­gen­der Satz auf­ge­sto­ßen:

[„,] you her­e­by grant to Prisma a non-exclusive, ful­ly paid and
royalty-free, trans­fe­ra­ble, sub-licensable, world­wi­de licen­se to use the Content that you sty­li­ze on or through the Service […]“

Das heißt sinn­ge­mäß über­setzt:
Jedes Bild, was ein Nutzer in die Prisma-App rein­lädt, darf Prisma ohne jeg­li­che Einschränkung ver­kau­fen! Punkt.

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Prisma auf Platz eins der iOS-Download-Charts im Bereich kos­ten­lo­se „Foto und Video“-Apps

Das ist umso gefähr­li­cher, weil die App nur mit akti­ver Internetverbindung funk­tio­niert und alle Bilder, wel­che von der App bear­bei­tet wer­den soll, auf die Server der rus­si­schen App gespei­chert wer­den. Probiert es aus: Im Flugmodus ver­wei­gert die App ihren Dienst.

In der Vergangenheit war es aber oft so, dass neue Apps oder Unternehmen sich die­se Art von sehr weit­rei­chen­den Nutzungsbedingungen gege­ben haben und erst nach Protesten zurück­ge­ru­dert sind.

Deshalb habe ich dem Prisa-Gründer und Chef Alexey Moiseenkov eine Email auf eng­li­sch geschickt mit zwei Fragen:

1. Ist es erlaubt, die fer­ti­gen Ergebnisse aus der Prisma-App für kom­mer­zi­el­le Zwecke zu nut­zen?

2. Wie ist der [oben zitier­te] Satz zu ver­ste­hen: Darf Prisma die Ergebnisse selbst ver­kau­fen?“

Auf den ers­ten Satz habe ich am 11. Juli 2016 fol­gen­de Antwort erhal­ten:

You can use it how you deci­de but men­ti­on our app.“

Das heißt sinn­ge­mäß: Mach, was Du will­st, aber nen­ne dabei die App. Was wie­der­um so von mir nicht in den ursprüng­li­chen Nutzungsbedingungen zu fin­den war. Das hat sich aber eh erle­digt, weil seit dem Update 2.2 der App jetzt unten rechts der Name der App ein­ge­blen­det ist (sie­he Beispiele oben) und die­ser auch nicht ent­fernt wer­den darf, wenn ich die „Terms of Use“ (Stand 22.072016) rich­tig lese:

You will not remo­ve, alter or con­ce­al any copy­right, trade­mark, ser­vice mark or other pro­prieta­ry rights noti­ces incor­po­ra­ted in or accom­pany­ing the Prisma Content and you will not repro­du­ce, modi­fy, adapt, pre­pa­re deri­va­ti­ve works based on, per­form, dis­play, publish, dis­tri­bu­te, trans­mit, broad­cast, sell, licen­se or other­wi­se exploit the Prisma Content.“

Die Antwort auf die zwei­te Frage blieb mir der Entwickler jedoch lei­der schul­dig. Auch auf eine Nachfrage mei­ner­seits habe ich seit zehn Tagen kei­ne wei­te­re Antwort erhal­ten.

Das macht mich vor­sich­tig und ich rate jedem, der die App für mehr als Schnappschüsse von Blumen oder Sonnenuntergängen nut­zen will, sehr vor­sich­tig zu sein.

Seid euch bewußt: Alle Bilder, die ihr mit der App bear­bei­tet lan­den auf einem Server und laut den Nutzungsbedingungen über­tragt ihr Prisma alle Rechte an den Bildern, die Prisma braucht, um sie ver­kau­fen, wei­ter­zu­li­zen­zie­ren oder ander­wei­tig nut­zen zu kön­nen.

Wie sieht ihr die Nutzungsbedingungen und die Effekte der Prisma-App?

Warum Pinterest Fotografen eher schaden als helfen wird

In der bun­ten Welt der Bilder gibt es einen neu­en Hype: Pinterest!

Für alle, die davon noch nichts gehört haben: Pinterest ist ein Web-Service, mit dem Leute belie­bi­ge Fotos aus dem Internet an ihre eige­ne Pinterest-Seite „pin­nen“ kön­nen. Es ist also – wie der Name ver­mu­ten lässt – eine Art digi­ta­le Pinnwand, auf der Leute ihre Webfundstücke prä­sen­tie­ren kön­nen. Vor allem Fotografen ken­nen das sicher, dass sie ger­ne inspi­rie­ren­de Motive aus dem Netz in einem Ordner auf der Festplatte sam­meln.

Das Besondere – und mei­nes Erachtens auch das Riskante – an Pinterest ist nun, dass die gepinn­ten Bilder für alle sicht­bar sind – nicht nur für Mitglieder, son­dern alle Internet-Nutzer. Die „Pins“, also die mar­kier­ten Fotos, kön­nen die Nutzer in „Boards“ anle­gen, ver­gleich­bar mit ver­schie­de­nen Ordnern, um die Motive zum Beispiel nach Themen, Farben oder ande­ren Kriterien zu sor­tie­ren. Das Ganze kann dann zum Beispiel so aus­se­hen:

oder auch so:

 


Wird die Maus auf eins der Bilder gehal­ten, erscheint gleich ein klei­nes Pop-Up-Fenster, mit dem Pinterest-Nutzer das Bild sofort auf ihre eige­ne Pinnwand „re-pinnen“ kön­nen. Wird auf eins der Bilder geklickt, erschei­nen Detailinformationen, Kommentare ande­rer Nutzer zum Bild, und ähn­li­che Bilder etc. Das sieht zum Beispiel so aus:

Klingt doch alles super? Vielleicht. Das Problem wird aber schnell sicht­bar.  Das Foto des jun­gen Geschäftsmann oben ist bei­spiels­wei­se ist ein Bild des Stockfotografen Yuri Arcurs und es wur­de von der ita­lie­ni­schen Fotolia-Webseite kopiert, ohne es zu kau­fen – ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Aber gehen wir einen Schritt zurück und nähern uns dem Problem anders.

Einige Fotografen pro­pa­gie­ren Pinterest als krea­ti­ven neu­en Weg zum Selbst-Marketing. Durch das Pinnen eige­ner Bilder wür­den Fotografen einen gro­ßen Kundenstamm errei­chen kön­nen, der son­st viel­leicht nie von dem jewei­li­gen Fotografen gehört hät­te oder sie erzeu­gen Traffic auf die eige­ne Webseite oder den Blog. Andere sehen das eher mit Einschränkungen so und wie­der ande­re raten Fotografen strikt von der Pinterest-Nutzung ab. Ich ten­die­re eher zur letz­te­ren Meinung und kann die Ablehnung auf drei Ebenen begrün­den.

1. Ebene: Das Pinterest-Problem der Quellenangaben

Nehmen wir an, dass ein Fotograf nur sei­ne eige­nen Fotos dort ver­öf­fent­licht. Die „Pinterest-Etikette“ besagt, dass die Originalquelle immer ange­ge­ben wer­den soll­te. Das ist aber kei­ne Pflicht. Wenn jemand ein Foto ohne Quellenangabe hoch­lädt und es von dort oft wei­ter gepinnt wird oder jemand das Fotografenfoto nimmt, aber die Quelle nicht mehr erwähnt, führt das schnell dazu, dass mas­sen­haft Fotos des Fotografen im Netz her­um­schwir­ren, ohne dass der gewünsch­te Werbeeffekt ein­tre­ten kann. Von Pinterest schwappt es dann nach Tumblr, Weheartit oder Flickr und irgend­wann gilt das Bild als „ver­wais­tes Werk“ (orphan work), wel­ches legal genutzt wer­den kann, ohne den Fotografen zu fra­gen, weil der Urheber nicht mehr zu ermit­teln sei.

Deshalb gilt: Wer unbe­dingt eige­ne Bilder bei Pinterest ein­stel­len will, soll­te das immer nur mit sicht­ba­ren Wasserzeichen und Urheberhinweis in den Metadaten machen.

Die Macher von Photoshelter haben in einem lesens­wer­ten Blogbeitrag auch fest­ge­stellt, dass die Hauptnutzer von Pinterest jun­ge Frauen mit wenig Geld sind, wel­che „Design“ oder „Handarbeit“ als ihr Hobby ange­ben. Das ist meist nicht die Zielgruppe, die Fotografen bucht. Und war­um soll­ten die­se Leute Fotos kau­fen, wenn sie die­se doch kos­ten­los bei Pinterest ver­öf­fent­li­chen kön­nen? Das führt lang­fris­tig zum Problem auf der drit­ten Ebene, aber zuer­st kommt die zwei­te Ebene:

2. Ebene: Das Pinterest-Problem der Urheberrechte

Wer sich mit Medienrecht oder Fotografie etwas aus­kennt, wird beim Blick auf Pinterest inner­halb von Sekunden vie­le Urheberrechtsverstöße erken­nen. Anders for­mu­liert: Viele Bilder wer­den dort ille­ga­ler­wei­se gezeigt. Im ver­klau­su­lier­ten Kleingedruckten der Nutzungsbedingungen schreibt Pinterest, dass ver­öf­fent­lich­te Bilder frei von Rechten Dritter sein müs­sen:

You agree not to do any of the fol­lo­wing: Post, upload, publish, sub­mit, pro­vi­de access to or trans­mit any Content that: (i) infrin­ges, misap­pro­pria­tes or vio­la­tes a third party’s patent, copy­right, trade­mark, tra­de secret, moral rights or other intel­lec­tual pro­per­ty rights, or rights of publi­ci­ty or pri­va­cy“

Viele Nutzer hal­ten sich jedoch nicht dar­an. So brauch­te ich wie­der nur Sekunden, um für jede der gro­ßen Bildagenturen hun­der­te von Fotos zu fin­den, die dort gezeigt wer­den, fast immer noch mit dem Wasserzeichen der Bildagentur, ver­mut­li­ch oft ohne Erlaubnis des Fotografen: Hier von Fotolia, von Shutterstock,  von istock­pho­to oder Dreamstime, aber auch von Getty Images, Corbis oder Alamy.

Zusammen sind das schnell tau­sen­de ille­ga­le Bilder, gefun­den inner­halb von weni­ger als paar Minuten.

Auf mei­ne Email an Pinterest, was die Firma aktiv gegen sol­che mas­si­ven Urheberrechtsverstöße mache, kam nur die lapi­da­re Antwort, dass ein Urheber ers­tens sein Werk nach dem DMCA-Gesetz ger­ne mel­den kön­ne, wenn er es irgend­wo auf Pinterest fin­de. Zweitens kön­nen Webseiten-Betreiber auf ihren Seiten die­sen Meta-Tag ein­bin­den, damit die Inhalte nicht auf Pinterest gepinnt wer­den kön­nen:

<meta name=„pinterest“ content=„nopin“ />“

Ein Schweigen der Urheberrecht-Inhaber wird so als auto­ma­ti­sche Zustimmung gewer­tet. Außerdem hilft das Meta-Tag nicht, wenn Leute ein Foto erst von der gesperr­ten Webseite auf ihren Computer laden und von dort auf Pinterest ver­öf­fent­li­chen.

Besonders per­fi­de klingt das ange­sichts der Tatsache, dass sich Pinterest auch das Recht her­aus­nimmt, die ver­öf­fent­lich­ten Bilder ver­kau­fen zu dür­fen:

By making avail­able any Member Content through the Site, Application or Services, you her­e­by grant to Cold Brew Labs a world­wi­de, irre­vo­ca­ble, per­pe­tual, non-exclusive, trans­fe­ra­ble, royalty-free licen­se, with the right to sub­li­cen­se, to use, copy, adapt, modi­fy, dis­tri­bu­te, licen­se, sell, trans­fer, publi­cly dis­play, publi­cly per­form, trans­mit, stream, broad­cast, access, view, and other­wi­se exploit such Member Content only on, through or by means of the Site, Application or Services“ [Hervorhebung von mir]

Einige Leute argu­men­tie­ren, dass Pinterest sich auf die „Fair Use“-Klausel beru­fen kön­ne, nach der die urhe­ber­recht­li­ch geschütz­ten Bilder bei Pinterest zu einem „neu­en Werk“ trans­for­miert wer­den, ähn­li­ch wie es damals bei einer Klage gegen die Thumbnails von Google Images argu­men­tiert wur­de, aber der Rechtsanwalt Itai Maytal wider­spricht dem jedoch, der deut­sche Rechtsanwalt Christian Solmecke nennt Pinterest sogar „eine ein­zi­ge Urheberrechtsverletzung“. Das alles führt uns zur drit­ten und lang­fris­tig gefähr­lichs­ten Ebenen für Fotografen.

3. Ebene: Das Fotografen-Problem des Gewöhnungseffekts

Es hilft nichts, wenn Fotografen sich jetzt nur hin­stel­len und auf ordent­li­che Quellenangaben pochen und not­falls ihren Anspruch mit teu­ren Abmahnungen ein­kla­gen. Angesichts der oben auf­ge­zeig­ten tau­sen­den Fälle bleibt das alles nur ein Tropfen auf den hei­ßen Stein. Schlimmer noch ist der Gewöhnungseffekt, der sich bei den Internet-Nutzern ein­stellt. Fotografen ver­die­nen ihr Geld haupt­säch­li­ch damit, dass Leute sie für ihre Bilder bezah­len. Internetnutzer glau­ben jedoch sehr häu­fig, dass Bilder im Internet kos­ten­los sind. Dazu tra­gen Web-Services wie Pinterest, Tumblr und Weheartit, aber auch  Facebook und Konsorten stark bei.

Je mehr Privatpersonen die­se Dienste nut­zen, desto eher nut­zen auch Firmen und ande­re kom­mer­zi­el­le Anbieter sol­che Seiten. Diese wie­der­um wer­ben dann auch mit urhe­ber­recht­li­ch geschütz­ten Fotos, ohne sie gekauft zu haben. Damit gehen Fotografen ganz kon­kret auch Einnahmen und Folgeaufträge ver­lo­ren. Kleines Beispiel? Gefunden inner­halb einer Minute: Auf der Pinterest-Seite des Hotel München zeigt das Hotel ein Foto eines Fahrrads aus Gemüse. Der Bildqualität nach zu urtei­len, wur­de es nicht bei Fotolia gekauft, von wo es ursprüng­li­ch kommt, son­dern ein­fach das Layoutbild ver­wen­det:


Wenn Fotografen nicht auf­pas­sen, kommt irgend­wann der Moment, an dem die Macht der Gewohnheit so stark und die Menge der unwis­sen­den Internet-Nutzer so groß ist, dass sich die Gesetze dem neu­en „Lebensstil“ anpas­sen müs­sen und ein­fach geän­dert wer­den. Die Piratenpartei arbei­tet schon dar­auf hin und da sie vor allem von jun­gen Leuten gewählt wird, stei­gen deren Chancen.

Eine Lösung habe ich nicht: Wie macht man Leuten klar, dass Bilder und Fotos kein kos­ten­lo­ses Treibgut im Internet sind, dass jeder auf­sam­meln und aus­stel­len kann? Am bes­ten, ohne Privatpersonen ver­kla­gen zu müs­sen?

Was sagt ihr? Welche Chancen und Risiken seht ihr bei Pinterest?

Das Bundesarchiv und Wikimedia: Erfolge und Probleme einer Zusammenarbeit

Vor paar Wochen hielt ich einen Vortrag auf der Frühjahrstagung “Mediale Werte” des Vereins für Medieninformation und Mediendokumentation (vfm) in Dresden. Mit dabei war auch Dr. Oliver Sander, der als Leiter des Bundesarchivs über die Zusammenarbeit sei­nes Archivs mit Wikimedia Deutschland berich­te­te.

Kernpunkt die­ser Kooperation war fol­gen­der „Deal“, den ich selbst nicht so kna­ckig zusam­men­fas­sen könn­te wie es in der Tagungsbeschreibung stand:

Im Dezember 2008 hat das Bundesarchiv – als ers­tes Staatsarchiv welt­weit – eine Kooperation mit Wikimedia bekannt gege­ben. Knapp 90 000 Fotos wur­den für Wikimedia Commons unter der Lizenz CC-BY-SA kos­ten­frei bereit gestellt. Im Gegenzug haben vie­le „Wikipedianer“ mit Hilfe eines eben­falls von Wikipedia-Mitarbeitern ent­wi­ckel­ten Werkzeugs die Personenliste des Bundesarchivs mit der so genann­ten  Personennamendatei (PND) ver­knüpft.“

ADN-ZB/ Archiv Berlin, Juni 1924: Vorbereitung zur Eröffnung der Großen Berliner Kunstausstellung. (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-S29554 / CC-BY-SA)

Diese Fotos kön­nen bei­spiels­wei­se hier ein­ge­se­hen wer­den. Warum berich­te ich an die­ser Stelle über das Bundesarchiv und Wikimedia? Was hat das mit kom­mer­zi­el­ler Fotografie zu tun?

Im Vortrag kamen eini­ge Punkte zur Sprache, die für Fotografen sehr inter­es­sant sind.

Vor einer Weile hat­te ich im Blog einen Artikel namens „Acht Gründe, war­um Fotografen kos­ten­lo­se Fotos anbie­ten“ geschrie­ben. Einer die­ser Gründe war, dass man auch mit kos­ten­lo­sen Fotos Geld ver­die­nen kön­ne. Das Bundesarchiv hat ähn­li­che Erfahrungen gemacht.

Durch die Bereitstellung der knapp 90.000 kos­ten­lo­sen Fotos gab es:

  • 2–5 neue Nutzer am Tag
  • 9 Bestellungen am Tag, davon 81,45% kos­ten­frei
  • eine Verdoppelung der Besucherzahlen (49.000 Visits pro Monat)
  • 230%ige Zunahme von schrift­li­chen Anfragen
  • 193%ige Zunahme der Einnahmen

Auf die Einnahmen und Kritik an der Höhe der ver­lang­ten Nutzungsgebühren ging Dr. Sander in der schrift­li­chen Fassung sei­nes Vortrags genau­er ein:

Infolge der erhöh­ten Zugriffe und Bestellungen wur­den erstaun­li­cher­wei­se auch die Einnahmen um 193% gestei­gert. Und das obwohl 81% der Bild-Downloads kos­ten­frei sind, da für amt­li­che Zwecke, Ausstellungen, bestimm­te Veröffentlichungen unter 500 Exemplare und „LowRes“-Bildern für pri­va­te Zwecke kei­ne Gebühren erho­ben wer­den und die Nutzung von Bundesarchiv-Bildern via Wikimedia Commons prin­zi­pi­ell kos­ten­frei ist. Während gera­de nach der Onlinestellung des Digitalen Bildarchivs von vie­len Internetusern Kritik an den angeb­li­ch unan­ge­mes­sen hohen Gebühren geübt wur­de, kri­ti­sier­te der Bundesverband der Pressebild-Agenturen und Bildarchive (BVPA) hin­ge­gen die „nied­ri­gen Beträge“ als „erheb­li­ch wett­be­werbs­ver­zer­rend“. Allerdings war, ist und wird das Bundesarchiv kei­ne Bildagentur und ist zual­ler­er­st dem Bundesarchivgesetz und des­sen Zielen ver­pflich­tet und nicht der Steigerung von Einnahmen!“

Ebenfalls inter­es­sant, aber eher bedenk­li­ch fand ich eine wei­te­re Zahl, die wäh­rend des Vortrags fiel. Es gab viel Bildmissbrauch, das heißt zahl­rei­che uner­laub­te Verkäufe von Fotos bei Ebay, Probleme für das Bundesarchivs mit Fotografen oder ande­ren Rechteinhabern wegen feh­len­der Urheberrechtsnachweise und zahl­rei­che Verstöße gegen die Creative Commons-BY-SA-Lizenz. Bei fast 95% der Nutzungen wur­den die Lizenzvereinbarungen nicht kor­rekt ein­ge­hal­ten:

Bei Nutzungen von Bundesarchiv-Fotos via Wikimedia Commons hal­ten schät­zungs­wei­se 5% der Nutzer die Bedingungen der Lizenz CC-BY-SA inklu­si­ve Nennung des Urhebers ein oder anders for­mu­liert: bei ca. 95% der Nutzungen sind Verstöße gegen die Lizenz und das Urheberrechtsgesetz fest­zu­stel­len! Zwar hat das Bundesarchiv alle Fotos mit einem wei­ßen „Quellenstreifen“ ver­se­hen, in dem die Quelle Bundesarchiv, die Bildsignatur und der Urheber genannt sind, doch ermög­licht es die Lizenz CC-BY-SA die­sen Quellennachweis zu ent­fer­nen. Bei den Fotos auf Wikimedia Commons ist das inso­fern unpro­ble­ma­ti­sch, weil hier alle not­wen­di­gen Angaben vor­han­den sind. Sobald ein Foto aber (mit rech­ter Maustaste) her­un­ter gela­den wird, sind die­se Angaben jedoch nicht mehr vor­han­den und wer­den von Wikimedia-Nutzern – wie oben dar­ge­stellt – so gut wie nie ange­ge­ben.

Dementsprechend sieht sich das Bundesarchiv mitt­ler­wei­le außer­stan­de wei­te­re Bilder auf Wikimedia Commons frei­zu­ge­ben, da dies bedeu­te­ten wür­de, dass das Bundesarchiv wis­sent­li­ch Lizenz- und Rechtsbrüchen Vorschub leis­ten wür­de.“

95%! Das heißt, nur eine ver­schwin­dend gerin­ge Anzahl von Leuten hat die kos­ten­frei­en Fotos wirk­li­ch legal genutzt. Das war einer von meh­ren Gründen, war­um sich das Bundesarchiv schwe­ren Herzens ent­schie­den hat, die Kooperation nicht fort­zu­füh­ren. Die bis­he­ri­gen Bilder blei­ben jedoch im Bestand von Wikimedia.

Frei aus dem Gedächtnis zitiert mein­te Dr. Sander: „Es gab eini­ge Probleme mit der Kooperation, aber unser Schatzmeister war nach anfäng­li­chen Vorbehalten spä­ter der­je­ni­ge, der als Erster unein­ge­schränkt für eine Fortsetzung der Kooperation war“.

Die Präsentation sei­nes Vortrags stel­le ich mit der freund­li­chen Erlaubnis von Dr. Oliver Sander hier zum Nachlesen zur Verfügung.

Sagt sagt ihr zu den Zahlen und Erfahrungen?