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Stockfotos kaufen – Erste Schritte leicht gemacht

Bisher habe ich im Blog viel über das Produzieren und Verkaufen von Stockfotos geschrieben. Aber die Bilder sollen ja auch gekauft werden. Deswegen heute mal eine Einführung, wie einfach Stockfotos gekauft werden können. Ich halte die Übersicht kurz und kompakt und werde in späteren Artikeln genauer auf Details eingehen.

Geld sparen beim Einkauf

Einleitung
Wer schnell ein Bild braucht, kann einen Fotografen anrufen. Je nach Bilderwunsch ist das in der Regel teuer. Üblicher ist es, fertige Fotos zu kaufen. Das ist dann keine Auftragsfotografie, sondern „Stockfotografie“ (von „to have in stock“ – auf Lager haben). Bildagenturen halten mittlerweile viele Millionen Bilder auf Abruf bereit und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass das gewünschte Motiv schon dabei ist.

Wer Fotos von seinen eigenen Produkten oder sich selbst für die Werbung braucht, wird diese selbstverständlich nicht vorgefertigt finden. Fast alles andere gibt es jedoch schon.

Sehr günstige Bildagenturen sind heutzutage sogenannte „Microstock“-Agenturen. Die heißen so, weil dort die Preise für ein Bild bei ca. 1 Euro anfangen. Die größten Microstock-Agenturen sind z.B.:

Dort sind in der Regel „Allerweltsmotive“ zu finden, also Bilder, die eine breite Masse an Käufern anspricht.

Darüber hinaus gibt es ganz viele Bildagenturen, die sich auf wenige Themen wie Sport, Tiere, Landschaften oder Architektur spezialisiert haben. Dort sind dann auch seltenere Motive dieser Themen zu finden.

Für sehr aufwändige Bilder sind immer noch die großen – und auch teureren – Bildagenturen eine gute Anlaufstelle. Diese bieten oft auch persönlichen Service und bei Fragen gibt es kostenlose Hotlines. Einige der größten Bildagenturen sind:

Bei allen Bildagenturen muss sich kurz angemeldet werden, um dort Bilder kaufen zu können. Das geht ganz schnell. Um nur mal Fotos zu suchen oder zu stöbern, ist keine Anmeldung nötig.

1. Bilder aussuchen
Zuerst steht die Überlegung im Raum: Was für ein Bild brauche ich überhaupt? Grob stehen drei Arten zur Auswahl:

  • Fotos
  • Illustrationen (also gezeichnete Bilder)
  • Vektor-Grafiken (mit dem Computer erstellte Bilder)
  • zusätzlich gibt es mittlerweile auch Videos, Fonts (Schriftarten), Musik, Soundeffekte und mehr zu kaufen

Wenn das geklärt ist, sollte sich Gedanken über das Motiv gemacht werden. Soll es eine Stimmung vermitteln, einen Sachverhalt erklären oder nur zur Zierde dienen?

Die Antwort auf diese Frage liefert meist auch gute Suchbegriffe, welche bei den Bildagenturen eingegeben werden können. Grob lassen sich inhaltliche Suchbegriffe und konzeptionelle Suchbegriffe unterscheiden. Inhalte beschreiben das, was auf dem Bild zu sehen ist, z.B. „Frau“, „lachen“ oder „Frühstück“. Konzepte beschreiben, was das Bild aussagen soll. Übliche Suchbegriffe in dieser Richtung sind beispielsweise „Erfolg“, „Liebe“ oder „Umweltschutz“. Natürlich können auch mehrere Suchbegriffe kombiniert werden, wie z.B. „Mann, Erfolg, alt“

Es werden dann viele Bilder vorgeschlagen. Ist das gewünschte Motiv nicht dabei, können anderen Suchwörter probiert werden oder mit zusätzlichen Begriffen die Suche verfeinert werden. Ein Klick auf ein Motiv zeigt auch mehr Details, wie die verfügbare Größe oder den Preis.

2. Bilder bezahlen
Um ein Foto zu bekommen, muss es erst bezahlt werden. Bei den Microstock-Bildagenturen sind „Credit“-Systeme üblich. Das heißt, es wird vorher eine Anzahl von Credits gekauft, die dann gegen Bilder eingetauscht werden kann. Übliche Bezahlmethoden sind PayPal, Click&Buy oder Abbuchung von der Kreditkarte. Die größeren Bildagenturen erlauben – meist nach voriger Absprache – auch den Kauf auf Rechnung. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass das Bild in der richtigen Größe gekauft wird. Kleine Fotos sind zwar billiger, doch eignen sich meist nur für Webseiten, aber z.B. nicht für den Druck auf einem Flyer.

3. Bilder runterladen
Heutzutage können nach Anmeldung und Bezahlung bei einer Bildagentur die Fotos einfach per Knopfdruck runtergeladen werden. Es empfiehlt sich, einen eigenen Ordner für solche gekauften Bilder anzulegen und einige weitere Informationen zu speichern. Je nach Verwendungszweck verlangen Bildagenturen, dass der Name der Agentur und des Fotografen genannt werden. Dieser sollte entweder im Dateinamen oder in einer separaten Datei gespeichert werden, z.B. „Foto-Frau-mit-Handy_Robert-Kneschke_Bildagentur-XY.jpg“.

4. Bilder benutzen
Wenn das Bild auf der Festplatte liegt, kann es beliebig benutzt werden. Aber Achtung: Je nachdem, was für und wo ein Foto gekauft wurde, gibt es Einschränkungen. Grundsätzlich gilt: Es wird nicht das Foto selbst verkauft oder das Urheberrecht (bzw. Copyright) daran, sondern nur das Nutzungsrecht an einem Foto.

Der größte Unterschied liegt hier bei der Art des Nutzungsrechts. Es gibt vor allem zwei Lizenz-Arten:

  • lizenzpflichtig / rights managed (RM)
  • lizenzfrei /royalty free (RF)

Lizenzpflichtige Bilder werden unter der konkreten Angabe der geplanten Nutzung gekauft, z.B. „Abdruck auf einer 1/4-Seite im Innenteil einer Zeitung, die deutschlandweit erscheint“ oder „Abbildung auf der Startseite einer Webseite mit 400×600 Pixeln für 5 Jahre“. Danach berechnet sich der Preis und eine davon abweichende Nutzung ist verboten.

Lizenzfreie Bilder sind trotz dem irreführenden Namens nicht kostenlos. Lizenzfrei bedeutet bloß, dass beim Kauf nicht gesagt werden muss, für was genau das Foto benutzt werden soll. Der Preis richtet sich hier vor allem nach der Größe. Je nach Bildagentur gibt aber auch Auflagen, die nur den Druck einer gewissen Menge erlauben. Zusätzlich gilt für fast alle Bildagenturen, dass zwischen einer „normalen“ und einer „erweiterten“ Lizenz unterscheiden wird. Wer Fotos z.B. auf T-Shirts, Poster, Maus-Pads o.ä. drucken will, das Foto also selbst der Hauptgrund für den Kauf dieser Produkte ist, braucht die „erweiterte Lizenz“, die etwas mehr kostet.

So gut wie alle Bildagenturen verbieten auch die Nutzung der Fotos zu illegalen oder pornografischen Zwecken oder auf eine Weise, die das Model oder den Fotografen beleidigen oder deren Ruf schädigen würden. Auch eine konkrete Verknüpfung eines Bildes mit einem Produkt oder einer Dienstleistung ist oft untersagt. Das heißt, dass einem lachenden Model mit einem Apfel in der Hand nicht mit einer Sprechblase  der Satz „Dank Schlankheitspillen der Firma XY habe ich 20 Kilo abgenommen“ in den Mund gelegt werden darf. Im nächsten Teil gehe ich auf diese Einschränkungen genauer ein.

Bei der redaktionellen Nutzung in Zeitschrfiten oder auf Webseiten fordern viele Bildagenturen, dass der Name der Bildagentur und des Fotografen klein daneben geschrieben werden. Bei Bildern auf Webseiten reicht notfalls auch ein Hinweis im Impressum, z.B. „Foto  auf Seite 10: Robert Kneschke/Bildagentur XY“ oder im Internet „Bildnachweis: Foto von Robert Kneschke/Bildagentur XY“. Redaktionell bedeutet, dass das Foto nicht als Werbung genutzt wird, sondern zur Bebilderung von Texten o.ä. verwendet wird, die eine „Redaktion“ geschrieben hat oder betreut.

Aber keine Angst, alle Bildagenturen haben auf ihren Webseiten Hinweise, welche Nutzung erlaubt ist bzw. nicht, wie der Fotografen-Name erwähnt werden soll und oft einen FAQ-Bereich – häufig gestellte Fragen mit passenden Antworten.

Was habt ihr für Erfahrungen beim Bilderkauf gemacht? Welche Schritte sollte ich ausführlicher erklären?

Übrigens: Das obige Foto kann u.a. hier gekauft werden.