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Stockfotografie-News 2010-11-05

Diesen Freitag gibt es wie­der eine Handvoll sorg­s­am sor­tier­ter Nachrichten aus der bun­ten Welt der Stockfotografie. Fangen wir mit den schlech­ten an:

  • Die Bildagentur Moodboard hat sich ent­schlos­sen, ihre Microstock-Linie zum 15.10.2010 zu been­den und den Bildbestand zu löschen. Moodboard kon­zen­triert sich nun wie­der ganz auf sei­ne Macrostock-Kollektion. Schlecht ist die Nachricht nur für die Fotografen, die dort Microstock-Bilder gelie­fert haben, ins­ge­samt gese­hen ist es ein wei­te­res Zeichen der Marktbereinigung im Microstock-Bereich.
  • Tyler Olsen von der Microstockgroup ist ganz ange­tan von der neu­en (Microstock-)Bildagentur isign­sto­ck. Ich bin da deut­li­ch skep­ti­scher, weil die Bildagentur ihre Nische in der „Schilderindustrie“ sucht, was sich mit der Masse bei Microstock-Verkäufen wider­spricht.
  • Mein Kollege Christopher Pattberg hat mich via Facebook auf die­sen Farbtest hin­ge­wie­sen, mit dem Fotografen an ihrem Bildschirm tes­ten kön­nen, wie gut sie Farben unter­schei­den kön­nen. Schwieriger als gedacht. Meine Punktzahl war 16 🙂
  • Die Bildagentur Veer hat flei­ßig im Hintergrund gewer­kelt: Es gibt eini­ge Verbesserungen beim Hochladen von Bildern (z.B. Batch-Begriffsbestimmungen) und deut­li­ch kom­for­ta­ble­re Verkaufsstatistiken (Sortierung nach Tagen und Monaten statt wie bis­her nach Wochen). Außerdem gibt es jetzt eine fran­zö­si­sche Version der Werbseite.
  • Der Marktführer Getty Images zeigt mal wie­der, wo der Hammer hängt: Ab sofort ver­treibt Getty auch die Gamma-Keystone-Kollektion. Wie der Name schon andeu­tet, sind dar­in Bilder von „Gamma Presse“ und der franz­sö­si­schen Bildagentur Keystone ent­hal­ten. Beide Agenturen haben sich auf euro­päi­schen Fotojournalismus spe­zia­li­siert. Das Foto unten zeigt bei­spiels­wei­se den Mauerbau 1961 in Berlin. Zu Beginn star­tet die Kollektion mit ca. 55.000 digi­ta­li­sier­ten Bildern, ins­ge­samt sol­len es über 750.000 wer­den. Insgesamt haben bei­de Agenturen über 10 Millionen Fotos oder Negative in ihrem Besitz. 

    104402912/Gamma-Keystone/Getty Images
    104402912/Gamma-Keystone/Getty Images
  • Shutterstock mel­de­te letz­te Woche, dass sie jetzt über 1,6 Millionen Vektor-Grafiken im Angebot haben und damit – nach eige­nen Angaben – zum füh­ren­den Anbieter in die­sem Bereich auf­ge­stie­gen sind.
  • Halloween ist glück­li­cher­wei­se schon vor­bei. Aber wer sich schon auf nächs­tes Jahr vor­be­rei­ten will, für den hat Shutterstock auch die zehn meist­ver­kauf­tes­ten Halloween-Motive in die­sem Jahr zusam­men­ge­stellt.
  • Die Bildagentur Panthermedia hat sich ent­schlos­sen, ihre Preise für „Merchandising-Lizenzen“ zum 9.11.2010 zu sen­ken. Bisher kos­te­ten Bilder mit die­ser Lizenz:
    Small: 29,90 € oder 15 Credits (Neu: 24,90 € oder 15 Credits)
    Medium: 89,90 € oder 30 Credits (Neu: 49,90 € oder 30 Credits)
    XL: 149,90 € oder 60 Credits (Neu: 69,90 € oder 40 Credits)
    XXL: 299,90 € oder 120 Credits (Neu: 119,90 € oder 50 Credits)
    Preissenkungen von über 60%? Das ist mei­ner Meinung nach ein Schritt in die fal­sche Richtung. Mit Merchandising-Lizenzen erhal­ten Kunden unter ande­rem das Recht, Produkte mit den gekauf­ten Fotos wei­ter­zu­ver­kau­fen (z.B: auf T-Shirts, Postern, Kalendern, etc.). Profitieren wer­den von den neu­en Preisen vor allem Kalender- und Postkarten-Hersteller, Leidtragende sind die Fotografen. Deswegen habe ich bei Panthermedia die­se Lizenzart auch deak­ti­viert.
  • Zoonar bie­tet für aus­ge­wähl­te Redaktionen jetzt einen Direktzugang für redak­tio­nel­le Bilder an. Das ist eine Ergänzung für APIS-Kunden, die dann auch alle Zoonar-Bilder sehen kön­nen.
  • Zum Abschluss noch zwei leich­te­re Meldungen: Nach Heidi Klum sucht jetzt auch Stefan Raab „TV Total’s Next Supermodel“. Davon hat er zwar kei­ne Ahnung, aber das hat ihn noch nie abge­hal­ten. Und der Erfolg gab ihm bis­her recht. Ich bin gespannt.
  • Auf Badstockart wer­den Stockfotos gesam­melt, die wirk­li­ch grot­ten­schlecht, fal­sch oder nur sehr kuri­os sind. Sozusagen der „Photoshop Diseaster“-Blog für Stockfotografen. Anschauen und bes­ser machen!

Habe ich etwas ver­passt? Dann rein in die Kommentare damit.

Stockfotografie-News 2010-02-19

Es ist wie­der Freitag und da letz­te Woche die News aus­fie­len, hier die Übersicht über die letz­ten zwei Wochen.

  • Die Abo-Agentur Shutterstock hat jetzt über 10 Millionen Bilder im Angebot. Weniger Beachtung fand eine wei­te­re Zahl in der Pressemeldung. Die bis­he­ri­gen Bilder wur­den seit 2003 ins­ge­samt über 125 Millionen Mal run­ter­ge­la­den. Das ergibt grob gerech­net pro Bild 12,5 Downloads. Kann ja jeder selbst sehen, ob er da drü­ber liegt oder nicht. Ebenfalls neu bei Shutterstock: Es gibt jetzt die Funktion „Ähnliche Bilder anzei­gen“ unter den Fotos.
  • Getty Images prä­sen­tiert die ers­ten Bilder der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver.
  • Das Kreativen-Netzwerk dasauge.de koope­riert jetzt mit der Bildagentur Polylooks und bet­tet deren Suche auf dem Designportal ein. Warum ist da noch kei­ne ande­re Agentur drauf gekom­men?
  • Stockfood spen­det 10% der Einnahmen von lizenz­frei­en Online-Bildverkäufen an CARE International zur Unterstützung von Haiti.
  • Fotolia ver­öf­fent­lich­te auch noch paar Zahlen: Es gab 2009 fast zwei Millionen Bilddownloads pro Monat, fast 50 mehr Käufer, über 50% mehr ver­kauf­te Credits und knapp 54% mehr ver­dien­te Credits durch die Fotografen.
  • Die Bildagentur Moodboard ver­öf­fent­lich­te die vier­te Ausgabe ihres Magazins. Sehr sehens­wer­te Bilder dabei.

Ein schö­nes Wochenende wün­sche ich.

Stockfotografie-News 2009-01-22

Eine Woche ist rum, Zeit für einen kur­zen News-Rückblick:

  • Die öster­rei­chi­sche Bildagentur Fotofolio macht dicht. Nach Angaben des Eigentümers wird die Webseite Ende des Monats geschlos­sen, falls sich bis dahin kein Käufer fin­det.
  • Die Microstock-Agentur 123rf* bie­tet nun auch Editorial-Fotos an. Das sind Fotos, die für die Berichterstattungen in Printmedien und im Fernsehen benutzt wer­den. Gesucht wer­den vor allem „nach­rich­ten­träch­ti­ge Events, Prominente, Sport- und Musikereignisse, Bilder von Naturkatastrophen, kul­tu­rel­le Feiern, Straßenszenen und sozia­le Themen“.
  • Die deut­sche Bildagentur plain­pic­tu­re über­nimmt jetzt die Agentur Deepol und führt deren Bilder als eige­ne Kollektion wei­ter.
  • Auch Moodboard senkt jetzt die Preise und rich­tet dafür eine „Budget Line“ ein, in der Bilder ab 10 Euro erhält­li­ch sind. Damit sind die Macrostock-Agenturen sogar oft wie­der bil­li­ger als die „Premium-Kollektionen“ wie Infinite von Fotolia oder Vetta von istock­pho­to.
  • Die Webseite SpiderPic bie­tet einen neu­en Service für Bildkäufer. Diese Meta-Suchmaschine durch­sucht Microstock-Bildagenturen nach iden­ti­schen Bildern und zeigt die­se nach dem güns­tigs­ten Preis sor­tiert an. Noch ist die Webseite im geschlos­se­nen Beta-Stadium, es wird also eine Einladung benö­tigt, um die Seite zu tes­ten. Da die­ser Service nicht der ein­zi­ge die­ser Art ist, bestehen lang­fris­tig zwei Möglichkeiten. Die klei­ne­ren Microstock-Agenturen wie Crestock, CanStockPhoto und StockXpert gewin­nen mehr Käufer und der Microstock-Markt wird „fai­rer“ im Sinne von: es gibt vie­le gleich­star­ke Bildagenturen – oder die Fotografen stel­len ihre Bildlieferungen an die bil­ligs­ten Agenturen ein und es kommt zu einer Konzentration der vier gro­ßen Microstock-Agenturen istock­pho­to, Fotolia, Shutterstock und Dreamstime.

Was meint ihr?

Übrigens: Ihr könnt mir auf Twitter fol­gen und zum Beispiel sol­che Meldungen schnel­ler erhal­ten.

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Stockfotografie-News 2009-10-09

Das ging aber schnell. Eine Woche ist schon wie­der rum und es wird Zeit für einen Rückblick auf die Stockfoto-Branche.

  • Fotolia kün­digt ein „Ausbildungsprogramm“ für Stockfotografen an. Die kos­ten­pflich­ti­gen Kurse und Seminare sol­len zuer­st in den USA ange­bo­ten wer­den.
  • Jetzt wur­de nach­ge­zählt. In mei­ner Zeitschriftenanalyse habe ich mich schon mehr­mals über die man­geln­den Bildcredits in Zeitschriften beschwert. Nun hat der Deutsche Journalisten-Verband DJV in Tageszeitungen eben­falls gezählt und ver­öf­fent­licht, wel­che Zeitungen die Fotografennamen nen­nen. Sieger sind ver­schie­de­ne Ausgaben von Die Welt, Verlierer ist das Handelsblatt.
  • Alamy hat eine (sehr lan­ge) Liste ver­öf­fent­licht, wel­che Kameras sich nicht für die Stockfotografie eig­nen.
  • Dreamstime kün­digt an, bald auch Poster und Leinwände mit den Bildern aus der Bildagentur zu bedru­cken.
  • Moodboard ver­öf­fent­licht Ausgabe 3 ihres Kundenmagazins online und als PDF
  • Nach mei­nen bei­den Artikeln über Bilderklau im Internet hier ein nach­denk­li­ches und zeit­gleich amü­san­tes Video, wie Bilderdiebstahl im „ech­ten“ Leben aus­sieht. Das Ganze ist Teil der Kampagne „Don’t Screw Us!“ von der American Society Of Media Photographers (ASMP) für bes­se­ren Bilderschutz von Fotografen.
  • GreenLight, eine Tochterfirma von Corbis, ver­mark­tet jetzt die Persönlichkeitsrechte von Bruce Lee im Hinblick auf Werbeaktivitäten.

So, habe ich was ver­ges­sen? Dann bit­te wie­der rein in die Kommentare damit.

Wer noch nicht genug hat, kann sich auch eini­ge Nachrichten von FotoTV als Video anschau­en:

Stockfotografie-News 2009-06-26

Es ist der letz­te Freitag im Juni und die Bildagenturen waren wie­der flei­ßig. Fangen wir an.

  • Die Bildagentur Moodboard ver­öf­fent­licht die zwei­te Ausgabe ihres PDF-Magazin. Wer wie ich als Bilderjunkie stän­dig fri­sche Fotos braucht und neben­bei noch paar Tipps bekom­men will, soll­te mal rein­le­sen.
  • Die Microstock-Agentur istock­pho­to war­tet die­se Woche mit einer gan­zen Palette an Neuigkeiten auf. Zuerst wei­sen sie dar­auf hin, dass ihr „Best Match 2.0″-Suchalgorithmus nun aktiv ist. Ich dach­te zwar, der wäre vor­her schon aktiv gewe­sen, aber kann sein, dass es nur die Testphase war. Neu ist ein „Regler“, mit dem bestimmt wer­den kann, wie stark die Suchbegriffe berück­sich­tigt wer­den sol­len. Außerdem wird dar­an gear­bei­tet, loka­le Besonderheiten der Bildkäufer bes­ser zu berück­sich­ti­gen. Außerdem haben sie die „Vetta“-Bildkollektion mit über 35.000 Fotos gestar­tet, die ähn­li­ch wie bei Fotolia die „Infinite“-Kollektion nur das Beste der Bildagentur ent­hal­ten soll. Das hat auch sei­nen Preis: 20–70 US-Dollar kos­tet dort ein Bild.
  • Google ist wei­ter dabei, sei­ne Bildersuche mit neu­en Technologien zu ver­fei­nern und sorgt dafür, dass sich die Bildagenturen nicht aus­ru­hen kön­nen. In einem „White Paper“ erklärt Google, wie sie zukünf­tig auto­ma­ti­sch Inhalte auf Fotos erken­nen wol­len – ohne Suchbegriffe.
  • Die deut­sche Bildagentur Pitopia will bald Credits ein­füh­ren.
  • images.com ver­kauft jetzt auch knapp 1.000 Illustrationen aus dem Lexikon „Encyclopaedia Britannica“.
  • In eige­ner Sache: Wegen eines tech­ni­schen Fehlers ging bis­her das Email-Abo mei­nes Blogs nicht. Nun aber: Wer regel­mä­ßig die Blog-Artikel per Email erhal­ten will, dann die­se nun in der rech­ten Spalte abon­nie­ren.

Wenn ihr noch was habt, wie immer rein in die Kommentare damit. Ansonsten: Schönes Wochenende!