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Keine Krawatten: Richtig im Trend

Vor ca. vier Monaten hatte ich hier über den Trend berichtet, dass Krawatten zur Zeit out seien. Das damals von F.C. Gundlach erwähnte Comeback wird immer unwahrscheinlicher. In der Süddeutschen Zeitung vom 06.06.2008 wird berichtet, dass der US-Krawattenverband sich selbst aufgelöst hat – wegen mangelnder Nachfrage.

Ich achte mal drauf, ob es mir in den Modezeitschriften auffallen wird.

Und wie gut, dass meine letzten Business-Fotos ohne Krawatte sind…

Mehr Mann als Frau

Bei meiner noch währenden Suche nach mehr männlichen Models bin ich auf einen netten Herren getroffen, der neben eleganten Männerrollen auch Frauen spielen kann.

Cross-Dressing“ nennt es sich, wenn Männer sich so als Frau verkleiden, dass es möglichst nicht auffällt, im Gegensatz zu „Drag„, bei dem die Geschlechterattribute übertrieben dargestellt werden. Die Verwandlung dauerte mit Schminken und Kleidungswechsel ca. 40 Minuten.

Da die meisten Bildagenturen zu den Themen „Gender„, „Travestie“ bzw. „transgender“ meist nur Fotos von Show-Drag-Queens im Angebot haben, bin ich gespannt, wie diese Fotos ankommen werden.

Zurück in die Zwanziger Jahre

Das Projekt ist etwas älter, aber trotzdem sehr sehenswert. Zwei Schülerinnen der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW Berlin) im Fach Bekleidungstechnik bekamen feine Stoffe vorgelegt und sollten Kleidung unter dem Motto „Romantic meets Functional“ entwerfen.

Sie entschieden sich für Kleidung, die durch das Berlin der 20er Jahre inspiriert ist. Meine Aufgabe war es, die Kleidung passend fotografisch umzusetzen. Es bot sich die Admiralsbrücke in Berlin-Kreuzberg an im Sommer an.

Fotografiert wurde mit der Canon EOS 5D und 50mm 1.8 II-Festbrennweite von Canon, nur mit Tageslicht. Die Fotos wurden erst „normal“ retuschiert, danach alles entfernt, was nicht in den 20er Jahren vorhanden war, z.B. Graffiti an der Brückenmauer oder Tesa-Film an der Laterne. Schließlich wurden die Bilder in Photoshop (von Benjamin Hupfer) so bearbeitet, dass sie wie „echte“ Fotos aus den Zwanziger Jahren wirken.

Hier einige Ergebnisse:

Kleiner Stil-Tipp

Wer Stockfotos produziert, braucht auch ein Auge für Kleidung, Mode und Stil, damit die Fotos nicht schon in wenigen Monaten veraltet aussehen.

Neben dem Studium der einschlägigen Modemagazine hilft auch ein aufmerksamer Blick im Alltag. Beim Kölner Karneval ist mir beispielsweise aufgefallen: Der Renner dieses Jahr war die Verkleidung als Sträfling – das trifft sich gut mit den gerade trendigen Streifen.

In der Wochenendbeilage der Süddeutschen Zeitung vom 09.02.2008 auf Seite V war ein Portrait des berühmten Modefotografen F.C. Gundlach, in dem dieser eine weitere Beobachtung schilderte:

„In einigen Jahren wird man ein Foto von heute daran erkennen, dass kaum ein männliches Model eine Krawatte trägt. Das geht jetzt schon seit drei Jahren so. Aber sie wird wiederkommen. Garantiert.“

Das gilt freilich eher für Modefotos als für die gut verkäuflichen Business-Bilder, hilfreich ist dieser Kommentar trotzdem bei der Entscheidung für oder gegen den Schlips.