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Fotolia liest endlich Video-Metadaten aus

Es war das Ergebnis langer „Lobby-Arbeit“: Fotolia liest nun endlich auch Video-Metadaten aus.Fotolia 24-01-_2016_14-56-06Was für Fotos schon lange gängiger Standard – besser bekannt als IPTC-Daten – ist, fehlt in der Stockfotografie-Branche für Videos leider noch.

Dabei können Videos genau wie Fotos in Programmen wie zum Beispiel Adobe Bridge oder Lightroom verschlagwortet werden, darüber habe ich hier schon vor fünf Jahren geschrieben.

Damals konnten diese Daten aber leider nur die Agenturen Pond5 und Revostock auslesen. Letztere gibt es nicht mehr, dafür springt nun Fotolia in die Bresche.

Seit letzter Woche werden nun auch die Suchbegriffe und Bildtitel aus den Video-Metadaten eingelesen, wenn diese vorher mit oben genannten Programmen (o.ä.) eingegeben wurden. Das spart die Kopiererei aus Excel-Listen.

Als Hinweis: Die IPTC-Daten aus dem Feld „Beschreibung“ (und nicht „Titel“ landen bei Fotolia im Feld „Titel/Beschreibung“, was ich aber nicht so tragisch finde, da Shutterstock ebenfalls die Beschreibung als Titel wünscht.

Nun bleibt nur noch darauf hinzuarbeiten, dass auch Shutterstock die Video-Metadaten bald auslesen wird…

Kostenlose Skripte zur Bearbeitung von vielen Metadaten in Adobe Bridge

Es gibt verschiedene Wege für Stockfotografen, ihre Bilder mit Titel, Beschreibung und Suchbegriffen zu versehen. Einige – vor allem exklusive Fotografen – geben diese Daten direkt auf der Agenturwebseite ein. Das ist nicht zu empfehlen und die betreffenden Fotografen merken das spätestens, wenn sie die Exklusivität aufgeben und mehrere Agenturen beliefern wollen.

In solchen Fällen ist es ratsamer, IPTC-Daten zu verwenden. Das ist ein Metadaten-Standard, den sehr viele Grafikprogramme unterstützen, bei dem Titel, Beschreibung und Suchbegriffe zusammen mit dem bzw. im Bild selbst gespeichert werden. So gut wie alle Bildagenturen lesen diese Daten automatisch aus. Wer sein Bild einmal beschriftet, spart bei der Belieferung mehrerer Agenturen viel Arbeit.

Die Vorteile und Nachteile von Adobe Bridge zum Verschlagworten

Mit welchem Programm Fotografen ihre Metadaten den Bildern hinzufügen, ist Geschmackssache. Einige nutzen ProStockMaster oder den Stock Photo Manager, andere Lightroom, ich nutze Adobe Bridge. Im Gegensatz zu Lightroom aus dem gleichen Hause hat Bridge den unschätzbaren Vorteil, dass die Sortierung der Suchbegriffe erhalten bleibt, während Lightroom aktuell die Keywords automatisch alphabetisch sortiert.

Weil aber Agenturen wie Fotolia, Alamy oder Panthermedia den ersten Begriffen eine höhere Relevanz zuschreiben, verbessern sich mit richtiger Verschlagwortung – also nach Wichtigkeit, nicht nach Alphabet – die Verkaufschancen.

So hilfreich Adobe Bridge auch ist, das Programm ist bei weitem nicht perfekt. So fehlt zum Beispiel die Möglichkeit, bei vielen Bildern auf einmal vorhandene Suchbegriffe zu löschen oder zu ersetzen. Wenn Bilder schon verschlagwortet wurden, gibt es auch keine Möglichkeit, allen Bildern einen Suchbegriff hinzuzufügen, ohne die bisherigen Wörter zu löschen.

Zwei Startskripte als Lösung

Glücklicherweise erlaubt Adobe Bridge die Verwendung von „Startskripten“, welche auch von Benutzern selbst erstellt werden können. Einige Webseite wie PS-Bridge-Scrips bieten eine Auswahl an nüzlichen Skripten an, welche die Arbeit mit Bridge noch mal deutlich erleichtern.

Für Stockfotografen, welche Adobe Bridge nutzen, gibt es zwei Skripte, welche ein „Must-Have“ sind: „Replace Keyword“ sowie „Find Replace In Description“.

Quelle des ersten Tools ist die Webseite ps-scripts.com, welche leider seit Mai 2015 nicht mehr erreichbar ist. Beim zweiten Tool finde ich nur den Link zur Zip-Datei, aber auf der Übersichtsseite von PS-Bridge-Scrips“ wird das Skript nicht mehr aufgeführt.

Deshalb stelle ich die Skripte selbst zum Download zur Verfügung, um mehr Fotografen ihre Arbeit zu erleichtern.

Hier klicken, um beide Skripte zusammen in einer RAR-Datei (ca. 4 KB) herunterzuladen.

Rechtlicher Hinweis: Ich übernehme keine Garantie oder Verantwortung für das korrekte Funktionieren der Skripte oder eventuelle Schäden, die durch die Verwendung entstehen könnten. Der Quelltext der Skripte kann eingesehen werden, wenn die Dateien mit einem Texteditor geöffnet werden.

Installiert werden die Skripte entweder, indem sie mit Bridge geöffnet werden (Öffnen mit…/Adobe Bridge), oder indem sie in den Ordner „Startup Scripts“ von Adobe Bridge kopiert werden. Bei mir lautet der volle Dateiname „C:/Users/Rob/AppData/Roaming/AdobeBridge CC/Startup Scripts“, das kann aber je nach Rechner-Konfiguration unterschiedlich sein.

Die beiden neuen Startskripte
Die beiden neuen Startskripte am Ende der Liste

Nach einem Neustart von Adobe Bridge könnt ihr kontrollieren, ob die Skripte geladen werden, indem ihr unter „Bearbeiten/Voreinstellungen/Startskripte“ schaut, ob am Ende die beiden Zeilen „Find Replace in Description“ und „replaceKeywords“ stehen. Das Häkchen am Anfang sollte gesetzt werden, um die Skripte bei jedem Start von Bridge mit zu laden.

Wie funktionieren die beiden Skripte?

Das Skript „Replace Keywords“ erlaubt das Hinzufügen, Löschen oder Ersetzen von Suchbegriffen bei mehreren Bildern auf einmal. Einfach die gewünschten Bilder auswählen, mit der rechten Maustaste „“Add-Replace-Remove Keyword“ auswählen und die gewünschte Aktion ausführen. Das spärliche Menü ist da selbsterklärend. Wer ein Wort löschen will, gibt es bei „Replace“ ein, lässt aber das Feld „with“ frei.replace-keywords-skript

Hilfreich ist hier übrigens auch der Stichwörter-Filter von Bridge, mit dem man sich alle Bilder im gleichen Ordner anzeigen lassen kann, welche ein bestimmtes Keyword enthalten.

Das andere Skript findet sich unter „Werkzeuge/Find and Replace“. Ebenfalls einfach die gewünschten Bilder auswählen, das Menü aufrufen und eingeben, was mit was ersetzt werden soll. Ein Häkchen bei „case sensitive“ ersetzt Wörter nur bei identischer Groß-/Kleinschreibung, ansonsten wird diese ignoriert. Ein Häkchen bei „global“ ersetzt das Wort immer, wenn es in den Beschreibungen der markierten Bildern vorkommt, ansonsten nur die erste Erwähnung.find-and-replace-script

Kleiner Hinweis: Das Skript funktioniert leider nur bei dem IPTC-Feld „Description“, also der Beschreibung. Auf Wörter im Titel reagiert es nicht.

Warum sind die Skripte nützlich?

Ich habe die Skripte oft genutzt, um im Nachhinein Tippfehler in vielen Suchbegriffen zu korrigieren, die sich durch unachtsame Copy & Paste-Aktionen eingeschlichen haben. Wenn ich ein wichtiges Keyword für eine bestimmte Serie vergesse, kann ich es bequem einfügen. Manchmal fällt mir auch eine bessere Übersetzung für von mir ins englische übertragene Suchbegriffe ein und ich ergänze oder ersetze einen übersetzten Begriff.

Nutzt ihr auch eigene Startskripte für Adobe Bridge?
Wenn ja, welche und warum?

Stock-Videos: Metadaten, Keywords und die Suche

Auf der CEPIC-Konferenz in Berlin habe ich viele nette Leute (wieder-)getroffen und einige Seminare angehört.

Neben dem spannenden Workshop zum Thema „Google Images“ mit geballter Rechtsanwalt-Power fand ich vor allem  den Vortrag von Mary Forster lehrreich, welche den klangvollen Jobtitel „Senior Director of Search Strategy for Getty Images“ trägt.

Basierend auf ihren Informationen möchte ich meine neuen Erkenntnisse zusammenfassen:

Welche Arten von Video-Käufern gibt es?

Mary unterscheidet zwischen „Dokumentation, „Fernsehen, Film und Werbung“. Dokumentationen sollen eine Geschichte erzählen, benutzen auch gerne Archiv-Material und kaufen sowohl Videos als auch Fotos.

Im Fernsehen müssen die Videos auf jeden Fall mit Model- und Property Release sein, wenn notwendig. Außerdem kauft das Fernsehen sehr gerne Videos von „Locations“ und Hintergründen, um eine neue Szene vorzustellen. Im Filmjargon heißen die „Einspieler“ und bestehen meist aus Totalen der Umgebung. Die Videos selbst müssen immer 1080p bei 23,98 Bildern pro Sekunde (fps) sein.

Bei Filmen hängt die benötigte Auflösung und Bildrate vom Regisseur ab. Grundsätzlich ist da die höchste Auflösung gewünscht, gerne bis 4K. Dazu müssen die Videodauer, die Auflösung und auch das Masterformat, in dem das Video aufgenommen wurde, bekannt sein.

In der Werbung kommen sie mit sehr speziellen Motivwünschen. Stockvideos werden hier vor allem gekauft für Aufnahmen, die selbst gedreht zu teuer wären und um Szenen mit kurzen Sequenzen auszufüllen.

Startseite der Videosuche auf der Webseite von Getty Images
Startseite der Videosuche auf der Webseite von Getty Images

Wie suchen Video-Käufer?

Sie fangen meist mit der Eingabe eines generischen Suchbegriffs an, weil sie gelernt haben, dass zu spezielle Suchanfrage oft zu wenig oder keine Ergebnisse bringen. Dann benutzen sie Filter, um die Ergebnisse nach gewünschter Auflösung, Komposition, Anzahl der Personen u.ä. einzuschränken. Danach schauen sie sich einige Ergebnisse genauer an. Ist das Gesuchte nicht dabei gibt es vier Möglichkeiten: Sie klicken auf ein Video, um mehr Details sehen, sie kontaktieren einen Kundenberater für Hilfe, sie verfeinern ihren ursprünglichen Suchbegriff oder sie suchen bei einer anderen Agentur weiter.

Welche Video-Metadaten sind wichtig?

Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Metadaten unterscheiden: Informationen über die Datei (Auflösung, Cliplänge, …) und Infos über die gezeigten Motive (Leute, Orte, Kameratechnik, etc.).

Es gibt etliche Metadaten wie Urheber, Titel, Datum etc., die Videos mit Fotos gemeinsam haben. Zusätzlich gibt es aber noch andere. Die Länge des Videos, die Geschwindigkeit (Echtzeit, Zeitraffer, Zeitlupe), ob mit oder ohne Ton, in welchem Format mit welcher Bildrate und in welcher Auflösung das Video aufgenommen wurde und ob es Interlaced oder Progressive ist.

Neben den Aufnahme-Infos ist auch noch relevant, in welchem Format das fertige Video abgeliefert wurde, weil sich Medienformat, Auflösung, Bildrate und so weiter dabei ändern können.

Welche Video-Metadaten interessieren Käufer am meisten?

Basierend auf Interviews mit Video-Käufern ist die wichtigste Information die Auflösung, also ob das Video HD oder nur SD ist. Noch besser wäre eine noch feinere Aufteilung, z.B. in 480p, 720p, 1080p usw. Gleich danach folgen die Bildrate und die Videolänge.

Mary plädiert hier für vielfältige Filtermöglichkeiten von Agenturseite aus, weil die Käufer diese Informationen so schnell wie möglich verfügbar haben wollen. Für uns Videografen ist diese Information wichtig, damit wir mindestens die Auflösung (z.B. 1920×1080) mit als Keyword in die Metadaten aufnehmen, wenn wir mehr Videos verkaufen wollen.

Danach folgen im Interesse der Bildkäufer Informationen zur Kamerabewegung und zum Betrachterstandpunkt (POV), zur Aufnahmegeschwindigkeit, dem Seitenverhältnis und dem Originalformat.

Tipps zur Verschlagwortung

Generell gelten bei Video die gleichen Hinweise für gute Suchbegriffe wie für Fotos. Darüber hinaus ist bei Video neben der Auflösung eine genaue Angabe der benutzten Filmtechnik (loopable, Zoom, Schwenk, …) und Komposition nützlich (Vogelperspektive, Halbtotale, …). Auch eine grobe Angabe der Videolänge (kürzer als 10 Sekunden, länger als 10 Sekunden) wird gerne gesehen, ist aber sicher auch eine Eigenheit für Gettys Kontrolliertes Vokabular.

Probleme bereiten derzeit noch längere Videos mit vielen verschiedenen Themenbereichen. Es ist zwar technisch möglich, Suchbegriffe auf einen bestimmten Zeitraum im Video einzugrenzen, aber diesen Aufwand will Getty Images momentan nicht leisten.

Die Top 10 der Video-Suchbegriffe 2013

Im Bereich „Creative und kombiniert“ waren die beliebtesten Suchbegriffe letztes Jahr:

  1. Sonnenaufgang
  2. New York City
  3. Wolken
  4. Feuerwerk
  5. Konzert
  6. Fußball
  7. Strand
  8. Familie
  9. Mode
  10. Hund

Damit gleicht die Liste sehr einer ähnlichen Analyse von mir. Die beliebtesten Keywords für Fotos waren laut Mary übrigens ähnlich.

Nur im Bereich „Editorial“ sahen die Top-Suchen so aus:

  1. Jennifer Lawrence
  2. Tom Hiddleston
  3. Cannes
  4. One Direction
  5. Selena Gomez
  6. Kate Middleton
  7. Justin Bieber
  8. Tylor Swift
  9. Justin Bieber (fragt mich nicht, warum der Typ doppelt auftaucht…)
  10. Rihanna

So, ich geh mal kurz Prominente googlen…

Bei den Suchbegriffen, sortiert nach video-spezifischen Begriffen lag „Zeitraffer“ mit Abstand vorne und belegte den 33. Platz aller Suchbegriffe des letzten Jahres. „Zeitlupe“ lag auf Platz 170. Begriffe wie „Lockdown“ (5059), „Rack Focus“ (9564) und „loopable“ (12.145) folgen weit abgeschlagen.

Es gab auch noch eine Aufschlüsselung nach den beliebtesten Kategorien zu sehen und wie sich diese im Bereich Foto und Video unterschieden. Das würde hier jetzt zu weit führen, deshalb nur kurz: Landschaften und Orte verkaufen sich als Videos im Creative-Bereich etwas besser, im redaktionellen Bereich fällt ca. die Hälfte der Suchanfragen in die „Prominente“-Kategorie.

Falls ihr Videos kauft: Wie sucht ihr und was ist euch dabei besonders wichtig?

Täuschung? Getty Images & der Pinterest-Deal

Die von der Carlyle Group gehaltene Bildagentur Getty Images agiert möglicherweise irreführend, wenn es um die Verlautbarungen über Einkommen, Verkäufe und Lizenzierung von Inhalten geht, die unter das kürzlich angekündigte Abkommen mit Pinterest fallen. Jetzt im Besitz der privaten Carlyle Group, ist wenig bekannt über die Geschäftsbeziehungen von Getty Images, aber hin und wieder gelangen interessante Neuigkeiten an die Öffentlichkeit.

Schauen wir uns zuerst den Blogbeitrag an, in welchem der Deal angekündigt wird. Hier sind einige relevante Auszüge aus dem Blogbeitrag gerade über das, wofür Pinterest Getty bezahlt – nur für Metadaten:

„Getty Images und Pinterest haben ein Abkommen zu Wege gebracht, das die Welt in eine stärker visuelle Zukunft führen wird, indem unsere umfangreichen Metadaten und attraktiver Inhalt kombiniert werden …“

Der Begriff Metadaten taucht im obigen Zitat auf, gefolgt von einer hochtrabenden Äußerung über die „tollen Fotografen von Getty Images…“ und Einzelheiten zu den Informationen (damit sind die Metadaten gemeint) über den Designer der Stiefel auf dem Foto:

„Nehmen wir an, Sie stöbern auf den Pinterest-Seiten und entdecken ein Bild von Beyonce, auf welchem Sie diese scharfen Stiefel trägt. Aber es fehlt jegliche Information darüber, wer die Stiefel entworfen hat oder wo du sie kaufen kannst! Es könnte auch schwer sein herauszubekommen, dass ein toller Fotograf bei Getty Images das Bild aufgenommen hat.“

Dann macht Getty klar, dass es Metadaten sind, die verkauft/lizenziert werden sollen und dass das Foto dann einen Bildnachweis und einen Link bekommt.

„Unsere neue Partnerschaft mit Pinterest bietet eine Lösung… wir verwenden unsere API-Schnittstelle „Connect“, um Pinterest wesentliche Informationen zur Verfügung zu stellen – einschließlich Bildnachweisen von Getty Images, wann und wo das Bild entstanden ist und mehr. Wir bringen einen Bildnachweis auf der Seite von Pinterest und einen Link zurück unter.“

An dieser Stelle verdeutlicht Getty, dass die Vergütung einzig für die Metadaten anfällt. Die folgende Aussage ist so klar umrissen wie die Aussage von Präsident Obama: Wenn Sie mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsplan zufrieden sind, können Sie ihn behalten. Da besteht kein Zweifel – Getty wird für „diese umfangreichen Metadaten“ bezahlt:

„Pinterest wird Getty eine Gebühr für diese umfangreiche Metadaten bezahlen, die wir mit den Anbietern teilen werden.“

Wenn für ein Foto Lizenzgebühren in Höhe von 1,00 Dollar anfallen, was schätzen Sie, wäre die Lizenzgebühr für die Metadaten? 0,01 Dollar? 0,10 Dollar? Sicherlich ist der Betrag ein Bruchteil dessen, was die Lizenzgebühr für das Bild ausmachen würde, und dann wird dieser Anteil des Lizenzeinkommens für das Bild zu einem ungleichen Prozentsatz zu Gettys Gunsten aufgeteilt.

Nirgendwo sagt Getty, dass Pinterest Lizenzgebühren für das Bild bezahlt.

Warum ist es wichtig, dass Getty unmissverständlich klarmacht, dass es eine Gebühr für die Metadaten ist? Lassen Sie uns einige Abschnitte des Vertrages genauer beleuchten, den Getty mit seinen Anbietern abschließt.

Zuerst erläutert Getty, dass die Vereinbarung für „Akzeptierte Inhalte“ gilt, um dann zu definieren was „Akzeptierte Inhalte“ sind:

“ Diese Vereinbarung betrifft alle Inhalte (gemäß der Definition im Abschnitt 1.2) , welche Sie früher eingereicht haben oder in Zukunft einreichen werden, die zum Vertrieb durch Getty akzeptiert wurden („Akzeptierte Inhalte„).“

1.2 Arten von Inhalten: Diese Vereinbarung gilt für folgende Arten von Inhalten („der Inhalt„):
(a) Fotografien, Illustrationen oder andere unbewegte visuelle Darstellungen („unbewegte Bilder„); (b) bewegte visuelle Inhalte in jeglicher Form, einschließlich Filme, Videobänder, digitale Dateien, Animationen und Clips („Filmmaterial„); und (c) Fonts, Audiodateien und jegliche andere durch Copyright geschützte Werke, in allen Fällen, in welcher Weise und in welchem Format und mit welchem Werkzeug auch immer erzeugt, einschließlich von Reproduktionen, Bearbeitungen und abgeleiteten Werke davon. „

Es wird in den vorangehenden Ausführungen deutlich, dass es sich bei „Inhalt“ (content) um „Fotografien“, nicht um Metadaten handelt. Im folgenden Abschnitt erklärt Getty zuerst, was selbstverständlich sein sollte – dass Sie die Rechte an Ihrem „Akzeptierten Inhalt“ besitzen, allerdings macht Getty dann unmissverständlich klar: „Getty Images besitzt alle Rechte, Titel und Rechtsansprüche, einschließlich aller Copyright-Rechte, die neben Ihrem Copyright an Ihren „Akzeptierten Inhalten“ entstehen, an allen Arbeiten durch oder für Getty Images, die vielfache Elemente „Akzeptierter Inhalte“ und/oder andere Inhalte enthalten.

1.13 Copyright an „Akzeptiertem Inhalt“ oder anderen Werken. Gegenstand der in dieser Vereinbarung gewährten Rechte ist, dass Sie alle Rechte, Titel und Rechtsansprüche einschließlich des Urheberrechts an allen „Akzeptierten Inhalten“ behalten, auch dann, wenn es Bestandteil abgeleiteter Werke Dritter ist. Getty Images erhält alle Rechte, Titel und Rechtsansprüche, einschließlich aller Copyright-Rechte, die neben Ihrem Copyright an Ihren „Akzeptierten Inhalten“ entstehen, für jegliche Arbeiten durch oder für Getty Images, dievielfache Elemente „Akzeptierter Inhalte“ und/oder andere Inhalte enthalten. Sowohl Sie, als auch Getty Images in Ihrem Namen, können das Copyright an jeglichem „Akzeptierten Inhalt“ bei der entsprechenden Behörde registrieren lassen.“

Danach besitzt Getty alles, außer dem eigentlichen Foto als Teil des „Akzeptierten Inhalts“ – Metadaten „und/oder andere Inhalte“.

Noch einmal: Anbieter werden honoriert mit einem Anteil an der Gebühr für die Metadaten anstatt für einen Anteil an den Lizenzgebühren für das Foto, denn Getty macht vollkommen klar, dass sie nur für Metadaten bezahlt werden.

Bis gestern [Anmerkung R.K.: Gemeint ist Donnerstag, der 12.12.2013].

Auf einer eintägigen Konferenz, die hier in der Nähe von Washington DC vom „US Patent and Trademark Office“ veranstaltet wurde – „Copyright Policy, Creativity, and Innovation in the Digital Economy“ (Details finden sie hier). Ich habe mir den Webcast angesehen, ein Teilnehmer der Konferenz war John Lapham, Senior Vice President und General Counsel bei Getty Images.

Hier ist das Video:

Wenn sie zur vorspulen zu Minute 19:10 im Video, beginnt die Diskussion über unser Thema.

Lapham bemerkt zuerst bezüglich des Pinterest-Abkommens:

„… ein geraumer Teil ihres Inhalts steht den Anbietern von Getty zu, und anstatt einen Schlagabtausch zu führen darüber, was mit Bildern auf Ihrer Webseite passieren sollte und was nicht, sagen wir, wenn Bilder hin- und her geschoben werden, verliert man die Metadaten, die Attribute. Und statt lauthals darüber zu streiten, ob man Bilder lizenzieren sollte oder nicht, lasst uns doch die Metadaten wieder korrekt mit diesen Bilddateien verknüpfen und lasst unseren Anbietern als Gegenleistung die Tantiemen zukommen, die ihnen für die Nutzung ihrer Inhalte zustehen. Das war das Ziel beim Bemühen um ein derartiges Abkommen…“

Die Moderatorin Ann Chaitovitz, Berater-Anwältin für das us-amerikanische Patentamt USPTO, hakte bei Lapham nach, weil alle früheren Aussagen von Getty dahingehend lauteten, dass nur für Metadaten bezahlt werden sollte. Sie wiederholte:

„Danke, ähm, also kann ich, nur zu meinem besseren Verständnis, es geht um Metadaten – Sie verknüpfen die Metadaten wieder, gab es da auch irgendeine Bezahlung oder war das, um sie für zukünftige Verwendung zu kennzeichnen?“

Lapham antwort:

“ Ahh, die Vereinbarung funktioniert so, dass äh, wir da eine Datenbank haben, eine Bilddatenbank, die, wissen Sie, Millionen von Bildern enthält, nicht nur unsere, sondern von Wettbewerbern, anderen Unternehmen, und wir können die Bilddatenbank abgleichen mit einer Webseite, um herauszufinden, welche Übereinstimmungen es gibt. Und durch die Anwendung dieser Erkennungstechnologie können wir sagen, wissen Sie, wir können sagen, wenn wir beispielsweise die UPSTO-Webseite nehmen, dass Sie dort 110.000 Fotos von Getty Images vorhalten, und diese Bilddateien haben keine Metadaten mehr, wir verknüpfen diese Metadaten wieder und die Gebühr, die dafür verlangt werden kann, könnte auf einer Basis pro Bild pro Monat erfolgen, so dass die Person, die das Werk geschaffen hat, im Gegenzug dafür entlohnt werden kann.“

Lapham bringt mehrere Argumente. In seinem Eingangsstatement:

“ lasst unseren Anbietern als Gegenleistung die Tantiemen zukommen, die ihnen für die Nutzung ihrer Inhalte zustehen.“

In seinem Folgebeitrag führt er aus:

“ wir verknüpfen diese Metadaten wieder, und die Gebühr, die dafür verlangt werden kann, könnte auf einer Basis pro Bild pro Monat erfolgen, so dass die Person, die das Werk geschaffen hat, im Gegenzug dafür entlohnt werden kann.“

Demnach ist die verlangte Gebühr für das Wiederverknüpfen der Metadaten? Wenn er sagt, „die Gebühr die dafür verlangt werden kann„, dann bezieht er sich offensichtlich auf die Tätigkeit im gleichen Satz davor: “ wir verknüpfen diese Metadaten wieder“ und dann, bezieht sich das „dafür entlohnt werden kann„, bezieht sich das „dafür“ auf das „dieses Werk geschaffen haben“ oder auf das Wiederverknüpfen?

Warum ist das wichtig?

Nun, in dem Vertrag von Getty Images übertragen die Anbieter ihr Recht, gegen eine Rechtsverletzung zu klagen oder Ansprüche zu erheben:

1.11 Recht auf Wahrnehmung von Rechtsansprüchen. Getty Images erhält das Recht nach bestem kaufmännischem Ermessen zu entscheiden, ob und in welchem Umfang gegen Dritte wegen unbefugter Verwendung „Akzeptierter Inhalte“ vorgegangen werden soll. Sie ermächtigen Getty Images und die Vertriebspartner, auf deren Kosten das exklusive Recht, jedwede Ansprüche im Zusammenhang mit Verletzungen des Copyrights an „Akzeptierten Inhalten“ und einem dazugehörenden geistigen Eigentum („Ansprüche“) geltend zu machen, zu regeln, beizulegen und abzuwehren.“

Wir stellen hier eine feinsinnige, aber schwerwiegende Frage. Lapham verdeutlicht, dass Bilder von Anbietern von Getty Images einen guten Teil der Bilder bei Pinterest ausmachen. Bis zu dem Abkommen war die Existenz dieser Bilder ein Verstoß gegen das Copyright der Eigentümer der Bilder.

Getty stellt fest, dass man nicht in einen Schlagabtausch mit Pinterest gehen will. Wir sprechen von Millionen von Bildern, und der Unterschied, was ein Fotograf als Anteil an der Metadaten-Gebühr im Gegensatz zu einem Einkommensanteil an einer Bild-Lizenz erhalten würde, könnte Millionen von Dollar ausmachen, die auf Kosten der Anbieter im Säckel von Getty landen, nur aufgrund der Art und Weise, wie die Vereinbarungen zwischen Getty und Pinterest sowie zwischen Getty und seinen Anbietern abgefasst sind.

Es scheint mir hintersinnig, ein Abkommen anzukündigen, bei welchem sich das Einkommen nach den Metadaten richtet, aber dann – auf einer keinem allzu breiten Publikum bekannten Veranstaltung, deren Beiträge nicht in zahllosen Presseartikeln wiederholt werden – eine abweichende Antwort dahingehend zu erhalten, dass Getty tatsächlich für Bildlizenzen bezahlt wird, was sie wiederum zu einem höheren Anteil den Anbietern verdanken. Offensichtlich hatte die Moderatorin ein anderes Verständnis, als sie die Frage stellte, und sie ist eine hochgeschätzte Anwältin, die die Regierung in Fragen des geistigen Eigentums berät, weshalb es durchaus von Bedeutung ist, dass sie verwirrt war von dem, was Lapham im Widerspruch zu dem zuvor angekündigten Abkommen sagte.

So lautet die offene Frage, auf deren Beantwortung die Anbieter von Getty Images einen Anspruch haben:
„Erhalten wir eine Vergütung für unseren „Akzeptierten Inhalt“ (d.h. Fotografien) oder erhalten wir eine Vergütung für Metadaten?“

Lapham verdeutlichte, dass diese bedingt sind durch deren Abgaben für die Nutzung ihrer Inhalte.

Die Frage die sich daraus ergibt, ist:
„Wie hoch sind die Bruttoeinnahmen pro lizenziertem Foto und wie hoch sind die Bruttoeinnahmen für das Wiederverknüpfen und die Anzeige der Metadaten.?“

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Dieser Artikel ist eine Übersetzung des Artikels „Deception? Getty Images & The Pinterest Deal“ aus dem Blog „Photo Business News“ von John Harrington. Die Übersetzung erfolgte mit freundlicher Genehmigung des Autors. Ich habe zum besseren Verständnis einige Links eingefügt und teilweise einige Stellen anders markiert.

Studie: Social Media Webseiten entfernen Copyright-Informationen

Viele Social Media-Webseiten, welche das Hochladen von Bildern anbieten, entfernen dabei Copyright-Informationen und andere Metadaten. Zu diesem Schluss kommt eine Praxis-Studie des IPTC-Councils, welches für die Einhaltung des IPTC-Metadaten-Standards verantwortlich ist.

Für Fotografen ist die Erkenntnis nicht mehr überraschend, aber diese geballten Dreistigkeiten als Übersicht präsentiert zu bekommen, zeigt gut, wie ignorant viele deser Seiten mit Urhebern umgehen.

Zum Vergrößern das Bild anklicken

Im Zeitraum vom Oktober 2012 bis März 2013 hat eine Arbeitsgruppe des IPTC-Councils fünfzehn Webseiten getestet, indem dort mit Metadaten (EXIF/IPTC) versehene Bilder hoch- und runtergeladen wurden. Danach wurde geschaut, welche Metadaten auf der Webseite selbst angezeigt werden und welche nach dem Runterladen noch im Bild vorhanden waren. Getestet wurden unter anderem Facebook, Twitter, Flickr, Google+, Pinterest, 500px, Tumblr und mehr.

Die Ergebnisse

Die linke Spalte zeigt an, welche Daten auf der Webseite korrekt angezeigt werden, die mittlere Spalte zeigt, welche Daten im Bild blieben, wenn das Bild mit der Funktion „Speichern als…“ runtergeladen wurde und die rechte Spalte zeigt, welche Informationen erhalten blieben, wenn ein Download-Button o.ä. genutzt wurde, sofern dieser auf der Webseite angeboten wird.

Ein grüner Kreis zeigt an, dass alle Anforderungen erfüllt wurden, ein gelber Kreis zeigt, dass einige Anforderungen erfüllt wurden und der rote Kreis markiert ungenügende Ergebnisse, die verbessert werden sollten. Grau bedeutet, dass dieser Bereich nicht getestet wurde.

Die Auswertung

Erstaunlich ist, dass KEINE einzige Webseite komplett im grünen Bereich liegt. Bei genauerer Betrachtung der Versuchsanordnung würde ich das aber auch nicht so eng sehen, weil zum Beispiel der grüne Punkt bei der Copyright-Anzeige nur vergeben wurde, wenn alle vier IPTC-Copyright-Felder (Titel, Ersteller, Copyright-Vermerk und Credit) angezeigt werden. Da bei mir zum Beispiel Ersteller, Copyright und Credit sehr ähnlich sind, reicht mir da schon die gelbe Markierung.

Insofern hat Google+ am besten abgeschnitten was die Beibehaltung der Metadaten angeht, gefolgt von Dropbox. Am schlimmsten sieht ironischerweise bei den meistgenutzten Diensten Facebook, Flickr und Twitter aus. Dort werden Metadaten und Copyright-Informationen gnadenlos aus den Fotos gelöscht. Dabei schreiben sowohl Vorschriften der Europäischen Union als auch der USA vermeintlich klar vor, dass Urheberrechtsinformationen nicht aus digitalen Medien entfernt werden dürfen. Leider hat sich schon bei anderen Themen wie Datenschutz gezeigt, dass Facebook & Co. sich recht wenig um Gesetze scheren.

Die Lösung

Eine Lösung für das Problem liegt auf der Hand: Die betreffenden Webseiten nicht nutzen. Da aber Fotografen Social Media-Webseiten vorteilhaft für die Kundenpflege oder das Akquirieren von Aufträgen nutzen können, ist das nicht immer der beste Weg. Bis dahin bleibt wohl nur die Möglichkeit, eigene Fotos immer nur in kleiner Auflösung und mit einem sichtbaren Urheberrechtsvermerk auf den Bildern auf solche Webseiten zu laden. Ich habe einmal den Fehler gemacht, das nicht zu tun und sofort wurde das Bild massenhaft illegal im Netz verbreitet.

Wie geht ihr mit Social Media-Seiten um?