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Kriterien zur Auswahl von Imagebildern (Gastartikel)

Zwei Mal schon habe ich vom Buch „Grafik und Gestaltung“ des Grafikers Markus Wäger geschwärmt. Damit ihr euch selbst vom Inhalt überzugen könnt, hat mir Markus erlaubt, eine Leseprobe zu veröffentlichen und ich habe mir die Kapitel 5.3.5 und 5.3.6 rausgesucht, die meiner Meinung nach für uns Stockfotografen direkt hilfreich sind. Ich habe aber nicht alle Bilder übernommen, weil das zuviel gewesen wäre. Los geht’s, ab hier schreibt Markus:

Kriterien zur Auswahl von Imagebildern

Ich kann keine verbindlichen Rezepte für die Auswahl perfekt funktionierender Imagebilder liefern. Gerade wenn Menschen im Bild sind, sind die Emotionen, die sie auslösen, von Betrachter zu Betrachter verschieden. Genau wie jeder andere Mensch reagiere auch ich subjektiv auf die abgebildeten Personen und es ist nicht unwahrscheinlich, dass Sie hier Bilder von Personen finden, die ich als besonders ansprechend empfinde, die Ihnen unsympathisch sind. Ich kann aber ein paar Kriterien nennen, die ich zur Auswahl von Bildern heranziehe und die Sie als Basis für Ihre Bildbeurteilungen nutzen können. Wie so oft gilt : Schon die bewusste Auseinandersetzung mit einem Gestaltungsaspekt wird Sie zu besseren Resultaten führen.

Authentizität der Darsteller | Sind die Typen glaubwürdige Charaktere ? Nehmen Sie Ihnen ihre Rollen ab ? Kann sich Otto Normalverbraucher beziehungsweise die anvisierte Zielgruppe mit ihnen identifizieren? Auch wenn das Gesicht eines eingekauften Imagebildes für die Mitarbeiter des Unternehmens steht, sollte der Typ glaubwürdig sein und nicht zu sehr wie ein geschniegeltes Modell daher kommen. Nichts gegen gestylte Modelle, doch nicht jede Kommunikationsaufgabe lässt sich mit Ihnen authentisch illustrieren. Die Professionalität der Modelle hingegen ist Um und Auf. Nur Profis spielen ihre Rollen glaubwürdig ; mit Laien ist Authentizität schwer zu erreichen. Es geht vor allem darum, wie natürlich eine Szene inszeniert ist und das gelingt mit professionellen Modellen oft glaubwürdiger als mit echten Personen.

Abb. 5.98: Für die Betriebe meiner Region ein glaubwürdiges Imagebild (© Goodluz/Shutterstock)
Abb. 5.98: Für die Betriebe meiner Region ein glaubwürdiges Imagebild (© Goodluz/Shutterstock)

Passend zu Region und Branche | Als Bewohner einer etwas ländlicheren Region mit Auftraggebern aus kleinen und mittleren Betrieben gestaltet sich für mich die Suche nach passenden Imagebildern bei Agenturen oft schwierig. Es dominieren Business People mit Anzug und Krawatte. Für London, Mailand oder Frankfurt wohl passend, doch hier im Vorarlberger Rheintal tragen nur Banker Anzug und Krawatte beziehungsweise Leute die einen Termin bei der Bank haben. Ansonsten ist die Geschäftswelt hier hemdsärmeliger und die Leute sind meist leger gekleidet. 90 % der Businessbilder sind für meine Gestaltungsaufgaben deshalb unbrauchbar – ein Problem, das wohl die meisten Gestalter teilen, die abseits von Ballungszentren arbeiten oder aber auch städtische Kunden abseits vom Big Business betreuen.

Abb. 5.99: Weniger authentisch, wo ich lebe und arbeite (© michaeljung/Shutterstock)
Abb. 5.99: Weniger authentisch, wo ich lebe und arbeite (© michaeljung/Shutterstock)
Abb. 5.100: Blicken die Personen zur Kamera, ist Lächeln glaubhaft. ( (© Pressmaster/Shutterstock)
Abb. 5.100: Blicken die Personen zur Kamera, ist Lächeln glaubhaft. ( (© Pressmaster/Shutterstock)

Ausdruck | Ein zweites Problem neben omnipräsenten Business-Uniformen stellt das unvermeidlich breite Lächeln der -Modelle dar. Wirklich gute Models schaffen es zwar auf Kommando das natürlichste Lächeln der Welt ins Gesicht zu zaubern und bei Motiven die ganz offensichtlich im Stile eines Porträt- oder Gruppenfotos inszeniert sind (Abb. 5.100) geht das wohl auch in Ordnung. Doch wenn vier Personen vor einem iPad sitzen und grinsen (Abb. 5.101), dann sind sie nicht an der Arbeit, sondern schauen sich ein Filmchen auf Youtube oder die Urlaubsfotos des Mannes mit dem Tablett in der Hand an. Was würden Sie von Leuten denken, die mit Ihnen am Besprechungstisch sitzen und pausenlos grundlos vor sich hin grinsten ? Genau ! Deshalb suche ich in den Gesichtern der Modelle zur Situation passende Gesichtsausdrücke – freundlich : meistens ja ; breit grinsend : das muss zur Szene passen.

Abb. 5.101: Ist das eine authentische Projektbesprechung? (© Edyta Pawlowska/Shutterstock)
Abb. 5.101: Ist das eine authentische Projektbesprechung? (© Edyta Pawlowska/Shutterstock)
Abb. 5.102: Direkter Blick (inklusive eines Lächelns) (© Mila Atkovska/Shutterstock)
Abb. 5.102: Direkter Blick (inklusive eines Lächelns) (© Mila Atkovska/Shutterstock)

Blickrichtung | Über die Wirkung direkten Blickkontakts und wie man von der Kamera abgewandte Blicke nutzen kann haben wir uns bereits unterhalten. Abbildung 5.102 zeigt dazu noch einmal ein starkes Motiv, nämlich ein niedliches Tierkind. Verstärkt wird die Bildwirkung durch den Eindruck der Hund lächle, was ihm menschliche Züge verleiht, ohne seine Niedlichkeit zu untergraben. Abbildung 5.103 zeigt wie viel Kraft das Bild einbüßt, wenn derselbe Hund nicht mehr in die Kamera blickt.

Abb. 5.103: Der Blick zur Seite schwächt die Wirkung (© Mila Atkovska/Shutterstock)
Abb. 5.103: Der Blick zur Seite schwächt die Wirkung (© Mila Atkovska/Shutterstock)

Kindchenschema | Noch mehr Kraft als niedliche Tierkinder haben natürlich knuddlige Menschenkinder. Das Gesicht eines Babys ist ein Schlüsselreiz dem wir uns nicht entziehen können : Große Augen, Pausbäckchen, Stupsnase, kleines Kinn, großer Oberkopf. Vor allem Tiere die mehr oder weniger deutlich diesem Schema entsprechen empfinden wir als niedlich. Dem folgend sind auch Comic Figuren gezeichnet indem diese typischen Merkmale betont werden, jedenfalls so lange es um die guten Charaktere geht. Bei Bösewichten kann man das schon einmal umkehren.
Abbildung 5.105 und 5.106 demonstrieren ein weiteres mal den Unterschied der Bildwirkung ob das Subjekt – das Kleinkind – in die Kamera sieht und damit dem Betrachter in die Augen, oder ob der Blick zur Seite gerichtet ist.

Es gibt natürlich immer Gründe sich für Aufnahmen zu entscheiden, bei denen das Modell nicht zur Kamera blickt. Neben des Potenzials die Blickrichtung des Protagonisten zu nutzen, um Botschaften markant zu platzieren, vermitteln Bilder, auf denen der Blick und damit das Interesse nicht der Kamera gilt, eher den Eindruck, eine reale Szene zu beobachten und nicht eine gestellt – Aufnahmen können so also an Authentizität gewinnen. Blickt das Modell zu Kamera ist klar, dass es die Kamera gesehen hat und für das Foto posiert – wahrscheinlich sagte der Fotograf : »Hier ist das Vögelchen.« Und : »Say Cheese.«

Abb. 5.107: Visionärer Blick (© PT Images/Shutterstock)
Abb. 5.107: Visionärer Blick (© PT Images/Shutterstock)

Der in die Ferne gewandte Blick (Abb. 5.107) kann etwas Visionäres vermitteln – den Blick in die Zukunft oder Weisheit. Doch auch hier kommt es auf den Charakter des Blicks und der Aufnahme an. Bei Abbildung 5.108 scheint mir das Modell eher durch irgendetwas im Garten von der eigentlichen Aufnahme abgelenkt zu sein.

Abb. 5.108: Der Blick wirkt hier vor allem abgelenkt. (© Natalia Hirshfeld/Shutterstock)
Abb. 5.108: Der Blick wirkt hier vor allem abgelenkt. (© Natalia Hirshfeld/Shutterstock)

Üblicherweise sollte man die Leserichtung berücksichtigen, wenn der Blick in die Ferne den visionären Blick in die Zukunft vermitteln soll – Blickrichtung nach links wird eher rückwärtsgewandt empfunden (Abb. 5.109), während der Blick nach rechts nach vorne geht und somit als in die Zukunft gerichtet assoziiert wird (Abb. 5.10).

Bildstil | Neben diesen inhaltlichen Fragen zu Authentizität, Ausdruck und Blickrichtung ist auch der Bildstil relevant. Für mich eine weitere Hürde Aufnahmen zu finden, mit denen ich rundum glücklich bin. Die Masse der Aufnahmen sind sehr clean inszeniert, fotografisch umgesetzt und nachbearbeitet. Dafür gibt es natürlich gute Argumente, denn wie ich weiter vorne bereits bemerkte ist professionelle Fotografie notwendig wenn dem Betrachter eines Folders, Inserats oder Internetauftritts ein professionell arbeitendes Unternehmen näher gebracht werden soll. Das Ganze hat allerdings den Nachteil, dass die Aufnahmen dann auch in Bezug auf den fotografischen Charakter austauschbar wirken.
Bereits in den 1970er Jahren entwickelten Fotografen Teils sehr natürliche Aufnahmestile. Ein Trend, der in den 80er Jahren zurück ging und durch einen sehr klinischen Bildstil ersetzt wurde. Seit den 1990er Jahren gibt es einen zunehmenden Trend zurück zu natürlich wirkenden Aufnahmen.

Abb. 5.112: Nicht nur die Aufnahme durch das Glas lässt das Bild so spontan erscheinen - auch der geringe Kontrast und die kühle Farbtönung (© vita khorzhevska/Shutterstock)
Abb. 5.112: Nicht nur die Aufnahme durch das Glas lässt das Bild so spontan erscheinen – auch der geringe Kontrast und die kühle Farbtönung (© vita khorzhevska/Shutterstock)

Viele vor allem junge Fotografen arbeiten bewusst mit farblichen Verfremdungen und fotografischen sowie digitalen Effekten, die an sich nach den Regeln der Kunst Fehler wären. Doch genau diese scheinbaren Fehler und Abweichungen von fotografischer Perfektion machen die Aufnahmen authentischer, weil sie ein bisschen wirken, als hätte sie Otto Normalverbraucher mit seiner -Kamera geknippst. Trotzdem sieht man den Bildern die professionelle Hand an – sie wirken wie exzellente Glückstreffer eines Schnappschussfotografen und vermitteln so den Eindruck ganz nahe am eigenen Leben aufgenommen worden zu sein.

Neben diesen Stilmitteln die Bildern eine spontane und natürliche Wirkung verleihen, gibt es auch eine Tendenz Schattierungen durch überbetonte Dynamik herauszuarbeiten was zu einem eher unnatürlich anmutenden Bildcharakter führt (Abb. 5.113) und manchmal beinahe wie gemalt wirkt. Dieser Trend folgt einer neuen Technologie der digitalen Fotografie, die sich High Dynamic Range (HDR) nennt. Nach der ersten Euphorie über den neuen Bildstil und die damit verbundenen Möglichkeiten kehrte bei professionellen Fotografen bald Ernüchterung ein, was meiner Ansicht nach vor allem an Unmengen laienhafter HDR-Aufnahmen lag, die soziale Netzwerke und Bilder-Communitys überfluteten. Mittlerweile gewinnt der Stil auch in der professionellen Fotografie wieder an Fahrt und ich habe den Eindruck, dass wir gerade eine Veränderung unseres Empfindens wie Fotos auszusehen haben, erleben.

Abb. 5.113: Das Bild erinnert an den Charakter sogennanter HDR-Bilder - ein Stil, der sehr stark im Kommen ist. (© BestPhotosStudio/Shutterstock)
Abb. 5.113: Das Bild erinnert an den Charakter sogennanter HDR-Bilder – ein Stil, der sehr stark im Kommen ist. (© BestPhotosStudio/Shutterstock)

Sowohl der HDR- als auch der natürliche Bildstil findet sich im Moment jedoch vor allem bei bestimmten Themenbereichen. Gerade der betont natürliche Bildstil mit seinen Teils verschobenen, verblassten und verwaschenen Farben, mit Blendenflecken, über- und unterbelichteten Bildbereichen und Unschärfen auch da, wo sie an sich nicht sein sollten, findet sich vor allem im Bereich jugendlichen Lifestyles. In vielen Bereichen jedoch tut man sich schwer Bildstile abseits eines cleanen Norm-Looks zu finden.

Maßgeschneiderte Lösungen 
vom Auftragsfotografen

Klar im Vorteil ist wer sich nicht im Angebot von Bildagenturen nach Aufnahmen von der Stange umsehen muss, sondern einen Profifotografen beauftragen kann. Ihm können Sie Vorlagen zeigen, die den Charakter, das Aussehen und die Stimmung der Aufnahme die sie wünschen zeigen. Mit ihm können Sie Modelle aussuchen die Ihren Vorstellungen entsprechen und Sie können bei der Aufnahme dabei sein, um Regieanweisungen zu geben. Ihm können Sie auch sagen, wie weit er bei der Retusche gehen soll.

Schön wäre natürlich man könnte für jedes Bild einen Profi engagieren der das gewünschte Bild nach Maß schneidert. Die Realität liefert aber oft Situationen, in denen das nicht möglich ist, sei es aus Zeit- oder Budgetmangel. Ich habe für dieses Buch hunderte Bilder benötigt um die Erklärungen zu illustrieren und das Layout lebendig zu gestalten. Nicht jedes Foto sieht genau so aus, wie ich es mir wünschte. Doch jede Aufnahme mit Modellen und Fotografen gesondert zu inszenieren, wäre weder zeitlich noch wirtschaftlich realistisch. Aus diesem Grund schätze ich das Angebot von Shutterstock, Fotolia, iStockphoto & Co als wertvolle Bereicherung für den Gestaltungsalltag, auch wenn die Arbeit damit Kompromisse fordert – Kompromisse die man bei der Arbeit mit einem Fotografen nicht eingehen muss.

(Leseprobe aus dem Buch „Grafik und Gestaltung„*, 2. Auflage von Markus Wäger, Galileo Verlag, 2014)

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Rezension: „Grafik und Gestaltung“ (Neuauflage) von Markus Wäger (mit Verlosung)

Lange habe ich überlegt: Soll ich wirklich eine Rezension über ein Buch schreiben, welches ich vor zwei Jahren schon mal rezensiert hatte?

Wie ihr lesen könnt, habe ich mich doch dafür geschrieben aus einem einfachen Grund: Was ich in meiner ersten Rezension so lobhudelnd geschrieben habe, ist immer noch gültig.

Dazu kommt, dass das Buch „Grafik und Gestaltung„* des Grafikers Markus Wäger jetzt in der zweiten komplett überarbeiteten und erweiterten Auflage erhältlich ist. Damit ist der Wälzer nicht nur ca. 100 Seiten dicker, sondern auch ca. 300 Gramm schwerer und wiegt jetzt satte 2,25 Kilo. Ich habe es für meinen schnaufenden Briefträger gemessen. Dieses Volumen erklärt sich aus dem Ansatz des Untertitels, „Das umfassende Handbuch“ zum Thema Grafik und Design sein zu wollen. Doch keine Panik, wer die Druckversion erhält, bekommt das Ebook kostenlos dazu, was sich durch die digitale Suchfunktion noch besser als Nachschlagewerk eignet.

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Auch wenn es ein Fachbuch ist, was einem zum Lernen bringt und auch die Ausbildung zum Mediengestalter gut begleiten kann, liest es sich flüssig und spannend. Fotografen sind ja visuell anspruchsvoll und das klare Layout des Buchs mit vielen hervorragend gewählten Beispielbildern ergänzt den Text des Buchs hervorragend und beweist, wie angenehm gutes Design sein kann.

Erst wollte ich im Kapitel „Bild“ beginnen, weil dort mein beruflicher Schwerpunkt liegt, aber schon beim Überfliegen der Einleitung habe ich mich festgelesen, wie ich am Ende des zweiten Kapitels feststellen musste. Ich wiederhole gerne meine Einschätzung der ersten Rezension: Für Stockfotografen ist dieses Buch ein Muss!

Markus Wäger schreibt das Buch aus Kundensicht, weil Grafikdesigner üblicherweise Stockfotos kaufen und auch das Buch ist mit massenhaft Fotos von Shutterstock illustriert, sodass mich zumindest beim Lesen ein sehr heimeliges Gefühl bei den ganzen bekannten Gesichtern überkam. So können wir lernen, worauf Grafiker Wert legen und Rücksicht nehmen müssen, was Stockfotografen dann vorausschauend in ihren Fotos umsetzen können: An welcher Stelle sollte der Textfreiraum im Foto sein? Wie sollten die Models aussehen? Welche Farbpalette sollte mein Foto abdecken?

Dazu kommt, dass der reine Fotograf immer mehr in den Hintergrund rückt. Ich selbst mache ja nicht mehr nur Fotos, ich mache auch Videos, 3D-Renderings, Illustrationen, Fotomontagen, Layouts, muss typografische Entscheidungen treffen und so weiter. Um grafische Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus ausprobieren zu müssen, hilft das Buch „Grafik und Gestaltung“ ungemein.

Die Verlosung

Markus Wäger und der Verlag Galileo Design waren so freundlich, mir zwei Exemplare des Buchs (mit Ebook) für eine Verlosung zur Verfügung zu stellen.

Was müsst ihr dafür tun?
Hinterlasst einfach einen Kommentar unter diesem Artikel, in dem ihr den Satz „Ich interessiere mich für Grafik und Gestaltung, weil…“ kreativ vervollständigt.

Die beiden Teilnehmer mit dem aus meiner Sicht besten Grund erhalten je ein Buch. Der Teilnahmeschluss ist am 19.10.2014, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die beiden Gewinner werden danach per Email von mir benachrichtigt.

Viel Glück…

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Rezension: „Grafik und Gestaltung. Das umfassende Handbuch“ von Markus Wäger

Ein Buch für Grafiker in einem Blog für Fotografen?

Was sich beim ersten Lesen leicht fehlplatziert anhört, passt umso besser, je länger ich darüber nachdenke. Deswegen habe ich mich auch entschieden, das Buch „Grafik und Gestaltung. Das umfassende Handbuch„* von Markus Wäger hier im Blog vorzustellen, obwohl ich eigentlich eins der Fotobücher* des Autoren rezensieren wollte.

Umfassendes Handbuch“ wird der knapp zwei Kilo schwere Wälzer im Untertitel genannt und der Verlag übertreibt hier nicht. Auf 620 Seiten erklärt der freie Grafikdesigner aus Österreich alles, was zum Thema „Grafik und Gestaltung“ wichtig ist. Neben einem Grundsatz-Kapitel mit verschiedenen – elementar wichtigen – Gestaltungsgesetzen sind das vor allem die Oberthemen Form, Farbe, Bild, Schrift und Textsatz, die im Buch behandelt werden. Danach folgen Kapitel über Gestaltungsraster, Corporate Design und die Druckvorstufe.

Klingt für Fotografen erst mal nicht so hilfreich? Im Gegenteil.

Ich gehe davon aus, dass die meisten Fotografen, welche meinen Blog lesen, schon etwas Erfahrung im Umgang mit ihrer Kamera haben und dafür keine Hilfestellung benötigen. Was einigen technisch versierten Fotografen jedoch manchmal fehlt, ist ein tieferes Verständnis für die Gestaltungsregeln, die ein gutes von einem perfekten Foto unterscheiden. Damit meine ich nicht nur die „Goldener Schnitt“-Regel und was Fotografen mit absichtlich gesetzter Schärfentiefe bewirken können. Das wird im Buch aber auch besprochen. Eine gute Gelegenheit, kurz näher auf das Kapitel 4 einzugehen, welches sich mit Bildern und Fotos beschäftigt, denn da habe ich im Gegensatz zur Typographie und den unterschiedlichen Druckverfahren als Fotograf mehr Ahnung.

Markus Wäger erklärt im Bild-Kapitel mit vielen anschaulichen Beispielen, warum Menschen und Blicke auf Fotos wichtig sind, wie verschiedene Anschnitte dem gleichen Bild ganz andere Wirkungen verleihen können, was Farben im Bild verändern und so weiter. Auch wenn der Bereich über „Gestaltungsregeln“ nur ca. 30 Seiten des Buchs ausmacht, kann ich diesen Teil uneingeschränkt als hilfreiche Fortsetzung des Gestaltungskapitel meines eigenen Buchs „Stockfotografie„* empfehlen.

Die Teile – nein, eigentlich das ganze Buch – ergänzen sich auch deshalb wunderbar, weil Markus Wäger von der „anderen Seite“ kommt. Damit meine ich, dass ich mein Buch als Fotoproduzent geschrieben habe, also als Hersteller von Stockfotos, während Markus als Grafikdesigner eher auf der Kundenseite steht und genau diese Fotos für seine Arbeit braucht und kauft. Deswegen muss ich bei fast jeder Seite seines Buches schmunzeln, weil fast alle Fotos im Buch bei Bildagenturen gekauft wurden und die „Positiv/Negativ“-Beispiele dadurch für Stockfotografen doppelt hilfreich sind. Außerdem betone ich immer wieder, dass es wichtig ist, sich als Stockfotograf in seine Kunden hineindenken zu können. Wer lernt, worauf Grafikdesigner achten müssen, macht fast automatisch Fotos, welche für die Kunden nützlicher sind.

Während das Bild-Kapitel für Stockfotografen eher eine Auffrischung sein wird, sind die anderen Kapitel das, was das Buch auch für Stockfotografen wertvoll macht. Die klassischen Gestaltungsregeln in Bildern und die verschiedenen (Wechsel-)Wirkungen von Farben gelten ja nicht nur für Zeichnungen oder Grafiken, sondern eben auch für Fotos, werden in diesem Buch aber in einer Klarheit bebildert, wie ich sie in Fotobüchern kaum angetroffen habe.

Der Schriftteil ist nicht ganz so spannend für Fotografen, aber spätestens, wenn ein Stockfotograf Foto- und Textelemente in einem Bild kombinieren will, wie ich es hier* oder hier* gemacht habe, wird etwas Wissen über Typographie sehr nützlich, weil das dann den Unterschied macht, ob sich das Bild verkauft oder nicht. Wer nicht weiß, was „Serifen“ sind und wozu diese nützlich sind, wird schon Schwierigkeiten haben, sich für die passende Schriftart zu entscheiden. Aber auch wer die Wirkungen von Laufweiten oder Zeilenabstand nicht kennt, kann ein Bild dadurch kaputtmachen. Das gleiche gilt auch für Illustratoren, welche mit Text arbeiten oder für 3D-Artists, welche in ihre Stockfotos wie hier* Schriften einbauen. Auch ganz praktische Anwendungsprobleme, wie die Frage, ob und wie man verschiedene Schriften mischen kann, werden beantwortet.

Und wer sich als Fotograf denkt, er sei kreativ genug, um auch seine Visitenkarten, Werbeflyer und Briefköpfe selbst gestalten zu können, lernt im „Corporate Design„-Kapitel, dass mehr dazugehört, als ein Auge oder eine Kamera als Logo neben seinem Namen zu platzieren, um ein angenehm einheitliches Erscheinungsbild zu kreieren.

Kurz: Ein empfehlenswertes Buch für Stockfotografen, weil es eben etwas fachfremder ist, aber durch die anschaulichen Beispielbilder, die klare Strukturierung und die leicht humorvollen Texte trotzdem auch für Nicht-Grafikdesigner verständlich und lehrreich ist. Das Buch „Grafik und Gestaltung„* ist bei Galileo Design erschienen und kostet 39.90 Euro im Hardcover-Einband.

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Stockfotografie-News 2009-10-23

Hat es jemand gemerkt? Die News sind letzte Woche komplett ausgefallen. Nun wird es aber höchste Zeit, weil sich die Neuigkeiten aus der Stockfotografie-Branche schon stapeln.

  • Die Bildagentur Zoonar bietet nun die Möglichkeit, ausgewählte Fotos in das APIS-Netzwerk einzuspeisen, ein Distributionskanal vor allem für große Verlage.
  • Canon kündigt für Ende des Jahres die Canon EOS 1D Mark IV an, die hier schon vorbestellt* werden kann. Die Kamera wird 16 MP, zwei DIGIC 4-Prozessoren, 45 AF-Messfelder, einen ISO-Bereich bis 102.400 und eine FullHD-Videofunktion haben und bis zu 10 Bildern pro Sekunde aufnehmen können. Im Foto-Modus wohlgemerkt… 😉
  • Canon kündigt auch gleich ein neues Firmware-Update für die 5D Mark II an, welches Videoaufnahmen wahlweise mit 24, 25 oder 30 Bildern pro Sekunde ermöglichen soll. Leider ist die Veröffentlichung erst Mitte 2010 geplant.
  • Die Bildagentur Mauritius Images kooperiert mit der Firma pixolution, um deren Bildersuchsystem ImageSorter zu nutzen. Das zeigt Fotos als nach Farben sortierten Clustern an und eignet sich damit vor allem für Bildkäufer, bei denen die Farbauswahl eine entscheidene Rolle spielt.
  • Nach istockphoto bietet nun auch Shutterstock eine verbindliche Rechte-Garantie für gekaufte Fotos und Videos an.
  • Auch Fotolia hat zwei spannende Neuigkeiten: Zum einen veröffentlicht es mit „Fotolia Ribbon„* ein Microsoft Word und ein Powerpoint-Plugin, mit dem Fotolia-Fotos direkt aus diesen Programmen eingefügt und gekauft werden können.
  • Die zweite Neuigkeit ist „Operation Level Ground„*. Damit bietet Fotolia neuen Fotografen die Möglichkeit, gleich mit einem höheren Ranking einzusteigen, wenn sie mindestens 1.000 Bilder und einen Mindestgesamtumsatz mitbringen, den sie bisher bei anderen Bildagenturen erzielt haben. Somit können Profi-Fotografen gleich vom Start mehr verdienen als sie es könnten, wenn sie auf der Rangliste ganz unten anfangen.
  • Im Blog der Firma LookStat gab es gleich drei lesenswerte Artikel. Zum einen eine Ideen-Liste mit den beliebtesten Suchbegriffen für Weihnachten, ein Suchbegriff-Vergleich zwischen „Hund“ und „Katze“ und die Meldung, dass im Statistik-Bereich nun Fotos nach Serien sortiert werden können. Das ist hilfreich, um zum Beispiel leicht zu erkennen, wie viel die Fotos einer Fotosession zusammen über mehrere Bildagenturen hinweg eingebracht haben oder welche Models wie viel Umsatz gebracht haben.
  • Markus Wäger stellt in seinem Blog eine Erfindung von Tao Chen vor, mit der man nur ein Motiv ungefähr skizzieren muss, damit das Programm entsprechende Fotos raussucht. Wer das System in eine Bildagentur integriert, könnte damit die Bildersuche revolutionieren und unabhängiger von Suchbegriffen machen.
  • Die Bildproduktionsfirma Image Source ändert ihren Namen in tabato und konzentriert sich auf die Motivbereiche Healthcare und Finance.
  • Die Footage-Agentur Pond5 verkauft jetzt auch Audio-Clips.
  • Auch die Bildagentur PantherMedia rührt kräftig an ihren Verkaufsmethoden. Erst eröffnen sie eine Zweigstelle in Polen, jetzt streichen sie die Anzahl ihrer Bildgrößen von 9 auf 6 zusammen und verändern die Preise. Beim Credit-Kauf eines DinA4-Fotos werden nun zwischen 9,60 Euro bis 16,68 Euro fällig, statt wie bisher 49,90 Euro beim Kauf auf Rechnung. Das entspricht einer Preissenkung von 80%. Ich bin noch nicht sicher, ob ich das gut finden soll.
  • Die Bildagentur Getty Images entlässt wieder Mitarbeiter und schließt ihre Abteilung für Auftragsproduktionen. Diese sogenannten „wholly owned shoots“ sind Fotoserien, die von einer Bildagentur in Auftrag gegeben und bezahlt werden. Der Fotograf verdient dann nur an dem einen Auftrag, die Verkaufsprovisionen fließen dann meist ausschließlich (oder zu einem viel größeren Teil) an die Bildagentur. Ich muss zugeben, dass ich diesem Modell nie besonders euphorisch gegenüber stand, da es langfristig die die Machtposition zu Lasten der Fotografen in Richtung Bildagentur verlagert. Deswegen stimmt mich diese Meldung nicht so traurig. Aber auch anders könnte ein Schuh draus werden: Getty will das Risiko, ob sich eine Fotostrecke gut verkauft oder nicht, an die Fotografen auslagern. Oder wie seht ihr das alles?

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Ein ♥ für Blogs

Für heute ruft Kai Müller vom Blog StyleSpion zur zweite Runde seiner Aktion „Ein für Blogs“ auf. Ich möchte diesmal mitmachen, auch wenn ich wie bei der letzten Runde etwas Angst habe, einigen Blogs auf die Füße zu treten. Immerhin habe ich mehr als 120 Blogs abonniert, fast alle zum Thema Fotografie. Immerhin ist die Aktion auf deutschsprachige Blogs beschränkt. Ich selbst habe mir das Limit bei zehn nennenswerten Blogs gesetzt, weil ich weiß, dass es sonst zu unübersichtlich wird.

ein-herz-fuer-blogs

Legen wir los:

  • Studio-Blog Der Mannheimer Fotograf omori berichtet hier über seinen Alltag im Fotostudio und sein Blog war eine große Motivation, selbst einen Blog zu beginnen.
  • PictureTom Hier geht es um die geschäftliche Seite der Fotografie: Um Finanzen, Marktanalysen und rechtliche Entscheidungen. Für Profi-Fotografen ein Muss.
  • Radedudel Der Blog von Sam ist fast das Gegenteil. Hier liefert er vor allem „Tipps und Anleitungen zur fortgeschrittenen Fotografie“, wie er es nennt. Immer mit Hand und Fuss.
  • Nebuto Ein Blog von Jan über Microstock-Agenturen mit einem leichten Hang zu Illustrationen und 3d-Rendering.
  • Fotos verkaufen bei Bild- und Microstock-Agenturen ein Blog mit seinem Thema im Namen. Häufige Wiedergabe von Pressemeldungen, aber auch Einblicke in seine Umsätze
  • Krolop-Gerst Profi-Fotografen erklären Bildideen und ihre technische Umsetzung, sehr anschaulich und gut verständlich
  • Designworks Der Blog von Markus Wäger dominiert zwar mit seinen vielen Mini-Posting meinen Feed-Reader, aber es sind auch immer wieder einige Perlen für die Augen dabei. Und da Typografie eine heimliche Leidenschaft von mir ist, sehe ich mir auch gern seine Font-Vorschläge an
  • Basic Thinking Der Blog von Robert wurde vor kurzem verkauft und ich hatte danach einen der neuen Redakteure gesprochen. Er überzeugte mich, mal reinzuschauen und in der Tat: Hier gibt es ausführliche und fundierte Meldungen über das Internet, Software, Neue Medien und andere Dinge, die auch für Fotografen spannend sein können ((und für den Computer-Nerd in mir immer sind)
  • Stefan Niggemeier Mit Stockfotografie verbindet den Betreiber des BILDBlog eine Art Hassliebe, wie er mit seiner „Symbol-Foto“-Serie beweist. Aber seine ironischen Kommentare zur Medienlandschaft sind besser die Medien selbst.
  • Genuss-Blog Warnung: Vom Lesen dieses Blogs nimmst Du zu. Hier wird hemmungslos und leidenschaftlich über Genussmittel wie Schokolade, Eis, Tee, Kaffee, Torten und Süßigkeiten geschwärmt. Lecker.

Habt ihr noch Tipps für Blogs, die mich interessieren könnten? Wenn ja, bitte mit Begründung in die Kommentare.