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Frage von Photography Q & A – Selbstvermarktung für Fotografen

Vor über zwei Jahren habe ich hier im Blog das Buch „Photography Q&A“ von Zach Arias vorgestellt und meine Leser aufgefordert, mir ebenfalls Fragen in den Kommentaren zu stellen. Zwei dieser Fragen wollte ich dann im Blog beantworten.

Die erste Frage, welche Blitze ich benutze, habe ich vor langer Zeit hier beantwortet.

Kompass-V04-wide-selbstvermarktung_kleinHeute ist nun die zweite Frage an der Reihe, die sich rund um das Thema „Selbstvermarktung“ dreht. Genau genommen haben mehrere Leser ähnliche Fragen gestellt, welche das Thema „Selbstvermarktung“ mit unterschiedlichen Schwerpunkten aufgreifen.

Hier die Fragen:

„Vorweg erstmal: interessanter Blog, ich bin gerade “drübergestolpert”.
Daraus ergibt sich auch meine Frage:
Wie wichtig sind diese Standbeine für Fotografen? Ich kenne kaum einen Fotografen, der “nur” Bilder anbietet. Es werden Blogs betrieben, Workshops oder Coachings angeboten, Bücher geschrieben. Alles sehr zeitaufwändige Tätigkeiten. Sind diese Aspekte überlebenswichtig geworden als Fotograf? Oder stellen diese Bereiche einfach einen netten Nebenverdienst dar, der auch noch Spaß macht? Gruß, Johannes“

„Meine Frage: Wie wichtig ist Facebook-Marketing für dich und akquirierst du auch größere Kunden über deine Facebookseite? Vielen Dank! Justus“

„Womit lässt sich deiner Meinung nach besser/eher Geld verdienen? Mit einem erfolgreichen Blog oder mit Stockfotos?“

„Hallo Robert,
meine Frage bezieht sich auf das eigene “Branding”, also wie stellt man es an, seine eigene “Marke” als Fotograf bekannter zu machen. Und welche Methoden/Mittel bieten sich an? Als Einzelkämpfer (ohne Angestellte) ist das ein Faktor, der neben der eigentlichen Arbeit oft zu kurz kommt. Wie machst du dir einen Namen bzw. wir hast du es geschafft, den “Robert Kneschke” bekannt zu machen? Spielt in der Stockfotografie beispielsweise die Menge der Fotos, die man in Agenturen platziert hat, eine entscheidende Rolle? Sprich: ab wann sucht jemand in der Agentur oder einer Suchmaschine gezielt nach deinem Namen, um Fotos von dir angezeigt zu bekommen? Und einen eigenen “Bildstil” zu entwickeln, um sich von der Masse abzuheben, wird nach meiner Einschätzung immer schwieriger. Ist es vor allem und zuerst ein Blog, das Aufmerksamkeit erregt? Ist es das Kommentieren bei anderen, sind es Facebook & Co? Viele Grüße, Nora“

Damit ihr meine Antwort richtig einordnen könnte, möchte ich betonen, dass ich nur von der Stockfotografie lebe und keine Aufträge annehme. Das heißt, viele der Marketing-Maßnahmen, die ich für unnötig halte, mögen für einen Auftragsfotografen überlebenswichtig sein und andersrum.

Im Gegensatz zu einigen meiner Fotografie-Kollegen sind meine Aktivitäten neben der Kamera eher gering. Ich betreibe zwar seit ca. acht Jahren gerne diesen Blog „Alltag eines Fotoproduzenten“ und im Laufe der Jahre sind meine beiden Sachbücher „Stockfotografie“* und „Die Arbeit mit Models“* hinzugekommen. Vorträge und Seminare gebe ich jedoch nur selten, vielleicht zwei bis vier Mal im Jahr (das nächste Mal übrigens wieder auf der Photokina 2016).

Aber ganz nüchtern betrachtet: Ich könnte locker auf die wenigen Einnahmen der Bücher, vom Blog und den Vorträgen verzichten und damit vielleicht sogar mehr verdienen, weil ich in der freien Zeit mehr Stockfotos produzieren würde.

Andere Kollegen haben hingegen bergeweise Workshops, DVDs und Seminare im Angebot, veröffentlichen deutlich mehr Artikel in ihren Blogs und ihren Social-Media-Kanälen und so weiter. Der Unterschied ist jedoch: Diese Leute leben eben hauptsächlich davon, diese Produkte sind ein wichtiger, wenn nicht der größte, Teil ihrer Einnahmequellen. Vielleicht könnte man diese Leute korrekter als „Foto-Trainer“ statt als „Fotografen“ bezeichnen. Das mag seine Berechtigung haben, ist aber als Unterscheidung wichtig, weil die Zielgruppe eine andere ist. Wer sich als Fotograf selbst vermarkten will, muss „Kunden“ für Aufträge erreichen. Wer als „Foto-Trainer“ unterwegs sein will, sucht andere Fotografen als Kunden. Ein gutes Beispiel ist Calvin Hollywood, der sich öffentlich immer öfter als Foto-Coach statt als Bildbearbeiter darstellt.

In diese „Falle“ bin ich selbst anfangs getappt: Die ursprüngliche Idee zu meinem Blog war, mich bei mehr Bildkäufern bekannt zu machen. Da ich aber von Foto-Themen mehr Ahnung habe als vom Verkauf, interessieren sich vor allem andere Fotografen, aber nicht so sehr Bildkäufer für diese Themen im Blog.

Damit ist mein Blog nicht so sehr ein Marketing-Instrument, welches mehr Bildkäufe bringt, sondern ein Hilfsmittel, um mich bei Kollegen und Agenturmitarbeitern bekannter zu machen, welche dann mit mir Informationen und ähnliches austauschen. Das ist nützlich, aber schwer in „mehr „Umsatz“ zu messen.

Ein Blog von einem Fotografen, den ich gerne verfolge, und der sich konsequent an potentielle Kunden richtet, ist der vom Kollegen Till Erdmenger.

Ähnliches gilt für die Facebook-Präsenz: Während Kollegen wie Matthias Schwaighofer mindestens mehrere Postings täglich absetzen, sind es bei mir alle paar Tage einer. Auch hier gilt wieder: Ich muss keine Aufträge an Land ziehen, weil ich das sowieso nicht anbiete. Natürlich kann es passieren, dass ein Fotograf, der meinem Blog oder meiner Facebook-Seite folgt, ebenfalls Grafikdesign für andere Kunden macht und dabei mal einige meiner Stockfotos kauft, weil er mich durch meine Veröffentlichungen immer im Hinterkopf hat. Ich vermute jedoch dass dieser Effekt zu vernachlässigen ist. Die meisten Kunden bei Bildagenturen brauchen ein bestimmtes Motiv und suchen dieses, indem sie Suchbegriffe bei den Agenturen eintippen.

Je spezieller jedoch die Nische, die ein Fotograf bedient, desto eher können sich Social-Media-Kanäle oder Blogs lohnen, um sich als Experte für dieses Gebiet profilieren zu können.

Natürlich ist es möglich, mit einem Blog mehr Geld zu verdienen als mi Stockfotos, sei es durch Werbung, Ebooks, Affiliate-Marketing oder andere Methoden, aber das erfordert grundsätzlich andere Fähigkeiten als welche, die nötig sind, um mit Stockfotos erfolgreich zu sein.

Ein „Branding“ ist im Bereich der Stockfotografie deutlich weniger nötig als in anderen Bereichen. Ich weiß, dass einige Branchengrößen sehr erfolgreich bei Bildagenturen sind, über die in der Öffentlichkeit fast nichts bekannt ist. „Africa Studio“*, „Ioannis Kounadeas“* oder „Gina Sanders“* sind nur einige Beispiele. Während Auftragsfotografen gerne wegen ihres „eigenen Stils“ gebucht werden, sind Stockfotografen Lieferanten für Mainstream-Looks, die sich naturgemäß weniger stark voneinander abheben oder teilweise sogar kopieren.

Viele Tipps für erfolgreiches Fotografen-Marketing bietet übrigens mein Kollege Michael Omori Kirchner an.

Wie wichtig ist das Selbstmarketing für euch?
Was funktioniert am besten für euren Bereich?

* Affiliate

Microstock-Einnahmen und Kommissionen – Wohin geht das Geld?

Im Juli veröffentlichte Steve Gibson in seinem „Microstock Insider“-Blog einen lesenswerten Artikel, in dem er – jetzt gut festhalten – eine Lanze für niedrige Fotografenhonorare bricht. Mit seiner Erlaubnis habe ich diesen Artikel übersetzt und ich bin gespannt, ob ihr seine Ausführungen unterstreichen würdet. Los geht’s, Steve:

Wie wird das Geld, was ein Bildkäufer ausgibt, zwischen Fotografen, der Bildagentur und einigen Mittelsmännern aufgeteilt?

Die Antwort ist relativ einfach: Manchmal ist es einfach nicht klar.

Als erstes eine Begriffsklärung:

  • Honorar (Royalty) – Die Bezahlung, die ein Fotograf oder Illustrator erhält, wenn eins seiner Werke verkauft wurde.
  • Kommission – Das Geld, das eine Bildagentur vom Verkauf erhält für die Ausführung der Transaktion und um Kosten abzudecken. Kommissionen werden auch an Wiederverkäufer (Verteiler) und Vermittler, die Käufer bringen, ausgeschüttet. (Traditionelle Bildagenturen bzw. Macrostock-Agenturen nennen oft ihre Kommissionsrate, also den Betrag, den sie einbehalten, im Gegensatz zur Honorarrate.

Oft wird auch das Wort „royalty“ für Kommissionen benutzt. Ich bin nicht sicher, wie das zustande kam, denn es sorgt auf jeden Fall für Konfusionen und ein kurzer Blick auf die großen Microstock-Seiten zeigt, dass vor allem Begriffe wie „Einnahmen“ oder „Auszahlungsbetrag“ verwendet werden, um die Situation zu klären. Es ist nicht hilfreich, dass wir in einer Industrie arbeiten, deren Geschäftsmodell auf Amateurfotografen gegründet wurde und in die uns „royalties“ auszahlt für unsere „royalty-free“-Fotos (natürlich sind diese nur royalty-free für den Käufer).

Der Unterschied zwischen Kommissionen und Honorar kann auch wichtige Steuerunterschiede bringen, denn als Fotograf, der an einem Affiliate-Programm teilnimmt, verdient man sowohl Kommissionen für empfohlene Käufer als auch Honorar für die verkauften Bilder.

Wie wird der Honorar-Kuchen aufgeteilt?

Es gibt drei Hauptausgaben zu berücksichtigen, wenn die Dienste betrachtet werden, die digitale Downloads anbieten und bei der Aufteilung der Honorare:

  • Geld zum Betrieb des Dienstes und für die Finanztransaktionen
  • Marketing- und Werbungskosten
  • Honorare für die Urheber

Jeder dieser Ausgaben enthält Kosten und eine Gewinnspanne. Zum Beispiel könnte es einen Dollar kosten, ein Foto zu machen, aber um im Geschäft zu bleiben, musst Du zwei Dollar beim Verkauf dafür berechnen, wenn Du auch die nächste Kamera, das Dach über dem Kopf und Deinen Gewinn bezahlen willst.

Wiederverkäufe (Syndikation) & Affiliate-Verkäufe

Diese Verkäufe haben unterschiedliche Kosten für eine Bildagentur, denn eine dritte Partei fand den Käufer, womit die direkten Marketingkosten null sind (das Branding ausgenommen) und im Falle eines Wiederverkäufers muss die Agentur nicht dessen Webseite betreiben oder Kundenservice anbieten. Andererseits generieren solche Verkäufe zusätzliche Kosten durch die Affiliate- oder Wiederveräufer-Kommissionen.

Beim Thema „Wiederverkauf“ machen wir ein ganz anderes Fass aus: Einige Agenturen zahlen einen höheren Preis für Wiederverkäufer-Verkäufe (obwohl man nicht wirklich mehr pro Verkauf erhält), da die Agentur selbst weniger pro Verkauf verdient – der Wiederverkäufer behält seinen Teil der Kommission. Wiederverkäufer-Verkäufe sind etwas anderes als Affiliate-Verkäufe, da die Agentur bei letzteren trotzdem Kundendienst, Zahlungsabrechnung, Seitenzugriff für den Download und so weiter anbieten muss. Bei den Wiederkäufern sorgen diese selbst dafür.

Grob gesprochen gibt es drei verschiedene Typen von Microstock-Käufern, die den Agenturen unterschiedliche Einnahmen bringen und unterschiedliche Ausgaben erfordern:

Ausgaben Käufertyp Direktverkauf  Affiliate-Kauf  Wiederverkäufer
Such-API Ja Ja Ja
Hosting und Bandbreite Ja Ja Ja
Fotografenverwaltung Ja Ja Ja
Bildredaktion Ja Ja Ja
Fotografenhonorar Ja Ja Ja
Webseiten-Frontend Ja Ja Nein
Kundenservice Ja Ja Nein
Zahlungsabwicklung Ja Ja Nein
Marketing und PR Ja Nein Nein
Kommissionen an Dritte Nein Ja Ja

Darüber hinaus haben alle Agenturen zusätzliche Kosten wie sie andere Firmen auch haben, zum Beispiel Buchhaltung, Personalkosten, Management und so weiter.

Wie viel Geld wird nun dafür ausgegeben?

Das ist die Eine-Million-Dollar-Frage. Mit Ausnahme der Honorarsätze und Kommissionen halten die Agenturen diese Informationen sehr geheim. Shutterstock jedoch hat einige dieser Informationen im Rahmen des geplanten Börsengangs veröffentlicht. Dadurch bekommen wir eine ungefähre Vorstellung, wie die Top-Microstockagenturen ihre Einnahmen ausgeben:

Zu den Betriebskosten zählen die Fotografenhonorare, Kreditkartengebühren, Bildredaktion, Kundendienstkosten, Infrastrukturkosten für das Betreiben der Webseite und den dazugehörigen Angestellten, Raummieten und andere Kosten. Im oben verlinkten IPO werden die gezeigten Segmente noch genauer definiert.

Wie steht Microstock im Vergleich zu anderen Industrien da?

Im Microstock-Bereich bleibt das meiste Geld bei den Agenturen. Es gibt verschiedene Gründe dafür, unter anderem den Fakt, dass bei niedrigen Verkaufspreisen die Kosten des Verkaufs verhältnismäßig hoch sind. Wie du sicher weißt, muss man viele billige Fotos verkaufen, um die Kosten für deren Erstellung wieder einzuspielen.

Was ist mit anderen virtuellen Gütern wie iTunes und Apps?

Microstock scheint dem Vergleich ganz gut standzuhalten. Bei iTunes verdient ein Musiker ca. 9 Cent bei einem Verkaufspreis von 1,29 USD. Das ist der Betrag, der übrig bleibt, nachdem die Plattenfirma ihren (großen) Anteil an den ca. 70 Cent genommen hat, die Apple ihnen gibt (Zahlen gelten nur für die USA).

Unabhängige Musiker können die gesamten 70 Cent behalten, werden aber oft für das Hosting, Setup-Kosten und jährliche Gebühren etc. zur Kasse gebeten. Du siehst, welcher große Teil durch die Betriebskosten (Apple) und das Marketing (Plattenfirma) anfällt. Ich habe gelesen, dass die Musiker bis zu 50% des Plattenfirma-Anteils verdienen können, wenn die Kosten der Plattenfirma eingespielt wurden. Diese Teilung der Einnahmen ist nichts Neues, auch vor den digitalen Downloads bekamen Musiker nur einen kleinen Prozentsatz vom Preis der Platte ab.

Für den „Apps Store“ nimmt Apple eine Kommission von 30%, damit verbleiben 70% bei den Entwicklern der Software. Diese müssen für den Zugriff auf die Entwicklungssoftware bezahlen (ca. 99 – 299 USD pro Jahr). Diese Verteilung ist ähnlich wie bei iTunes, nur ohne den Marketing-Anteil der Plattenfirma. Der Entwickler bekommt die vollen 70%, muss jedoch das komplette Marketing übernehmen und sich um die Kundenbetreuung kümmern. Wie wir am Beispiel von Shutterstock gesehen haben, waren das dort fast 30% der Einnahmen. Der Android-Marktplatz hat ebenfalls den 70%-Anteil für seine Entwickler.

Aber Alamy kann 60% (40% Kommission) bei Fotos auszahlen?

Sie machen das bei ihren Bildern mit Standardpreisen, aber sie haben eine 50-50 Verteilung für ihre „Novel Use“-Bilder, was meines Erachtens ein besserer Vergleich mit Microstock ist. 60% Kommission nimmt Alamy auch für Vertriebs(partner)-Verkäufe.

Bis jetzt war es nicht Alamys Hauptgeschäftsfeld, ein Marktplatz im Microstock-Stil zu sein. Außerdem hat Alamy eine Geschichte von Änderungen an der Kommissionsstruktur, wenn sich die Geschäfte ändern und ich denke, das sollte jede Firma tun – es sind nicht nur die Microstock-Agenturen, die gezwungen sind, ihre Kommissionen zu ändern. Ich denke auch nicht, dass es fair ist, Alamy direkt mit Microstock-Agenturen zu vergleichen.

Ich kenne nicht die internen Details von Microstock- oder Macrostock-Agenturen, aber ich denke, es ist nachvollziehbar zu sagen, dass Alamy nur eine Handvoll Verkäufe braucht, um eine Zeitschriftenwerbung in Auftrag geben zu können, während eine Microstock-Agentur vermutlich über 1000 Bilder verkaufen muss, um sich die gleiche Anzeige leisten zu können. Die Kosten, um 1000 Kunden zu gewinnen, sind deutlich höher als nur einen Kunden zu gewinnen (Ich habe den Fakt ignoriert, dass durch niedrigere Bildpreise es einfacher sein kann, mehrere Verkäufe zu generieren wie auch den Fakt, dass es wahrscheinlich teurer ist, einen Macrostock-Kunden zu gewinnen als einen Microstock-Kunden).

Gib 5 Dollar über Paypal oder eine Kreditkarte aus und ca. 10% des Geldes werden von den Transaktionskosten aufgefressen. Gib einige hundert Dollar aus und die Kosten sinken auf einige Cent. Das ist der Grund, warum Agenturen Rabatte auf große Credit-Verkäufe geben. Auf einer Microstock-Seite können die Kosten, die entstehen, wenn jemand fünf Minuten auf eine Email antwortet oder der IT-Mitarbeiter einige Minuten an einem Serverproblem arbeitet, schnell den Gewinn eines Bildverkaufs vernichten.

Beweise der Geschichte

Clustershot war ein gutes Beispiel einer Bildagentur, die den Markt betrat, um Umsätze zu erzielen, aber nicht die Arbeit der Fotografen beworben hat. Deren Kommission vor nur 12%, was 88% für die Fotografen bedeutete (die auch die Paypal-Bearbeitungsgebühren zahlen mussten), lasst uns also 15% Kommission sagen. Mit diesem Level konnten sie ihre Kosten decken und damit meine ich, sie gingen bankrott. „Kosten decken“ heißt, kein Geld, keine Zeit oder sonstige Anreize zu haben, in den Service zu investieren. Es sieht so aus als wären 15% nicht genug Geld, um Downloads und Zahlungen zu bearbeiten.

Alamy beendete ihr „Alamy Red„-Kommissionssystem, bei dem sie nur 20% Kommission nahmen, aber eine Annahmegebühr von 2 Dollar verlangten und eine monatliche Hosting-Gebühr.

50% Honorar mag als attraktiv gelten, aber ich glaube, es gibt genug Beweise, dass Microstock-Agenturen, die 50% Honorar bieten, generell stagnieren, ich vermute, weil die Agenturen nicht genügend Ressourcen haben, um ins Wachstum zu investieren. Schaut man sich die Honorare bei den Top-Agenturen an (und ich mir die Agenturen mit den höchsten Umsätzen), fällt auf, dass alle deutlich weniger als 50% Honorar zahlen. Die verlinkte Tabelle ist grob sortiert nach Einnahmen und meist stimmt das mit der Sortierung des Honoraranteils überein – in anderen Worten: Ein hoher Honoraranteil ist für Fotografen nichts wert, du bist besser dran, über eine Agentur mit einem niedrigeren Honoraranteil zu verkaufen, die in der Lage sind, deutlich mehr zu verkaufen (und das eben auch machen!).

Es ist üblich für neue Start-Up-Agenturen, einen hohen Honoraranteil zu versprechen, um Fotografen anzulocken, egal, ob das ein weises Geschäftsmodell ist oder nicht. Es ist definitiv kein Signal, was als „wenn die das können, könnten es die anderen auch machen“ gelesen werden sollte. Als absolutes Minimum muss eine Agentur nachhaltig wirtschaften, aber sie brauchen mehr als das, sie müssen profitabel sein, um weiter investieren zu können, um wachsen zu können oder Risikokapital anzulocken.

Es scheint als wären ca. 30% Kommission ein üblicher Standard, den man nehmen sollte für das Hosting, die Downloadverwaltung und die Zahlungsabwicklung für irgendeine Transaktion virtueller Güter. Man könnte noch ergänzen, dass beim Bilderverkauf noch einige weitere Kosten anfallen, da zum Beispiel die Suche deutlich komplexer ist.

Subventionierung höherer Honorare

Einige Agenturen bieten mehr Honorar für exklusive Bilder (die zum gleichen Preis verkauft werden) und/oder höhere Honorare für umsatzstarke Fotografen. Während diese Fotografen qualitativ hochwertige Bilder haben, die zu reduzierten Kosten in der Bildredaktion führen, ist es mit Blick auf die Honorartabellen sehr offensichtlich, dass die Agenturen mit gestaffelten Honoraren den umsatzschwachen Fotografen deutlich niedrigere Honorare zahlen im Vergleich zu den Agenturen, die ein Honorar für alle anbieten. Während gestaffelte Honorare einen Anreiz schaffen, qualitativ bessere Bilder hochzuladen und mehr Verkäufe zu generieren, werden gleichzeitig die umsatzschwachen Fotografen bestraft, indem sie die höheren Honorare der Top-Fotografen subventionieren.

Doppeldeutige Worte: Worauf man beim Vergleich von Honoraranteilen achten sollte

Man könnte leicht annehmen, dass, wenn eine Agentur 25% Honoraranteil zahlt, man bei einem Bildverkauf für 5 Dollar 1,25 Dollar abbekommen würde. Das kann aber falsch sein. Wer die Vertragsbedingungen genau durchliest, merkt, dass er meist nur Anspruch auf 25% der „tatsächlichen Umsätze“, der „Nettoerlöse“ o.ä. hat. Einige Agenturen bieten einen festen Betrag pro Verkauf oder gekaufter Bildgröße, andere Agenturen bieten eine Prozentzahl, bei der es wichtig ist, dass das Verkaufssystem genau verstanden wird. Bietet die Agenturen zum Beispiel Rabatte bei Großeinkäufen an und werden diese Rabatte an den Fotografen weitergegeben?

Schlussfolgerung

Vor fünf Jahren lag der typische Microstock-Honoraranteil bei 30-50% und wurde seitdem niedriger und niedriger, weil die Agenturen immer mehr der Einnahmen für sich behalten.

Wo geht das ganze Geld hin? Das meiste Geld wird für das Marketing ausgegeben, aber ich vermute, dass große Teile auch in die Bilanz wandern, um sich als Agentur attraktiver für Investoren zu machen. iStockphoto gab hinter vorhgealtener Hand auch zu, dass sie nicht genug Profit mit ihrem Unternehmen machen würden, als sie zuletzt ihre Honorarstruktur änderten.

Es scheint eine gute Idee zu sein, als Fotografen „mit unseren Füßen abzustimmen“ und nur dort unsere Bilder hochzuladen, wo die Agenturen sich mit niedrigen Kommissionen zufrieden geben, aber die (vielleicht traurige) Wahrheit ist: Die Agenturen, die erfolgreich sind, wie die Plattenfirmen im Beispiel, sind die, welche den Großteil der Einnahmen wieder in Promotion und Marketing stecken. 50% von wenigen oder keinen Verkäufen ist weit weniger wünschenswert als 17% von etlichen Verkäufen.

Warum ich meine Referal-Links zu Dreamstime entfernt habe

Vor paar Tagen hatte ich einen Skype-Chat mit Lee Torrens vom Blog microstockdiaries.com über einen neuen Kommissionsrechner, den er vorgestellt hat.

Dabei kam raus, dass die Microstock-Agentur Dreamstime einen sehr gewagten Schritt gegangen ist. Seit kurzer Zeit werden die Honorare für Affiliate-Links, die zu Dreamstime führen nicht aus dem Marketing-Budget von Dreamstime bezahlt, sondern gehen ausschließlich zu Lasten der Fotografen.

Doch kurz einen Schritt zurück:

Was sind überhaupt Affiliate-Links?

Affiliate-Links sind Empfehlungslinks, bei denen derjenige, der den Link gesetzt hat, eine Provision bekommt, wenn derjenige, der den Link klickt, dort etwas kauft oder – je nach Affiliate-Programm – etwas ähnliches macht.

Bei Dreamstime war das so: Wenn sich ein neuer Fotograf oder ein neuer Bildkäufer über einen Affiliate-Link bei Dreamstime registriert hat, bekam der Verlinkende von den neuen Fotografenumsätzen oder den Bildverkäufen einige Prozente ab. Das ist immer noch so.

Was aber seit kurzem anders ist: Während Dreamstime diese Prozente bisher – wie alle anderen Bildagenturen auch – aus eigener Tasche bezahlt hat, werden diese jetzt den Fotografen abgezogen, denn seit einigen Tagen steht auf dieser Dreamstime-Seite:

„For each transaction, the photographer receives a 25-50 percent Revenue Share, which is calculated based on the net sales amount for the transaction, after referral fees have been paid“ [Hervorhebung von mir]

Das heißt: Wer sich als Fotograf über einen Affiliate-Link bei Dreamstime registriert, bekommt die ersten drei Jahre weniger Geld, weil die Prozente für den „Empfehlenden“ vom neuen Fotografen abgezogen werden. Anders formuliert: Wer sich als neuer Fotograf über einen solchen Link registriert, verdient weniger Geld als wenn er sich direkt bei Dreamstime anmelden würde.

Wenn sich ein Bildkäufer über einen Affiliate-Link bei Dreamstime registriert und ein Bild kauft, werden die Prozente für diesen Bildkauf bei dem Fotografen abgezogen, der das Bild anbietet.

Während vorher Affiliate-Links zu Dreamstime eine coole Sache waren, weil alle Seiten etwas davon hatten, hat sich das jetzt geändert.

Deswegen hat sich Lee Torrens entschieden, alle seine Affiliate-Links zu Dreamstime zu entfernen.

Ich habe mich ebenfalls dazu entschieden und habe gestern die wenigen Affiliate-Links zu Dreamstime von meinem Blog entfernt, weil ich nicht möchte, dass die Leser, die auf meine Links klicken, in irgendeiner Form benachteiligt werden.

Ich empfehle auch, ebenfalls die Affiliate-Links auf euren Blogs und Webseiten zu entfernen. Auch wer das Facebook-Promotion-Tool von Dreamstime benutzt, sollte sich bewußt sein, dass er weniger für Verkäufe auf diesem Weg bekommt als wenn er Verkäufer zu anderen Bildagenturen weist mit fairen Affiliate-Links.

 Was meint ihr? Welche Bildagentur hat das beste Affiliate-Programm?

Update 14.07.2012: Nur eine kurze Klarstellung: Bisher hatte Dreamstime den Affiliate-Anteil aus eigener Tasche bezahlt, jetzt wird dieser Anteil zwischen Dreamstime und den Fotografen geteilt, nicht komplett auf den Fotografen abgewälzt. Das heißt, die Änderung ist trotzdem zu Ungunsten der Fotografen, weshalb ich bei der Entfernung der Links bleibe.

Update 17.07.2012: Der Dreamstime-Gründer und CEO Serban Enache hat in den Kommentaren zu Lees Artikel kritisiert, dass die Informationen nicht ganz korrekt seien, aber zugegeben, dass die neue Formulierung auf der Webseite nicht ganz „klar“ seien. Bisher fand jedoch keine Umformulierung auf deren Webseite statt.

Update 18.07.2012: Dreamstime hat jetzt offiziell bekannt gegeben, dass die Änderung rückgängig gemacht wird und alle Affiliate-Kosten wieder komplett von Dreamstime getragen werden.

Die Microstock-Industrie im Jahr 2011 – Teil 3: Die Agentur-Seite

Vor einigen Wochen veröffentlichte mein geschätzter Microstock-Kollege Kzenon in seinem empfehlenswerten Blog eine Artikel-Serie über die Lage der Microstock-Industrie auf englisch. Mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentliche ich in meinem Blog seine Serie von mir ins Deutsche übersetzt. Letztes Mal gab es den zweiten Teil, davor den ersten und heute folgt der dritte Teil:

Im zweiten Teil der Serie schauten wir uns an, welchen Herausforderungen die Fotografen in der Microstock-Industrie heute gegenüberstehen. Lasst uns nun im dritten Teil über die Agenturen reden.

Was zuerst auffällt, wenn man sich die Agenturen betrachtet: Es gibt viele davon. Nicht so viele wie Fotografen natürlich, aber nichtsdestotrotz brauchen sie einen USP (Unique Selling Point; Alleinstellungsmerkmal). Der war zwar schon immer nötig, aber in einem schnell wachsenden Markt konnte das Fehlen einer guten Strategie oder eines Unterscheidungsmerkmals gut verborgen werden. Trotzdem scheiterten viele Bildagenturen und der Druck, herauszuragen wird noch schlimmer werden.


Eine Antwort auf diese Herausforderung war und ist es vielleicht immer noch, die Agentur mit dem niedrigsten Preis zu sein. Aber langfristig kann man nicht nur über den Preis konkurrieren (und tatsächlich verlangsamt sich der Lauf nach dem niedrigsten Preis), weil kein Geschäft überleben kann, wenn der Preis seiner Produkte gegen Null tendiert. Außerdem werden die Fotografen professioneller und bauen sich eigene Alleinstellungsmerkmale auf, weshalb Microstock auf der (zugegebenermaßen kleinen) guten Seite weniger eine Massenware sein wird als es früher war. Es wird einen Kampf um gute Talente geben und dieser kann nicht ohne eine faire Bezahlung gewonnen werden.

Deshalb müssen andere Wege als Preissenkungen und das Zurückfahren von Fotografenanteilen gefunden werden. Wie immer sind diese Wege grob gesagt Inhalts- und Kundenmanagement.

  1. Ein offensichtliches Beispiel ist der Weg der exklusiven Inhalte. Das wird für eine Weile funktionieren. Die Gefahr ist nur bei einer immer steigenden Anzahl Bilder, dass es immer möglich ist, gute Fotos auch woanders zu finden. Das Konzept mag trotzdem funktionieren (wenn auch nicht so gut wie vorher), weil es mit nur einer exklusiven Quelle, um ein Bild runterzuladen, für Kunden einfacher zu kontrollieren ist, wie oft ein Bild schon heruntergeladen und eventuell genutzt wurde – vielleicht auch von der Konkurrenz. Eine Bildagentur, die es schafft, viele exklusive Inhalte zu einem guten Preis zu verkaufen, kann vielleicht auch talentierte Fotografen anlocken, die nach einem Weg suchen, sich von der Last der Bilderverwaltung zu befreien und sich stärker auf das Fotografieren und Bildbearbeiten konzentrieren wollen. Deshalb erwarte noch härtere Versuche von Agenturen, ihren Fotografenstamm zu zementieren.
  2. Agenturen werden weiter nach mehr Inhalten und anderen Arten von Inhalten suchen. Nichtsdestotrotz wird eine Zeit kommen, in der die schiere Masse an Inhalten ihren Reiz verliert. Mit 15 oder 20 Millionen Bildern auf Lager sehen weitere 500.000 Bilder für die großen Agenturen nicht so erstrebenswert aus wie es noch vor drei Jahren der Fall war. Deshalb wird es in Zukunft eine stärkere Segmentierung bei der Art der Inhalte geben. Einige Agenturen führen die Herde an mit einem vollen Set an Medieninhalten wie redaktionellen und kommerziellen Fotos, Illustrationen, Musik, Videos, Programmcode-Schnipseln und so weiter. Diesen Agenturen wird gefolgt werden. Jede Agentur, die es aus dem Stand schafft, solch ein volles Set an Medientypen anzubieten, zeigt immer auch, dass sie in der Lage ist, ein komplexes IT-System am Laufen zu halten, was dafür notwendig ist. Das nenne ich Vertrauen aufbauen.
  3. Ein anderer vielversprechender Weg, vielleicht der Königsweg, ist es, seine Bilder den Kunden zugänglicher zu machen. Das bedeutet, die beste Unterteilung zu haben, die besten Ranking-Algorithmen, die beste Muster- und Farberkennung und die bestmögliche Kontrolle über Bildbeschreibungen und die Suchbegriffe. Agenturen gehen schon diesen Weg. Die besten Bildagenturen haben schon jetzt Ranking-Algorithmen, die sensibel auf Suchbegriffe reagieren – was ein großer Schritt nach vorne ist – und erlauben eine große Auswahl an Möglichkeiten, die Suchergebnisse zu filtern und zu sortieren. Trotzdem haben nur sehr wenige Agenturen eine richtige gute Begriffsklärung bei mehrdeutigen Suchwörtern oder ein halbwegs zuverlässiges Übersetzungssystem. Weiterhin gibt es noch bessere Wege, um zwischen Haupt-Suchbegriffen und weniger wichtigen Suchwörtern zu unterscheiden. Zu diesem wichtigen Thema kann noch viel geschrieben werden und es ist sicher eine nähere Betrachtung in einem späteren Blog-Artikel wert.
  4. Wo wir bei Segmentierung und Differenzierung sind: Einige Agenturen beginnen zu verstehen, dass es tatsächlich verschiedene Werte für verschiedene Inhalte gibt. Einige Premium-Fotos sollten einfach nicht zu traditionellen Microstock-Preisen verkauft werden, obwohl sie perfekt als lizenzfreie Bilder verkauft werden können. Deshalb werden Premium-Kollektionen in Zukunft zunehmen.
  5. Aktive Inhalte-Entwicklung als Gegensatz zur Methode „Einfach warten und gucken, was uns die Fotografen anbieten“, wird eine größere Rolle spielen. Lokale Bilder müssen angelockt werden und da sollte man nicht nur „China, Korea und Brasilien“ denken, sondern zum Beispiel auch „Oktoberfest“. Ich bin davon überzeugt, dass mittelfristig „Inhalte-Entwicklung“ auch „Inhalte-Überwachung“ bedeutet, oder weniger euphemistisch formuliert: Die peinlichen Bilder der Anfangszeit müssen endlich aussortiert werden. Und davon gibt es eine ganze Menge.
  6. Agenturen müssen zukünftig weiter versuchen, neue Märkte zu erschließen. Es gibt unglaublich viele Märkte da draußen, die kaum angefasst wurden und nur darauf warten, beackert zu werden.
  7. Bildagenturen scheinen die Idee nicht zu mögen, ihre Bildlieferanten als Geschäftspartner zu sehen. Langfristig lässt sich das jedoch nicht vermeiden, sie als solche zu behandeln, wenn die Agenturen gute Talente halten wollen. Dafür müssen sie den Fotografen auch viel bessere Mitgliedsbereiche geben. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre ein zweigeteilter Mitgliedsbereich, einer für das Editieren von Inhalten, einer für die finanziellen Belange. So wäre es möglich, dass ein Fotograf seine Bildbearbeitung oder Verschlagwortung auslagert und trotzdem die Kontrolle über seine Finanzen behält. Es ist eine Schande, dass das heutzutage bei den meisten Agenturen nicht möglich ist. Dazu kommt, dass die Werkzeuge, welche die Bildagenturen den Fotografen bieten, um ihre Verkäufe zu analysieren, gelinde gesagt ein Witz sind.
  8. Es gibt noch viele andere Dinge zu tun oder zu berücksichtigen. Ach, am Ende des Tages müssen auch Agenturen ihre Marketing-Gelder sinnvoll einsetzen. Das mag nach einer Banalität klingen, aber es ist trotzdem wahr: Sei cool und erzähle den anderen davon auf eine Art und Weise, die glaubhaft ist.

Rezension: Die neuen Marketing- und PR-Regeln im Web 2.0 von David Scott Meerman

Klappern gehört zum Handwerk. Auch für Fotografen gilt, dass nicht unbedingt die technisch besten am besten von ihrem Beruf leben können, sondern die, welche sich am besten zu vermarkten wissen. Deswegen verwundert es nicht, dass ich auch ab und zu Marketing-Bücher lese und vorstelle.

Wer sich fragt, nach welchen Regeln ich meine Präsenz im Internet verfolge, findet diese gut formuliert im Buch „Die neuen Marketing- und PR-Regeln im Web 2.0„* mit dem Untertitel „Wie sie im Social Web News Releases, Blogs, Podcasting und virales Marketing nutzen, um ihre Kunden zu erreichen“ von David Meerman Scott. Nach dem Erfolg der ersten Auflage ist jetzt die 2. aktualisierte Auflage im mitp-Verlag für 24,95 Euro erhältlich.


Vor allem für Fotografen, welche sich ihr Geschäft neu aufbauen oder bisher im Internet nur passiv als Leser unterwegs waren, fasst das Buch als erstes zusammen, wie sich die klassische Marketing-Methoden tatsächlich von denen im Internet unterscheiden. Einige der wichtigsten Unterschiede sind zum Beispiel, dass die Zielgruppenansprache im Web viel genauer geschehen kann und auch muss, dass die Adressaten viel besser aktiv eingebunden werden können und dass eine Fixierung auf Mainstream-Medien nicht mehr nötig, ja, manchmal sogar kontraproduktiv sein kann, wenn dadurch Ressourcen an anderer Stelle fehlen.

Konkret für Fotografen könnte das bedeuten, dass beispielsweise ein Hochzeitsfotograf oft mehr davon hat, sich aktiv in Hochzeitsforen zu beteiligen und seine Webseite für regionale Suchmachinen zu optimieren als von einem Interview mit ihm ein einer bundesweiten Tageszeitung.

Der Autor erklärt, wie man im Netz für Kunden schreibt, welche Marketing-Möglichkeiten Foren, Blogs, Wikis, Podcasts, Pressemitteilungen und Suchmaschinen bieten und reichert das mit vielen Beispielen an. Er sagt auch, dass nicht für jeden jede Möglichkeiten gleich passend ist. Beispielsweise habe ich keinen Podcast und höre auch fast keine, weil Fotografie für mich ein visuelles Medium ist, was sich schwer in eine reine Audioform gießen lässt.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Da ich eine journalistische Vorgeschichte habe, hatte ich die Vorgehensweisen, die im Buch gut beschrieben werden, schon vorher verinnerlicht. Die meisten Inhalte des Buchs waren nicht neu für mich, trotzdem würde ich ihnen zustimmen. Da ich mit meinem Blog auch von Interesse für Marketing-Verantwortliche bin und nebenbei für eine Musikseite schreibe, an die viele Musik-Promoter ihre Wünsche richten, weiß ich, dass heute noch viele Leute, die etwas bewerben wollen, im Internet die gleichen Fehler machen. Im Buch steht, wie genau diese Fehler vermieden werden können.

Wer sich schon etwas intensiver mit Internet-Marketing beschäftigt hat oder sich gut mit Social-Media-Dynamik auskennt, wird im Buch kaum Neues finden. Es richtet sich vor allem an Einsteiger. Wer aber bisher keine Strategie hat, wie er als Fotograf seine Kunden im Internet finden und umwerben kann, dem wird dieses Buch gut weiterhelfen. Da Stockfotografen nur begrenzt Kontakt mit den Käufern ihrer Bilder haben, ist für diese das Buch nicht ganz so hilfreich, wie es für Fotografen ist, die wirklich selbst Kundenaquise betreiben.

Disclaimer: Mein Buch „Stockfotografie„* erschien ebenfalls im mitp-Verlag.

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