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Frag den Fotograf: Maximaler ISO-Wert für Stockfotos?

Kürzlich habe ich wie­der eine Frage bekom­men, die viel­leicht auch eini­ge ande­re Leserinnen und Leser inter­es­sie­ren könn­te.

Stefan schrieb mir:

Hallo Robert,

lese wei­ter­hin sehr inter­es­siert dei­nen Blog.
Habe Dich damals bei der Übersetzung dei­nes Fotolia-Ranking-Rechners ins Spanische unter­stützt.

Stelle mir schon län­ger die Frage, bis zu wel­chem maxi­ma­len ISO-Wert die Agenturen unse­re Bilder noch anneh­men?
Manchmal hat man in grö­ße­ren Räumen nicht genü­gend Licht und der Hintergrund wird zu fins­ter bei ISO 100–200. Bei sehr offe­ner Blende bekommt man evtl. die Schärfe nicht exakt genug auf die Augen der Models. Arbeite meis­tens mit 2 Systemblitzen und Durchlichtschirm.

Der Wert ist natür­li­ch abhän­gig von der Kamera. Da aber laut einer Deiner letz­ten Veröffentlichungen sehr vie­le mit der 5D arbei­ten wäre die­se Info even­tu­ell auch für einen grö­ße­ren Kreis inter­es­sant. Ich sel­ber habe seit kur­zem eine 6D, also auch Vollformat. (Vorher habe ich 4 Jahre Bilder von einer 600D hoch­ge­la­den. ISO 400 hat­ten aber vie­le Agenturen schon nicht mehr ange­nom­men. Natürlich auch mehr Rauschen bei APSC).

Würde mich über eine Antwort sehr freu­en. Falls inter­es­sant, kann­s­te die Frage auch ger­ne in „Frag den Fotograf“ auf­neh­men.

Schöne Grüße! Stefan“

Wie Stefan schon rich­tig erkannt hat, gibt es kei­ne pau­scha­le Aussage, weil die Bildqualität auch bei einem iden­ti­schen ISO-Wert stark von der Sensorgröße beein­flusst wird. Kameras mit einem klei­ne­ren Sensor fan­gen bei höhe­ren ISO-Werten schnel­ler an zu rau­schen als Kameras mit einem gro­ßen Bildsensor.

ISO-Werte eines Shootings on Location
ISO-Werte eines Shootings on Location

Erschwerend kommt hin­zu, dass der ISO-Wert frü­her bei den ana­lo­gen Filmen genormt war, aber jetzt, wo der „ISO-Wert“ die „digi­ta­le Lichtempfindlichkeit“ benen­nen soll, die Hersteller sich nicht mehr der Norm ver­pflich­tet füh­len. Das heißt: Verschiedene Digitalkameras wür­den bei der Aufnahme des iden­ti­schen Motivs mit dem glei­chen ISO-Wert unter­schied­li­ch hel­le Bilddateien erzeu­gen. Leider fin­de ich die Quelle nicht mehr, der Test, den ich gese­hen habe, ist schon eini­ge Jahre alt.

In der Praxis arbei­te ich mit der Vollformatkamera Canon EOS 5D Mark III*, mei­ne Aussagen bezie­hen sich also auf einen Vollformat-CMOS-Sensor.

Im Studio, wo ich vol­le Kontrolle über die Lichtverhältnisse habe, bleibt die Kamera stur auf ISO 100 gestellt, nur in Ausnahmefällen neh­me ich ISO 50, wenn ich zum Beispiel für bestimm­te Nahaufnahmen eine gerin­ge­re Schärfentiefe errei­chen möch­te, ohne die Helligkeit des Blitzlichts regu­lie­ren zu müs­sen.

On loca­ti­on fan­ge ich meist auch mit ISO 100 an, mer­ke aber oft, dass ich damit nicht fle­xi­bel genug bin, um an den Variablen Belichtungszeit und Blende dre­hen zu kön­nen, wes­halb ich schnell zu ISO 200 wechs­le. Dort blei­be ich auch lan­ge, nur in Ausnahmefällen schal­te ich auf ISO 400. Ich hat­te auch schon Shootings, bei denen Bilder mit ISO 640 akzep­tiert wur­den, aber spä­tes­tens bei ISO 800 nimmt die Bildqualität doch soweit ab, dass ich die Bilder nicht mehr ohne Rauschreduzierung raus­schi­cken wür­de.

Ich arbei­te unter­wegs in der Regel mit Kompaktblitzen, wie ich hier oder hier genau­er gezeigt habe, da kom­me ich bei ISO 200 übli­cher­wei­se auf eine Belichtungszeit zwi­schen 1/100 und 1/160 Sekunde bei einer Blende von f2 bis f4. Das ist ganz schön knapp kal­ku­liert, aber es bringt mir ja nichts, wenn ich den Blendenwert ver­grö­ße­re oder die Belichtungszeit ver­kür­ze, um schär­fe­re Fotos zu erhal­ten, das aber wie­der von einem höhe­ren ISO-Wert, der rau­schi­ger ist und damit eben­falls Unschärfe ins Bild bringt, zunich­te gemacht wird.

Die Hauptfrage kann ich jedoch lei­der nicht beant­wor­ten. Klar neh­men Agenturen auch mal Bilder mit ISO 800 an, aber das kommt natür­li­ch auch auf das Motiv an, auf die Qualität der Bearbeitung, wie sorg­fäl­tig „ent­rauscht“ wur­de und eini­ge ande­re Faktoren.

Was war euer höchs­ter ISO-Wert, mit dem ein Bild bei einer Bildagentur ange­nom­men wur­de?

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Tutorial: Kreatives Blitzen draußen mit dem Porty

Drüben bei der Model-Kartei hat der Hobbyfotograf Bent Jessen ein klei­nes Tutorial ver­öf­fent­licht, wel­ches den Umgang einer trag­ba­ren Blitzanlage drau­ßen (oder auch drin­nen) erklärt. Das ist für den Einstieg ganz hilf­reich, wes­halb ich Bent gefragt habe, ob ich das mit mei­nen Lesern tei­len darf. Am Ende des Artikels gibt es das Tutorial auch als PDF-Download. Ab jetzt schreibt Bent:

Ein por­ta­bler Blitz (auch „Porty“ genannt) ist schon eine fei­ne Sache. Wir wol­len schließ­li­ch nicht nur bei opti­ma­lem Wetter foto­gra­fie­ren. Aber wie setzt man den Porty eigent­li­ch ein? Dazu habe ich die­se klei­ne Anleitung geschrie­ben.

Was man braucht:

Eine Kamera (egal ob digi­tal oder ana­log), in mei­nem Fall eine Nikon D90*, einen exter­nen Belichtungsmesser (am bes­ten digi­tal) mit Blitz-Messfunktion, z. B. einen Gossen Digipro F* und natür­li­ch den Porty, z. B. den Elinchrom anger Quadra*. Grundsätzlich funk­tio­niert die­se Anleitung aber auch mit ande­ren Blitzen, zum Beispiel ent­fes­sel­ten Speedlites.

Los geht’s:

Der ers­te Gedanke, den man sich machen muss, ist, die Verschlusszeit zu bestim­men. Dabei muss man zwei Dinge berück­sich­ti­gen.

Zuerst muss man wis­sen, wel­che Zeit die maxi­ma­le Blitz-Synchronisationszeit der Kamera ist. Diese ist von Modell zu Modell ver­schie­den. Ein Blick in die Bedienungsanleitung gibt hier Auskunft. Meine Kamera kann Blitze bis maxi­mal 1/200 Sekunde syn­chro­ni­sie­ren. Das bedeu­tet – ver­ein­facht – fol­gen­des: Bis zu die­sem Zeitwert ist der Verschluss der Kamera voll­stän­dig geöff­net, wenn mit einem Blitz foto­gra­fiert wird. Wählt man eine schnel­le­re Zeit (z. B. 1/250 Sekunde) ist die Kamera bereits im Begriff, den Verschluss zu schlie­ßen, wäh­rend der Blitz noch das Bild belich­tet. Das Ergebnis wäre, dass im Bild schwar­ze Balken auf­tau­chen und Teile des Bildes ver­de­cken. Und das wol­len wir nicht…

Ein Zitat aus Wikipedia:
„Als Blitzsynchronzeit oder Synchronzeit (auch X-Sync) bezeich­net man in der Fotografie die kür­zes­te wähl­ba­re Belichtungszeit (Verschlusszeit), bei der der Verschluss eines Fotoapparats kurz­zei­tig voll­stän­dig geöff­net ist und das Licht eines Blitzgerätes (Fotoblitz) somit das gesam­te Filmbild bzw. den Bildsensor voll­stän­dig beleuch­ten kann. Die Blitzauslösung ist mit dem Verschluss der­art syn­chro­ni­siert, dass jener voll­stän­dig geöff­net ist, bevor der Blitz beginnt.“

Die zwei­te Sache, die man bei der Wahl der Verschlusszeit berück­sich­ti­gen muss, ist die Zeit, in der man die Kamera noch in der Hand hal­ten kann, ohne zu ver­wa­ckeln. Eine alte Formel besagt, dass die­se Zeit unge­fähr dem Kehrwert der Brennweite ent­spricht. Damals gab es noch kein „Anti- Shake“ und so. Demnach soll­te man bei einer Brennweite von 50 mm einen Wert wäh­len, der unge­fähr die­sem Wert ent­spricht. Man neh­me 1/60 Sekunde.

Wichtig ist auch, dass die ISO- Zahl gewählt wird. Als Beispiel ISO 200.

Messung des Hintergrundlichts

Die ers­te Messung:

Für die ers­te Messung müs­sen die gewähl­ten Werte im Belichtungsmesser ein­ge­stellt wer­den. Dies geschieht in der „Dauerlicht“-Messfunktion. Nachdem die Taste gedrückt wur­de, erhält man einen Messwert, der angibt, mit wel­chen Werten bei dem vor­han­de­nen Licht ein kor­rekt belich­te­tes Foto ent­steht. Bei den Aufnahmen ist die­ser Messwert unse­re „Hintergrund- Helligkeit“. Die Messung soll­te in unmit­tel­ba­rer Nähe eines Fensters (sofern Indoor) vor­ge­nom­men wer­den, da dies die Lichtquelle dar­stellt. Als Beispiel haben wir einen Wert von 8,0 für die Blende erhal­ten und mer­ken uns die­sen Wert.

Und nun?

Nun schal­tet man den Belichtungsmesser in die „Blitz- Messfunktion“ und stellt die Werte ein, die man sich am Anfang über­legt hat (t= 1/60 Sekunde, ISO 200). Drückt man nun den Schalter am Belichtungsmesser, „war­tet“ die­ser auf einen Blitz, sofern der Blitz nicht mit Kabel direkt aus­ge­löst wird. Nun erhält man den zwei­ten Wert, z. B 11,5 (der Wert hängt natür­li­ch von der ein­ge­stell­ten Blitz-Leistung ab). Aus die­sem Wert ergibt sich, ob die Leistung des Blitzes hoch oder her­un­ter gere­gelt wer­den muss, um auf den zuvor gemes­se­nen Wert „ohne Blitz“ zu kom­men.

Wichtig: Nach jedem Griff zum Leistungsregler muss ent­we­der ein­mal der Blitz manu­ell aus­ge­löst wer­den um die Kondensatoren zu ent­la­den oder – sofern der Porty eine Automatik hat – es muss das Bereitschaftssignal der Blitzanlage abge­war­tet wer­den.

Wird nun foto­gra­fiert, erhält man ein Foto mit aus­ba­lan­cier­tem Vorder- und Hintergrundlicht.

Das Foto ist korrekt belichtet, wirkt aber leicht langweilig.
Das Foto ist kor­rekt belich­tet, wirkt aber leicht lang­wei­lig.

Kreatives Blitzen – Variante 1: Ausblenden durch Überbelichtung

Möchte man z. B. bei einem Indoor- Shooting (hier­für ist dies Variante beson­ders geeig­net) etwas mehr Schwung in die Fotos brin­gen, kann man „glei­ßen­des Sonnenlicht“ simu­lie­ren, indem der Hintergrund über­be­lich­tet wird.

Hierzu muss die Verschlusszeit manu­ell ver­län­gert wer­den. Dabei ent­spricht eine Verdoppelung der Zeit (also von 1/60 auf 1/30 Sekunde) einer Blendenstufe. Bei ein­ge­schal­te­tem „Anti- Shake“ kann man das auch noch hal­ten, ohne zu ver­wa­ckeln.

Der Effekt im Foto zeigt sich dadurch, dass der Hintergrund über­strahlt dar­ge­stellt wird.

Hintergrund 1 Blende überbelichtet (t= 1/30 Sek.)
Hintergrund eine Blende über­be­lich­tet (t= 1/30 Sek.)

Kreatives Blitzen – Variante 2: Abdunkeln des Hintergrundes

Diese Variante eig­net sich beson­ders bei Outdoor- Shootings, wo man einen „dra­ma­ti­schen“ Effekt zau­bern möch­te. Dazu wird das Hintergundlicht redu­ziert und der Blitz dient zur Aufhellung des Hauptmotivs.

Hierzu muss die Verschlusszeit manu­ell ver­kürzt wer­den. Dabei ent­spricht eine Verkürzung der Zeit von 1/60 auf 1/125 Sekunde einer Blendenstufe. Um das Hintergrundlicht noch wei­ter zu redu­zie­ren, kann man die Zeit noch wei­ter ver­kür­zen, jedoch nur bis zur maxi­ma­len Blitz- Synchronisationszeit (mer­ken!).

Das Foto auf die­ser Seite wur­de mit den Werten t= 1/125 Sekunde & Blende 8 auf­ge­nom­men. Achten sie beson­ders auf die Helligkeit des Laubwerks im Hintergrund im Vergleich zu Bild 2 und Bild 3.

Hintergrund 1 Blende unterbelichtet (t= 1/125 Sek.)
Hintergrund eine Blende unter­be­lich­tet (t= 1/125 Sek.)

Man kann zum Ausprobieren auch ande­re Werte als Basis neh­men. Wenn man statt 1/60 Sek. nun 1/30 Sek. als Ausgangswert nimmt („Anti- Shake“ sei dank ist das durch­aus mach­bar) hat man bei einer max. Synchronisationszeit von 1/200 Sek. die Möglichkeit, das Hintergrundlicht um gan­ze 3 Blendenstufen abzu­dun­keln.

Beispiel mit max. Blitz- Synchronisationszeit (Ausgangswert 1/60 Sek., eingestellt 1/200 Sek.)
Beispiel mit max. Blitz- Synchronisationszeit (Ausgangswert 1/60 Sek., ein­ge­stellt 1/200 Sek.)

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Noch ein Hinweis:

Die Fotos in die­sem Tutorial sind direkt aus der Kamera und nur gerich­tet und beschnit­ten. Ich hät­te ger­ne ein „rich­ti­ges“ Modell gehabt, aber die Suche war in der kur­zen Zeit lei­der erfolg­los, des­halb mus­s­te ich impro­vi­sie­ren.

Das Tutorial als PDF könnt ihr hier kos­ten­los run­tern­la­den.

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Probleme mit Sonderzeichen in IPTC-Feldern beim Bildagentur-Import

Mit jeder neu­en Version von Adobe Photoshop gibt es nicht nur neue Funktionen, son­dern auch neue Bugs und neu­en Ärger. Manchmal ent­steht der Ärger nicht mal durch die Bugs, son­dern die kor­rekt arbei­ten­den Funktionen.

Was ist das Problem?

Mit Photoshop CS5 hat Adobe die Behandlung von IPTC-Daten geän­dert. Das betrifft auch Adobe Bridge CS5 und viel­leicht Adobe Lightroom 3)

Diese IPTC-Informationen (IPTC CORE, IPTC-IIM, Legacy) wer­den bei CS5 jetzt im UTF-8 Zeichensatz statt als 8Bit-ISO–Zeichensatz gespei­chert. Im Grunde kein Problem. Schwierig wird es nur, wenn Sonderzeichen wie im Deutschen vor allem Umlaute wie ä,ö, ü oder das ß hin­zu­kom­men. Das Problem ist, dass Sonderzeichen in jedem Zeichensatz an einer ande­ren Stelle abge­spei­chert wer­den.

Wenn ein Programm oder eine Datenbank die Titel, Bildbeschreibungen oder Suchbegriffe aus den IPTC-Feldern aus­liest, aber den benutz­ten Zeichensatz nicht abfragt, erkennt oder nut­zen kann, führt das zu krpy­ti­schen Zeichen. In der Praxis sieht das dann zum Beispiel so aus:

Häßlich, nicht wahr? Außerdem führt das dazu, dass Bildkäufer die eige­nen Fotos nicht fin­den, weil die­se nie die kryp­ti­schen Zeichen ein­ge­ben wer­den.

Wer hat Schuld?

Wer hat Schuld am Problem? Adobe, weil es frü­her funk­tio­niert hat­te? Oder die Bildagenturen, weil sie die Daten nicht rich­tig impor­tie­ren?

Technisch gese­hen hat Adobe kei­ne Schuld. Laut IPTC-Standard dürf­ten für den alten Legacy IPTC-IIM-Standard nur ASCII-Zeichen ver­wen­det wer­den, da sind nun mal kei­ne Sonderzeichen dabei. Laut dem neu­en XMP-Standard, in dem Adobe die Metadaten spei­chert, dür­fen Sonderzeichen aus­drück­li­ch benutzt wer­den und bei den meis­ten Bildagenturen klappt der Import auch.

Probleme machen vor allem eini­ge deut­sche Bildagenturen. Bei mir tritt das Problem bei die­sen Agenturen auf:

  • Bildmaschine
  • Bildunion
  • ImagePoint
  • Digitalstock

Das bedeu­tet oft, dass deren Agentursoftware nicht die neu­en XMP-Metadaten aus­liest, son­dern die eben­falls immer auto­ma­ti­sch mit­ge­lie­fer­ten alten IPTC-Core-Metadaten.

Ich habe bei jeder Agentur nach­ge­fragt und fol­gen­de Antworten bekom­men:

  • Bildmaschine kennt das Problem und ver­sucht, mit der Einführung des neu­en Fotografen-Backends auch den Metadaten-Import zu aktua­li­sie­ren. Die Umstellung auf den neu­en Fotografen-Bereich ist aktu­ell für Mai 2011 geplant.
  • Bildunion ant­wor­te­te kurz: „Wir ken­nen das Problem und wer­den das schnellst­mög­li­ch kor­ri­gie­ren.“
  • Bei ImagePoint scheint zwar der Import die fal­schen Sonderzeichen anzu­zei­gen (sie­he Screenshot oben), aber beim Durchlaufen des inter­nen Prüfsystems wer­den die Daten neu berech­net und die Umlaute dana­ch wie­der kor­rekt ange­zeigt. Wir haben das mit eini­gen mei­ner Fotos getes­tet und es funk­tio­niert.
  • Digitalstock hat das Problem zur Kenntnis genom­men, ist aber mehr damit beschäf­tigt rei­hen­wei­se Bilder abzu­leh­nen als sich um das Problem zu küm­mern. Scherz bei­sei­te: Digitalstock ist infor­miert und will sich dar­um küm­mern. Viel Hoffnung habe ich jedoch nicht, dass es schnell gesche­hen wird.

Was ist die Lösung?

Naheliegend wäre, die Verschlagwortung ein­fach mit einem ande­ren Programm zu machen. Das ist aber kei­ne Lösung, weil Photoshop bei einer nach­träg­li­chen Bearbeitung einer Datei wie­der alle Metadaten im UTF8-Zeichenformat spei­chern wür­de. Im Idealfall wür­den alle betrof­fe­nen Bildagenturen den neu­en XMP-Standard benut­zen. Der kann übri­gens theo­re­ti­sch sogar die Model- und Property-Releases auto­ma­ti­sch zuord­nen. Den obi­gen Antworten nach soll­te das bald gesche­hen sein. Bis dahin hilft nur ein Umweg.

Was ist die Notlösung?

Das klei­ne kos­ten­lo­se Freeware-Programm ExifTool erlaubt zahl­rei­che Eingriffe in IPTC-Daten. Zum Beispiel kann damit vor­ge­gau­kelt wer­den, ein Foto wäre mit einer Hasselblad gemacht wor­den, obwohl es nur eine Canon war und ähn­li­ches. In unse­rem Fall brau­chen wir aber das Feature, was uns erlaubt, Zeichensätze umzu­wan­deln, genau­er beschrie­ben in FAQ 10.

Bei mir sieht das kon­kret so aus: Ich habe mir das Programm exiftool.exe run­ter­ge­la­den. Da es ein Kommandozeilen–Programm ist, kann ich eine Batch-Datei anlegen.Wie das geht? Ihr erstellt eine .txt-Datei, die genauso wie das Hauptprogramm heißt (also exiftool.txt) und schreibt dar­in:

exif­tool –tags­from­file @ –iptc:all –coded­cha­rac­ter­set= %*
pau­se

Danach spei­chert ihr die Textdatei und benennt sie in „exiftool.bat“ um. Die bat-Datei und exe-Datei müs­sen im glei­chen Ordner lie­gen. Wenn ihr jetzt eure JPG-Dateien im glei­chen Ordner habt, müsst ihr sie nur auf die bat-Datei zie­hen und das Programm wan­delt den Zeichensatz zurück in das alte ISO-Format, mit dem alle Agenturen klar­kom­men. Wer etwas fit­ter mit Kommandozeilen ist, kann sich das Ganze auch anders oder beque­mer pro­gram­mie­ren. Den obi­gen „Pause“-Befahl habe ich nur ein­ge­fügt, damit ihr eine Bestätigung seht, dass alles kor­rekt kon­ver­tiert wur­de. Wer Ahnung hat, kann das weg­las­sen. Exiftool erstellt übri­gens eine Sicherheitskopie von jeder umge­wan­del­ten Datei, ihr braucht also kei­ne Angst zu haben, etwas unwi­der­ruf­li­ch fal­sch zu machen.

Wie sieht es bei euch aus? Welche Erfahrungen habt ihr mit Umlauten gemacht? Welche Agenturen berei­ten Probleme? Welche Lösungen habt ihr für euch gefun­den?

(Danke an ManfredG für sei­ne Hinweis in die­sem Thread)

11 hilfreiche Einstellungen für eine neue Kamera

Tadaaa, Deine neue Kamera ist da. Du packt sie aus, freust Dich und will­st die ers­ten Fotos machen. Mist, jetzt mus­st Du vor­her die Batterie auf­la­den. Dann aber kann es los­ge­hen.

Doch Stopp! Bevor Du die ers­ten Fotos mit Deiner neu­en digi­ta­len Spiegelreflexkamera machst, emp­feh­le ich elf Einstellungen, die Du vor­neh­men soll­test, damit Du bes­ser foto­gra­fie­ren kann­st. Einige Anmerkungen bezie­hen sich vor allem auf Canon–Kameras, da ich die­se seit Jahren nut­ze, aber es kann sein, dass es ver­gleich­ba­re Funktionen bei Nikon-DSLRs gibt.

Blick ins Objektiv

  1. Datum ein­stel­len
    Die Fotos wer­den dadurch nicht bes­ser, aber auf jeden Fall kann­st Du dann auch in zig Jahren anhand der EXIF-Daten noch erken­nen, wann Du ein Foto gemacht hast.
  2. ISO-Werte erwei­tern
    Bei den Canon-Kameras gibt es in dem „Custom Functions“-Menü eine Funktion namens „ISO Expansion“, die akti­viert wer­den soll­te. Damit wer­den nicht nur die hohen ISO-Werte zugäng­li­ch, son­dern auch der ISO-Wert 50 statt ansons­ten erst ISO 100. Bei knal­len­dem Sonnenschein kann das manch­mal den Ausschlag geben, wenn Du Blende nicht wei­ter geöff­net wer­den kann oder Du eine län­ge­re Belichtungszeit wünschst.
  3. Speicherkarte for­ma­tie­ren
    Auch dadurch wer­den die Fotos nicht bes­ser, aber wer Speicherkarten nutzt, die vor­her in ande­ren Kameramodellen waren, kann unter Umständen das Zählsystem der Kamera ver­wir­ren, was Ddazu führt, dass Du auf Deiner Festplatte ver­schie­de­ne Fotos mit dem glei­chen Dateinamen erhält­st. Ein hohes Datenverlustrisiko!
  4. Piep-Töne aus­schal­ten
    Die Kameras sind so vor­ein­ge­stellt, dass ein Piepton nach erfolg­ter Fokussierung zu hören ist. Einige Fotografen mögen das, weil sie dann wis­sen, dass die Kamera mit dem Fokussieren fer­tig ist. Ich hal­te das ers­tens für unnö­tig, weil ich beim Fokussieren sowie­so durch den Sucher oder auf den Display schaue und mir dort die been­de­te Fokussierung durch einen durch­ge­hend leuch­ten­den Punkt ange­zeigt wird. Zweitens ver­hin­dert das Piepen Schnappschüsse und ver­schreckt viel­leicht scheue Tiere. Zwei Gründe für mich, das Geräusch zu deak­ti­vie­ren.
  5. AdobeRGB ein­schal­ten / Update: RAW ein­schal­ten
    Für Macrostock-Bildagenturen und den Druck von Bildern ist der AdobeRGB–Farbraum statt des vor­ein­ge­stell­ten sRGB-Farbraums die ers­te Wahl, da die­ser mehr Farbinformationen auf­neh­men kann. Unter dem Strich wer­den die Farben dann bes­ser. Wer sei­ne Bilder vor allem im Internet zei­gen will, kann sie spä­ter per Photoshop-Aktion schnell wie­der in sRGB umwan­deln, behält aber in der RAW-Datei mehr Farbwerte. Ein Leser merk­te rich­ti­ger­wei­se an, dass der Farbraum einer RAW-Datei erst bei der Umwandlung zuge­wie­sen wird. Demnach bezieht sich der ein­ge­stell­te Farbraum vor allem auf die JPG-Dateien einer Kamera und wird damit irrele­van­ter. Wichtiger wird damit aber, an sei­ner Kamera die Aufnahme im RAW-Format ein­zu­stel­len. Ich akti­vie­re par­al­lel auch eine Aufnahme als klei­nes JPG, weil ich damit schnel­ler Bildauswahlen tref­fen kann.
  6. Neutralen Bilderstil ein­stel­len
    Heutzutage erlau­ben die Kameras schon die Grundfunktionen der Bildbearbeitung: Farbton, Schärfung, Farbsättigung. Diese soge­nann­ten Bilderstile sind nett, aber vor allem für Stockfotografen nicht so nütz­li­ch, da die genaue­re Bearbeitung lie­ber am Computer erfol­gen soll­te. Hilfreich sind sie eher für Fotografen, die auf Veranstaltungen direkt gedruck­te JPGs an Kunden ver­kau­fen, zum Beispiel in Zoos oder Vergnügungsparks. Ich stel­le den stan­dard­mä­ßig rela­tiv stark geschärf­ten Look auf Null, damit ich eine neu­tra­le RAW-Datei erhal­te, bei der ich zum Schluss selbst die Schärfe bestim­men kann.
  7. Auto-Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung ein
    Das Gegenteil nut­ze ich bei der Rauschreduzierung. Im schon erwähn­ten „Custom Functions“-Menü akti­vie­re ich die Rauschreduzierung, die bei Aufnahmen, die län­ger als eine Sekunde belich­ten, Hotpixel und Nebelbildung redu­zie­ren, damit ich eben das nicht am Computer machen muss. Der gro­ße Nachteil: Die Technik funk­tio­niert, indem die Kamera ein zwei­tes Bild mit der glei­chen Belichungszeit, aber geschlos­se­nem Kameraverschluss macht, um die dort auf­tre­ten­den Fehler im Originalbild zu behe­ben. Das führt logi­scher­wei­se dazu, dass eine 30 Sekunden-Belichtung erst nach einer Minute fer­tig ist. Nix für Ungeduldige.
  8. Netzgitter ein­blen­den
    Bei mei­ner Canon 5D Mark II kann ich wäh­len, ob ich bei Video-Aufnahmen dün­ne hori­zon­ta­le und ver­ti­ka­le Linien ein­ge­blen­det haben möch­te oder nicht. Die Funktion heißt „Netzgitter“. Ich wäh­le immer der ers­te Netzgetter mit je 2 waa­ge­rech­ten und senk­rech­ten Linien. Das ist sehr hilf­reich, um den Horizont gera­de aus­zu­rich­ten oder die Komposition zu ver­fei­nern.
  9. Focusing Screen aus­wech­seln
    Wer die­se prak­ti­sche Funktion auch für Foto-Aufnahmen haben möch­te, kann sich eine ande­re „Sucherscheibe“, im Original „Focusing Screen“ genannt, ein­bau­en. Seit eini­gen Jahren habe ich bei mir den Focusing Screen EG-D* drin und will ihn nicht mehr mis­sen. Die Anordnung der Linien ist mit dem Netzgitter der Video-Aufnahmen iden­ti­sch, aber die Linien selbst sind so dünn, dass sie nie stö­ren, aber immer sicht­bar, wenn ich sie brau­che.
  10. Copyright set­zen mit EOS Utility
    Wer sei­ne Fotos öffent­li­ch zei­gen will, risikiert schnell, dass die Bilder uner­laubt im Internet auf­tau­chen. Da ist es prak­ti­sch, wenn in den Metadaten jeden Fotos auto­ma­ti­sch ein Copyright-Vermerk hin­zu­ge­fügt wird. Das kann bei vie­len Canon-Kameras mit dem mit­ge­lie­fer­ten Programm EOS Utility ein­ge­stellt wer­den. Das ist zwar kei­ne allein aus­rei­chen­de Methode, um sei­ne Bilder zu schüt­zen, aber bes­ser als gar nichts.
  11. Firmware über­prü­fen
    Je nach­dem, wie lan­ge Dein Kameramodell auf dem Markt ist, kann es sein, dass es neue Firmware für den kame­rain­ter­nen Chip gibt. Meistens ver­bes­sern sie die Kamerafunktionen oder behe­ben Fehler. Bei dem letz­ten Firmware-Update für die 5D Mark II wur­de bei­spiels­wei­se die Funktion ergänzt, Videos im manu­el­len Modus zu dre­hen.

Jetzt bist Du dran: Wie stell­st Du Deine Kamera ein und war­um?

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