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Frag den Fotograf: Maximaler ISO-Wert für Stockfotos?

Kürzlich habe ich wieder eine Frage bekommen, die vielleicht auch einige andere Leserinnen und Leser interessieren könnte.

Stefan schrieb mir:

„Hallo Robert,

lese weiterhin sehr interessiert deinen Blog.
Habe Dich damals bei der Übersetzung deines Fotolia-Ranking-Rechners ins Spanische unterstützt.

Stelle mir schon länger die Frage, bis zu welchem maximalen ISO-Wert die Agenturen unsere Bilder noch annehmen?
Manchmal hat man in größeren Räumen nicht genügend Licht und der Hintergrund wird zu finster bei ISO 100-200. Bei sehr offener Blende bekommt man evtl. die Schärfe nicht exakt genug auf die Augen der Models. Arbeite meistens mit 2 Systemblitzen und Durchlichtschirm.

Der Wert ist natürlich abhängig von der Kamera. Da aber laut einer Deiner letzten Veröffentlichungen sehr viele mit der 5D arbeiten wäre diese Info eventuell auch für einen größeren Kreis interessant. Ich selber habe seit kurzem eine 6D, also auch Vollformat. (Vorher habe ich 4 Jahre Bilder von einer 600D hochgeladen. ISO 400 hatten aber viele Agenturen schon nicht mehr angenommen. Natürlich auch mehr Rauschen bei APSC).

Würde mich über eine Antwort sehr freuen. Falls interessant, kannste die Frage auch gerne in „Frag den Fotograf“ aufnehmen.

Schöne Grüße! Stefan“

Wie Stefan schon richtig erkannt hat, gibt es keine pauschale Aussage, weil die Bildqualität auch bei einem identischen ISO-Wert stark von der Sensorgröße beeinflusst wird. Kameras mit einem kleineren Sensor fangen bei höheren ISO-Werten schneller an zu rauschen als Kameras mit einem großen Bildsensor.

ISO-Werte eines Shootings on Location
ISO-Werte eines Shootings on Location

Erschwerend kommt hinzu, dass der ISO-Wert früher bei den analogen Filmen genormt war, aber jetzt, wo der „ISO-Wert“ die „digitale Lichtempfindlichkeit“ benennen soll, die Hersteller sich nicht mehr der Norm verpflichtet fühlen. Das heißt: Verschiedene Digitalkameras würden bei der Aufnahme des identischen Motivs mit dem gleichen ISO-Wert unterschiedlich helle Bilddateien erzeugen. Leider finde ich die Quelle nicht mehr, der Test, den ich gesehen habe, ist schon einige Jahre alt.

In der Praxis arbeite ich mit der Vollformatkamera Canon EOS 5D Mark III*, meine Aussagen beziehen sich also auf einen Vollformat-CMOS-Sensor.

Im Studio, wo ich volle Kontrolle über die Lichtverhältnisse habe, bleibt die Kamera stur auf ISO 100 gestellt, nur in Ausnahmefällen nehme ich ISO 50, wenn ich zum Beispiel für bestimmte Nahaufnahmen eine geringere Schärfentiefe erreichen möchte, ohne die Helligkeit des Blitzlichts regulieren zu müssen.

On location fange ich meist auch mit ISO 100 an, merke aber oft, dass ich damit nicht flexibel genug bin, um an den Variablen Belichtungszeit und Blende drehen zu können, weshalb ich schnell zu ISO 200 wechsle. Dort bleibe ich auch lange, nur in Ausnahmefällen schalte ich auf ISO 400. Ich hatte auch schon Shootings, bei denen Bilder mit ISO 640 akzeptiert wurden, aber spätestens bei ISO 800 nimmt die Bildqualität doch soweit ab, dass ich die Bilder nicht mehr ohne Rauschreduzierung rausschicken würde.

Ich arbeite unterwegs in der Regel mit Kompaktblitzen, wie ich hier oder hier genauer gezeigt habe, da komme ich bei ISO 200 üblicherweise auf eine Belichtungszeit zwischen 1/100 und 1/160 Sekunde bei einer Blende von f2 bis f4. Das ist ganz schön knapp kalkuliert, aber es bringt mir ja nichts, wenn ich den Blendenwert vergrößere oder die Belichtungszeit verkürze, um schärfere Fotos zu erhalten, das aber wieder von einem höheren ISO-Wert, der rauschiger ist und damit ebenfalls Unschärfe ins Bild bringt, zunichte gemacht wird.

Die Hauptfrage kann ich jedoch leider nicht beantworten. Klar nehmen Agenturen auch mal Bilder mit ISO 800 an, aber das kommt natürlich auch auf das Motiv an, auf die Qualität der Bearbeitung, wie sorgfältig „entrauscht“ wurde und einige andere Faktoren.

Was war euer höchster ISO-Wert, mit dem ein Bild bei einer Bildagentur angenommen wurde?

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Tutorial: Kreatives Blitzen draußen mit dem Porty

Drüben bei der Model-Kartei hat der Hobbyfotograf Bent Jessen ein kleines Tutorial veröffentlicht, welches den Umgang einer tragbaren Blitzanlage draußen (oder auch drinnen) erklärt. Das ist für den Einstieg ganz hilfreich, weshalb ich Bent gefragt habe, ob ich das mit meinen Lesern teilen darf. Am Ende des Artikels gibt es das Tutorial auch als PDF-Download. Ab jetzt schreibt Bent:

Ein portabler Blitz (auch „Porty“ genannt) ist schon eine feine Sache. Wir wollen schließlich nicht nur bei optimalem Wetter fotografieren. Aber wie setzt man den Porty eigentlich ein? Dazu habe ich diese kleine Anleitung geschrieben.

Was man braucht:

Eine Kamera (egal ob digital oder analog), in meinem Fall eine Nikon D90*, einen externen Belichtungsmesser (am besten digital) mit Blitz-Messfunktion, z. B. einen Gossen Digipro F* und natürlich den Porty, z. B. den Elinchrom anger Quadra*. Grundsätzlich funktioniert diese Anleitung aber auch mit anderen Blitzen, zum Beispiel entfesselten Speedlites.

Los geht’s:

Der erste Gedanke, den man sich machen muss, ist, die Verschlusszeit zu bestimmen. Dabei muss man zwei Dinge berücksichtigen.

Zuerst muss man wissen, welche Zeit die maximale Blitz-Synchronisationszeit der Kamera ist. Diese ist von Modell zu Modell verschieden. Ein Blick in die Bedienungsanleitung gibt hier Auskunft. Meine Kamera kann Blitze bis maximal 1/200 Sekunde synchronisieren. Das bedeutet – vereinfacht – folgendes: Bis zu diesem Zeitwert ist der Verschluss der Kamera vollständig geöffnet, wenn mit einem Blitz fotografiert wird. Wählt man eine schnellere Zeit (z. B. 1/250 Sekunde) ist die Kamera bereits im Begriff, den Verschluss zu schließen, während der Blitz noch das Bild belichtet. Das Ergebnis wäre, dass im Bild schwarze Balken auftauchen und Teile des Bildes verdecken. Und das wollen wir nicht…

Ein Zitat aus Wikipedia:
„Als Blitzsynchronzeit oder Synchronzeit (auch X-Sync) bezeichnet man in der Fotografie die kürzeste wählbare Belichtungszeit (Verschlusszeit), bei der der Verschluss eines Fotoapparats kurzzeitig vollständig geöffnet ist und das Licht eines Blitzgerätes (Fotoblitz) somit das gesamte Filmbild bzw. den Bildsensor vollständig beleuchten kann. Die Blitzauslösung ist mit dem Verschluss derart synchronisiert, dass jener vollständig geöffnet ist, bevor der Blitz beginnt.“

Die zweite Sache, die man bei der Wahl der Verschlusszeit berücksichtigen muss, ist die Zeit, in der man die Kamera noch in der Hand halten kann, ohne zu verwackeln. Eine alte Formel besagt, dass diese Zeit ungefähr dem Kehrwert der Brennweite entspricht. Damals gab es noch kein „Anti- Shake“ und so. Demnach sollte man bei einer Brennweite von 50 mm einen Wert wählen, der ungefähr diesem Wert entspricht. Man nehme 1/60 Sekunde.

Wichtig ist auch, dass die ISO- Zahl gewählt wird. Als Beispiel ISO 200.

Messung des Hintergrundlichts

Die erste Messung:

Für die erste Messung müssen die gewählten Werte im Belichtungsmesser eingestellt werden. Dies geschieht in der „Dauerlicht“-Messfunktion. Nachdem die Taste gedrückt wurde, erhält man einen Messwert, der angibt, mit welchen Werten bei dem vorhandenen Licht ein korrekt belichtetes Foto entsteht. Bei den Aufnahmen ist dieser Messwert unsere „Hintergrund- Helligkeit“. Die Messung sollte in unmittelbarer Nähe eines Fensters (sofern Indoor) vorgenommen werden, da dies die Lichtquelle darstellt. Als Beispiel haben wir einen Wert von 8,0 für die Blende erhalten und merken uns diesen Wert.

Und nun?

Nun schaltet man den Belichtungsmesser in die „Blitz- Messfunktion“ und stellt die Werte ein, die man sich am Anfang überlegt hat (t= 1/60 Sekunde, ISO 200). Drückt man nun den Schalter am Belichtungsmesser, „wartet“ dieser auf einen Blitz, sofern der Blitz nicht mit Kabel direkt ausgelöst wird. Nun erhält man den zweiten Wert, z. B 11,5 (der Wert hängt natürlich von der eingestellten Blitz-Leistung ab). Aus diesem Wert ergibt sich, ob die Leistung des Blitzes hoch oder herunter geregelt werden muss, um auf den zuvor gemessenen Wert „ohne Blitz“ zu kommen.

Wichtig: Nach jedem Griff zum Leistungsregler muss entweder einmal der Blitz manuell ausgelöst werden um die Kondensatoren zu entladen oder – sofern der Porty eine Automatik hat – es muss das Bereitschaftssignal der Blitzanlage abgewartet werden.

Wird nun fotografiert, erhält man ein Foto mit ausbalanciertem Vorder- und Hintergrundlicht.

Das Foto ist korrekt belichtet, wirkt aber leicht langweilig.
Das Foto ist korrekt belichtet, wirkt aber leicht langweilig.

Kreatives Blitzen – Variante 1: Ausblenden durch Überbelichtung

Möchte man z. B. bei einem Indoor- Shooting (hierfür ist dies Variante besonders geeignet) etwas mehr Schwung in die Fotos bringen, kann man „gleißendes Sonnenlicht“ simulieren, indem der Hintergrund überbelichtet wird.

Hierzu muss die Verschlusszeit manuell verlängert werden. Dabei entspricht eine Verdoppelung der Zeit (also von 1/60 auf 1/30 Sekunde) einer Blendenstufe. Bei eingeschaltetem „Anti- Shake“ kann man das auch noch halten, ohne zu verwackeln.

Der Effekt im Foto zeigt sich dadurch, dass der Hintergrund überstrahlt dargestellt wird.

Hintergrund 1 Blende überbelichtet (t= 1/30 Sek.)
Hintergrund eine Blende überbelichtet (t= 1/30 Sek.)

Kreatives Blitzen – Variante 2: Abdunkeln des Hintergrundes

Diese Variante eignet sich besonders bei Outdoor- Shootings, wo man einen „dramatischen“ Effekt zaubern möchte. Dazu wird das Hintergundlicht reduziert und der Blitz dient zur Aufhellung des Hauptmotivs.

Hierzu muss die Verschlusszeit manuell verkürzt werden. Dabei entspricht eine Verkürzung der Zeit von 1/60 auf 1/125 Sekunde einer Blendenstufe. Um das Hintergrundlicht noch weiter zu reduzieren, kann man die Zeit noch weiter verkürzen, jedoch nur bis zur maximalen Blitz- Synchronisationszeit (merken!).

Das Foto auf dieser Seite wurde mit den Werten t= 1/125 Sekunde & Blende 8 aufgenommen. Achten sie besonders auf die Helligkeit des Laubwerks im Hintergrund im Vergleich zu Bild 2 und Bild 3.

Hintergrund 1 Blende unterbelichtet (t= 1/125 Sek.)
Hintergrund eine Blende unterbelichtet (t= 1/125 Sek.)

Man kann zum Ausprobieren auch andere Werte als Basis nehmen. Wenn man statt 1/60 Sek. nun 1/30 Sek. als Ausgangswert nimmt („Anti- Shake“ sei dank ist das durchaus machbar) hat man bei einer max. Synchronisationszeit von 1/200 Sek. die Möglichkeit, das Hintergrundlicht um ganze 3 Blendenstufen abzudunkeln.

Beispiel mit max. Blitz- Synchronisationszeit (Ausgangswert 1/60 Sek., eingestellt 1/200 Sek.)
Beispiel mit max. Blitz- Synchronisationszeit (Ausgangswert 1/60 Sek., eingestellt 1/200 Sek.)

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Noch ein Hinweis:

Die Fotos in diesem Tutorial sind direkt aus der Kamera und nur gerichtet und beschnitten. Ich hätte gerne ein „richtiges“ Modell gehabt, aber die Suche war in der kurzen Zeit leider erfolglos, deshalb musste ich improvisieren.

Das Tutorial als PDF könnt ihr hier kostenlos runternladen.

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Probleme mit Sonderzeichen in IPTC-Feldern beim Bildagentur-Import

Mit jeder neuen Version von Adobe Photoshop gibt es nicht nur neue Funktionen, sondern auch neue Bugs und neuen Ärger. Manchmal entsteht der Ärger nicht mal durch die Bugs, sondern die korrekt arbeitenden Funktionen.

Was ist das Problem?

Mit Photoshop CS5 hat Adobe die Behandlung von IPTC-Daten geändert. Das betrifft auch Adobe Bridge CS5 und vielleicht Adobe Lightroom 3)

Diese IPTC-Informationen (IPTC CORE, IPTC-IIM, Legacy) werden bei CS5 jetzt im UTF-8 Zeichensatz statt als 8Bit-ISO-Zeichensatz gespeichert. Im Grunde kein Problem. Schwierig wird es nur, wenn Sonderzeichen wie im Deutschen vor allem Umlaute wie ä,ö, ü oder das ß hinzukommen. Das Problem ist, dass Sonderzeichen in jedem Zeichensatz an einer anderen Stelle abgespeichert werden.

Wenn ein Programm oder eine Datenbank die Titel, Bildbeschreibungen oder Suchbegriffe aus den IPTC-Feldern ausliest, aber den benutzten Zeichensatz nicht abfragt, erkennt oder nutzen kann, führt das zu krpytischen Zeichen. In der Praxis sieht das dann zum Beispiel so aus:

Häßlich, nicht wahr? Außerdem führt das dazu, dass Bildkäufer die eigenen Fotos nicht finden, weil diese nie die kryptischen Zeichen eingeben werden.

Wer hat Schuld?

Wer hat Schuld am Problem? Adobe, weil es früher funktioniert hatte? Oder die Bildagenturen, weil sie die Daten nicht richtig importieren?

Technisch gesehen hat Adobe keine Schuld. Laut IPTC-Standard dürften für den alten Legacy IPTC-IIM-Standard nur ASCII-Zeichen verwendet werden, da sind nun mal keine Sonderzeichen dabei. Laut dem neuen XMP-Standard, in dem Adobe die Metadaten speichert, dürfen Sonderzeichen ausdrücklich benutzt werden und bei den meisten Bildagenturen klappt der Import auch.

Probleme machen vor allem einige deutsche Bildagenturen. Bei mir tritt das Problem bei diesen Agenturen auf:

  • Bildmaschine
  • Bildunion
  • ImagePoint
  • Digitalstock

Das bedeutet oft, dass deren Agentursoftware nicht die neuen XMP-Metadaten ausliest, sondern die ebenfalls immer automatisch mitgelieferten alten IPTC-Core-Metadaten.

Ich habe bei jeder Agentur nachgefragt und folgende Antworten bekommen:

  • Bildmaschine kennt das Problem und versucht, mit der Einführung des neuen Fotografen-Backends auch den Metadaten-Import zu aktualisieren. Die Umstellung auf den neuen Fotografen-Bereich ist aktuell für Mai 2011 geplant.
  • Bildunion antwortete kurz: „Wir kennen das Problem und werden das schnellstmöglich korrigieren.“
  • Bei ImagePoint scheint zwar der Import die falschen Sonderzeichen anzuzeigen (siehe Screenshot oben), aber beim Durchlaufen des internen Prüfsystems werden die Daten neu berechnet und die Umlaute danach wieder korrekt angezeigt. Wir haben das mit einigen meiner Fotos getestet und es funktioniert.
  • Digitalstock hat das Problem zur Kenntnis genommen, ist aber mehr damit beschäftigt reihenweise Bilder abzulehnen als sich um das Problem zu kümmern. Scherz beiseite: Digitalstock ist informiert und will sich darum kümmern. Viel Hoffnung habe ich jedoch nicht, dass es schnell geschehen wird.

Was ist die Lösung?

Naheliegend wäre, die Verschlagwortung einfach mit einem anderen Programm zu machen. Das ist aber keine Lösung, weil Photoshop bei einer nachträglichen Bearbeitung einer Datei wieder alle Metadaten im UTF8-Zeichenformat speichern würde. Im Idealfall würden alle betroffenen Bildagenturen den neuen XMP-Standard benutzen. Der kann übrigens theoretisch sogar die Model- und Property-Releases automatisch zuordnen. Den obigen Antworten nach sollte das bald geschehen sein. Bis dahin hilft nur ein Umweg.

Was ist die Notlösung?

Das kleine kostenlose Freeware-Programm ExifTool erlaubt zahlreiche Eingriffe in IPTC-Daten. Zum Beispiel kann damit vorgegaukelt werden, ein Foto wäre mit einer Hasselblad gemacht worden, obwohl es nur eine Canon war und ähnliches. In unserem Fall brauchen wir aber das Feature, was uns erlaubt, Zeichensätze umzuwandeln, genauer beschrieben in FAQ 10.

Bei mir sieht das konkret so aus: Ich habe mir das Programm exiftool.exe runtergeladen. Da es ein Kommandozeilen-Programm ist, kann ich eine Batch-Datei anlegen.Wie das geht? Ihr erstellt eine .txt-Datei, die genauso wie das Hauptprogramm heißt (also exiftool.txt) und schreibt darin:

exiftool -tagsfromfile @ -iptc:all -codedcharacterset= %*
pause

Danach speichert ihr die Textdatei und benennt sie in „exiftool.bat“ um. Die bat-Datei und exe-Datei müssen im gleichen Ordner liegen. Wenn ihr jetzt eure JPG-Dateien im gleichen Ordner habt, müsst ihr sie nur auf die bat-Datei ziehen und das Programm wandelt den Zeichensatz zurück in das alte ISO-Format, mit dem alle Agenturen klarkommen. Wer etwas fitter mit Kommandozeilen ist, kann sich das Ganze auch anders oder bequemer programmieren. Den obigen „Pause“-Befahl habe ich nur eingefügt, damit ihr eine Bestätigung seht, dass alles korrekt konvertiert wurde. Wer Ahnung hat, kann das weglassen. Exiftool erstellt übrigens eine Sicherheitskopie von jeder umgewandelten Datei, ihr braucht also keine Angst zu haben, etwas unwiderruflich falsch zu machen.

Wie sieht es bei euch aus? Welche Erfahrungen habt ihr mit Umlauten gemacht? Welche Agenturen bereiten Probleme? Welche Lösungen habt ihr für euch gefunden?

(Danke an ManfredG für seine Hinweis in diesem Thread)

11 hilfreiche Einstellungen für eine neue Kamera

Tadaaa, Deine neue Kamera ist da. Du packt sie aus, freust Dich und willst die ersten Fotos machen. Mist, jetzt musst Du vorher die Batterie aufladen. Dann aber kann es losgehen.

Doch Stopp! Bevor Du die ersten Fotos mit Deiner neuen digitalen Spiegelreflexkamera machst, empfehle ich elf Einstellungen, die Du vornehmen solltest, damit Du besser fotografieren kannst. Einige Anmerkungen beziehen sich vor allem auf Canon-Kameras, da ich diese seit Jahren nutze, aber es kann sein, dass es vergleichbare Funktionen bei Nikon-DSLRs gibt.

Blick ins Objektiv

  1. Datum einstellen
    Die Fotos werden dadurch nicht besser, aber auf jeden Fall kannst Du dann auch in zig Jahren anhand der EXIF-Daten noch erkennen, wann Du ein Foto gemacht hast.
  2. ISO-Werte erweitern
    Bei den Canon-Kameras gibt es in dem „Custom Functions“-Menü eine Funktion namens „ISO Expansion“, die aktiviert werden sollte. Damit werden nicht nur die hohen ISO-Werte zugänglich, sondern auch der ISO-Wert 50 statt ansonsten erst ISO 100. Bei knallendem Sonnenschein kann das manchmal den Ausschlag geben, wenn Du Blende nicht weiter geöffnet werden kann oder Du eine längere Belichtungszeit wünschst.
  3. Speicherkarte formatieren
    Auch dadurch werden die Fotos nicht besser, aber wer Speicherkarten nutzt, die vorher in anderen Kameramodellen waren, kann unter Umständen das Zählsystem der Kamera verwirren, was Ddazu führt, dass Du auf Deiner Festplatte verschiedene Fotos mit dem gleichen Dateinamen erhältst. Ein hohes Datenverlustrisiko!
  4. Piep-Töne ausschalten
    Die Kameras sind so voreingestellt, dass ein Piepton nach erfolgter Fokussierung zu hören ist. Einige Fotografen mögen das, weil sie dann wissen, dass die Kamera mit dem Fokussieren fertig ist. Ich halte das erstens für unnötig, weil ich beim Fokussieren sowieso durch den Sucher oder auf den Display schaue und mir dort die beendete Fokussierung durch einen durchgehend leuchtenden Punkt angezeigt wird. Zweitens verhindert das Piepen Schnappschüsse und verschreckt vielleicht scheue Tiere. Zwei Gründe für mich, das Geräusch zu deaktivieren.
  5. AdobeRGB einschalten / Update: RAW einschalten
    Für Macrostock-Bildagenturen und den Druck von Bildern ist der AdobeRGB-Farbraum statt des voreingestellten sRGB-Farbraums die erste Wahl, da dieser mehr Farbinformationen aufnehmen kann. Unter dem Strich werden die Farben dann besser. Wer seine Bilder vor allem im Internet zeigen will, kann sie später per Photoshop-Aktion schnell wieder in sRGB umwandeln, behält aber in der RAW-Datei mehr Farbwerte. Ein Leser merkte richtigerweise an, dass der Farbraum einer RAW-Datei erst bei der Umwandlung zugewiesen wird. Demnach bezieht sich der eingestellte Farbraum vor allem auf die JPG-Dateien einer Kamera und wird damit irrelevanter. Wichtiger wird damit aber, an seiner Kamera die Aufnahme im RAW-Format einzustellen. Ich aktiviere parallel auch eine Aufnahme als kleines JPG, weil ich damit schneller Bildauswahlen treffen kann.
  6. Neutralen Bilderstil einstellen
    Heutzutage erlauben die Kameras schon die Grundfunktionen der Bildbearbeitung: Farbton, Schärfung, Farbsättigung. Diese sogenannten Bilderstile sind nett, aber vor allem für Stockfotografen nicht so nützlich, da die genauere Bearbeitung lieber am Computer erfolgen sollte. Hilfreich sind sie eher für Fotografen, die auf Veranstaltungen direkt gedruckte JPGs an Kunden verkaufen, zum Beispiel in Zoos oder Vergnügungsparks. Ich stelle den standardmäßig relativ stark geschärften Look auf Null, damit ich eine neutrale RAW-Datei erhalte, bei der ich zum Schluss selbst die Schärfe bestimmen kann.
  7. Auto-Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung ein
    Das Gegenteil nutze ich bei der Rauschreduzierung. Im schon erwähnten „Custom Functions“-Menü aktiviere ich die Rauschreduzierung, die bei Aufnahmen, die länger als eine Sekunde belichten, Hotpixel und Nebelbildung reduzieren, damit ich eben das nicht am Computer machen muss. Der große Nachteil: Die Technik funktioniert, indem die Kamera ein zweites Bild mit der gleichen Belichungszeit, aber geschlossenem Kameraverschluss macht, um die dort auftretenden Fehler im Originalbild zu beheben. Das führt logischerweise dazu, dass eine 30 Sekunden-Belichtung erst nach einer Minute fertig ist. Nix für Ungeduldige.
  8. Netzgitter einblenden
    Bei meiner Canon 5D Mark II kann ich wählen, ob ich bei Video-Aufnahmen dünne horizontale und vertikale Linien eingeblendet haben möchte oder nicht. Die Funktion heißt „Netzgitter“. Ich wähle immer der erste Netzgetter mit je 2 waagerechten und senkrechten Linien. Das ist sehr hilfreich, um den Horizont gerade auszurichten oder die Komposition zu verfeinern.
  9. Focusing Screen auswechseln
    Wer diese praktische Funktion auch für Foto-Aufnahmen haben möchte, kann sich eine andere „Sucherscheibe“, im Original „Focusing Screen“ genannt, einbauen. Seit einigen Jahren habe ich bei mir den Focusing Screen EG-D* drin und will ihn nicht mehr missen. Die Anordnung der Linien ist mit dem Netzgitter der Video-Aufnahmen identisch, aber die Linien selbst sind so dünn, dass sie nie stören, aber immer sichtbar, wenn ich sie brauche.
  10. Copyright setzen mit EOS Utility
    Wer seine Fotos öffentlich zeigen will, risikiert schnell, dass die Bilder unerlaubt im Internet auftauchen. Da ist es praktisch, wenn in den Metadaten jeden Fotos automatisch ein Copyright-Vermerk hinzugefügt wird. Das kann bei vielen Canon-Kameras mit dem mitgelieferten Programm EOS Utility eingestellt werden. Das ist zwar keine allein ausreichende Methode, um seine Bilder zu schützen, aber besser als gar nichts.
  11. Firmware überprüfen
    Je nachdem, wie lange Dein Kameramodell auf dem Markt ist, kann es sein, dass es neue Firmware für den kamerainternen Chip gibt. Meistens verbessern sie die Kamerafunktionen oder beheben Fehler. Bei dem letzten Firmware-Update für die 5D Mark II wurde beispielsweise die Funktion ergänzt, Videos im manuellen Modus zu drehen.

Jetzt bist Du dran: Wie stellst Du Deine Kamera ein und warum?

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