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Frag den Fotograf: Was mache ich nach Bilderklau?

Am Montag habe ich über die neue Suchfunktion bei Google Images berichtet, mit der Fotografen leicht ihre Bilder im Internet finden können.

Viele Leser haben das ausprobiert und ebenfalls Treffer gehabt. Einige haben auch einige illegale Verwendungen ihrer Fotos gefunden. Nicole schrieb als Kommentar, dass sie Fotos ihrer Schwester bei fremden Leuten als Facebook-Profil gefunden habe. Da kommt natürlich die Frage auf, was man dagegen tun kann.

So fragte mich Petra via Facebook:

„danke, hab das eben ausprobiert, ich hab da jemanden in estland gefunden, der eines meiner bilder als seines ausgibt…was mach ich jetzt am besten? schreib ich ihn an?“

und auch Dirk schrieb in seinem Kommentar zum obigen Artikel:

„habe die Suchfunktion eben einmal getestet und war perplex … ich habe doch ein paar meiner Bilder auf „fremden“ Seiten gefunden. Jetzt ist erst einmal die Aufforderung verschickt worden, die Bilder zu entfernen. Wie geht es weiter, wenn dieser Aufforderung nicht nachgekommen wird (bspw. bei einer Homepage in Spanien)? Kann mir jemand da eine einfache aber effektive Loesung ans Herz legen?“


Deshalb will ich heute einige Tipps geben, was in solchen Fällen zu tun ist. Wie bei Rechtsthemen üblich, muss ich jedoch darauf hinweisen, dass ich keine Rechtsberatung geben kann und darf und jeder im Einzelfall selbst entscheiden muss, welche Schritte die richtigen sind und notfalls Beratung bei einem Anwalt suchen sollte.

Wurde mein Bild geklaut oder gekauft? Wie kann ich das feststellen?

Feststellung einer Urheberrechtsverletzung

Bei manchen Bilder ist es sehr einfach festzustellen, ob eine Urheberrechtsverletzung vorliegt. Wenn der Fotograf das Bild weder verkauft, noch verschenkt oder selbst die Erlaubnis zur Nutzung erteilt hat, ist die Nutzung wahrscheinlich illegal. Wenn der Fotograf das Foto über eine Bildagentur verkauft, ist es das schwieriger. Hier muss der Fotograf die Agentur fragen, ob der betreffende Nutzer das Bild lizenziert hat. Beim Vertrieb über viele Bildagenturen, vor allem im Microstockbereich mit deren hohen Verkaufszahlen, wird es noch komplizierter. Hier ist eine Excel-Tabelle zur Fotoverwaltung unverzichtbar, damit der Fotograf weiß, welche Bilder bei welchen Agenturen angeboten werden. Wenn Verdachtsmomente bestehen, dass eine Nutzung illegal sei, muss jede dieser Agenturen, welche Verkäufe des Bildes gemeldet hat, gefragt werden.

Was sind Verdachtsmomente, dass ein Foto geklaut wurde?

  • Das Wasserzeichen einer Bildagentur ist noch zu sehen
  • Die Stellen, an denen das Wasserzeichen der Agentur zu sehen gewesen wäre, sehen retuschiert aus
  • Das Bild wird genau in der Thumbnail-Größe genutzt, in der die Bildagenturen es anzeigen
  • Das Foto wurde so beschnitten, dass die Wasserzeichen nicht mehr auf dem Bild sind
  • Es wird ein falscher Fotografenname oder eine falsche Quelle als Bildcredit angegeben
  • Es wird bei redaktionellen Verwendungen keine Quellenangabe genannt (was an sich meist ein Verstoß gegen die meisten Bildagentur-AGBs ist)
  • Das Bild wird für illegale, pornografische oder diffamierende Zwecke benutzt

Wie der Name schon sagt, sind das nur Verdachtsmomente, aber je mehr davon zusammenkommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit. Wenn übrigens jedoch der richtige Fotografenname und eine Agentur als Quelle angegeben wird, ist das jedoch meist (nicht immer) ein Hinweis darauf, dass das Foto korrekt lizenziert wurde. Manchmal verstecken sich Hinweise auch im Dateinamen oder der Bildbeschreibung. Wenn man im Internet-Browser mit der rechten Maustaste auf ein Foto klickt und dann „Eigenschaften“ (Internet Explorer) oder „Grafik-Infos anzeigen“ (Firefox) klickt, wird der Dateneiname und die Beschreibung sichtbar. Stünde dann beispielsweise „robert-kneschke-shutterstock.jpg“ dort, würden meine Alarmglocken nicht so laut läuten wie bei „jappy-funny-people.jpg“.

Wenn der Fotograf sich relativ sicher ist, dass das Bild geklaut wurde, gibt es mehrere Möglichkeiten. Üblich sind folgende Schritte.

Vier Schritte nach Feststellung einer Urheberrechtsverletzung

  1. Beweissicherung
    Zuerst sollten immer die Beweise gesichert werden. Dazu macht man einen Screenshot der Seite mit dem betreffenden Foto, einen Screenshot vom Impressum der Seite und einen Ausdruck der Seite. Zusätzlich bittet man eine weitere Person als Zeugen, das ebenfalls zu tun, weil Screenshots relativ leicht zu fälschen sind und diese mit einem Zeugen vor Gericht besser Bestand haben. Außerdem sollte man etwas schauen, ob nicht noch an anderen Stellen das gleiche Foto oder andere Fotos des Fotografen illegal genutzt werden. Die oben erwähnte Google Bildersuche oder TinEye oder Photopatrol eignen sich dafür gut.
  2.  

  3. Analyse der Lage
    Jetzt heißt es nachdenken: Wer hat das Bild illegal genutzt und warum? War es eine Privatperson in einem Forum, die das Motiv schön fand, eine internationale Hotelkette, die damit wirbt, ein Ebayhändler, der damit Produkte verkauft oder ein anderer Fotograf, der das Bild als sein eigenes ausgibt? Einige dieser Fragen werden auch im Buch „Fotografie und Recht„* behandelt. Die Fragen, die sich ein Fotograf beantworten soll, sind folgende: 

    • Ist der Bilderdieb eine Privatperson, minderjährig, eine Firma, eine öffentliche Einrichtung oder gänzlich unbekannt?
    • In welchem Land ist der Bilderdieb bzw. die Webseite mit dem illegal genutzten Bild ansässig?
    • Wird das Bild in gewinnorientierter Absicht benutzt?
    • Wird das Bild (abgesehen vom Bilderdiebstahl selbst) für illegale, diffamierende oder pornografische Zwecke benutzt?
    • Wie lange ist das Bild schon online?
    • Wenn der Nutzer das Bild korrekt lizenziert hätte, wie viel hätte er dafür bezahlen müssen?
    • Wurde der Urheber (Fotograf) genannt oder nicht?

    All diese Fragen entscheiden zum einen, wie einfach es ist, die verantwortliche Person haftbar zu machen und ob es sich finanziell lohnen würde. Um diese Details rauszufinden, lohnt sich beispielsweise manchmal eine kostenlose Whois-Abfrage, ein Blick ins Internet-Archiv und andere Recherche-Methoden, die hier zu weit gehen würden. Je nach Ausgangslage kann der Fotograf jetzt verschiedene Schritte einleiten, die grob in drei Richtungen gehen.

     

  4. Weg 1: Anwalt suchen und gerichtliche Auseinandersetzung
    Wenn eine Firma ein Bild klaut und damit Werbung macht, ist es am sinnvollsten einen Anwalt einzuschalten. Hier gilt es jedoch erstens darauf zu achten, dass der Anwalt Spezialist für Urheberrecht und Internetrecht ist und zweitens gute Konditionen anbieten kann. Je nach Verhandlungsgeschick unterscheidet sich die Honorarhöhe beim Misserfolg beachtlich. Bei Erfolg wird das Honorar in der Regel vom Bilderdieb bezahlt werden müssen, was aber auch nicht immer der Fall sein muss, zum Beispiel, wenn dieser im Ausland sitzt. Eine erste Einschätzung des Falls machen viele Anwälte jedoch kostenlos, wenn der Fotograf in der Lage ist, die Punkte 1 und 2 dieser Liste halbwegs zu beantworten.Der Anwalt wird in der Regel erst eine Unterlassungserklärung mit Schadensersatzforderung verschicken. Wird dieser Folge geleistet, ist die Sache erledigt und der Fotograf bekommt sein Geld und das Foto wird je nach Absprache entfernt oder nachträglich lizenziert. Geschieht das nicht, kann der Anwalt den Nutzer vor Gericht bringen. Ab da wird es teuer, weshalb Anwalt und Fotograf überlegen müssen, wie hoch die Aussicht auf Erfolg ist und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass beim Bilderdieb auch was zu holen ist.
  5.  

  6. oder Weg 2: Direkter Kontakt mit dem Bilderdieb
    Erst nachdem die Beweise gesichert wurden, kann der Fotograf mit dem Bilderdieb Kontakt aufnehmen und entweder darum bitten, das Foto zu entfernen, korrekt zu verlinken und/oder nachträglich eine Lizenzgebühr zu zahlen. Manche Fotografen werden dann wild beschimpft und beleidigt, andere Bilderdiebe tauchen ab und versuchen, ihre Spuren zu beseitigen und andere bitten um Entschuldigung und zahlen einsichtig die Nutzungsgebühr. Der Fotograf muss hier selbst entscheiden, was einer Meinung nach geschehen soll. Manchmal bitte ich nur, dass ein Link zu meiner Seite gesetzt wird, manchmal bitte ich um Entfernung des Fotos, manchmal stelle ich eine Rechnung. Oder manchmal schalte ich gleich einen Anwalt ein (Schritt 3), wenn mir die Nutzung zu dreist erscheint. Auch wenn im ersten Moment Wut und Ärger überwiegen mögen, sollte eine Ansprache sachlich und freundlich erfolgen.
  7.  

  8. oder Weg 3: Technische Beschwerden
    Manchmal ist es nicht möglich, den Bilderdieb zu identifizieren, weil er das Foto beispielsweise anonym zu Flickr, Jappy, Kwick, Deviantart, Tumblr oder Filehostern hochgeladen hat. Viele Foren, Communites, Filehoster and andere Webseiten, die anonyme Inhalte erlauben, haben im Kleingedruckten stehen, dass urheberrechtliche Inhalte gegen ihre Geschäftsbedingungen verstoßen und nicht hochgeladen werden dürfen. Meist reicht eine kurze Mail mit einem Nachweis (z.B. Link zum Originalbild auf der Fotografenwebseite), damit das Bild von der Plattform entfernt wird. Ein hilfreicher Stichpunkt ist hier der Digital Millenium Copyright Act (DMCA) und die dazugehörige „Takedown Notice“. Hier eine englische Anleitung dafür.
    Auf ähnlichem Weg kann man auch Google, Google Images oder andere Suchmaschinen dazu bringen, dass das Bild nicht mehr bei der Suchmaschine angezeigt wird und so das Risiko einer Weiterverbreitung verringert wird.

Wie geht ihr vor, wenn ihr einen Bilderdiebstahl eurer Fotos bemerkt? Was für Erfahrungen habt ihr gemacht?

Wenn Euch dieser Artikel geholfen hat, freue ich mich über einen Klick auf den Flattr-Button unter diesem Text.

* Affiliate-Link

Erkenne gefälschte Adobe-Software

Ich bekam vor paar Tagen wieder eine Mail, diesmal von Martin:

Dieser Shop bietet Adobe Software supergünstig an. Angeblich volle, ohne Einschränkungen verwendbare Versionen..
Ich finde den Haken nicht. Vielleicht kannst Du mir ja sagen, was Du davon hälst?“

Was ich davon halte? Nix!

adobe-cs4-master-collection

Die Software auf der Seite ist eindeutig gefälscht bzw. funktioniert vielleicht überhaupt nicht und statt eines Schnäppchens ist man nur einige hundert Euro losgeworden.

Dafür gibt es mehrere Hinweise:

  • Die Software wird nur zum Download angeboten, als ISO-Datei oder selbstentpackende SFX-Datei. Letzteres ist eine Virenquelle, ersteres ist ein CD-Images, welches oft von Raupkopierern genutzt wird.
  • Die Webseite enthält kein ordentliches Impressum, keine Firmenanschrift, keine Telefonnummer.
  • Der Preis ist einfach zu niedrig.
  • Die Domain wurde erst vor paar Tagen registriert, in Slowenien und der Inhaber der Domain hat allein im August 2009 über 200 weitere Webseiten angemeldet. Ich wette, die verkaufen ebenso (gefälschte/nicht funktionierende) Software.
  • Auf der offiziellen Adobe-Webseite steht zum Thema „Software-Piraterie„: „Kaufen Sie keine per Download erhältliche Software von unbekannten Websites, sondern wählen Sie den Adobe-Store als Online-Bezugsquelle. Nur hier können Sie auf legalem Wege Software per Download erwerben. Lediglich den Adobe Reader können Sie auf den Seiten von Adobe kostenlos herunter laden. Internetportale, über die Ihnen der Adobe Reader gegen ein Entgelt angeboten wird, sollten Sie meiden, da hier nicht auszuschließen ist, dass die angebotene Software manipuliert wurde oder Spyware enthält oder aber der Betreiber der Seite lediglich an Ihren Registrierungsdaten interessiert ist.“
  • Außerdem steht dort: „Sollten Sie durch Spam-Mails Kenntnis von Discountangeboten zu einem Bruchteil des Ladenpreises erhalten, ist Ihr Argwohn berechtigt.“

Kurz: Finger weg! Und noch mal deutlich: Wer sich auf so ein angeblich günstiges Angebot einlässt, die aktuelle Adobe CS4 Master Collection für knapp 300 Euro zu kaufen, die neu über 3.000 Euro (!) kostet, risikiert, dass er das Geld verliert, ohne einen Gegenwert dafür zu erhalten und zusätzlich seine Kreditkartendaten in die Hände von Kriminellen zu legen.

Wer Adobe-Produkte legal kaufen will, kann das zum Beispiel hier bei Amazon.de machen. Die günstige Studenten-Version von Adobe CS4 Design Standard kostet immerhin nur ca. 200 Euro.

Stockfotos kaufen: Verbotene Nutzungen

Ursprünglich sollte der Titel dieses Artikels „Schutz von Models in Bildagenturen“ lauten. Denn bei Fotos mit Models gibt es in der Praxis die häufigsten Probleme, wenn ein gekauftes Bild falsch eingesetzt wird. Oder wie es mir gegenüber ein Rechtsanwalt treffend formulierte: „Eine Banane verklagt nicht wegen Verletzung von Persönlichkeitsrechten“.

Deswegen will ich in diesem Text kurz zusammenfassen, welche Nutzungsarten üblicherweise verboten sind. Dabei konzentriere ich mich die Bereiche, die auch für Models interessant sind, den ich bekomme häufig von Models zu hören, dass sie nicht wollen, dass ihre Fotos für „unseriöse“ Zwecke genutzt werden. Die Auflistung hat nur einen Hinweis-Charakter, rechtlich verbindlich sind immer die Lizenzbedingungen der jeweiligen Bildagentur, von der ein Bild gekauft wurde. Unten habe ich diese Lizenzverträge auch verlinkt und einen Teil der wichtigen Passagen zitiert.

Türsteher verweigert Zutritt

Wer bis zum Ende durchgehalten hat, mag den Eindruck bekommen, dass kaum eine Nutzung mit Stockfotos möglich sei. Das stimmt natürlich nicht und ich werde bald einen Artikel mit den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten von Stockfotos veröffentlichen. Doch erst mal die Einschränkungen.

Verbotene Nutzung:

  • Nutzung in illegaler Weise
    Dazu zählt jede Nutzung, bei der das Foto im Zusammenhang mit illegalen Dingen gebracht wird. Üblicherweise sind das Rassismus, Sexismus, religiöse Intoleranz und all die anderen Dinge, die das Grundgesetz verbietet. Verboten wäre beispielsweise die Nutzung eines Fotos in einem volksverhetzenden Flyer einer rechtsextremen Partei.
  • Nutzung in erotischer/pornografischer Weise
    Dazu zählt beispielsweise, aber nicht ausschließlich, die Nutzung von Fotos auf dem Cover von Porno-Filmen oder Portraits von Models für Escort-Webseiten. Da die Grenzen zwischen Erotik und Pornografie fließend sind, sollte im Zweifel eher anhand einer konservativen Sicht entschieden werden oder besser direkt die Bildagentur nach dem konkreten Nutzungswunsch gefragt werden.
  • Nutzung in diffamierender Weise
  • Wer den Kopf eines Models auf einem Stockfoto ausschneidet und auf ein häßliches Tier montiert, beleidigt das Model. Oft ergibt sich eine Diffamierung aber nur aus dem Zusammenspiel von Bild und Text. Wen neben einem Model der Text „Sie sieht geil aus, aber ist strohdoof“ steht, ist das eine Beleidigung. Das gilt übrigens auch, wenn nicht das Model, sondern der Fotograf beleidigt wird, z.B. mit dem Kommentar: „Das Foto hat der Spanner heimlich im Bad aufgenommen“. Auch die Nutzung eines Fotos von einer glücklichen Familie am Frühstückstisch mit dem Text „Dank diesen Schlankheitspillen haben wir in einem Monat 20 Kilo abgenommen“ ist grenzwertig, denn es impliziert, dass die Models vorher 20 Kilo dicker wären. Außerdem berührt es die folgende verbotene Nutzung:
  • Nutzung als Meinungsaussage
    Wenn das Foto (meist in Verbindung mit Text) so genutzt wird, dass das Model angeblich eine Meinung äußert, ist das verboten. Klassische Fälle sind Aussagen wie „Ich wähl die Partei XY“, „Ich bin gegen Abtreibung“ oder „Ich esse nur das leckere Brot von Bäcker XY“. Besonders empfindlich sind Meinungsaussagen im Bereich Politik, Religion, Gesundheit und Moral.
  • Nutzung in verfälschender Weise
    Oft gibt es in Frauenzeitschriften Seiten mit Leserbriefen und Antworten der Redaktion, wo z.B: steht „Hilfe, mein Mann betrügt mich“, „Mein Sohn streitet immer mit mir“ oder „Mein Nachbar bedroht mich“. Zur Illustration werden gerne Stockfotos gekauft. Das ist nur zulässig, wenn dem Leser klar wird, dass die Personen auf dem Foto nicht identisch mit den Personen des Textes sind. Dazu stehen entweder neben dem Foto oder im Text „Szene nachgestellt“, „nur zur Illustration“ oder ähnliche Hinweise.
  • Nutzung in unmoralischer Weise
    Hier wird es schwammig. Viele Bildagenturen haben ihren Sitz in den USA, wo zumindest im Gesetzbuch strengere Sitten herrschen. Das schlägt sich in den Nutzungsbedingungen wieder. Häufig wird die Verwendung von Fotos im Zusammenhang mit Tabakwaren, Gesundheitsfürsorge (z.B. Monatshygiene, Nahrungsergänzung, Verdauungshilfsmittel, Hygieneprodukte, Geburtenkontrollen) oder Drogenmißbrauch (auch Alkohol). Je nach Bildagentur wird das mehr oder weniger ausführlich aufgelistet.

Die Faustregel für verbotene Nutzungen ist: Wenn sich die Nutzung eines Bildes für das Model, den Fotografen oder die Bildagentur irgendwie negativ auswirken könnte (Rufschädigung, Umsatzeinbruch, o.ä.), sollte vorher die Bildagentur gefragt werden und im Zweifel das Bild nicht genutzt werden.

Zusätzlich zu diesen „moralischen“ Verboten gibt es noch andere Kategorien.

Mehr verbotene Nutzungen:

  • In der Regel darf ein Stockfoto nicht als Teil eines Logos, einer Geschäftsmarke oder Dienstmarke genutzt werden. Der Grund ist, dass z.B. ein Logo selbst schutzwürdig ist. Da der Bildkäufer aber nicht die erforderlichen Rechte am Foto besitzt, um diesen Schutz in Anspruch nehmen zu können, gäbe es einen Interessenkonflikt.
  • Stockfotos dürfen vom Bildkäufer weder kostenlos und gegen Bezahlung zum Download angeboten werden. Es gab Fälle, wo Bildkäufer die gekauften Bildern selbst bei Bildagenturen hochgeladen haben, um damit Geld verdienen zu wollen. Das ist verboten!
  • Nutzungsrechte übertragen: Beim Kauf eines Stockfotos erwirbt der Käufer nicht das Foto selbst, sondern Nutzungsrechte, die je nach Bildagentur genauer definiert werden. Üblicherweise ist verboten, dieses Nutzungsrecht anderen zu übertragen. So darf beispielsweise eine Werbeagentur das Foto für einen Kunden kaufen (sozusagen in dessen Auftrag), aber nicht das gleiche Foto für einen anderen Werbekunden nutzen, es sei denn, es wird noch mal gekauft. Auch das Einsenden von Fotos zu Fotowettbewerben oder ähnliches ist damit nicht möglich.

Einschränkungen bei „Einfacher“ vs. „Erweiterter“ Lizenz

Viele Bildagenturen bieten Fotos in allen möglichen Größen an und zusätzlich in je zwei verschiedenen Lizenzarten: Die günstige „einfache Lizenz“ (oder Standardlizenz, Basic License, etc.) und die teurere „Erweiterte Lizenz“ (oder Merchandisinglizenz, Extended Licence, etc.). Grob gesprochen: Wer etwas mit einem Foto als Hauptbestandteil des Produkts (Poster, Postkarten, T-Shirts, Kalender, …) weiterverkaufen, braucht eine Erweiterte Lizenz. Dazu gibt es hier bald einen ausführlicheren Artikel.

Wer ein Gefühl dafür bekommen will, welche Nutzungen verboten sind, kann sich nun entweder zu den – meist sehr langatmigen – Lizenzverträgen im Original durchklicken, oder in den von mir zusammengesuchten gekürzten Zitaten stöbern.

Getty Images: Vollständiger Lizenzvertrag (RF) für Bildnutzer.

Darin steht u.a.:

3. Einschränkungen
[…]
3.5    Bei Verwendung von Lizenzmaterial, auf dem ein Fotomodel oder Objekt in Verbindung mit einem Thema erscheint, das auf den gewöhnlichen Betrachter verletzend oder unangemessen kontrovers wirkt, muss der Lizenznehmer bei jeder derartigen Verwendung eine Erklärung hinzufügen, aus welcher hervorgeht, (i) dass das Lizenzmaterial lediglich zu Illustrationszwecken eingesetzt wird und (ii) es sich bei der ggf. abgebildeten Person um ein Fotomodell handelt.
3.6    Das Lizenzmaterial darf nicht in pornografischer, diffamierender oder anderweitig rechtswidriger Weise verwendet werden, weder direkt noch implizit oder in Kombination mit anderen Materialien oder Inhalten. Außerdem ist der Lizenznehmer zur Einhaltung aller geltenden rechtlichen Vorschriften und/oder brancheninternen Regelungen verpflichtet.“

Corbis: Vollständiger Lizenzvertrag für Bildnutzer (PDF).

Darin steht u.a.:

11. Unauthorized Uses:

Without limitation, Content may not be used as a trademark, or for any pornographic use, unlawful purpose or use, or to defame any person, or to
violate any person’s right of privacy, publicity or moral rights, or to infringe upon any copyright, trade name or trademark of any person or entity.“

Mauritius Images: Vollständiger Lizenzvertrag für Bildnutzer.

Darin steht u.a.:

III. Verwendungseinschränkungen
[…]
6. Es ist nicht gestattet, die Bilder auf beleidigende, ehrrührige, pornographische, betrügerische, verletzende oder quälende Weise zu verwenden oder in einen solchen Zusammenhang zu bringen. Berührt der geplante Einsatz dieser Bilder solche Bereiche oder kann auf einen der vorgenannten Begriffe ein Zusammenhang geschlossen werden, ist eine vorherige schriftliche Genehmigung einzuholen. Dieser Begriff gilt einschließlich, aber nicht nur beschränkt, auf Drogenmissbrauch, körperliche oder seelische Grausamkeiten, Alkohol, Tabak, Aids, Krebs oder andere schwere körperliche oder geistige Gebrechen sowie die Verunglimpfung einer Person oder Sache.“

Istockphoto: Vollständiger Lizenzvertrag für Bildnutzer.

Darin steht u.a.:

4. Standardlizenzbeschränkungen

(a) Untersagte Nutzungen. Sie dürfen den Content lediglich dazu verwenden, was in vorstehendem Abschnitt oder durch eine Erweiterte Lizenz zulässig ist. Zur weiteren Erläuterung stellen folgende Handlungen „Untersagte Nutzungen“ dar und sind Ihrerseits zu unterlassen:
[…]
6. Nutzung des Contents auf eine Art und Weise, die durch iStockphoto (berechtigterweise handelnd) oder gemäß dem anwendbaren Recht ihrer Natur nach als pornografisch, obszön, unmoralisch, verletzend, diffamierend oder verleumderisch angesehen werden, bzw. die hinreichend wahrscheinlich jedwede in dem Content dargestellte Person oder Objekt in Misskredit bringen würden;
7. Nutzung oder Darstellung eines jedweden Contents, der ein Modell oder eine Person auf eine Art und Weise darstellt, die
(i) eine vernünftige Person dazu bringen würden, anzunehmen, dass diese Person jedwede Geschäftstätigkeit, Produkt, Dienstleistung, Grund, Verbindung oder sonstige Bemühung nutzt oder persönlich billigt; oder
(ii) die diese Person in einer möglicherweise sensiblen Situation darstellt, einschließlich, aber ohne Beschränkung auf mentale und physische Gesundheits- und Sozialverhalten, bei einer sexuellen oder angedeuteten sexuellen Handlung oder Vorlieben, Drogenmissbrauch, Verbrechen, physischem oder mentalem Missbrauch oder Leiden, bzw. jedweder sonstigen Situation, die berechtigterweise wahrscheinlich für jedwede in dem Content dargestellte Person anstoßend oder unschmeichelhaft wäre“

Fotolia: Vollständiger Lizenzvertrag für Bildnutzer.

Darin steht u.a.:

3. Einschränkungen

Unbeschadet jeglicher anders lautender und in diesem Vertrag enthaltener Bedingungen anerkennt, akzeptiert und garantiert das Nicht-exklusiv Downloadende Mitglied ohne Beschränkung gegenüber irgendwelchen vorgenannten Einschränkungen, dass es nicht zu Folgendem berechtigt ist:
[…]
(j) Jedwede Handlungen in Verbindung mit dem Werk, die gegen Gesetze, Bestimmungen oder Rechtsvorschriften in einer geltenden Gerichtsbarkeit verstoßen;
[…]
(m) Jegliche Handlungen in Verbindung mit dem Werk, die es selbst, den Urheber des Werks oder in dem Werk erscheinende Menschen oder Eigentum (falls vorhanden) mit jedweden politischen, religiösen, wirtschaftlichen oder anderen Bewegungen oder Parteien auf Meinungsbasis in Zusammenhang bringen.
(n) der Gebrauch des Werkes in einer Art und Weise, die die angebildete Person oder den Urheber in einem negativen Zusammenhang darstellen, u.a.:
(1) Pornografie
(2) Zigaretten und Tabakprodukte
(3) Herrenclubs, Nacktbars und Escort-Services
(4) Extreme politische Parteien und Meinungsförderung im politischen Sinne
(5) Pharmazeutische Produkte oder den Bereichen Monatshygiene und Geburtenverhütung
(6) Diffamierende, unrechtliche, beleidigende oder unmoralische Verwendungsarten“

Shutterstock: Vollständiger Lizenzvertrag für Bildnutzer.

Darin steht u.a.:

Teil 2 Einschränkungen

Sie dürfen nicht:
[…]
8. ein Bild in Zusammenhang mit pornografischem, verleumderischem, oder sonstwie illegalem oder sittenwidrigem Inhalt oder auf eine Art und Weise verwenden, dass ein Markenzeichen oder geistiges Eigentum verletzt wird.
9. ein Bild auf eine Art und Weise benutzen, dass eine Person auf dem Foto negativ dargestellt wird oder die Person so darstellt wird, dass sie daran Anstoß nehmen könnte. Das schließt folgende Beispiele ein (ist aber nicht auf solche Beispiele beschränkt):
a) die Verwendung von Bildern in Pornografie, erotischen Videos, oder dergleichen,
b) in Tabak Reklamen,
c) in Reklamen für Nachtclubs o.ä., oder für Dating, Begleitung, oder ähnliche Dienstleistungen,
d) in Zusammenhang mit politischen Befürwortungen,
e) in Reklame oder Promotion-Material für pharmazeutische Produkte oder Gesundheitsfürsorge, einschließlich (aber nicht beschränkt auf) Nahrungsergänzung, Verdauungshilfsmittel, Phytopharmaka, hygienische Produkte oder Produkte für Geburtenkontrolle
f) Verwendungen, die verleumderisch sind, oder die illegalen, anstößigen, oder unmoralischen Inhalt haben.
Sie dürfen kein Bild, auf dem die Abbildung einer Person zu sehen ist, benutzen, wenn die Benutzung andeutet, dass das Model sich an unsittlichen oder illegalen Taten beteiligt fühlt oder an körperlichen oder geistigen Krankheiten, Gebrechen oder Unpässlichkeiten leidet.“

123rf: Vollständiger Lizenzvertrag fü Bildnutzer.

Darin steht u.a.:

4. You may NOT
[…]
(f) under any circumstances use Content in connection with any pornographic, obscene, immoral, defamatory or illegal materials; endorsement of product(s); sensitive mental/health/other similar aspect of contexts or subjects.“

StockXpert: Vollständiger Lizenzvertrag für Bildnutzer.

Darin steht u.a.:

B: Prohibited uses

You may not use the Image in the following ways, unless they are expressly permitted by one of our Extended licenses that You have obtained from Us in writing for the Image:
[…]
* For pornographic, unlawful or other immoral purposes, for spreading hate or discrimination, or to defame or victimize other people, societies, cultures.
* In a way that would make people assume that the person(s) depicted on the Image is/are endorsing a certain product or a service.
* In a way that could give a bad name to either Stockxpert or the person(s) depicted on the Image, including illustrating sensitive social subjects such as health issues, crime, sexual preferences, drug abuse or similar issues.“

PantherMedia: Vollständiger Lizenzvertrag für Bildnutzer.

Darin steht u.a.:

4. Unerlaubte Nutzung

Die Inhalte dürfen nicht eingesetzt werden
(a) für pornografische, sexistische, diffamierende, verleumderische, rassistische, Minderheiten oder religiös verletzende Darstellungen
(b) in einer dem Urheber oder die abgebildete Person/en herabwürdigenden Art und Weise bzw. wenn davon ausgegangen werden kann, dass der Urheber oder die abgebildete Person mit der Veröffentlichung (trotz Vorliegen eines sogenannten Model Releases = Freigabeerklärung) nicht einverstanden sein könnte. Zur Verdeutlichung: Dies betrifft alle Abbildungen, die diese Person in einer möglicherweise persönlichkeitsverletzenden Situation darstellt, einschließlich sexuellen oder angedeuteten sexuellen Handlungen oder Vorlieben, Drogenge- oder -missbrauch, Verbrechen, physischem oder mentalem Missbrauch oder Leiden, bzw. jedweder sonstigen Situation, die berechtigterweise wahrscheinlich für jedwede in dem Inhalt dargestellte Person anstoßend wäre (z.B. Dating-Seiten, Escort Services, Erotikangebote, pornografische Angebote, jugendgefährdende Seiten). In diesem Fall ist ein ausdrückliches schriftliches Einverständnis der betroffenen Person über PantherMedia einzuholen (gegen eine pauschale Gebühr).
[…]
(f) für sonstige unerlaubte Handlungen“

Zoonar: Vollständiger Lizenzvertrag für Bildnutzer (PDF).

Darin steht u.a.:

IV. Urheberrechte, Verwertungs- und Nutzungsrechte

[…]
4. Tendenzfremde Verwendung und Verfälschung in Bild und Wort sowie
Verwendungen, die zur Herabwürdigung abgebildeter Personen führen können, sind
unzulässig und machen den Kunden bzw. Verwender schadenersatzpflichtig.“

Was sind Eure Erfahrungen mit den Einschränkungen bei der Nutzung von Stockfotos?

Kurzer Gedanke zu Musikdiebstahl und Fotoklau

Die letzten Tage war das Thema in allen Medien: Die US-Amerikanerin Jammie Thomas-Rasset wurde von einem Gericht zur Zahlung von 1,9 Millionen US-Dollar für das illegale Anbieten von 24 Musik-MP3s verurteilt. Das macht knapp 80.000 US-Dollar pro Song!

Normalerweise kostet eine legal gekaufte MP3 zwischen 1-2 Euro.

Wenn ein Microstock-Foto nun ebenfalls 1-2 Euro kostet, besteht Hoffnung, dass Bilderdiebe künftig 80.000 Euro (meinetwegen auch US-Dollar) Strafe zahlen müssen?

Zugegeben, die Songs wurden nicht nur runtergeladen, also verwendet, sondern zum Download auch angeboten, also die Möglichkeit gegeben, sie zu vervielfältigen. Aber auch da gibt es genug Webseiten, die Fotos von Bildagenturen wie Shutterstock illegal gratis zum Runterladen anbieten.

Was meint ihr?

Vor- und Nachteile des Bildersuchdienstes PicScout

Es gibt einige Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, Fotos im Internet zu finden.
Über den TinEye-Service von Idée Inc. habe ich schon berichtet, andere Firmen sind Attributor, Digimarc oder PhotoPatrol.

Die Firma PicScout hat auch ein ähnliches System, welches seit Jahren auch von den großen Bildagenturen wie Getty Images, Corbis, Mauritius und Masterfile genutzt wird. Vor einem halben Jahr erregte die Firma viel Aufsehen, weil Getty Images mit deren Hilfe eine große Abmahnwelle startete, von der wahrscheinlich nicht nur Bilderdiebe betroffen waren, sondern auch Kunden, die eine Lizenz gekauft hatten. Hier ein anonymisierte Lizenznachforderung.

Daraufhin begannen einige Informatik-Freaks zu schauen, wie die Suchmaschine „Image Tracker“ von PicScout funktioniert und bemerkten, dass dieser Suchroboter auch die gängigen Richtlinien für Suchroboter ignoriert. Daraufhin fanden findige Anwälte schon das Schlupfloch des „virtuellen Hausfriedensbruchs“ und Betroffene sammelten sich in Foren.

Aber für Fotografen ist eher interessant, ob denn Fotos gefunden werden und sich der Aufwand unter dem Strich finanziell lohnt. Das Grundkonzept klingt nicht schlecht:

PicScout sucht automatisch im Internet nach den eigenen Fotos und findet diese auch, wenn sie beschnitten, gespiegelt, mit Text versehen oder farblich verändert wurden. Nachdem eine Urheberrechtsverletzung entdeckt wurde, schickt PicScout Rechtsanwälte und Inkassobüros los, um nachträglich Lizenzgebühren einzufordern. Bei YouTube gibt es auch ein Werbe-Video vom PicScout-Service in Aktion.

Schauen wir doch mal, was das kostet. PicScout bietet für Fotografen drei Möglichkeiten:

  • 500 Fotos für ca. 15 US-Dollar pro Monat
  • 1000 Fotos für ca. 25 US-Dollar pro Monat
  • 2000 Fotos für ca. 35 US-Dollar pro Monat

im Internet automatisch vom „Image Tracker“ suchen zu lassen. Diese Suche soll nach einer telefonischen Auskunft eines Kundenbetreuers bis zu acht Monate dauern können, da es naturgemäß dauert, Billionen Webseiten zu durchsuchen.

Hier kommt aber der erste Haken:
Für diesen Preis werden nur die Webseiten eines Landes durchsucht, entweder der USA, von Großbritannien oder Deutschland. Die Endung der Domain sei da kein ausschlaggebendes Kriterium, es gebe „Algorithmen“, die das feststellten. Meine Vermutung ist, dass Whois-Abfragen, Sprache oder Währungszeichen auf der Webseite einige der Kriterien sein könnten.

Wer mehr als ein Land durchsuchen lassen möchte, zahlt pro Land ca. 6 US-Dollar extra. Die Auswahl ist aber auf obige drei Länder begrenzt. Bei allen drei Ländern und 2000 Fotos wären das ca. 63 US-Dollar pro Monat. Wenn aber auf einer französischen oder kanadischen Webseite geklaute Fotos genutzt werden, ist PicScout anscheinend machtlos.

Der zweite Haken:

Zitat Terms Of Service (ToS): „PicScout shall monitor the territories you have selected in the Subscription Form for commercial websites that potentially infringe the proprietary rights of the Images (“Infringements”). PicScout shall concentrate its efforts on identifying commercial Infringements of the Images rather than private use thereof.“

PicScout konzentriert sich bei der Suche auf kommerzielle Webseiten. Es ist klar, dass sich von dort am ehesten Gebühren eintreiben lassen, von denen PicScout 30% behält. Jedoch gehe ich davon aus, dass die meisten Firmen korrekt arbeiten und lizensierte Bilder nutzen. Bei den privaten Nutzern ist die Zahl derer, die wissentlich oder unwissentlich Fotos stehlen, wahrscheinlich höher.

Der dritte Haken:

Zitat ToS: „In the event that Images provided by you are represented by a stock photography agency, or another agency or entity to whom the prosecution rights for such Images have been assigned (a “Stock Photography Agency”), and such agency is a customer of PicScout, all Match Reports (as defined below) of such images will be provided to the Stock Photography Agency only.“

Das bedeutet, dass nur Bilder gesucht werden können, die nicht über eine Agentur vertrieben werden, welche Kunde bei PicScout ist. Da alle Treffermeldungen nur an diese Agentur gehen, kann der Service nicht mal genutzt werden, um „Belegexemplare“ oder „Referenzen“ zu sammeln.

Der vierte Haken:
In den Nutzungsbestimmungen von PicScout steht nichts davon, aber bei meinem Telefonat mit dem Kundenbetreuer hieß es, dass nur „Rights Managed“-Bilder gesucht werden würden, keine „Royalty Free“-Fotos. Bei letzteren sei es nicht möglich, nachzuweisen, ob eine Nutzung korrekt sei. Das wage ich zwar zu bezweifeln, aber wenn sie meinen…

Unterm Strich begrüße ich jeden Service, der helfen kann, meine Fotos zu finden. In diesem Fall finde ich den Preis und die Einschränkungen noch zu hoch.

Ähnliche Erfahrungen hat ein deutscher Fotograf gemacht, der PicScout seit Februar 2008, also seit sechs Monaten nutzt. Er betreibt eine eigene kleine Bildagentur mit Travel-Fotos und lässt 2000 seiner meistgeklickten Fotos via PicScout auf deutschen Webseiten suchen. Bisher noch kein Treffer. Mit der Google-Bildsuche und TinEye fand er jedoch einige seiner Fotos innerhalb einer Stunde.