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Stockfotografie-News 2009-03-13

Am Freitag, den 13. gibt es wieder eine Übersicht über Neuigkeiten in der gebeutelten Bilderbranche.

  • Die Bildagentur Masterfile hat eine neue Suchfunktion. Standardmäßig werden Suchergebnisse nun als quadratische Thumbnails angezeigt, andere Anzeigeformate können eingestellt werden. Sehr cool ist auch der Schieberegler, mit dem schnell zu einer beliebigen Stelle der Suchergebnisse gesprungen werden kann. Vor allem bei Suchen mit vielen Ergebnissen kann das auch den Fotografen helfen, deren Fotos eher hinten angezeigt werden.
  • Getty Images veröffentlicht ein neues Kundenmagazin namens „Closeup“. Darin werden auch die meistverkauften Fotos des 4. Quartals 2008 gezeigt. Im Bereich Creative, also der „klassischen Stockfotografie“, ist der Bestseller eine Frau, die sich die Schuhe anzieht. Danach folgt erstaunlicherweise eine Pusteblume im Wind, wie es sie auch hundertfach als Microstock-Bild gibt. Im Editorial-Bereich verkauften sich Fotos vom Formel 1-Sieger Lewis Hamilton beim Kuss mit seiner Frau, der Sängerin der Pussycat Dolls, Nicole Scherzinger, außerdem eins vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy mit seiner Frau Carla Bruni Sarkozy.
  • Die Flickr-Collection von Getty Images wurde veröffentlicht mit ca. 6.000 Fotos. Überraschend ist eher, dass die ausgewählten Fotos relativ „normal“ aussehen, während für Getty die Chance bestanden hätte, Fotos mit ungewöhnlichen, neuen Bildsprache auszuwählen.
  • Die Microstock-Bildagentur istockphoto bietet seinen Kunden nun auch die Möglichkeit, Nutzungsrechte per ClickandBuy zu bezahlen.
  • Der Profi-Fotohändler Calumet hat sich davon verabschiedet, mehrere Mittelformat-Marken anzubieten und konzentriert sich im Mittelformat-Bereich nun auf den Verkauf und Verleih von Hasselblad-Kameras und -Zubehör.
  • Die Microstock-Agentur Shutterstock senkt die Preise für Videos in niedriger Auflösung und verlängert gratis bestehende Video-Abonnements. In Branchenkreisen wird das als eine Reaktion auf die Einführung von Video-Angeboten durch den Konkurrenten Fotolia gesehen.
  • Auch die traditionelle österreichische Bildagentur Waldhäusl plant die Einführung eines Abo-Modells. Fotografen können bislang jedoch nur entscheiden, ob alle oder keine Fotos ihres Portfolios darüber angeboten werden. Preise und Honorare sind noch nicht bekannt.
  • Zum Abschluss noch etwas Unterhaltsames. Der Stock-Fotograf Herby Meseritsch hat ein lustiges Video gedreht, in dem er zeigt, wie Fotos für die Bildagentur PantherMedia entstehen können:


Wie geht es Getty Images?

Als börsennotierte Firma muss die Bildagentur Getty Images ab und zu Einblick in ihre Zahlen gewähren. Das kann ganz unterhaltsam sein, auch wenn die kleinen Zahlen und Fließtexte schwer zu lesen sind.

Demnach hat Getty zwei Trends ausgemacht, die auch andere längst erkannt haben dürften:

  1. Die Verlagerung der Bildnutzung von den Printmedien zum Internet.
  2. Die Verbreitung von Microstock-Bildern, also Fotos für 1-20 Euro.

Es ist auch zu sehen, dass die Umsätze von istockphoto den Verlust hochpreisiger Fotoverkäufe über Getty Images halbwegs aufgefangen haben. Ob das im nächsten Jahr auch so sein wird?

Am interessantesten ist jedoch, wie Getty versucht, die Auswirkungen von istockpohoto auf das Kerngeschäft kleinzureden.

  • Fotos in Microstock-Agenturen seien von geringerer Qualität,
  • würden für allem von Kleinunternehmen benutzt werden und
  • große Firmen würden diese Fotos nur für interne Zwecke wie Präsentationen nutzen.

Wie ironisch, dass ausgerechnet das Times-Magazin in der Ausgabe vom 02. Juni 2008 ein istock-Foto auf dem Titelblatt hatte. Und Fotografen wie Yuri Arcurs fotografieren längst mit einer digitalen Mittelformat-Hasselblad-Kamera für Microstock-Webseiten.

In dem Bericht sind noch viele andere, wichtige, spannende oder kuriose Fakten zu lesen. Oder wusstet ihr, dass Getty Images in jedem Land Marktführer ist – außer in Japan?

(Danke an „Thoughts Of A Bohemian“ für den Link und weitere interessante Interpretationen.)