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Stockfotografie-News 2009-05-15

Diese Woche habe ich nicht viele Neuigkeiten gefunden.

  • Es werden mehr Details über das neue Microstock-Portal der Deutschen Telekom bekannt. Die Telekom wird mit der Bildagentur Zoonar zusammenarbeiten, der Fotografenanteil wird 35% betragen, es werden beim Start über 100.000 Bilder bereit stehen und „umsatzstarke Webseiten“ wie t-online werden auf das Angebot verlinken. Eine ausführliche Mail von Zoonar gibt es hier und eine Diskussion dazu hier.
  • Alamy, eine der weltweit größten Bildagenturen, veröffentlichte die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2009. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Umsätze um 11% gesunken, was nur zum Teil auf die schwankenden Wechselkurse (= sinkender US-Dollar) zurückzuführen ist. Interessant ist, dass die Verkäufe insgesamt zugenommen haben, aber der Preis pro Bild gesunken ist. So sank der Preis für ein RF-Bild innerhalb von zwei Jahren von 222 USD aus 172 USD, bei RM-Fotos von 155 auf 105 USD. Die RM-Verkäufe haben gut zugelegt, die RF-Verkäufe sind leicht gesunken.
  • istockphoto schafft es seit Monaten nicht mehr, IPTC-Informationen bei hochgeladenen Bildern zu importieren. Ich weiß nicht, was daran so schwer sein soll?
  • Die französische Bildagentur PhotoAlto hat einen „Assignment Service“ gestartet, bei der Kunden Bilder nach Wunsch in Auftrag geben können.
  • Die kalifornische Bildagentur PhotoEdit hat einen neuen Blog gestartet, der Blicke hinter die Kulissen bietet und Tipps für Fotografen.
  • Nach mehreren Monaten Auszeit ist auch der Blog von Imagebroker wieder aktiv und hat einen neuen Namen.

Na gut, waren ja doch einige News.

Wie geht es Getty Images?

Als börsennotierte Firma muss die Bildagentur Getty Images ab und zu Einblick in ihre Zahlen gewähren. Das kann ganz unterhaltsam sein, auch wenn die kleinen Zahlen und Fließtexte schwer zu lesen sind.

Demnach hat Getty zwei Trends ausgemacht, die auch andere längst erkannt haben dürften:

  1. Die Verlagerung der Bildnutzung von den Printmedien zum Internet.
  2. Die Verbreitung von Microstock-Bildern, also Fotos für 1-20 Euro.

Es ist auch zu sehen, dass die Umsätze von istockphoto den Verlust hochpreisiger Fotoverkäufe über Getty Images halbwegs aufgefangen haben. Ob das im nächsten Jahr auch so sein wird?

Am interessantesten ist jedoch, wie Getty versucht, die Auswirkungen von istockpohoto auf das Kerngeschäft kleinzureden.

  • Fotos in Microstock-Agenturen seien von geringerer Qualität,
  • würden für allem von Kleinunternehmen benutzt werden und
  • große Firmen würden diese Fotos nur für interne Zwecke wie Präsentationen nutzen.

Wie ironisch, dass ausgerechnet das Times-Magazin in der Ausgabe vom 02. Juni 2008 ein istock-Foto auf dem Titelblatt hatte. Und Fotografen wie Yuri Arcurs fotografieren längst mit einer digitalen Mittelformat-Hasselblad-Kamera für Microstock-Webseiten.

In dem Bericht sind noch viele andere, wichtige, spannende oder kuriose Fakten zu lesen. Oder wusstet ihr, dass Getty Images in jedem Land Marktführer ist – außer in Japan?

(Danke an „Thoughts Of A Bohemian“ für den Link und weitere interessante Interpretationen.)