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Stockfotografie-Quick-Tipp 1: Geldscheine stehen lassen

Ein erfolgreiches neues Jahr wünsche ich euch allen!

Das neue Jahr möchte ich mit einer neuen Rubrik beginnen, welche hauptsächlich aus kurzen „Making-Ofs“ oder schnellen Tipps besteht, die für mich im Alltag ganz praktisch sind und euch vielleicht auch helfen, aber die nicht immer einen langen Blog-Artikel füllen würden: Den „Stockfotografie-Quick-Tipps„.

Beginnen wir mit einem der beliebtesten Stockfoto-Themen, dem Geld. Wie schaffe ich es eigentlich, dass die Geldscheine so schön aufrecht stehen wie auf diesem Foto?

Frau als Makler mit Haus und Dollar
Nun, zuerst werden die Geldscheine natürlich „gewaschen“, in unserem Fall eingesprüht und glatt gebügelt:

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Damit die Geldscheine im Fächer auch aufrecht stehen, halten wir einfach einen Stift dahinter. Der Euroschein auf dem Making-Of-Foto hingegen ist eher eine symbolische Stütze… 🙂

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Viel Spaß beim Nachmachen!

Frisches Kapital für einige Bildagenturen – Risiko oder Chance?

In den letzten Wochen wurden einige lange wabernde Gerüchte bestätigt: Mehrere Bildagenturen bekamen neues Geld bzw. planen einen Börsengang oder Verkauf, der ebenfalls Geld in die Kassen spülen würde.

Aber der Reihe nach, erst die Fakten: Fotolia meldete, dass die Investitionskapitalfirma KKR 150 Millionen US-Dollar für 50% der Anteile an der Bildagentur in die Firma steckt. Zum Vergleich: Getty Images kaufte im Februar 2006 iStockphoto für 50 Millionen US-Dollar.

Shutterstock meldete im Mai 2012, dass sie einen Börsengang planen, in diesem Fall, um mindestens 115 Millionen US-Dollar Investitionskapitel einzusammeln.

Die Kapitalbeteiligungsgesellschaft Hellmann & Friedman, die 2008 Getty Images für 2,4 Millarden US-Dollar von der Börse genommen hat, überlegt jetzt ebenfalls, ob sie die Bildagentur wieder an die Börse bringen will oder sie gleich ganz verkauft.

Was wollen die Agenturen mit so viel Geld?

Als erstes ist auffällig, dass diese Meldungen so gut wie alle Stockfotografen betreffen, da sowohl Getty Images im Macrostockbereich als auch Shutterstock, Fotolia und iStockphoto im Microstockbereich diejenigen Bildagenturen sind, die am meisten Umsätze für die Fotografen erwirtschaften. Das bedeutet auch, dass es die Agenturen sind, die im Bildermarkt am stärksten aufgestellt sind. Hier im Blog wurde – vor allem von einem Leser – ja behauptet, die Agenturen müssten ja fast auf dem Zahnfleisch gehen, wenn sie so händeringend Kapital brauchen, aber das halte ich für Quatsch. Auch in anderen Branchen ist es durchaus üblich, dass Firmen, die solide arbeiten und Gewinn erwirtschaften, Kredite aufnehmen oder andere Finanzspritzen akzeptieren, um größere Investitionen tätigen zu können, die mit dem normalen Gewinn nicht möglich wären, andererseits aber die Chancen erhöhen, weiterhin zur Spitze der Branche zu gehören.

Ähnliches wird den drei Bildagenturen durch den Kopf gegangen sein: Der Bildermarkt ist sehr hart umkämpft und trotz aller Schwierigkeiten tauchen beständig neue Bildagenturen aus dem Nichts auf, die versuchen, den Playern ein Stück vom Kuchen wegzuschnappen, der jedoch kaum größer wird.

Deswegen ist es an sich eine kluge Entscheidung, eine größere Summe Geld in die Hand zu nehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das kann zum Beispiel entweder dadurch geschehen, indem die Bildagenturen kleinere konkurrierende Bildagenturen einfach schlucken und damit den Konkurrenzdruck wieder etwas mildern. Das haben ja sowohl iStockphoto schon bei StockXpert gemacht und Shutterstock bei Bigstock. 123Rf, Canstock oder Depositphotos wären aus meiner Sicht potentielle Kandidaten für eine Übernahme.

Eine andere Möglichkeit wäre, die Geschäftsbereiche breiter zu fächern, um unabhängiger von den Schwankungen auf dem Bildermarkt zu sein. Fotolia tat sich in der Vergangenheit zum Beispiel durch Aufkäufe in ergänzenden Geschäftsbereichen wie kürzlich der Logo-Plattform Wilogo und der Video-Seite Flixtime hervor. Auch fehlen Fotolia und Shutterstock umfangreiche Audio-Angebote, wie sie iStockphoto anbietet (auch wenn Fotolia schon etwas in AudioMicro investiert hat), Fotolia hinkt im Video-Bereich eher Shutterstock und iStockphoto hinterher und könnte vielleicht eine Video-Agentur schlucken, um in diesem Bereich zu erstarken. Alle drei Bildagenturen bieten zur Zeit noch keine After-Effects- oder andere Templates an. Wer jetzt denkt: „Was sollen Bildagenturen mit solchem Kram?“ verkennt, dass die meisten Agenturen sich nicht primär als Fotolieferanten sehen, sondern als Technologiefirmen, mit deren Technologie alles verkauft werden könnte. Paul Melcher hat dazu einen lesenswerten Kommentar verfasst.

Auch sind Investitionen in gänzlich neue Funktionen auf der Webseite oder drumherum denkbar. Hier haben sich Fotolia z.B. mit Plugins für Adobe-Produkte oder Microsoft-Office und Kooperationen mit DeviantArt und Associated Press hervorgetan und Shutterstock mit vielen spannenden Tools wie der neuen iPad-App oder besseren Analyse-Werkzeugen, wobei all diese Dinge sicher keine dreistelligen Millionenbeträge kosten würden.

Die spannende Frage ist: Was für Auswirkungen hat das für die Fotografen?

Stärkung der Bildagentur durch weitere Geschäftsbereiche, Gewinnung von Neukunden, Eliminierung von nervenden Konkurrenzagenturen, all diese Dinge müssten in den Ohren von Fotografen positiv klingen. Das was haben wir wirklich davon?

Die Firmen, welche viel Geld in die Bildagenturen stecken, tun das ja nicht aus altruistischen Gründen, sondern wollen einen Gewinn sehen. Vor Jahren kursierte in Deutschland ja die Debatte über die sogenannten „Heuschrecken“, welche gesunde Firmen auf diese Weise aussaugen würden und – mit ihrem Gewinn in der Tasche – die gebeutelten Firmen marodierend am Boden liegen lassen. So dramatisch würde ich die Lage nicht sehen.

Trotzdem steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Entscheidungen vermehrt von Finanzcontrollern getroffen werden, denen das Wohl der Bildlieferanten und selbst der Bildkäufer herzlich egal ist, solange sie mittelfristig eine satte Rendite auf ihr eingesetztes Kapital erhalten. Für alle Beteiligten gut wäre der Weg, die Firmen mit dem zusätzlichen Geld organisch wachsen und erstarken zu lassen und damit so viele Zusatzeinnahmen zu generieren, dass einerseits genug Profit für die Investoren übrig bleibt und durch die gestiegenen Verkäufe auf die Kontributoren etwas davon haben. Das Horrorszenario wäre, dass die Investoren bei gleichbleibenden Einnahmen die Geldverteilung – wie schon so oft geschehen – zu ungunsten der Fotografen ändern, um davon ihren Gewinn abzuschöpfen. Ob die Fotografen dann mittelfristig davon noch leben können, interessiert die Investitionskapitalgesellschaften ja nicht, denn deren Engagement ist nach der Überweisung der Rendite meist beendet.

Spannend ist, dass Ähnliches gerade bei Hellmann & Friedmann zu beobachten ist. 2008 wurde Getty Images aufgekauft. Üblich sind Investitionszeitspannen von fünf Jahren, also wird jetzt, 2012 über einen Verkauf oder Börsengang nachgedacht, der dann 2013 so viel Geld in die Kasse bringen könnte, dass sich die Anfangsinvestition für die Firma auf jeden Fall gelohnt hat. Die sehr drastische Honorarkürzung für die iStock-Fotografen kann ebenfalls in diesem Zusammenhang gesehen werden, ebenso wie die Kündigung von 30 iStock-Mitarbeitern im Januar.

Was meint ihr? Wohin geht die Reise?

Rezension: „Picture Me – Tagebuch eines Topmodels“ von Sara Ziff und Ole Schell

Ein Leben auf Laufstegen, vor Scheinwerfern und im Blitzlichtgewitter, unterwegs in Flugzeugen, jeder Tag in einer anderen Stadt: Paris, Rom, Mailand, New York. Hört sich traumhaft an? Für Top-Models ist das Alltag, der aber schnell langweilig wird und nervenaufreibend ist.

Das ehemalige Top-Model Sara Ziff hat diesen Alltag zusammen mit ihrem Freund, dem Filmschulabsolventen Ole Schell, auf Video festgehalten. Herausgekommen ist die Dokumentation „Picture Me – Tagebuch eines Topmodels„* auf DVD. Sara Ziff wurde 1982 in New York City geboren und begann im Alter von 14 Jahren mit der Arbeit als Model. Schnell wurde sie für große Kampagnengebucht, unter anderem von Dolce & Gabbana, Tommy Hilfiger, Calvin Klein, Stella McCartney, GAP, Ralph Lauren und so weiter.


Die Dokumentation ist im Stil eines Video-Tagesbuchs gehalten, gefilmt wurde mit einer kleinen Kompaktkamera. Die Bildqualität ist entsprechend, einige Szenen sind verwackelt, aber das unterstreicht gut das Normale, Ungeschminkte. Denn viele der gezeigten Top-Models haben hinter den Kulissen ungekämmte Haare, schlechte Haut, Augenringe, rauchen viel, essen ungesund und leben gestresst. Kein Wunder bei den Anforderungen, die der Job als Top-Model mit sich bringt.

In der Hochsaison, wenn auf den „Fashion Weeks“ die großen Modeschauen der Top-Designer laufen, bedeutet das für die teilnehmenden Models ca. vier Wochen mit höchstens 4-5 Stunden Schlaf pro Nacht, kaum Zeit zum Essen, ständige Flugreisen, Hektik und Stress. Das ist ein Knochenjob, der dann auch entsprechend gut bezahlt wird. An manchen Tagen hat Sara sechsstellige Summen verdient, mit 20 Jahren hat sie sich ein Haus in New York gekauft, weil sie nicht wusste, wohin mit ihrem Geld.

Überhaupt wird im Film viel über Geld geredet: Oft ist es die einzige Motivation, so jung so lange von der Familie weg zu sein, die Strapazen und die ständigen Anmachen und sexuellen Übergriffe auf sich zu nehmen. Sara erzählt von sexueller Belästigung mit 16 Jahren, auch einige andere berichten das erste Mal vor der Kamera von ihren demütigenden Erlebnissen. Die Dunkelziffer ist weit höher, da sich die wenigsten aktiven Models trauen, öffentlich von sexueller Nötigung zu sprechen, wenn alte Männer mit einem großen Budget im Rücken sich Gefügigkeit erkaufen, damit das Model eine Chance auf den Auftrag hat. So kann der Film nur zaghaft an der Oberfläche kratzen und auch Themen wie Drogenmissbrauch und finanzielle Abhängigkeit der Models von ihrer Model-Agentur werden im Film nur – aber immerhin – angedeutet.

Zum Thema, ob Models dumm seien, wird eine nachvollziehbare Erklärung geliefert: Viele Models werden schon mit 14-15 Jahren entdeckt und haben dann schlicht keine Zeit für Schule mehr, wenn sie im Model-Business ganz weit oben mitspielen wollen. Auch Sara hat ihre Schulausbildung abgebrochen und sich erst mit Ende 20 an der Universität eingeschrieben.

In Deutschland gibt es die DVD mit deutschen Untertiteln und einer deutschen Synchronisation. Beides habe ich jedoch schnell ausgeschaltet und den Film in englisch gesehen, weil die Synchronstimmen deutlich zu alt und abgeklärt für die jungen Models im Film klingen.

Wer Model-Ambitionen hat, kann im empfehlenswerten Film „Picture Me„* für ca. 14 Euro hinter die Kulissen der Branche schauen. Wer aber danach denkt, die Models würden ja nur geradeaus laufen müssen, kann sich noch dieses beeindruckende Video anschauen, in der ein Model Fotografenanweisungen minutiös umzusetzen versteht.

* Affiliate-Link (Ich erhalte beim Kauf eine kleine Provision, ihr zahlt nicht mehr)

Meine Artikel können jetzt per Flattr unterstützt werden

Aufmerksame Adleraugen werden das neue Symbol bemerkt haben, was seit paar Tagen das Ende meiner Blog-Artikel ziert.

So sieht das Symbol aus:

Auf einem grünen Grund steht „Flattr“ mit einer Zahl daneben. Flattr ist eine meines Erachtens revolutionäre Idee, mit der versucht wird, eine Art freiwilliges Bezahl-System für kostenlose Inhalte zu installieren.

Oft ist es so, dass Leser Qualität in Blogs zu schätzen wissen und das auch honorieren würden. Aber es ist zu aufwändig, auf jeder Seite die Kontaktdaten zu suchen, um eine Bankverbindung zu finden und dann etwas Geld zu überweisen oder jedes Mal einen PayPal-Spenden-Button zu klicken und sich dort einloggen zu müssen.

Der Ansatz von Flattr: Registrierte Nutzer zahlen per PayPal (o.ä.) einen festen Betrag auf das Flattr-Konto. Dann können sie entscheiden, wie viel sie davon monatlich an Blogs oder andere Webinhalte verteilen wollen.


Im Laufe des Monats kann der Flattr-Nutzer beim Surfen im Netz dann auf den Seiten einfach auf den „Flattr“-Button drücken, wo ihm die Inhalte gut gefallen haben. Am Ende des Monats wird die festgelegte Summe durch die Anzahl der Klicks geteilt und die jeweiligen Seiten-Betreiber bekommen diesen Anteil auf ihr Flattr-Konto. Genauer wird das hier erklärt.

Kurz: Wer bei Flattr angemeldet ist, kann ab jetzt gerne bei den lesenswerten Artikeln den Flattr-Button drücken, wenn er mich unterstützen will.

Übrigens ist das System keine Einbahnstraße sondern lebt vom Geben und Nehmen: Flattr-Spenden können nur Leute dann empfangen, wenn sie im selbst etwas spenden. Für Blogs ist das eine gute Möglichkeit, etwas Geld zu verdienen, ohne den Leser zu Abos oder Bezahl-Logins zwingen zu müssen. Der Blog der taz hat zuletzt zum Beispiel ca. 1000 Euro monatlich einnehmen können.

Update 8.3.2011: Wie es aussieht, scheint der Button nicht beim „Internet Explorer“ angezeigt zu werden. Eine Lösung finde ich dafür momentan nicht. Meine Empfehlung deshalb: Firefox.

Ich finde das System fair und probiere es aus. Ich hoffe, ihr auch.

Vielen Dank schon für Eure Spenden!

Kein Jammern über gespartes Geld in Printmedien

Ein kleines Bild in einer lokalen Tageszeitung für 50 Euro? Ein kleines Foto in einer großen Illustrierten für dreistellige Summen? Utopisch? Nein, bis vor wenigen Jahren war das die untere Preisgrenze für Fotolizenzen in Printmedien.

Wer das im Kopf durchrechnet, kommt schnell auf 3.000 bis 10.000 Euro pro Ausgabe einer Zeitung oder Zeitschrift allein für Bildrechte. Neben den Personalkosten war das „früher“ einer der größten Kostenfaktoren bei der Produktion von Magazinen.

Heute ist alles anders. Microstock-Agenturen bieten Fotos für ein Bruchteil des Preises an und dank Abo-Modellen und billigen Credits ist es möglich, ein komplettes Heft für wenige hundert Euro mit ansehnlichen Bildern zu füllen. Dass diese Möglichkeit tatsächlich genutzt wird, wird in meiner Zeitschriftenanalyse sichtbar.

Doch was ist ständig in der Presse zu lesen? Verleger jammern über fehlende Anzeigen, Umsatzeinbrüche und Leserschwund. Ich bestreite nicht, dass das aus Sicht der Printmedien Anlass zur Sorge gibt, aber aus Sicht der Fotografen stellt sich das ganz anders dar.

Der – teilweise schwierige – Strukturwandel im Bildermarkt von teuren Macrostock-Agenturen hin zu günstigen Microstock-Agenturen ging für viele Profi-Fotografen mit Umsatzeinbußen und neuen Herausforderungen einher. Fast bin ich geneigt zu schreiben, der indirekte Honorarverzicht der Fotografen (und nicht zu vergessen der schreibenden Journalisten) federt die Probleme der Printmedien immerhin so sehr ab, dass sie nur kränkeln statt im Sterbebett zu liegen. Wenn es die Microstock-Agenturen nicht gäbe, hätte nicht jede noch so kleine Orts-, Innungs- oder Berufskrankenkasse ihre eigene vierfarbige Mitgliederzeitschrift, da bin ich mir sicher. Ich kann mir nicht vorzustellen, um wie viele Zeitschriften die deutsche Medienlandschaft ärmer wäre, wenn es keine Billigfotos mehr gäbe, aber ich vermute, dass ich nicht jeden Titel vermissen würde.

Ein weiterer Weg ist der Schritt in Richtung PR: Viele Zeitschriften scheuen sich schon lange nicht mehr, die professionellen Fotos direkt aus den Archiven von Firmen und Agenturen zu nutzen – kostenfrei, versteht sich. Ich hatte vor einigen Wochen eine Sendung eines Verlags mit Zeitschriften aus der Computer/Elektronik-Branche, in denen sich kein einziges (in Zahlen: 0) gekauftes Foto befand.

Aber vielleicht hängen beide Probleme auch zusammen? Die Zeitschriften sparen an ihrem Kapitel – billige Einheitsfotos statt großformatiger Exklusivfotos und Standard-Agenturmeldungen statt preisgekrönte Reportagen von Edelfedern – und die Leser wenden sich frustriert ab, um Ähnliches günstiger oder gleich gratis im Internet zu finden (obwohl sich auch die Online-Ausgaben der Printmedien Mühe geben, Leser zu frustrieren).

Was sagt ihr dazu?