Schlagwort-Archive: Geld sparen

Warum ich mein Adobe Creative Cloud-Abo gekündigt habe (und was ich jetzt nutze)

Ja, ich hatte ein Adobe Creative Cloud Abo. Anderthalb Jahre lang war ich zahlender Kunde, weil ich das Abo ziemlich früh nach der Einführung abgeschlossen hatte.

Überzeugt hatte mich vor allem der Preis. Ich hatte mir sowieso ca. alle ein bis zwei Jahre eine neue Photoshop-Version für viele hundert Euro gekauft. Unter dem Strich würde ich pro Monat nicht mehr zahlen. Damals galt das Einführungsangebot: 29,99 Euro netto (Umsatzsteuer fiel für mich als Unternehmer nicht an) pro Monat für ein ganzes Jahr. Macht ca. 360 Euro im Jahr und ich nutze seitdem neben Photoshop und Bridge auch oft und gerne Adobe Premiere, Acrobat Pro, manchmal After Effects und Illustrator und ganz selten Dreamweaver. Nach Ablauf des Jahres zahlte ich dann 49,99 Euro.

Ich weiß, dass das Thema die Gemüter sehr erregt, weil Adobe auch sehr rigoros auf die Cloud-Variante umgestiegen ist, ohne die DVD-Alternative offen zu lassen. Aber da ich als Vollzeit-Fotoproduzent sowieso den Hauptteil meiner Zeit ein Adobe-Produkt offen habe (meist entweder Photoshop und/oder Bridge), sah ich kaum einen Unterschied.

In den anderthalb Jahren kam es auch nur ein Mal vor, dass ich im Zug auf dem Laptop Photoshop öffnen wollte, das aber nicht ging, weil seit dem letzten Öffnen 30 Tage vergangen waren und ich eine Online-Verbindung benötigt hätte, um mich wieder einzuloggen. Deswegen melde ich mich jetzt vor jeder Reise kurz die Creative Cloud ein.

Trotzdem habe ich vor einer Woche mein Abo bei der Creative Cloud gekündigt!

Das hatte zwei Gründe. Zum einen ist es Adobe aus mir unerfindlichen Gründen unmöglich, jährliche Abrechnungen anzubieten. Jeder Buchhaltungsposten kostet mich aber Zeit und damit auch Geld, weshalb ich eine jährliche Zahlungsweise bevorzuge. Der Mitarbeiter beim telefonischen Kundendienst von Adobe wies mich jedoch auf eine Alternative hin: Adobe Creative Clouds für Teams.

Das ist im Grunde das Gleiche wie die Cloud, nur für Unternehmen statt Privatpersonen. Aber auch Selbständige oder Freiberufler als Einzelperson dürfen diese Version wählen. Es gibt außerdem statt 20 GB dann 100 GB Speicherplatz in der Creative Cloud (was ich bisher fast nie genutzt habe) sowie angeblich einen besseren Kundenservice. Dazu kurz ein Wort: Der technische Kundendienst von Adobe ist mit das mieseste und unfähigste, was ich je in meiner Software-Nutzung erfahren durfte. Bisher habe ich immer bessere und schnellere Lösungen für ein Adobe-Problem gefunden, wenn ich die Suchmaschinen, Foren oder Kollegen bemüht habe, statt mir direkt von Adobe helfen zu lassen. Der kaufmännische Kundendienst hingegen, also wenn es um Rechnungsfragen oder Bezahlung etc. geht, ist hervorragend.

So empfahl mir der Adobe-Mitarbeiter, die Creative Cloud für Teams nicht direkt bei Adobe zu kaufen, sondern über einen der vielen von Adobe autorisierten Fachhändler, die hier gelistet sind.

Diese bieten in der Regel auch die von mir gewünschte jährliche Rechnungsstellung und sind sogar günstiger. Das ist der zweite Grund für meinen Umstieg.

Aktuell bieten sowohl Adobe als auch die Fachhändler die Creative Cloud für Teams für rund 40 Euro im Monat an*. Ich zahle jetzt zwei Jahre lang 39 Euro netto im Monat, zahle also gegenüber meinem vorherigen Abomodell über 131 Euro weniger im Jahr. Zwar kommt die Umsatzsteuer dazu, aber die bekomme ich ja vom Finanzamt wieder.

Wer als Fotograf, Grafikdesigner oder aus anderen Gründen jetzt ein Creative Cloud Abo für Einzelpersonen hat, sollte mal schauen, ob er hier nicht auch durch einen Umstieg sparen könnte. Das Angebot gilt meist bis zum 28.02.2014.

Der Wechsel ist auch ganz leicht. Man bestellt einfach die Team-Variante beim Fachhändler mit der gleichen Email-Adresse, die man für seine Adobe-ID verwendet und wenn der Zugang für die Team-Variante freigeschaltet wurde, loggt man sich im Team-Bereich ein, lädt sich selbst mit der identischen Email-Adresse ein, bestätigt diese Email und kann seine bisherige Creative Cloud-Installation ohne Neuinstallation weiter nutzen. Danach ruft man einfach kurz beim Kundendienst von Adobe an (0800-752 25 80), die dann das bisherige Monatsabo kündigen.

Welche Varianten oder Optionen nutzt ihr aktuell, falls ihr Adobe-Produkte nutzt?

* Bei Adobe gilt der Angebotspreis jedoch nur, wenn man vorher eine Creative Suite (Version 3 bis 6) gekauft hatte, was bei mir nicht der Fall war.

Tutorial: Küche für 99 Euro als Requisite selbst bauen

Heute gibt es was Leckeres: Der Fotograf Jörg Hempelmann vom Essener Fotostudio Picture-Factory zeigt, wie sich Fotografen aus dem Nichts eine komplette Küche als Location für ein Fotoshooting selbst bauen können. Alles, was ihr braucht, sind 3 x 2 Meter Platz und… ach, lest selbst:

____________________

Viele Stockfotografen kennen das leidige Thema: Wie kann ich ohne großen Aufwand Bilder produzieren, die aus dem alltäglichen Leben gegriffen sind?

Gern werden in den Frauenmagazinen Bilder gezeigt, die aus dem Bereich Küche kommen. Jeder hat zuhause eine Küche. Aber ist sie auch zeitgemäß? Ist die Farbe aktuell, ist sie nicht zu dunkel und habe ich genug Platz, um vernünftig meine Licht zu positionieren? Vor dem gleichen Problem standen wir auch bei unserem ersten Küchenshooting.


Wir selbst haben eine offene Küche mit sehr viel Platz. Die Oberfläche ist aus Kirsche und die Arbeitsplatten und Rückwände sind aus Granit. Das erste Shooting, was wir dort realisiert haben, klappte ganz gut, aber gekauft werden nur die Nahaufnahmen, wo man die Küche nur erahnen kann. Fazit: Die Küche war vom Design nicht mehr zeitgemäß und die Farben passten nicht. Aber jetzt eine neue Küche nur für Shootings kaufen wäre doch ein bißchen zu viel des Guten.

Deshalb haben wir uns entschlossen, eine Küche im Studio aufzubauen. Mehrfach bei Ebay geschaut, ob eine weiße Küche dort günstig zu ersteigern war. Aber unter 500€ war da nichts zu machen. Also mußten wir uns etwas anderes einfallen lassen, um eine Küche zu simulieren. Dabei entstand folgende Idee:

Alles, was bei der Küche im Hintergrund seinen sollte, wird unscharf dargestellt, aber man sollte noch erkennen, dass es sich um Küchenutensilien handelt. Also mußte ein Regal her, wo man Tassen und Teller offen reinstellen kann. Damit war das Thema Hintergrund bis auf die Töpfe und Pfannen an der Wand schon erledigt. Vom Platzbedarf brauchten wir nur eine weiße Wand von ca. 3m und eine Raumbreite von ca. 2m. Das reichte für das Küchenset vollkommen.


Moderne Küchentheken mit Kochfeld sieht man fast überall. Also mußte eine Thekennachbildung her. Hierfür haben wir zwei weiße Tische 1m x 0,6m genommen, sie länglich zusammengestellt und die Küchentheke war schon fast perfekt. Das Einzige, was noch nicht stimmte, war die Arbeitshöhe. Hierfür haben wir einfache Obstkästen genommen und die Tische damit um ca. 20cm erhöht. Jetzt noch ein Holzschneidebrett für die Gemüseschneidaktion platziert. Diese Holzbreit überdeckte gleichzeitig die Stoßnaht der beiden Tische und dann war die Theke schon fertig.


Es fehlten noch Utensilien wie Teller, Messer, Gemüse, Töpfe, und so weiter. Die Töpfe stehen doch nicht einfach so auf einer Arbeitsplatte rum? Ein Kochfeld mußte her. Aber jetzt extra ein Cerankochfeld kaufen, das würde unser Budget sprengen. Also entschlossen wir uns, eine große 60 x 60cm Granitfliese aus dem Baumarkt für 5 Euro zu nehmen, da das Kochfeld sowieso nur im Anschnitt und in der Unschärfe erscheinen sollte. Wie man es auf den Bildern sieht, kann man es nicht erkennen.


Als wir nach dem Shooting zusammengerechnet haben, was das Ganze gekostet hat, mußten wir schmunzeln. Genau 99 € hat dieses Set gekostet.

Hier die Aufstellung der Teile:

  • 2 x Lackregal weiß je 20€
  • 2 x Tisch mit Beinen 1m x 0,6m je 22€
  • 1 x Holzschneidebrett 7€
  • 1 x Granitfliese 5€
  • 4 x Styroporplatten für Rückwand Regal 3 €

Dies bekommt ihr alles beim gelben Möbelhaus und im Baumarkt. Viel Spaß beim Nachbauen.


Über Picture-Factory:
Die Picture-Factory ist ein Fotostudio in Essen. Wir sind ein Fotografenteam von 3 Fotografen und haben die Schwerpunkte People- und Hochzeitsfotografie. Seit November 2010 sind wir auch in dem Bereich der Stockfotografie tätig und haben innerhalb von 4 Monaten ein Stock von ca. 1700 Bildern aufgebaut.

____________________

Wie findet ihr diesen Trick? Habt ihr auch schon Locations für ein Fotoshooting simuliert und was habt ihr dafür benutzt?

Rezension: The Photographer’s Guide To Making Money von Karen Dórame

Ein Leitfaden zum Geld verdienen für Fotografen? Das ist ein großspuriger Titel, deswegen wird er im Untertitel genauer: „150 Ideas for Cutting Costs and Boosting Profits“. Diese Ideen sind von der Fotografin Karen Dórame auf ca. 110 Seiten zusammengefasst, deswegen passen 2-3 Tipps auf eine Seite. Da viele Tipps davon handeln, wie entweder im Studio oder bei der Ausrüstung Geld gespart werden kann und vor allem wie Auftragsfotografen oder Portraitstudios ihren Kunden mehr verkaufen können oder sich günstiger vermarkten können, ist das Buch „The Photographer’s Guide To Making Money„* (ISBN 978-1584282570) vor allem an professionelle Fotografen gerichtet, die mit dieser Arbeit ihr Geld verdienen.

Cover: Photographers Guide to Making Money

Diese Zielgruppe jedoch wird über einen großen Teil der Tipps und Ideen höchstens schmunzeln können, so banal, naheliegend oder selbstverständlich sind einige. Beispiel? Tipp Nr. 5: „Entwickle Deinen eigenen Stil!“ oder Tipp Nr. 52: „Suche Sonderangebote bei teuren Geräten wie Scannern, Druckern und so weiter.“ oder Tipp Nr. 23: „Lass Dich im Laden beraten, bevor Du Zubehör kaufst.“ Ich meine, wer solche Hinweise nötig hat, sollte sich lieber eine Festanstellung suchen als sich selbständig zu machen. Auch die vielen Beispielbilder, die als Zeichen der Kreativität mit Photoshop verfremdet wurden, wirken vielleicht noch in einer texanischen Kleinstadt originell, sehen für mich aber aus wie „zuviel an den Reglern gedreht“.

Trotzdem sind einige Tipps erstaunlich sinnvoll und hilfreich, zum Beispiel Tipp Nr. 109, eine lange Liste von Sätzen oder Phrasen, die der Fotograf nutzen kann, um Kinder, Jugendliche, Paare, Senioren und andere zum Lachen zu bringen oder andere fotogene Ausdrücke auf die Gesichter der Models zu zaubern. Oder Tipp Nr. 140, dass sich schreiende Babys gut durch vibrierende Kissen beruhigen lassen. Auch Tipps Nr. 19 und Nr. 38 kann man sich nicht oft genug in Erinnerung rufen: „Kaufen ist nicht das Gleiche wie lernen“ und „Ausrüstung ist nicht die wichtigste Investition eines Fotografen“.

Da das Buch in englisch gehalten ist und einige der Tipps sich naturgemäß an einen us-amerikanischen Leserkreis richten, kann ich keine allgemeine Empfehlung aussprechen. Wer jedoch das Gefühl hat, sein Fotografie-Business ist zu eingefahren und daher neue Wege ausprobieren möchte, findet sicher einige Inspirationen, die ihm helfen können.

Übrigens: Wer sich selbst oder andere Fotografen zu Weihnachten beschenken will, findet hier eine kleine Auswahl von mir empfohlener Bücher, Objektive und mehr.


*Affiliate-Link (Ich erhalte bei Kauf eine kleine Provision, ihr zahlt nicht mehr)