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Als Kunde Stockfotos kaufen oder lieber Fotos selber machen?

Vor einer Weile gab es bei Facebook eine Werbung von shootcamp.at zu sehen (das sind die, wo der Fotograf auf dem Werbebild beim Fotografieren Kopfhörer trägt) mit dem sinn­ge­mä­ßen Slogans: „Lerne foto­gra­fie­ren, statt Stockfotos zu kau­fen“.

Werbung von shootcamp.at
Werbung von shootcamp.at

Selbst eini­ge Fotografen wie Michael Omori Kirchner oder Till Erdmenger geben Tipps für ihre Kunden, wie sie selbst bes­se­re Fotos machen kön­nen.

Auf den ers­ten Blick mag es wider­sprüch­li­ch erschei­nen. Wieso ermun­tern Fotografen ihre Kunden, selbst Fotos zu machen? Die Kunden sol­len doch einen Auftrag buchen oder wenigs­tens ein paar Stockfotos kau­fen?

Dabei tra­gen die eige­nen Versuche, selbst etwas so zu foto­gra­fie­ren, dass es wie ein Bild vom Fotografen aus­sieht, dazu bei, die Arbeit von Fotografen bes­ser wert­zu­schät­zen. Warum haben mei­ne Bilder so häss­li­che Schlagschatten hin­ter den Personen und die vom Fotografen nicht? Warum wir­ken die Farben bei mir so komi­sch? Im Internet sieht das alles anders aus…

Es gibt sicher eini­ge Motive, die pro­blem­los von Kunden selbst foto­gra­fiert wer­den kön­nen. Wenn das der Fall ist, kann sich ein Fotograf als kom­pe­ten­ter Berater mit ein­fa­chen Tipps als wert­vol­le Hilfe im Gedächtnis der Kunden ver­an­kern, um dann die kom­ple­xe­ren Aufträge umzu­set­zen.

Versuchen Kunden, schwie­ri­ge­re Shootings umzu­set­zen, mer­ken sie schnell, wie viel Zeit, Geld, Energie und Planung in ein Shooting inves­tiert wer­den muss und das ohne die nöti­ge lang­jäh­ri­ge Erfahrung eines Fotografen die Ergebnisse doch nicht so per­fekt aus­se­hen wie gewünscht.

Ein – manch­mal nicht zu unter­schät­zen­der – Vorteil von selbst­ge­mach­ten Kundenfotos ist die Exklusivität. Diese Fotos hat garan­tiert kein ande­rer. Außerdem kann in man­chen Fällen der etwas unpro­fes­sio­nel­le­re Look zum Geschäftsmodell pas­sen, wenn Individualität und Handarbeit betont wer­den sol­len.

Aufträge hin­ge­gen kön­nen die Unternehmenskasse ganz schön belas­ten, dafür bekom­men Kunden meist eben­falls exklu­si­ve Bilder. Der Vorteil von Stockfotos liegt hin­ge­gen auf der Hand: Die Bilder sind sofort ver­füg­bar und das fer­ti­ge Bild kann vor dem Kauf gese­hen wer­den, ohne einem Fotografen sei­ne visu­el­le Vision ver­mit­teln zu müs­sen. Auch kos­ten Stockfotos meist deut­li­ch weni­ger als die Arbeitszeit, die ein Kunde inves­tie­ren müss­te, um sei­ne Bilder selbst zu foto­gra­fie­ren, von Kosten für Models, Requisiten und Locations mal ganz abge­se­hen.

Aber egal, ob nun Auftragsfotos oder Stockfotos, dass pro­fes­sio­nel­le Fotos bes­ser sind, ist wis­sen­schaft­li­ch erwie­sen.

Zeigt ihr euren Kunden auch, wie man selbst foto­gra­fie­ren lernt?

 

Rezension: CamRanger – Kabellose DSLR-Fernsteuerung mit dem iPad

Im Blog hat­te eine Lösung vor­ge­stellt, mit der man die Bilder sei­ner DSLR-Kamera kabel­los direkt auf das iPad, einen Laptop oder ein ande­res Tablet sen­den kann.

Das funk­tio­niert super und nut­ze ich sehr häu­fig. Bisher hat­te mir noch die Möglichkeit gefehlt, die Bilder schon vor dem Auslösen auf einem exter­nen grö­ße­ren Monitor zu sehen, idea­ler­wei­se eben­falls kabel­los. Das soll mit CamRanger* mög­li­ch sein, wes­halb ich den Hersteller gebe­ten habe, mir ein Testmuster zu schi­cken. Ausgepackt sieht das so aus:

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Das wei­ße Teil unten ist der CamRanger selbst, dazu kom­men zwei Kabel, das wei­ße zum Aufladen des Akkus, das schwar­ze zur Verbindung mit der Kamera, eine Hülle und eine kur­ze Anleitung. Wenn man die­ser Anleitung folgt, ist die Ersteinrichtung des WLAN-Netzwerks ein­fach und schnell erle­digt. Nüchtern betrach­tet ist der CamRanger näm­li­ch nichts ande­res als ein Router, wel­cher ein WLAN-Netz auf­baut, über das dann die Kamera die Daten an eine App lie­fert. Während es für Android dafür eini­ge güns­ti­ge Lösungen gibt – dazu unten mehr – ist das bei Apple auf­grund der restrik­ti­ve­ren Software-Architektur nicht so ein­fach mög­li­ch. CamRanger hat des­halb weni­ger Konkurrenz, die sich die Firma mit über 300 Euro pro Gerät gut bezah­len lässt. Es wer­den die gän­gigs­ten Canon- und Nikon-Kameras unter­stützt. Der Akku soll ca. 4–6 Stunden hal­ten. Es ist etwas irri­tie­rend, dass an bei­den Seiten ein wei­ßer Schalter ist, wovon nur der eine der An/Aus-Schalter ist. Der zwei­te Schalter hat kei­ne Funktion. Als ich ver­se­hent­li­ch mal den fal­schen Schalter betä­tigt hat­te, lief der Akku natür­li­ch leer.

Etwas umständ­li­ch ist die Nutzung des CamRangers selbst, denn obwohl eine kabel­lo­se Lösung ver­spro­chen ist, muss erst mal das Kabel von der Kamera zum CamRanger ange­schlos­sen wer­den. Dieser hat ca. die Ausmaße einer Zigarettenschachtel. Ich habe das meist so gemacht, dass ich den CamRanger in die mit­ge­lie­fer­te Tasche gesteckt habe, wo das Kabel raus­guckt und dann die Tasche mit dem dar­an befes­tig­ten Karabinerhaken an mei­nen Kameragurt oder das Stativ befes­tigt habe. Gefüllt wiegt die Tasche mit bei­den Kabeln ca. 208 Gramm. Sie bau­melt dann zwar etwas rum, aber das zusätz­li­che Gewicht ist auch mit der Hand zu tra­gen. Es gibt aber auch einen Adapter*, um den CamRanger auf dem Blitzschuh zu mon­tie­ren.

Aber was kann man mit der gleich­na­mi­gen App nun machen? Ich habe die iOS-Version getes­tet, weil es wie gesagt für Android deut­li­ch bil­li­ge­re Lösungen gibt. Das Interface der App sieht so aus:

Camranger-Screenshot

Leider funk­tio­niert der Zugang zur App nur, wenn auch eine Funkverbindung zum CamRanger steht, was scha­de ist, wenn man mal schnell nach dem Shooting eini­ge der foto­gra­fier­ten Bilder anse­hen will. Die Oberfläche ist ähn­li­ch auf­ge­baut wie bei ande­ren LiveView-Systemen. Den Hauptteil des Bildes nimmt der Monitor ein, der zeigt, was die Kamera auch sieht. Durch Tippen auf den Monitor lässt sich die gewünsch­te Stelle fokus­sie­ren, rechts kann aber auch deut­li­ch genau­er der Fokus manö­vriert wer­den. Es gibt ein Live-Histogramm und Zusatzfunktionen wie HDR-Aufnahmen, Fokus-Stacking, Zeitraffer-Aufnahmen etc. sind mög­li­ch.

Die wich­tigs­ten Funktionen der Kamera kön­nen über die App fern­ge­steu­ert wer­den, zum Beispiel Blende, Belichtungszeit, ISO-Wert, Weißableich, Aufnahmemodus, Über- und Unterbelichtung, Fokus und eini­ge mehr.

Während mei­ner Testzeit gab es ein Firmware-Update, was etwas umständ­li­ch zu instal­lie­ren war. Aber es brach­te unter ande­rem als neue Funktion die Möglichkeit, par­al­lel wei­te­re WLAN-Netze auf­recht zu erhal­ten. Das ist zum Beispiel sehr prak­ti­sch, weil ich sie wei­ter­hin in mei­nem WLAN-Netzwerk im Studio blei­ben kann, obwohl auch CamRanger eine WLAN-Verbindung mit dem iPad auf­bau­en will. Jetzt woll­te ich pro­bie­ren, ob ich nicht auf gleich­zei­tig das WLAN-Netz mei­ner EyeFi-Karte akti­vie­ren könn­te, damit ich als wei­te­re App Shuttersnitch offen haben könn­te, um die geschos­se­nen Fotos zu ver­wal­ten. Das klappt lei­der nicht, weil CamRanger nicht im Hintergrund lau­fen kann.

Camranger-Screenshot-2
Der Grund, war­um ich wei­ter­hin zusätz­li­ch Shuttersnitch nut­zen wol­len wür­de, ist, dass die­se App einen deut­li­ch beque­me­ren Workflow für die Verwaltung und Ansicht der geschos­se­nen Bilder bie­tet. Nach dem Shooting, wenn Kamera und Geräte alle schon ver­staut sind und ich mit den Models noch einen Kaffee trin­ke, kann ich bequem das iPad rum­rei­chen, wo sich alle die Fotos mit Shuttersnitch anse­hen kön­nen. Das geht lei­der nicht, wenn ich CamRanger nut­ze, weil immer die Verbindung zur Kamera aktiv sein muss. Außerdem muss ich manu­ell ent­schei­den, wel­che der Bilder von der Speicherkarte ich run­ter­la­den wol­len wür­de. Kurz: CamRanger bie­tet zwar Funktionen zur Fotoverwaltung, aber ist grund­sätz­li­ch einer ein Aufnahme-Tool.

Der Hauptgrund, wes­halb ich CamRanger in Zukunft jedoch kaum noch nut­zen wer­de, liegt jedoch in mei­ner Arbeitsweise. Ich foto­gra­fie­re fast immer mit Blitz. Das führt logi­scher­wei­se dazu, dass bei einer LivePreview, wo die Blitze noch nicht aus­lö­sen, kaum etwas auf dem Monitor zu sehen ist und damit die gesam­te App kaum brauch­bar ist. Die Einsatzbereiche der App lie­gen dem­nach eher bei der Makrofotografie ohne Blitz, für Produktaufnahmen mit Dauerlicht, Landschaftsaufnahmen und so wei­ter. Überall, wo Blitze zum Einsatz kom­men, sinkt der Nutzwert von CamRanger stark.

Android-Alternative zu CamRanger

CamRanger ist im Grunde nichts ande­res als ein Router. Wer nicht in den geschlos­se­nen Apple-Kosmos ein­drin­gen muss, kann auch einen ande­ren WLAN-Router kau­fen, zum Beispiel den TP-Link TL-MR3040*. Der kos­tet nur ca. 40 Euro und der CamRanger sieht sicher nicht zufäl­lig fast iden­ti­sch aus. Als App wird dann die kos­ten­lo­se App DslrDashboard im Google Playstore benutzt. Wie die Einrichtung gen­au funk­tio­niert, erklärt Gunther Wegner hier. Selbst wenn der Kauf eines klei­nen Android-Tablets* mit ein­ge­rech­net wird, ist die­se Lösung immer noch bil­li­ger als der CamRanger. Die Nachteile wie die ein­ge­schränk­te Nutzung bei Blitzlicht oder das an der Kamera hän­gen­de Gerät blei­ben aber auch bei die­ser Lösung.

Welche Lösung benutzt ihr zur kabel­lo­sen Fernsteuerung und wel­che Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

* Affiliate

Eigene Fotos in Zeitschriften finden mit Issuu

Eine sehr häu­fi­ge Frage an mich lau­tet, wie ich denn mei­ne Bilder im Internet, in Zeitschriften und so wei­ter fin­den wür­de.

Zum einen benut­ze ich natür­li­ch Google Images und vor Jahren habe ich im Blog schon „10 Tipps zum Finden der eige­nen Fotos“ ver­öf­fent­licht.

Ab und zu mel­den mit auch mei­ne Models, Freunde oder ande­re Fotografen Veröffentlichungen, die sie gese­hen haben. Vielen Dank dafür mal zwi­schen­durch.

Kürzlich habe ich noch eine wei­te­re sehr hilf­rei­che Methode ent­deckt, um eige­ne Fotos auf­zu­spü­ren: Issuu.


Issuu
ist eine im Grunde kei­ne Bildersuchmaschine, son­dern eine Art Online-Verlagshaus, bei der Privatpersonen und Firmen teils kos­ten­los Ebooks als PDFs ver­öf­fent­li­chen kön­nen. Das nut­zen nicht nur Fotografinnen wie Birgit Engelhardt, um tol­le Fotobücher zu ver­öf­fent­li­chen, son­dern auch vie­le klei­ne Redaktionen, um ihre loka­len Stadtmagazine, Special-Interest-Zeitschriften etc. neben der ört­li­ch begrenz­ten Druckversion online einem grö­ße­ren Publikum zugäng­li­ch zu machen. Auch Firmen ver­öf­fent­li­chen dort Kataloge und Prospekte.

Warum ist das für Fotografen so inter­es­sant?

Aus zwei Gründen: Zum einen ver­pflich­ten vie­le Bildagenturen wie Fotolia, Panthermedia etc. ihre Bildkäufer, bei redak­tio­nel­len Nutzungen (eben in Zeitschriften etc.) den Namen des Fotografen und der Agentur anzu­ge­ben. Andererseits kann sich ein Fotograf es sich meist zeit­li­ch nicht leis­ten, hun­der­te an Papierversionen von Zeitschriften auf der Suche nach eige­nen Bildern durch­zu­blät­tern, geschwei­ge denn die gan­zen regio­na­len Blättchen über­haupt in die Finger zu bekom­men. Die meis­ten Magazine kön­nen sogar kos­ten­los als PDF run­ter­ge­la­den wer­den

Bei Issuu kön­nen Fotografen nun die­se PDFs bequem nach Stichworten durch­su­chen. Ich habe zum Beispiel mal nach mei­nem vol­len Namen in Anführungszeichen gesucht und erhielt knapp 100 Treffer! Davon waren min­des­tens sechs Fotos auf dem Titelbild, etwas, womit man vor allem den Models eine Freude machen kann.

Eine Suche nach „R. Kneschke“ oder nur dem Nachnamen bringt eben­falls noch mal ande­re oder mehr Ergebnisse.

Probiert es doch ein­fach selbst aus mit eurem Namen oder dem Pseudonym, wel­ches ihr bei euren Bildagenturen benutzt.

Habt ihr auch Fotos von euch über Issuu gefun­den? Oder wel­che Methoden benutzt ihr zum Finden eurer Bilder?

Warum Fotos kaufen? Abgrenzung von Microstock- zu Gratis-Angeboten

Was ist Stockfotografie und Microstock?

Stockfotografie bedeu­tet, dass ein Fotograf Fotos macht, ohne dass er einen Auftrag von einer Werbeagentur oder ande­ren Kunden hat. Er macht Fotos von Motiven, von denen er glaubt, dass es genug Kunden geben wird, die ihm dafür Geld geben wol­len. Diese Fotos kom­men dann online in Archive, ver­gleich­bar mit Wikimedia-Commons, Flickr oder Youtube, nur dass die­se Inhalte über die Agenturen gekauft wer­den müs­sen, wenn Kunden die­se benut­zen wol­len.

Microstock ist eine Teilbereich der Stockfotografie. Wie der Name anklin­gen lässt, sind die Preise „micro“, also nied­rig. Dort kos­tet ein Bild ab ein Euro bis durch­schnitt­li­ch 50 Euro, wäh­rend es im Macrostock-Bereich übli­ch ist, Fotos für 50 Euro bis zu vier­stel­li­gen Summen zu ver­kau­fen. Neben Fotos wer­den auch Illustrationen, Vektorgrafiken, Videos, Audiodaten oder 3D-Bilder ange­bo­ten. Die bekann­tes­ten Anbieter in die­sem Bereich sind bei­spiels­wei­se Fotolia*, Shutterstock* oder iStock­pho­to.

Die Vorteile von Bezahlangeboten gegen­über kos­ten­lo­sen Inhalten

Kostenlose Angebote sind nicht nur freie Lizenzen wie sie bei Wikipedia oder Wikimedia ver­füg­bar sind, son­dern zum Beispiel auch bei Flickr, wo eben­falls zum Teil Creative-Commons-Bilder zu fin­den sind, oder bei ande­ren Datenbanken wie bei­spiels­wei­se Pixelio oder AboutPixel, wo auch Fotos kos­ten­frei lizen­ziert wer­den kön­nen. Die Lizenzen den Creative-Commons-Lizenzen ähn­li­ch, meist aber nicht iden­ti­sch.

Vorteil 1: Mehr Motive

Stellen sie sich gedank­li­ch ein Bild von einer Frau vor. Sie haben einen Artikel und brau­chen dafür ein Bild einer jun­gen, hüb­schen Frau zur Illustration. Sie kön­nen nun in ver­schie­den Datenbanken dana­ch suchen. Wenn ich bei der kos­ten­lo­sen Agentur Pixelio suche, erhal­te ich zir­ka 5.100 Treffer. Wenn ich auf eng­li­sch bei Wikimedia nach „woman“ suche, erhal­te ich knapp 16.000 Treffer. Dort gibt es sogar noch mehr pas­sen­de Inhalte, aber die­se sind so unzu­rei­chend ver­schlag­wor­tet, dass sie nicht mit die­sem Begriff gefun­den wer­den.

Bei Flickr unter der Creative-Commons-BY-Lizenz fin­de ich 0,75 Millionen Frauenfotos. Davon sind 200.000 aus­drück­li­ch kom­mer­zi­ell nutz­bar. Bei der kom­mer­zi­el­len Microstock-Agentur iStock­pho­to erhal­te ich jedoch schon 1,2 Millionen Treffer, bei Fotolia 1,9 Millionen und bei Shutterstock 2,2, Millionen.

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Brauche ich so viel Auswahl? Ja. Sie suchen ja meist nicht irgend­ei­ne Frau, son­dern sie wol­len ent­we­der eine blon­de, eine alte oder eine Frau, die gera­de Mangos isst. Durch die­se zusätz­li­chen Einschränkungen wer­den aus den meh­re­ren Millionen Treffern auf ein­mal nur ein paar hun­dert. Wenn man zu Beginn nur ein paar tau­send hat, bleibt am Ende viel­leicht gar kein pas­sen­des Bild übrig.

Bei allen Bildern, für die Erlaubnisse in irgend­ei­ner Art benö­tigt wer­den, emp­fiehlt es sich, bei den kom­mer­zi­el­len Bildagenturen zu suchen, da dort die Rechte im Vorfeld geklärt wur­den.

Bei Personenfotos bei­spiels­wei­se haben sowohl der Fotograf als auch die abge­bil­de­te Person Rechte an der Aufnahme. Wenn der Fotograf das Bild unter eine „freie Lizenz“ stellt, erklärt er sich damit ein­ver­stan­den, auf sei­ne Rechte an dem Bild zu ver­zich­ten. Das heißt aber nicht, dass die gezeig­te Person damit eben­falls ein­ver­stan­den ist. Das betrifft vor allem Gruppenfotos, wo vie­le Personen dar­auf sind oder Kinder, weil dann noch der Schutz Minderjähriger dazu kommt. Das heißt: Wenn sie Gruppen- oder Kinderfotos brau­chen, ist es ein­fa­cher und durch die Zeitersparnis güns­ti­ger, die­se Motive bei kom­mer­zi­el­len Anbietern zu suchen.

Andere Beispiele sind Aufnahmen von einem Privatgelände, wie Innenaufnahmen einer Fabrik, auf dem Golfplatz, Freizeitpark und so wei­ter. Da kön­nen noch Rechte (Markenrecht, Designschutz, etc.) in einem Bild ste­cken, die nicht ohne wei­te­res erkenn­bar sind.

Außerdem ist bei den kom­mer­zi­el­len Anbietern immer eine bestimm­te tech­ni­sche Qualität gege­ben, die vor­her geprüft wur­de. Sie kön­nen sich sicher sein, dass ein Bild in Postergröße XXL gedruckt wer­den kann, wenn die Bildagentur das anzeigt, wäh­rend bei den frei­en Lizenzen die Bildgröße oft klei­ner, schlech­ter oder das Foto ver­rausch­ter und unschär­fer ist.

Vorteil 2: Bessere Verschlagwortung und Suchmöglichkeiten

Weil sie oft Millionen von Suchergebnissen bei einer Bildagentur haben, bekom­men sie bei kom­mer­zi­el­len Agenturen viel mehr Suchmöglichkeiten an die Hand, um trotz­dem ein geeig­ne­tes Bild zu fin­den.

Bleiben wir bei dem Beispiel Frau. Das sind die Ergebnisse der Webseite von Pixelio, sor­tiert nach Relevanz. Sie sehen ganz oben die drei Bilder. Das sind schon Frauenbilder, wie man sie sich vor­stel­len wür­de, aber es sind auch Hochzeitsringe, Aktaufnahmen, Wolkenfotos oder ein­fach Nahaufnahmen von einem Auge zu sehen, die weni­ger pas­sen.

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Das ist ein Screenshot von Wikimedia-Commons, wo ich nach „woman“ gesucht habe. Da gibt es kei­ne Sortierfunktion, was die Suche schwie­ri­ger macht, wenn man etwas Spezielles sucht. Bei den Beispielen sehen sie Frauen, aber auch Gemälde, wie­der Nahaufnahmen von Augen oder ganz unten irgend­ei­nen Text, den eine Frau geschrie­ben hat oder eine Kleidung, die von einer Frau getra­gen wur­de, was sie aber als Ergebniss nicht unbe­dingt erwar­ten, wenn sie nach Frau suchen (Nachtrag: Der Text ent­stand im November 2011, im Februar 2012 wur­de die Bildanzeige bei Wikimedia etwas ver­bes­sert, der Screenshot unten ist vom Mai 2012).

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Das ist jetzt die Seite bei Flickr. Angezeigt wer­den nur offi­zi­ell kom­mer­zi­ell nutz­ba­re Bilder unter einer CC-Lizenz. Sie sehen, vor allem sind das Urlaubsfotos, Reisefotos, pri­va­te Familienfotos und so wei­ter, wo nicht immer auto­ma­ti­sch klar ist, ob sie die­se Fotos wirk­li­ch kom­mer­zi­ell nut­zen dür­fen.

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Das hin­ge­gen ist der Screenshot bei Fotolia, wenn sie nach dem Suchbegriff Frau suchen. Sie sehen, die Bildqualität ist deut­li­ch pro­fes­sio­nel­ler mit einer gro­ßen Vielfalt. Sie erhal­ten klas­si­sche Frauenportraits, Bilder von jun­gen Frauen, alten Frauen, Gruppenaufnahmen, Innenaufnahmen, Außenaufnahmen und so wei­ter.

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Das sind die Suchergebnisse der Bildagentur Shutterstock. Auch hier sehen sie vie­le klas­si­sche Frauenportraits, wie man sie sich bei der Suche nach einem Frauenbild vor­stel­len wür­de. Es gibt dazu vie­le Beauty-Aufnahmen und auch wie­der sehr pro­fes­sio­nel­le Qualität.

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Um in die­sem Wust aus Bildern nicht erschla­gen zu wer­den, gibt es Sortier- und Filtermöglichkeiten. Die üblichs­ten sind nach Ausrichtung (hori­zon­tal, ver­ti­kal, qua­dra­ti­sch) , Farbe und nach der Bildgröße, was zum Beispiel wich­tig ist, wenn sie gro­ße Poster dru­cken wol­len.

Weitere Filtermöglichkeiten: Nach Bildart (Foto, Vektorgrafik, Illustration), mit oder ohne Personen, die genaue Anzahl der Personen, das Alter der Person, das Geschlecht der Person und man kann dana­ch suchen, ob auf dem Bild irgend­wo Textfreiraum sein soll, wo Text oder ein Logo plat­ziert wer­den kann.

Es gibt auch Sortierungsmöglichkeiten nach dem Alter der Bilder, nach der Anzahl der Verkäufe, nach dem Preis oder nach der Relevanz, was meis­tens eine Kombination aus ver­schie­de­nen Faktoren ist. Das wer­den sie bei vie­len nicht-kommerziellen Anbietern nicht fin­den. Manchmal lohnt es sich des­halb schon, bei Microstock-Agenturen zu kau­fen, weil die gespar­te Zeit das aus­ge­ge­be­ne Geld mehr als kom­pen­siert.

Erweiterte Suchfunktionen bei Fotolia, Shutterstock und istock­pho­to

Zwischendurch ein Einwurf: Es kommt immer auf die Motive an. Wenn sie was ganz Historisches suchen, zum Beispiel Fotos vom zwei­ten Weltkrieg oder von Albert Einstein, wie er die Zunge raus­streckt, dann ist es mög­li­ch, in Bildarchiven von Museen oder bei Wikimedia Commons zu suchen. Aber wenn sie eher kom­mer­zi­ell ori­en­tier­te Bilder brau­chen, weil sie zum Beispiel eine Vereinbroschüre gestal­ten wol­len, dann loh­nen sich eher die kom­mer­zi­el­len Anbieter.

Vorteil 3: Rechtliche Absicherung

Hobbyfotografen oder Amateurfotografen, die bei Flickr oder einer ande­ren kos­ten­frei­en Bilddatenbank Fotos unter eine CC-Lizenz stel­len, sind sich oft gar nicht bewusst, was bei die­ser Vielfalt an Lizenzen alles erlaubt ist oder nicht. Deshalb sind oft Bilder unter einer kos­ten­frei­en CC-Lizenz zu fin­den, bei der nicht alle Rechte geklärt sind. Als Beispiel drei Fotos bei Flickr.


Erstes Szenario: Ein Fotograf lädt bei Flickr Bilder hoch unter einer CC-BY-Lizenz, das heißt, ein kom­mer­zi­el­le Nutzung ist erlaubt, Namensnennung erfor­der­li­ch. Sie sehen hier drei Frauen. Links eine Frau von den Philippinen, in der Mitte aus Madagaskar, rechts aus Indien. Die Fotografen sit­zen meist in den USA oder Großbritannien, was nahe legt, dass das Reisefotos oder Urlaubsfotos sind. Bei dem Foto in der Mitte stand als Kommentar bei Flickr sogar sinn­ge­mäß: „Unser Fahrer hielt kurz an, damit wir ein Foto der Familie auf dem Ochsenkarren machen konn­ten.“ Deshalb ver­mu­te ich, dass die Person nicht um Erlaubnis gefragt wur­de, ob sie jetzt auf dem Foto sein will. Kann sein, muss nicht sein: Deswegen ist der Bildnutzer in der Pflicht, beim Urheber nach­zu­fra­gen, ob wirk­li­ch alle Rechte für die­ses Bild geklärt sind. Wer für ein Projekt risi­ko­frei Bilder nut­zen will, hat dadurch unter dem Strich mehr Aufwand und Kosten als ursprüng­li­ch gedacht, wenn es heißt: „Ich goo­gle mal schnell paar kos­ten­lo­se Fotos“.

Ein ande­res Beispiel direkt von der Wikimedia-Commons-Seite. Sie sehen einen us-amerikanischen Rapper. Unten bei der Lizenzierung steht aus­drück­li­ch: Das Foto darf für jeden Zweck und auch kom­mer­zi­ell benutzt wer­den. Cool! Ich kann das als Poster dru­cken und beim Konzert der Band ver­kau­fen und damit Geld ver­die­nen. Sicherheitshalber habe ich beim Management des Rappers nach­ge­fragt, der sofort mein­te, das sei nicht erlaubt. Hier sind wir wie­der beim Widerspruch zwi­schen den Rechten des Fotografen, der dar­auf ver­zich­tet und den Rechten der abge­bil­de­ten Person, der die Nutzung nicht erlaubt. Dieser Widerspruch kann bei frei­en Lizenzen schnell auf­tre­ten. Die ange­ge­be­ne freie Lizenz ist des­halb in der Praxis manch­mal wert­los (Nachtrag: Das Bild wur­de mitt­ler­wei­le bei Wikimedia ent­fernt).

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Drittes Beispiel: Das ist eine us-amerikanische Band namens Birdeater. Die haben ihr Bandfoto sogar unter eine Public-Domain-Lizens gestellt und damit das Bild gemein­frei gemacht. Kurz gefasst heißt es, ihr dürft mit dem Bild machen, was ihr wollt. Ich bezweif­le auch hier stark, dass die Band einen Posterverkauf gut­hei­ßen wür­de. Deswegen habe ich wie­der per Email nach­ge­fragt. Seit sechs Wochen habe ich kei­ne Antwort erhal­ten. Wer einen engen Terminplan hat, könn­te die­ses Bild des­halb eben­falls nicht nut­zen, wenn er auf der recht­li­ch siche­ren Seite sein will.

Wie hand­ha­ben das im Gegensatz Microstock-Agenturen? Jeder Fotograf muss zu jedem Foto schrift­li­ch die dazu­ge­hö­ri­gen Modelverträge und Eigentumsfreigaben hoch­la­den. Das führt bei mir teil­wei­se dazu, dass ich zu einem Gruppenfoto zehn Verträge mit zwölf Unterschriften habe, nur um nach­wei­sen zu kön­nen, dass ich alle Rechte an die­sem Foto habe. Als Bildkäufer kann man sich dann sicher sein, das die Rechtefreigabe vor­her durch mich geklärt wur­de.

Einige Agenturen wie zum Beispiel Shutterstock, iStock­pho­to oder Vivozoom bie­ten sogar eine „Rechtegarantie“ an für recht­li­che Unbedenklichkeit und haf­ten selbst als Agentur bis zu 10.000 US-Dollar, falls doch mal etwas schief gehen soll­te. Gegen Aufpreis kann die­se Summe auf bis zu 250.000 US-Dollar erhöht wer­den. Falls man zum Beispiel eine Millionen Flyer druckt und die­se müs­sen ein­ge­stampft wer­den, weil irgend­wo ein uner­laub­tes Logo zu sehen ist, was weder vom Fotograf noch von der Agentur ent­deckt wur­de, dann bezahlt die Bildagentur das.

Deshalb: Bilder bei Bildagenturen kos­ten zwar etwas, dafür spart man Zeit und Nerven und bekommt für das Geld auch Rechtssicherheit und eine grö­ße­re Auswahl.

Hinweis: Dieser Artikel ist die ver­schrift­lich­te Form mei­nes Vortrags vom Mai 2011 auf der Frühjahrstagung “Mediale Werte” des Verein für Medieninformation und Mediendokumentation (vfm) in Dresden. Die Zahlen sind dem­nach ca. ein Jahr alt, die Screenshots wur­den teil­wei­se erneu­ert.

15 kostenlose Keyword-Tools für Stockfotografen

Die Verschlagwortung ist für Stockfotografen meist eine läs­ti­ge Sache. Dabei sind vor allem die Suchbegriffe aus­schlag­ge­bend, ob sich ein Foto oft oder gar nicht ver­kauft.

Gute Fotografen wis­sen des­halb den Wert einer genau­en, gründ­li­chen Verschlagwortung zu schät­zen. Ich hat­te vor eini­gen Jahren schon eini­ge hilf­rei­che Programme und Webseiten für die Verschlagwortung zusam­men­ge­tra­gen, aber da das im Internet Lichtjahre sind, gibt es heu­te eine aktua­li­sier­te Übersicht.

Welche kos­ten­lo­sen Tools hel­fen bei der Suche nach den rich­ti­gen Keywords oder der bes­se­ren Verschlagwortung?

1. Tag Editor

Der Tag Editor ist ein ganz neu­es Programm der Designerin Jacqueline Böttcher, die es in ers­ter Linie für sich selbst pro­gram­miert hat, um ihre eige­nen Bilder schnel­ler zu ver­schlag­wor­ten.

Der Grundgedanke beim „Tag Editor“ ist, dass der Nutzer sich Wortgruppen zu einem Oberbegriff anle­gen kann, die dann alle als Suchbegriffe zum Foto hin­zu­ge­fügt wer­den, wenn der Oberbegriff aus­ge­wählt wird. Es kön­nen auch ver­schie­de­ne „Tag-Listen“ ange­legt wer­den, damit zum Beispiel bei ver­schie­de­nen Themen der glei­che Oberbegriff ande­re Unterbegriffe ent­hal­ten kann. Diese Listen kön­nen auch expor­tiert und impor­tiert wer­den.

Das Programm ist noch in der Beta-Phase und kann Bugs ent­hal­ten, aber die Programmiererin stellt es trotz­dem schon hier kos­ten­los zum Download zur Verfügung (nur für Win). Geplant sind im Programm noch ein Thesaurus und eine Übersetzung ins Englische.

2. Picniche

Die Picniche-Webseite von Rob Davis ist ein Tool, mit dem Stockfotografen ana­ly­sie­ren kön­nen, wie groß Angebot und Nachfrage von Bildern mit bestimm­ten Suchbegriffen sind. Das gan­ze funk­tio­niert in meh­re­ren Sprachen, auch deut­sch und der Clou: Es wird ange­zeigt, wel­che ande­ren Suchbegriffe die Fotos mit den ein­ge­ge­be­nen Begriffen zusätz­li­ch am meis­ten ent­hal­ten. Picniche gibt es auch für den Browser Firefox als „Picniche Contributor Toolbar“, bei der – unter ande­rem die­se Begriffe auch gleich ange­klickt und in die Zwischenablage expor­tiert wer­den kön­nen.

3. Keyword Compare

Tyler Olson von der Microstockgroup hat ein ganz prak­ti­sches Tool ent­wi­ckelt, mit dem sich die Suchbegriffe von zwei Bildern ver­glei­chen las­sen: Welche Wörter sind iden­ti­sch, wel­che nur in dem einen oder ande­ren Bild ent­hal­ten und wie sähe die kom­bi­nier­te Liste aus? Außerdem zählt es auch gleich die Suchbegriffe. Das funk­tio­niert in jeder Sprache und ich benut­ze es manch­mal, wenn ich ein Bild mit einem Motiv habe, wel­ches sich aus zwei Elementen zusam­men­setzt, die ich schon in ande­ren Fotos beschrie­ben habe.

4. Microstock Keyword Tool

Ebenfalls von der Microstockgroup bereit­ge­stellt wur­de ein Keyword-Tool, wel­ches basie­rend auf ähn­li­chen Bildern die rele­van­tes­ten Suchbegriffe für das eige­ne Bild raus­sucht. Dafür wer­den in ein Suchfeld eini­ge Begriffe ein­ge­ge­ben, die Sprache defi­niert (neun Sprachen ste­hen zur Auswahl) und ange­ben, ob man in Fotos, Illustrationen oder Vektoren suchen will. Dann wird einem ange­zeigt, wel­che Agenturfotos die genann­ten Begriffe ent­hal­ten. Daraus wählt man die Motive aus, die dem eige­nen Foto am ähn­lichs­ten sehen und bekommt dann eine Liste mit häu­figs­ten ver­wen­de­ten Suchbegriffen. Gesucht wird in der Datenbank der Bildagentur Shutterstock.

5. Arcurs‘ Keywording Tool

Das kos­ten­lo­se Tool des Fotografen Yuri Arcurs funk­tio­niert genauso wie das „Microstock Keyword Tool“ und war genau­ge­nom­men sogar eher online. Der größ­te Unterschied ist, dass hier nicht nur bei Shutterstock, son­dern auch in den Bildern der Agentur Crestock gesucht wer­den kann. Dafür kann nicht nach Foto, Illustration oder Vektor gefil­tert wer­den.

6. Findphotokeywords

Die Webseite mit dem kla­ren Namen Findphotokeywords.com des slo­wa­ki­schen Fotografen Maros Markovic nut­ze ich am häu­figs­ten. Vom Prinzip her funk­tio­niert sie wie das Microstock Keyword Tool oder das von Yuri Arcurs. Man kann Suchbegriffe in neun Sprachen ein­ge­ben, aus­su­chen, ob in Fotos, Illustrationen oder Vektoren gesucht wer­den soll und ange­ben, wie vie­le Treffer ange­zeigt wer­den sol­len Der klei­ne, aber wich­ti­ge Unterschied ist, dass nicht nur eine oder zwei Agenturen durch­sucht wer­den, son­dern fünf! Fotolia, Shutterstock, Dreamstime, istock­pho­to und Getty Images. Damit sind sehr vie­le wich­ti­ge Webseiten abge­deckt und selbst wer nicht in eng­li­sch, son­dern in deut­sch ver­schlag­wor­tet, bekommt bei drei Agenturen (Fotolia, istock­pho­to und Getty) immer noch vie­le rele­van­te Treffer.

7. StockPhoto Keyworder

Beim Stockphoto Keyworder muss der Nutzer erst fünf eng­li­sche Begriffe in der lin­ken Spalte ein­ge­ben, dann erschei­nen auf Knopfdruck in der rech­ten Spalte häu­fig dazu pas­sen­de Begriffe, die durch einen Klick in die lin­ke Liste über­nom­men wer­den kön­nen. Wenn die Auswahl nicht aus­reicht, kann der mitt­le­re Knopf erneut gedrückt wer­den und so wei­ter. Anschließend kann die fer­ti­ge Liste in die Zwischenablage kopiert wer­den.

8. MyKeyworder

Die Webseite Mykeyworder.com funk­tio­niert eben­falls ähn­li­ch wie die Tools 4–6, jedoch wie­der mit eini­gen Unterschieden. Hier kön­nen zum einen end­li­ch auch Begriffe aus­ge­schlos­sen wer­den und außer­dem kann Flickr mit in die Suche ein­be­zo­gen wer­den, was meist jedoch nicht so hilf­reich ist. Nachteilig ist wie­der, dass nur Shutterstock unter­sucht wird. Dafür gibt es als net­tes Gimmick den „Shutterstock Keyword Optimizer“, bei dem ein Nutzer sei­ne Mitgliedsnummer bei Shutterstock ange­ben kann und sich dann anzei­gen las­sen kann, wel­che sei­ner Fotos weni­ger als eine vom Nutzer defi­nier­te Anzahl an Suchbegriffen auf­wei­sen. Wer will, kann sich auch eine Tagwolke aus­ge­ben las­sen.

9. Stocktagger

Der Stocktagger wur­de vom Österreicher Marcus Irsigler ent­wi­ckelt, haupt­säch­li­ch für die Nutzung bei istock­pho­to, aber es funk­tio­niert genau­so­gut für ande­re Agenturen. Nach einer – lei­der not­wen­di­gen – Registrierung kann man ein Wort ein­ge­ben, zu dem Synonyme und ande­re ähn­li­che Wörter ange­zeigt wer­den. Diese kön­nen durch einen Klick auf ein Plus-Symbol in die eige­ne Liste über­nom­men wer­den oder durch einen Klick auf das Wort selbst wer­den zu dem neu­en Wort wie­der­um Synonyme und ähn­li­che Wörter gesucht.

10. Photo Keywording Tool

Der Vollständigkeit hal­ber gilt es noch das schwe­di­sche Photo/Image Keywording Tool zu erwäh­nen. Das Prinzip ist iden­ti­sch mit dem von Tool 4, es unter­schei­det sich nur in der Anzeige der Keywords. Ist dem­nach Geschmackssache, was beque­mer zu nut­zen ist.

11. Semanger Keywords

Semanger ist eine seman­ti­sche Suchmachine, wel­che nicht expli­zit für das Verschlagworten von Fotos gedacht ist, aber aus ver­schie­de­nen Gründen trotz­dem gut dafür funk­tio­niert. Es wird in ein Suchfeld ein deut­scher Begriff ein­ge­ge­ben und man erhält eine Liste ver­wand­ter Wörter, Synonyme und pas­sen­de Assoziationen. Die Daten kom­men von der Suchmachine Yahoo/Bing und einem eige­nen Index mit vie­len .de- und .org-Domains. Da das Tool nicht für die Bildbranche gedacht ist, gibt es auch vie­le unpas­sen­de Treffer. Der Vorteil ist jedoch im Gegensatz zu den Tools, wel­che auf eine oder meh­re­re Bildagenturen als Datenbasis zurück­grei­fen, dass man kei­nen „Keyword-Inzest“ betreibt, also immer die ewig glei­chen Begriffe benutzt wer­den, wäh­rend Bildkäufer viel­leicht ganz ande­re Suchbegriffe ver­wen­den.

12. ProStockMaster

Die kos­ten­lo­se Software ProStockMaster (für Win und Mac) bie­tet eine Art Rumdum-Sorglos-Paket für Stockfotografen, mit der die­se ihre Fotos ver­wal­ten, sor­tie­ren, hoch­la­den und vor­her eben auch ver­schlag­wor­ten kön­nen. Nach Eingabe eini­ger Begriffe wer­den ähn­li­che Wörter vor­ge­schla­gen. Die Besonderheit: Die fer­ti­gen Suchbegriffe kön­nen auf Knopfdruck in vie­le ver­schie­de­ne Sprachen über­setzt wer­den.

13. Google Adwords Keyword Tool

Das kos­ten­lo­se Keyword-Tool von Google Adwords kann man – ähn­li­ch wie bei Semanger – ähn­li­ch gut als Stockfotograf zweck­ent­frem­den. Gedacht ist das Tool für Werbetreibende, wel­che wis­sen wol­len, wel­che Suchbegriffe sie buchen soll­ten, damit ihre Online-Werbung am meis­ten geklickt wird. Dafür stellt Google sehr wert­vol­le Daten zur Verfügung: Die tat­säch­li­chen Suchbegriffe, wel­che Leute wie Du und ich täg­li­ch bei Google ein­ge­ben. nach Eingabe eines oder meh­re­rer Begriffe schlägt das Tool wei­te­re Wörter vor, die dazu pas­sen könn­ten. Das bes­te: Diese las­sen sich dana­ch sor­tie­ren, wie häu­fig sie bei Google ein­ge­ge­ben wer­den. das heißt, dass ich wirk­li­ch die Begriffe nut­zen kann, wel­che mei­ne poten­ti­el­len Kunden eben­falls in der Realität ver­wen­den. Das ist auch der Grund, wes­halb ich die­ses Tool sehr ger­ne nut­ze.

Ich bin mir nicht sicher, aber es kann sein, dass man mehr Informationen erhält, wenn man sich vor­her mit sei­nem kos­ten­lo­sen „Google Adwords“-Konto ein­loggt.

14. Shutterstock Keyword Trends

Über das Keyword Trends Tool der Bildagentur Shutterstock hat­te ich schon hier im Blog aus­führ­li­cher berich­tet. Damit lässt sich ver­glei­chen, wel­che Suchbegriffe wann von Bildkäufern am meis­ten genutzt wer­den und wel­che Suchbegriffe häu­fi­ger ein­ge­tippt wer­den. Das Tool ist des­halb sehr wert­voll, weil wie­der Daten von ech­ten Bildkäufern genutzt wer­den.

15. Suchbegriffe, die zu Verkäufen füh­ren

Das ist der Traum eines jeden Stockfotografen: Schon vor­her zu wis­sen, wel­che Suchbegriffe wie oft tat­säch­li­ch zu Verkäufen füh­ren. Mittlerweile bie­ten eini­ge Bildagenturen die­se Daten ihren Fotografen an, auf ver­schie­de­ne Weisen. Die ers­te Agentur war Dreamstime, wel­che schon lan­ge in der Verkaufsauflistung zeigt, wel­che Begriffe der Käufer ver­wen­det hat. Wird dann auf das Bild geklickt, erschei­nen alle Begriffe unter­ein­an­der.

Shutterstock bie­tet in deren Beta-Testraum neue „Image Gallery Stats“ an, in denen pro­zen­tual ange­zeigt wird, wel­che Suchbegriffe bei einem Foto am häu­figs­ten zu einem Verkauf führ­ten.

Still und lei­se hat auch die Bildmaschine umfang­rei­che neue Statistikfunktionen ein­ge­führt. Eine sehr nütz­li­che ist die Funktion, bei der ange­zeigt wird, wie häu­fig die Suchbegriffe eines Fotos zu einer Anzeige des Fotos führ­ten.

Diese Daten der Bildagenturen hel­fen vor allem dann, wenn man schon vie­le Fotos online hat und ähn­li­che Motive ver­schlag­wor­ten will.

Hilfe, so vie­le Tools! Wie nut­ze ich die rich­tig?

Die Vielzahl die­ser Tools kann einen ver­wir­ren. Deswegen gibt es nächs­tes Mal einen Artikel dar­über, wie man die­se Tools am bes­ten kom­bi­niert und opti­mal nutzt.

Doch vor­her wür­de ich ger­ne wis­sen:
Welche (kos­ten­lo­sen) Keyword-Tools nutzt ihr am meis­ten und war­um? Oder kennt ihr gar wel­che, die ich ver­ges­sen habe?

Update: 16. FlemishTagger

Der FlemishTagger erlaubt das Sortieren von fer­ti­gen Keyword-Listen, sowie eine Längenbegrenzung auf eine bestimm­te Wortzahl sowie eine Rechtschreibprüfung. Außerdem wer­den Template-Listen für beson­ders häu­fig vor­kom­men­de Wortgruppen unter­stützt.