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Stockfotografie-Quick-Tipp 1: Geldscheine stehen lassen

Ein erfolgreiches neues Jahr wünsche ich euch allen!

Das neue Jahr möchte ich mit einer neuen Rubrik beginnen, welche hauptsächlich aus kurzen „Making-Ofs“ oder schnellen Tipps besteht, die für mich im Alltag ganz praktisch sind und euch vielleicht auch helfen, aber die nicht immer einen langen Blog-Artikel füllen würden: Den „Stockfotografie-Quick-Tipps„.

Beginnen wir mit einem der beliebtesten Stockfoto-Themen, dem Geld. Wie schaffe ich es eigentlich, dass die Geldscheine so schön aufrecht stehen wie auf diesem Foto?

Frau als Makler mit Haus und Dollar
Nun, zuerst werden die Geldscheine natürlich „gewaschen“, in unserem Fall eingesprüht und glatt gebügelt:

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Damit die Geldscheine im Fächer auch aufrecht stehen, halten wir einfach einen Stift dahinter. Der Euroschein auf dem Making-Of-Foto hingegen ist eher eine symbolische Stütze… 🙂

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Viel Spaß beim Nachmachen!

Just Handy-Pics 2

Mein erstes Handy hat jetzt drei Jahre auf dem Buckel und es wurde Zeit, auf den neusten Stand der Technik aufzurüsten. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich hier im Blog meine Handy-Serie etwas vernachlässigt habe.

Deswegen kommt heute als Reminiszenz auf das alte Handy noch eine Auswahl meiner besten alten Handyfotos (keiner Angst, die Familienfotos habe ich nicht berücksichtigt), bevor ich euch das nächste Mal mit einen Berg Instagram-Bilder zuschütten beglücken kann. Zwar gehe ich nicht so weit wie Martin Gommel, der sich zwangsweise seinem iPhone verschrieben hat, aber es ist schon echt bequem, seine Kamera wirklich immer immer immer dabei zu haben.

Ich komm nicht davon weg: Auch bei Handy-Schnappschüssen darf der berühmt-berüchtigte „Daumen nach oben“ nicht fehlen. Immerhin ist das Foto* nicht gestellt.

Dafür hier ein tiefer Griff in die Klischee-Kiste. Vielleicht sollte ich das Bild bei Pinterest posten?

Das Bild des Briefkastens kann übrigens hier kostenlos bei Pixelio heruntergeladen und redaktionell genutzt werden, wenn ihr euch an deren Lizenzbedingungen haltet.

Wie oft nutzt ihr euer Handy zum Fotografieren?

* Affiliate

Im Theater fotografieren: „Glazba“ beim Kroatisch-serbisch-deutschen Festival

Vorgestern war ich wieder im Theater. Genauer: In einem Tanztheater. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Theaterszene Europa – En kroatisch-serbisch-deutsches Festival“ im Juni 2011 gab es in der Studiobühne eine Aufführung von „Glazba„. Produziert wurde das Stück von „ekscene„, einer unabhängiger Organisation mit dem Schwerpunkt zeitgenössischer Tanz, die Choreografin war Isabelle Schad aus Berlin.

Was auf dem Foto oben so wild aussieht, ist der Versuch von Tänzern, „Tanz zu schreiben, indem der Körper als Instrument begriffen wird“ (Zitat Veranstaltungsheft). Müsste ich das Stück beschreiben, würde ich sagen, dass neun Frauen und vier Männer entweder einzeln, in kleinen Gruppen oder gemeinsam sich mal schnell und mal langsam elegant durch den Raum bewegt haben. Es sah gut aus und ich glaube, es gab keine Geschichte dahinter, die ich übersehen hätte.


Tänze zu fotografieren, ist  aus Fotografensicht meist sehr lohnend und ergiebig, weil die Tänzer gute Körperspannung haben und meist automatisch beim Tanzen fotogene Posen einnehmen. Wie ihr an diesem Foto sehen könnt, war es jedoch etwas schwieriger als sonst, weil es keine symmetrische Choreographie, sondern das Ensemble mehr wie ein Ameisenhaufen wirkte: Sieht aus wie Chaos, hat aber System.

Durch die scheinbar fehlende Struktur des Stücks gab es viele fotogene Momente, die zu unerwartet kamen oder an anderer Stelle auf der Bühne als dort, wohin ich gerade mein Objektiv gerichtet hatte.

Irgendwann dachte ich mir, dass sich Tanz ja durch die Bewegung definiert. Da lag es nahe, zum bewährten Hilfsmittel zu greifen, um Bewegung festzuhalten: Der Langzeitbelichtung. Die verwischten Bilder habe ich mit Belichtungszeiten zwischen 1/6 und 1 Sekunde aufgenommen. Die Kamera habe während des gesamten Shootings mit einem Einbeinstativ stabilisiert, weshalb die Personen im Hintergrund auch trotzdem scharf abgebildet werden.

Da mir das Ergebnis gut gefiel, probierte ich noch einige Einzelaufnahmen von verschwommenen Tänzerinnen. Leider waren diese „Solodarbietungen“ oft ohne Musikbegleitung. Mit anderen Worten: Es herrschte Stille im Saal. Ich wollte das zahlende Publikum nicht zu sehr mit lauten Auslösegeräuschen nerven, weshalb mir nichts anderes übrig blieb als manchmal gute Chancen ungenutzt verstreichen zu lassen.

Ein anderer Fotograf neben mir hatte seine Kamera klugerweise in eine Art Stoffbeutel gepackt, um den Auslöser zu dämpfen. Da sollte ich mich das nächste Mal besser vorbereiten. Die Canon 1D Mark III hat auch einen „Silent Mode“, die 5D Mark II leider nicht.

Das Fotografieren des Stücks zerriß mich übrigens fast innerlich. Zum einen dachte ich ständig: „Wow, die machen tolle fotogene Bewegungen, die hätte ich gerne mal im Studio“, aber gleichzeitig immer auch: „Mist, das sah toll aus, aber jetzt haben sie sich schon wieder bewegt, können die nicht mal still halten?“.

Welches Foto findet ihr am besten? Und habt ihr einen Tipp für eine Geräuschdämmung an meiner Canon 5D Mark II?

Tutorial: Geniale Tropfenfotos selbst machen

Vor paar Monaten entdeckte ich im Newsstream meines Facebook-Accounts paar wirklich coole Fotos. Im Grunde sehr simpel: Bunte Tröpfchen, die ins Wasser fallen. An sich nichts Neues. Aber: Der Fotograf Daniel Nimmervoll perfektionierte diese Art der Fotos immer weiter, bis aus den einfachen Tropfenfotos plötzlich komplexe Wassergebilde wurden. Deshalb habe ich ihn gefragt, ob er uns verraten möchte, wie er gelernt hat, solche genialen Bilder zu machen:


Deshalb heute Vorhang auf für den Gastartikel von Daniel Nimmervoll:

______ab hier schreibt Daniel____

Mein Name ist Daniel Nimmervoll, ich bin aus Österreich und fotografiere nun seit drei Jahren. Ich würde mich als ambitionierter Hobbyfotograf bezeichnen. Seit zwei Jahren versuche ich mich auch in der Stockfotografie. Bisher begeisterte mich die Makro-Fotografie, vor allem Insekten haben es mir angetan. Doch seit neuestem bin ich einer neuen „Sucht“ verfallen.

Im Dezember 2010 stieß ich zufällig auf diesen Thread im DSLR-Forum und habe mir dabei prompt den Tropfenvirus eingefangen. Dieser Thread ist für mich besonders, weil sich hier alle gegenseitig weiterhelfen. [Anmerkung R. Kneschke: Der Thread ist wirklich sehr lesenwert und ein Paradebeispiel für das Lernen von Fototechniken im Internet] Fast alle geben ihre Erfahrungen preis und teilen sie mit anderen. Das möchte ich heute auch. Wie mache ich meine Tropfenfotos?


Mein Aufbau

Angefangen habe ich mit einem normalen Infusionsset. Da ist aber das Timing recht schwierig. Deshalb habe ich mir den Stopshot von Cognisys zugelegt. Damit lässt sich jeder Tropfen perfekt auf Millisekunden genau einstellen. Ein Magnetventil öffnet sich z. B. für 50 ms (Damit wird der 1. Tropfen erzeugt. Ist die Zeit kürzer, wird er kleiner), ist dann für z. B. 90 ms geschlossen und öffnet sich dann nochmal für z. B. 44 ms für den 2. Tropfen. Das lässt sich mit dem Controller einstellen. Wenn der 2. Tropfen nun die Lichtschranke passiert hat, löst z.B. nach 120 ms die Kamera aus.

Damit kann man sich wesentlich besser auf die Formen und das Licht inkl. der Farben konzentrieren.

Für die Beleuchtung ist es wichtig, dass man Blitze verwendet, die eine sehr kurze Abbrenndauer haben, um die schnellen Bewegungen einzufrieren. Ich verwende dazu den Canon 580 EX II* und weiters hab ich mir zwei gebrauchte Canon 540 EZ gekauft. Hier ist es wichtig, die Leistung auf 1/32 oder 1/64 bzw. 1/128 zu drosseln. Dadurch erreicht man die Abbrennzeiten von <1/10000 sek. Die Kamera stelle ich dabei auf ISO 200 und verwende die Blende 16, um genügend Schärfentiefe zu bekommen.

Die Wanne besteht aus Plexiglas und sollte möglichst flach sein (z.B. so eine*). Optimaler Wasserstand ist 1,5 bis 2,5 cm. Meine Wanne ist 85 cm lang. Je länger die Wanne ist, umso flacher kann man die Tropfen fotografieren ohne den Rand hinten bzw. vorne zu sehen. Die Wanne könnte also auch noch länger sein. Um das Licht weicher zu machen, steht vor den hinteren Blitzen eine matte Plexiglasscheibe. Hier muss man etwas experimentieren, um ein schönes Licht zu bekommen. Bereits kleinste Veränderungen können eine große Auswirkung haben. Zum Beispiel wie schräg die Plexiglasscheibe steht, wie weit die Blitze entfernt stehen oder welche Brennweite bei den Blitzen eingestellt ist.

Auf dem Bild ist mein Canon Speedlight 580 EX II* mit einem selbstgebauten Snoot zu sehen. Die Blitze werden über Funk (RF-602 von YongNuo*) ausgelöst. Um Farbe ins Spiel zu bekommen verwende ich das Lee Musterheft. Diese Filterfolien haben die perfekte Größe für die Blitze.

Damit die Tropfenfotos nicht flau, sondern schön knackig werden, ist es wichtig, dass das meiste Licht von hinten kommt. Der vordere Blitz soll nur den „Fuß“ vom Tropfen etwas aufhellen und somit habe ich mir einen Snoot gebastelt. Einfach schwarze Strohhalme abgeschnitten und in einem zurecht geformten Karton hinein geklebt.

Um die Oberflächenspannung des Wassers zu verringern, gebe ich 1-2 Tropfen Klarspüler in die Wanne. Beim Tropfwasser kann man viel experimentieren. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Guarkernmehl* gemacht. Für einen Liter reicht hier schon ein Teelöffel. Dieses koche ich kurz auf und wird dann zwei Mal mit einem Kaffeefilter filtriert. Das erste Mal, wenn’s noch heiß ist und das zweite Mal, wenn das Wasser dann Zimmertemperatur hat. Einige haben auch mit Zuckerwasser recht gute Erfahrungen gemacht. Probiert habe ich auch schon Glycerin, jedoch war ich mit den Ergebnissen nicht so zufrieden. Was auch immer gut aussieht, ist Milch, vor allem, weil es die Farben des Blitzlichtes sehr gut absorbiert. Je nach Geschmack kann man auch Lebensmittelfarbe* rein geben. Mache ich öfters beim Guarkernmehl. Der Kreativität sind also keine Grenzen gesetzt.

Mit diesem Aufbau erhält man dann unter anderem solche Fotos:

Eines meiner ersten Foto mit dem Stopshot, hier mit normalem kalten Leitungswasser.

Für solch ein Foto braucht man 3 Tropfen. Der 3. ist quasi vor wenigen Millisekunden eingeschlagen. Hier habe ich Milch verwendet, die grün angeblitzt worden ist. Übrigens, das Foto schaffte es im Fotowettbewerb 29 der ColorFoto auf Platz 2.

 

Im Tropfenwasser hatte ich hier Guarkernmehl mit roter Lebensmittelfarbe.

Eine Handvoll Leute im DSLR Forum haben herausgefunden, das man unter bestimmten Umständen auch sehr hohe Tropfen erzeugen kann. Dadurch, dass wir solche Fotos vorher noch nirgendwo anders in dieser Form gesehen haben, halten sich bisher alle zurück, das Geheimnis preiszugeben. Nur soviel: Mit viel Geduld und Übung kann jeder dahinter kommen. Die Tropfen steigen dabei auf über 20 cm Höhe und dadurch ergeben sich wiederum ganz andere Möglichkeiten in der Form und der Bildgestaltung.

Ich hab das Foto „Dildo“ genannt 😉 Ich hatte hier Glycerin verwendet und den Blitz nur auf den oberen Bereich mit dem Snoot und einer roten Folie gerichtet.


„Chaos-Tropfen“


Ob sich sowas auch verkaufen lässt? Ich hätte es bei der Bildagentur Stockfood versucht. Die haben bisher jedoch wenig Interesse gezeigt. Bei Fotolia bekomme ist eine Ablehnung nach der anderen. Bisher haben es nur wenige Fotos geschafft, angenommen zu werden. Ich denke, dass diese Bildagenturen solche Fotos nicht gebrauchen können. Sind wohl zu viel Kunst.

Deshalb habe ich es bei WhiteWall versucht und siehe da, hier wurden sogar schon einige in den Kunstmarkt aufgenommen. Auch bei Flickr findet ihr meine Tropfen-Galerie mit den besten Ergebnissen.

Vielleicht noch kurz für alle Stopshot-Interessenten. Ich habe mich vor allem auch deshalb dafür entschieden, weil man damit auch Ballistik-Shootings machen kann. Habe mir dafür schon mal den Cross Beam Sensor mitbestellt. Für den Fall, dass ich mal platzende Luftballons oder dergleichen im spannendsten Moment fotografieren will, hab ich mir damals auch noch das Mikrofon mitbestellt, welches die Kamera durch Geräusche auslösen kann.

Ich hoffe das euch meine Fotos gefallen. Aktuelle werdet ihr auch immer auf meiner Webseite www.nimmervoll.org finden. [Update:] Außerdem gibt es von mir jetzt das Buch „Highspeed Fotografie„* mit viel mehr Tipps zum Thema.

Falls ihr noch Fragen habt, könnt ihr diese gerne in den Kommentaren stellen, ich versuche sie dann zu beantworten.

Update 23.7.2011: Auf Wunsch des Fotografen wurden einige Bilder ausgetauscht oder entfernt.

* Affiliate-Link

Wie plane ich ein Outdoor-Shooting? Ein Praxisbeispiel

Mein erster Artikel darüber, wie genau ich ein Shooting plane, in dem Fall in einer Bibliothek, kam ganz gut an.

Deshalb heute eine Art Making-Of einiger Frühlingsbilder im Freien, von denen ich eins hier schon kurz vorgestellt hatte.

Frau schüttelt Kirschbaum

1. Das Model

Mit dem Model, einer jungen blonden Frau, habe ich vor einigen Wochen schon ein Shooting gehabt, was über eine Anfrage von mir über die Model-Kartei zustande kam. Wir kannten uns deshalb beim zweiten Shooting schon. Die meisten Bilder waren als Studio-Aufnahmen geplant, aber da das Wetter herrlich war, wollten wir es uns nicht nehmen lassen, zusätzlich einige Fotos im Freien zu machen.

2. Die Vorbereitung

Ich könnte jetzt behaupten, dass ich akribisch den Wetterbericht und den Stand der Kirschblüten verfolgt hätte, um den richtigen Termin zu finden. Ist aber Quatsch. Die Outdoor-Fotos waren nur „Bonus“, deshalb reichte ein Blick aus dem Fenster und die Erinnerung an meinen Spaziergang einen Tag vorher im gleichen Park.

Ich ließ das Model ein weißes Oberteil anziehen, weil das neutral, zeitlos und frisch wirkt. Im Studio nutze ich weiße Kleidung nicht so gern, da weißes Shirt auf weißem Hintergrund oft konturlos wirkt und schwierig auszuleuchten ist. Hier passte es jedoch.

Um Bewegung ins Bild zu bringen, hielt das Model die linke Hand am Ast des Kirschbaums, rüttelte paar Mal und dann drückte ich auf den Auslöser.

3. Die Ausrüstung

Fotografiert habe ich mit meiner Canon EOS 5D Mark II* und dem Canon 85mm IS USM L 1.2-Objektiv*. Neben dem vorhandenen Licht nutzte ich einen Speedlite 580EX II*-Blitz mit einem draufgesteckten Rayflash-Ringblitz-Adapter*. Ich hatte noch mein 50mm-1.8-Objektiv mit, was aber nicht zum Einsatz kam.

4. Die Technik

Das obige Bild wurde bei ISO 100 mit Blende 2.8 und 1/500 Sekunde Belichtungszeit aufgenommen. Die Tiefenschärfe sollte möglichst gering sein, um mehr räumliche Tiefe ins Bild zu bringen. Ich hätte zwar bis Blende 1.2 gehen können, aber das hätte mir einen Bereich von ca. 4 mm gegeben, der scharf geblieben wäre, das ist bei so einem bewegten Motiv (Model und Fotograf bewegen sich minimal vor und zurück) zuwenig. Mit Blende 2.8 hatte ich mit ca 9 mm über das Doppelte an Schärfe.

Weil die Blitzsynchronzeit nur bis 1/200 reicht, musste ich den High-Speed-Modus aktivieren. Das kostet Strom, deshalb hatte ich mehrere Packen Ersatz-Batterien bei, von denen ich auch zwei einwechseln musste. Der Ringblitz-Adapter vor dem Blitz sorgt dafür, dass das Licht auch auf der Kamera nicht flach wirkt, sondern die natürlich vorhandenen Schatten sanft und gleichmäßig reduziert. Da der Adapter etwas Licht schluckt, habe ich die Blitzleistung auf +1 erhöht, was ebenfalls mehr Batteriepower frisst.

Entspannung durch Blütenduft

5. Die Variationen

Während das erste Foto fast eine Art Wimmelbild ist, sollte das zweite gezeigte Bild einen schlichten, meditativen, reinen Charakter haben. Deshalb habe ich die geringere Blende 2 risikiert und die Belichtung manuell um eine 1/3 Blende erhöht, um das Bild ganz leicht überzubelichten. Auch sind viel weniger Details im Bild, fast nur der Kopf und die Blüten.

Insgesamt habe ich von den Kirschblüten 13 verschiedene Fotos ausgesucht, die ich über die Bildagenturen anbiete. Mit dabei sind Varianten mit blauem Himmel, mit springendem Model, horizontal, vertikal, gekippter Horizont, Draufsicht, leichte Froschperspektive, Blick in die Kamera, Blick weg von der Kamera und so weiter.

6. Die Fehler

Ja, ich mache immer noch welche. In diesem Fall war es Bequemlichkeit. Obwohl ich mein 50mm-Objektiv dabei hatte, wollte ich nicht ständig die Objektive wechseln, was dazu führte, dass die Ausschnitte relativ ähnlich sind und wie beim unteren Bild etwas zu oft die Arme angeschnitten sind. Außerdem habe ich anfangs erst spät gemerkt, dass die Batterien schlapp machen, weshalb ich einige schöne Motive habe, auf denen der Aufhellblitz fehlt und dadurch die Schatten zu stark sind.

Kein richtiger Fehler, aber nicht optimal war der Blütezeitraum der Kirschen. Ein oder zwei Tage früher hätten die Kirschbäume noch romantischer ausgesehen.

Frau wirft Blütenblätter

7. Die Nachbearbeitung

Bei diesen Outdoor-Bildern habe ich deutlich die Farbsättigung nach oben gedreht, den Kontrast und die Helligkeit leicht angehoben, die chromatische Abberation rausrechnen lassen und die rosa/lila-Töne etwas abgedunkelt, damit auch diese Farben satter wirken. Beim Model gab es kaum etwas zu retuschieren. Nur auf einigen Bildern blitzten schwarze BH-Träger unter dem Oberteil hervor, was unpassend aussah und ich entfernen musste.

8. Die Verschlagwortung

Das obige Bild habe ich dann mit folgenden Suchbegriffen versehen:

„Frau; Frühling; Spaß; Kirschbaum; rosa; fliegen; Bewegung; Frische; Blüte; lachen; Kirschblüte; Natur; frisch; Baum; werfen; Blütenblätter; Heiterkeit; blühen; Park; schütteln; Zweig; Ast; Japanische Blütenkirsche; Portrait; Blütenblatt; Umwelt; Freude; Freiheit; Kirschblüten; glücklich; grün; Freizeit; Garten; Landschaft; Lebensfreude; Schönheit; schön; lächeln; jung; Mensch; Kopf; Gesicht; blond; 20-30; Jahre; Europäer; Außenaufnahme; draußen; Tag“

Das zweite Foto enthält die Keywords:

„Frau; Blüte; Baum; Frühling; Duft; riechen; Kirschblüte; Garten; Kirsche; Natur; Gesicht; glücklich; Genuss; Entspannung; Schönheit; Park; frisch; Zweig; Portrait; rosa; duften; Kirschblüten; Blüten; Ast; Geruch; grün; Reinheit; Harmonie; Sommer; Romantik; Umwelt; Wellness; schön; Saison; attraktiv; jung; weiblich; Mensch; Person; Kopf; blond; 20-30; Jahre; Europäer; Außenaufnahme; sonnig; im Freien; draußen; Tag“

Bei der Baumsorte habe ich im Internet recherchiert, welche Sorte wahrscheinlich die richtige ist (Japanische Blütenkirsche). Ganz sicher bin ich mir jedoch immer noch nicht. Da fehlt halt das Botanik-Studium. Es sind jeweils ca. 50 Begriffe, je nach Bildagentur lösche ich jedoch auch die Hälfte. Jetzt nur noch hochladen und die Bilder verkaufen.

Mehr Informationen für gelungene Stockfotos findet ihr übrigens in meinem Buch „Stockfotografie. Geld verdienen mit eigenen Fotos„*.

* = Affiliate-Link