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Immer noch betrügerische Scam-Mails an Models im Umlauf

Ich hat­te schon vor vier Jahren an die­ser und die­ser Stelle vor Scam-Mails gewarnt, wel­che Models und Fotografen betrü­gen wol­len.

Da gera­de wie­der die nächs­te Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ anläuft und Models immer noch berich­ten, dass sie sehr frag­wür­di­ge Jobangebote bekom­men, die ein­fach zu gut klin­gen, um wahr zu sein, möch­te ich wie­der kurz ein Beispiel vor­stel­len, was ich hier im Forum der Model-Kartei gefun­den habe.

Die Masche des Tricks funk­tio­niert im Prinzip immer gleich, nur die Details ändern sich. Der Ablauf sieht meist so aus:

  1. Ein angeb­li­cher Fotograf, fast immer aus dem Ausland, fragt ein Hobby-Model, wel­ches sich bei der Model-Kartei, Stylished, Facebook oder einer ande­ren Plattform ange­mel­det hat, kurz per Privatnachricht o.ä., ob es Interesse an einem Shooting habe.
  2. Wenn das Model Interesse bekun­det und nach Details fragt, kommt eine sehr aus­führ­li­che Mail, in denen vie­le tol­le Sachen und ein hohes Honorar ver­spro­chen wer­den. Diese lau­tet z.B.

Hello [Name des Models],
Thank for your inte­rest and Nice rea­ding from you,here is more infor­ma­ti­on about the assi­gn­ment is a £1600 pay Fashion job (Assignment) for you, My cli­ent wants to update her Catalog with her new year release Fashion out­fits and to host one of the 2013 model event with her new fashion from Italy this assi­gn­ment is to encou­ra­ge the upco­m­ing models in the indus­try she is affi­lia­ted with the Academy Art, you don’t have to be worried about your expe­ri­en­ce or pre­sent look becau­se we have spe­cia­list sty­list and make artist who will bring the real beau­ty out of you, I’m a pro­fes­sio­nal photographer/Manager with 7years expe­ri­en­ced :). Find all details for the job below..

Job Location
The shoo­ting will hold at a ren­ted pho­to­graph­ers stu­dio in your loca­ti­on, so you don’t have to worry about tra­ve­ling ‚the name and address of the stu­dio will be for­war­ded to you befo­re the date of the shoo­ting, all make up will be taken care of in the stu­dio. You can come along with any body of your choice on the day of the shoo­ting, your mum, dad, fri­end, body-guard any­bo­dy you wish to come with just for you to feel more com­for­ta­ble.

Job details
You have 12 dif­fe­rent Fashion out­fits to cover,which would be pro­vi­ded by our cli­ent on the day of the shoo­ting.

Types of cloths
Jeans and Jackets

Name of cli­ent
[Name einer seriö­sen US-Designerin inklu­si­ve deren Webseite]

Company Name/Designer
[Name einer seriö­sen Designerin inklu­si­ve deren Webseite]

Job per­cen­ta­ge
The total pay for the jobs is £1600 as your part pay­ment befo­re the shoot to assu­re you that the job is yours and for you to get the necessa­ry thing you nee­ded for the shoot . Shooting Date the date for the shoo­ting is not fix,i will have to make arran­ge­ment for that ahead from now,I will email you the exact date for the shoo­ting a week befo­re as soon as the arran­ge­ment is com­ple­ted with our cli­ent.

Requirements
Very Attractive, Classy, In Great Shape, Extremely Outgoing & Personable, out spo­ken, Must be Reliable.

Payment Policy
As part of my working poli­cy and ethics,i recei­ve part pay­ment from any cli­ent befo­re I pro­ceed with any job and balan­ce imme­dia­te­ly after the shooting,this is to iden­ti­fy a serious cli­ent and ascer­tain the job,I hope you com­pre­hend this fact.

I will keep you updated as to when our cli­ent wants to make upfront pay­ments

Expectation
you need to have good and attrac­tive poses .(start prac­ticing) Basically this is all requi­red of you,for your make up my cli­ent will be taken care of it,you don’t have to be bother for any make up,please get in touch with me if you will take the job and we can go from there,just let me know if you will take the job to com­men­ce with next arran­ge­ment.

Do send your recent pic­tu­re to me .

My home­page
[erwäh­ne ich mal nicht, sieht aber schick aus]

Please I’d like you to check your email on a regu­lar bases, I might have updates for you..

Thank And God Bless You …“

3. Es ist jetzt egal, was das Model ant­wor­tet. WENN es ant­wor­tet, bekommt es auf jeden Fall die Zusage für den „Job“, wel­che unge­fähr so aus­sieht:

Hello [Name des Models],

I’m glad to inform you have read back from my cli­ent and she was plea­sed by working to work with you for the cata­log shoot and assu­red me that part pay­ment will be mai­led to you, until you recei­ve
and con­firm pay­ment we will not shoot, your total pay for the job is £1,600 and part pay­ment will be mai­led to you first and the balan­ce after the shoo­ting, i hope you under­stand ? Send me your pay­ment
details as to which our cli­ent is to mail out your part pay­ment to you in the form below

Your Full Name ( As it will be writ­ten on Cheque) :.….….….….…
Full Address :.….…..
Home Phone #.….….….….….…
Cell Phone.….….….….….…..
Age :.….….….
Height:.….……
Weight.….….…
Waist.….….….
Shoe Size.….….
Waist size.….…
Clothing Size:
Burst size.….….
Outseam.….….…
Inseam:.….….…
Suit/Jacket:.….…
Shirt/Nec.….……
Shoe Size.….…..
Any Exscort (If Yes Who?)

All Your infor­ma­ti­on will be well kept,Also she said after we con­firm the part pay­ment, we will all have a fixed date and loca­ti­on for the shoo­ting that best fits. Make-up, hair etc would be taken cared of at
the Studio as we are pre­sent­ly deli­be­ra­ting with some stu­dio agents over loca­ti­on, remem­ber you can come along with anyo­ne of your choice.You have 12 dif­fe­rent fashion out­fits to cover as i alre­a­dy
men­tio­ned which would be pro­vi­ded by our cli­ent on the day of the shooting.most type of clot­hing will be Jeans and Jackets Regards your poses just be prac­tice the one you know for now as time goes on befo­re
the shoo­ting date the­re will be someo­ne to prac­tice with you and teach you more pose and sty­les that will suit the shoot as i know you are pro­fes­sio­nal too.,as you know this cata­log will publish world wide this may be your open way oppor­tu­ni­ty. I hope all is well sta­ted, make sure you get back with requi­red pay­ment details at once thank you.

Regards,
Peter“

Wie funk­tio­niert der Betrug?

Ganz ein­fach: Der Täter schickt wirk­li­ch vor­ab einen Scheck, sogar mit einer höhe­ren Summe als in der Email ver­ein­bart. Kurz dar­auf kommt eine Nachricht, dass man ver­se­hent­li­ch zuviel Geld geschickt habe und das Model die Differenz auf ein Konto (oder via Moneybookers oder Western Union o.ä.) über­wei­sen sol­le. Das Model macht das brav, weil es ja den gut­be­zahl­ten Modeljob haben will. Kurz dar­auf teilt die Bank dem Model mit, dass der ers­te Schick nicht gedeckt sei und das Model des­halb kein Geld bekom­me. Das über­wie­se­ne Geld ist aber weg!

Was soll­te das Model stut­zig machen?

Ein angeb­li­ch Fotograf will für ein Shooting in den USA ein deut­sches Model buchen und in bri­ti­schen Pfund? Das klingt schon mal komi­sch. Und selt­sam, dass der angeb­li­ch eng­li­sche Muttersprachler so vie­le Schreibfehler in sei­nen Nachrichten hat. Außerdem sind £1.600 ca. 1.850 Euro, das ist eine Tagesgage, wel­che selbst Topmodels nei­di­sch wer­den lie­ße. Bei sol­chen Summen wer­den Models auch nicht mehr nur „nach Fotos“ gebucht, son­dern es fin­den immer Castings statt. Generell kann der Betrüger in sei­ner Mail so vie­le, tol­le, schö­ne Sachen (Flug, Unterkunft, Verpflegung umson­st, Modeltraining etc.) ver­spre­chen wie er will, weil es sowie­so nur um den fal­schen Scheck geht und dana­ch kein Shooting statt­fin­den wird.

Die im Text erwähn­ten rea­len Firmen und Designer habe ich übri­gens kon­tak­tiert und die­se bestä­tig­ten mir, dass sie mit die­sen Mails nichts zu tun haben.

Welche Varianten des Betrugs gibt es?

Da die Art des Auftrags voll­kom­men egal ist und das Ziel des Betrügers nur ist, dem Empfänger einen glaub­haf­ten Grund zu geben, ihm einen unge­deck­ten Scheck zu schi­cken und um eine Rücküberweisung des zuviel gezahl­ten Geldes zu bit­ten, kann er viel erzäh­len. Fotografen wer­den mit fürst­li­chen bezahl­ten Bikini-Shootings auf einer Karibik-Insel gelockt, Visagisten wird eine Zusammenarbeit mit Top-Models ver­spro­chen, Tänzern wird erzählt, dass sie einen gro­ßen Auftritt in einem renom­mier­ten Haus bekä­men und so wei­ter.

Wie soll mit sol­chen Mails umge­gan­gen wer­den?

Löschen und ver­ges­sen. Ganz ein­fach.

Habt ihr auch schon sol­che Mails bekom­men? Wie habt ihr reagiert?

Warum Pinterest Fotografen eher schaden als helfen wird

In der bun­ten Welt der Bilder gibt es einen neu­en Hype: Pinterest!

Für alle, die davon noch nichts gehört haben: Pinterest ist ein Web-Service, mit dem Leute belie­bi­ge Fotos aus dem Internet an ihre eige­ne Pinterest-Seite „pin­nen“ kön­nen. Es ist also – wie der Name ver­mu­ten lässt – eine Art digi­ta­le Pinnwand, auf der Leute ihre Webfundstücke prä­sen­tie­ren kön­nen. Vor allem Fotografen ken­nen das sicher, dass sie ger­ne inspi­rie­ren­de Motive aus dem Netz in einem Ordner auf der Festplatte sam­meln.

Das Besondere – und mei­nes Erachtens auch das Riskante – an Pinterest ist nun, dass die gepinn­ten Bilder für alle sicht­bar sind – nicht nur für Mitglieder, son­dern alle Internet-Nutzer. Die „Pins“, also die mar­kier­ten Fotos, kön­nen die Nutzer in „Boards“ anle­gen, ver­gleich­bar mit ver­schie­de­nen Ordnern, um die Motive zum Beispiel nach Themen, Farben oder ande­ren Kriterien zu sor­tie­ren. Das Ganze kann dann zum Beispiel so aus­se­hen:

oder auch so:

 


Wird die Maus auf eins der Bilder gehal­ten, erscheint gleich ein klei­nes Pop-Up-Fenster, mit dem Pinterest-Nutzer das Bild sofort auf ihre eige­ne Pinnwand „re-pinnen“ kön­nen. Wird auf eins der Bilder geklickt, erschei­nen Detailinformationen, Kommentare ande­rer Nutzer zum Bild, und ähn­li­che Bilder etc. Das sieht zum Beispiel so aus:

Klingt doch alles super? Vielleicht. Das Problem wird aber schnell sicht­bar.  Das Foto des jun­gen Geschäftsmann oben ist bei­spiels­wei­se ist ein Bild des Stockfotografen Yuri Arcurs und es wur­de von der ita­lie­ni­schen Fotolia-Webseite kopiert, ohne es zu kau­fen – ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Aber gehen wir einen Schritt zurück und nähern uns dem Problem anders.

Einige Fotografen pro­pa­gie­ren Pinterest als krea­ti­ven neu­en Weg zum Selbst-Marketing. Durch das Pinnen eige­ner Bilder wür­den Fotografen einen gro­ßen Kundenstamm errei­chen kön­nen, der son­st viel­leicht nie von dem jewei­li­gen Fotografen gehört hät­te oder sie erzeu­gen Traffic auf die eige­ne Webseite oder den Blog. Andere sehen das eher mit Einschränkungen so und wie­der ande­re raten Fotografen strikt von der Pinterest-Nutzung ab. Ich ten­die­re eher zur letz­te­ren Meinung und kann die Ablehnung auf drei Ebenen begrün­den.

1. Ebene: Das Pinterest-Problem der Quellenangaben

Nehmen wir an, dass ein Fotograf nur sei­ne eige­nen Fotos dort ver­öf­fent­licht. Die „Pinterest-Etikette“ besagt, dass die Originalquelle immer ange­ge­ben wer­den soll­te. Das ist aber kei­ne Pflicht. Wenn jemand ein Foto ohne Quellenangabe hoch­lädt und es von dort oft wei­ter gepinnt wird oder jemand das Fotografenfoto nimmt, aber die Quelle nicht mehr erwähnt, führt das schnell dazu, dass mas­sen­haft Fotos des Fotografen im Netz her­um­schwir­ren, ohne dass der gewünsch­te Werbeeffekt ein­tre­ten kann. Von Pinterest schwappt es dann nach Tumblr, Weheartit oder Flickr und irgend­wann gilt das Bild als „ver­wais­tes Werk“ (orphan work), wel­ches legal genutzt wer­den kann, ohne den Fotografen zu fra­gen, weil der Urheber nicht mehr zu ermit­teln sei.

Deshalb gilt: Wer unbe­dingt eige­ne Bilder bei Pinterest ein­stel­len will, soll­te das immer nur mit sicht­ba­ren Wasserzeichen und Urheberhinweis in den Metadaten machen.

Die Macher von Photoshelter haben in einem lesens­wer­ten Blogbeitrag auch fest­ge­stellt, dass die Hauptnutzer von Pinterest jun­ge Frauen mit wenig Geld sind, wel­che „Design“ oder „Handarbeit“ als ihr Hobby ange­ben. Das ist meist nicht die Zielgruppe, die Fotografen bucht. Und war­um soll­ten die­se Leute Fotos kau­fen, wenn sie die­se doch kos­ten­los bei Pinterest ver­öf­fent­li­chen kön­nen? Das führt lang­fris­tig zum Problem auf der drit­ten Ebene, aber zuer­st kommt die zwei­te Ebene:

2. Ebene: Das Pinterest-Problem der Urheberrechte

Wer sich mit Medienrecht oder Fotografie etwas aus­kennt, wird beim Blick auf Pinterest inner­halb von Sekunden vie­le Urheberrechtsverstöße erken­nen. Anders for­mu­liert: Viele Bilder wer­den dort ille­ga­ler­wei­se gezeigt. Im ver­klau­su­lier­ten Kleingedruckten der Nutzungsbedingungen schreibt Pinterest, dass ver­öf­fent­lich­te Bilder frei von Rechten Dritter sein müs­sen:

You agree not to do any of the fol­lo­wing: Post, upload, publish, sub­mit, pro­vi­de access to or trans­mit any Content that: (i) infrin­ges, misap­pro­pria­tes or vio­la­tes a third party’s patent, copy­right, trade­mark, tra­de secret, moral rights or other intel­lec­tual pro­per­ty rights, or rights of publi­ci­ty or pri­va­cy“

Viele Nutzer hal­ten sich jedoch nicht dar­an. So brauch­te ich wie­der nur Sekunden, um für jede der gro­ßen Bildagenturen hun­der­te von Fotos zu fin­den, die dort gezeigt wer­den, fast immer noch mit dem Wasserzeichen der Bildagentur, ver­mut­li­ch oft ohne Erlaubnis des Fotografen: Hier von Fotolia, von Shutterstock,  von istock­pho­to oder Dreamstime, aber auch von Getty Images, Corbis oder Alamy.

Zusammen sind das schnell tau­sen­de ille­ga­le Bilder, gefun­den inner­halb von weni­ger als paar Minuten.

Auf mei­ne Email an Pinterest, was die Firma aktiv gegen sol­che mas­si­ven Urheberrechtsverstöße mache, kam nur die lapi­da­re Antwort, dass ein Urheber ers­tens sein Werk nach dem DMCA-Gesetz ger­ne mel­den kön­ne, wenn er es irgend­wo auf Pinterest fin­de. Zweitens kön­nen Webseiten-Betreiber auf ihren Seiten die­sen Meta-Tag ein­bin­den, damit die Inhalte nicht auf Pinterest gepinnt wer­den kön­nen:

<meta name=„pinterest“ content=„nopin“ />“

Ein Schweigen der Urheberrecht-Inhaber wird so als auto­ma­ti­sche Zustimmung gewer­tet. Außerdem hilft das Meta-Tag nicht, wenn Leute ein Foto erst von der gesperr­ten Webseite auf ihren Computer laden und von dort auf Pinterest ver­öf­fent­li­chen.

Besonders per­fi­de klingt das ange­sichts der Tatsache, dass sich Pinterest auch das Recht her­aus­nimmt, die ver­öf­fent­lich­ten Bilder ver­kau­fen zu dür­fen:

By making avail­able any Member Content through the Site, Application or Services, you her­e­by grant to Cold Brew Labs a world­wi­de, irre­vo­ca­ble, per­pe­tual, non-exclusive, trans­fe­ra­ble, royalty-free licen­se, with the right to sub­li­cen­se, to use, copy, adapt, modi­fy, dis­tri­bu­te, licen­se, sell, trans­fer, publi­cly dis­play, publi­cly per­form, trans­mit, stream, broad­cast, access, view, and other­wi­se exploit such Member Content only on, through or by means of the Site, Application or Services“ [Hervorhebung von mir]

Einige Leute argu­men­tie­ren, dass Pinterest sich auf die „Fair Use“-Klausel beru­fen kön­ne, nach der die urhe­ber­recht­li­ch geschütz­ten Bilder bei Pinterest zu einem „neu­en Werk“ trans­for­miert wer­den, ähn­li­ch wie es damals bei einer Klage gegen die Thumbnails von Google Images argu­men­tiert wur­de, aber der Rechtsanwalt Itai Maytal wider­spricht dem jedoch, der deut­sche Rechtsanwalt Christian Solmecke nennt Pinterest sogar „eine ein­zi­ge Urheberrechtsverletzung“. Das alles führt uns zur drit­ten und lang­fris­tig gefähr­lichs­ten Ebenen für Fotografen.

3. Ebene: Das Fotografen-Problem des Gewöhnungseffekts

Es hilft nichts, wenn Fotografen sich jetzt nur hin­stel­len und auf ordent­li­che Quellenangaben pochen und not­falls ihren Anspruch mit teu­ren Abmahnungen ein­kla­gen. Angesichts der oben auf­ge­zeig­ten tau­sen­den Fälle bleibt das alles nur ein Tropfen auf den hei­ßen Stein. Schlimmer noch ist der Gewöhnungseffekt, der sich bei den Internet-Nutzern ein­stellt. Fotografen ver­die­nen ihr Geld haupt­säch­li­ch damit, dass Leute sie für ihre Bilder bezah­len. Internetnutzer glau­ben jedoch sehr häu­fig, dass Bilder im Internet kos­ten­los sind. Dazu tra­gen Web-Services wie Pinterest, Tumblr und Weheartit, aber auch  Facebook und Konsorten stark bei.

Je mehr Privatpersonen die­se Dienste nut­zen, desto eher nut­zen auch Firmen und ande­re kom­mer­zi­el­le Anbieter sol­che Seiten. Diese wie­der­um wer­ben dann auch mit urhe­ber­recht­li­ch geschütz­ten Fotos, ohne sie gekauft zu haben. Damit gehen Fotografen ganz kon­kret auch Einnahmen und Folgeaufträge ver­lo­ren. Kleines Beispiel? Gefunden inner­halb einer Minute: Auf der Pinterest-Seite des Hotel München zeigt das Hotel ein Foto eines Fahrrads aus Gemüse. Der Bildqualität nach zu urtei­len, wur­de es nicht bei Fotolia gekauft, von wo es ursprüng­li­ch kommt, son­dern ein­fach das Layoutbild ver­wen­det:


Wenn Fotografen nicht auf­pas­sen, kommt irgend­wann der Moment, an dem die Macht der Gewohnheit so stark und die Menge der unwis­sen­den Internet-Nutzer so groß ist, dass sich die Gesetze dem neu­en „Lebensstil“ anpas­sen müs­sen und ein­fach geän­dert wer­den. Die Piratenpartei arbei­tet schon dar­auf hin und da sie vor allem von jun­gen Leuten gewählt wird, stei­gen deren Chancen.

Eine Lösung habe ich nicht: Wie macht man Leuten klar, dass Bilder und Fotos kein kos­ten­lo­ses Treibgut im Internet sind, dass jeder auf­sam­meln und aus­stel­len kann? Am bes­ten, ohne Privatpersonen ver­kla­gen zu müs­sen?

Was sagt ihr? Welche Chancen und Risiken seht ihr bei Pinterest?

Die Fotografen mit den größten Portfolios bei Shutterstock (und andere Statistiken)

Wer kann aus dem Stehgreif sagen, wel­che Fotografen die meis­ten Bilder bei der Microstock-Bildagentur Shutterstock* haben?

Nein, es sind nicht die übli­chen Verdächtigen.

Hier mal die Top 15 Fotografen mit den meis­ten Bildern bei Shutterstock:

  1. Helga Esteb: 67.798 Dateien (Celebrity)
  2. John T Takai: 67.272 Dateien (Illustrationen)
  3. Netfalls: 53.646 Dateien (People, Lifestyle)
  4. Yuri Arcurs: 53.388 Dateien (People, Lifestyle)
  5. wave­bre­ak­me­dia: 52.062 Dateien (People, Lifestyle)
  6. P.Uzunova: 47.320 Dateien (Hintergründe, Reisen)
  7. Featureflash: 43.734 Dateien (Celebrity)
  8. line­ar­test­pi­lot: 41.395 Dateien (Illustrationen)
  9. Gregory Gerber: 40.824 Dateien (Food)
  10. Elnur: 39.780 Dateien (Freisteller)
  11. Shebeko: 38.168 Dateien (Food)
  12. High Leg Studio: 37.632 Dateien (Illustrationen)
  13. Kheng Guan Toh: 37.349 Dateien (Illustrationen)
  14. ilolab: 36.373 Dateien (Hintergründe, Texturen)
  15. Vit Smolek: 35.684 Dateien (Abstrakt)

Diese Liste ist nur ein win­zi­ger Ausschnitt aus den Daten, die der rus­si­sche Fotograf Serge Black auf sei­ner Seite Microstock time zur Verfügung stellt. Die Liste umfasst bei ihm alle Shutterstock-Mitglieder, die min­des­tens ein Bild hoch­ge­la­den haben, das sind ca. 33.200 Leute. Außerdem schlüs­selt er das Verhältnis von Fotos/Illstrationen im Portfolio auf, von vertikalen/horizontalen Bildern und so wei­ter.

Es gibt des­wei­te­ren eine Übersicht, wie das Verhältnis ins­ge­samt zwi­schen Fotografen und Illustratoren gewich­tet ist und über die Entwicklung der Neuanmeldungen von Fotografen. Ich habe letz­te­res mal gra­fi­sch auf­be­rei­tet:

Das Boomjahr war dem­nach 2009, beim Rückgang der Anmeldungen für 2011 muss jedoch berück­sich­tigt wer­den, dass die vor­lie­gen­den Zahlen noch vom Oktober 2011 sind, aber selbst bis zum Jahresende wird der Wert von 2010 sicher nicht wie­der auf­ge­holt wer­den.

Hier noch die gra­fi­sche Übersicht über die Verteilung der Portfoliogrößen unter allen Mitgliedern:


Ca. 49% der Fotografen haben dem­nach weni­ger als 100 Bilder im Portfolio. Die 25 Kontributoren mit den größ­ten Portfolios hin­ge­gen haben zusam­men ca. eine Million Dateien im Angebot. Ein Hinweis zum Lesen des Diagramms. Es ist logi­sch, dass die Zahl nach oben hin immer wei­ter abnimmt, weil jeder der Fotografen einer höhe­ren Portfolio-Größe auto­ma­ti­sch auch bei den gerin­ge­ren Portfolio-Größen mit­ge­rech­net wird (abge­se­hen von der ers­ten „weni­ger als 50 Dateien“-Kategorie). Ich selbst habe ca. 600 Fotografen vor mir, die ein grö­ße­res Portfolio haben als ich.

Und wie steht ihr da? Was für span­nen­de Rückschlüsse las­sen sich aus die­sen Daten noch zie­hen?

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Die 11 hilfreichsten (Weihnachts-)Geschenke für Fotografen

Jedes Jahr wie­der: Was schen­ke ich zu Weihnachten? Was wür­de ich als Fotograf ger­ne geschenkt bekom­men?

Im Internet gibt es unzäh­li­ge Listen mit Geschenkideen für Fotografen und auch ich hat­te letz­tes Jahr „20 Geschenkideen von und für Fotografen“ ver­öf­fent­licht.

Wirklich hilf­rei­che Geschenke sind da jedoch nur sel­ten dabei. Deshalb habe ich die­ses Jahr Geschenke raus­ge­sucht, über die sich die meis­ten Fotografen freu­en, aber auch etwas damit anfan­gen kön­nen. Als Preislimit habe ich mir knapp 100 Euro gesetzt.

1. Colorchecker Passport* von X-Rite (ca. 90 Euro)

Der Colorchecker ist eine ca. DinA6 gro­ße Plastikschachtel, die auf­ge­klappt dop­pelt so groß ist. Darauf fin­den sich ver­schie­de­ne Farben und Grautöne, die bei einem Fotoshooting 1x mit foto­gra­fiert wer­den und dann am Rechner den Farbabgleich im RAW-Konverter deut­li­ch erleich­tern. Wem 90 Euro zu teu­er sind, der kann auch den „ColorChecker Graustufen Mini“* für ca. 28 Euro schen­ken, der nur einen Weiß-Schwarz und 18%-Grau-Punkt anzeigt.

2. FlashBender* von Rogue (ca. 35 Euro)

Der FlashBender ist ein klei­ner, bieg­sa­mer Reflektor, der an einem Aufsteckblitz befes­tigt wird, um das Blitzlicht bes­ser kon­trol­lie­ren zu kön­nen. Ideal für Strobisten-Fans, da er an ver­schie­de­ne Blitz-Modelle passt und leicht und gut trans­por­tal ist.

3. GorillaPod* von Joby (ca. 20–40 Euro)

Seien wir ehr­li­ch: Ein rich­ti­ges Stativ mit­zu­schlep­pen, wenn man nur mal mit der Kamera spa­zie­ren gehen will, ist läs­tig. Die bieg­sa­men, fle­xi­blen GorillaPod-Stative sind da eine hilf­rei­che Alternative, da sie ihre Beine um fast alles schlin­gen kön­nen, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Beim Kauf gilt es, dar­auf zu ach­ten, wie groß die Kamera des zu Beschenkenden ist, da es ver­schie­de­ne Stativ-Größen gibt. Neulich erst habe ich jeman­den gese­hen, der sein GorillaPod über die Schulter geschlun­gen hat, um es als Schulter-Rig für Videoaufnahmen zu nut­zen.

4. Mini-Stativ* von Manfrotto (ca. 70 Euro)

Das GorillaPod ist ja eher für Kameras gedacht. Wer unter­wegs noch ein Stativ für Blitz-Setups braucht, dem emp­feh­le ich das Manfrotto-Stativ „Mini Compact AC“, weil es wirk­li­ch unschlag­bar trans­por­ta­bel ist und trotz­dem aus­ge­klappt sta­bil und hoch genug ist. Ideal zum Beispiel in Kombination mit einer Ezybox* und einem Schirmneiger*. Auch wenn das Stativ für Licht gedacht ist, habe ich es auch schon des öfte­ren als Notbehelf mit Kugelkopf genutzt, um Videoaufnahmen zu machen.

5. Reinigungsset* für Displays von iKle­ar (ca. 30 Euro)

Für Kamerasensor und Objektiv haben die meis­ten Fotografen ihre Reinigungspinsel, Tücher oder Blasebalge. Aber auch Monitore, iPhone-Displays etc. müs­sen mal gerei­nigt wer­den. dafür eig­net sich die­ses Reinigungsset, was sich expli­zit auch für iPod, iPad, iMac etc. eig­net.

6. Handreflektor* von Delamax (ca. 10 Euro)

Die bes­ten Reflektoren kom­men immer noch von California Sunbounce, aber ohne Assistenten oder Stativ sind die­se nur umständ­li­ch ein­zu­set­zen. Wer ger­ne Makrofotos macht, aber kei­nen Ringblitz hat, dem hilft der klei­ner Handreflektor  mit Griff. Auf der einen Seite sil­ber­far­ben, auf der ande­ren gold­far­ben, kann gewählt wer­den, ob eine kal­te oder war­me Farbstimmung erzielt wer­den soll.

7. Aufsteck-Blitz YN560* von Yongnuo (ca. 70 Euro)

Was nüt­zen einem die tol­len Stative und Lichtformer oben, wenn man noch kei­nen Blitz hat? Jeder Fotograf freut sich über einen zusätz­li­chen Blitz und für den Anfang sind die sehr güns­ti­gen, aber leis­tungs­fä­hi­gen Blitze von Yongnuo eine gute Wahl. Meine Kollegen Krolop & Gerst haben dar­über lan­ge Lobeshymnen geschrie­ben, des­we­gen spa­re ich mir das an die­ser Stelle.

8. Funkauslöser RF-602 C3* von Yongnuo (ca. 40 Euro)

Wenn ihr wisst, dass der zu Beschenkende schon Aufsteckblitze hat oder Euch die 70 Euro zuviel sind, könnt ihr ihm auch ein Set Funkauslöser der glei­chen Firma schen­ken. Da ich selbst mit ande­ren Geräten arbei­te, ver­wei­se ich wie­der auf die Erfahrungsberichte der Kollegen.

9. Eneloop-Akkus* von Sanyo (ca. 15–20 Euro)

Zugegeben, Batterien zu schen­ken, ist nicht son­der­li­ch sexy. Aber Fotografen brau­chen Unmengen an Batterien für Blitze, Funkauslöser und ande­re Geräte, wes­halb man davon nie genug haben kann. Ich schö­re auf die Eneloop-Akkuserie. Die gibt es auch in bunt, was beim Auspacken immer­hin etwas schö­ner aus­sieht. Tipp: Bei Amazon gibt es auch eini­ge Anbieter, wel­che die Akkus gleich mit 4er-Plastikboxen* ver­kau­fen, was ich sehr prak­ti­sch fin­de, da man leich­ter den Überblick über ver­brauch­te und neue Akkus behält.

10. Abo für FotoTV* (ab 45 Euro je nach Laufzeit)

Auf der Webseite fototv.de gibt es regel­mä­ßig vie­le neue Videos rund um das Thema Fotografie: Von Interviews mit berühm­ten Fotografen, über Praxisworkshops bis hin zu Digitaler Bildbearbeitung und Nachrichten gibt es genug zu sehen. Ihr könn­tet ein Abo für die Webseite ver­schen­ken, die je nach Laufzeit des Abos unter­schied­li­ch viel kos­tet. Die Pakete begin­nen bei drei Monaten Mitgliedschaft für knapp 45 Euro gesamt.

11. Kameragurt Sniper-Strap Pro* von California Sunbounce (ca. 60 Euro)

Wer regel­mä­ßig schwe­re Kameras mit noch schwe­re­ren Objektiven schlep­pen muss, wird die­sen Kameragurt zu schät­zen wis­sen, der das Gewicht bes­ser aus­gleicht als die mit­ge­lie­fer­ten Kameragurte. Wer jedoch oft mit Stativen arbei­tet, wird damit nicht glück­li­ch wer­den, weil dann jedes­mal der Gurt abge­schraubt wer­den muss vor dem Stativeinsatz.

Bonustipps:
Wem aus der obi­gen Liste nicht gefällt kann immer noch Gutscheine schen­ken für Fotoentwicklungen oder Fotoleinwände etc. Außerdem wer­de ich hier in paar Tagen tol­le Passpartout-Rahmen zum Verschicken vor­stel­len, die ich selbst ger­ne nut­ze und die immer gut ankom­men.

Über wel­che Geschenke (bis 100 Euro) wür­det ihr euch als Fotograf am meis­ten freu­en?

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Der Wandel im Angebot von Foto-Collagen bei Bildagenturen

Ich erin­ne­re mich an einen Fotografenstammtisch vor ca. drei Jahren. Die dort anwe­sen­den Stockfotografen debat­tier­ten lei­den­schaft­li­ch dar­über, war­um eini­ge Fotografen ange­fan­gen haben, Foto-Collagen zu ver­kau­fen. Da wür­den sie doch vie­le Bilder auf ein­mal zum Preis von einem ver­schleu­dern. Und das zu den ohne­hin schon nied­ri­gen Microstock-Preisen.

Aber einen Schritt zurück: Was mei­ne ich mit „Foto-Collagen“?

Foto-Collagen im Sinne die­ses Artikels sind ver­schie­de­ne Fotos, die the­ma­ti­sch (und meist auch farb­li­ch) zusam­men pas­sen und ver­schie­de­ne Aspekte eines Themas abde­cken und zusam­men als ein­zel­ne Datei bei Bildagenturen ange­bo­ten wer­den. Ein klas­si­sches Beispiel ist so eine Collage:

© Fotolia / Anna Subbotina

Die ers­ten Collagen, die rich­tig in das genann­te Schema pas­sen und über 100 Downloads erziel­ten, waren – von eini­gen Blumen-Collagen abge­se­hen – Hochzeitsstillleben wie das hier von Anne Kitzman oder das hier* von Esther Hildebrandt, die Anfang 2006 auf­tauch­ten. Als dann Ende 2007 der bekann­tes­te und erfolg­reichs­te Stockfotograf Yuri Arcurs eben­falls im gro­ßen Stil anfing, Foto-Collagen mit Business-Themen* zu erstel­len, gab es kein Halten mehr und zahl­rei­che Fotografen erstell­ten Collagen, von denen sich vie­le auch hun­dert­fach ver­kau­fen.


Die Vorteile von Foto-Collagen

Was für Beweggründe gab es für Fotografen, vie­le Fotos zum Preis von einem anzu­bie­ten? Aus Sicht der Käufer ist das Angebot ver­lo­ckend: Ein Foto kau­fen, aber gleich meh­re­re nut­zen kön­nen, zum Beispiel für eine Broschüre oder Webseite. Viele Käufer set­zen das Bild aber auch direkt als Collage ein und erspa­ren sich die Bildmontage. Doch wo liegt der Vorteil für die Fotografen? Verlieren sie nicht Geld im Vergleich zum ein­zel­nen Verkauf der Bilder?

Die meis­ten Bildagenturen beloh­nen Bilder mit vie­len Downloads durch bes­se­re Platzierung bei den Suchergebnissen. Vor allem bei Themen mit einem sehr gro­ßen Bildangebot wie Business oder Wellness ist es wich­tig, über­haupt gese­hen zu wer­den. Das klapp­te lan­ge sehr gut mit den Collagen, weil die Käufer ein Schnäppchen mach­ten und das Bild öfter ver­kauft wur­de. Außerdem erre­gen die wuse­li­gen „Suchbilder“ Aufmerksamkeit und wer­den öfter ange­klickt, damit der poten­ti­el­le Käufer sich die Bilder grö­ßer anschau­en kann. Wenn er dann erst mal auf der Detailseite ist, besteht die Möglichkeit, sich ähn­li­che Bilder, Bilder der glei­chen Serie, Bilder mit dem glei­chen Model oder ande­re Bilder des Fotografen anzei­gen las­sen. Alles Optionen, die in der Regel zu zusätz­li­chen Verkäufen für den Fotografen füh­ren.

Außerdem lohnt es sich für die Käufer, das Bild eine Nummer grö­ßer zu kau­fen, wenn sie ein­zel­ne Motive aus der Collage aus­schnei­den wol­len. Da die Preise für ver­schie­de­ne Größen aber nicht line­ar, son­dern eher expo­nen­ti­ell anstei­gen, ver­dient der Fotograf dann eben­falls mehr. Beispiel: Wenn der Kunde bei Fotolia in Größe S ein Bild kauft, erhal­te ich soviel Geld wie für drei Verkäufe einer XS-Lizenz, der nächst­klei­ne­ren Größe. Eine XXL-Größe ist schon zehn XS-Verkäufe wert. So wird die Collage viel­leicht ins­ge­samt weni­ger ver­kauft als sich die ein­zel­nen Motive zusam­men­ge­rech­net ver­kauft hät­ten, aber dafür ist der Erlös pro Verkauf höher und ent­schä­digt für ent­gan­ge­ne Downloads. Bei der Bildagentur Dreamstime ist die­ses Verhältnis noch stär­ker aus­ge­prägt, weil ein Bild umso teu­rer wird, je öfter es ver­kauft wur­de. Dazu kommt die bes­se­re Suchmaschinenplatzierung, die eben­falls Gold wert ist, auch wenn sie nur schwer zu bezif­fern ist.

Zusätzlich kön­nen die Fotografen auch leich­ter „min­der­wer­ti­ge“ Motive in eine Collage schmug­geln, die bei Bildkäufern son­st viel­leicht kaum Anklang gefun­den hät­ten.

 Die Nachteile von Foto-Collagen

Wenn Collagen so toll sind, war­um machen das dann nicht alle Fotografen? Zum einen wer­den natür­li­ch genug pas­sen­de Motive als Ausgangsmaterial benö­tigt. Eine ande­re Entwicklung ist jedoch viel gra­vie­ren­der, die mei­nes Erachtens zu einem Rückgang neu­er Foto-Collagen füh­ren wird. Alle Microstock-Agenturen ver­kau­fen mehr und mehr Abonnements an Bildkäufer. Damit kön­nen die­se meist zu einem Festpreis eine bestimm­te Bildanzahl in vol­ler Auflösung run­ter­la­den.

Die Rechnung, dass der Fotograf für höhe­re Auflösungen mehr Geld bekommt, geht dann nicht mehr auf und es gibt – bis auf die Platzierung in den Suchergebnissen – kei­ne Motivation für Fotografen mehr, hoch­auf­lö­sen­de Collagen zu erstel­len, wenn sie dafür das glei­che Honorar bekom­men wie für das Einzelbild.

Bis vor eini­gen Wochen hat­te Fotolia Abo-Downloads in XL-Größe immer­hin höher ver­gü­tet als Downloads in L-Größe, aber nach­dem das abge­schafft wur­de, gibt es kaum noch Gründe, höhe­re Auflösungen anzu­bie­ten. Selbst bei Dreamstime mit der pro­gres­si­ven Preissteigerung gilt das in gewis­sen Maßen, weil die Vergütung für Abo-Downloads nur gering­fü­gig ansteigt. Bei Shutterstock als rei­ner Abo-Agentur hand­ha­ben das vie­le Fotografen seit Jahren so, dass sie nur in der kleins­ten erlaub­ten Auflösung hoch­la­den (momen­tan 4 MP), damit die Bildkäufer das Motiv in höhe­rer Auflösung bei Bedarf gefäl­ligst zu einem höhe­ren Preis bei ande­ren Agenturen ein­kau­fen.

Anhand mei­ner eige­nen Verkaufsabrechnungen sehe ich, dass Abo-Verkäufe bei allen Microstock-Agenturen stän­dig an Bedeutung gewin­nen. Damit sinkt gleich­zei­tig immer mehr der Anreiz, Foto-Collagen zu ver­kau­fen.

Wie seht ihr das? Was ist eure Motivation, Foto-Collagen anzu­bie­ten oder es blei­ben zu las­sen? Und wel­che Entwicklung beob­ach­tet ihr?

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