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10 (und noch viel mehr) Geschenkideen für Fotografen zu Weihnachten

Wie jedes Jahr stellt sich die Frage: Was schen­ke ich einem Fotografen?

Um eure Suche zu erleich­tern, habe ich wie die ver­gan­ge­nen Jahre eini­ge Geschenkideen für Fotografen zusam­men­ge­stellt, damit ihr Weihnachten tol­le Geschenke über­rei­chen könnt.

  1. Plätzchen-Ausstecher in Kameraform*
    camera-cookie-cuttersDiese süßen Keksformen könnt ihr ent­we­der direkt ver­schen­ken oder euch selbst kau­fen, um damit form­schö­ne ess­ba­re Kameras zu backen, die ihr dann wie­der­um ver­schen­ken könnt.
    Knapp 23 Euro kos­tet der Knabberspaß hier*. Wem das zu teu­er ist, fin­det hier* für ca. 7 Euro eine mini­ma­lis­ti­sche­re Alternative.
  2. Stoff in Kamera-Optik*
    camera-canvasZum direkt Verschenken sicher weni­ger geeig­net, aber dafür ist die­ser Stoff umso bes­ser um selbst krea­tiv zu wer­den und dem Fotografen zum Beispiel einen Jutelbeutel mit Kameramotiven oder ein Shirt, eine Kameratasche o.ä. zu nähen. Für weni­ger als 15 Euro pro lau­fen­der Meter z.B. hier erhält­li­ch*.
  3. Reiningungsset für Kameras und Objektive*
    camera-cleaningMal etwas Praktisches zwi­schen­durch. Mit die­sem Reinigungsset von Zeiss gehö­ren Staubkörnchen oder Fettflecken auf dem Objektiv der Vergangenheit an. Das Set gibt es ca. 23 Euro hier*.
  4. Toilettenpapierhalter im Polaroid-Look*
    toilet-cameraFür die Fanatiker, die ihre Kamera am liebs­ten mit aufs Klo neh­men wür­den, gibt es eben­falls etwas im Programm: Den lus­ti­gen Klopapierhalter im Look einer Polaroid-Kamera. Bei der Qualität schei­den sich die Geister, aber ein Hingucker ist das Ding hier* für ca. 15 Euro alle­mal. Das dazu per­fekt pas­sen­de Klopapier gibt es übri­gens hier* für 5 Euro.
  5. Fußmatte mit Kamera-Bild*
    camera-doormatWenn man schon vor dem Öffnen der Tür sehen soll, dass hier ein wasch­ech­ter Fotograf wohnt, kann sich die­se schi­cke Fußmatte vor die Tür legen. Gesehen hier* für ca. 26 Euro.
  6. Mobiles Fotozelt (und Scanzelt)
    scanlioWelcher Fotograf freut sich nicht über ein klei­nes, hand­li­ches Lichtzelt, um eini­ge klei­ne Produkte bes­ser ablich­ten zu kön­nen? Auch wer wie ich sei­ne Papier-Modelverträge nicht mehr scannt, son­dern mit dem iPho­ne und einer App wie Scanbot abfo­to­gra­fiert, wird damit glück­li­ch wer­den. Gibt es hier* für ca. 25 Euro. Wer das Ganze übri­gens auch noch beleuch­tet haben will, fin­det hier* eine deut­li­ch pro­fes­sio­nel­le­re Variante, die dann aber auch mit knapp 130 Euro zu Buche schlägt.
  7. Spardose in Objektiv-Form*
    camera-spardoseDie meis­ten Fotografen wün­schen sich doch ins­ge­heim ein neu­es Objektiv. Hier* gibt es eins für ca. 9 Euro, wenn auch als Spardose gedacht. Aber damit kann man ja für das rich­ti­ge Objektiv spa­ren.
  8. Eeneloop-Akkus in bun­ten Farben*
    eeneloop-tropicalIch schwö­re auf die­se Akkus! Der Batterierverbrauch von Fotografen ist chro­ni­sch hoch und Akkus sind da ein­fach bes­ser für die Umwelt. Diese Akkus ent­la­den sich fast nicht selbst und hal­ten dadurch merk­li­ch län­ger. Es gibt eini­ge ver­schie­de­ne Varianten, als Geschenk fin­de ich die­se bun­ten hier* am bes­ten für ca. 20 Euro. Extra-Tipp: Am bes­ten ist es, zwei Packungen davon zu ver­schen­ken, weil man dann gleich je zwei farb­li­ch pas­sen­de Batterie-Sets hat und bes­ser erken­nen kann, wel­che zusam­men­ge­hö­ren.
  9. Fotobücher*
    peter-lindbergh-bookFotobücher gehen immer als Geschenk. Je nach Fotograf ent­we­der als Sachbuch zum Fotografieren ler­nen oder als Bildband zum Inspirieren und Träumen.
    Für Fans von spon­ta­ner Analog-Fotografie viel­leicht inter­es­sant: Mein Kollege Ben Hammer sam­melt gera­de hier per Crowdfunding für sein ers­tes Fotobuch, wird aber erst nach Weihnachten fer­tig. Wer bes­ser in Photoshop wer­den will (oder soll), kann in „Die Bildlooks der Profis“* rein­schau­en, wer oft mit Models arbei­tet, dem kann ich nur zum neus­ten „Posen!“-Buch raten (aus­führ­li­che Rezension kommt bald hier im Blog). Inspiration lie­fert zuver­läs­sig der Fashion-Fotograf Peter Lindbergh in sei­nem neu­en Buch „A Different Vision on Fashion Photography“* (sie­he Cover oben).
    Wer Geld mit Fotos ver­die­nen will, kann sich auch die neus­te Auflage mei­nes Standardwerks „Stockfotografie. Geld ver­die­nen mit Fotos“ kau­fen oder ver­schen­ken.
  10. Grafiktablett für Fotografen*
    wacom-tablett-intuos-proKennt ihr einen Fotografen, der noch ohne Grafiktablett retu­schiert? Dann ist das „Wacom Intuos Pro, Größe S“* (für ca. 180 Euro) gen­au das rich­ti­ge Geschenk. Ich selbst nut­ze es seit Jahren in der Größe M und möch­te es nie mehr mis­sen. Wem das zu teu­er ist, kann sich die „nor­ma­le“ Version für ca. 70 Euro hier anschau­en*.

Euch reicht das noch nicht?

Kein Problem. Schaut euch mei­ne Geschenkideen der ver­gan­ge­nen Jahre hier an:

* Affiliate-Link

Frage von Photography Q & A – Selbstvermarktung für Fotografen

Vor über zwei Jahren habe ich hier im Blog das Buch „Photography Q&A“ von Zach Arias vor­ge­stellt und mei­ne Leser auf­ge­for­dert, mir eben­falls Fragen in den Kommentaren zu stel­len. Zwei die­ser Fragen woll­te ich dann im Blog beant­wor­ten.

Die ers­te Frage, wel­che Blitze ich benut­ze, habe ich vor lan­ger Zeit hier beant­wor­tet.

Kompass-V04-wide-selbstvermarktung_kleinHeute ist nun die zwei­te Frage an der Reihe, die sich rund um das Thema „Selbstvermarktung“ dreht. Genau genom­men haben meh­re­re Leser ähn­li­che Fragen gestellt, wel­che das Thema „Selbstvermarktung“ mit unter­schied­li­chen Schwerpunkten auf­grei­fen.

Hier die Fragen:

Vorweg erst­mal: inter­es­san­ter Blog, ich bin gera­de “drü­ber­ge­stol­pert”.
Daraus ergibt sich auch mei­ne Frage:
Wie wich­tig sind die­se Standbeine für Fotografen? Ich ken­ne kaum einen Fotografen, der “nur” Bilder anbie­tet. Es wer­den Blogs betrie­ben, Workshops oder Coachings ange­bo­ten, Bücher geschrie­ben. Alles sehr zeit­auf­wän­di­ge Tätigkeiten. Sind die­se Aspekte über­le­bens­wich­tig gewor­den als Fotograf? Oder stel­len die­se Bereiche ein­fach einen net­ten Nebenverdienst dar, der auch noch Spaß macht? Gruß, Johannes“

Meine Frage: Wie wich­tig ist Facebook-Marketing für dich und akqui­rier­st du auch grö­ße­re Kunden über dei­ne Facebookseite? Vielen Dank! Justus“

Womit lässt sich dei­ner Meinung nach besser/eher Geld ver­die­nen? Mit einem erfolg­rei­chen Blog oder mit Stockfotos?“

Hallo Robert,
mei­ne Frage bezieht sich auf das eige­ne “Branding”, also wie stellt man es an, sei­ne eige­ne “Marke” als Fotograf bekann­ter zu machen. Und wel­che Methoden/Mittel bie­ten sich an? Als Einzelkämpfer (ohne Angestellte) ist das ein Faktor, der neben der eigent­li­chen Arbeit oft zu kurz kommt. Wie machst du dir einen Namen bzw. wir hast du es geschafft, den “Robert Kneschke” bekannt zu machen? Spielt in der Stockfotografie bei­spiels­wei­se die Menge der Fotos, die man in Agenturen plat­ziert hat, eine ent­schei­den­de Rolle? Sprich: ab wann sucht jemand in der Agentur oder einer Suchmaschine gezielt nach dei­nem Namen, um Fotos von dir ange­zeigt zu bekom­men? Und einen eige­nen “Bildstil” zu ent­wi­ckeln, um sich von der Masse abzu­he­ben, wird nach mei­ner Einschätzung immer schwie­ri­ger. Ist es vor allem und zuer­st ein Blog, das Aufmerksamkeit erregt? Ist es das Kommentieren bei ande­ren, sind es Facebook & Co? Viele Grüße, Nora“

Damit ihr mei­ne Antwort rich­tig ein­ord­nen könn­te, möch­te ich beto­nen, dass ich nur von der Stockfotografie lebe und kei­ne Aufträge anneh­me. Das heißt, vie­le der Marketing-Maßnahmen, die ich für unnö­tig hal­te, mögen für einen Auftragsfotografen über­le­bens­wich­tig sein und anders­rum.

Im Gegensatz zu eini­gen mei­ner Fotografie-Kollegen sind mei­ne Aktivitäten neben der Kamera eher gering. Ich betrei­be zwar seit ca. acht Jahren ger­ne die­sen Blog „Alltag eines Fotoproduzenten“ und im Laufe der Jahre sind mei­ne bei­den Sachbücher „Stockfotografie“* und „Die Arbeit mit Models“* hin­zu­ge­kom­men. Vorträge und Seminare gebe ich jedoch nur sel­ten, viel­leicht zwei bis vier Mal im Jahr (das nächs­te Mal übri­gens wie­der auf der Photokina 2016).

Aber ganz nüch­tern betrach­tet: Ich könn­te locker auf die weni­gen Einnahmen der Bücher, vom Blog und den Vorträgen ver­zich­ten und damit viel­leicht sogar mehr ver­die­nen, weil ich in der frei­en Zeit mehr Stockfotos pro­du­zie­ren wür­de.

Andere Kollegen haben hin­ge­gen ber­ge­wei­se Workshops, DVDs und Seminare im Angebot, ver­öf­fent­li­chen deut­li­ch mehr Artikel in ihren Blogs und ihren Social-Media-Kanälen und so wei­ter. Der Unterschied ist jedoch: Diese Leute leben eben haupt­säch­li­ch davon, die­se Produkte sind ein wich­ti­ger, wenn nicht der größ­te, Teil ihrer Einnahmequellen. Vielleicht könn­te man die­se Leute kor­rek­ter als „Foto-Trainer“ statt als „Fotografen“ bezeich­nen. Das mag sei­ne Berechtigung haben, ist aber als Unterscheidung wich­tig, weil die Zielgruppe eine ande­re ist. Wer sich als Fotograf selbst ver­mark­ten will, muss „Kunden“ für Aufträge errei­chen. Wer als „Foto-Trainer“ unter­wegs sein will, sucht ande­re Fotografen als Kunden. Ein gutes Beispiel ist Calvin Hollywood, der sich öffent­li­ch immer öfter als Foto-Coach statt als Bildbearbeiter dar­stellt.

In die­se „Falle“ bin ich selbst anfangs getappt: Die ursprüng­li­che Idee zu mei­nem Blog war, mich bei mehr Bildkäufern bekannt zu machen. Da ich aber von Foto-Themen mehr Ahnung habe als vom Verkauf, inter­es­sie­ren sich vor allem ande­re Fotografen, aber nicht so sehr Bildkäufer für die­se Themen im Blog.

Damit ist mein Blog nicht so sehr ein Marketing-Instrument, wel­ches mehr Bildkäufe bringt, son­dern ein Hilfsmittel, um mich bei Kollegen und Agenturmitarbeitern bekann­ter zu machen, wel­che dann mit mir Informationen und ähn­li­ches aus­tau­schen. Das ist nütz­li­ch, aber schwer in „mehr „Umsatz“ zu mes­sen.

Ein Blog von einem Fotografen, den ich ger­ne ver­fol­ge, und der sich kon­se­quent an poten­ti­el­le Kunden rich­tet, ist der vom Kollegen Till Erdmenger.

Ähnliches gilt für die Facebook–Präsenz: Während Kollegen wie Matthias Schwaighofer min­des­tens meh­re­re Postings täg­li­ch abset­zen, sind es bei mir alle paar Tage einer. Auch hier gilt wie­der: Ich muss kei­ne Aufträge an Land zie­hen, weil ich das sowie­so nicht anbie­te. Natürlich kann es pas­sie­ren, dass ein Fotograf, der mei­nem Blog oder mei­ner Facebook-Seite folgt, eben­falls Grafikdesign für ande­re Kunden macht und dabei mal eini­ge mei­ner Stockfotos kauft, weil er mich durch mei­ne Veröffentlichungen immer im Hinterkopf hat. Ich ver­mu­te jedoch dass die­ser Effekt zu ver­nach­läs­si­gen ist. Die meis­ten Kunden bei Bildagenturen brau­chen ein bestimm­tes Motiv und suchen die­ses, indem sie Suchbegriffe bei den Agenturen ein­tip­pen.

Je spe­zi­el­ler jedoch die Nische, die ein Fotograf bedient, desto eher kön­nen sich Social-Media-Kanäle oder Blogs loh­nen, um sich als Experte für die­ses Gebiet pro­fi­lie­ren zu kön­nen.

Natürlich ist es mög­li­ch, mit einem Blog mehr Geld zu ver­die­nen als mi Stockfotos, sei es durch Werbung, Ebooks, Affiliate-Marketing oder ande­re Methoden, aber das erfor­dert grund­sätz­li­ch ande­re Fähigkeiten als wel­che, die nötig sind, um mit Stockfotos erfolg­reich zu sein.

Ein „Branding“ ist im Bereich der Stockfotografie deut­li­ch weni­ger nötig als in ande­ren Bereichen. Ich weiß, dass eini­ge Branchengrößen sehr erfolg­reich bei Bildagenturen sind, über die in der Öffentlichkeit fast nichts bekannt ist. „Africa Studio“*, „Ioannis Kounadeas“* oder „Gina Sanders“* sind nur eini­ge Beispiele. Während Auftragsfotografen ger­ne wegen ihres „eige­nen Stils“ gebucht wer­den, sind Stockfotografen Lieferanten für Mainstream-Looks, die sich natur­ge­mäß weni­ger stark von­ein­an­der abhe­ben oder teil­wei­se sogar kopie­ren.

Viele Tipps für erfolg­rei­ches Fotografen-Marketing bie­tet übri­gens mein Kollege Michael Omori Kirchner an.

Wie wich­tig ist das Selbstmarketing für euch?
Was funk­tio­niert am bes­ten für euren Bereich?

* Affiliate

Wie viel verdient ein Fotoassistent oder ein Digital Operator?

Das Portal fotoassistent.de befragt jedes Jahr sei­ne Mitglieder über ihre Perspektiven.

Wie sehen die dort ange­mel­de­ten Fotoassistenten und Digital Operators ihre Auftragslage, was sind ihre Kunden und ihre Umsätze?

Insgesamt haben ca. knapp 500 akti­ve und ehe­ma­li­ge Fotoassistenten und Externe an der Umfrage teil­ge­nom­men.

Bevor wir uns die Ergebnisse anschau­en, eine kur­ze Begriffsklärung.

Was unterscheidet einen Fotoassistenten von einem „Digital Operator“?

Ein Fotoassistent hilft dem eigent­li­chen Fotografen bei sei­ner Arbeit: Je nach Shooting hilft er bei der Vorbereitung (Reisebuchung, Transport, Miete und Aufbau von Geräten, Batteriewechsel, etc.), er reicht Dinge an, kann aber auch Aufgaben wie das Chauffieren von Team-Mitgliedern oder eben das Kaffeekochen über­neh­men. Je nach Können bau­en sie auch Kamera und Licht-Setups eigen­stän­dig auf und dür­fen teil­wei­se selbst mit foto­gra­fie­ren.

Ein Digital Operator ist nur für die digi­ta­le Komponente am Set zustän­dig. Er küm­mert sich dar­um, dass die Kamera und Computer funk­tio­nie­ren, dass Datenverbindungen ste­hen, die Monitore kali­briert sind. Während das Shootings sichert er die Daten, wan­delt sie ggf. für Auftraggeber oder Kunden um und ver­schickt sie an die­se und erstellt Foto-Collagen, damit das geplan­te Ergebnis schon wäh­rend des Shootings bes­ser beur­teilt wer­den kann.

Für wen eignet sich der Job als Fotoassistent?

In der Praxis macht der über­wie­gen­de Teil der Fotoassistenten (62%) die­sen Job maxi­mal vier Jahre, bevor es in die eige­ne foto­gra­fi­sche Selbständigkeit geht.

So kön­nen Fotografen ler­nen, wie es bei den Profis zugeht und ihre tech­ni­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Fähigkeiten ver­bes­sern, bevor sie kom­plett auf eige­nen Beinen ste­hen. Außerdem knüp­fen sie wert­vol­le Kontakte, die sie spä­ter im Berufsleben brau­chen kön­nen.

Deshalb sagen auch 70% der Fotoassistenten, dass die­se Station not­wen­dig sei vor der eige­nen Selbständigkeit.

Notwendig sind auf jeden Fall die Sympathie zwi­schen Fotoassistent und Fotograf, um vie­le Aufträge zu erhal­ten, gefolgt von Belastbarkeit und einem Führerschein. Wer dann noch Referenzen als Assistent mit­brin­gen kann, liegt schon gut im Rennen.

Wie viel verdienen Fotoassistenten oder ein Digital Operator?

Laut der Umfrage von fotoassistent.de ver­dien­ten 75% der Fotoassistenten 200–250 Euro als Tagessatz.tagessatz-fotoassistent-2016Wer neben den Aufgaben eines Fotoassistenten noch Aufgaben eines Digital Operators über­nahm, bekam etwas mehr:

tagessatz-assistent-digital-operator-2016

Der Tagessatz für rei­ne Digital Operators lag noch etwas höher. Hier ver­dien­te die Mehrzahl min­des­tens 300 Euro pro Tag:

tagessatz-digital-operator-2016

Traditionell weni­ger Geld gibt es bei redak­tio­nel­len Jobs, also zum Beispiel Shootings für Modestrecken in Zeitschriften o.ä. Knapp die Hälfte der Befragten erhielt hier nur 150 Euro pro Tag:

tagessatz-redaktionelle-jobs-2016

Die kom­plet­ten Ergebnisse der Umfrage mit noch mehr Fragen und Antworten könnt ihr euch hier run­ter­la­den.

Wer selbst einen Fotoassistenten sucht oder einer wer­den will, kann es bei www.fotoassistent.de ver­su­chen.

Wie sind eure Erfahrungen? Habt ihr auch schon assis­tiert? War es hilf­reich für euch?

Was ist die VG Bild-Kunst und wie hilft sie Fotografen?

Ab und zu krie­ge ich Anfragen von Fotografen, wel­che wis­sen wol­len, was die VG Bild-Kunst ist und ob es sinn­voll ist, dort aktiv zu sein.

Deshalb schau­en wir uns heu­te die VG Bild-Kunst genau­er an.

Was ist die VG Bild-Kunst?

Das „VG“ steht für Verwertungsgesellschaft und ist eine Organisation, wel­che seit 1968 stell­ver­tre­tend für Künstler und Urheber Rechte wahr­nimmt. Überwacht wird die VG Bild-Kunst vom Deutschen Patent- und Markenamt.

Andere Verwertungsgesellschaften sind die VG Wort für Autoren und Journalisten oder die GEMA für Musiker, zusätz­li­ch gibt es noch etli­che klei­ne­re Organisationen für spe­zi­el­le Bereiche, zum Beispiel die Filmverwertungsgemeinschaft GÜFA.

Die VG Bild-Kunst hat über 54.000 Mitglieder und küm­mert sich unter ande­rem um drei Aufgabenbereiche:

  1. Sie zieht Forderungen von pau­scha­len Urheberrechtsabgaben (zum Beispiel der Privatkopievergütung) ein und ver­teilt die­se an die Urheber.
  2. Sie küm­mert sich um die Lizenzierung von indi­vi­du­el­len Urheberrechten, zum Beispiel den Reproduktionsrechten bil­den­der Künstler.
  3. Sie enga­giert sich für die Stärkung und den Schutz des Urheberrechts, zum Beispiel durch poli­ti­sche Lobbyarbeit und Aufklärungsarbeit.

Die VG Bild-Kunst hat kei­ne eige­nen wirt­schaft­li­chen Interessen, son­dern ver­folgt nur treu­hän­de­ri­sch die Rechte ihrer Mitglieder.

Kurzes Beispiel zur Veranschaulichung:
Meine Fotos sind im Internet zu sehen, wenn Kunden die­se über Bildagenturen kau­fen. Nun könn­te jemand so ein Foto auf sei­ner Festplatte spei­chern und aus­dru­cken, um es an die Wand zu hän­gen. Dann fän­de eine Nutzung statt, die ich nicht mit­be­kom­me und für die ich auch nicht hono­riert wer­den wür­den.

Deswegen müs­sen Hersteller von Druckern und ande­ren Geräten, wel­che Vervielfältigungen erlau­ben (Festplatten, Scanner, etc.) eine Pauschale für jedes Gerät an die ent­spre­chen­den Verwertungsgemeinschaften abfüh­ren, wel­che dann unter allen Mitgliedern auf­ge­teilt wird. Auch aus ande­ren Quellen erhält die VG Bild-Kunst Geld und lei­tet es wei­ter.

Wer kann Mitglied in der VG Bild-Kunst werden?

Mitglied der VG Bild-Kunst kann jeder wer­den, der im visu­el­len Bereich tätig ist, zum Beispiel:

  • Bildende Künstler (Maler, Bildhauer, etc.)
  • Fotografen
  • Illustratoren
  • Kameraleute
  • Kostümbildner
  • Karikaturisten
  • usw.

Da dies sehr unter­schied­li­che Arten von Künstlern sind, gibt es in der VG Bild-Kunst drei Berufsgruppen. Berufsgruppe I sam­melt die Bildenden Künste, Berufsgruppe II die Fotografen sowie Illustratoren etc. und Berufsgruppe III die fil­mi­schen Berufe.

Neben den oben genann­ten Urhebern kön­nen auch deren Erben sowie Bildagenturen und Fotoarchive Mitglied wer­den.

Um Mitglied zu wer­den, kann hier bei der VG Bild-Kunst ein Vertrag ange­for­dert wer­den, wel­cher unter­schrie­ben in dop­pel­ter Ausführung zusam­men mit einer Kopie des Personalausweises (Vorder- und Rückseite, nicht rele­van­te Daten, ins­be­son­de­re die Berechtigungsnummer, soll­ten geschwärzt wer­den) zurück­ge­schickt wer­den muss. Die Mitgliedschaft ist kos­ten­los.

Nach ca. 4–6 Wochen erhal­ten sie ein Exemplar des Vertrags zurück sowie ihre Meldeunterlagen. Es ist emp­feh­lens­wert, auch die Email-Adresse anzu­ge­ben, weil sie dann auch den Login für die Online-Meldung erhal­ten. Dazu spä­ter mehr.

Wie schüttet die VG Bild-Kunst Geld aus?

Damit die VG Bild-Kunst den „Kuchen“ kor­rekt ver­tei­len kann, ist sie auf die Meldungen ihrer Mitglieder ange­wie­sen.

Wer Meldungen über ver­öf­fent­lich­te Werke in Papierform abge­ben möch­te, muss das für die Hauptausschüttung bis Ende Juni für das vor­he­ri­ge Jahr machen, ich emp­feh­le jedoch die Online-Meldung, bei der man bis zum 31. Oktober Zeit hat.

Gemeldet wer­den kön­nen:

  • Veröffentlichungen in Büchern oder Kalendern (wel­che eine ISB-Nummer haben)
  • Veröffentlichungen in digi­ta­len Medien, zum Beispiel Coverfotos für CDs, DVDs, aber auch Veröffentlichungen auf Webseiten
  • Netto-Nutzungshonorare, zum Beispiel für die Veröffentlichung in Zeitungen, Zeitschriften, aber auch TV-Standbilder oder die Nutzung über Bildagenturen und Fotoarchive

Beim Melden von Büchern ist die Angabe des Titels, des oder der Autoren, der ISBN, des Verlags sowie das Erscheinungsjahr not­wen­dig. Berücksichtigt wer­den bei der Ausschüttung nur Bücher, wel­che nicht mehr als 5 Jahre vor dem aktu­el­len Jahr erschie­nen sind. „Print-On-Demand“-Bücher wer­den nur berück­sich­tigt, wenn min­des­tens 250 Verkäufe nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen. Veröffentlichungen in E-Books kön­nen lei­der nicht gemel­det wer­den.

Zusätzlich wird die Art des Buches abge­fragt (Kinderbuch, Schulbuch, wis­sen­schaft­li­ches Werk, Sachbuch/Sonstiges) sowie die kon­kre­te Anzahl an Fotos oder Illustrationen im Buch oder auf dem Titel oder Umschlag.

Es dür­fen auch fremd­spra­chi­ge Bücher gemel­det wer­den, der Anteil an der Ausschüttung ist hier jedoch noch deut­li­ch gerin­ger, bis die VG Bild-Kunst eine stär­ke­re Zusammenarbeit mit den aus­län­di­schen Verwertungsgesellschaften eta­bliert hat.

Auch bei CD-/DVD-Veröffentlichungen wer­den nur die in den letz­ten fünf Jahren erschie­nen­den Werke berück­sich­tigt. Dabei müs­sen Werke in digi­ta­ler Form auf der CD/DVD sowie im Booklet gedruck­te Werke sepa­rat gemel­det wer­den.

Beispiel für ein Meldeformular der VG Bild-Kunst
Beispiel für ein Meldeformular der VG Bild-Kunst

Während Bücher und CDs/DVDs nur ein­mal gemel­det wer­den müs­sen, um in den nächs­ten (maxi­mal fünf) Jahren wie­der berück­sich­tigt zu wer­den, müs­sen Online-Nutzungen auf Webseiten jedes Jahr neu gemel­det wer­den.

Dafür kön­nen meh­re­re Bilder auf einer Domain zusam­men gemel­det wer­den, gezählt wer­den jedoch höchs­tens 100 Bilder pro Domain. Dafür muss der Domainname ange­ge­ben wer­den und der Inhaber der Domain laut Impressum. Zusätzlich wird abge­fragt, ob es die eige­ne, eine pri­va­te Webseite oder ein gewerb­li­cher oder insti­tu­tio­nel­ler Internetauftritt ist. Zum Schluss wird die Anzahl der gezeig­ten Bilder in das Formular ein­ge­tra­gen, getrennt nach den Kategorien Kunst/Illustration/Foto.

Bilder in geschütz­ten Bereichen (zum Beispiel durch Passwort-Sperre oder Privatsphäre-Filter bei Facebook) kön­nen nicht berück­sich­tigt wer­den, eben­so wie Suchmaschinen. Tauchen iden­ti­sche Bilder auf der Webseite mehr­mals auf, ist das Bild nur ein­mal zu zäh­len.

Zwar ist es erlaubt, nur die Haupt-Domain zu mel­den ohne die kon­kre­te Unterseite, aber da es die ver­stärkt statt­fin­den­den Kontrollen der VG Bild-Kunst deut­li­ch erleich­tert, ist die Angabe der kon­kre­ten Seite (also z.B. www.beispiel.de/portfolio/portrait.html statt nur www.beispiel.de) erwünscht.

Es stimmt übri­gens nicht, dass der Name des Urhebers im Impressum einer Webseite genannt zu wer­den, um Ansprüche als Fotograf bei der VG Bild-Kunst anzu­mel­den. Diese Regelung betrifft nur Web-Designer, wel­che die Gestaltung einer Webseite selbst als Anspruch mel­den wol­len.

Ausdrücklich eben­falls gemel­det wer­den dür­fen die Webseiten von Bildagenturen oder Galerien mit den eige­nen Werken sowie Verkaufsplattformen, auf denen Publikationen von Werken, z.B. Bücher oder DVDs, ange­bo­ten wer­den.

Wichtiger Hinweis:
Wer nur „Online-Nutzungen“ mel­det, muss wei­te­re Einkünfte aus künst­le­ri­scher oder publi­zis­ti­scher Tätigkeit durch einen Steuerberater oder die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse oder einem geeig­ne­ten Berufsverband (z.B. Freelens, DJV, BVPA, AGD o.ä.) nach­wei­sen.

Die Meldung der Nutzungshonorare (net­to) ist in sechs Bereiche unter­teilt:

  • aus­schließ­li­ch redak­tio­nel­le Nutzung (hohe Verbreitung)
  • aus­schließ­li­ch redak­tio­nel­le Nutzung (nor­ma­le Verbreitung)
  • über­wie­gend redak­tio­nel­le Nutzung
  • über­wie­gend werb­li­che Nutzung
  • aus­schließ­li­ch werb­li­che Nutzung
  • von Fernsehanstalten (ste­hen­de Bilder)

Gemeldet wer­den kön­nen nur Nutzungen in Deutschland und Auftraggeber, wel­che einen deut­schen Firmensitz haben.

Als Beispiele für Firmen oder Bildagenturen mit einer aus­schließ­li­ch redak­tio­nel­len Nutzung und einer hohen Verbreitung (Auflagen ab 300.000 Exemplaren) wer­den Nachrichtenagenturen oder Zeitschriften wie die DPA, Reuters, Imago, Action Press, Spigel, Stern, Zeit etc. genannt.

Medien mit aus­schließ­li­ch redak­tio­nel­ler Nutzung und nor­ma­ler Verbreitung (Auflagen bis 300.000 Exemplaren) sind bei­spiels­wei­se Tagesspiegel, Die Welt, Manager Magazin, usw.

Als über­wie­gend redak­tio­nel­le Nutzung zählt die Verwendung durch (Stock-)Bildagenturen oder kul­tu­rel­le Auftraggeber wie Museen, als Beispiele nennt die VG Bild-Kunst hier laif, Mauritius, Look, iSto­ck, Getty Images, Okapia, Corbis, ddp images, F1online, plain­pic­tu­re, und ähn­li­che Agenturen.

Eine über­wie­gend werb­li­che Nutzung haben zum Beispiel Presseabteilungen von Direktkunden aus Industrie und Handel, Angehörige frei­er Berufe wie Architekten oder Verbände und ande­re öffent­li­che Auftraggeber.

Eine aus­schließ­li­ch werb­li­che Nutzung fin­det bei­spiels­wei­se in Werbeagenturen, Marketingabteilungen von Unternehmen oder Kundenmagazinen statt, bei­spiel­haft genannt wer­den:
Fotolia, Lufthansa-Magazin, DB Mobil, Apotheken-Umschau, kos­ten­lo­se Wochenblätter und mehr.

Wichtiger Hinweis:
Die VG Bild-Kunst behält sich eine Nachprüfung im Einzelfall vor. Sobald die Gesamtsumme der gemel­de­ten Honorare  30.000 Euro im Jahr übersteigt,wird eine Bestätigung durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer ver­langt.

Dafür bie­tet die VG Bild-Kunst hier die Vorlage „Honorar Bestätigung Urheber“ an. Die Umsatzsteuer-Erklärung oder die Einnahmen-Überschussrechnung ist als Nachweis nicht aus­rei­chend.

Die Auszahlung des Geldes erfolgt jeweils im Dezember für die Hauptausschüttung, gefolgt von der Nachausschüttung im dar­auf fol­gen­den April.

Was heißt das konkret für Stockfotografen?

Stockfotografen kön­nen ver­schie­de­ne Arten von Nutzungen mel­den:

So mel­de ich ers­tens mei­ne Bilder auf den Webseiten der Bildagenturen sowie eini­ge Domains, wel­che beson­ders vie­le Bilder von mir ver­wen­den. Hier hel­fen Bildersuchmaschinen wie die Google Bildersuche oder auch kom­ple­xe­re Tools wie Pixray oder Plaghunter.

Außerdem mel­de ich die Bildnutzung in mei­nen eige­nen Büchern sowie in ande­ren Büchern.

Beispiel für einen Treffer bei der Suche nach Fotografen-Namen bei Amazon.de
Beispiel für einen Treffer bei der Suche nach Fotografen-Namen bei Amazon.de

Letztere fin­de ein­fach, indem ich mei­nen vol­len Namen (bzw. das Pseudonym, was ich bei den Bildagenturen ver­wen­de) bei Amazon.de oder der Google Büchersuche ein­ge­be.

Beispiel für einen Suchtreffer in der Google Büchersuche.
Beispiel für einen Suchtreffer in der Google Büchersuche

Bildverwendungen in Zeitschriften oder Kundenmagazinen kön­nen zum Beispiel mit Issuu gefun­den wer­den.

Zu guter Letzt mel­de ich die Nutzungshonorare, wel­che ich von Bildagenturen erhal­ten habe, wel­che auch einen Firmensitz in Deutschland haben, zum Beispiel Westend61, Pitopia, Zoonar, aber auch iSto­ck (Getty Images) oder Fotolia. Da die­se Einnahmen über 30.000 Euro jähr­li­ch betra­gen, schi­cke ich eine Bescheinigung mei­nes Steuerberaters mit.

Wie viel kann ich durch die VG Bild-Kunst verdienen?

Leider lässt sich nicht im Voraus pau­schal sagen, wie viel ein gemel­de­tes Buch oder das Bild auf einer Webseite „wert“ ist.

Die Einnahmen der VG Bild-Kunst spei­sen sich aus diver­sen Rechte-Wahrnehmungen wie Bibliothekstantiemen, Geräteabgaben, Lesezirkelvergütungen und so wei­ter. Dieser „Topf“ ist jedes Jahr unter­schied­li­ch prall gefüllt.

Aus die­sem Topf erfolgt eine pro­zen­tua­le Verteilung der Gelder an alle Urheber, wel­che Werksnutzungen für das betref­fen­de Jahr gemel­det haben. Die kon­kre­te, kom­pli­ziert anmu­ten­de Verteilung ist die­sem Verteilungsplan zu ent­neh­men.

Da der Topf nicht vol­ler wird, nur weil sich mehr Urheber bei der VG Bild-Kunst anmel­den, sinkt mit jeder neu­en Meldung der Verdienst ande­rer Urheber.

Als ganz gro­be Schätzung kann von ca. 2 Euro pro Online-Nutzung eines Bildes aus­ge­gan­gen wer­den. Fest ver­an­kert ist im Verteilungsschlüssel jedoch die „Obergrenze der Ausschüttung für einen ein­zel­nen Berechtigten“. Diese beträgt 0,075% der Ausschüttungssumme, das wären grob ca. 11.000 Euro.

In den letz­ten Jahren habe regel­mä­ßig jähr­li­ch einen mitt­le­ren drei­stel­li­gen bis nied­ri­gen vier­stel­li­gen Eurobetrag von der VG Bild-Kunst erhal­ten, je nach­dem, wie viel Mühe ich mir bei der Meldung gege­ben habe und wie vie­le Verwendungen ich nach­wei­sen konn­te.

Welche Verwertungsgesellschaften gibt es für die Schweiz und Österreich?

Die VG Bild-Kunst ist nur für Deutschland und Urheber aus Deutschland zustän­dig. In der Schweiz gibt es dafür seit 1974 ProLitteris, in Österreich seit 1977 die Organisation Bildrecht.

Dürfen Stockfotografen Mitglied in der VG Bild-Kunst sein?

Ja, dür­fen sie.

Die Frage rührt daher, dass etli­che Audio-Agenturen kei­ne Mitglieder der Verwertungsgesellschaft GEMA akzep­tie­ren. Das liegt aber nicht dar­an, dass es ver­bo­ten wäre, son­dern dar­an, dass die GEMA bei der Musiknutzung umständ­li­che Nachweisenpflichten ein­for­dert, vor der sich vie­le Käufer scheu­en. Es gibt jedoch auch Audio-Agenturen (zum Beispiel Pond5), wel­che auch Musik von GEMA-Mitgliedern anbie­ten.

Gibt es Nachteile für die Mitglieder, zum Beispiel weil Firmenkunden eines Fotografen von der VG Bild-Kunst zur Kasse gebe­ten wer­den? Nein, weil sich die Einnahmen sich nicht durch die Kunden der Fotografen gene­rie­ren, son­dern um Geräte- und Betreiberabgaben, die von den jewei­li­gen Nutzerverbänden wie  Geräteherstellern, Copyshops, Bibliotheken etc. bezahlt wer­den.

Seid ihr auch in der VG Bild-Kunst? Was sind eure Erfahrungen?

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 38

In – nicht ganz so – rasan­ter Folge kommt die nächs­te Folge mei­ner „Pimp My Stock!“-Serie.

Natalia schreibt:

Hallo,

Danke erst­mal für die Mühe dei­ner Webseite. Sie ent­hält vie­le Interessante Informationen und gehört zu dem pro­fes­sio­nel­len Standard eines jeden Fotographen den ich ken­ne. Daher möch­te ich mich an dich bzw. an dein Forum wen­den.

Ich habe gele­sen, dass es mög­li­ch ist, dass du kon­struk­ti­ve Kommentare zu Bildern geben kann­st.

Seit ca. 10 Jahren beschäf­ti­ge ich mit Fotographie und Videokunst sowie Film. Da ich schon oft in die­sem Bereich als Visualartist oder Dokumentarfilmer gear­bei­tet habe ken­ne ich mich gut aus. Seit ca. einem Jahr habe ich ange­fan­gen Fotos zu sam­meln bzw. zu machen um die­se zukünf­tig bei Shutterstock hoch­zu­la­den. Ziel ist es unab­hän­gig von Ort und Land zu wer­den.

Jetzt habe ich eine klei­ne Sammlung von Bild und Videomaterial und wür­de die­se ger­ne von dir bewer­ten las­sen. Ich benut­ze eine Canon 7D, eine Sony A7S und diver­se manu­el­le Objektive (von 15-300mm).

Bis jetzt habe ich kei­ne Fotos ver­kauft, da ich mich in der Vergangenheit mehr mit Videomaterial beschäf­ti­ge habe.

Ich freue mich auf Kritik. Du kann­st die Bilder ger­ne auf dei­nem Forum hoch­la­den.

Viele Grüße,
Natalia C.“

Sehen wir uns ihre Bilder mal an:

_DSC0516
Glas zu foto­gra­fie­ren, ist kei­ne leich­te Aufgabe und des­we­gen immer eine gern gestell­te Aufgabe in der Fotografenausbildung. Natalia meis­tert die Aufgabe ele­gant und fügt noch zwei für Stock wich­ti­gen Konzepte hin­zu: Urlaub und „gesel­li­ges Treffen“. Ersteres wird durch den über­be­lich­te­ten Hintergrund mit Palmen erreicht, zwei­tes durch die Anordnung der Gläser, wie sie an einem für eine Gruppe gedeck­ten Tisch übli­ch sind. Oben rechts ist auch viel Textfreiraum. Für mich ein gutes, ver­käuf­li­ches Stockfoto.

_DSC0619

Beim zwei­ten Bild mit dem Kreuz ist es nicht mehr so ein­fach. Mir gefällt der Sonnenstrahl von oben, lei­der trifft er das Kreuz nicht ganz. Außerdem len­ken Kreide- und ande­re Zeichen auf dem Kreuz ab und auch die Steintafel am Sockel füllt unnö­tig das Bild. Das alles lie­ße sich aber ein­fach retu­schie­ren. Technisch ist das Bild okay und eini­ge Verkäufe zum Thema „Religion“ sind viel­leicht drin.

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Das nächs­te Bild zeigt Kürbisse auf einem Feld. Kann man machen, die Perspektive gefällt mir, der Himmel ist schön blau, lei­der ist der Rest vom Vordergrund schon ver­trock­net. Deutlich bes­ser ver­kau­fen wür­de sich das Bild, wenn links eine Person ste­hen wür­de, wel­che den Kürbis ern­tet.

_MG_0358

Bei die­sem Bild ist gut zu sehen, was ein gestell­tes Foodfoto von einem „neben­bei“ auf­ge­nom­me­nen unter­schei­det. Ich ver­mu­te stark, dass das Foto beim Buffet einer Veranstaltung ent­stand, wo der Fotograf logi­scher­wei­se kei­nen Einfluss auf die Herrichtung der Speisen hat. Hier hat der Koch gespart, indem nur jeweils eine hal­be Frucht auf das Dessert gesetzt wur­de. Deutlich foto­ge­ner wäre die gan­ze Brombeere gewe­sen. Die rote Sauce wirkt links von der Frucht etwas über­strahlt. Wenn das Foto mit dem kor­rek­ten Namen des Desserts und mit „Catering“ etc. ver­schlag­wor­tet wird, kann ich mir trotz­dem eini­ge Verkäufe vor­stel­len.

_MG_4501

Okay, als Berliner bin ich natür­li­ch vor­ein­ge­nom­men. Aber auch nüch­tern betrach­tet gefällt mir das Bild sehr. Der über­stra­pa­zier­te Sonnenuntergang wird hier durch die Großstadt-Silhouette mit einer bekann­ten Sehenswürdigkeit auf­ge­wer­tet. Die Komposition ist sehr gelun­gen mit der Sonne hin­ter dem Turm. Irritierend ist nur der „Schatten“ auf der Kugel vom Fernsehturm, auch wenn es phy­si­ka­li­sch viel­leicht kor­rekt ist. Das wür­de ich in Photohop retu­schie­ren. Ein tol­les Stockfoto! Die Artefakte kom­men nur die die Verkleinerung und Komprimierung des Bildes für den Blog.

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Zum Thema Catering habe ich oben ja schon etwas gesagt, was auch hier gilt. Wer Essen in ein Glas drückt, bekommt viel­leicht Bonuspunkte für Kreativität, aber Abzüge bei der Stockfoto-Tauglichkeit, denn das Gericht wirkt dadurch etwas gezwängt. Auch die Metallschraube vor­ne zieht zuviel Aufmerksamkeit auf sich. Paar Verkäufe könn­ten sich den­no­ch erge­ben.

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Ein wei­te­res Catering-Foto? Ich bekom­me lang­sam Hunger. Hier fin­de ich die Bildaufteilung bes­ser gelun­gen und ich mag das bun­te, quir­li­ge Ambiente im Hintergrund. Das Thema „Catering“ und „Buffet“ kommt hier bes­ser zur Geltung als bei den ande­ren Bildern und des­we­gen hal­te ich es für ein gutes Stockfoto. Die Spitze unten links wür­de ich jedoch noch retu­schie­ren.

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Die Hände in Herzform auf dem Bauch einer Schwangeren gehö­ren zum Standardrepertoire von Portrait- und auch Stockfotografen. Das bedeu­tet aber auch, dass die Konkurrenz hier sehr groß ist und das Bild aus meh­re­ren Gründen nicht zu den Top-Motiven in die­sem Bereich gehört. Die Unterhose ist nicht schön genug und lenkt mit dem Druck etwas ab und all­ge­mein ist mir der Hintergrund zu düs­ter, um eine ver­käuf­li­che Stimmung zu erzie­len.

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Ich ver­mu­te, auf dem Bild ist ein Fotograf beim Berliner „Festival of Light“ zu sehen. Generell ist das gewerb­li­che Fotografieren bei die­sem Festival kri­ti­sch, weil die Lichtinstallationen als „tem­po­rä­re Kunstwerke“ gel­ten und damit eine schrift­li­che Erlaubnis erfor­der­li­ch ist, um die Bilder ver­kau­fen zu dür­fen. Auf dem Basecap des Mannes ist noch ein Logo zu sehen und die Neigung des Bildes ist mir zu extrem. Ich wür­de es nicht anbie­ten.

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Alte Schilder auf einem Bahnhof. Das Bild gefällt mir, weil es durch die his­to­ri­schen Schilder das Alte mit dem Neuen in Form der neo­nil­lu­mi­nier­ten Stadt ver­bin­det. Die Sprache auf den Schildern schränkt die Verwendung etwas ein und es kann auch sein, dass Property Release not­wen­dig ist, je nach­dem, wo das Foto gen­au auf­ge­nom­men wur­de. Mir gefällt es aber und ich den­ke, eini­gen Bildkäufern eben­falls.

Wer eben­falls eine ehr­li­che Meinung und Tipps zur Verbesserung sei­ner Stockfotos haben will, kann hier nach­le­sen, wie ihr kos­ten­los bei der “Pimp My Stock!”-Serie mit­ma­chen könnt.

Was meint ihr? Wie beur­teilt ihr die Bilder?