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Warum die neuen Filter von Google Bildagenturen bedrohen können

Ich sage es schon eine Weile, dass die größte Änderung im Stockfotografie-Markt vermutlich von einer Seite kommen könnte, die einige gar nicht im Blick haben.

Ich meine Technologiekonzerne, allem voran die – nicht nur – Suchmaschine Google. Viele vergessen, dass auch Bildagenturen wie Shutterstock, iStock und Fotolia in erster Linie Technologiefirmen sind, die mehr oder weniger zufällig eben mit der Ware „Bilder“ handeln. Genauso gut könnten sie auch Musik, Texte, Code-Schnipsel, Schulungsvideos und so weiter verkaufen. Agenturen wie Envato oder Pond5 versuchen das ja auch und auch Shutterstock hat kürzlich mit Skillfeed einen Marktplatz für Tutorials ins Leben gerufen. Den alteingesessenen Macrostock-Agenturen haben diese Firmen ganz schön zugesetzt, weil plötzlich viel Know-How ins aus unerwarteter Richtung ins Spiel kam.

Was bisher geschah…

Aber zurück zu Google. Schon 2009 schrieb ich, dass die neu eingeführte Google Bildersuche (heute als „Google Images“ bekannt), die Stockfotografie verändern würde. Schon kurz darauf waren die Suchergebnisse bei Google Images deutlich besser als von TinEye, um gleiche Bilder im Netz zu finden. Vor ziemlich genau einem Jahr wurde ein geheimer Deal zwischen Getty Images und Google bekannt, der auf jeden Fall zeigt, dass Google der Bildermarkt bekannt ist. Ca. ein halbes Jahr später führte eine grundlegende Layout-Änderung bei der Google Bildersuche zu ersten Umsatzeinbrüchen bei Bildagenturen.

Die letzte Ankündigung reiht sich damit fast nahtlos in eine Entwicklung ein, die immer bedrohlicher für Bildagenturen ist.

Was neu ist…

Google veröffentlichte vor paar Tagen eine neue Filter-Möglichkeit für die Bildersuche, bei der Bilder nach bestimmten Verwendungszwecken gefiltert werden können. So „neu“ ist die Funktion zwar nicht, denn sie ist seit ca. vier Jahren bekannt, aber bisher war sie sehr gut in den Tiefen eines Untermenüs versteckt.

Hierarchisch geordnet sehen die angebotenen Filtermöglichkeiten so aus:

  • nicht nach Lizenz gefiltert
  • zur Wiederverwendung gekennzeichnet
  • zur kommerziellen Wiederverwendung gekennzeichnet
  • zur Wiederverwendung mit Veränderung gekennzeichnet
  • zur kommerziellen Wiederverwendung mit Veränderung gekennzeichnet

Jetzt können diese Optionen relativ sichtbar unter dem Suchfeld bei „Suchoptionen/Nutzungsrechte“ eingeblendet werden.

Im Hinblick auf diese Neuerung werden aktuell hauptsächlich zwei Aspekte diskutiert. Die Genauigkeit dieser Filter sowie die langfristige Änderung von Suchgewohnheiten.

Wie genau die Nutzungsrechte gefiltert werden…

Aktuell speisen sich die meisten Bilder, welche überhaupt gefiltert werden, aus dem Pool von Flickr, Wikipedia, Deviantart, Fotocommunity und einigen anderen „Crowd Sourcing“-Bilderseiten.

Kritiker werfen unter anderem ein, dass die angezeigten Filter einerseits nicht genau genug sind, andererseits nicht dem üblichen „Branchenslang“ entsprechen (was angesichts der Verwirrung um Begriffe wie „lizenzfrei“ vielleicht sogar besser ist) und Google natürlich auch keine Haftung übernimmt, ob die Lizenzen korrekt vergeben wurden.

So behauptet Google gerne, dass ein Creative-Commons-Bild, welches unter die „CC BY-SA 2.0„-Lizenz gestellt wurde (Namensnennung und Wiedergabe unter gleichen Bedingungen), „zur kommerziellen Wiederverwendung gekennzeichnet“ wäre. Das ist zwar insofern korrekt, dass solche Bilder ausdrücklich kommerziell genutzt werden dürfen, aber eben nur, wenn der Urheber genannt wird und das Endprodukt (zum Beispiel die Werbeanzeige oder das Computerspiel mit dem Bild im Einsatz) ebenfalls mit der „CC BY-SA“-Lizenz veröffentlicht wird. Das sind praktisch so gravierende Einschränkungen, dass der (unabsichtliche) Missbrauch von CC-Lizenzen damit eher zunehmen als abnehmen wird.

Außerdem wissen die meisten Leute eben nicht, dass die Nutzungsrechte nur ein rechtlicher Aspekt bei der legalen Bildnutzung sind. Sind Personen auf dem Bild, müssen zusätzlich auch die Persönlichkeitsrechte der Person beachtet werden, es gibt noch den Patentschutz, Markenschutz, Designschutz und so weiter.

Tatsächlich halte ich das Problem aber für beherrschbar, weil Google durch seine ausgefeilten Algorithmen die Bilderkennung mittlerweile sehr gut beherrscht und sicher immer noch besser darin werden wird. So wäre es bestimmt technisch leicht lösbar, bei identischen Bildern an mehreren Stellen im Netz automatisch immer die strengstmögliche Nutzungskennzeichnung anzunehmen. Wenn also eine Bildagentur ein Bild mit Wasserzeichen veröffentlicht und jemand das Bild illegal bei Flickr als „Public Domain“-Bild einstellen würde, könnte Google – technisch gesehen – bestimmt schnell erkennen, dass es eigentlich urhebergeschützt ist. Wenn sie es nicht jetzt schon so machen.

Beunruhigender finde ich den zweiten Aspekt:

Wie sich die Suchgewohnheiten ändern können…

Wir leben – nicht nur digital – in einer Filterblase und nehmen die Umwelt um uns herum nach bestimmten Kriterien wahr. Jemand, der in der Bilderbranche arbeitet, sieht überall Stockfotos und erkennt seine Models wieder, während Menschen mit anderen Berufen die meisten Motive spätestens nach paar Sekunden wieder vergessen haben. Deshalb denken wir Stockfotografen auch, dass viele Leute ja Bildagenturen kennen müssten, wo sie Fotos günstig einkaufen können. Unter dem Strich wissen jedoch mehr Menschen nicht, dass Bildagenturen existieren und was diese verkaufen als andersrum. Wer auf der Suche nach Bildern ist, geht viel häufiger zu Google und schaut sich dort die Ergebnisse an.

Deswegen geben Bildagenturen auch sehr viel Geld aus, um entweder direkt bei Google Werbung zu schalten oder indirekt, um mittels ausgefeilter SEO-Maßnahmen die eigenen Bilder in die obersten Reihen der Google-Bildersuche zu drücken. Das funktionierte lange sehr gut, bis Google, wie erwähnt, das Layout umstellte. Jetzt geht Google noch einen Schritt weiter. Sobald der Bildsucher auch nur nach irgendeiner Lizenz sucht, fallen praktisch alle Agenturbilder, egal ob Microstock oder Macrostock, aus dem Raster. Übrig bleiben Amateurbilder.

Das kann einerseits dazu führen, dass auch professionelle Bildkäufer sich vermehrt bei den kostenlosen Bildern bedienen. Das wiederum schwächt die Profis, wenn sie nicht in der Lage sind, sich durch Motivwahl, Qualität oder andere Unterschiede von den Hobbyfotos abzugrenzen.

Andererseits lernen vielleicht weniger Menschen, die noch keine Bildkäufer sind, überhaupt Bildagenturen kennen und gewöhnen sich daran, dort bequem und rechtssicher Fotos lizenzieren zu können. Denn wie die meisten Bildagenturen bestätigen werden, ist eine der größten Trafficquellen jeder Agentur die Google Bildersuche. Gewesen, müsste ich in Zukunft vielleicht schreiben müssen.

Was ebenfalls passieren könnte…

Es könnte sein, dass Google mit dem Nutzungsrechte-Filter die Bildsucher auch dafür sensibilisieren will, dass nicht jedes Bild einfach beliebig genutzt werden darf. Wenn das klar ist, erscheint logischer, dass für eine Nutzung was gezahlt werden müsste. Wenn jetzt Google Rechteinhabern anbieten würde, ihre Bilder ebenfalls unter „für kommerzielle Weiterwendung gekennzeichnet“ anzuzeigen und ein kleines Warenkorb-Symbol unter das Foto packt, damit klar ist, dass für diese Fotos eine kleine Gebühr bezahlt werden muss, wäre das für die Bilderbranche eine Revolution.

Abwegig wäre es keinesfalls. Google verkauft über den Playstore schon eine Weile digitale Inhalte, hat das Vertriebsnetz und die Bezahlmöglichkeiten also praktisch getestet. Google hätte von allen Bildagenturen von Anhang an die größte Nutzerbasis. Google hat das technische Know-How, um doppelte Bilder wegzufiltern, ähnliche Bilder anzubieten, Keyword-Vorschläge zu machen und so weiter. Selbst für die Rechteinhaber, also die Fotografen oder Grafikdesigner, wäre ein Angebot von Google verlockend: Immerhin nimmt Google Play nur 30% Kommission von den Anbietern, während es bei iStock bis zu 85% sind.

Die Leidtragenden wären die bisherigen Bildagenturen. Der Markt bleibt also sehr spannend.

Was sagt ihr? Wie könnte Google den Bildermarkt umkrempeln?

9 Tipps für effektiveres Email-Management (auch für Fotografen)

Schauen wir der Wahrheit ins Auge: Auch Fotografen sitzen meist deutlich mehr am Computer als sie hinter der Kamera arbeiten. Einer der Gründe sind die vielen Emails, die man als Freiberufler bekommt: Auftragsanfragen, Geschäftsberichte, Dankesbriefe, Einladungen, Pressemeldungen, Kooperationsvorschläge, Info-Anforderungen und so weiter.

Ich habe mal gezählt: An einem durchschnittlichen Wochentag empfange ich über 60 Mails – und ja, die Verkaufsbenachrichtigungen der Bildagenturen habe ich schon deaktiviert. 🙂

Deswegen ist es notwendig, sich eine effektive und effiziente Arbeit mit Emails anzugewöhnen, um die oft unnötige Zeit zu verkürzen, die wir uns mit dem Schreiben und Beantworten von Emails widmen müssen.

  1. Benutze Filter-Systeme:
    Sowohl Google Mail, Thunderbird, Outlook, The Bat und alle anderen Email-Anbieter oder -Clients bieten Methoden, um eingehende Mails automatisch zu bearbeiten. Zum Beispiel habe ich einen Filter, der alle Freischalt- und Ablehnungsemails von Bildagenturen in einen eigenen Ordner verschiebt, den ich 1x die Woche mit meiner Excel-Tabelle abgleiche. Model-Bewerbungen haben einen eigenen Ordner, meine verschiedenen Projekte und so weiter.
  2. Sei streng mit Newslettern:
    In den letzten Jahren hat die Sitte um sich gegriffen, dass man entweder ein kostenloses Ebook, einige Gratis-Fonts, ein Hörbuch oder was auch immer nur bekam, wenn man sich bereit erklärte, eine Emailadresse anzugeben, mit der man einen Newsletter bestellte. Meist monatlich, oder schlimmer noch wöchentlich, ganz zu schweigen von den dämlichen „Deal des Tages“-Newslettern, die logischerweise täglich kommen. Idealerweise gibt man gleich eine Wegwerf-Emailadresse an, die man nie abruft. Ich nutze z.B. gern 10MinuteMail. Manchmal lässt es sich jedoch nicht vermeiden, Newsletter zu abonnieren. Wer sich dabei erwischt, mehr als 2x den gleichen Newsletter zu löschen, ohne ihn mit Gewinn zu lesen, sollte ihn gleich abbestellen.
  3. Benachrichtigungen abbestellen:
    Wo wir schon beim Abbestellen sind: Auch die ganzen Benachrichtigungen, wenn Heiner dich in einem Foto markiert hat, oder deine Freundin Maria jetzt auch den Musik-Streamingdienst deiner Wahl benutzt, sind unnütz. Weg damit.
  4. Benutze aussagekräftige Betreff-Zeilen:
    Oft genug bekomme ich Mails ohne Betreffzeile oder welche, in denen nur „Hallo“ oder „Habe eine Frage“ steht. Hilfreicher sind Betreffs wie „Modelbewerbung von Jasmin aus Wuppertal“ oder „Frage nach Video-Equipment für Zeitraffer-Aufnahmen“.
  5. Fass dich kurz und sei hilfreich:
    Meist reichen drei bis fünf Sätze, um den Zweck einer Email darzulegen. Der Rest kann weg. Wer per Mail einen Termin vereinbaren will, mache am besten gleich drei konkrete Vorschläge, wer die Unterschrift für einen Vertrag braucht, hängt diesen gleich an.
  6. Schreibe deutlich, was du willst:
    Manchmal frage ich mich, warum gerade ich eine bestimmte Email bekommen habe. Hat da jemand vergessen, mich aus der CC-Liste zu nehmen? Oder wollte jemand nur mal ein Lob loswerden, ohne eine Handlung zu erwarten? Ich weiß es nicht immer. Deshalb: Schreibe am Ende der Mail deutlich, dass der Empfänger tun sollte: „Bitte fülle das angehängte Formular aus und schicke es innerhalb einer Woche per Post an mich zurück“ oder „Wie viel kostet es, wenn wir ihre Location für einen Tag mieten wollen?“ oder „Kannst Du zu unserem Shooting deinen Hund mitbringen?“
  7. Benutze Textbausteine:
    Wer mit den immer gleichen Arten von Leuten zu tun hat, merkt bald, dass er oft das Gleiche antwortet. Deswegen gibt es Textbausteine, die man nach Belieben zusammenklicken kann. Ich habe zum Beispiel viele Textbausteine für die Kommunikation mit Models, es gibt aber auch viele andere nützliche Anwendungsbereiche. Konkret nutze ich das Quicktext-Addon für Thunderbird.
  8. Nüchtern bleiben:
    Damit meine ich nicht den Alkoholpegel, sondern den Ton der Mails. . Ich vermeide Smalltalk und persönliche Fragen in beruflichen Mails, weil das fast automatisch in unnötigen Antworten resultiert. Gleiches gilt für rhetorische Fragen und blumige Verabschiedungen, generell laden Fragezeichen zu Antworten ein. Lieber viele kurze Absätze schreiben statt langer, blumiger Texte, denn das führt mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu, dass Rückfragen kommen, die schon am Ende der Email beantwortet wurden. Bis dahin hatte es nur keiner durchgehalten.
  9. Nicht jede Email verdient eine Antwort:
    Dieser Tipp ist etwas kniffelig, weil einige Leute es gewohnt sind, sich für alles zu bedanken. Das kann aber leicht zu sinnentleerten Email-Wechseln führen wie: „Danke für den Tipp“, „Bitte, gern geschehen“, „Ach, keine Ursache“, „Ja, trotzdem danke“ und so weiter. Deswegen versuche ich, nicht bei jeder Mail ein Dankeschön zu schicken. Leute, die ich gut kenne, die ich bald persönlich treffen werde oder von denen ich weiß, dass sie sowieso mit übervollen Postfächern zu kämpfen haben, bleiben von Danke-Emails unbehelligt. Im Zweifel bedanke ich mich beim nächsten Treffen.

Welche Tipps und Tricks benutzt ihr, um eure Emails in den Griff zu bekommen?

Fotolia senkt Fotografenhonorare und ändert Abo-Modelle

Heute hat die Microstock-Bildagentur Fotolia die dritte Version (V3) ihrer Webseite online gestellt. Was gibt es für Änderungen für Fotografen und Bildkäufer?

Die größten Änderungen betreffen die Abo-Modelle. Bisher gab es ein „normales“ und ein „Premium“-Abo. Bei ersterem konnte man Bilder bis Größe L runterladen, bei letzteren bis zur Originalgröße (also XXL). Beide Modelle wurden jetzt zusammengefasst.

Die schlechte Nachricht zuerst:

Fotografen bekommen jetzt im Schnitt weniger Geld für Abo-Verkäufe. Der User ToniFlap hat sich hier im Forum Microstockgroup die Mühe gemacht, die alten und neuen Honorare miteinander zu vergleichen:

Den Diamant-Status unten hat bisher noch keiner erreicht und nur Yuri Arcurs hat den Rubin-Status geschafft. Wenn ich das Verhältnis meiner Abo-Verkäufe zugrunde lege, liege ich sicher richtig, wenn ich behaupte, dass jeder Fotolia-Fotograf von diesen Kürzungen betroffen ist.

Besonders betroffen sind Künstler, die Vektor-Grafiken liefern. Die alte Regelung war, dass im Abo jeder Vektor-Download wie 3 Foto-Downloads zählt, jetzt ist es nur noch wie ein Download. Wer zum Beispiel als Silber-Kontributor früher für ein Vektor-Abo-Download 96 Cent erhielt (3 x 32 Cent), erhält jetzt nur noch 29 Cent. Das sind ca. 70% weniger!

Die gute Nachricht ist, dass HD-Videos jetzt nicht mehr im Abo erhältlich sind. Im Abo können jetzt nur noch Web-Größen runtergeladen werden, jeder Download zählt jetzt als 5 statt wie bisher als 10 Foto-Downloads. Das „Verschleudern“ hochwertiger HD-Aufnahmen zu Abo-Preisen hatte bisher viele Videografen abgehalten, Fotolia zu beliefern.

Mit Mitgliedsbereich hat sich auch einiges verschoben und geändert. Schön finde ich die Organisation der Ordner, die jetzt nicht mehr auf jeder Seite den Blick auf die Dateien versperren. Neu ist auch die Möglichkeit, die gesammelten Statistiken als CSV-Datei zu exportieren. Blöd finde ich hingegen, dass im Mitgliedbereich die Thumbnails nicht mehr vergrößert werden, wenn mit der Maus drübergefahren wird und der rote Punk bei Dateien, die nicht exklusiv sind, wirkt verwirrend, weil er leicht mit der Markierung für abgelehnte Bilder zu verwechseln ist. Außerdem hätte ich mir deutlich komfortablere Statistik-Funktionen gewünscht, zum Beispiel die Gesamteinnahmen pro Bild oder pro Bildserie einer Galerie. Verschwunden ist übrigens auch still und leise die Ranking-Übersicht mit den Fotografen, die am meisten verkaufen.

Für Bildkäufer hingegen gibt es nur positive Änderungen zu vermerken. Im Suchfeld sind jetzt die üblichen Booleschen Operatoren wie AND, OR, NOT und Klammern für kombinierte Operationen möglich. Damit sind beispielsweise Abfragen wie „Gruppe AND Frauen NOT (Babys OR Kinder OR Mann)“ möglich, um nur Bilder von Frauengruppen angezeigt zu bekommen.

Außerdem gibt es nun einen Preis-Filter, mit dem die Bilder mit Startpreisen von 2 oder 3 (statt 1) Euro ausgeblendet werden können. Das ist gut für Käufer, kann aber vor allem für exklusive Fotografen nachteilig sein, die alle ihre Bilder mit 2 oder 3 Credits anbieten.

Ich hatte versucht, herauszufinden, ob sich die Abo-Preise für Bildkäufer selbst geändert haben, habe aber noch nichts gefunden. Vielleicht könnt ihr das in den Kommentaren nachtragen, falls ihr den Preis eines bisherigen Abo-Modells wisst.

Was für Änderungen sind Euch noch aufgefallen und wie findet ihr die Änderungen?

Update 18.8.2011: Mario von Fotolia wies mich darauf hin, dass die Abrechnung der Abo-Downloads davon abhänge, ob es ein Abo mit Tages- oder Monats-Downloadlimit sei oder mit einem Jahres-Downloadlimit. Die genaue Übersicht findet ihr hier.

Konzertfotos – Kraftklub und Casper in Köln

Noch länger als ich beruflich fotografiere, bin ich schon für das Online-Musikmagazin bloom.de tätig, mittlerweile als stellvertretender Chefredakteur. So kommt es, dass ich manchmal auch auf Konzerten fotografiere. Am Donnerstag war es wieder soweit. Kraftklub und Casper spielten im Kölner Underground.

1. Casper im Underground, Köln (Retro-Look)

Wem die Namen nix sagen: Kraftklub ist eine Art rappende Rockband (hier anhören), meiner Meinung nach das Originellste, was die HipHop-Szene seit vielen Jahren hervorgebracht hat. Casper ist ein niedlicher Gefühlsrapper mit Reibeisenstimme (hier anhören), was zu einem für HipHop-Konzerte ungewöhnlich hohen Frauenanteil führt.

Aber eine Konzertreview könnt ihr hier bei bloom.de nachlesen, deswegen konzentriere ich mich hier auf die Fotos.

2. Kraftklub im Underground, Köln (1/400s, f2.8, 50mm, ISO 6400)

Zur Location: Das Underground in Köln ist ein relativ kleiner, sympathischer Laden. Die Bühne liegt ca. einen halben Meter erhöht und ist entweder nur durch ein Gitter abgesperrt oder gar nicht. Dann trennen nur die Monitorboxen die Band vom Publikum. Als Beleuchtung werden hauptsächlich Halogenstrahler eingesetzt, die Lichttemperatur liegt demnach immer ca. zwischen 3000-4000 °Kelvin. Beim Casper-Konzert wurden Gitter eingesetzt, was für uns Fotografen den Vorteil hatte, dass wir uns zwischen die paar Zentimeter Gitter und Bühne quetschen konnten und so bei Bedarf keine Zuschauer im Bild hatten und auch nicht von allen Seiten eingeengt wurden.

3. Kraftklub im Underground, Köln (1/320, f2.8, 30mm, ISO 3200)

Als Kameraausrüstung kam – wie immer – meine Canon 5D Mark II zum Einsatz, als Ojektiv habe ich diesmal nicht das 70-200mm genommen, sondern da ich die Verhältnisse vor Ort kannte, nahm ich gleich das 24-70mm 2.8-Objektiv mit. Wie ihr an den Belichtungsdaten sehen könnt, habe ich diese Spanne auch ausgenutzt.

4. Kraftklub im Underground, Köln (1/100s, f2.8, 70mm, ISO 6400)

Ein Nachteil für Vorbands und Fotografen gleichermaßen ist, dass die Beleuchtung erst spärlich ist, damit das Publikum beim Hauptact noch einige visuelle Überraschungen erleben kann. Es waren nur 3-4 Lampen aktiv, nur in gelb bzw. selten mal rot und die auf alles, nur nicht die Musiker gerichtet waren. Deshalb musste ich immer warten, bis sich der Sänger mal in den Scheinwerferkegel bewegt hat.

5. Casper im Underground, Köln (1/50s, f2.8, 50mm, ISO 6400)

Wie ihr seht, hat Casper lichttechnisch ganz andere Kaliber im Ärmel. Hier bestand eher die Herausforderung, die schnellen Helligkeitswechsel zu beachten, um die Motive nicht gnadenlos unter- oder überzubelichten.

6. Casper im Underground, Köln (1/320s, f2.8, 70mm, ISO 6400)

Ich fotografierte übrigens im Spot-Modus und mit Blendenvorwahl. Wie Loe Beerens in seinem Konzertfotografie-Buch richtig beschrieben hat, halten Rapper ihr Mikrofon gerne mit der Faust dicht am Mund. Deswegen habe ich vor allem auf die Passagen gewartet, wo er mal die Handhaltung gewechselt und mit der freien Hand gestikuliert hat.

7. Casper im Underground, Köln (1/100s, 52mm, f2.8, ISO 6400)

Da ich ganz vorne stand, gab es immer die Gefahr, dass ich einigen Zuschauern die Sicht genommen habe, deswegen habe ich mich noch vor dem Konzert mit den Zuschauern in meiner Nähe unterhalten und ihnen gesagt, dass ich während des Konzertes Fotos machen und ab und zu vor ihnen rumturnen werde. Wenn es sie störe, sollten sie mir Bescheid geben. So entsteht Verständnis und es gab keine Probleme.

Gitarrist von Casper im Underground, Köln (1/5300, 24mm, f2.8, ISO 6400)
8. Bassist von Casper im Underground, Köln (1/5300, 24mm, f2.8, ISO 6400)

Die restlichen Musiker auf der Bühne kommen bei Fotos meist zu kurz, deswegen habe ich mindestens ein Foto des Bassisten gemacht, auch wenn man ihn kaum erkennt. Hier musste ich stark manuell unterbelichten, weil die Kamera versucht hätte, die Person richtig, sprich heller, zu belichten.

9. Casper im Underground, Köln (1/20, 24mm, f2.8, ISO 6400)

Das ist mein Lieblingsfoto des Konzertes. Zum einen wegen der knalligen Farben, die auch meinem kommerziellen Stil nahe kommen, zum anderen wegen der Bildaufteilung, die schräg durch die Mitte verläuft und links die feiernde Menge (inklusive des obligatorischen Fotohandys) und rechts den einsamen Künstler zeigt. Das wird auch durch die Lichtstimmung untermalt: Links sind die Farben deutlicher wärmer als rechts.

10. Casper im Underground, Köln (1/400, 24mm, f2.8, ISO 3200)

Das ist mein zweiter Liebling. Allein wegen dieser beiden Weitwinkelaufnahmen hätte ich es bereut, ein anderes Objektiv mitgenommen zu haben. Wer aufmerksam ist, wird den Unterschied zum ersten Foto bemerkt haben. Alle hier gezeigten Fotos sind RAW-Aufnahmen, bei denen ich im RAW-Konverter nur Helligkeit, Sättigung und Kontrast leicht verändert habe. In Photoshop habe ich dann nur das Rauschen reduziert, die Bilder verkleinert und geschärft. Bei drei Fotos habe ich jedoch zusätzlich je eine dieser Photoshop-Aktionen vom Deviantart-User manicho angewendet. Das allererste Foto ist das einzige, was ich zusätzlich gecroppt habe. Ziel war es, mit den Aktionen einen alten Retro-Rock-Look zu erzeugen. Bei diesem ersten Foto wurde der 3. Filter „Retro blueish“ benutzt.

11. Casper im Retro-Look

Hier kam der 34. Filter „Oldschool 1“ zum Einsatz.

12. Casper im Retro-Look

Wer diese Version mit Filter 15 „Smart Sepia“ mit dem Original weiter oben vergleicht, merkt, wie stark sich die Bildwirkung ändert.

Was sind Eure Favoriten und warum? Verbessern die Photoshop-Aktionen die Fotos oder verfälschen sie nur die Stimmung?

Frag den Fotograf: Welche Objektive nutzt Du?

Mittlerweile bekomme ich sogar Mails aus vielen Ländern.
Vor einigen Tagen lag diese Mail von Cassandra aus Florida, USA, in meinem Postfach:

I hope you can read English! I love your stock photography. I am trying to break into the business my self but need guidance! I have a Canon 450d and am going to upgrade to a 5d Mark II but I need help with the lens choice. What is your favorite lens to use? Thank you so much. You are an inspiration to newbies like me!

Ich antwortete kurz auf englisch, möchte aber hier ausführlicher antworten, da ich gemerkt habe, dass ich meine Objektive meist für bestimmte Zwecke nutze.

Canon EF 24-105 mm, f4, IS USM L
Das ist meine meistbenutzte Linse, mein „Immerdrauf-Objektiv“, da es von Weitwinkel für Übersichtsaufnahmen bis zu einem leichten Zoom für Portraitfotos alles abdeckt. Dieses Können hat seinen Preis. Damit meine ich nicht nur den Wert in Euro, sondern auch, dass es schwer zu benutzen ist. Das Objektiv hat vor allem in den Extrembrennweiten sichtbare Objektivfehler. Da wären beispielsweise im Weitwinkel-Bereich Randabschattungen und kissenförmige Verzerrung, im Tele-Bereich tonnenförmige Verzerrung und je nach Lichtverhältnis bei allen Brennweiten starke chromatische Abberation. Auch die Lichtstärke f4 ist manchmal nicht ausreichend, wird aber oft durch den Bildstabilisatur wett gemacht.
Wer diese Fehler jedoch kennt und sie berücksichtigen kann, sei es schon bei der Aufnahme (durch Wahl einer geeigneten Brennweite) oder nachträglich mit Photoshop, hat mit dem 24-105 ein Objektiv, was sehr vielseitig und robust ist und eine gute Bildqualität liefert.

Mutter spielt mit Sohn
Canon EF 50mm, f1.8 II

Martin hatte vor einigen Monaten eine Lobeshymne auf dieses Objektiv geschrieben, der ich nur zustimmen kann. Das Objektiv ist mit unter 100 Euro wirklich billig, liefert sehr gute Bildqualität und für den Preis eine unschlagbare Lichtstärke! Außerdem ist es sehr klein und leicht. Diese Eigenschaften zusammen führen dazu, dass ich das Objektiv oft zusätzlich in die Tasche stecke und dann abends froh bin, wenn f4 des obigen Objektivs nicht mehr ausreichen, einige Blendenstufen mehr in Reserve zu haben. Das Objektiv ist meine deshalb „Notfall-Linse“.
Der Autofokus bei diesem Objektiv ist jedoch etwas träge und nicht sehr genau, da heißt es: „Immer schön auf dem Display kontrollieren“.

Junge schaukelt auf Spielplatz
Canon EF 70-200mm, f2.8 IS USM L

Mein zweitliebstes Objektiv, was ich fast nie für meine Stockfotos einsetze, sondern vor allem für Konzertfotos, Theaterfotografie oder selten, wenn ich den Hintergrund bei Personenaufnahmen verschwimmen lassen will. Das Teil ist wuchtig und mein Mini-Stativ hat schon Probleme mit dessen Gewicht. Dafür ist es so lichtstark, dass sehr gut in dunklen Räumen gearbeitet werden kann, in denen Entfernungen überbrückt werden müssen – wie im Theater oder auf Konzerten eben. Manchmal aber auch, wenn ich das Model auf einen Baum klettern lasse.

Mit Laptop im Freien
Sigma 105mm Macro, f2.8 EX DG
Mit diesem Objektiv mache ich meine Nahaufnahmen. Dabei kommt es nicht auf Schnelligkeit an und das kommt dem Makro-Objektiv zugute. Denn der Autofokus ist so laut und langsam, dass es definitiv keine Schnappschuss-Linse ist. Dafür ist die geringe Schärfentiefe bei Blende 2.8 sehr sehenswert. Oft schalte ich auf manuellen Fokus um, da es nervenschonender ist. Missen möchte ich das Objektiv nicht, denn der Makrobereich eröffnet ganz andere Bildwelten aus die anderen Objektive. Manchmal nutze ich es jedoch auch einfach für Nahaufnahmen von Körperteilen wie Augen, Nase oder Mund.

Bunte Kapseln
Canon EF 85mm, f1.2 USM L II

Das ist meine neuste Errungenschaft. Viele Erfahrungen konnte ich noch nicht sammeln. Gekauft hatte ich es, um stimmungsvolle Portrait bei schwierigem Licht aufnehmen zu können, doch mit Vollformat ohne Crop-Faktor ist ein Bildausschnitt nur mit Kopf schon nicht mehr möglich. Schade. Dafür mag ich hier bei den ersten Tests den samtweichen Schärfeverlauf bei großer Blendenöffnung. Die Fotos aus der fokussiert-Serie über meine Arbeit sind fast alle mit dieser Linse entstanden.

anne_mg_0235
Zubehör
Ich nutze an den L-Objektiven immer die mitgelieferten Streulichtblenden (auch Gegenlichtblende oder Sonnenblende genannt). Diese erhöhen den Bildkontrast undreduzieren Farbsäume.Zusätzlich schützen sie die Objektiv-Vorderseite vor Stößen, Schlägen und klebrigen Kinderhänden.

Ball zur Kamera
Außerdem habe ich drei Arten von Filtern in verschiedenen Größen. UV-Filter, Pol-Filter und Graufilter. Die UV-Filter sind an dem Canon 24-105mm und dem 85mm immer dran, vor allem als zusätzlicher Schutz. Das muss ein qualitativ hochwertiger UV-Sperrfilter sein, denn ein Objektiv ist immer nur so gut wie die schlechteste Linse. Einige meinen, das sei Unsinn, weil es die Bildqualität beeinträchtigen würde. Ich wische einen Fleck jedoch lieber auf einem 100-Euro-Filter weg und riskiere da einen Kratzer als auf einem Objektiv für über 1000 Euro.
Die Pol-Filter sind übrigens die einzigen Filter, welche sich nicht mit Photoshop simulieren lassen. Im Studio bringen sie mir nichts (es sei denn, ich fotografiere spiegelnde Flächen), aber bei Außenaufnahmen sorgen sie für satte Farben und den kitschig blauen Himmel.
Die Graufilter nehme ich selten, nur wenn ich eine geringere Schärfentiefe erzwingen möchte, als es bei strahlendem Sonnenschein sonst möglich wäre. Vor allem für Video-Aufnahmen werden die Filter sicher öfter zum Einsatz kommen.

Was für Objektive nutzt ihr und warum findet ihr sie gut?