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Unverhüllte Wegweiser – Was Fotografen von der Erotikbranche lernen können


Heute gab es in der Süddeutschen Zeitung auf Seite 17 einen Artikel mit der Überschrift „Der letzte Rest vom Schützenfest„. Darin ging es um den Niedergang der gedruckten Erotik, weil sie gegen die Konkurrenz aus dem Internet kaum eine Chance hätte.

Die deutsche Erotik-Presse steuert auf ihr eigenes Begräbnis zu. Seit fünf Jahren befinden sich die Auflagen im freien Fall. […]
Im Internet gibt es nackte Tatsachen kostenlos und anonym, dazu Online-Communities, Kontaktbörsen und harte Sexfilmchen. […]
Der Umsatzanteil am gesamten Zeitschriftenverkauf lag 2006 bei weniger als einem Prozent. Tendenz fallend. Männermagazine im Hochglanz-Look zählen hier nicht dazu, tun sich aber ebenfalls schwer. […]

Doch was hat das mit uns Stock-Fotografen zu tun? Die Pornobranche war oft ein Vorreiter, wenn es um die Nutzung neuer Technologien ging. Erst trugen sie zur Verbreitung der Videokassetten bei, dann gab es gestöhnte 0190-Nummern in nächtlichen Werbesendungen, später Dialer auf Sexseiten, danach Zugang zu Erotikwebseiten als Abonnement. Auch Pornos auf Blue-Ray-Discs sind seit langem erhältlich.

Parallelen zur Bildagenturen-Welt lassen sich durchaus feststellen. Die Beliebheit von neuen Online-Agenturen wuchs auch durch Communities, Agenturen wie Shutterstock, istockphoto oder Framepool bieten mittlerweile auch (bzw. nur) Video-Footage an, Webseiten verschenken Fotos und die Abonnement-Vermarktung von Fotos hat auch vor kurzem Einzug in die Branche gehalten.

Wer nun als Indikator für Zeitschriften-Trends die Erotikmagazine nimmt, kann befürchten, dass erst Nackte-Haut-Postillen schnell verschwinden werden und somit auch potentielle Bildkäufer. Andere Zeitschriften könnten folgen. Was das für die Praxis bedeutet, wird sich zeigen.