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Lohnt sich Kickstarter für Fotografen?

In den letzten zwei Jahren habe ich insgesamt elf Kickstarter-Projekte finanziert.

Bevor ich weitermache, sollte ich einigen vielleicht kurz erklären, was „Kickstarter“ überhaupt ist.

Kickstarter ist der Name einer Webseite, welche „Crowdfunding“ betreibt. Das heißt, Unternehmer, Gründer oder Kreative können auf der Kickstarter-Plattform ihre Idee vorstellen und das Publikum um Geld für die Finanzierung und Realisierung ihrer Idee zu bitten. Als Gegenleistung erhalten die „Backer“, wie die Investoren auf der Seite genannt werden, meist das fertige Produkt zu einem vergünstigten Preis und/oder andere Gimmicks. Ausführlicher wird das Prinzip hier erklärt.

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Was  hat das mit Fotografie zu tun?

Von den elf unterstützten Projekten hatten zehn im weiteren Sinne und acht im engeren Sinne mit meiner Arbeit zu tun. Da war zum Beispiel Zubehör zur besseren Erstellung von Timelapse-Aufnahmen dabei über ein Mini-Stativ für Smartphones bis hin zu einem Lichtmesser für das iPhone und andere Spielereien.

Zehn der elf unterstützten Projekte haben die Finanzierungsphase abgeschlossen. Das heißt, der Unternehmer hat die geforderte Summe (meist sogar mehr) erhalten und kann sich daran machen, die Idee in die Realität umzusetzen.

Meine Erfahrungen mit Kickstarter

Trotz der guten Quote sind meine Erlebnisse mit Kickstarter ernüchternd. Auch wenn die Finanzierung für ein Projekt steht, heißt das noch lange nicht, dass auch das Endprodukt je das Licht der Welt erblicken wird. Oft unterschätzen Kreative den Aufwand und auch die Kosten, der hinter der Erstellung eines Prototypen stehen oder berücksichtigen bestimmte Materialeigenschaften nicht. Wenn das Produkt nicht fertig wird, ist in der Regel das investierte Geld weg. Damit unterscheidet sich Kickstarter aber nicht von anderen Business-Investitionen, wo der Investor ebenfalls ein Risiko bis zum Totalverlust trägt.

Von den zehn finanzierten Projekten haben bisher zwei nicht liefern können, das wäre eine Ausfallquote von 20%. Glücklicherweise waren es beide Male nur Beträge unter 20 Euro.

Fast die Regel hingegen ist es, dass die versprochene Dauer bis zur Umsetzung immer überschritten wird. Manchmal sind es „nur“ zwei bis drei Monate Verzögerung, aber manchmal dauert es ein halbes Jahr länger als geplant oder mehr. Beispielsweise habe ich eine Hülle für das iPhone 5 finanziert, die auch jetzt, wo ich schon das nächste Modell habe, noch nicht fertiggestellt ist.

Ein weiterer Punkt ist, dass sich die Wunschvorstellung manchmal doch stark von der Praxis unterscheidet. So habe ich einige Gadgets hier, die sich doch komplizierter bedienen lassen als ich mir das vorgestellt habe oder ich einfach nicht so oft den Bedarf habe, damit arbeiten zu müssen oder zu wollen. Sprich: Sie liegen bei mir im Regal und stauben voll. Vier der zehn Produkte habe ich noch nicht ein einziges Mal benutzen können, zwei davon liegen sogar unangetastet in der Originalverpackung rum.

Da habe ich mich manchmal durch die enthusiastischen Beispielvideos blenden lassen. Kombiniert mit dem „Countdown“, bis wann ein Projekt finanziert werden muss, löste das manchmal eine Torschlusspanik bei mir aus.

Wenn ein Produkt dann auf dem Versandweg ist, fangen die nächsten Probleme an. In der Regel haben die Unternehmer keine Ahnung von internationaler Logistik und erst recht nicht von den komplizierten zollrechtlichen Bestimmungen in Deutschland. Das führt so gut wie immer dazu, dass die fertigen Produkte ohne Rechnung außen am Paket geliefert werden. Aus deren Sicht auch verständlich, weil es ja keine Bestellung ist, sondern ein „Geschenk“ für eine erfolgreiche Finanzierung.

Solche Details interessieren den deutschen Zoll aber nicht. Der Zoll fischt sich das Paket einfach raus und schickt stattdessen eine Aufforderung, sich beim zuständigen Zollamt einzufinden, um zu erklären, was für einen Schnickschnack man da importieren will. Da werden dann dicke Listen gewälzt, um herauszufinden, was genau das exotische Teil da ist. Oft ergebnislos, weil es ja eine neue Erfindung ist, die es nicht überall zu kaufen gibt. Im Zweifel einigen wir uns dann auf „sonstiges Fotozubehör“ und ich werde noch mal ordentlich zur Kasse gebeten, denn der Zoll will Einfuhrumsatzsteuer.

Ein typisches Kickstarter-Paket, nachdem der deutsche Zoll damit fertig ist.
Ein typisches Kickstarter-Paket, nachdem der deutsche Zoll damit fertig ist.

Auf der Plus-Seite meiner Kickstarter-Erfahrungen steht, dass ich spannende Einblicke in die Entwicklung von Prototypen und die Schwierigkeiten beim Produktdesign und der Umsetzung einer technischen Skizze in ein fertiges Produkt erhalten habe.

Das wiegt aber den oben genannten Ärger für mich nicht auf, weswegen ich seit mindestens einem halben Jahr keine Kickstarter-Projekte finanziert habe. Sehe ich ein neues Kickstarter-Projekt, was mich wirklich reizt, füge ich es stattdessen zu meinen Internet-Lesezeichen hinzu, um alle paar Monate mal nachzuschauen, ob das Projekt realisiert werden konnte. Denn wenn das Projekt die Serienreife erreicht, kann es fast immer direkt über die Webseite oder einen Online-Shop gekauft werden. Zwar etwas teurer als bei Kickstarter, aber dafür sofort.

Einige mögen einwenden, dass ohne eine erfolgreiche Kickstarter-Finanzierung das Produkt vielleicht nie erschaffen würde. Das mag sein. Aber in der Praxis waren alle meine von mir finanzierten Projekte überfinanziert, hätten also das notwendige Geld auch ohne meinen Anteil eingesammelt.

Manchmal habe ich Kickstarter sicher zu sehr mit einer Einkaufsplattform verwechselt. Das ist sie nicht. Kickstarter ist eine Plattform zur Anschubfinanzierung. Wenn wir sie aber als solche betrachten, fällt die Dividende bei einer erfolgreichen Investition relativ gering aus: Eine einmalige Ersparnis beim Produktkauf, das sind vielleicht 20% Rabatt, maximal 50%, aber immer mit langer Wartezeit, Stress mit dem Zoll und zusätzlicher Einfuhrumsatzsteuer. Klassische Investoren hingegen sichern sich Prozente an der Firma und verdienen damit langfristiger deutlich mehr, haben aber durch hohen Kapiteleinsatz mehr Risiko.

Was sind eure Erfahrungen mit Kickstarter? Habt ihr coole Fotografie-Produkte gefunden, die ihr empfehlen könnt?

Online-Backup für Fotografen und andere Tipps zu Datensicherung

Vor kurzem hatte ich auf meiner Facebook-Seite den Link zu diesem Artikel gepostet, in dem eine Firma für Online-Datensicherung die Festplatten verschiedener Hersteller miteinander vergleicht.

In den Kommentaren kamen einige Fragen zur konkreten Gestaltung einer Datensicherung auf und da meine beiden Artikel zum Thema schon etwas älter sind, möchte ich das wichtige Thema noch mal ins Gedächtnis aller Fotografen rufen.

Warum ist Datensicherung wichtig?

Datensicherung erfüllt das gleiche Prinzip wie eine Versicherung. Wir alle hoffen, dass wir nie eine brauchen, aber wenn der Ernstfall eingetreten ist, sind wir sehr froh, wenn wir eine haben. Der Ernstfall kann ein Einbruch ins Fotostudio sein, bei dem alle technischen Geräte gestohlen werden, ein Feuer, was das Arbeitszimmer vernichtet oder ein plötzlicher Ausfall der Festplatten, auf denen unsere Daten gespeichert sind. Vor allem den letzten Punkt vergessen viele Leute gerne, dabei haben auch Festplatten eine Art „Haltbarkeitsdatum“, welches im Schnitt zwischen zwei bis zehn Jahren schwankt. Deshalb ist die Wahl der richtigen Festplatte von großer Bedeutung und ich lege allen ans Herz, vor Kauf einer neuen Festplatte den oben verlinkten Artikel gründlich zu lesen.

Was für Daten sollten gesichert werden?

Alle Daten, die im Falle eines Verlusts entweder nicht mehr problemlos wiederhergestellt werden können (der Offline-Dump der Wikipedia mit über 100 GB gehört also nicht dazu) oder eine starke Einschränkung bei der Arbeit bedeuten würden, sollten gesichert werden.

Ich selbst trenne bei der Datensicherung zwischen zwei Bereichen:

  1. meinem „Stockfotomaterial„:
    • RAW-Dateien/Videos
    • entwickelte JPG-Fotos und gerenderte Videos
    • Model-, Agentur- und andere Verträge als Scans
    • meine Excel-Tabellen mit Verwaltungsinformationen, Model-Kontakten und Umsatz-Statistiken
  2. meinem „Arbeitsmaterial„:
    • im Grunde meine gesamte Arbeitsfestplatte, auf der sich unter anderem befinden:
    • meine geschäftlichen Emails
    • meine Textdateien
    • Layout-Entwürfe
    • meine Webseiten-, Blog- und Forum-Daten

Diese sichere ich auf zwei verschiedene Arten:

Das Stockfoto-Material sichere ich regelmäßig auf zwei externe Festplatten (aktuell die WD My Book 4 TB*). Regelmäßig heißt, sobald die Daten anfallen, also nach einem Shooting, nach dem Ende eines Bildbearbeitungssession etc. Die beiden Festplatten tausche ich ca. alle zwei Jahre gegen ein Modell mit mehr Speicherplatz aus. Aktuell bin ich in der vierten Generation angekommen: 500GB, 1 TB, 2TB, 4 TB. Die alten Daten kopiere ich dann auf beide neue Platten und lagere eine der alten Platten bei einem Freund aus. So habe ich die Daten immer doppelt vorrätig, falls eine der Platten den Geist aufgibt. Ich nutze zwei Platten, um eine Art „manuelles RAID-1-System“ zu haben. Es gibt zwar Systeme, die eine noch bessere Verfügbarkeit garantieren, aber da gibt es eben auch zusätzliche Probleme und die Einrichtung ist komplizierter. Zusätzlich werden die Festplatten mit einem Online-Backup-Dienst gesichert. Dazu gleich mehr.

Mein Arbeitsmaterial ist meine aktuelle Festplatte. Es ist aber nicht die einzige Festplatte in meinem Rechner, sondern neben der SSD-Systemplatte nur eine von zwei Festplatten. Wer an der genauen Modellnummer interessiert ist: Ich nutze die WD 2002FAEX 2 TB*. Die Daten der einen Platte werden mit der automatischen Windows-Sicherung regelmäßig auf die andere Platte kopiert.

Erfahrungen mit einem Online-Backup-Dienst

Zusätzlich nutze ich für beide Daten-Bereich einen Online-Backup-Dienst. In meinem Fall nehme ich Backblaze*, weil die unbegrenzten Speicherplatz anbieten, was bei mehreren Terabyte an Daten wichtig ist. Die Kosten belaufen sich auf 5 Dollar pro Monat, ich jedoch habe das Abo für zwei Jahre abgeschlossen, was mich dann im Schnitt nur ca. 3 Euro pro Monat kostet. Das ist unschlagbar. Und es funktioniert. Zwar habe ich bisher noch keinen Computercrash gehabt, aber unterwegs mal paar wichtige Daten vergessen. Da habe ich mich bei Backblaze eingeloggt, die gewünschten Daten auf meiner Festplatte angeklickt und paar Minuten später habe ich per Email eine Zip-Datei mit den benötigten Daten bekommen. Im Grunde sowas wie eine Art „Ersatz-NAS„.

Der größte Nachteil bei Backblaze ist, wie lange es dauert, bis die Daten das erste Mal gesichert sind. Da ich insgesamt ca. 5 TB an Daten habe, dauerte die erste Sicherung ca. ein halbes Jahr (bei 2,5 Mb/s), wo ich auch den Rechner oft nachts angelassen habe. Da wäre es schöner, einen Anbieter zu haben, dem man zu Beginn eine Festplatte schicken könnte. Aber nachdem ich diese „Durststrecke“ überstanden habe, sichert Backblaze nur die neu erstellten oder geänderten Dateien und ist im Hintergrund nicht mehr bemerkbar. Backblaze bietet aber auch an, nur bestimmte Ordner und nicht nur komplette Festplatten zu sichern, weshalb ich nach und nach die wichtigsten Ordner sichern lassen habe, damit sich der Dienst nicht zum Anfang mit den großen, von mir sowieso auch extern gesicherten RAW-Dateien aufhalten muss.

Ich kann nur über meine Erfahrungen mit Backblaze schreiben, weil ich keinen anderen Dienst nutze. Der Vollständigkeit halber will ich aber andere, ähnliche Dienste erwähnen. Es gibt zum Beispiel noch Crashplan, Livedrive oder Carbonite. Die vier Dienste sind preislich sehr ähnlich und bieten alle unbegrenzten Speicherplatz. Sie unterschieden sich vor allem in der verwendeten Software und Detaileinstellungen wie der Dauer der Versionsarchivierung, der Bequemlichkeit der Einrichtung etc.

Zusätzlich habe ich einen kostenlosen Dropbox-Account*, mit dem ich ebenfalls wichtige Dateien auf alle meine Rechner verteile und diese bei einer versehentlichen Löschung ebenfalls wieder rekonstruieren kann.

Datenschutz beim Cloud-Backup?

Der größte Kritikpunkt bei der Nutzung von Cloud-Backups ist, das andere Leute Zugriff auf die eigenen Daten hätten. Ich halte das für übertrieben. Zum einen werden die Daten in den Rechenzentren der Anbieter gut verschlüsselt. Klar, die NSA wird diese Verschlüsselung sicher knacken können, aber wenn sie das kann, kann sie auch direkt über das Internet auf euren Rechner zugreifen. Einige Dienste wie Crashplan bieten auch an, die Daten nicht auf den eigenen Servern zu sichern, sondern diese an einen anderen Ort zu schicken, beispielsweise auf die externe Festplatte eines Verwandten oder einen selbst betriebenen Server.

Wie sichert ihr eure Daten? Welche Tipps gebt ihr anderen Fotografen zur Datensicherung?

* Affiliate-Link

Ergebnisse und Lehren aus meinem großen Fotografie-Gewinnspiel

Trommelwirbel! Ich darf die 13 Gewinner meines Gewinnspiels zur Feier des 500. Artikels in diesem Blog bekanntgeben!

In den Kommentaren meines Gewinnspiel-Artikels kamen 142 Beiträge zusammen. Ich habe diese per Hand überprüft, ob alle die Teilnahmebedingungen erfüllt haben (mehr dazu unten) und diejenigen aussortiert, welche leider nicht richtig mitgemacht haben. Das waren ca. 30 Beiträge. Den restlichen Kommentaren habe ich – chronologisch aufsteigend – entsprechend den Teilnahmebedingungen eine oder zwei Losnummern zugewiesen. Das ergab 110 Lose, die gewinnen können.

Auf der Webseite random.org habe ich mir per Zufallsgenerator dann 13 Nummern im Bereich 1-110 ziehen lassen. Hier die Gewinner-Lose:

Aber welche Lose gehören zu welchem Kommentator?

Hier die Kurz-Übersicht:

  1. Gewinner: Los 23 – Sebastian
  2. Gewinner: Los 36 – Kim
  3. Gewinner: Los 2 – wl
  4. Gewinner: Los 72 – Abra Xas
  5. Gewinner: Los 55 – gfgfgf
  6. Gewinner: Los 22 – Sebastian (ihr seht, doppelte Gewinnchancen können sich lohnen)
  7. Gewinner: Los 44 – Björn Lischer
  8. Gewinner: Los 102 – Thomas Schwede
  9. Gewinner: Los 78 – Maximilian
  10. Gewinner: Los 27 – Melanie
  11. Gewinner: Los 34 – Uwe Landgraf
  12. Gewinner: Los 85 – Julia
  13. Gewinner: Los 77 – David

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!

Hier die vollständige Übersicht, wer welche Losnummer erhalten hat und welche Kommentare ungültig erklärt werden mussten (Klick auf das Bild für eine Großansicht oder abspeichern und anschauen):

Ich werde jetzt die Gewinner nacheinander anschreiben. Zuerst darf sich der erste Gewinner aus den 13 Preisen etwas aussuchen, der zweite Gewinner aus den restlichen Preisen und so weiter. Falls sich jemand innerhalb einer Woche nicht auf meine Email melden sollte (im Spam-Filter nachschauen), dann werde ich später noch Lose ziehen, um alle Preise zu vergeben.

Waren meine Regeln zu streng?

Vermutlich habe ich die Teilnahme am Gewinnspiel an zu hohe Erwartungen geknüpft. Anders kann ich mir nicht erklären, dass ich bei strenger Auslegung der Regeln locker über die Hälfte der Teilnehmer hätte disqualifizieren müssen. Die Regeln lauteten: Um teilzunehmen, musste jemand über das Gewinnspiel mit Link in seinem Facebook- oder Twitter-Account berichten oder in seinem Blog darauf hinweisen. Zusätzlich musste die Lieblingskategorie in meinem Blog genannt werden und zu welchem Thema der Leser in Zukunft mehr von mir lesen wollen würde.

An den letzten beiden Bedingungen sind viele gescheitert. Dabei hatten diese Bedingungen ihre Gründe und ich habe sie extra rot markiert, damit sie auch auffallen und nicht überlesen werden. Ich habe mich deswegen entschlossen, beide Bedingungen zu einer zusammenzufassen. Um teilzunehmen, musste neben dem Link die Lieblingskategorie oder ein Wunschthema genannt werden.

Viele hatten auch Probleme, den richtigen Link der Facebook-Status-ID zu finden. Wenn es mir möglich war, das heißt, wenn ich mit meinem Facebook-Account das Profil des Teilnehmers ansehen konnte, habe ich den richtigen Link rausgesucht, oben mit in die Übersicht eingetragen und den Kommentar gezählt.

Wann wurde ein Kommentar ungültig?

Leider musste ich trotzdem einige Kommentare ignorieren. Einige haben weder eine Kategorie noch ihr Wunschthema genannt. Bei manchen Kommentaren war der Link falsch oder der notwendige Inhalt nicht auffindbar. Zum Beispiel hat jemand nur die URL seines Blogs gepostet, ohne dort auf das Gewinnspiel hinzuweisen. Einige Blogs konnte ich nicht mitzählen, weil es sogenannte „Gewinnspielblogs“ waren, die ebenfalls von der Teilnahme ausgeschlossen sind.

Warum bekommen nur manche zwei Lose?

Gemäß den Teilnahmebedingungen konnte nur jemand zwei Lose bekommen, der mit Blog und Facebook-Link teilgenommen hat oder mit Blog und Twitter-Link. Einige haben mit Facebook und Twitter teilgenommen, was ich jedoch nur 1x zählen konnte.

Lehren aus dem Gewinnspiel

Ich hatte im Blog ja bisher zwei Gewinnspiele veranstaltet, die auf viel Resonanz gestoßen sind. Ehrlich gesagt hatte ich mir angesichts der vielen tollen Preisen mehr Teilnehmer erwartet. Aber wahrscheinlich waren die Regeln doch zu kompliziert. Dabei hatte das Gründe: Ich wollte die Leute mit Preisen belohnen, die regelmäßig meinen Blog lesen. Diese haben in der Regel auch die Teilnahmebedingungen gründlich gelesen. Damit konnte ich halbwegs die Leute rausfiltern, die sich überall an vielen Gewinnspielen beteiligen, ohne einen Bezug zum veranstaltenden Blog zu haben. Ich hätte mir gewünscht, eine bessere Methode zu finden, um sicherzustellen, dass die Leute den Blog lesen, aber mir ist keine eingefallen.

Im Nachhinein ist mir die Idee gekommen, dass ich die Gewinner nicht per Email anschreibe, sondern nur im Blog nenne und diese sich dann bei mir melden müssten. Aber das hätte ich vor Beginn des Gewinnspiels erwähnen müssen, deshalb geht es diesmal nicht.

Außerdem habe ich gemerkt, dass gar nicht so viele Preise notwendig sind, um Euch für ein Gewinnspiel zu begeistern. Ich freue mich, dass sich viele Firmen beteiligt haben und wirklich hilfreiche Dinge für Fotografen beigesteuert haben, aber die Organisation im Hintergrund erforderte viel Zeit und Planung. Auch jetzt nach der Bekanntgabe der Gewinner hört für mich die Arbeit nicht auf, weil ich die Gewinnvergabe koordinieren muss und einige Gewinne selbst verschicke. Das nächste Mal werde ich solche Aktionen wieder etwas kleiner aufziehen.

Jetzt aber noch mal Gratulation an die Gewinner: Ihr bekommt Emails von mir.

Was sind eure Erfahrungen aus solchen Verlosungen oder Gewinnspielen?

Damals: Mein allererstes Model-Shooting mit Lisa

Willkommen im neuen Jahr! Vor fast genau fünf Jahren hatte ich mein erstes „Model-Shooting„. Eine Freundin fragte mich, ob ich Fotos von ihr machen könne. Sie wollte ihrem Freund zu Weihnachten einen Kalender mit Fotos von ihr schenken. Da ich schon einige Monate bei Bildagenturen (damals nur bei Panthermedia, Digitalstock und Bildmaschine) angemeldet war und einige Blumen- und Landschaftsfotos online hatte, nutze ich die Gelegenheit. Sie bekam die Fotos und 25% meiner Einnahmen damit, wenn sie mir einen Modelvertrag unterschreibt.


Damals hatte ich noch die Canon EOS 20D (mit 8,2 Megapixeln, meine  jetzige Kamera hat fast das Dreifache) benutzt, als Objektiv sogar das Tamron AF 28-200mm f3.8-5.6. Offenblende 5.6! Das ist für mich heute unvorstellbar. Damit musste ich bei bewölktem Himmel auf ISO 400 hochgehen, um die halbwegs akzeptable Belichtungszeit von 1/60 Sekunde zu erzielen. Geblitzt hatte ich damals auch noch nicht, sondern einfach eine weitere Freundin eine weiße Pappe neben das Gesicht halten lassen.


Insgesamt haben wir ca. zwei Stunden fotografiert, von 15 bis 17 Uhr, dann wurde es schnell zu dunkel. Ich habe 317 Fotos gemacht, davon konnte ich die meisten gleich löschen, übrig blieben 70 Bilder, von denen ich 22 bearbeitet habe. Diese gingen dann an die Bildagenturen. Eben habe ich mal nachgerechnet: Mit diesen 22 Bildern habe ich bisher 215 Euro verdient, das Model-Honorar schon abgezogen, wobei nur 7 der 22 Bilder Verkäufe aufzuweisen haben.  Mit Abstand die meisten Verkäufe erzielten die beiden oberen Fotos. Allein das Portrait brachte insgesamt knapp 70 Euro.

Wenn ich mir heute die Bilder anschaue, bin ich einerseits entsetzt, wie wenig stocktauglich meine Motivwahl und wie schlecht die Bildqualität war. Heute würde mir nie mir so ein Riesenzoom eines Drittherstellers an die Kamera kommen, ich würde alles geben, um ISO 400 vermeiden zu können, ich würde mehr mit Blitzen und besseren Reflektoren arbeiten und und und. Mit stockuntauglicher Motivwahl meine ich jedoch nicht das Model, sondern die von ihr dargestellten Szenen. Ihr Lachen ist Gold wert und ich habe danach mehrmals mit ihr Fotos machen können, die sich deutlich besser verkaufen. Aber bei diesem ersten Shootings hatte ich fast nur stark angeschnittene Portraits gemacht. Heute weiß ich, warum sich ausgerechnet das nicht angeschnittene Portrait mit Abstand am besten verkauft hat. Andererseits bin ich beim Anschauen der Fotos froh, weil ich sehe, dass ich in den letzten fünf Jahren viel gelernt habe und meine Fotografiekenntnisse auf ein höheres Level heben konnte.

Aber Stillstand ist Rückschritt. Deswegen heißt es für mich auch 2011: Weiter lernen, besser werden, schönere Fotos machen, mehr Bilder verkaufen!

Was sind Eure Vorsätze für 2011?

Zwei Jahre Microstock – Meine Zahlen und Erfahrungen

Seit zwei Jahren lade ich meine Fotos auch zu Microstock-Agenturen hoch. Nach einem Jahr hatte ich hier im Blog einen Rückblick geschrieben mit meinen durchschnittlichen Einnahmen, meinen Zielen und mehr.

Das wurde sehr kontrovers diskutiert, davon könne ich doch nicht leben, das sei Wahnsinn und was weiß ich.

Jetzt ist ein weiteres Jahr vergangen, ich fotografiere immer noch und will meine neusten Zahlen mit euch teilen.


Ich rede ebenso wie beim letzten Rückblick nur von den fünf führenden Microstock-Agenturen, also istockphoto*, Fotolia*, Shutterstock*, Dreamstime* und 123rf*. Vor einem Jahr hatte ich statt 123rf die Agentur StockXpert, aber die Agentur wurde Getty Images gekauft und im Februar 2010 zugunsten von istockphoto geschlossen.

Bevor wie letztes Mal jemand falsche Schlüsse zieht: Ich bin zusätzlich auch bei mehr als zehn anderen Bildagenturen, sowohl Micro- als auch Macrostock, vertreten. Diese Zahlen hier sind nur ein Teil meiner Einnahmen.

Was hat sich in einem Jahr geändert?

Portfolio-Größe
Mein Portfolio ist im zweiten Jahr um mehr als das Doppelte gewachsen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich besser weiß, welche Agenturen auf was achten und ich dementsprechend durch zielgerichtete Bildbearbeitung weniger Ablehnungen als im ersten Jahr habe. Vergleichen wir mal die fünf Agenturen.

Nach meinem zweiten Jahr Microstock habe ich online (Die Zahl in Klammern ist der Wert am Ende des ersten Jahres):

  • istockphoto: knapp 1100 Dateien (knapp 500), Annahmequote war und ist ca 75%
  • Fotolia: knapp 2590 Dateien (knapp 850), Annahmequote ist ca. 96,5%, war ca. 90%
  • Shutterstock: knapp 2000 Dateien (knapp 650), Annahmequote ist ca. 93%, war 90%
  • Dreamstime: knapp 2100 Dateien (550), Annahmequote ist 99%, war 90%
  • 123rf: knapp 2200 Dateien (600), Annahmequote war und ist ca. 99%

Durchschnitt : knapp 2000 Bilder pro Agentur

Ich habe absichtlich nicht mehr Fotos, sondern Dateien geschrieben, weil ich mittlerweile bei istockphoto, Fotolia und Shutterstock auch ca. 30 Videos online habe. Nicht viel, aber es sollen auf jeden Fall mehr werden. Bei Fotolia habe ich über 500 Bilder exklusiv. Da diese Bilder teurer verkauft werden, erklärt das auch, warum die Agentur bei den Umsätzen deutlich vorne liegt.

Umsätze
Wie zu erwarten sind mit einer Verdopplung der Bilder auch die Umsätze gestiegen. Hier wieder meine Einnahmen des letzten Jahres, zum Vergleich die des Vorjahres dahinter. Ich habe die Einnahmen der besseren Vergleichbarkeit halber alle in Euro umgerechnet, basierend auf dem durchschnittlichen Wechselkurs der letzten 12 Monate:

  • istockphoto: ca. 1.880 Euro (ca. 540 Euro)
  • Fotolia: ca. 10.900 Euro (ca. 2.600 Euro)
  • Shutterstock: ca. 4.250 Euro (ca. 390 Euro)
  • Dreamstime: ca. 1.120 Euro (ca. 120 Euro)
  • 123rf: ca. 430 Euro (ca. 50 Euro)

Gesamt: 18.580 Euro

Pro Bild habe ich damit im letzten Jahr über 9 Euro verdient, im Vergleich zu 6 Euro im letzten Jahr. Der monatliche RPI (Return per Image) lag damit bei 0,75 Euro pro Bild. Wie lässt sich die Steigerung erklären? Vor allem durch fünf Faktoren.

  1. Fast alle Microstock-Agenturen haben in den letzten 12 Monaten ihre Preisstrukturen geändert und Preise erhöht.
  2. Dazu kommt, dass zum Beispiel Shutterstock und Dreamstime bei mehr Verkäufen auch mehr Geld pro Download an den Fotografen auszahlen, so dass ich selbst bei gleichbleibenden Verkäufen mehr verdiene. Dazu später mehr.
  3. Im ersten Jahr habe ich bei einigen Agenturen etwas später angefangen, was die Statistik verzerrt.
  4. Es dauert oft einige Wochen, bis die Bilder nach dem Hochladen freigeschaltet und von Käufern gesehen werden. Auch der Entscheidungsprozess der Käufer kann Wochen bis teilweise Monate dauern, weshalb meine ersten Microstock-Monate unterdurchschnittlich erfolgreich waren.
  5. Einige Käufer kaufen gerne Bildserien, entweder mit den gleichen Models oder dem gleichen Look. Je mehr Bilder ich online habe, desto mehr lohnt es sich für Käufer, in meinen anderen Bildern zu stöbern, was zu mehr Verkäufen führen kann.

Auf den Monat gerechnet habe ich allein mit diesen fünf Agenturen über 1500 Euro pro Monat verdient.

Anreize
Die verschiedenen Bildagenturen haben unterschiedliche Systeme, um Fotografen zu motivieren und erfolgreiche Teilnehmer zu belohnen.

Bei istockphoto gibt es ein Ranking-System, gestaffelt nach Downloads. Je mehr Verkäufe ein Fotograf hat, desto höher steigt er im Rang. Das wiederum erlaubt den Fotografen, mehr Bilder pro Woche hochzuladen. Wer exklusiver Fotograf bei istockphoto ist, erhält zusätzlich auch mehr Prozentpunkte des Verkaufspreises. Letztes Jahr bin ich von „Basis“ zu „Bronze“ aufgestiegen. Vor wenigen Wochen erst habe ich den „Silber“-Status erreicht. Statt 15 Bildern pro Woche darf ich nun 20 Bilder hochladen. Dieses Limit erklärt auch, warum ich bei istockphoto leider nur halb so viele Fotos online habe wie bei anderen Agenturen.

Fotolia staffelt das Ranking ebenfalls nach Downloads. Mit jeder Ranking-Stufe gibt es mehr Geld beim Verkauf und der Fotograf kann auf Wunsch höhere Verkaufspreise einstellen. Im ersten Jahr habe ich es von „Weiß“ über „Bronze“ zu „Silber“ geschafft. Jetzt stehe ich kurz vor dem „Gold“-Status, den ich spätestens im August erreichen sollte. Dann erhalte ich statt 31% des Verkaufspreises dann 34%.

Das Anreiz-System bei Shutterstock ist anders. Anfangs bringt jedes verkaufte Foto dem Fotografen 0,25 US-Dollar. Wer mehr als 500 US-Dollar eingenommen hat, bekommt danach pro Verkauf 0,33 USD, bei mehr als 3000 USD Umsatz dann 0,36 USD pro Verkauf. Diesen Sprung habe ich im Januar 2010 geschafft und er ist auch einer der Gründe, warum sich meine Einnahmen bei Shutterstock im Vergleich zum ersten Jahr deutlich verbessert haben. Noch vor Jahresende sollte ich insgesamt 10.000 USD Verkaufserlöse dort haben und dann 0,38 USD pro Verkauf bekommen.

Noch einen anderen, sehr sympathischen, Weg geht Dreamstime. Je häufiger ein Foto verkauft wurde, desto teurer wird es. Hatte ich am Ende des ersten Jahres erst fünf Bilder im „zweiten Level“, sieht es jetzt ganz anders aus. Jedoch wurde zwischenzeitlich die Level-Struktur geändert, so dass der direkte Vergleich kaum möglich ist. Jedenfalls habe ich jetzt 17 Fotos im dritten Level, 102 Fotos im zweiten Level und der Rest ist noch im ersten. 65 Bilder brauchen nur noch einen Verkauf, um in das zweite Level aufzurücken.

Ziele
Vor einem Jahr hatte ich mir Ziele gesetzt, die ich bis heute erreichen wollte. Zum einen war das, die 2000-Bilder-Marke zu überschreiten. Das habe ich – bis auf istockphoto – geschafft. Ebenso der Aufstieg in den Ranking-Stufen ist mir gelungen, wenn ich auch bei Fotolia knapp hinterher hinke. Die Umsätze von mindestens 900 Euro im Monat habe ich immerhin deutlich übertroffen. Das bedeutet, ich sollte mir neue Ziele setzen.

Am Ende meines dritten Jahres im Microstock-Bereich möchte ich jeweils mindestens 3000 Dateien online haben bei den Agenturen, davon mindestens 150 Videos, bei istockphoto würde ich mich mit der 2000-Dateien-Marke zufrieden geben. Ich will pro Monat mindestens 2000 Euro Umsatz mit den fünf genannten Bildagenturen erzielen. Das letzte Ranking-Level bei Shutterstock (0,38 USD pro Verkauf) sollte ich erreichen, den Smaragd-Status bei Fotolia und den Gold-Status bei istockphoto. Bei Dreamstime will ich mindestens 10 Bilder im vierten Level haben, 50 im dritten und 200 im zweiten.

Mitmachen
Wer jetzt Lust bekommen hat, sein eigenes Experiment zu wagen, kann sich über folgende Affiliate-Links bei den Bildagenturen anmelden:

Wie sehen Eure Ergebnisse im Microstock-Bereich aus? Wie habt ihr Euch im letzten Jahr verbessert?


* = Affiliate-Link (Ich erhalte eine kleine Provision, ihr habt keine Nachteile dadurch)