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Rezension – DVD-Training-Serie mit Lichtsetups von Krolop & Gerst

Vor einer Weile hat­te ich den bei­den Fotografen Martin Krolop und Marc Gerst bei der Erstellung eines Video-Tutorials über die Schulter geschaut.

Heute will ich die dazu­ge­hö­ri­gen DVDs bespre­chen, was bei einer vor­lie­gen­den Gesamtlaufzeit von über 11 Stunden logi­scher­wei­se etwas gedau­ert hat.


Ich habe mir die­se drei Teile (mit ins­ge­samt vier DVDs) ange­schaut, ins­ge­samt haben die bei­den mitt­ler­wei­le aber schon acht ver­schie­de­ne DVD-Trainings im Angebot und sie arbei­ten hart dar­an, dass es noch mehr wer­den. Es liegt auf der Hand, dass jedes DVD-Training ein ande­res Thema abhan­delt, aber eini­ges ist auch iden­ti­sch.

Die meis­ten DVDs rich­ten sich an Fotografie-Anfänger, Profis wer­den viel­leicht wenig Neues ler­nen, dafür aber ihre Neugier befrie­di­gen kön­nen, wie ande­re Fotografen arbei­ten und was für Ergebnisse sie erzie­len. Doch dazu gleich mehr. Die Aufnahmetechnik ist auf den ers­ten DVDs etwas – na ja – beschei­den, die Musik eher nur für Techno-Fans und Martins Kommentare kön­nen schnell mal lang­at­mig wer­den oder er ver­has­pelt sich und muss dann die Models fra­gen, was er eigent­li­ch sagen woll­te. Da dach­te ich mir des öfte­ren schon: „Ja, Martin, ich hab’s ver­stan­den, bit­te wei­ter im Text“.

Blöd ist auch, dass sich die DVDs von den meis­ten DVD-Spielern nicht abspie­len las­sen, da die Videos ent­we­der im FLV-Format oder MP4/MOV-Format vor­lie­gen. Dafür sind auf jeder DVD die Videos auch in klei­ner Auflösung dabei, sodaß sie sehr bequem auf dem iPho­ne oder ande­ren Smartphones ange­schaut wer­den kön­nen. Die Länge der ein­zel­nen Videos ist mit ca. 5–15 Minuten auch sehr pas­send, um sie häpp­chen­wei­se auf dem Weg zur Arbeit oder Uni zu sehen.

Was die DVDs aus­zeich­net, sind ande­re Dinge: Zum einen sind die meis­ten DVD-Trainings zu ein­ge­rich­tet, dass nur wenig Material gebraucht wird und der Anfänger nicht fürch­ten muss, sich die benö­tig­ten Geräte nicht leis­ten zu kön­nen. Zum Beispiel gibt es die „One Light“-Serie, bei der ein­drucks­voll gezeigt wird, wie mit einer ein­zi­gen Lichtquelle sehr unter­schied­li­che Setups umge­setzt wer­den kön­nen oder die „Let’s Bounce“-Serie, wel­che nur mit Reflektoren der Firma California Sunbounce arbei­tet. Das „Special Light“-Training zeigt, wie mit Dauerlicht, Neonröhren, Ringlicht und ande­ren Lichtquellen gear­bei­tet wer­den kann.

Desweiteren gibt es noch die Trainings “ Wie man Menschen foto­gra­fiert oder es bes­ser nicht tun soll­te“, „Action & Sport“ oder „Mobiles Blitzen“, die ich jedoch noch nicht gese­hen habe.

Das Gute an den Videos von Krolop & Gerst ist, dass sie trotz ihrer manch­mal holp­ri­gen Art sehr gut das Wesentliche ver­mit­teln: Die Arbeit mit Licht! Es geht dar­um, gute Fotos zu erhal­ten, mit so wenig Mitteln wie mög­li­ch. Die Erklärungen sind gut ver­ständ­li­ch und nach dem Betrachten der Videos blei­ben kei­ne Fragen offen. Die Kameraeinstellungen und Blitzeinstellungen wer­den gen­au erläu­tert, der Set-Aufbau wird aus­führ­li­ch gezeigt, die Kommunikation zwi­schen Model und Fotograf ist zu sehen und sogar nach dem Shooting hören die Trainings nicht auf. Auf den DVDs sind – und das ist sehr sel­ten – die Rohdaten der Fotografen aus der Kamera dabei sowie deren bear­bei­te­te Versionen und eini­ge Videos, in wel­chen die Bildbearbeitungsschritte in Lightroom und Photoshop gemein­sam durch­ge­gan­gen wer­den. Wer sich also ein Model schnappt und einen Blitz besitzt, soll­te sehr ein­fach und schnell ähn­li­che Ergebnisse wie auf den DVDs erzie­len.

Im Blog von Krolop & Gerst gibt es auch unzäh­li­ge Videos zum kos­ten­lo­sen Anschauen. Ihr wisst also vor­her gen­au, wel­cher Stil euch erwar­tet, wenn ihr eine der DVDs kauft. Ich emp­feh­le für den Anfang vor allem die Doppel-DVD „One Light Setups“ (Basics/Teil1).

Manchmal wer­de ich gefragt, ob man mir bei einem Fotoshooting zuschau­en dürf­te. Das ist mög­li­ch, aber zeit­li­ch oder ört­li­ch nicht immer mach­bar. Das Ansehen die­ser DVDs hat jedoch fast den glei­chen, wenn nicht sogar einen grö­ße­ren Lerneffekt.

Wie lernt ihr am liebs­ten? Mit Büchern, DVDs, Workshops?

Rezension: „Picture Me – Tagebuch eines Topmodels“ von Sara Ziff und Ole Schell

Ein Leben auf Laufstegen, vor Scheinwerfern und im Blitzlichtgewitter, unter­wegs in Flugzeugen, jeder Tag in einer ande­ren Stadt: Paris, Rom, Mailand, New York. Hört sich traum­haft an? Für Top-Models ist das Alltag, der aber schnell lang­wei­lig wird und ner­ven­auf­rei­bend ist.

Das ehe­ma­li­ge Top-Model Sara Ziff hat die­sen Alltag zusam­men mit ihrem Freund, dem Filmschulabsolventen Ole Schell, auf Video fest­ge­hal­ten. Herausgekommen ist die Dokumentation „Picture Me – Tagebuch eines Topmodels“* auf DVD. Sara Ziff wur­de 1982 in New York City gebo­ren und begann im Alter von 14 Jahren mit der Arbeit als Model. Schnell wur­de sie für gro­ße Kampagnengebucht, unter ande­rem von Dolce & Gabbana, Tommy Hilfiger, Calvin Klein, Stella McCartney, GAP, Ralph Lauren und so wei­ter.


Die Dokumentation ist im Stil eines Video-Tagesbuchs gehal­ten, gefilmt wur­de mit einer klei­nen Kompaktkamera. Die Bildqualität ist ent­spre­chend, eini­ge Szenen sind ver­wa­ckelt, aber das unter­streicht gut das Normale, Ungeschminkte. Denn vie­le der gezeig­ten Top-Models haben hin­ter den Kulissen unge­kämm­te Haare, schlech­te Haut, Augenringe, rau­chen viel, essen unge­sund und leben gestres­st. Kein Wunder bei den Anforderungen, die der Job als Top-Model mit sich bringt.

In der Hochsaison, wenn auf den „Fashion Weeks“ die gro­ßen Modeschauen der Top-Designer lau­fen, bedeu­tet das für die teil­neh­men­den Models ca. vier Wochen mit höchs­tens 4–5 Stunden Schlaf pro Nacht, kaum Zeit zum Essen, stän­di­ge Flugreisen, Hektik und Stress. Das ist ein Knochenjob, der dann auch ent­spre­chend gut bezahlt wird. An man­chen Tagen hat Sara sechs­stel­li­ge Summen ver­dient, mit 20 Jahren hat sie sich ein Haus in New York gekauft, weil sie nicht wuss­te, wohin mit ihrem Geld.

Überhaupt wird im Film viel über Geld gere­det: Oft ist es die ein­zi­ge Motivation, so jung so lan­ge von der Familie weg zu sein, die Strapazen und die stän­di­gen Anmachen und sexu­el­len Übergriffe auf sich zu neh­men. Sara erzählt von sexu­el­ler Belästigung mit 16 Jahren, auch eini­ge ande­re berich­ten das ers­te Mal vor der Kamera von ihren demü­ti­gen­den Erlebnissen. Die Dunkelziffer ist weit höher, da sich die wenigs­ten akti­ven Models trau­en, öffent­li­ch von sexu­el­ler Nötigung zu spre­chen, wenn alte Männer mit einem gro­ßen Budget im Rücken sich Gefügigkeit erkau­fen, damit das Model eine Chance auf den Auftrag hat. So kann der Film nur zag­haft an der Oberfläche krat­zen und auch Themen wie Drogenmissbrauch und finan­zi­el­le Abhängigkeit der Models von ihrer Model-Agentur wer­den im Film nur – aber immer­hin – ange­deu­tet.

Zum Thema, ob Models dumm sei­en, wird eine nach­voll­zieh­ba­re Erklärung gelie­fert: Viele Models wer­den schon mit 14–15 Jahren ent­deckt und haben dann schlicht kei­ne Zeit für Schule mehr, wenn sie im Model-Business ganz weit oben mit­spie­len wol­len. Auch Sara hat ihre Schulausbildung abge­bro­chen und sich erst mit Ende 20 an der Universität ein­ge­schrie­ben.

In Deutschland gibt es die DVD mit deut­schen Untertiteln und einer deut­schen Synchronisation. Beides habe ich jedoch schnell aus­ge­schal­tet und den Film in eng­li­sch gese­hen, weil die Synchronstimmen deut­li­ch zu alt und abge­klärt für die jun­gen Models im Film klin­gen.

Wer Model-Ambitionen hat, kann im emp­feh­lens­wer­ten Film „Picture Me“* für ca. 14 Euro hin­ter die Kulissen der Branche schau­en. Wer aber dana­ch denkt, die Models wür­den ja nur gera­de­aus lau­fen müs­sen, kann sich noch die­ses beein­dru­cken­de Video anschau­en, in der ein Model Fotografenanweisungen minu­tiös umzu­set­zen ver­steht.

* Affiliate-Link (Ich erhal­te beim Kauf eine klei­ne Provision, ihr zahlt nicht mehr)

Making Of: Krolop & Gerst drehen Video-Tutorials

Nanu? Was machen denn die Fotografen Krolop & Gerst in die­sem Blog?

Martin Krolop von Krolop & Gerst frag­te im Dezember 2010 in sei­nem Blog, ob jemand Lust hät­te, beim Videodreh für eine neue Tutorial-DVD die Making-Of-Fotos zu machen? Der Termin pass­te, ich woll­te Martin sowie­so ken­nen­ler­nen und da ich im Videobereich ein tota­ler Anfänger bin, könn­te ich viel­leicht etwas ler­nen.

So kam es, dass ich zwei Tage lang mor­gens nach Düsseldorf in eine gro­ße Diskothek fuhr, um das Foto- und Video-Team bei der Arbeit zu foto­gra­fie­ren. Neben Martin Krolop und Marc Gerst waren drei Videofilmer für den Dreh vor Ort, zwei Assistenten, drei Models, eine Visagistin, ein Techniker, zwei Making-Of-Filmer und ich als Making-Of-Fotograf. Das Team bestand dem­nach als 15 Leuten. Und der gan­ze Aufwand für eini­ge weni­ge Minuten lan­ge Videosequenzen auf der geplan­ten Lern-DVD  zum Thema „Aufsteckblitze“ (Der Name steht noch nicht offi­zi­ell fest).

Damit ihr seht, wie viel Arbeit (und Spaß) hin­ter den Kulissen not­wen­dig ist, um sol­che DVDs zu erstel­len, kön­nen wir uns schon an den Making-Of-Fotos erfreu­en, bevor ihr die­se Fotos und viel, viel mehr Material auf der fer­ti­gen DVD sehen könnt.

Martin foto­gra­fiert einen auf­stre­ben­den Nachwuchs-Rapper. Ganz links im Schatten sitzt andäch­tigt der Tonmeister, der kon­trol­liert, ob kei­ne Störgeräusche auf Band sind, wenn in der Dunkelheit wie­der jemand gegen ein Stativ stol­pert. Irgendwie erin­nert mich das Bild stän­dig an die Sendung „Wetten dass..?“


Die drei lachen­den Models, von vor­ne durch mei­nen Ringblitz-Adapter aus­ge­leuch­tet.


Martin ver­sucht, den berühmt-berüchtigten „Daumen hoch“-Look des Stockfotografen Robert Kneschke zu imi­tie­ren.


Die Kameraleute Joschi und Jonas über­prü­fen ihre Einstellungen. Grob im Display könnt ihr erken­nen, dass die lin­ke Kamera für die Weitwinkel-Einstellungen zustän­dig ist, wäh­rend die rech­te Kamera nur Nahaufnahmen macht, die dann spä­ter abwech­send geschnit­ten wer­den kön­nen, damit Martins Monologe nicht so lang­at­mig wir­ken. Die Kameras müs­sen so dicht wie mög­li­ch neben­ein­an­der ste­hen, son­st wür­de es spä­ter im Video so aus­se­hen, als wür­de Martin bei einer von bei­den Einstellungen schie­len.


Nicht nur von den bei­den Kameraleuten, son­dern auch von den bei­den Making-Of-Filmern Philip und Tobi (hier Philip im Bild) konn­te ich eini­ges ler­nen. Wenn bei­de nicht gera­de damit beschäf­tigt sind, sich ham­mer­gei­les Zubehör für ihre Video-DSLRs selbst zu bas­teln, schrei­ben sie in ihrem Blog Beauty-Fool. Oben seht ihr um die Kamera eine LED-Lampe mit Akku-Pack, einen Schulter-Rig mit Follow-Focus und einer Matte Box für dem Objektiv. Den Lichteffekt erzielt ihr mit einer Kombination aus Dauerlicht, Aufsteck-Blitz und einem muti­gen Kameraschwenker. Wird natür­li­ch eben­falls auf der DVD erklärt wer­den.


Das gesam­te Film-Team stand nei­di­sch um die­sen Schulter-Rig her­um, den Tobi aus Einzelteilen kom­plett selbst gebaut hat. Jedes Detail lässt sich per Hand leicht ver­schie­ben oder ver­stel­len. Das kön­nen nicht mal die teu­ers­ten der auf dem Markt erhält­li­chen kom­mer­zi­el­len Rigs. Einigen lie­fen die Speichelfäden vor Neid aus den Mundwinkeln.


Ein wei­te­res selbst­ge­bau­tes Gadget des genia­len Tobi (im Bild), vor dem wir wie klei­ne Jungen im Spielwarenladen erfürch­tig erstarr­ten. Eine rei­bungs­los glei­ten­de Führungsschiene für eine DSLR mit exter­nem Liveview-Monitor. Rechts seht ihr den Hebel, der zum Kurbeln umge­klappt wer­den kann. So wer­den but­ter­wei­che Kamerafahrten mög­li­ch.


Andreas, Herrscher über die Kommandozentrale: Hier wer­den die vie­len Gigabyte gesi­chert, die stän­dig anfal­len und die Akkus für die unzäh­li­gen Kameras und Blitzgeräte auf­ge­la­den. Absichtlich habe ich mal den Ringblitz im Bild gelas­sen.


Nur weil ich die Making-Of-Fotos mach­te, hieß das nicht, dass ich nicht auch expe­ri­men­tie­ren dürf­te: Hier der kri­ti­sche Kontrollblick von Andreas auf den Bildschirm.


Woran erkennt man einen ech­ten Fotografen? Er schaut zuer­st auf die klei­ne Schwarze – Kamera, mei­ne ich.


Noch mal Dessous mit einem wei­te­ren Blick. Im Vordergrund die Making-Of-Kamera auf der Schiene, dahin­ter ein Kamerakran für flie­gen­de Kamerabewegungen, ganz rechts Martin beim Fotografieren, dane­ben Arkadi mit einer Teleskopstange, um stö­ren­de Leuchten aus dem Bild zu hal­ten. Die hel­le Softbox ist das Dauerlicht für die Videokameras.


Die Zombie-Hand aus dem Sunbouncer. Den Sinn die­ses Lochs im California Sunbounce erklärt Martin in hier einem eige­nen Video.


Wer pro­fes­sio­nell mit Aufsteckblitzen arbei­ten will, kommt um das Musterheft der „Lee FarbFilter“ nicht vor­bei. Das Teil ist unschlag­bar güns­tig und ent­hält eine Probe von jeder Filterfolie, wel­che die Firma Lee pro­du­ziert. Außerdem haben die Muster die rich­ti­ge Größe, um sie schnell vor ein Speedlite zu kle­ben, um die Farbtemperatur zu ändern.


Kein Respekt vor dem Alter. Die Kameramänner spie­len mit dem Schatten von Martins Kopf. Weitere Versionen der Schattenspiele waren nicht jugend­frei und sind nur auf der limi­ter­ten FSK18-Version der DVDs zu sehen.


Till am Schaltpult der Diskothek mit der Nervennahrung jedes Technikers (links im Bild).


Etwas unhand­li­ch ist die Länge des Kamerakrans, die manch­mal unbe­que­me Positionen erfor­dert. Da ein Blick auf das Kameradisplay schwie­rig ist, wenn die­se fünf Meter in der Höhe schwebt, filmt Glenn „über Bande“ mit einem exter­nen Monitor. Das ist der Grund, war­um die Video-DSLR-Kameras einen HDMI-Ausgang haben.


Martin, Arkadi und Andreas betrach­ten die ers­ten Ergebnisse der Fotosession auf dem iPad*. Über die Probleme der kabel­lo­sen Übertragung beim „Tethered Shooting“ mit­tels WiFi auf das iPad berich­tet Martin hier.


Philip ist fas­zi­niert von der Auflösung der Fotos auf dem ipad. Aber viel­leicht liegt es auch nur am Motiv.


Zweckentfremdung des iPad: Der Körper von Joschi mit dem Kopf von Glenn.


Die meis­ten Kameraleute, die ich ken­ne, sind coo­le Säue. So auch Joschi und Jonas. Kaum wur­de das neue Setting auf­ge­baut, scho­ben sich die bei­den beque­me Ledersessel hin­ter die Kameras und Joschi fand schnell eine bes­se­re Verwendung für den Greifarm, mit dem son­st wahr­schein­li­ch der Müll vom Diskoboden gepickt wird.


Wer bis hier durch­ge­hal­ten hat, soll mit mei­nem Highlight belohnt wer­den. Arkadi mit einer trans­por­ta­blen Firefly Lite Bank* von Aurora, die einen Aufsteckblitz schnell in eine klei­ne Octobox ver­wan­delt. Als Bonus erhielt er von mir einen Heiligenschein. Ich schwö­re: Das Foto ist spon­tan und „out of the cam“! Kein Photoshop, kei­ne end­lo­sen Testreihen. Nur etwas Können – und viel Glück.

Übrigens: Vor paar Monaten hat­te ich hier im Blog gefragt, wer mir kos­ten­los bei einem Fotoshooting assis­tie­ren wol­len wür­de. Als Reaktion kamen auch eini­ge böse Kommentare, dass ich damit Leute aus­beu­ten wür­de. Dabei sehe ich das als ein Geben und Nehmen. Damals hat­te ich Arbeitskraft „genom­men“, dies­mal habe ich mei­ne Arbeitskraft unent­gelt­li­ch gege­ben. Ying und Yang. So ist das Leben.

Was sagt ihr zu den Fotos?


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Stockfotografie-News 2011-01-07

Es gibt einen Spruch: „Nichts ist so alt wie die Zeitung von ges­tern“. Ich über­bie­te das noch und lie­fe­re dies­mal aus­nahms­wei­se Nachrichten, wel­che aus dem letz­ten Jahr sind! Nimm das, F5–Junkie.

Ärmel hoch­ge­krem­pelt, Papiere raus­ge­sucht und los geht’s:

  • istock­pho­to akzep­tiert jetzt auch „redak­tio­nel­le Bilder“. Das sind – ver­ein­facht gesagt – Bilder, wel­che wegen feh­len­der Model-Verträge oder Eigentumsfreigaben nur für die jour­na­lis­ti­sche Berichterstattung genutzt wer­den dür­fen. Wer es genau­er wis­sen will, war­tet paar Tage, denn ich habe einen erklä­ren­den Artikel schon fer­tig in der Schublade, der bald im Blog ver­öf­fent­licht wird.
  • Das ist sel­ten: Der Bildbearbeiter Calvin Hollywood ver­öf­fent­licht sei­ne DVD „Calvin Hollywoods Stock Selection“*. Darauf befin­den sich über 580 hoch­auf­lö­sen­de Fotos, die Bildbearbeiter und Fotografen für ihre eige­nen Hintergründe, Fotomontagen etc. ein­set­zen dür­fen. Und jetzt kommt’s: „Alle Bilder sind ohne jeg­li­che Einschränkung ver­wend­bar“. Das heißt, die fer­ti­gen Fotomontagen dür­fen z.B. aus­drück­li­ch auch über Bildagenturen ver­kauft wer­den. Die ein­zi­ge Einschränkung bleibt laut Gerhard Koren des Herstellers video2brain, dass die Bilder nicht unver­än­dert wei­ter­ver­kauft wer­den dür­fen.
  • Die Bildagentur Zoonar hat ange­kün­digt, mit wei­te­ren Partneragenturen zusam­men­zu­ar­bei­ten, dar­un­ter ab sofort auch mit der Photolibrary. Außerdem wird der Honoraranteil für Fotografen bei Verkäufen über Partneragenturen ins­ge­samt auf 60% geän­dert. Das heißt, bei Alamy steigt der Anteil von 50% auf 60%, bei Fotofinder sinkt der Anteil bei eini­gen Fotografen von 80% auf 60%.
  • Welche wich­ti­gen Änderungen gibt es für Selbständige 2011? Das beant­wor­tet der Selbständig-im-Netz-Blog.
  • Die Bildagentur Panthermedia ver­öf­fent­lich­te ihre meist­ver­kauf­tes­ten Bilder 2010. Bei Twitter mein­te jemand als Kommentar: „Alles aus­tausch­ba­re sym­bo­li­sche Motive“. Keine Ahnung, ob es posi­tiv oder nega­tiv gemeint war, aber die Beobachtung ist jeden­falls rich­tig.
  • Auch die Bildagentur Getty Images hat einen bebil­der­ten Jahresrückblick 2010 erstellt. Ihr Buch „Yeahr in Focus“ kann online durch­ge­blät­tert wer­den. Sehr beein­dru­cken­de Fotos dabei. Wer den Unterschied zwi­schen „kom­mer­zi­el­len Bildern“ und „redak­tio­nel­len Bildern“ sehen will, kann die Bildsprache und Motive der Fotos von Panthermedia und Getty mal ver­glei­chen. Erstere sind kom­mer­zi­ell, zwei­te­re meist redak­tio­nell.
  • Fotolia hat eine neue Version ihrer kos­ten­lo­sen Software „Fotolia Desktop“ ver­öf­fent­licht. Damit kön­nen Bildkäufer auf dem Desktop Bilder raus­su­chen, ohne auf die Fotolia-Webseite gehen zu müs­sen. Neu sind unter ande­rem ver­bes­ser­te tio­nen für die Handhabung von Galerien oder Leuchtkästen.
  • Designer mit einer Kreativitätsblockade kön­nen sich von der Bildagentur Veer kos­ten­los ein „Activity Book“ anfor­dern, in dem vie­le kurz­wei­li­ge Denkspiele zu fin­den sind, wel­che das Gehirn wie­der ankur­beln sol­len.
  • Die Rechercheabteilung der Bildagentur Corbis hat als neu­en visu­el­len Trend den „Human Touch“ ent­deckt. Menschliche Nähe und Wärme soll wie­der mehr in Bildern zu fin­den sein. Das deckt sich zumin­dest mit der „neu­en Natürlichkeit“, die Getty als Trend pos­tu­liert.
  • Vor paar Wochen hat­te ich hier im Blog auf eini­ge Nachteile der Bildagentur Pixmac auf­merk­sam gemacht. Das hat sich Pixmac zu Herzen genom­men und neben den Vertragsbedingungen jetzt auch die Honorarstruktur ange­passt. Es wird nun ein Mindesthonorar von 0,25 $ pro Verkauf und ein Mindestanteil von 30% pro Verkauf garan­tiert. Das ist ein Schritt in die rich­ti­ge Richtung, erin­nert lei­der aber noch zu stark an Polylooks. ch mei­ner Kritik an zu nied­ri­gen Honoraren wur­de dort eben­falls ein Mindesthonorar von 35 Cent ein­ge­führt. Damit stieg (zumin­dest bei mir) der durch­schnitt­li­che „Revenue per Download“ (RPD) zwar von 80 Cent auf 91 Cent, war aber immer noch nied­ri­ger als bei ande­ren Microstock-Agenturen. Angesichts der Verkaufspreise bei Pixmac befürch­te ich ähn­li­ches. Lobenswert ist in die­sem Zusammenhang mal die Agentur Clipdealer zu erwäh­nen, bei der ich trotz Microstock-Preisen kon­stant ein durch­schnitt­li­ches Verkaufshonorar (RPD) von über 3 Euro erhal­te.
  • Das Webmagazin t3n sucht übri­gens den „Blog des Jahres 2010″. Wer mei­nen Blog toll fin­det, kann ja für ihn abstim­men. Da ich nicht nomi­niert bin, müss­tet ihr dann die Blogadresse unten im Freifeld ein­tra­gen.

Was sagt ihr zu den News? Sind das gute Nachrichten?

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Photokina 2010 – Splitter 2: Strobist-Power, Fotostammbaum und mehr

Auch dies­mal habe ich mir für Euch die Füße wund­ge­lau­fen, um auch in den hin­ters­ten Ecken der Photokina span­nen­de oder kurio­se Gimmicks aus­zu­gra­ben.

Fangen wir an:

  • Wer sei­nen Familienstammbaum visua­li­sie­ren will, kann das zum Beispiel mit einem Bilderrahmen der Firma „De Knudt“ (Halle 6.B Stand 64) machen, der den unori­gi­nel­len Namen „G63TD2“ trägt.
  • Wer eher auf Puzzles steht, wird mit den Bilderrahmen aus Puzzle-Teilen sei­ne hel­le Freude haben. Einzeln nicht sehr beein­dru­ckend, an einer gan­zen Wand hin­ge­gen machen die schon was her (igno­riert den feh­len­den Weißabgleich). Gesehen bei der Firma „Country Living“ (Halle 6.B, Stand 81)
  • Von der glei­chen Firma gibt es auch den Bilderrahmen „Mondrian“ in ver­schie­de­nen Ausführungen. Der erlaubt es, meh­re­re Bilder im Format 10x15 ein­fach gebo­gen in die Linien zu ste­cken und schnell je nach Bedarf zu wech­seln oder zu ver­schie­ben.
  • Samsung haut auch eine Innovation nach der ande­ren raus. Heute habe ich gese­hen, dass sie Extra-Kameras für Panoramaaufnahmen haben und FullHD-Camcorder mit ein­ge­bau­tem WLAN (802.11n), ide­al, um die Firma direkt an einen Rechner oder den Fernseher zu sen­den. Falls Euer Fernseher schon WLAN unter­stützt… (Halle 5.2, nicht zu ver­feh­len)
  • Noch mal Samsung: Sehr par­ty­taug­li­ch sind die klei­nen Kompakt-Kameras, wel­che einen klei­nen Monitor zusätz­li­ch auf der Objektivseite haben. Dort wird ent­we­der das Live-View-Bild für bes­se­re Selbstportraits und Gruppenaufnahmen ange­zeigt oder lus­ti­ge Bildchen oder Filme, damit Babies und Kinder gebannt auf die Kamera star­ren…
  • Am Stand von California Sunbounce (Halle 9.1, Stand C8) gibt es Gratis-DVDs mit 2 Stunden Video-Training von Krolop & Gerst.
  • So, jetzt mal Business-Tipps: Die nie­der­län­di­sche Firma Oypo bie­tet einen Web-Shop für Fotos, den Fotografen auch gra­tis in die eige­ne Webseiten ein­bin­den kön­nen und über den Kunden selb­stän­dig Nachbestellungen von Fotos etc. kau­fen kön­nen. Solche Services sind bei­spiels­wei­se prä­des­ti­niert für Schul- und Kindergartenfotografen, Hochzeitsfotografen, Eventfotografen etc. Es gibt kei­ne Grundgebühr oder Monatskosten, die Firma will nur 20% des Gewinns als Kommission. (Halle 6.1, B52)
  • Von Pasche Digital stellt per­so­na­li­sier­te Mappen her – von Passmappen, Bewerbungsmappen über Portraitmappen bis zu Kindergartenmappen etc. Interessant vor allem für Fotografen mit einem Portraitstudio. (Halle 6.1, A57)
  • Lastolite hat auch jedes Mal wie­der gei­le Ideen: Diesmal stel­len sie unter ande­rem die vol­le Strobist-Dröhnung vor. Eine Halterung, mit der 4 bat­te­rie­be­trie­be­ne Blitze (z.B. Speedlites) in eine falt­ba­re Softbox gesteckt wer­den kön­nen. (Halle 9.1, E23) Das wäre was für Joe McNally. So sieht das Ganze dann aus:
  • Wie jedes Jahr gibt es von der Zeitschrift ProfiFoto einen guten Deal: 3 Ausgaben plus 1 Gymmick für 5 Euro. Wer nett zu dem Personal am Stand ist, erhält manch­mal auch paar Hefte zusätz­li­ch. Außerdem gibt es vom glei­chen Verlag jetzt eine Zeitschrift aus­schließ­li­ch für die Bilderbranche mit dem Namen „PICtorial“. Pflichtlektüre für Bildkäufer und Stockfotografen. (Halle 1)
  • Übrigens gibt es auf der Messe auch einen Stand, der meh­re­re mei­ner Fotos für sei­ne Messe-Deko benutzt. Wer als ers­tes den Stand fin­det und mir Bescheid gibt (per Mail, Kommentar, Anruf, SMS, wie auch immer), dem schen­ke ich ein Exemplar mei­nes Fotobuchs „People“.
  • Zuletzt eine Erinnerung: Mein Vortrag „Was macht ein gut ver­käuf­li­ches Foto aus?“ auf der Photokina fin­det am Freitag um 11 Uhr in Halle 1 statt. Danach ste­he ich für Fragen zur Verfügung.

Was habt ihr noch so gefun­den?