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Das Beste aus dem Stockfotografie-Forum – September 2013

Im Stockfotografie-Forum nebenan hat sich wieder einiges getan. Über 550 angemeldete Nutzer sorgen für lebhafte Threads.

Deshalb hier ein kurzer Überblick über die aktuellsten und lesenswerten Diskussionen:

Viel Spaß beim Lesen!

(M)Ein Diskussionsbeitrag zur Reform des Urheberrechts

Durch den Erfolg der Piratenpartei hat sich die Diskussion über das aktuelle Urheberrecht zugespitzt. Die Spannbreite reicht von der Forderung, das Urheberrecht komplett abzuschaffen, über eine radikale Reform wie sie die AG Urheberrecht der Piraten fordert bis hin zur vehementen Verteidung des Urheberrecht durch Künstler (und *hüstel* durch CDU-Politiker).


Heute will ich einige der bisherigen Debattenbeiträgen verlinken und diskutieren. Denn auch wenn – oder besser: genau weil – ich als Fotoproduzent meine Einnahmen fast komplett durch das Urheberrecht erziele, gibt es sicher einige Punkte, die refomiert werden könnten. Und hier hilft es nichts, die Augen vor der erhitzten Diskussion zu verschließen und auf das Beste zu hoffen.

Einige Autoren haben schon angefangen und selbst Vorschläge in die Debatte eingebracht. Am interessantesten finde ich die folgenden Artikel, die ich jedem zur Information ans Herz lege, auch wenn die Inhalte vielleicht nicht alle erfreuen werden.

  • Bertold Seliger fordert im Freitag: „Schneiden wir den Kuchen neu an„. Neben einigen groben inhaltlichen Fehlern wie einer zu kurzen Patentdauer (in Wahrheit 20 statt 15 Jahre) und einem falsch dargestellten GEMA-Verteilungsschlüssel schlägt er fünf spannende Punkte zur Reform vor: Die Schutzdauer der Werke, ein Opt-In-Verfahren, eine automatische Rückübertragung an Urheber von verkauften Rechten, ein neuer Verteilungsschlüssel für Abrechnungssysteme und eine „Fair Use“-Klausel.
  • Janosch Schobin schlägt in der tageszeitung im Text „Der Sharer ist die Zukunft“ vor, die momentan illegalen Filesharer komplett zu umarmen und ihr Streben nach Anerkennung und Aufmerksamkeit durch eine Art Schnellballsystem finanziell auszunutzen.
  • Keine Lösungsvorschläge aber eine Bestandsaufnahme der bisherigen Probleme bietet heise.de im Text „Urheberrecht: Neuer Gesellschaftsvertrag statt Kontrolle und Strafe?„.
  • Ebenfalls im Freitag analysiert Wolfgang Michael die Positionen der Piratenpartei zum Urheberrecht, was ebenfalls sehr hilfreich für eine Diskussion ist.
  • Daraufhin ruderte die Piratenpartei etwas zurück und ruft jetzt zu einer „offenen Diskussion“ über das Urheberrecht auf. Im gleichen Text stellt sie auch deutlich die zwölf Eckpunkte ihrer Urheberrecht-Forderungen dar.

Gut, nehmen wir sie beim Wort.

Eine der zentralen Reformforderungen der Piratenpartei (und siehe oben auch von Bertold Seliger) ist die Verkürzung der Schutzdauer urheberrechtlich geschützter Werke. Diese beträgt zur Zeit 70 Jahre und sie soll auf 10 Jahre gekürzt werden. Das halte ich für zu viel. Als häufig benutztes Beispiel werden hier die Erben von Bertolt Brecht herangezogen, die auch lange nach Brechts Tod oft Aufführungen seiner Werke verbieten, wenn ihnen die Interpretation nicht „werkgetreu“ genug ist. Dabei übersehen die Kritiker der Schutzdauer den eigentlichen Sinn dieser Klausel. Wer zu Lebzeiten eine Fabrik aufbaut, kann diese an seine Kinder und Enkel vererben, damit diese durch die harte Arbeit des Fabrikanten abgesichert sind. Bei Künstlern dient diese Schutzdauer der finanziellen Absicherung. Eine Verkürzung auf 50 Jahre könnte ich mittragen, zehn Jahre sind zuwenig.

Eine sehr elegante Idee ist die Opt-In-Variante. Das bedeutet, dass nur die Werke urreberrechtlichen Schutz genießen würden, die aktiv vom Urheber bei einer zentralen Stelle registriert wurden. Damit könnte ich sehr gut leben, unter der Bedingung, dass die Registrierung schnell und einfach geht und keine Kosten anfallen. So würde eine Hürde geschaffen, die viele Hobby-Fotografen davon abhalten würde, alle ihre Urlaubsbilder zu registrieren, aber gleichzeitig niedrig genug ist, dass ernsthaft arbeitende Newcomer-Bands z.B. sich die Registrierung leisten können.

Ein weiterer Punkt in der Debatte ist die sogenannten Kulturflatrate. Analog zum fahrscheinlosen Nahverkehr und dem Grundeinkommen soll mit einer Pauschalabgabe die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken ermöglicht werden. Im Grunde werden damit Abo-Modelle beschrieben. Diesen Ansatz finde ich einerseits begrüßenswert, er hat aber vor allem zwei Schwachstellen. Die erste ist: Abo-Modelle gibt es schon zuhauf, für Musik gibt es z.B. Flatrates von Simfy, Rara, Musicload, Napster oder Spotify und trotzdem wird Musik illegal runtergeladen. Für Fotos gibt es unschlagbar günstige Abo-Modelle von Shutterstock, Fotolia, Depositphotos und so weiter, trotzdem kopieren Internetnutzer fröhlich und ungefragt Fotos, ohne zu bezahlen. Bücher können in Bibliotheken gegen eine Jahresgebühr kostenlos ausgeliehen werden, trotzdem beklagen sie Besucherrückgänge. Nur bei Filmen sieht das Angebot mit iTunes, Lovefilms oder Maxdome deutlich schlechter und teurer aus.

Die zweite Schwachstelle ist aber der Verteilungsschlüssel. Im Grunde begünstigen alle Abo-Modelle einerseits die großen Urheber, also Madonna oder die Rolling Stones bei Musikern, Yuri Arcurs oder Monkeybusiness bei Fotos und so weiter, weil sich die geringen Beträge nur über viel Masse zu einer lukrativen Einnahme addieren und diese Masse haben nur die, welche lange genug im Geschäft waren, um sie produzieren zu können. Andererseits verdienen bisher bei nicht eingelösten Abos (z.B. werden nur 100 von 300 erlaubten Fotos im Monat runtergeladen) nur die Dienste-Vermittler, nicht die Urheber. Mit einer Stärkung von Abo-Modellen würde sich die Schere zwischen Urhebern und Verwertungsgesellschaften also weiter öffnen statt sie zu schließen, was ja auch ein erklärtes Ziel der Piraten ist.

Die von Piraten gerne angeführte Kluft zwischen den „armen“ Künstlern und den „fiesen“ Verwertungsgesellschaften übersieht etwas: Die Mitgliedschaft sowohl in der GEMA als auch in der VG Bild-Kunst oder VG Wort ist freiwillig. Jedem Künstler steht es frei, ob er den Service dieser Gesellschaften nutzen will oder darauf verzichtet. Es sieht so als hätten die Piraten größere Probleme mit der GEMA als die Künstler selbst. Dafür wird notfalls gerne die Nazi-Keule aus dem Sack geholt. Eine Art Verwertungsgesellschaften gibt es auch in der Stockfotografie: Jeder Fotograf könnte selbst seine Fotos anbieten, statt eine Bildagentur zu nutzen, die dafür bis zu 85% der Umsätze für sich behält. Aber wenn die Piratenpartei einen Vorschlag hat, wie die Honorarverteilung gerechter zugunsten der Künstler geregelt werden soll, bin ich ganz Ohr. Ich befürchte nur, dass die international verstreuten Bildagenturen neue deutsche Gesetze nur milde lächelnd aus der Ferne betrachten würden.

Der nächste Punkt ist die geforderte „Fair Use“-Klausel. Die Nutzung von urheberrechtsgeschützten Werken für Wissenschaft, Bildung, Kinder und andere hehre Ziele soll automatisch und ungefragt erlaubt sein, am liebsten natürlich kostenlos. Gegen die automatische Erlaubnis habe ich nichts. Bei der Forderung nach kostenloser Nutzung muss jedoch differenziert werden. Es gibt etliche Beispiele, dass z.B. auch mit der Förderung von Wissenschaft viel Geld verdient werden kann. Aktuelles Beispiel ist der Streit um die Zeitschriftengebühren des Elsevier-Verlags, aber auch Schulbuchverlage wie Westermann verdienen gut. Warum sollten die Urheber ihre Werke kostenlos für solche Zwecke zur Verfügung stellen, wenn nur andere dann daran verdienen?

Der Kern der ganzen Urheberrechtsdiskussion ist aber ein anderer, nur explizit wird er selten genannt. Im Grunde geht es doch darum, dass Nutzer von urheberrechtlich geschützten Werken mehr Rechte bekommen und weniger zahlen sollen. Zumindest ist mir bisher kein Vorschlag aufgefallen, bei dem das Resultat unter dem Strich anders gewesen wäre. Da stellt sich automatisch die Frage, wie die Verluste der Künstler kompensiert werden könnten. Darauf wird jedoch keine Antwort geliefert und stattdessen polemisch auf künstlerische Großverdiener verwiesen, als würden diese repräsentativ für alle Künstler sein.

Welche Rechte machen die Verfechter einer Urheberrechtsreform jedoch geltend? Das Recht auf Bildung, Kunst, Kultur und Wissenschaft? Es gibt genug Geschäftsbereiche, die von dem Urheberrecht leben, ohne auch nur im Geringsten künstlerisch tätig zu sein. Software-Firmen sind ein Beispiel, Dieter Bohlen und seine DSDS-Klone ein anderes und wenn wir ehrlich sind, sind auch die meisten Stockfotos eher gut produzierte Klischees als Avantgarde-Fotokunst. Warum sollten Leute ein Recht bekommen, diese Produkte frei zu nutzen, nur weil sie digital vorliegen?

Philosophisch angehauchte Reformer behaupten ja (auch hier im Blog), dass digital Produkte nur Kopien seien und durch eine möglichst häufige, kostenfreie Weitergabe kein Schaden entstünde. Gerne wird dabei übersehen, dass zur Herstellung dieser digitalen Produkte trotzdem genügend Sachwerte notwendig sind. Bei Fotos beispielsweise Kamera, Objektive, Blitze, Models, Requisiten, Locations und vieles mehr. Mit diesen Kosten wären viele Bilder nicht verkäuflich, wenn die gesamten Kosten mit einem einzigen Verkauf abgedeckt werden müssten. Stattdessen wird das Bild mehrmals verkauft und die Käufer teilen sich sozusagen die notwendigen Kosten. Wer aber wie die Piratenpartei das Recht auf Privatkopien stärken will, meint heutzutage – da ja fast alle Medien digital vorliegen nichts anderes als kostenlose Filme und Musik. Das trifft natürlich die Branchen, die sich an Endverbraucher richten, ins Mark.

Solange diese offenen Fragen nicht geklärt sind, finde ich ein Urheberrecht, so wie es jetzt ist, besser. Das heißt aber nicht, dass im Laufe der Debatte vielleicht spannende Vorschläge aufkommen könnten, mit denen sich auf die Urheber selbst anfreunden können.

Was sagt ihr dazu? Welche Vorschläge findet ihr sinnvoll, welche nicht und warum? Ich bitte aus gegebenem Anlass diesmal ausdrücklich um eine sachliche Diskussion.

Der Sinn ähnlicher eigener Bilder

Wer wie ich seine Bilder und Arbeitsweise öffentlich zur Schau stellt, muss mit Kommentaren rechnen. Die sind mal nett, mal hilfreich und manchmal auch nur boshaft.

Letzteres vor allem dann, wenn ich stellvertretend als Ventil für den Frust traditioneller Macrostock-Fotografen auf die Microstock-Bildagenturen herhalten muss. So neulich wieder bei einer Diskussion im Foto-Talk-Forum geschehen. Aber ich will nicht zurückkeifen, sondern lieber einen Denkfehler aufzeigen.

Hier mal ein Ausschnitt der Vorwürfe des – anonym bleibenden – Fotografen:

„Vielleicht bin ich aber auch nur ungeeignet, zw. den doch recht ähnlichen Bildern einen Unterschied zu erkennen?

http://de.fotolia.com/id/24784423
http://de.fotolia.com/id/20645813
http://de.fotolia.com/id/18268561
http://de.fotolia.com/id/23009063

Ich kann aber zählen: „Mann“ und „Bilderrahmen“ in Robert Kneschkes Portfolio ergeben 12 Downloads. Nimmt man noch „Frau“ und „Bilderrahmen“ dazu, kommt ein weiterer Download hinzu, also 13 Downloads. Der Rahmen ist sehr wahrscheinlich noch immer nicht refinanziert, aber macht es deshalb Sinn, noch mehr Bilder mit einem Kopf im selbst gehaltenem Bilderrahmen zu machen?“

Dieser Beitrag ist interessant, weil er sich gut eignet, ein nützliches Prinzip der Stockfotografie, speziell der Microstock-Fotografie zu illustrieren. Das Prinzip der Serie.

Wer sich nicht die Mühe machen will: Die Links zeigen Frontalaufnahmen von Männern, die durch den gleichen leeren Holzbilderrahmen schauen. Die Fotos unterscheiden sich nur durch die Wahl des Models, ansonsten sind sie identisch.

Ist das sinnvoll? Der anonyme Fotograf bezweifelt das.
Ich sage: Doch, es ist sinnvoll.

Aus zwei Gründen:

1. Kunden kaufen gerne Bildserien. Wer einen Flyer, eine Webseite oder einen Artikel in einer Zeitschrift illustrieren will, möchte gerne einen homogenen Look haben. Da bietet es sich an, mehrere Bilder des gleichen Fotografen zu nehmen. Beispiele gefällig?

Das funktioniert natürlich auch mit anderen Motiven:

2. Bildagenturen haben unterschiedliche Sortierungsalgorithmen, die Faktoren wie Downloads und Alter unterschiedlich berücksichtigen. Zum Beispiel ist die Suchmaschine der Bildagentur Shutterstock sehr darauf ausgerichtet, neue Bilder vorne zu zeigen, weil sie durch ihr Abo-Modell viele Stammkunden haben, die ältere Bilder schon kennen. Wer da ähnliche Bilder neu einstellt, kann davon profitieren.

Ähnlich ist es bei Dreamstime, aber aus anderen Gründen: Dort wird ein Foto umso teurer, je öfter es verkauft wurde. Einige Kunden nehmen höhere Preise in Kauf, weil sie wissen, dass sie dadurch „etablierte“ Fotos erwerben, andere Kunden sortieren die Suchergebnisse gezielt nach Preis, um die günstigste Variante zu finden. Wenn ich ein gut verkäufliches Motiv mehrmals fotografiere, kann ich beide Käuferschichten ansprechen.

Fairerweise muss ich erwähnen, dass zuviel ähnliche Bilder auch nachteilig wirken können. Ein weiterer Faktor bei der Sortierung der Suchergebnisse ist – je nach Agentur – auch das Verhältnis zwischen Klicks und Verkäufen. Je mehr ähnliche Fotos ein Fotograf anbietet, desto mehr Klicks erhält er, da der Kunde mehr Auswahl hat. Im Verhältnis dazu erzielt er aber weniger Verkäufe, da die meisten Käufer nur eine bestimmte Anzahl an Bildern brauchen und sich nicht plötzlich für die doppelte Menge entscheiden, nur weil sie mehr Auswahl haben. Das kann sich negativ auf die Positionierung der eigenen Fotos bei den Suchergebnissen auswirken.

Unter dem Strich stimmt es deshalb, dass ein Fotograf möglichst unterschiedliche Motive im Portfolio haben sollte. Die Unterschiede müssen aber nicht unbedingt bei den Requisiten zu sehen sein, sondern auch Alter, Gender und Anzahl der Models, Kleidung oder Locations können variieren und zu anderen Fotos führen. Sonst könnte ich auch behaupten, ein Fotograf, der nur „Fashion-Fotos“ macht, mache immer das Gleiche… 🙂

Ich hatte mir vorgenommen, nicht darauf einzugehen, aber da die Argumentation des anonymen Fotografen am Ende etwas hinkt, will ich noch seine Rechnung verbessern.

Erstens: Der Rahmen hat mich auf dem Flohmarkt einen Euro gekostet. Das hatte ich nach dem Verkauf einer S-Lizenz bei Fotolia wieder drin.

Zweitens: Hätte der Herr nicht nach“ Bilderrahmen“, sondern nur nach „Rahmen“ und Mann bzw. Frau gesucht, hätte er einerseits deutlich mehr Bilder gefunden (was für sein Argument spräche), andererseits aber auch viel mehr Downloads bemerken müssen (was gegen sein Argument spricht). Dazu kommt, dass ich die Fotos nicht nur bei einer, sondern bei vielen Bildagenturen anbiete.

Einem weiteren Zitat aus oben verlinkter Diskussion kann ich deshalb nicht zustimmen:

„Der Link zu RK [Robert Kneschke] und das Beispiel diente doch lediglich der Demonstration wie man es nicht braucht und auch nicht als Lehrstoff verbreiten sollte.“


Was meint ihr? Was spricht für und gegen ähnliche Bilder im eigenen Portfolio?

Änderung in meinem RSS-Feed

Einige haben es schon gemerkt: In meinem RSS-Feed wird jetzt nur noch ein Auszug meiner Blogartikel angezeigt und nicht mehr – wie bisher – der vollständige Artikel.

Das hat vor allem zwei Gründe (und es sind übrigens genau die gleichen wie im Basic Thinking-Blog).


Zum einen stecke ich neben meiner Arbeit als Fotoproduzent viel Zeit in diesen Blog und möchte deshalb, dass sich der Blog mindestens selbst finanzieren kann. Das mache ich vor allem über das Affiliate-Programm von amazon.de und die Werbung in der rechten Sidebar.

Diese Werbung wird im RSS-Feed nicht angezeigt, ergo: Weniger Klicks, weniger Geld. Ich hatte vor einer Weile mehrere Monate lang Adsense-Werbung im RSS-Feed, aber das sah zum einen „billig“ aus und brachte außerdem nur Centbeträge ein.

Außerdem hoffe ich, dass sich mehr Leser an den Diskussionen zu den Artikeln beteiligen, wenn sie den Artikel direkt in meinem Blog anstatt im RSS-Reader zu lesen. Auch die Spielereien wie die Anzeige ähnlicher Artikel, der Facebook-Like-Button und so weiter funktionieren nur im Blog, nicht im Feed.

Ich weiß, ich lese auch gerne volle Artikel in meinem RSS-Reader. Aber da ich bei gekürzten Feeds eben auch auf die Originalseite klicke, um weiterzulesen, hoffe ich, dass ihr das ebenfalls machen werdet.

Wie denken Bildkäufer? Podcast eines Diskussionspanels

In London fand dieses Jahr die „Picture Buyers Fair“ statt, eine Messe für Bildkäufer, veranstaltet von der BAPLA.

Zur Messe gehörten auch Diskussionen, von denen eine hier als Podcast zu hören ist.

Wer als Fotograf, vor allem als Stockfotograf, tätig ist, sollte jede sich ergebende Chance nutzen, mit Bildkäufern zu reden oder ihnen auch nur zuzuhören. Nicht nur, um Verkaufsgespräche einzuleiten, sondern auch, um zu verstehen, wie sie denken und warum sie wo einkaufen.

Wer trotzdem nicht die Zeit hat, kann sich – in ultraduperkurzer Fassung – einige Erkenntnisse hier durchlesen:

  • Buchverlage wollen vor allem billige Bilder, (Fashion-)Zeitschriften vor allem Qualität
  • Verlage wollen keine zusätzliche Gebühren für Bildernutzung in neuen digitalen Geräten (z.B. iPad) zahlen, da es die gleichen Inhalte bleiben
  • Wenn Verlage kostenlose Fotos wollen, fragen sie manchmal über Flickr bei (Hobby-)Fotografen an
  • Für exklusive Fotos wird mehr gezahlt
  • Zeitschriften zahlen durchschnittlich 25-30 Euro pro Bild, in Ausnahmefällen bis zu 60 Euro
  • Spezialagenturen mit weniger Bildern sind beliebt
  • Käufer erwarten Rabatte ab dem Kauf von 5 Bildern
  • Käufer haben Angst, dass Getty Images ein Monopol auf Bilder haben wird, was Preise steigen ließe
  • Die Webseite der Agentur Rex Features läßt sich am besten bedienen und hat die besten Suchergebnisse
  • Käufer wollen Metadaten (IPTC) auch bei Low-Res-Vorschaubildern, da sie oft keine digitalen Leuchtboxen nutzen

Welche Erkenntnisse habt ihr aus der Bildkäufer-Diskussion für euch mitnehmen können?