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Nach Corbis-Übernahme zieht Veer zu iStock

Vor einigen Wochen wurde die Bildagentur Corbis an die chinesische Firma VCG verkauft.

Damals gab es einen höhnischen Tweet vom Vorsitzenden Jonathan Klein der Konkurrenz-Agentur Getty Images (siehe Link oben), weil die Bilder von Corbis nun über Getty vertrieben werden, ohne dass Getty – wie vermutlich vorher versucht – die Firma kaufen musste.

Veer-zieht-zu-istockIch bin mir sicher, dass hinter den Kulissen mehr gelaufen ist, als wir zu hören bekommen und nun kommt ein weiteres Puzzleteil hinzu.

Zu Corbis gehörte auch die Microstock-Agentur Veer, welche in den letzten Jahren bescheiden ohne Innovationen vor sich hin dümpelte. Auch der letzte Eintrag im hauseigenen Fotografen-Blog ist über zwei Jahre alt.

Gestern wurde bekannt gegeben, was mit Veer passiert. Wenig überraschend gibt es wieder starke Verbindungen zu Getty Images, bzw. deren Microstock-Agentur iStock.

Zum 30. März 2016 wird Veer geschlossen. Alle Kunden werden eingeladen, zu iStock zu wechseln und erhalten Sonderangebote zur Einführung.

Seit gestern sind keine neuen Uploads zu Veer mehr möglich (ich hatte schon die letzten Wochen auffällig häufig Probleme beim Hochladen). Ausstehende Kommissionen werden in der Übergangszeit weiterhin bezahlt.

Die Inhalte von Veer werden nicht automatisch zu iStock übernommen. Wer schon iStock-Anbieter ist, kann einfach diesen Account weiter nutzen, um neues Material hochzuladen.

Wer noch nicht bei iStock verkauft, wird aufgefordert, sich dort als Fotograf zu registrieren. Mit dem Code „VEER“ im Feld „Contributor Invitation Code” wird eine beschleunigte Bearbeitung der Bewerbung versprochen. Wenn ihr als Fotograf die Zusammenarbeit mit iStock ins Auge fasst, berücksichtigt bitte diese beiden Artikel.

Ich habe in den letzten Monaten öfter mit dem Gedanken gespielt, die Belieferung von Veer einzustellen, weil die meine Umsätze dort trotz regelmäßiger Upload immer weiter sanken und zuletzt im zweistelligen Bereich lagen:

Veer 02-03-_2016_09-39-53So wird mir die Entscheidung abgenommen und ich hoffe, dass zumindest einige Kunden nicht (nur) zu iStock wandern, sondern auch bei den Microstock-Agenturen einkaufen, welche ich ebenfalls beliefere.

Wie werdet ihr entscheiden?

Bildagentur Corbis an chinesische Firma VCG verkauft

Die Gerüchte waberten schon eine Weile umher, aber seit wenigen Tagen ist es offiziell:

Die Bildagentur Corbis, ehemals eine der Top-3-Bildagenturen der Welt, wurde verkauft an Unity Glory International, eine Tochtergesellschaft der Visual China Group (VCG).

vcg_logoDer Verkauf umfasst die ca. 100 Millionen Bilder und ca. 800.000 Videos von Corbis Images, Corbis Motion sowie der Microstock-Tochter Veer sowie alle damit verbundenen Marken und Warenzeichen.

Ausgenommen vom Verkauf sind Branded Entertainment Network, Splash und Greenlight sowie die Sparten Rechteklärung und Repräsentanz.

Parallel dazu haben Getty Images und die Visual China Group eine weltweite Partnerschaft bekanntgegeben: Getty Images wird jetzt die Inhalte von Corbis außerhalb Chinas zur Lizenzierung anbieten.

Garniert wird dieser Deal mit einem zynischen Kommentar des Getty Images-Vorsitzenden Jonathan Klein als Tweet, der sinngemäß übersetzt ungefähr lautet:

„Nach 21 Jahren endlich geschafft. Reizend, die Milch, die Sahne, den Käse, den Joghurt und das Fleisch zu bekommen, ohne die Kuh zu kaufen.“

jonathan klein tweet 25-01-_2016_14-31-12

Als einer der Gründe für den Verkauf wird der starke Preisdruck von Agenturen wie Shutterstock zitiert.

Auf der Webseite von Corbis gibt es ein FAQ für mehr Informationen.

VCG ist dieselbe Firma, welche letztes Jahr 13 Millionen USD in die Foto-Community 500px investiert hat sowie deren Expansion in China unterstützt, was wiederum für Unmut unter Fotografen gesorgt hat.

Wie schätzt ihr diese Entwicklung ein?

Wie man sich als Bildagentur den Start versaut am Beispiel von Zoomyimages

Ich weiß, dass neben Fotografen, Designern und Models auch viele Bildagentur-Mitarbeiter meinen Blog lesen, deshalb heute einige Tipps, wie man eine Agentur nicht führen sollte.

Praktischerweise habe ich ein brandneues Beispiel zur Hand, die Bildagentur „Zoomyimages„.

Gegründet wurde die Agentur im Oktober 2012 von dem Manager Joey Separzadeh, CEO der Optimal Investment Group (würden sie einer Investmentfirma mit so einer Webseite ihr Geld anvertrauen?), in Los Angeles. Ende April 2013 wurde dann der Start der Bildagentur bekannt gegeben.

In den sechs Monaten dazwischen schien die Agentur an einem Deal mit der kleinen Bildagentur YAY Images gearbeitet zu haben, um deren Bilder in ihre Datenbank aufnehmen zu können. YAY bietet ihren Fotografen an, selbst zu wählen, an welche „Partner-Agenturen“ deren Bilder weitergegeben werden sollen oder nicht.

So weit, so gut. Jetzt fangen die Fehler an:

  1. Schnell meldeten sich Fotografen, die ihre Bilder bei der Agentur gefunden haben, aber keine Ahnung hatten, woher die Bilder kamen. Es stellte sich bald heraus, dass die betreffenden Fotografen zwar bei YAY Images aktiv waren, dort aber Zoomyimages nicht als Partner aktiviert hatten. Auch beim Löschungswunsch eines Fotografen wurde an YAY verwiesen, statt die Bilder einfach direkt zu löschen.
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  2. In meinen Augen der größte Fehler ist, dass derzeit alle Bilder auf der Webseite ohne Nennung der Urheber gezeigt werden. Nachdem viele Fotografen sich darüber in der Microstock Group beschwerten, stänkert Zoomyimages auch noch rum und meint, dass sie weder rechtlich und vertraglich verpflichtet wären, die Urheber zu nennen. Angesichts der Diskussion um „verwaiste Werke“ keine zufriedenstellende Einstellung. Ich habe sogar etwas Geld ausgegeben und testweise ein Bild gekauft, welches sehr wahrscheinlich IPTC-Daten nutzt: Auch in der gekauften Bilddatei waren keinerlei IPTC-Daten zu sehen, weder der Name des Fotografen, der Bildagentur, Bildtitel oder Keywords. [Update: Ich schrieb diesen Artikel am Dienstag, nach der Kritik implementierte die Bildagentur am Mittwoch die Anzeige des Urhebers neben den Bildern. Einen weiteren Testkauf will ich jedoch nicht machen, um zu überprüfen, ob Metadaten in den Download-Bildern enthalten sind.]
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  3. Eine weitere Fehlentscheidung ist meines Erachtens, dass die Agentur nur exklusive Bilder (für 40% Fotografenanteil) direkt annehmen will. Das an sich wäre nicht schlimm, das machen viele Agenturen. Aber: Wenn man zeitgleich hunderttausende nicht-exklusive Bilder aus anderen Quellen in die Agentur spült, kann man das nur als Abwertung der direkt liefernden Fotografen bezeichnen. Spätestens seit der Bilderflut aus der Agency Collection wissen vor allem exklusive iStock-Fotografen, dass ihnen damit nicht geholfen ist.
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  4. Lobenswert ist es, dass die Agentur versucht, ihre Preisstruktur so einfach wie möglich zu halten: Es gibt nur „royalty free„, „premium royalty free“ und „rights managed“, welche sich in der Preisstruktur ähnlich hoch wie die Premium-Bilder bewegen. Die Premium-RF und die RM-Bilder stammen anscheinend von Corbis, sind aber offensichtlich älteren Datums. Ob sich die Agentur damit bei den Bildkäufern beliebt macht, bezweifle ich. Blöd ist auch, wenn für die RM-Kollektion mit einem RF-Bild geworben wird, welches es gar nicht bei der Agentur zu kaufen gibt.

Das war’s. Und das reicht schon.

Im Grunde kann eine Bildagentur versuchen, entweder durch Masse oder Klasse zu punkten. Masse macht zum Beispiel Shutterstock, Stocksy versucht aktuell Klasse.

Aber Masse wird Zoomyimages nicht bekommen, wenn sie gleich am Anfang so ihre Fotografen verschrecken und nach Klasse sieht es auch nicht aus, wenn ungefiltert uralte Analogfotos zu „Premium-Preisen“ aufgenommen werden, nur weil ein Mitarbeiter von denen früher mal bei Corbis gearbeitet hat. Blöd ist auch, wenn der erste Kontakt zur Bildagentur über die Kritik anderer Fotografen stattfindet. Kein guter Start.

Was ich jedoch für halbwegs innovativ und nützlich halte, ist die Möglichkeit, eine Bildersuche mit einem existierenden Bild statt mit Suchbegriffen zu starten, wie es seit zwei Jahren mit der Google Bildersuche geht. Dass es so kommen wird, habe ich übrigens vor vier Jahren schon vermutet. Wenn jedoch die Platzhirsche Shutterstock, Fotolia oder iStock diese Funktion anbieten, ist auch dieser kleine Vorteil schnell wieder futsch.

Was meint ihr? Welche Fehler neuer Bildagenturen halten euch davon ab, dort anzubieten oder zu kaufen?

Darf man gekaufte Stockfotos bei Facebook posten? Die große Umfrage

Ich hätte nicht gedacht, dass die Antwort auf diese Frage so schwer fällt. Selbst die größte Bildagentur der Welt scheint nicht in der Lage zu sein, darauf eine Antwort zu geben. Aber der Reihe nach.
Desöfteren haben mich sowohl Fotografen als auch Bildkäufer gefragt, ob sie Fotos bei Facebook nutzen dürften. Ich wußte keine genaue Antwort und habe mich damit herausgeredet, dass die jeweiligen Lizenzbedingungen von der betreffenden Bildagentur und von Facebook eingehalten werden müssten.
Deshalb dachte ich, frage ich die Leute, die es am besten wissen müssen: Die Bildagenturen selbst. Schließlich müssten die erstens ihre eigenen Lizenzen und die erlaubten Verwendungen am besten im Kopf haben und zweitens ist Facebook ja keine unbekannte Seite mehr, sodaß in der Praxis längst klar sein sollte, dass auf Facebook eine unvorstellbar große Menge an Bildern hochgeladen wird.
Ich schickte vier einfache Fragen an zehn große Micro- und Macrostock-Agenturen, an Corbis, Getty Images, Mauritius Images und Plainpicture, an Fotolia, Dreamstime, iStockphoto, Shutterstock, Depositphotos und Veer. Die vier Fragen lauteten:
  1. Darf man bei ihrer Bildagentur gekaufte Bilder bei Facebook nutzen?
  2. Wenn ja, mit welcher Lizenz und unter welchen Bedingungen (Größe etc.) genau?
  3. Wenn nein, welcher Passus des Lizenzvertrags verbietet das genau?
  4. Welche Überlegungen gibt es, in Zukunft die Stockfoto-Verwendung bei Facebook rechtssicher zu gestalten?
Die Resultate haben mich überrascht.
Alle fettgedruckten Hervorhebung in den Agenturantworten erfolgten durch mich.
Als erstes antwortete Dreamstime in Form von Carmen Pietraru (Qualitätskontrolle und Kundendienst) sehr ausführlich auf englisch, die Antworten habe ich für den Blog übersetzt:
„Unsere Lizenzbedingungen erwähnen nur die am häufigsten vorkommenden Nutzungen und die Liste ist nicht vollständig, deshalb ist Facebook nicht explizit erwähnt. Wir empfehlen allen Bildkäufern, immer mit unserem Kundendienst Rücksprache zu halten, wenn sie Fragen zur Nutzung oder notwendigen Lizenzen haben.
Facebook ist unserer Meinung nach ein Markt mit einem riesigen Potential (er hat schon über eine Millarde Mitglieder), deshalb haben wir kürzlich unsere neue Webseite timelineimages.com gestartet, speziell ausgerichtet auf die Facebook-Nutzung.
Die meisten Bildagenturen sind auf ein Business-To-Business-Konzept ausgerichtet. Dreamstime hat bis zu einem gewissen Grad das gleiche Konzept, obwohl wir auch eine breite Masse an Käufern haben, welche Endnutzer der Bilder sind. Mit TimelineImages schwenkten wir auf das Business-To-Consumer-Modell umd sprechen die Leute an, die Bilder hauptsächlich brauchen, um ihre Profile oder Nachrichten in sozialen Netzwerken wie Facebook visuell zu verbessern.
Hier noch einige detaillierte Antworten auf Deine Fragen:
Zu 1. Ja, Bilder von Dreamstime dürfen auf Facebook genutzt werden, solange sie nicht als Profilfoto genutzt werden, insbesondere wenn es um Bilder mit Models oder Leuten geht. Der Bildnachweis (zum Beispiel „Das ist ein Foto mit Models“ [Anmerkung R. Kneschke: im Sinne der Abgrenzung von gestellten Fotos gegenüber dokumentarischen Aufnahmen]) ist nur erforderlich, wenn es der generelle Kontext der Nutzung erfordert, wie bei jeder anderen Web-Nutzung auch der Fall ist. Ein Beispiel: Wenn du eins unserer Bilder nutzt, um einen Artikel zu illustrieren, ist es empfehlenswert, den Bildnachweis anzubringen, um die Bildquelle und den Urheber zu würdigen. Dasselbe ist erforderlich, wenn du das Bild einfach in eins deiner Facebook-Alben hochlädst, nur um das Missverständnis zu vermeiden, dass Du das Copyright für das Bild vorenthalten würdest or Leute annehmen lässt, Du hättst das Bild gemacht. So lange das Bild gekauft und korrekt genutzt wird, dürfen Bilder von Dreamstime bei Facebook genutzt werden.
Zu 2. Facebook sollte als Medium betrachtet werden. Leute fragen uns, ob sie unsere Bilder für eine private Nutzung auf Facebook nehmen dürfen oder für Facebook-Anwendungen, deshalb unterscheiden sich manchmal die notwendigen Lizenzen. Persönliche Nutzung (als Titelbild für die Zeitleiste oder in einem Marketing-Artikel zum Beispiel) ist von der „Standard Royalty Free“-Lizenz abgedeckt, welche die günstigste Lizenz auf unserer Seite ist. Die Nutzung des Bildes in einer Facebook-Anwendung kann von verschiedenen Lizenzverträgen abgedeckt werden, inklusive der Standard-Lizenz. Das hängt davon ab, wie genau das Bild benutzt wird. Am häufigsten ist die „Web-Extended Licence W-EL“ notwendig, aber Kunden können die Bilder auch unter der „Unlimited Seats Licence U-EL“ runterladen und auch unter der „Sell The Rights Licence SR-EL“.

Zu 3. Wie schon gesagt, wir erlauben die Facebook-Nutzung, aber wie bei jeder anderen Nutzung auch gelten die üblichen Einschränkungen zu sensiblen Themen und zur Modelfreigabe. [Anmerkung Robert Kneschke: Versucht nicht, die deutsche Übersetzung auf der Dreamstime-Seite zu lesen, die ist automatisiert übersetztes Kauderwelsch.]

Zu 4. Als Ergänzung zu Dreamstime ist Timelineimages.com unsere aktuellste Lösung, um Facebook-Nutzern schnell und einfach Zugriff auf qualitativ hochwertige Bilder für die Facebook-Nutzung zu geben.“

Danach kam die Antwort von Susanne Mendack, die in Deutschland die Pressearbeit für Corbis und Veer macht:

„Ich habe mit den USA gesprochen, es ist leider nicht möglich, Ihre Fragen so, wie sie gestellt sind, zu beantworten. Es hängt von jeder einzelnen Lizenz ab, die ein Kunde erwirbt, ob er damit auch soziale Medien ‚bespielen‘ darf. Jede Lizenz ist anders, jede Kollektion ist anders, es gibt bei Corbis ja viele verschiedene High-End-Kollektionen und das, was in der Lizenz des Kunden steht, gilt. Wenn Sie eine Tendenz wissen möchten – man darf die Fotos eher nicht auf Facebook und Co. posten. Das ist auch im Interesse des Fotografen.“

Als nächstes kam die Antwort der PR-Agentur von Getty Images:

„[…] Wie bereits besprochen, haben wir Ihre Anfrage selbstverständlich an Getty Images weitergeleitet, wiederholt angefragt und entsprechend besprochen. Entgegen unserer Erwartungen und mit Hinweis auf zeitliche Engpässe liegt uns aktuell allerdings noch kein offizielles Statement von Getty Images vor. „

Danach folgte  – mit viel Wartezeit – die sehr ausführliche Antwort von Fotolia:

„Vielen Dank für deine Geduld und dafür, daß Du auch uns die Möglichkeit einräumst, uns zu diesem wichtigen Thema zu äußern.  Wir möchten im Zusammenhang mit unseren Antworten darauf hinweisen, daß wir uns nur zum aktuellen Stand der Diskussion um Social Media und explizit auf die aktuellen Facebook Terms of Service (Tos) sowie unserer aktuellen ToS beziehen können – beides kann sich in der schnelllebigen Zeit rasch ändern. Keiner weiß, was Facebook und Co. morgen machen werden.

– Darf man bei Fotolia gekaufte Bilder bei Facebook verwenden?

Ja, aber mit Einschränkungen. Eine Verwendung von Fotolia-Content auf Facebook ist aufgrund der dortigen Nutzungsbedingungen leider nur unter Einschränkungen möglich. Hintergrund ist neben der umfassenden Nutzungsrechtseinräumung, die sich Facebook regelmäßig bereits mit der Einstellung jeden Contents an diesem übertragen lässt (inkl. der Möglichkeit, selbst Sublizenzen an Dritte zu vergeben), eben auch die seitens Facebook automatisch vorgesehene und vom Einsteller nicht abwählbare Möglichkeit zum Download und Nutzung des Contents. Diese Weiterverbreitung des Contents widerspricht den Vorgaben von Fotolia.

Dennoch ist es möglich, Fotolia-Content auf Facebook einzusetzen, sofern man sich zuvor mit den Nutzungsbedingungen von Facebook und und den Lizenzbestimmungen von  Fotolia beschäftigt und bestimmte grundlegende Regeln bei der Verwendung von RF-Content beachtet.

Solange Fotolia-Bilder nicht in ihrer von Fotolia bereitgestellten Form („stand-alone“, d.h. nicht bearbeitet, wie heruntergeladen)  bei Facebook hochgeladen werden, sondern Teil einer neuen Komposition eines neuen Werks sind (Anzeige, Flyer, …) sollte es keine Probleme geben.

– Wenn ja, mit welcher Lizenz und unter welchen Bedingungen (Größe etc.) genau?

Eine Lizenz, die die Verwendung auf Facebook oder anderen Social Media Plattformen explizit regelt, gibt es noch nicht.

Grundsätzlich gilt bei der Online-Verwendung  unseres Contents und bei Facebook gleichermaßen: Fotolia gestattet ist die Verwendung von Bildern mit einer maximalen Auflösung von 1000 x 1000 Pixeln bei 72 dpi. Natürlich verbieten sich auch hier beleidigende oder sonstwie rechtsverletzende Verwendungen, ebenso der Einsatz als Avatar. Man darf also kein Fotolia-Bild als Profilfoto verwenden und eine Fake-Identität schaffen. Und wie bei jeder Verwendung sollten Urheber und Quelle genannt werden. Auch hier reicht die Nennung im Impressum/Info der betreffenden Facebook-Seite.

– Wenn nein, welcher Passus des Lizenzvertrags verbietet das genau?

Gemäß unseren Verträgen darf unser Content nicht „stand-alone“ verteilt oder vertrieben werden. Auch dürfen keine Unterlizenzen eingeräumt werden. Das gilt überall, also auch bei Facebook. Und auch wenn der Facebook-Nutzer sich im Zweifelsfall nicht darüber im Klaren ist, räumt er Facebook (oder anderen Plattformbetreibern) bereits durch den Upload von Bildern bedeutende, wenn auch beschränkte Nutzungsrechte ein, veröffentlicht den Content und ermöglicht in vielen Fällen Dritten die weitere Nutzung des Contents durch die Bereitstellung per Download.

Fotolias Download-Verträge (sowohl Standard als auch die Erweitere Lizenz) enthalten die maßgebenden Einschränkungen in ihren jeweiligen Ziffern 2. und 3.

Ziff. 2 Unterlizenz: Das Nicht Exklusiv Herunterladende Mitglied ist nicht zur Gewährung weiterer Unterlizenzen berechtigt.“

=> Eine Unterlizenz lassen sich Facebook et al. explizit einräumen.

Ziff 3 Einschränkungen (a): „Unterlizenzierung, Verkauf, Abtretung oder Übertragung jeglicher Rechte aus diesem Vertrag. Verkauf, Lizenzierung oder Vertrieb des Werkes oder einer Bearbeitung des Werkes als Stand-Alone-Image-Datei oder als Bestandteil einer Online- oder jeglicher anderen Datenbank oder jeglicher Derivate, die das Werk in einer Form enthalten, die es Dritten ermöglichen, das Werk herunterzuladen, zu extrahieren oder sich Zugang zum Bild als Stand-Alone-Image-Datei zu verschaffen;“

Ziff 3 Einschränkungen (c): „die öffentliche Zugänglichmachung eines Werkes online in einem herunterladbaren Format, Bereitstellung eines Werkes in elektronischen Foren oder Boards;“

=> Auch wenn der Facebook-Nutzer sich im Zweifelsfall nicht darüber im Klaren ist, durch den Upload von Bildern (vor allem ab einer bestimmten Dateigröße), räumt er Facebook (oder anderen Plattformbetreibern) Unterlizenzen ein, macht er den Content öffentlich zugänglich und ermöglicht in vielen Fällen den Download des Contents durch Dritte.

– Welche Überlegungen gibt es, in Zukunft die Stockfoto-Verwendung bei Facebook rechtssicher zu gestalten?

Ohne Zweifel sehen wir hier einen sehr lebendigen Markt. Es ist kein leichtes Unterfangen, die Interessen, der Kunden, der Urhebern, von Facebook und Fotolia gleichermaßen unter einen Hut zu bekommen. Fotolia anerkennt die immense Verwendung von Bild-Content in Social Media und den daraus entstehenden Bedarf einer für Kunden wie Fotografen gleichermaßen vertretbaren Regelung. Daher arbeiten wir daran, die Bilder für Facebook/Social-Media in Zukunft geregelt nutzbar zu machen und zu vereinfachen.“

Trotz mehrfacher Nachfragen und Wartezeiten von einigen Wochen wurde ich bei Shutterstock vom Vizepräsidenten Gerd Mittmann leider nur vertröstet, aber ich schiebe die Antwort gerne nach, wenn sie noch kommen sollte.

Bei Mauritius Images wurde mir telefonisch mitgeteilt, dass eine Verwendung deren Bilder bei Facebook wegen der oben genannten Unterlizenzierung nicht erlaubt sei. Ich bat darum, mir eine zitierfähige Antwort per Email zuzuschicken, das ist jedoch bis heute nicht erfolgt.

Auch von plainpicture, Depositphotos und Bigstock erhielt ich trotz Nachfragen leider keine Antwort.

Mich wurmte auch, dass Getty Images als mit Abstand weitweit größte Bildagentur nicht in der Lage sei, meine Fragen zu beantworten. Deswegen startete ich einen zweiten Versuch und fragte nicht als Pressevertreter, sondern als Käufer an. Und siehe da, auf einmal ging es sehr schnell. Ich bekam einen Anruf eines Kundenberaters, welcher mir seine Antwort auch noch per Email zur Bestätigung schickte:

„Hallo Herr Kneschke,

sie können lizenzfreies Material von GETTY IMGES auch auf webbasierten sozialen oder Community-Netzwerken nutzen. Allerdings erstreckt sich diese Nutzung nicht auf bezahlte Werbeflächen.

Bei lizenpflichtigen Bildern finden Sie bei der Preiskalkulation unter „Internet und APP“ den Punkt „Web – Social Media“ welchen Sie bei der Honorarberechnung angeben können.

Kommen Sie bei Fragen gerne auf mich zurück.

Beste Grüße aus München,
Mustafa Cihangir
(Sales & Service Representative)“

Zusammenfassung

Ob gekaufte Stockfotos bei Facebook genutzt werden dürfen, hängt demnach stark von der Agentur ab, bei welcher diese gekauft werden. Einige verbieten diese Nutzung ausdrücklich, andere erlauben sie mit Einschränkungen, die unterschiedlich ausfallen. Andere Agenturen lassen ihre Kunden leider völlig im Unklaren. Im Zweifelsfall empfehle ich deshalb, die Bildagentur vor einer konkreten Verwendung zu fragen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Stockfotos auf Facebook gemacht?

Veer bietet jetzt Abo-Modell an – Einmalige Opt-Out-Chance für Fotografen

Die weltweit größte Bildagentur Getty Images hat kürzlich ihre Microstock-Fotografen bei istockphoto die Pistole auf die Brust gesetzt und gefordert: „Entweder wir dürfen alle Deine Bilder auch als Abo-Download anbieten oder Du fliegst raus!“ So versucht Getty, ihr Portal Thinkstock für Käufer attraktiver zu machen. Fotografen erhalten natürlich ziemlich wenig Geld für diese Abo-Downloads.

Die zweitgrößte Agentur Corbis muss sich gedacht haben: Was die können, schaffen wir auch. Deshalb bietet die Microstock-Tochter Veer der Bildagentur Corbis jetzt ebenfalls ihre Bilder im Abonnement an. Immerhin sind sie im Gegensatz zu Getty so freundlich und bieten den Fotografen eine einmalige Möglichkeit, ihre Bilder aus dem Abonnement zu entfernen. Doch dazu später mehr.


Was für Konditionen bietet das Veer-Abo für Fotografen?

Manchmal denke ich, Bildagenturen halten ihre Lieferanten für blöd. Anders kann ich mir nicht erklären, dass sie immer von den höchstmöglich zu erzielenden Honoraren reden, aber nie vom tiefstmöglichen oder wenigstens vom Durchschnitt. Klar, es klingt besser, wenn die Agentur sagt: „Der Fotograf kann pro Abo-Download bis zu 3,75 Dollar verdienen“ statt „Der Fotograf wird nicht weniger als 10 US-Cent pro Abo-Download erhalten„.

Aber seien wir fair: Theoretisch ist das Modell von Veer fairer als bei den meisten anderen Bildagenturen. Der Fotograf erhält keine fixe Summe pro Download, sondern wird anteilig an der Menge der Downloads beteiligt. Übersetzt: Je weniger der Bildkunde am Tag runterlädt, desto mehr verdient der Fotograf. Bei Abo-Modellen anderer Bildagenturen erhält der Fotograf immer die gleiche Summe und falls ein Bildkäufer sein Abo-Kontingent nicht ausschöpft, streicht die Bildagentur den Gewinn ein.

Bei Veer erhält der Fotograf 3 Dollar, wenn der Abo-Kunde nur ein Bild am Tag runterlädt. Wenn der Abo-Kunde jedoch 10 Bilder am Tag runterlädt, bekommt der Fotograf nur noch 30 US-Cent. Bei 30 Bildern am Tag – der maximalen Downloadgrenze im Abonnement – erhält der Fotograf nur noch lächerliche 10 Cent. Die von Veer als höchsten Abo-Honorar in der Bilderbranche angepriesenen 3,75 Dollar sind nur eine Augenwischerei. Das ist nämlich der Erlös für einen Abo-Download einer „Erweiterten Lizenz“, welche die Erlaubnis zur „unbegrenzte Vervielfältigung“ und einen Rechte-Schutz enthält. Wenn der Käufer jedoch 28 Abo-Bilder am Tag mit einer erweiterten Lizenz runterlädt, erhält der Fotograf nur noch 13 US-Cent. Das wiederum ist für erweiterte Lizenzen eher ein Rekordwert nach unten. Zum Vergleich: Normalerweise kostet ein Bild mit einer erweiterten Lizenz 100 Credits (ca. 100 Dollar) bei Veer. Die vollständige Übersicht der Preise und Honorare bei Veer gibt es hier als PDF.

Übrigens: Auch wenn Veer eine „Erweiterte Lizenz“ namens „Product For Resale“ anbietet, mit der ein Weiterverkauf, z.B: auf T-Shirts, in Webseiten-Templates oder auf Postern erlaubt ist, gibt es diese Nutzung (noch) nicht im Abo.

Wichtiger Hinweis:
Diese folgende Information ist ganz neu und wird sicher hier im Blog noch ausführlicher besprochen, aber vorweg:
Fotolia hat angekündigt, sich die Möglichkeit offen zu halten, Fotografen auf das Ausgangslevel „Weiß“ zurückzusetzen, wenn sie ihre Bilder bei Agenturen anbieten, die unter den Preisen und Kommissionen für das Weiß-Ranking bei Fotolia liegen. Ich denke zwar, das betrifft eher Agenturen wie DepositPhotos, PhotoDune (Erweiterte Lizenzen für 15 Dollar) und andere, aber 10 Cent pro Abo-Download ist ebenfalls deutlich weniger als Fotolia mit 25 Cent mindestens pro Abo-Download zahlt.

In der Praxis gibt es vergleichbare Abo-Modelle nur bei Panthermedia und Waldhäusl. Letztere will ihr Abo-Modell nicht weiter verfolgen und in bei Panthermedia sahen meine Durchschnittserlöse im Abo deutlich magerer aus als die versprochene Beispielrechnung.  Deshalb habe ich dort das Abo schnell deaktiviert und auch bei Veer habe ich es ausschalten lassen.

Wie deaktiviere ich die Abos bei Veer?

Veer bietet Fotografen einmalig die Gelegenheit, das Abo für die eigenen Fotos auszuschalten. Hier die Anleitung:

  1. Dazu müssen Fotografen eine Email an „contributor@veer.com“ schreiben.
  2. Der Betreff muss lauten: „Subscription opt-out.“
  3. Im Text der Email muss stehen: „I do not wish to participate in the Veer Subscription program at this time. Please exclude my images from the subscription web site. Contributor Alias: _______“
  4. Im freien Feld zum Schluss muss euer Fotografenname bei Veer stehen, falls ihr dort z.B. ein Pseudonym nutzt.
  5. Falls ihr von einer anderen Email-Adresse schreibt als der, mit der ihr euch bei Veer angemeldet habt, müsst ihr diese Anmelde-Mailadresse ebenfalls im Text der Email angeben.

Wenn ihr auf die Adresse im Text bei 1. klickt, öffnet sich gleich eine Email mit den meisten notwendigen Angaben (bis auf euren Account-Namen), wenn ihr euren Browser mit einem Emailprogramm verknüpft habt.

Wer mit dem Gedanken liebäugelt, bei Veer Bilder zu verkaufen, sollte sich schnell anmelden und  – meine Empfehlung – gleich die Email schicken, um die Abos zu deaktivieren.

Was sagt ihr zur Ankündigung von Veer? Wie entscheidet ihr euch und warum?

Update 28.09.2011: Veer hat angekündigt, das Abo-Modell noch mal zu überarbeiten zu wollen, weil es zuviel Kritik daran gab.

Update 01.10.2011: Veer hat die Änderungen am Abo-Programm veröffentlicht. Demnach soll das Minimumhonorar pro Download jetzt 25 Cent betragen, außerdem soll die Obergrenze auf 4,95 Dollar angehoben werden. Erweiterte Lizenzen sollen vorerst nicht im Abo angeboten werden, Abo-Kunden erhalten nur die Möglichkeit, eine erweiterte Lizenz etwas günstiger zu kaufen, der Fotograf erhält dann 35 Dollar. Veer behält sich die Möglichkeit vor, später doch noch ein Abo für erweiterte Lizenzen einzuführen, dann jedoch zu höheren Preisen als bisher angekündigt. Wer als Fotograf seine Bilder schon deaktiviert hatte, kann sie bis zum 21. Oktober wieder für das Abo-Programm aktivieren, indem er eine Email an contributorhelp@veer.com schreibt mit dem Betreff „Opt in“.